1908 / 153 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 01 Jul 1908 18:00:01 GMT) scan diff

. in Bernburg bestehenden VersicherungMnterneHmen-s auf die Firma Schlachtviehoersicherung von G,H.Koch u. Co. in Bernburg genehmigt 14 a. a. _O.); _

13. ferner gemäß § 13 a. a. O. “folgende Geschaftßplan- änderungen genehmigt, und zwar:_ _

1) der Norddeutschen Vteh =Vers1cherung_s-Ge- sellschaft auf (Hsgsnsettigxeit zu Hamburg die Aus- dehnung des Betrieös auf Preußsn, Sachsen und Hessen durch Entscheidung vom 9. Apxü 1908; __ . _

2) der Concordta, Colnmxhe LebenS-Verstche- rungs-Gesellfchaft in Cöln, dte Ausdehnung _des Be- triebs auf Luxemburg durch VerfügunJ vom 2. Zum 1908;

3) der Gothaer Lebens_ver 1cherungsbank guf Gegenseitigkeit in Gotha die Ausdehnung des Betuebs auf Belgien durch Verfügung vom 5. Ju_m 1908;

4) der Deutschen Lebensverstcherungs-Gesexl- schaf t in Lübeck die Ausdehnyng des Betrtebs auf Argentunen durch Verfügung vom 6. Zum 1908; _

5) dem Deutschen Lloyd, TranSpprt-Verstche- run s-Aktien:Gese[lschafl in Berlin, dte Ausdehnunckß des triebs der GlstersFYZZung auf Braunschweig dur Verfu'gun vom 11. uni .

BerliY, den 24. Juni 1908. _ _

Das Kaiserliche AufstYSamt fur Prwatverficherung.

runeu

Die von heute ab zur Außgabe gelangende Nummer 38 des Reichsgeseßblatts enthält unter Nr. 3500 den Internationalen Funkentelegraphenvertrag, vom 3. November 1906. _ Berlin 17., den 30. Zum 1908. KaiserlichesK Pyftzcttungsamt. rueu

Königreich Preußen.

Seine Majeßät der König haben Allergnädtgß aeruht: den bisherigen Regierungspräfidetxxen Dr. jur. _Gramsxk) 'm AUMstein zum Mitglikde Her AnnedlungqummÜüon fur Westpreußen und Posen auf d1e__D-auer_ von Um Jahr_en und um Vorsißenden diefer Kommisnon mu der AmeFzWung YBräfiZzent und unter Vkrieihung des Charakters als _ lkkll er Geheimer Oberregierungsrat mit dem Range der Rate er er

Klaffe zu ernennen,

Seine Majestät der König haben AUergnädigft geruht: den Landrat Grafen Friedrich von Platen-Haller- mund in Langensalza zum Regierungsrat und _ _ _ den Regierungßaffeffor Grafen von Baudtsstn m Neu-

fiadt (Weftpr) zum Landrat zu ernennerx sowie _ _

dem Polizeiinspektor Wohlrabe m Caffel_aus "*“.“ seines Scheidens aus dem Amt den Charakter “' . .- -, , zu verleihen.

Seine Majestät derKönig haben Mérgnädigft g;, - dem Regierungs- und Baurat Su g in Breslau be1_. Uebertritt in den Ruhestand den C arakter als Gehetmx

Baurat _ _ den Eisenbahnsekretären Bormann m Hannover und

Lindenau in Bad Oeynhausen, bisher in Breslau, sowie de? . un .

Eisenbahnoberqütervorstehern Seignette_ in _Boch_olt_ _ Kettliß in Altenplatbow bsi Genthin, b1sher m L61p31g, hex dem Uebertritt in den Nuhsstand den Charakter als Rechnungsrai zu verleihen.

GLsEH, betreffend AbänderUng dsr Wegeordnung für die Provinz Westpreußen vom 27. September 1905.

Wir Wilhelm , von Gottes Gnaden König von Preußen 2c., _ verordnen, mit „Zustimmung dsr beiden .?äxqer des Landtags der Monarchie, Ür die Provinz Westpreu en, was fokgt: Einziaer Artikel.

Dsr [Syte Saß des § 28 der Wegeordnung f_ür die Vrovirxz Wenpreußen vom 27. September 1905 (Geseßjamml. S. 357) wird, wie folgt, abgeändert:

Bei der Abschäßang des“ HebungHrschts wird der der AbschäßUng Vorausgégangenc, sLchSFÜkJL'iJL Zeitraum zu Grunde gslegt.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktkm Königlichen Instegel.

Gegeve'n NEUSS Palais, den 8. Jani 1908.

(“[-.I.) WilhelmK.

Yast von Bülow. von Bethmann Hollweg. von irpiß. Freihsrr von Rheinbaben. von Einem.

Delbrück. Bessler." Brsitenback). von Arnim.

von Moltks. Holle. Sydow.

Auf Jbrkn Bericht vom 6. Irmi d. J. wil] Ich der Stadtgemeinde Berlin h_ebufs Errokrbung der zur Er- breiterung des FlUßlanes om Unken Zpresufex und zum Neubau der Jnsélbrücke erforderlichen Flächen O_es sogenanntxn Insel: speich€rs, wslck)? auf den amvei zurücksclgendsn qunen gelb angelegt smd, héérmit das EnteignungSreckzt verlcthen.

Neues Palais, den 17. Juni 1908.

W i l [; elm K. Breitenbach. An den Miniftsr der öffentlichen Arbsiten.

Finanzministerium.

Versesi find die Rsntmeister bei „Königlichen Krcißkaffm: Müller von Striegau nach Görliß, Gißcn von Wxttljck) nach Glogau, Taubért von Wanzleben wach Obornik, Seifert vyu Goldßv nach Zßtkkbog Und Schmeiser von Gsiksnkirchsn nacb Siegburg.

Zu RtheißeM bsi .KöUigTiWn Kréisfaffsn smd ernannt: in Striégan dsr Steueererär Schiller

Wilmersdorf,

aUs Dt.:

in Wittlich der Steuersekrétär Zimme rmann aus Bonn und " _ _ in Borken der Regierungshauptkaffenbuchhalter Ltckexett

aus Düsseldorf.

Königliche Generallotteriedirektion.

Bekanntmachung.

Die Ziehung der 1. Klasse 219. F?r'xnigltch preußischer Klassenlotterie ngxrd nacb plqnmaßtger Be- stimmung am 7. Juli 1908, frxzk) 8 Uhr, thren Anfang nehmen. Das Einzählen der sämtltchen 288000 Lonmmmern nebst den 8000 Gewinnzetteln gcdachter 1. Klaffe cker schon am 6. Juli 1908, Nachmittags _11/2 Uhr, du_rch pte Kontglxchxn Ziehungskommiffarien im Betsein der_ Konigltchen Lotter“? einnehmer .Herren „Haseloff, Gepold, Fretherr v. d. Bottlenberg, Schwabe von Hier öffentlich nn Ztehungssaal des Lotter“- gebäudes stattfinden. _

Berlin, den 30. Zum 1908. _ _

Königliche Generallotteriedzrektron. Strauß. Ulrtck).

Ministerium des Innern.

Dem Landrat Grafen von Baudissin ist das Landrats: amt im Kreise Neustadt (Westpr) übertragen worden.

Ministerium der geistlichen, Un_terricht§- und Medizinalangelegenhetten.

Bekanntmachung.

Die Turn- und Schwimmlehreritzyenpxüfung, die im „Herbst 1908 in Berlin abzuhalten 171, wxrd _Ende November 1908 an einem noch festzuse enden Tage begmnen.

Unter Be ugnahme auf meinen Er ß vom 1. November 1906 _ [TÜ 44 3209 2c. _ weise iH) mr_sdrücklxch darauf hin, daß zu dieser Prüfung nur in der romn Brandenburg oder in einer solchen Provinz wohnende Bewer ermn_en zuge- lassen werden, in welchcr eine Prüfungskommisston fxtr Turn- lehrerinnen noch nicht.:besteht. AWnahmep von drxser Be: stimmung Ind nur assig, wenn dxe bezüJtchen Antrag? durch besondetxe erhältni e, z. B. durch den rt der Ausbrldung für die Prüfung, begründet ünd.

Meldungen der in einem Lehramt stehenden Bewerb- rinnen find bei der vor eseßten Dienstbehorde spätestens brs zum 15. September 1 08, Meldungen anderer Bemerhe- rinnen bei derjenigen Königlichen Regieryng, in deren sztxk die Betreffende wohnt _ in Berlin der dem Herr_n Poltzet- präfidenten _, ebenfalls bis zu diesem Tage anngrxngen.

Ist der Aufenthaltßort der Berperbxrm _zur Zett threr Mel; dung nicht ihr eigentlicher Wohnstß, w in auch der leßtere anzugeben. _ _ _

Die Meldungen können nur dann BerücknchttguM finden, wenn sie genau der PrüfunZSordnung vom 15. ai 1894

entspreck-*" und mit den im 4 derselben vorgeschriebenen ““'"" - * _ unnRYäßig vexsehxrxsmd. Jn_dem__Gesuche

der geistlichen, Unterrichts: und Medizinalangelegenhettcn. Im Auftrage: von Bremen.

Am Lehrerseminar in Schwerin a. W. ist der bisherige kommissarische Lehrer Manzel vom Seminarnebenkursus m Wongrowis als ordentlicher Seminarlehrer und _ _

an der Luisenstiftung Tn Posen der bisherige kommtffarijche Lehrer Dr. Kösters als ordentlicher Seminarlehrer endgültig angestellt worden.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Bei der Hauptverwaltung _der Staatsschulden ist der Diätar Stahlberg zum Kaffenxekretär ernannt worden.

Ev an gelischer Oberkirchenrat.

Zum Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in crraz im Staate Rio Grande do Sul (Brafilien) in, der astor Wilhelm Osterkamp in Candelaria (Brasrlien)

berufcn worc-en. -

Die von heute ab zur AuBgabe gelangende Nummer 29 dcr Preußischen Gesessammlung enthält unter

Nr. 10905 das (Jessy, " éreffend die Ergänzung uyd Ab: änderung dcr (Hencralkonzesston für die von der Gememschaft der evangelischen Landeskirche fick) getrennt haltenden LUtkveranex vom 23. Juli 1845 (Gescßsamml. S. 516), vom 23. Max 1908, unter

Nr. 10906 das Gkséß, betreffsnd Abänderung dsr Wege- ordnung für die Provinz Sachsen vom 11. Jult 1891, vom 8. Juni 1908, unter _

Nr. 10 907 die Verordnung, betreffend das Inkrafttreten des Geseßes vom 2. Januar 1905, vom 21. Zuni1908, unter

Nr. 10908 die Bskanntmachung, betre end die gegm: seitig2 Freilaffung der Angehörigen des preußischen_S_t_aats einerseits und "oer Angeßörigen Dänemarks und der da_m1ch2n Kolonien anderseits oon dcr Erhebung von Kirchenyteuern, vom 17. Juni 1908, und unter

Nr, 10909 die Vsrfügung dss Justizministers, de_trkffend die Anlegung des Grundbuchs für einen Teil der Bczxrke der Amts er1chte Dillenbura, “St. Goyrshausen, Hadamar, Herborn und Funkel, vom 26. Juni 1908.

Verlw W., den 1, Juli 1908.

Königliches (Zéskßsammlungsamt. Krüeu

Abgerei st: Seine Exzellenz der Staatsministex und Minister _ für Haxadel und (Gewerbe D e l b r ü ck , in dienstltchen Angelegenhetten ;

Seine ExzeUenz der Staatsministex und Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach, Mit Urlaub nach der Schweiz.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 1. Juli.

Im Monat Mai1908 haben 3334 Schiffe (g en 3366 Schiffe im Mai 1907) mit einem NettoraumgeeTolt von 547 797 Registertons (1907: 525 792 Re istertons) en Kaiser Wilhelm-Kanal benußt und, nach béug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Ehlowgeldes, an Gebühren 261 362 „46 (1907: 252 091 :“) entnchtet.

Der fiamefische Gesandte Phya Sridbamasasana hat Berlin verlassen. Während seiner Abweknxheü führt _der Legationssekretär Luang Bhinich Vita k1ch die Geschafte der Gesandtschaft.

Laus Meldun des „W. T. B.“ ünd _S. M. SS. „Arcona“ und iobe“ gestern in Tsuruga eingetroffen.

Bayern.

Die Abgeordnetenkammer verhandelte gestern über eine Interpellation Casselmann (ltd.) u_nd Genossen, ob die Regierung die Verfaffungsbeftimmun uber dle Freiheit der Meinung dahin auslege, daß ge xn eamte oder 230le schullehrer, die in zweifellos bere ttgter Vertrean v_on Standesintereffcn auch scharfe Worte gebrauchten, mit Das- ziplinaruntersuchung vorgegangen werden sone.

Nach dem Bericht des „W. T. V.“ begründete der Abg. Dx. Casselmann (lid.) die Interpellation besonders mit dem „O_rnwets auf die Dixzivlinarunterfucbung gegen den Lehrer Beybl-Wuuburg rvkgen Auslaffungen in der yon diéfem beraukgegebxnen „Freien Schulxeitung' und wegey Aeußeruygen dieses Lehrers m Verf_amm- lang?". Er warf dem Kultusminister vor, dieser habe in frubnen Reden dem Parlamente unwahre Angaben gemacht. _ Der Minister- präfirent reiben von PoDewUs erklä:te, daß das Recht der freien Meinungs ußerun-z für Wie Beamten kein unumschränktes sei. Wer fich in den öffentlicbsn Dienst begebe, dürfe auch bei Vertretung _der Standesintereffen die Ersnzen nicht überschreiten, die durch die Pfiwbt zum Gehorsam und zur Treue g-zogen würden. Die Einleitung des Di§ziplinarVetfabrens gegen den Lehrer Béhbl sei gebotxn gewesen. _____ _ZEs wurde sodann die Besprechung der Jnterpellatwn be- 1 0 )en.

De: AIZ. Segis (Soz.) waxf der Regierung Verletzung der

%ffung vor, weil die Bestimmungen über die Distiplinarunter-

nicht auf Lebte: anwendbar seien. _ Der Kultuöministn

hne: erklärte, letztens sei unrichtig, und betonte, das Vor-

"1 Beybl sei im Einverständnis mit dem Minkßxrrat

““as Dis: lknarverfabreu nicbt einzuleiten, wäre ,bckmekt

Der . Dr. Günther (liberal) bxmerktx“, mit

cigkeiten sollte fich dai Gesamtminiffetim nicht abgeben,

aßregeln verfehlten ihren Zweck. _ Der Abg. Pichler

. betonte, daß die Interpellation den ZW det Ekubeisung „:usministers verfehlt, vielmehr deffen Stelluug_befeftigt babe.

. es der Regierung nicht gelinge, den Radikalrlmu! in der

„;ck-aft zu beseijixen, müffe ste Tas Staatsschulmouopol aufgehen

freie Schule gewähren. _

Nach weiterer Debatte wurde ein Anita auf Schluß der Diskussion angenommen. Jm ferneren Ver_auf _der_S1ßung nahm die Kammer die Vorlagék, betreffend die E1nfuhr_ung des Postscbeckverkehrs und betreffend Hie_elektr1sche Bahn von BerchteSgaden nach dem Kontgssee, au.

_ Hamburg.

Seine Hoßeit der erzog Adolf Friedxich zu Mecklenburg i , „W. T. .“ zufolge, heute vqrmnta an Bord des Dampfers „Eleonore Woermann“ von semerA kw reise in Hamburg wieder eingetroffen.

Oesterreich-Ungarn.

Das österreichischeAbgeprdnetenhaus hat ,WKTB.“ ufolge, in seiner gcstrigen Stßung dcn Dringlicßkeitßantrag Breiter, betreffend die Reform es militärchrenrßtlichen Verfahrens abgelehnt, nachdem der Landesvertetdigungs- minister von Georgi konstatiert hatte, daß _das ehrenrätliche Verfahren nach strengen Grundsäsen, unbeemflußt von der ZentralNrWaltung, gehandhabt werde. _ Soxann verhandelte das Haus den DringlichkeitSantrag Malxk, betreffend dre Vor- fälle an der Grazer und derInnsbruckerUniversität.

_ Das ungarische Abgeordnetenhaus hat gestern das intexnationale Uebereinkommen, betreffend_d1e Funken- telegraphic, dUS am 3. Dezember 1906 u: Berlin ge- schlossen worden ist, angenommen.

_ Dsr Mörder des Statthalters Potocki, der Student Siczynski, ift, obiger Quelle zufolge, von dem Lemberger Ge1chmorenengericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden.

Großbritannien amd Irland.

Im Oberhausc besprach geßern Lord Curzon dre Lage in Indien, insbesondexe dte Lake at) der Grenze, Englands Beziehungen zum Wir von Aghamßan und d1e inneren Unruhen.

Wie das „W T. V.“ kcricbtet, beglückwünscbxe Canon dieRegie- rung xu rem Erfolge ibter Grenzpoliyk und exkiarte, er gebe zu, daß es buffer sei, daß sich England so wenig »le wo,;lnb in die Angele eu- beiten Afghanistans einmisÖe, doch ebenso wicktxg sei es, daß zwif en Ensland und dem Emir ein durchaus klares Einwekjtändnis bexrsck-e und die gegknseitégsn B-rrfiichturgen trkulicv erfyllt wurdet). Bezüglich des englisch-rusßchen Vertrages sei vom Emtr noch keme Anjwort ein- gegangen. Er bcffe bestimmt, daß im Intereffe der Beziehungen zwtfcben SrcßbritMnien und Rußland und der englischen Beziehungen zu dem Emir eine befriedigende Anthrt erfolgen werde. Der Redner besprackx sodapn im eirzelncn die innere__La;ze Indiens, die Geg-nstand größter Besorznis gewesen sei. Die wwq'ten Ereigniss seien ribt

zurückzusüören auf vereinzelte Urxzchen, sondem a;:f einen

' Im lichen Arbeiten Barthou , „W.

, britische Herrschaft. Er hätte gehofft, daß die gefahrlichen _ Symptome nachlaffen würden; aber man müsse rechnen nut einer _immer wievxr- kebrenden Erneuerung der Unruhen in _Jndien, weil dxe Ursachen nicbt Vorübergehend, sondern in gewiffez Beztebung fast daueknde seren. Er wolle Morley nieht zu einer Polrttf dxs Schreckens oder der Unter- drückung drängen, aber kr wünsche driUgsnd, daß das Gases und die Ordnung aufrechterhalten werde. _ _ _ _ John Morley ging auf die jüngsten Grenzexyedrttonen em und er-

überlegte- Feldzug9plan gegln die

samkeit außgefübtt worden. Die

afghanifche

!io en. Es sei rk ti , da n gewes ck 9 ß seien; Qbék der EM:

diesen Expeditionen mit Verrvendet worden ätte sein Bestes getan, hauptsächlich

dies freundslbafilicbe Verhältnis zur Regierung sei während des Be- suches des Emirs in Indien im le ten Jahre befestigt w-Zrden. Morley fuhr fort, er mißbillige die emerkungen Carzons bezuglkcb der Zustimmung des Emirs zum enalischchusfischen Vertrage. Curzon babe keine Ueberlegung bezüglich _der_ bei_klen Verbaudlungen gezeigt, die nicht nur die Verbaltmffe . tm Osten, sondern auch eine Reibe von europäischen Dingen _betraxen, die mit den indischen Unruhen im Zusammenbana standen. Er, Redner, babe nicht genug den männli ut bewundern k_önnen, mit fem der Vizekönig auf einer Reform bestanden habe. Dre Ne- ierung habe keine Wahl, fie c auf dem Wege der Reform be-

rren. Niemand könne eine Kn 5. durch die die Regierung jetzt exwungen wäre, die Reformen bkntanzuftellen, ernsier nehmen als er. 33er Redner erklärte, die Regierung wo!]: dre Resultate der Unter- suchung abwarten und dann auf _ dre administratimn Reformen gründen, die aan Klaffen der indtschen _Bevölkerung d_ie Gelegenheit geben sollten, ihre ei enen Angelegenbetien bés zu einem gewiffen Grade selbst wahrzune men. _ _

Nach weiterer Debatte, m der aÜe Redner ddr HayunJ Mr_rHMs ihre Billigung aussprachen, wurde der Gegenftan vera1en.

_Jn der gestrigen Sisupg des Un_terhauses wurde der Staatssekretär des_Au-3wärt1gen Amts uber die Unruhen in Teheran interpeütert.

In Beantwortung der Anfrage berichtete Sir Edward Grey, daß einige PUsonen in der britifÖen Gesandxschaft Zuflucht gesucht hätten, und brachte damit die Tatsache zusammen, daß der Schah in der Nähe der Gesandtschaft Truppen aufgestellt habe, ein unpaffendss Vorgebsn, gegen das die britische Regierung roteft erhoben b:be, und aus dem ein Briefvoecbsel mit der per sche_n Régisruug hervor- gegangen sei, da man die lüchtlinge obne btndende (Garantien für ihr leibliches Wohl nicht ck selbst überlaffen könne. Aus den Provinzen lägen Nachrichten über Unruhen wor, jedoch stimmten alle darin überein, daß für die Fremden keine Gefahr bestehe. _ Der Abg. Dillon fragte an, ob die Regierung das Wort des Schabs als Bürgschaft annehmen werde, worauf der Skaatssekretär Grey erwidern. daß Erwägungen darüber schweben, welch: Garantien zu

fordern seien, Frankreich.

gestrigen Ministerrat ließ der Minister der öffent- T. B.“ zufolge, den Entwurf eines Geseßes unterzei nen, durc_h das dsr Betrieb des Weftbahnneßes nach einer Verstaatlichung geregelt und die durch die Verstaatlichung erforderlich gewordenen finanziellen Maßnahmen getroffen werden.

eftri ' s

derg gen nichtöffentlichen Abendtßun verhandelte dre Kichsduma über zwei Vorlagen des KregSministers, betreffend dte Bewilligung von Mittel:? zur Vervoll- ständigung de_r Vorräte ynd Matertalien und zum Bau der fur dtesen Zweck notigen _Gebäude_und dann zur Er_xprxchung strategtsck) er Wege tm westltchen Grenz: ge te e.

Der Referent Graf Bob kinsky (gemäßigte Rechte) jeilte, laut Bericht des „W. T. B.“, mit, daß man bei der Vereinigten Beratung der Budget- und der Landeswerteidigungskommisfion zu dsm Beschluffe gekommen sei, daß die Bewilligung der geforderten Kredite dringend notwendig sei, und daß der Vom Kriegßminifter bezeichnete Termin für diese Außgaben der äußerste sei, wenn man nicht rißkieren wolle, daß die rusßjche Armee im Fasle einer Mobilisatkon ungenügend mit allem Nojwendigxn versehen sei. Der Referent teilte ferner mit, daß fast alles für die Armee Notwendige in Rußland ange- fertigt werde und nur ein unbedeutender Teil im Auslande. Die Beratung babe sicb nicht auf den Rahmen der konkreten Vorschläge ?ck KriegSministers beschränken können, sondern habe die ganze Zeit uber die Gesamtheit der M;ßregeln im Auqe gehabt, die zur Wiednbetstellung dec militärkxchen Machtstellung des Reichs auf diejenige Höhe nötig sei, Welche die gegenwärtige Kriegsrecbnik

und Rußlands e als Großmacht erbeisÖten. Die Aus- gaben, _die das Kr egßreffort gegenwärtig nachsuche, erschöpften nicht die materieUen Opfer, die Naßland zur vollkommenen

Erfüllung [einer Pflicht dem Vaterlande Unantastbarkeitdex (Grenzen zu erfüslen babe. Zum S luffe sagte der Referent:_.Wtr würden unsere Pflicht vor dem Kaiser und dem Vatexlande n!cht_erfüllen, wenn wir nichx die Hoffnung aussvrächen, daß emeei-Zbeirlicbe Regierung dem Kaner K_ber die Schwierigkeiten de_riebten wurde, _kie sicb aus den Meinur gSVercbie'k-enbeiten im Kriegs- mtnisxxrium ergaben.“ _ Der K r i g s m in isfer erwkkerte, daß die Auögaben _deß Kriesßrefforts, sogar dée außerordent- lichen, tie aegentyarttg nachgesucht würden, nicht übergroß erscbxeren lm Vtrgletcb zu_ den Außgabegj des Krieges, den Rußland zu fuhren gehabt habe. Das Auögaben reien nichts im Ver leiche zu den matericüen und moralischen Verlusten, die Rußland in olge Un- vorbereitetseins e_tlitten habe. Ein: Verringerung der Armee sei nvar wünschenstrert, jedycb erst mit der Zeit möglich. Man müffe für die Armee die notwendtaen Lebrkörpxr schaffen und ein dauerndes Kon- ting-nt von Unteroffizieren beranbilden, nur dann könne man an Ein-

schränkungen denken. für die erste Vorlage 92 MiUionen

Das Haus bewilligte Nbel und für die zwe1te Vorlage 48 000 Rubel. Italien.

Jn_der geftrtgen Sjßung der Deputiertenkammer wurde uber den Gesesentwurf, betreffend den jährlichen RekrutierungSplan, beraten.

Der Ministerpräfident Giolktti bob, laut Bericht des „W. T.

e, e-

aesenüber bin cht11ch der

Y.“,chervor, daß dieser _Plan ei_n durchaus begrenztes Zkel verfol namlich das, dte Rekrutterxtrg tm laufenden Jahre gemäß den stehenden Geseyeq durchzufubten. _Ein Freund der Regierung könne nicht darein ivlutgen, daß man, wre die Minderheit der Kommission dorsck-Tagk, gelegentlich der Bexatunqen ßber die jährlicheRekrutierung die Frage der zweijährigen Dxcnstzett fur Freiwisliae berate, die eine tiefgreifende Umänverung tn _dxk ganzen Organisatkcn der Armee mit ßch blinge. Der _thsterrräsident bemerkte bei diesem Anlaß, daß die Kommission, dre vom Bureau zur Ptüfung des vor- ie enden Geseßxntwurfs ernannt woxde_n sei, nicht dieAuf„ak-e gehabt

e, |ck mit dieser Frage zu beschafttgen. Df: Kammkr könne zur Leit diese Mag: nicht lösez, obne zug_leich ibr Mißxrauen IMM die Jrmeeuntersucbungßkommisjwn auSzudrucken, dje über dissen wichtigen Punkt noch nicht enkschieken babe; Dkk Minth-xrvräfioent f-Fxloß mlt der Erklärung, daß er aus dkxxxn Grßnden formell den Vorantrag gegkn die Vorschläge der Kon-mUm-nStmnON-beit stelle.

“""- H krtär “ür dikn 7 -- - - - Dkk Staats? : t J" - ker Kammer Maxcora den Dank fur seine GSTÖÜUYÄUÖWUA aus,

klärte, fie seien mit außxrordentl'ukem militärischen Geschick und Wirk- WOM er ""T“ lebhaftem kafKÜ betonte, daß “' JCMß

Regierung baldige durchaus keiner . Politik der Annektion oder einer dauernden Besesung des Stamnz- . seiner EWWUUUI ÖM)!"- gebkets, und dies sei das Wahre Geheimnis des Erfolges der Expekt- _ Banden bei ! -' König. in der leßten “Periode dsr . obmandSexpeditlon, um in freundschaftlichem Exist: vorzugehen, und '

Die Abgg. Badoloni, Pistoia_ und (_Huicciardini sprachen gegen den Vorantraa, der schließlich m namentlicher Abstimmung mit 160 gegen 67 Stimmen angenommen wurde. In gehsimer Abstimmung nahm das Haus _mit 165 gegen 41 Stimmen die Vorlage, betreffend dea ]ährlichen Rekru- tierungSplan, an.

Der Ministervrästdent Giolitti sprach sodann dem Präsidenten

781, im Namen des ganzen Hauses zu sprechen.__ Der Präsident Marcora bob in _ daß die Kammer in der abgelaufenen Legtslaturperiode ein Arbeitspensum erledi t hahe, pas doppelt so groß sei als das der vergangenen. (Fr schloZ unt emem Hoch auf den

Hierauf vertagte fich das Haus auf unbestimmte Zeit.

Tchwäck Die Anxwortnote Dentschlands auf die Note des BundesYats ubex_ das Schiedögericht in der Frage der Mehletnfuhr M, „W. T. B.“ zufolge, gestern in Bern ein- FtroffZn _und wxrd von der bundeSrätlichen Delegation in eberemft1mm_ung mit Sachverständigen zur Festseßung der Antwort gepruft wsrden.

- Norwegen.

_ Jm Storthtng interpellierte gestern der Rektor Gun: de1en den StaatSmmifter Knudsen wegen der Rede, die er s. Z. an Bord des englischen Admiralschiffes „King Ehward 711.“ bLL dem von dem Admiral Bereffon ge ebenen Dmer gehalt_en hat. Er habe darin auSgesprochen, da Nor- wegen fich tm Falle von Verwicklungen auf das englische Volk verlaffen wurde.

Nach dem Bericht des „W. T. B.“ antuwrtete der Staats- minister Knudsen, er babe damit nur ausdrücken onen, wie Nor- wegen stch bei einem möglichen zukünftigen Konftikx stellen werde. Wenn die Flotte eines der Staaten, die den Jntegritatstraktat unter- zeichnet haben, Norrmgen einen Besuch abstatte, und er für diesen Besuch danken sol1e, so sei es natürlich, daß er dabei ausspreche, daß Norwegen im Falle eines Konflikts fiel; auf das betreffende Land ver- laffe. Er habe damit nicht sagen onen, daß Norwegen fich mehr auf England verlaffen one, als auf einen der übrigen Unter- zeichner des Integritätstraktats. Er würde in derselben Weise ge- svrochen haben, wenn die deutsche oder.die russische oder die französische Flotte Notwe en besucht hätte. _ Gundesxn erkjärte sicb dureh die Antwort des Staatöministets befriedigt und ]prach die Hoffnung aus, daß der Vor ang zur Folge haben werde, daß kein nqrmgischer Staatémann ck in Zakunft über die auswärtigen politijckpen Ver- bälZniése auIlaffe, ohne vorher feine AuSdrücke genau überlegt zu a en.

Amerika.

Der argentinische Minister des Aeußern hat, wie das „W. T. B.“ meldet, die argentinische Gesandtschaft in London um Auskunft über die angebliche Abstcht En lands ersucht, die weiter als drei Seemeilen von der Küste ent ernten Gewässer des Rio de la Plata zu einsm Wars ]jbsrum zu erklären.! *

Asien.

Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen- agentur“ aus Täbris haben dieo Türken das armenische Kloster Derik befeßt, das so gelegen ist, daß es die Stadt Salnxas beherrscht. Sextvorgestern abend treffenReiter desKhans Rachun ein. Da sie fteUemveise auf Widerstand stießen, kam es _zu Ausschreitungen, an denen fick) auch der Pöbel be; tei_l1gte. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist gewachsen. Dre Gegner der Revolutionäre find auf den von dem tuffi: schen Konsul vorgeschlagenen Waffenstillstand nicht eingegangen. Dte Basare und Karawansereien werden geplündert. In den gefährdeten Stadtteilen werden die Häuser geräumt.

Afrika.

Wie das „W. T. B.“ meldet, ist in der Moschee zu Tetuan ein Brtef Mula Hafids verlesen worden, in dem er der Stadt_ für die ahl zum Sultan seinen Dank ausspricht _unp dle EntsenduZZ0 einer Deputation nach Fes verlangt, dreetn Geschenk von ' 000Pesetas überbringen soll.

Nachrichten aus Tafilet besa en, daß sich in Tizimi, Ondaguq und Tulal__ feindliche Laufen zusammeygeschart haben, dre im Begriff jmd, egen die franzöfischen Posten vor- zurücken und Ye marokkanisZen Grenzftämme an dem Handel mit den franzonschen Märkten zu hindern. Es sind Maßregeln getroffen, um Angriffen entgegeantreten.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der ReichStagSersaßwahl für den Wahlkreis Kolmar-Czarnikau_* ilehns find, „W.T.B.“zufol?e, für Ritter ?kons.) 9594 timmmx, für Lebinski (Po e) 6528, für Ho fmann (Refpt) 3650, für Altmann (najlib) 2456 und ffzr Schulz (Soz.) 1003 Stimmen abgegeben ryorde_n,_ Zerjplittert find 17 und Ungültig 11 Stimmen. Es irt muhm Stichwahl zwischen Ritter und Levinski erforderlich.

Nr.51 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, beraus- éze eben im Ministerium _der öffenxlicben Arbeiten, vom 27. Jyni bat ogenden Inhalt: Amjlxches: D:enstnachrichten. _ Nichtamtliches: _Die Pfarrkirche von RankweKl in Vorarlberg. _ Zum Brückenbau tn Rußland. _ Aufstellung einer eisernen Kanalbrücke durch Aus- tragung, _ Vermischtes: Karl Schäfers Bildnis. _ Baukosten der Hochbauterx in Preußen. _ Wettbewerb flxx den Neubau von Wohn- bausern fur den Spar- und Bauverein fur Eisenbahnbedienftete in Stendal. _ 3937 Frage der Knickfestigkeit zusammengeseßter Stäbe. _ Veemittlungöftelle zwischen Entwerfenden und Ausführenden im Kunstgewerbe.

Statiftik jmd Volkskoirtsthafe.

Zur Arbeiterbewegung.

Eine Versammlung der Berliner Gemeindearbeiter nahm am Montag _Steüung gegen die seitens des Magistrats erfolgte Ab- lehnung der un Avril eingereichten neuen Lobyforderungen der städti- schen_ Arbeiter. Einstimmig wurde, der „Voss. Zt .' zufolge, eine Erklaxunq angenommxn, die den städttsckykn Körpechbaften überreicht werden soll und iy rer angefübrt wird, dsr Magistrat und die Stadtwerordnetenvermmmlung haben die Berechtigung der Forderung daya'rch qncrkßnnt, daf; fie ken städtischen Beamten mit Rücksicht aus US :mmer scbwéeriger Werdenden Existenzbedingungen Gehalts- aufbefferurßen zugebiaigt haben. Déess Gründe träfen auch für die

Arbeiter zu. Weiser beißt es in der Erklärung: ,Die Versammeltea erheben ferner Einsprych _gegen die Art, wie die Stadtverordneten- versammlung die oben erwahnte Emgabe d'ér Arbtiter abgetan hat, denn weder eine Nackprüfung der Anträge rwch eérxe Anwort ift er- folgt. Sie erblicken darm eine Nichtachtung, gegen die fie fick; ent- schieden Webrepk

Zwischen der Firma Brinkbaus zu Wgrendorf und ihren Arbxitern waren, wie der „Köln. Ztg.“ aus Mümtsr gemeldet wird, Lohn. streitigkeiten aus;:ebrqcben; da sich eine Einigung nicht herbeiéübren ließ, haben. eixsm xxüber gefaßten BesHlUffs gemäß, sämtlich: Mit- gliederdesVerbandes_münsterländircber Textilindustrieller allen organisierten Arbetterxx zum 11. Juli gekündigt. Die Aus- sperrung erstreckt fich auf dxe Orte: Warendorf, Sassenberg, Greven,

. Nordwalde“, Borghorst, Emsdetten, Mesum, NeumkirÖen, Ibbenbüren,

und Dülmen. Etwa die Hälfte aller Arbxiker, egen 3500, wird davon betroffen. In Edeetten allein ist 1250 'Zrbeitern gekündigt worden. In Ibbenbüren Wurde bei den beiden Firmen Sweering und Többen 200 Arbeitern gekündigt.

Wie dem „W. T.„B.“ aus Parma gemeldet wN, schnitt? die Ernte unter behördlicher Bewachung schnell fort und kfk zur Zeit fast vollendet. Infolge des Abfalls vieler zur Organisation ebörigen Bauern entxchied die Arbeitskammer, daß age freien Landarßeim die Arbeit wieder aufnehmen können. Jnfolgedenen glaubt man, daß dk „488an74055 33710016 die Aussperrung für beendigt erklären wird. Der Streik, der am 1. Mai begann, ist tatsächlich zu Ende.

Land- und Forfttvirtsehaft.

Saatenstand in Kurland.

Der Kaiserliche Konsul in Liban _berichtet unterm 25. Juni d. J.: Die Roggenfelder Weisen zwar Fehlstellen auf, doch haben die der- bliebenen Pflanzen fich gut entwickelt. Weizen und Sommer- getreide fteben gut.

Augenblicklich i_ft somit der Stand aller “Saaten ein befriedigender. __ Wenn ni_cht wahrend der Heuseit ungünstiges Wetter eéntritt, durfte auch_ etn_e genügende Futterernte zu erwarten sein.

Obgletcb emige Gewitterregen nkedergeganßm sind, wären weitere außgiebige Niederschlage sebr wtllkommen.

Gesundheitstvesen, Tierkrankheiteu und Absperrungs- maßregelu.

In der zur Zeit in DreSden tagexdsn 49.Hauptversammlun des Vereins Deutscher Ingenieure hielt der Gebeime Hofrat, Profess? Dr. Hem_vel einen Vortrag über die TrinkwasserVersorgung der Stadte Vo_m chemisch_en Standpunkt. Er führte etva aus: Einer der aus xan tagtägltcb wixkenden Faktoren ist-das Wasser, das wir trinken. Pre Erkenntnis von der Bedeutung einer guten Wafferversorgung fur Stadt und Land ist seit Pettmkofer wieder von neuem ganz allgemein durchzedrungenx an Stelle Don Tausenden vo- Wlecbten, verschmußten Brunnxn find allerortkn großartige

affxranungSaNlagen getrexen, infolgedcffen fich die sanitären Verbaltmff; an sehr vielen Orten in glück1ichster Weise verbessert haben. Be_t der Wahl des_Waffers, wexches man für eine Stadt für das beste halt, ist augenbltcklickz in erster Linie der bakteriologische Befund entschei_dend. Das Waner, das die wenigsten Keime enthält, galt als das beste. Wenn es die Verhältnisse zulassen, fucht man ein möglichst_weiches Waffer_ zu erlangen, da dieses für den Betrieb der Dampftenel die wenigsten _ Schwierigkeiten bereitet. Man vergißt ganz, daß de_n 1131 Waffer enthaltenen Salzen ck_ne große Bedeutung fur dte menschliche und tierische Er- nahrunß zukommt. In der _bygienischen und medizinischen Wissen chaft bildet d_ke Bakteriologte heute den Wegweiser, nach dem

ck der Ideengang nchféé. Eine Reihe yon altberübmten Heilquellen, wie Karlsbad, Ktsfingen, Elster usw., werden noch beute in ftei enden: Maße Von den Menschen hesucht. Daran, daß dieselben chemschen Eigen- schaften, dks dtese Hethuellen babxn, allerdings in vermindertem Maße, auch andere O_ueüen beskßen, dre an Tausenden Von Orten fiie en, denkt man _nkcbt, man isl geneigt, in dem gewöhnlichen Wa er, das mcm m_1 Hause benust, nur die Verbindung 3,0 zu sehen und_ Y_te anderen Bestandteile für ganz unwesentlich zu halten. L?sbtgs genialemZ Forscherblkck verdanken wir die Er- kenntnxs, daß zum Gedetben der Pflanzen die anor anifcbeu Salze tn erster Linie mczßgebend sind. Die ganzeminercüische Öün uns findet hierin ihre Begrundung. Eingebendfte Versuche vieler Fors9 , von denen sebr bedeutungßvolle_seinerzeit yon Nobbe in Tharandt ge- mgcht worden find, haben erwnsen, daß die Pflanzen nicht mehr ge- derben, wenn fie au_ch nur an einem Stoffe, den ske brauchen, Mangel leiden. Bei den Tteren und Menschen ist es natürlich genau ebenso. Diese Lebte Liebigs ist heute für die; Pflanzen al] emekn anerkannt. Bei der Ernahrxxng der Menschen tröstet man fich ingegen mit dem Gedanken, daß ja die NabrungSmittel, die genossen werden, an sich einen Ueberfiuß an allen_ anorganischen Salzrn haben, sodaß eine weitere Zufuhr nicht mehr nötxg sei.

Auögebend Von diesen Ideen, ist der Redner auf den Gedanken gekommen, ob man nicht das Wachstum eines Knaben dadurch fördern könnte, daß man ibm__ viel kalk- und salzreicberes Wasser zu trinken ebe, als unsere Waverleitung liefert. Zu diesem Zweck wurde das

affer des Artefischen Brunnens in Dresden als Grundlage ge- nqmmen und diesem im Laboratorium der T€chni“chen Hochschule die erforderlichen Salze zagefest. Der Erfolg at die gehegten Er_wartunßen bei Weitem_ übertroffen. Dr. med. C. Röse hat in- zwtschen ene Anzahl höchst interessanter Arbeiten Veröffentlicht über den Zusa_m_menbang O_on Wgserbeschaffenbeit mit der Zabntxrderbuis und Milttartauglicbkxtt. Roje zeigt an einem sehr großen Material. daß in Gegenden mlt hartem Waser der Prozentsas der Militär- tauglicben und der Menschen mit guten Zähnen größer ist als in Gegenden, ivo kveiches Waffcr getrunken wird.

Wenn Röse den Schluß zieht, daß der K_alkgebalt die Ursache für die beffere Zabnbeschaffenbeit der Menjcben ist, so gibt es zu denkt!, daß er auch selbst angibt, _daß in Gegenden mit reinem et mitunter weniger gut entwtckelke Zähne gefandcn wxrden. Nach Eifels- berg ko_mmt rer Krny vorzqueife in tiefeingescbnittenen Hod

ebirgstalern Vor, die tbrer geologi7chen Formation nach nur weiches

ffer haben. Sei_t Nömerzeiten [test die BeobaÖtunq vor, daß in vielen Hockmebirgötalsrn underbälkniömäßig viele Idioten getroffen werden. Maxx hat _dies zum Te'xl Von jeder mit der Beschaffenheit des Waffers m ursZch1ichm Zujammenban gebracht, was freilich wieder Von anderer Seite bestritten worden Ft.

_ Jm höchsten Grade merkwürdig ist, daß sich im menschlichen Korper an emigen Stelle;: Stoffe_finden, deren Existenz man in den Nabrun Emitteln durch_dte AnalWe nicht bat nachweisen können. So findet _in der Scbtlddrüse Jod, die Zähne und Knochen haben Fluor. 1th man _aber die Literatur durch, so wird man in den vorhandenen Lebrbuehetn in den Angaben über Analysen der_ NabrungSmittel nirgends Jod finden; erst in neuester

kit ist man imstande ew_esen, das Fluor nachzuweisen.

s ist unzweifelhaft, das; der tterirche Körper Stoffe koazentriert, die in der Nahrung der Tiere n_ur in ganz geringen Mengen vorhanden find. Man muß daraus 1chließen, daß das Vorhandensein dieser Stoffe fur die Gesundheit der Tiere von außerordentlicber Wichtigkeit ist. Verwendet man zum Trinken und Kochen für die Ernährung nur Waffer, da_s ganz kurze Zeit mit dem Erdboden in Berührung war, so werden ahnlicheVerbältniffe entstebsn, wie sie in tiefeingescbnittenen Hochaebirqßtalern herrschen.

Jm Ho_chgebirge Verdichtet fich an den kalten Ber svißen, die zum Teil mit Eis und Schnee bedeckt find, beständig Wa er, das dann in starkem Strom in wknigen Tagen oder Stunden in die Täler gelangt und natürlich nicht Zeit gehabt hat, aus den Gesteinen Salle anfin- nebmen. Die Waffer find meist außerordentlich WÜÖ- Bek einer modkrnen Wasserleitung werden an den Stellen, wo die umpwerke sieben. bäUfig Zam ähnliche Vekbältniffe erzeugt, wie im ochgebkrge. Das Waffer i Oberfiäcbenwaffer, was so schnell weggepumpt wird, daß 68 |ck nicht mit Salzen sättigen kann.