1908 / 199 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Aug 1908 18:00:01 GMT) scan diff

Bekanntmachung.

Durch E..tschließung des Königlich württembergischen Ministeriums des'Jnnern vom Heutigen Tage ist der Firma „erttsmbergiWe Nebenbahnen, Aktiengesellschaft zu Stu'ttgart“ gemäß § 795 des B. (H.:B. die staatliche Genehmigung erteilt worden, viereinhalbprozentige Schuld- verschre_rbungen auf den Inhaber im Gesamtpennwert von 4 Millionen Mark, und zwar 3500 Stück Über 12 1000 «16 _ bezeichnet mit Lit. 14 _ 1000 Stück über je 500 36 _ be-

zeichwet mit Lit. 13 _ in den Verkehr zu bringen. Stgttgart, den 21. August 1908. Komglick) württembergisches Ministerium des Innern. Für den Staatsminister: von Haag.

Die von heuie ab zur Ausgabe gelangende Nummer 48

des ReichSgcseßblatts einhält unter

Nr. 3522" die Verordnung, betreffend die Abänderung der Verordnung uber das Verfahren und den Geschäftsgang des vom

Kaiserlichen AufsichtSamts für 15. August 1908. Berlin 97, den 24. August 1908. Kaiserliches PostzeitungSamt. Krüeu

Privatversick) erung ,

Königreich Preußen.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

,Die Obbrförsterstelle Reußwalde im Regierun s- beztrk AUensjcm ist zum 1. Oktober 1908 zu beseßen. e- werbmigen müssch bis zum 5. Septembsr eingeben.

Die, Oberforsterstelle Drage im Regierungsbezirk SchleSrvtg ist zum 1. Oktober 1908 u beseßcn; Bewerbungen mussen bis zum 1, September cingr en.

Bekanntmachung.

Das Reineinkommen der Jlmebabn ist fiir das Etats- , , * Fu warten, damit Abdul Asrs

jahr 1907 auf 22 491 .16 festgeseßi worden. Bei der Rhens: Dclk)1mel'tlhtal- Eisenbabn ist ein Ueberschufz für 1907 m er ic . Caésel, den 21. "August 1908. Der Konigliche Eisenbahnkommissar. Martini.

Angekommen:

. Seine Exzellenz dcr Stagtsminister und Minister der geist- lichen,UUlnteZ'richts: und Medtzmalangelegenbeiten Dr. Holle, vom !* au .

Yichtamtliche§.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlira, 24. August.

Seine Majestät der Kaiser und König börtrn am Sonnabend, „W. T. B.“ zufolgc», im Schloß Wilhelmshöhe die Vorträge des Kricgsministers, Generals der Kavallerie von Einem und des Chefs des Militärkabinetts, Generals der Jnfantcric Grafen von HÜlsem:Haeseler.

Der Kaiserlich Und Königlich österrcichisch:ungarische Bot: :*. verlassen. -'

schafter von Szbgwénw-Marick) Hat Berlin

Niederlande.

Die? Regierung Hat die Antwort auf das Schreiben des Ministers „des Aeußern in Caracas, in de'm die Zustellung der Passe an den niederländischen Gcsandten mit-

geteilt worden war, abgeschickt. Die Regierung Hält es, „W. T. B.“ zgfolgx, bei dem augenblicklichen Stande der Ver- handlunqen fur mcht angebracht, den Text dxr Antwort zu

;

veröffentlichen.

Serbien.

Da? Bautenministerium__übernahm Universitätsprofessor Sami chrisch. das HgtideLSMim/ierium der frühere Bürgermeister vqn elgrgd Glawmttsck) und das Justizministerium Timotije- Witsch._ Dix? neuen Minister, begaben sich am Sonriabend zur Eidesletstung nach Sakobama.

Amerika.

Der peruanische Kongreß proklamierje, wie der „Köln. tg.“ _gemeldet Wird, mit allen gegen zwei Stimmen Augusto egma zum Präsidenten der Republik Peru.

Afrika.

Aus Tanger lief am Sonnabend die in wis en be.1aubi te Nachricht eiii, daß die Vorhat dkr Mabzallach des gSultaéis Abdul Asis von Mulat) Hafid füanlzig Meilen öon Marrakesch entfernt ges chlagen sei. us zuverlässiger Quelle wurde ferner berichtxt, daß nach dieser Niederla e die gancZe Maba'lla Abdul _Asrs', durch eine hafidische treit- xna tangegrrffen und ganzlich geschlagen wurde. Sie sei m _großkr Unordnung geftoben. Es wird gemeldet, die Artiilerre'dcs Sultans Abdul Afis habe versagt infolge einer Yamk, die das Bersten von, Gefcbüßen Hervorgerufen habe.

er geschlagene Sultan hat sich nach Settat begeben und soll beabsrcbtigen, nach Casablanca zu gehe".

Ein weiteres Telegramm dsr „Agence Havas“ aus Tatiger

!

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Zschäftsträger PadiiTa wohnte der Unterredung der Dele-

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Z rechterhaltung der Ordnung.

. kehrten Guebbas und Menebi in die Moschee zurück, wo die

Während seiner Abmcsenhrit fiihrt dor BotschaftsIrat Freiherr -

von Flotow die Geschäfte der Botschaft.

(Fas-se'l, den23.August, Seine Majestät der Kaiser und Konig vollzog brut? vormittag, von Wilhelmshöhe

, vember 1905 eine neu:, am 1. April 1908 in Krafi Jctretene Ver-

kommcnd, im bissigen Refidcnzpalais die Nagelung von _ncrren :

Fahnen, die fiir Rrgimcnter der fiir das diesjährige Kaiser-

, erlassen, die folgende Bsstimmnmgen rnxbäit:

manöber in Bctracht kommcnden Armeekorps, des )(7. und '

2491, brstimmt sind.

Rußland.

Nach einer“ Meldung dsr ggexitiir“ Hat der Admiralitätsrat, dem die Projekte des 1taliemsch€n Obersten Cuniberti und der Hamburger Firma Blohm und Voß fiir den Bau der neuen Panzsrschiffe zur Yerathg vorlagen, fick) in einsr Sißung, in der nur die techm/che Exits dsr Frage berateii wurdc, fiir das Projekt der deutschM Firma ent/cbieden. Dis projektierten Panzerschiffe [011211 xing Tragfähigkeit von 20000 t., 2114; Knoten Ge: chwmdigkeit, anfzrr drr _mittlcren und kleineren Bestückung 50111119 (H.schÜßc www 800 Marni Bciaßung erhalten.

zwölf Di? 1

Z Bestimmungen. - Lösung eiwes.2 J:“gdécbkins, ?bweit nicht die nachfolgenden Paradrapben ; anderweitc Beiximmungen enthalten. _ § 2. - und Fangen bon Gorans umd anderen TLCTM, bei denen für Erhaltung

„St. Pctcrsburger Telegraphcn- ,' - und Flußpierde ' kér :|stimmtnen'(Hebietsteilcn zeitweilig bxrbirtsn. , nach1raglich dir“ (Genebmigung des debcrneurs einzuboirn. _ § 3. _ Bezyglich dkr (Elefantkn, Flußpferd-é, Nxsbörncr, Giraffen, Büffel, , 2111111011811 und (Gaxrlien ist Nrboten: a. die Jagd, das bbrsäßlickpe : Erleger] und Fangen Von nie!): auSgewncb/"enen Tieren. ; gewach1e11 geltenßikfanten, bei wclchen ein normal außgebildeter - Ytloßxabn kdin geringerrs (Gewicht a]sT2 kg bs-sißt; b) die Jagd, das „Panzerschiff? sollen arif 31. Petersburger Werften mit "JM un Fangen von MONO" M"" rufst chem Material Und von kilssL/chén Arbeitern gebant wrrden. '

In 5211 nenn Monaten bis zum 1. Juli (1. St. ver: *

kaiiftc di? Bxauernargrarbank (i_n Vausrn 4886 verpfändete Guter mit einem Areal von inSJL/amt 5451775 Drsxätinen

Ür 561/2 Millionen Rubél. Bis Um 1. Juni erklärten in 40 Gonvernemdnis dcs curspäischen ? Fußlands 570 756 Bauern: wirke dem Minister dcs Innern ihre Absicht, vom Gemeinde- briiß zum Einzelgrundbcsis Übrrzugehcn.

Spanien. „Dcr „Kön ig Aist) ns ist, „W. T. B.“ zufolge, nach Paris gereist, von wo cr 11ch nach England bcgcbcn wird.

Portugal.

In_ der 'Sißxzng der Pqirskamzner am Sonnabend wurde die Vorrage uber die Zivilltsre Mit 60 gegen 3 Stimmen angrnommen.

; Vernichtung ganzer Rudel berbeizufübdn; insbesondere obne ausdrück-

xür Über 596 Miijionen Rabel, fcrner 571034 Tesjätinen 5 "ck“ Genengung des Gouverneurs M AUSÜÖMJ der Jagd durcb

: Cinkreisen (E*nfenzen, Einbrennen), das Fangen in großen Nesen und

vom grsirigen Teige besagt: Unter dem Drängen der“ Tanger benachbarten Stamme, welche die Stadt bedrohten, wenn Mulay Haftdmcht _zum Sultan aUSJerufen würde, versamme'lteri sich die marokkanischen Notabeln von Tan er n) der Moschee, um über dcn Wortlaut einer Pro lamatiqn zu beraten. „El Menebi, der Vertreter Mularx Hafids, dem bereits die Gsschäfte des Ministers des Auswartigcn anvertraut worden waren, bat auf Anraten der englischen Gesandtschaft, mit der Proklamation einige Tage ' . eit habe, dem Throne zu ent- a en., Die marokkanischen urdenträger wünschen jedoch, da die sofortige Pqulamation erfolge. Man kam darin Libßrem, daß El Mencbt und El Guebbas sich zu dem fran- (")/ischen Gesandten Regnault begeben und die Genehmigung Fur die sofortige „Froklamation Mulm) .Hafids nachsucben oilen. Regnault u erbrachte sogleich diesen Wunsch ailen fruheren Beamten AbdulAsis'.

In) Verlaufe der Versammlung in der Moschrr kam man ferner uberem, erste:1s„Versuchen, Unruhe zu stiftcn, entgegen- zutretcn, zweitens, keine Repressalien gegen drn früheren Gegner apzawenden,_ und drittens, den Beamten des Sultans ihre Funktionen zu lassen. Der spanische (He- Yerten mit dem französischen Gesandten Regnault bei.

ieser dankte den Dekgrßxtx,n_ für ihr Vorgehen, erklärte, daß er steh mcht „Einwischen könne in dynastische Fragen bezuglich der mneren Politik des Landes, und nahm Kemitms' von „den Versicherungen der Delegierten, betreffend die Sicherheit der fremden Kolonien und der Auf- _ Der spanische Geschäftsträger dankte girichfails den Delegierten und schloß sick) vollständi drr Erklarung Regnaults an. Nach der ZUsammenkunt

Prokla matibn unte; enibufiastiscbem Zuruf der Anwesenden stattfand. Die; Beborden m Tanger Haben die Proklamation 'von7Mular) and m_ alTen Hafenpläßen mitgrteilt und an die dortigen Be'borden die Aufforderrmg gerichtet, auch ihrerseits Malay Hafid zum Sultan zu proklamirren.

Koloniales.

Der-Kaiscrlicbe Goxtverneur des Schußgebiets Kamerun hat am 4. “.',-Farz d.J. 11nrkr Aufhebung der Verordnung des Gouverneurs, betreffend die Ausübung der Jagd 17111 (Elrfanten ur-d Flußpfetde, Vom 29. NOVWPÖUI 1892 und dir Verordnung des GbUb-xrnenrs, betrrffend das (ämkreisen "00:1 Elefanten, vom 25. Februar 1900-8 No-

ordnung, betreffeud die Jagd im Sebiiygebiet Kamerun,

4. Allgemeine. für Eurbbäer und Farbige gültige § 1. Zur Augubimg der Jagd bedarf L's der

Die Jagd, das (Friesen

der Art ein wissenschaftliÖes JUtkkLffS Vorliegt, kann Vom (Houderneur zeitweilig oder dauernd vrrboien wexdcn. Fernkr ist jede Art der Jagd Verboten in_ den GcbistNeiien, Welck)? vom Goueriwar (113 „Schon- gebiet“ erklart worden sind oder nccb rrk1ärt werden. Für Elefanten können die Lokalbebörden, soferx. die Gefahr dieser Tierarten vorliegt, die Jagd in be-

AuHrdtturg Zn solcbxn Fällen ist

Als nicht aus-

Ausnabmen zu § 2 und 3 kann der (Gonderiieuz: axstaitxn, wsr-n cs fich um Fang oder Er- [egung zu wiffenicbastiiibcn Zwecken, zur Zähmung od.": um Verbütung bon Wiidséxdden bandcit. _ § 4. Verboten ist die Ayxwendnng bon Vorrichtumgen und Milteln, die geeignet find, die

das Erlkgen von Wild unter Anrvendung bon Gift. Diese Be- stimmungen sirlten nicht für das Erikgen von Naubwild. - § 5. ' Der Jagdschein lautet auf den Namen des Inhabers, ist unüber- 1105151! und gilt aaf xi:- .DE-"UU des Kalenderjahres, für wslcbes er axzßxiestellt ist. Im Fal]: erwiesenexi Mißbrauckos kann der Jagdschein wred:r entzogen werden. (Geselisäpafxcn oder Einzelversoxxen wird auf Antrag ein Jagdschein na_ch AuSgabe 13 auSgesteÜt, welcher die Gennnnten befugt, einsn farbigen Jager zum Zwecke der Fleisckobesorgung zu halten. _ § 6. Es werden drei Arten bon Jagdjcheinen auSgesteUt. Aus- gabe 11 kostet 100 „16 und gilt für ein Stück Wild folgender (Gattungen: Elefanten, Flußpferde, Nashörner, Giraffen oder Strauße.

nannten. AuSgabe () kostk 5000 35 und („xilt für ämili ' arten Die Bestimwuwgén der §§ 2 und 3 werdens du1chchedjTeLÉdr' „teilung eines Iagdscbeind nicht berüb1t. _ § 7. Die Jagdscheingebüb' ist s_ofort zu entrichten und berechtigt lediglich zur Pérsönlichexx Ausubung der Jasd. Dia; Ausübung der Jagd durcb Jäger, wkiche im Diensie_eines anderen iieberr, wird nur ganz außnabmsweise ge. sxaitet. ur jxden derartigen Jäger ist eine Gebühr von 3000,“ fur das abr zu entrichten. Die (Genehmigung wird durch den (Gouverneur erleilt. Die Bestimmungen über die (Einfuhr Von Schußwaffen und Munition in Kamerun werden hierdurch nicbt be- rubrt. _ § 8. Zur Aussieüung von Jagdfcheinen, Au§gabe 13, sind die Kaiserlichen Bezirksämter und Stationen befugt. Ja5d1cheine AuSgabe 14 und (1, werden nur vom Gouvernement aussesteUt. _“ § 9. Die Aussteüung ck_nes Jagdscheins ist zu versaßen Personen- 5. welche in den lebten funf Jahren wegen Vergebens gegen die Jagd; vxrordnung oder tas Eigentum bestraft worden sind, b. von denen eme unborsichtige Fubrung der Waffe oder eine Gefährdung der öffent. [ichen Sicherheit zu besorgen ist. Die Aussteüung eines Jagdschejns nach Formular () kann dermiigert werden. _ § 10. Der äger hat bei Ausubung der Jagd den Jagdschein stets bei sich zu führern Und auf Vexlangen vorzuzeigen. Zur Kontrolle find die weißen Beamten der Bezirks- und Forstverwaltung befugt. _ § 11. Werseinen Jagd. schein verliert und nachweisen kann, daß er einen solchen besessen bat bezahlt fur Ausstellung eines Duplikats 3,75. _ § 12. Von Bewirberé um einen Jagdschein, die nicht im Schuygebiet ibrcn dauerbden Wohn- siß haben, kann die Hinterlegung einer Sie!;erbcit bis zur Höhe von 1000 „M durch die_ ausstekiende Behörde gefordert werden. Diese Sicherbeit baftet fur etwa bxrwirkte Geldstrafrn nnd die Kosten des Strafberfabrens._ § 13. Das Töten und Fangen bon Raubtieren und Reptilien ist auch obne Jagdscbein erlaubt. _ § 14. Von der Er. legung eines Elefanxen, Flußpferdes, Nashorns, einer (Giraffe oder eines Straußes ist die zustandige Lokalbebörde unberzüglich zu benach- richtigen. _ § 15. „Gibt der Zagdberecbtigte die Verfolgung eines krank escboffeneri Wildes auf, so erlischt fein Aneignungsrecht an dem betre enden Stuck Wild. „Das Entsenden von bewaffneten Beauf- tragten zur Verfolgung iii nicht siaitbaft. _ § 16. Zum Schuye gefabrdeter Pflanzungen ist es den Besißcrn gestattet, innerhalb des (Gebiets der Pfsxnzungen Elefanten, _Flußpfxrde oder Nashörrier ab. schießen zu lassen. Zum Schutze gefabrdeter Faimen kann auf Antrag der Jntereffcnten die zustandige Lokalbebörde das Abschießen yon Elefanten, Flußpferden und Nashörnern verfügen. Die Lösung eines Jagdscheins ist m dén FäUen kes Absaßes 1 umd 2 nicht erforderlich. _ § 17. Das Abschießkn hat unter möglichster Schonung der 11119211 un der weiblichen Tiere und nur sorve'it zu geschehen, als der Zwe des Abschießens es erfordert. _ § 18. Werden nach 8a“; Absaß1 bon 11icht mit Jagdschein (AuSgabe ()) Versehenen Jagern Elefanten und Flußpfkrde m_legt, so ist eine Gebühr von je 20 v. H. des Wertes des erl-then Elfenbeins im Schußgebiet an den FiSkus zu zahlen. Die Zähne der nach § 16 Saß 2 Von nicht mit Jagdschein (AuSgabe 0) beriebenen Jägern erlegten Elefanten und Flußpferde fallin dem LandeSfikkuZ anheim.

13. Sonderbestimmunaen für Farbige. § 19. Den Ein- geborenen ist innerbalb ihres S?dngmgebiets die Ausübung drr Jagd, mit AuSnabme auf Elefanten, Flußpferde, Nashörner, (Giraffen und Strauße, obne Jagdschein gestattet. Im übrigen unterliegen fie gleichfalls den Bestimmungén' dieser Verordnung. _ § 20. Unter Jakxd im Sinn_e dieses Abschnittes ist nur die Jagd mit Feuerwaffen der tandkn. Die Jagd_mit Sperr. Pfeil und Bogen ist den Farbigen allgemeinxund obne Lö/ung eines Jagdscheins gestattet.

(3. Straf- und Schlußbestimmungen. § 21. Wer in den vom Gouverneur fesigfeseßten Schongebieien die? Jagd ausübt, wird wir einer _Geldstrafe bis zu 5000 «76, im FaÜe des Unvermögens mit emer gema §§ 28, 29 des Reichssirafgeieybucbs festzuseßenden (Ge- fängnisstra : bis zu drei Monaten bestraft. Im übrigen werden Zu- widerhandlungen gegen diese Verordnung, soweit sie nicht nach dem Reichsstrafgesetzbuäp strafbar sind, mit Geldstrafe bis zu 1000 ..“

bestraft, die für den Fall, daß sie nicht beizutreiben nd, nach Maßgabe der §§ 28, 29 des Reichsstrafgesev- uchs in Haftstrafe umzuwandeln sind. Grgen Farbige finden

die nach den bestehenden Verordnungen zulässigen Strafmittel Anwendung. Neben der verwirkten Strafe ist auf Einzieburg der zux'Jagd bcnußten Gewehre, asideren Iagdgeräte “sowie der unrecht- maßigen Iagdbeute und Hunde zu erkennen, obne Unjerschied, ob sie dem Verurteilten gehören oder nicht.

_Auf (_Grund des § 2 Saß 1 der Vorstehendrn Verordnung, be- treffend die Jagd im Schußgebiet Kamerun, hat der Kaiserliche Sonderyeur des Schußgebiets durch Bekanntmachung Vom 6. Mai d. I. die Jagd auf Gorillas sowiedas Exlxgen und Fangen von GonÜas bis auf weiteres Verboten. AuSnabmen können gemäß §3 Satz 2 der Jagdberordnung auf vorheriges Aniucben rurcb den Gouverneur gestattet werden, sofern es sich um den Fang oder die Erlegung zu wiffensckpaitlicben Zwecken handelt.

Nr. 34 der „Veröffentlikhungen des Kaisxrlichen G:- s11'ndbeixsaxits“ 13931119. August hat folgenden Inhalt: Gesund- bsttsxtand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zeitweilige Maßreqyln qegxm Pest. __D6991.ge.1e11Cbolerz;-- Gesetzgsbum usw. (Deutsches Reich.) Essi.saure. _ (Preußen.) chlackpwied- und Fleischbeschau. _ (Rega'Bez. PotSdam.) Drögl. _ (Bayern.) Drogensammlung. _ OrtsviebNrsicherun«swereine. _ (Baden.) Hilfspersonal im (Gesund- beitswesxn. _ (Bxaunßbiveig) Pocken. _ (Anhalt.) Impfung“. _ Oesterreich. Ntsderbfterreich.) Landesfindelanstajt. ---(Ungarn.) Doktor- dipiome ZF“ _ (“chwsik Kant. Bern.) Körnerkrankbcit. _ (Ver- 8111"th Staaien von Amerika.) Nahrungsmittel :c. _ (Canada.) Ra'ude "der Pferde ec. _ (Nicaragua.) Patentmedizinen. _ (Ntederlandiscb-Gnayaua.) Sanitätsübercinkrmft. _ Tierseuchen im Auslande. _ DMA; m Oesterreich, 2. Vierteljahr. _ Maul- und Klauenseuche? '.n der SchWeiz. _ Tierseuchen in Schweden, 2. Vierteljahr _ Zeitweilige Maßregeln gegen Tier- seuchen. (Waldeck.) _ Vermischtes. (Dsutscbes Reich.) JabLLS- be_richte dsr (Yewerbcauisichtsbeamten 2c. 1906. _ (Baden). Er- nahrung der Sauglinge,&1903'--1905. _ (Italien.) Heereserganzungs- geschäft, 1906. _ „(Schweiz. Kant. Basel (Stadt.) Tätigkeit des chemischen „Laboratoriums, 1907. _ (Großdritannien) Sterblich- keit in Edi;;b'urg,1907. _ (Belgien.) Körperliche Uebungen. _ "Sterblichkeit tn'Antberpe-i, 1907. _ (Geschenkliste. _ Wochentabe11e uber die Sterbefalls in derzx'cben Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl; in größeren Otadtey drs Auslandes. _ Erkrankungen in Krankenbausern deutscher Großstädte. _ Deégl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ Wittrrung.

Statikik und Vqlkswirtschaft.

Deutschlands auswärtiger Handel im Juli und in den ersten 7 Monaten1908.

Nach dem Julibeft der vom Kaiserlichen Statistischen Amt berau§gegebenen .Monatlichen Nachweise 11er den auswärti en Handel des deutschen ZbligebietS' betrug die Einfuhr im Monat uli d-I- 5 297 048 d bericbiedene Waren und 106 725 Stück (nämlich 321 Stock Bienen, 10 090 Pferde und andere Tiere, 111 Fahrzeuge und 96 203 Uhren). (Gegen den Vormonat bat die Einfuhr wieder beträchtlich zugenommen, besonders in den Erzeugniffen der Forstwirtsckoaft, Erzen- chemischen und vbarmajxntischen Erz-ugniffen. Gegen die Julieinfubk des Vqrjabres steht die diesjährige bedeutend zurück.

Die Ausf_ubr im Juli betrug 3 663 552 1: Verschiedene Waren und 30 098 Stuck (54 Stock Bienen, 282 Pferde und andere Tiere-

Die Lbsian von mehr als drei Jagdscheinen, AuSaabe 4, für ein . Kalenderxabr und_einen Inhaber ist nicbi zulässig. Ausgabe 13 kostet 1 25 «46 und gilt fur :lle Wildarten, mit Ausnahme der unter 4 ge- ?

217 Fahrzeuge und 29 545 Uhren). Ein Vergleich mit dem Vor-

monat ergibt eine kleine Abnahme der Ausfuhr, sie ist eine bedeutende zu nennen im Vergleich mit der Juliausfubr des Vorjahres.

Die Einfuhr der gesamten sieben Monate des Jahres 1908 ergibt 33712893 i'- Verschiedene W118" gegen 36 408 519 im Vorjahre, ferner 842 773 Stück aeg-xn 1002 296 voriabriae. 32er Unterschied beträgt rund 2,7 Millionen Tonnen und 160 000 Stuck. Ein Rückgang ist hauptsächlich bemerkbar bei den Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft, den mineralischen und fossilen Rohstoffen, den unedlen MetaÜen und Waren daraus, insbesondere Eisen und Eisenlegierungen.

Die Ausfuhr dieses Zeitabschnitts machte 25 478 847 r vxr- fck):edene Waren geqen 25 328 518 [eytjäbrigs und 229 396 Stuck gegen 274 106 im Vorjahre aus, es ist bier dabrr ein_Mebr von 150 000 1: und ein Weniger von 45 000 Stück zu vchrzetchuen. An dem Mehr sind fast aÜe Tarifabicbriitte beteiligt, srdaß auck) _der Rückgang bei den mineralischen und fo/filcn Rohstoffen von etwas uber 300 000 d mehr als aufgewogen wird.

Die Volksschulen in Württemberg im Schuljahre 1907/08.*)

Am 1. Januar 1908 zählte man im Königreich Württemberg an 2102 Sebulorten 2255 Volksschulen, und zwar 1379 evangelische, 852 katholische und 24 israelitische mit insgesamt 317 941 Schah kindern, die in 5527 Schulklassen, mit Einschluß von ?.Hilss- klaffen für Schwachbegabte, unterrichtet wurden. Vdn diesen Schulen bestanden 1110 nur aus je einer und 670 aus je 2 Schulklassen. An 1538 Schulklassen _ über ein Viertel der Gesamtzahl _ wurde vornehmlich Wegen Ueberfüllung, Engräumigkeit und Lebrermangels ein besonderer Abteilungsunterricbt erxeilt. Es geschah dies wegen einer Zahl von mehr als 90 Schülern in 325 Klassen, wegen Enge des Schulraums oder zur Erleichterung des Unterrichts und im Interesse der DiOziplin in 991 und wegen Lehrermaugels in 222 Fällen.

Von den Schulkindern waren 220146 evangelisch, 97444 katholisch und 351 israelitisch. Werden die 38 gebobcnen Volksschulen (Mittelschulen) miteinbezogen, so erhöht sich die Gesamtzahl der Schulkinder um 9610 bis auf 327 551, Von denen 1553 Knaben und 172167 Mädchen sind. Dazu korUMen noch 735 chuikinder in den Seminarübungsschulén, 1870 in den Reitungs- und Erziehungs- anstalien und 1337 in „weiteren Privatschulen“, sodaß das gesamte Vixlksis'xxpulwesen in Württemberg einen Schulkinderbestand von 331493 an we .

.Lebrstellen“ gab es am 1. Januar 1908 an den württem- bergischen Volksicbulen für ständige Lebrer 3975 und für standige Lehrerinnen 120, zusammen 4095, außerdem 66 sogenannte ständige Schulamtsverwesereien und 1378 Stellen für unstandige Lebrer und Lehrerinnen, darunter 4 für Fachlehrerinnen. Von den _ständiqen Lehrern waren 2754 evangelisÖ- 1200 katbolkscb und 2,1 iiraeiiiisch, von den ständigen Lehrerinnen 92 ebangelisä) und 28 katholisch.

Konsumvereine in der Schweiz.

In der ., eitfchrift für schweizerische Statistik“ (Jahrgang 1908, Band 11, 5) ii eine Uebersicht üb-r die seit dem Jahre 1900 in das

andelsregister eingetragenen Genossensäiaften der Schweiz Veröffent-_

[cbt. Danach zeigt sich, daß in dem Zeitraum von 1900 bis 1904 die Zahl rer jährlich eingetragenen Genossenschaften zwischen 200 und 268 schwankte, daß aber dann eine wesentliche Steigerung ein- trat. Im „Jahre 1905 wurden 376, im Jahre 1906 450 und im Jabre 1907 573 Genoffenschaften eingetragen, sodaß die Zahl der von 1900 bis 1907 neu eingetragenen Genossenscbqften 2538 betrug. Hierunter befanden sich 213 Konsumgenoffensckxasten. JnSgesamt dürften gegenwärtig in der Schweiz wobl 6000 in das HandelSregister eingetragene Genoffenschasten bestehen, worwn etwa 500 oder rund 8% reine Konsumentcnorganifationen sind. Zu diesen Zahlen bemerkt die amtliche Zeitschrift: .Diese Ziffern zeigen, eine wie große Rolle die genoffenscbaftliche Selbsthilfe im wirtschaft- lichen Leben unseres Volkes spielt und wie unverständig und ungerecht es ist, wenn man an esicbts der Bemühungen, auf allen Gebieten die kleinen Kräfte zur rzielung des größten Nutzefßxktes zu sawmcln, es den Konsumenten Verwebren will, sich e _enfails die migen Institutionen zu schaffen, die geeignet sind, ibre Lebens :ltung zu verbeffern. Die machtdolle Entwicklung des Genoffen- schaftswesens im allgemeinen zeigt zur Genüge, daß die Masse des Volkes der Selbsthilfe freundlich gesinnt i_st und fich ihr im bollsien Maße bedient, und daß jeder Versuch, die!: Entwicklung zu hemmen, gründlich Fiasko machen muß." Nähere Angaben über dir gesamten Konsumbereine der Schweiz enthält ein Bericht des österreichischen Generalkonsulats in Zürich, der in dem amtlichen Organ .Das

andelSmufeum“ (Jahrgang 1908, Nr. 32) zum Abdruck gelangt ist.

s heißt hier 11. a.: .Die Zahl der dem „Verband schweizerischer Konsumvereine' angehörenden Vereine stieg im „Jahre 1907 auf 259 (1906: 237). Die Mitgliederzahl von 242 Verbandsvereinen vermebrte fich um 19109 und betrug am 31. Dezember 1907 171603. Die Zahl der Konsumvereinsläden hat sich um 68 Vermehrt und betrug am Ende des Jahres 794. Die Zahl der Angestellten stieg Von 2444 im Jabre 1906 auf 2838. Die Warenbezüge dkr Mit- glieder beliefen sich auf 69 596 679 Fr. Die Vermehrung aegen1906 beträgt 7904 049 Fr. Die Gesamtsumme der erzielten Ersparnisse erreichte 5996 977 Fr., wovon 5074 807 Fr. nls Rückvergütung an die Mitglieder zurückerstattet wurden. Das KoUektivvermögcn der organisierten Konsumenten brträgt 5044 043 Fr., das ein- gezahlte Genoffenschaftskapital 2535 486 Fr. Auf das Mitglied entfiel ein Durchschnittxbezug im Werte von 405,57 Fr. 59 Ver- eine besaßen eigene Bäcksreien, und- 27 befaßten fich mit der Milchvermittlung. Die Zentralstelle als Großeinkaufssteüe ber- zeichnete 1907 einen Umsatz von 14 534 809 Fr. Die Zunahme be- trägt 34,8%. Der Nettoüberscbuß des Verb.;ndes belief sich auf 136 660 Fr. Der Verband beßßt vier Preßorgane. Der „Schweize- rische Konsumberein“ erscheint in eixicr Auflage Von 3400 Exemplaren, das .Genoffenscbaftliche Volksblatt“ in 107 000, das französische Blatt „148 Soopératjon“ in 11300 und die italienische „000p61'8210116“ in 1000 Exemplaren.“

Man ersieht aus vorstehenden Angaben, daß das Konsumbereins- Wesen in der Schweiz sich in einem regen Aufblühen befindet und als ein beachtenßwxrter Faktor der wirtschaftlickpen Entwicklung des Landes zu betrachten 111.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Hafenbetriebsverein in Hamburg gibt, der „Köln. Ztg.“ zufolgr, bekannt, daß ein neuer Vertrag am 31. August in Kraft trete. Wer bis 29. August den Vertrag nicht unterschrieben babe, Werde entlassen.

In Budapest wurden, wie „W. T. B.“ meldet, 4000 Tischler auSge verrt, weil sie eine iebnpwzentige Lohnerhöhung forderten und 14 erkstätten, die ihre Forderung nicht bewilligten, boykottierten.

Kunst und Wiffensckjaft.

In der Galerie Eduard Schulte wird für den Monat September eine Carl Spißweg-Ausstellung vorbereitet, die über 200 Werke des Meisters enthalten und in wünschenSwerter Weise die kleine Aussteklung von etwa 40 Werken ergänzen wird, die seiner Zeit den Inhalt des die! aufgesuckpten SpiZWeg-Kabinetts in der Jabrbundertaussteilung bildkten. Im Nobember veranstaltet Eduard Schulte zu Ehren des 60. Geburtsjags Ubdes eine roße Ausstellung von Werken Zirl vonUbdes ; sie wird dieVeranstaHtung vom vorigen Jahre in ün en an Umfang noch übertreffen.

*) Naeh der Statistik des Unterrichts- und Erziebungswesens im Könizßreich Württember für 1907. veröffentlicht vom K. Ministerium des irchen- und Schu wesens. Stuttgart 1908.

Literatur.

_ Von dem LieferunJSwerk „Deutsche Gedenkballe“ (Verlag des „Vaterland“ in Berlin) liegt das Heft 8 Vor, in dem der Universitätsprofeffor Dr. Ernst Bernheim die Persönlichkeit Friedrich

Barbaroffas schiidcrt. Von dem Maler Arthur Freiherr bon Ram- barg entbält dirse Liéferung in vorzügliclperN-ackpbilsung das Gemälde, wie Kaiser Friedrieb 11. in Palermo im Jahre 1230 eine Gesandt- schaft Araber, die Grschenke darbrinat, empfängt.

_ Jm _Verlage der Kunstanstalt E. Schreiber G. m. b. H- Stuttgart, wird in aUernächsten Tagen ein von alten Freunden und Miiarbeitern des Grafen Zeppelin, den Herren Geb. Reg.-Rat Professor Dk- Hkkgesel], Baron v Bassus und Dr. H. Eckener beraus- aegebenes Akbum erscheinen, in dem in Wort und Bild das Zebbelinscbe Luftschiff und seine beiden großen Fahrten geschildext Werden. Die Bilder bringen die vollständige Serie der aus der Gondel von Mitfahrenden gemachten Aufnahmen und geben dieser Publikation einen besonderen Wert. Der Preis wird im Interesse weitester Verbreitung auf nur 1 „16 festgesetzt.

KurxeAnjeigen _ neu erschienener Schriften, deren Besprechung vorbehalten bleibt. insendungen sind nur an dieRedaktion, Wilhelmstraße 32, JU kkcbten. Rücksendung findet in keinem Falle statt.

Wirtschaftsgeogravbie mit eingebenderBerücksicbti. Fung Deutschlands. Von Dr. Cbristian Gruber. Neu earb. Von Dr. Hans Reinlein. 2. Aufl. Mit 12 Diagrammen und 5 Karten. In Leinwand gebdn. 2,40 „46. Leipzig, B. G. Teubner.

Erläuterungen 2e- zu Janssens Geschichte des deutschen Volkes. Herausgeg. bon Ludwig Pastor. 71.231). 2. u. 3.Heft: Martin Eisengrein (1538-1578). Von Dr. Luzian Pfleger. 3,6036. Freiburg i. Br., Herderscbe VerlagWandluna.

Die Einheit der Architektur. Betrachtungen über Bau- kunst, Ingenieurbau und Kunst ewerbe. Von Hermann Muthesius. 1,50 35. Berlin 97. 35, Derffl ngerstr. 20, Karl Curtius.

Straubes Spezialkarte der Umgegend bon Buckow (Märkische Schweiz) nebst Führer. 6farbig. 1:15000. 0,7536; desgi. der Umgegend von Eberswalde, FreienWalde- Oderberg. 6farbig. 1:45000. 1,25 «zz; desgi. vom Ober- und Unter-Svreewald. 12100000; mit Ergänzungskarte: Lübben_Kottbus-_Lieberose. 1:300000. 5701."ka- 0,755“. Berlin 897. 13, Neuenbur erst. 15, Geograph. Institut und Land- karienberiax Julius Strau e.

Die Frau und ibre Zeit. Illustrierte Monatsschrift. 1908 Left"? ck0,50 «16. Berlin 897. 68, Lindenstr. 3, Verlagsanstalt,

un ru . .

Kultur und Fortschritt. Neus Folge der Sammlung „Sozialer Fortschritt', Hefte für „Volksivirjschaft, Sozialpolitik, Frauenfrage, Rechtspkleqe und Kulturmtereffen:

fot Nr. 171. Was will die Mittelstandsbeweaung? Ihre prakjisckpen und idealen Ziele. Nach der Denkschrift der Mittel- fiandsvereiniguna im Köni reich Sachsen bearbeitet;

Heft Nr. 172. Die Holenfrage. Von DUF. Winterstein;

Heft Nr. 173/74. Zur Reform des Dierxstbotenwesens; Referat für den Verein Frauenbildung _ Frauenjtudium Abteilung Heidelberg ersta1tet Von Frau Emilie Es ck18"

Heft Nr. 175. Das Duell. Von Pb. Stauff;

Heft Nr. 176/77. Die Parteien des deutschen Reichs- tags nach ihren Programmen geschildert. Von “Alexander

Burger; Ledianeime. Von W. von Kalckstein;

Heft Nr. 178. Heft Nr. 179/80. as Geschlzxeßkvttsbproblem und die .Uk ;

moderne Moral. Von Henriette _

Heft Nr. 181. Der Arbeitsfriede. Von R. P. Gilman u. L. Katscher;

Heft Nr. 182/83. Die Bevölkerungsfrage in Weiblicher Beurteilung. Von Gräfin Gisela von Streitberg; St foft Nr. 184. Entartung" und Zuchtwabl. Von Pb.

au ;

Heft Nr. 185/86. Die Gesundung des sozialen Lebens durch die angewandte Naturwiffenschaft. Von Dr. Johann Ämav'c;

eft Nr. 187. Kommunale Vodenpolitik. Von W. von

Kal stein;

Heft Nr. 188/89. Fürsorge für den Bau von Arbeiter-

wohnungen aus dem Lande. Von Dr. Hermann Blumen- Von Dr.

tbal; Heft Nr. 190. Rechtsfragen für Reisende. F. Winterstein. Einzelheft der Nr. 171-190 25 ,s. Die Reibe von 10 Heften 1,50 ck46; 10 Hefte nach beliebiger Auswahl 2 «46. Gaußsch bei Leipzig, Felix Dietrich. Land- und Forstwirtschaft. '

Die Kornernte Oesterreichs 1907.

Dem Vom österreichiscbcn Ackerbauminisierium veröffentlichten ]. Heft des „Statistischen JabxbucheS“ für 1907 entnimmt die „Stat. Korr.“ über die Anbauflächen und Ernteerträge der wichtigsten Körner- früchte in den im Reichsrat vrrtretemen Königreichen und Läßdrrn der Monarchie die folgenden Mitteilungen.

Von der gesamten 10 653 703 118. umfaffenden Ackerlandsfiäcbe des Jabres 1907 entfielen auf den Anbau bon Weizen, Roggen und Gerste (Winter- und Sommerfrucht) sowie *von Hafer und Mais zu- sammen 6483 612 119. oder 60,86 Hundertteils. Im einzelnen kamsn im Berichtsjabre und in dsn vier Vorjabren

gr. 8.

auf 1907 19Z6 kt 1905 1904 1903 L a r den Weizen . 1179 455 1 16] 349 1125 973 1 114 879 1052 433 . Nossen . 1853 577 2 020 516 1968 643 1926 401 1807 168 die Gerste . 1 166 526 1 177 296 1188137 1 184 258 1204 983 den Hafer . . 1 935 710 1 833 665 1807 971 1821697 1833 441 ., Mais . . 348 344 342 961 348 471 338 415 333 554 zusammen 6483612 6535 787 6439195 6385 650 6231579.

An diesem Anbau batLen 1907 den bedeutendsten Anteil der Weizen, ,die Gerste und der Hafer in Galizien (Krakauer und Lemberger Gebiet zusammen) mit 516 984 bszw. 402511 und 757 024 und in Böhmen mit 226 524 bezw. 309 902 und 471 852 113, der Roggen in Böhmen und Galijien mit 548 925 bezw. 516553 ba, der Mais im Lemberger Gebiet Galiziens und der Bukowina mit 87 583 bezw. 70500 113. Von den Flächen für Weizen, Roggen und Grrste waren im Berichtsjahre 8,9 bezw. 6,5 und 96,6 Hundertteile mit Somme- rung besteüt. '

Die Ernte des Jahres 1907 erwies sich bei der Gerste und dem Hafer reichlicher als in den vier Vorjahren und dem Durchschnittvon 1897-1906, bei dem Weizen und dem Roggen dagegen schwächer als in den vorangegangenen drei Jahren, und auch bei dem Mais blieb sie gegen die beiden Vorjahre etwas zurück. Die Gesamternte

betrug nämlich in Millionen Dobprlzentnern: bei 1907 1906 1905 1904 1903 1897-1906 6 durchs§n§ttlich

dem Weizen . 14,3 15,9 14,8 14,6 , ., . Roggen . 22,0 25,2 24,9 23,3 20,6 20,6

der (Gerste . . 17,1 16,6 15,3 14,5 16,1 14,7

dem afec . . 24,8 22,4 18,0 15,9 18,6 18,1 , ais . 4,2 4,6 4,4 3,2 4,1 4,0.

iernach fandén . sich als durchschnittlicbe Erträge v o n einem

ektar in Doppelzentnern:

bei 1907 1906 1905 1904" 1903 1897_1906

durchschnittlich dem Weizen . . . 12,1 13,6 13,2 13,1 11,9 12,0 . Roggen . . 11,8 12,5 12,7 12,1 11,4 11,1 der Gerste . . 14,7 14,0 12.9 12,3 13,3 12,3 dem Hafer . . . 12,8 12,2 9,9 8,8 10,2 9,7 Uskais . . 12,1 13,0 12,6 9,4 12,2 11,8.

Die Fruchtbarkeit der einzelnen Länder ist infolge der bedeutenden Höhenunterschiede und 'der (HebirgßfmmatiMen 1elbftvetständlich sebr ungleich. So Wurden tm Berwhtéxabre rie böÖsten Erträge von allen vorbenannten fünf Körn27fruchten in Böhmen mit 19,0 bezw. 15,8, 18,8, 15,7 und 26,3 (12 vom Hektar ermittelt, die geringsten von dem Weizen, dcm Roggen ur-d dem Hafer in Dalmatien mit 5,5 bezw. 4,4 und 3,7, Von der Gerste in Dalmatien und Istrien *mit 4,6 und Von dem Mais wieder in Istrien mit 5,0 62.

Der (Gcldwert der vier Körnerfxüäote Weizen, Roggen, Gerste und Hafer zusammen beziffert sich fur das Jahr 1907 auf 13847 egen 1126,6 MiUionen Kronen im Vorjahre und 933,5 im Durch- ßchnitt von 1897-'1906; er übersteigt (1111) im Berichtsjabre trotz der gegen 1906 geringeren Ernte die Wertfumme «11er vorangegangenen zebn Jabre beträchtlich, was fich aber aus den Einheitspreisen der F*rüchxx “leicht erklärt. Im Reichsdurchschnitt stellen sich nämlich die Preise für 100 k,? Marktware auf Kronen

im Durchschnitt Von

bei 1907 1906 1897-1906 dem Weizen . . '. 21,82 16,14 17,71 . Roggen . 19 50 13,64 14,89 der Gerste . 16,73 14,75 14,64 dem Hafer. 15,77 14,49 13,44.

Ernteaussichten und Getreidebandel in Italien.

Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Palermo wird der AusfaÜ der Getreideernte als etwas hinter der vorjäbriaen zurückbleibend bezeichnet, gilt aber immer noch als Mittelernte. Die Preise weisen gegen das Vorjahr eine Steigerung von durchschnittlich etwa 2,50 Lire für den Doppelzentner auf und stellen sich im Durch-

schnitt:

Harter Weizen Weicher Weizen Hafer Realforte: 30,75 Lire Timilio: 28,90 Lire 22,20 Lire Sammartinara: 30,15 . '

für den Doppelzentner, erste Kosten. Die Brotpreise sieUen Üch- wie folgt: Qualität 1 11 111 Städtische Bäckerei: _,36 Lire _,32 Lire _,_ Lire Private Bäckerei: _,40 , _,36 . _,32 .

für das Kilogramm.

Die Aussichten für die Mandelerntb sind zufriedenstellend, was auch in den varbäliniSmäßig niedrigen Preisen zum Ausdruck kommt. Vorrätige, d. i. borjäbrige Wars, ist nur noch wenig Vorhanden. Troydem stellt sich der Preis nur auf etwa 165 Lire für dsn Doppel- zentner, gegen 240 Lire im Jabre1907. Neue Ware, Lieferung gegen Oktober d. J., notiert etwa 163 Lire (1907 etwa 246 Lire). Ve- dingung: Erste Kosten.

Die Nachrichten über den Stand der Agrumen (Orangen und Zitronen) lauten nicbt ungünstig; nur wäre etwas Regen erwünscht.

Auch für .die/es Jahr darf eine reiche Wein ernte erwartet werden, namentlich wenn noch zu rechter Zeit Regen eintreten sollte. Von Krankheiten und Schädlingen Verlautet bisber nichts aus den Haupt- erieugungsbezirken. Es ist noch ein großer Vorrat unverkauften Weins vorhanden; die gegenwärtigen Preije sind teilweise um die Hälfte niedriger als 1907.

Alcano Weiß 13 (Grad : 18,_ Lirs 15 ] für dan Hrktoliter;

= 23,00 erste Kosten.

Partinico . 15 : 20,50 , Balestrate . 15 , = 23,50 Ueber den Stand der Olivenbäume beginnen Klagen laut zu werden, Weil die anbaltendeTrockenbeit schädlich wirkt. Dieser Umstand beeinflußt schon die Preise der Vorrätigen Ware, die zur Steigerung

"“MS 1 fi 110 115 Li

x ra no '" re "

Fino . . . 105-110 Doxxerlzxätttner' (YYYJYi-le . ZHIFZZ : erste Kosten.

Sumach bietet Anlaß zu Befürchtungen hinsichtlich des quanti- tativen Ausfalles der neuen Ernte, die aus ein Drittel weniger als 1907 geschäßt wird, VorausJeseßt, daß nicht noch Regen während der Ernte eintritt. Für männlichen Sumach (Val]enware) werden zur Zeit 22,50 Lire für den Doppelzentner, erste Kosten, gezahlt.

Die Mannaernte wird ungefähr der borjäbrigen gleichkommen, da bis jeßt die Witterung für sie günstig derlief. Die Preise des Froduktes sind ziemlich hoch: etwa 6,50 Lire für das Kilogramm für

este Tränen (081111010).

Getreidebandel in Syrien.

Das Kaiserliche Konsulat in Beirut berichtet unterm 10 d. M.: Die (Getreideausfubr aus 18111 Wilajet Beirut war im Juli nur gering. An Weizen wurden 65 (12 nach Smyrna und 79,3 117. nach Aegypten auSgeführt, der Preis betrug 20 Fr. für den (12 k. a b. Die Ausfuhr bon (Gerste nacb türkischen öfen erreichte 17,4 (12, nach Aegypten 19,6 (12 zum Preise von 15 r. für den Doppelzentner.

Saatenstand und Ernteergebnisse in Dänemark.

Das Kaiserliche Generalkonsulat in Ko p e n b (1 ge 11 berichtet unterm 16. d. M.: Das für Dänemark ungewöhnlich warme und beständiße Sommerwetter dauerte bis Anfang August, wv aÜmäbiicb A - kühlung und Regen eintrafen, doch anscheinend bisher nicht in einem Grade, der die Saaten ungünstig beeinflußt hätte. Der beiße Juli hat ein rasches Reifen des Getreides zur Folge gehabt, sodaß bereits zu Anfang August mit dem Mähen des Roggens begonnen werden konnte. Die Arbriten waren vielfach dadurch sebr erschwert, daß fich der Roggen häufig ge- lagert battk. Jm aügßmeinen füllt er aber gut, 'die Aebren sind groß und aut mit Körnern besetzt. Die Kbrnerentwicklung scheint in diesem Jabra erheblich beffer ais irn Vorjahre zu sein. Kurz nach dem Beginn der Roggenernte konnte auch mit der Gersten- ernte angefangen wrrden, die ebenfaUs ein günstißes Ergebnis zu ber- sprecben scheint. Auch drr Weiz-n ist, wenigstens auf den Inseln, erntereif. Die veränderten WiILerungSVerbältni/"se werden möglicher- weise die Reife eines Teiles der Frühjahrssaat etwas Verzögern, was jedoch für die Körnerfükle nur lieb sein kann.

Vielfach wird über zu gro e Trockenheit der Wiesen geklagt sodaß man sich stelienweise gezwungen sieht, das Vieh mit dem friscé geernteten Heu zu füttern. Doch hofft man, daßsicb dies bei der jetzigen Witterung wieder ändern wird, sodaß die Küb-x noch einmal auf die Weide heraus gebracht werden können.

Theater und Musik.

Schillertheater Charlottenburg.

G. von Mosers einst so beliebter Schwank„DasStiftungs- fest", der in früheren Jahren die Besucher drs Schillertbeaters 0. schon so manchrs Mal ergößt bat, erschien am Sonnabend zum ersten Male auf der Charlottenburger Bühne. Die Ausführung batte im Spiritempo noch etwas boobsommerlicb Schiäfriges, sodaß die wißigen Einfaile und komischen Situationen des Stücks zuerst nicht recht der- fangen wollten. Soll man aber vergss'sen, daß die Kleinstädter der Moserschen Bühnenwelt im Grunde nur wenig Lebens- wabres an sich haben, so darf dem Zufcbaucr nicbt Zeit gelassen werden, darüber nacbzusinnen. Die besten

eistungen waren die der Herren Kirschner als Kommerzienrat Bolzau und Werner-Kable als Brimborius: beide wurden dem Humor ihre: Rollen völlig gerecht. Den redseiiaen Hartwig hätte Herr Köstlin besser gespielt, wenn er seine RoUe sicherer beherrscht hätte, und als Vereinsdiener Schnake trug Herr Bildt die Farben zu stark auf. Die anderen Hauptrollen lagen in den Händen der Damen Wasa, Gundra, olms, des Herrn Rembe u. a. Das stets dankbare Publikum des

chiUertbeaters ließ es an Beifall nicht fehlen.