Personalberänderungeu.
Königlich Preußische Armee.
Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Jm aktiVen Heere. Berlin,?Z Februar. Grafv.Schlieffen1., Gen. Major und General 9. 1a suite Sr. Majestat des Kaisers und Königs, Kommandant von Berlin, mit der Vertretung des Chefs der Land-Gendarmcrie beauftragt.
Berlin, 1. März. Gottschalck, Oberst 51a suits des Inf. Regis. Nr. 67 und Jnspecteur der militärischen Strafanstalten, zum Commandeur drs Inf. Regis. Nr. 82 ernannt. v. Viebabn, Oberst=Lt. s 13 suite des 4. (Harde-Regts. zu Fuß, unter Belassung in diesem Verhältnis; und unter Entbindung von seinem Kommando bei dem Militär = Kabinet, mit Wahrnehmung der GLsÖästé des Jnspccteurs der militärischen Strafanstalfen be- auftragt. Frhr. v. Werthcrn, Major und Cécadr. Chef vom Hus. Regt. Nr. 8, unter Steklung 5 1a suits diesks Regts., zum Militär- Kadinet kommandirt. Michels, Rittm. aggreg. dcm Hus. Regt. Nr. 8. als Eandr. Chef in dieses Reat. cinrangirt.
Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 23. Februar. v. Loga, Pr. Lt. 5 1a suits des Fuß-Art. Bals. Nr. 9, Müller ]., Pr. Lt. 9. 13 suite? dcs Fuß-Art. Regts. Nr. 11, Direktions-Asststenten der tkchni7chen Institute der Artillerie, der Artilleriewerkitqtt zu Spapdau bkzw. dem Flueerks-Laboratorium zugktheilt. Wogkrtiel, Pr. Lt. j 19. suits dcs Fuß-Art. Regis. Nr. 5, Dirsktions-Asfistent der tcch1:ischen Institute dEr Artillkrie, Von der Puiverfabrik zu Spandau zur ArtiUcricWerkstatt zu Straßbur-z i. E. verxeyt. _ _
25. Februar. Droste, Zeuq-Hauptm. von der Munitions- fabrik in Spandau, zur Jnsp. der GeWebrfabrikey, Sommerf_e_ldt, Zeug-Hauptm. Von der Munitionsfabrik in Erfurt, zur Munitions- abrif in Spandaa, Schröder, Zeug-Premier-Lieutknant _ vom
tt_iUerie-Tepot in Straßburg i. C., zur Munitionsfabrik in Erfurt, Ncißel, eug-Lieutenant Von der 1. Art. Dcpot-Jnsp., zum Art.-Depot in traßburg i. E., Wark, Zeug-Hauptm. vom Arr. DEPOT in Sonderburg, zum 1. April d. I. zum AriiÜerie-Dspot in MCH,- Blanfe, ZeUg-Pr. Lt. vom Art.-Depot in Kuxbaven, kommandirt in Stade, zum 1. April d. I. zu dem wiédcr zn errich- tcnden Art. Depot in Slade, Salygeber, Zkug-Pr. Lt. vom Art. Depot in Mainz, mit dem 1. April d. I. zum Art. Depot in S_aar- louis, unter Kommandirung nach Trier zur Verwaltung deS' dakelbst zu errichtenden Filial-Art. Depots, verseßi.
Königlith Bayerische Armee.
Abfckiiedsbewilligungen. Jm_aktiven Heere. 24. Je- bruar. Birkbofer, Major des 1. Pwn. VW., mit_ Penswwund mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform der Abschied bewtlltgt.
xn. (Königlich Sächfischeö) Armee-Corps.
Ernennvngen, Beförderungen und LLc-rscßixngcn. Im aktivenHeere. 9, Februar. 15. Sichart, Pr. Zr. 9. 13 811ij des Gren. ngts. Nr. 100, in das Inf. Regt. Nr.,139 wieder- eingkstellt.
25. Februar. ». Zobel, Pr. Lt. im Fuß-Ari Regt. Nr.12„ zum Hanptm. und Comp. Chkf, Engelke, Sec. Lt. in demselbc'n RM., xum Pr. Lt. kcfördert. Weigel, Sec. Lt. im Feld-Art. ngi. Nr. 12, der Cbarakter als Pr. Lt. dérliehen.
Jm Beurlaubtenstande. 17. Februar. Tie Scc. Lis. der Res.: Schreiber dss Inf. Regts. Nr. 106, v. Liittichau des Garde-Rciter-RegtS, Oehmichen des Train-Bats. Nr. 12 zu Pr. Lts. der Rés. befördert.
Abschiedsbewilligungen. JmaktidenHeere. 17. (?e- bruar. v.Wovdt,Majorunngts.CommandeurimJnf.Regt. r. 134, in Genehmigung feines Abichied§sesuchcs mit der gxseZlichen Penfion und der Erlaubnis zum Forttragen der Regis. Uniform mit den vorgeschriebensn Abzeichen zur Disp. gestellt. Schaefer, Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 134, diesem mit der aesetZlicbkn Penfion, v. Criegern, Hauptm. z. D., diesem unter Formewäbrung der Jeseßlichsn Penfion und mit der Erlaubniß züm Forttragen der isberigen Regiments-Uniform mit den vorgeschriekcnen Abzeichen,
rhr. v. Gregory, Premier-Lieutenant 3. D., diesem unter
ortgeWäbrung ker geseßlichen Pension und mit der Er- laubnis; zum ferneren Tragen der Armee-Uniform, dec erbetene Abschied bewilligt. FxHr. v. Wangenbeim, Major a. D., unter Fortgi'währung der geictzlichen Pension und unter Ertbeilung der Er- laubnis; zum ferneren Tragen dkr Uniform des Gren. Regis. Nr. 100. zur Disp. gcstellt.
24, Februar. Frhr. v. Spörcken, Rittm. a.D., untcr Fort- gewährung dcr gesatslichcn Penfiow und unter Erihkilmig dsr Erlaub- niß zum fernéren Tragen der Uniform des Ulan. Regis. Nr. 18 mit den vorgeschrikbenkn Abzeichen zur Disp. gestellt.
Im Beurlaubtenstande. 17. Februar. Häblcr, Rittm. der Reserve des Garde-ReiKr-RegtÖ, Faulhaber, Hauptm. von den Landw. “ion des 1. Bars. Landw. Regis. Nr. 105, Beiden mit der Erlaubmß 111111 Forttragen dcr biÖHcrigen Uniform mit den Vor- gesckyriebcnen AbzeiÖcn dsr erbetene Abschied bewiiligt.
Jm SanitätS-Corvs. 5. chruar. 1)r. Waltber, Assist. Arzt 1. Kl. der Laxidw. dcs 1. Bats. Landw. RLJLÖ' Nr. 104, aus aiim Militär-Verbältnincn entlaffen,
22. Februar. ])): D_ruschky, Ober-Stabsarzt ]. Kl. 3. D., unter Fortgewäbrung der gcießlichéxi Pension und mit der Erlaubniß zum Forttragen der bisherigen Uniform mit den Vorgeschriebenen Ab- zeichen, ])r. Lorrmann. Stabsarzt_ der Res. des 2 Bals. Landw. Regis. Nr. 102, Ok. Roth, Asfiit. Arzt 1. Kl. dkr Rcs. des 1.Bats. Landw. Regis. Nr. 106, der erbetene Abschied bewiÜigt. 1)r. Sommerky, Asfist. Arzt 2. Kl. im SchÜ5911-(Füf.)Regt. Nr. 108, unter gleichzeitige; Kommandirunq als Hülfsarbkiter zur Sanitätsdirektion, zum Ins. Regt. Nr. 103 versext. Dr. Lufft, Mfist. Arzt. 2. Kl. dcs Res. Landw. Bots. Nr. 08, im aktiven Sanitäts-Offiziercorps, und zwar beim Carab. RM., angestellt. ])r. Sinz, ])r. Große, ]).r. Reuter, Unterärztc der Re)“. des 1. Bals. Landw. Regis. Nr. 106, zu Assist. Aerzten 2. Kl. dcr Res.
befördert. Yichtamtliehes. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 3. März. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute mit dem Chef des Militärkabinets.
_ F?re Majestät die Kaiserin und Königin emp ng getern den von den Veiseßungs-Feierlichkeiten aus Kar Sruhe zurückgekehrten Vize:Ober:Schloßhauptmann,Kammer- heim Grafen Fiirstenstein.
_ Wie „W. T. B.“ aus San Remo berichtet machten Ihre Kiiniglichen Hoheiten die Prinzen Wilhelm un_d Heinrizi) sowie der Großherzog von Hessen
YUM Nachmittag an Bord des „Barbarigo“ eine kurze pazierfahrt.
_DieSchlußberichte über die gestrigen Sißungen des Reichsxages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich 111 der Ersten Beilage.
_ In derheutigen(52. Si ung des Reichstages, welcher der Stqatssekretär _des Innern, Staats-Minister von Boetncher, beiwohnte, theilt der Präsident zunächst mit, daß der Freundschaftsvertrag mit Ecuador und die Handels-,
Freundschasts-, Schiffahrts- und Konsularverträge mit Guate- mala und onduras emgegan en find. Auf der TageSordnung steht als er er GeFenstand: Zweite Berathung des_ Entwurfs eines Geseßes, etreffend die Löschung nicht mehr bestehender Firmen im HandelSregtster. Dazu liegt ein Antrag des Abg. Meyer (Halle): 1) hinter §. 1 einzufügen:
1 3.
Diese Vorschrift erstreckt§ fich auch auf die in Liquidation be- findlichen Firmen mit Einschluß der Aktiengeseüfchaften und der Kommanditgesellschaften auf Aktien. Die Löschung der Firma erfolgt, sobald glaubhaft gemacht ist. daß Vermögensobjektc, die noch nicht vertbeilt sind, nicht mehr vorhanden find.
2) In §. 2 hinter „Rechtsnachfolger“ einzuschieben „beziehungs- weise Liquidatoren“, _ _
vor, dsr aber während der Diskussion zyrück ezogen mird.
Nach kurzer Debatte, an der fich die A gg. Klemm 11111) Meyer (HakleH sowie der Kommissar, Geheime Ober-Negte- ru11gS-Rath offmann, betheiligen, Wird der Geseßentwurf unverändert an enommen.
Hieran fck ießt fich die Fortseßung der zweiten Berathung des Entwurfs eines Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes, betreffend die Rechtßverhältnisse der deutschen Schußgebiete, vom 17. __April 1886 _ auf Grund des Berich der )(11. Kommisnon in Nr. 146 der Drucksachen. _ erichterftatter ist Abg. Dr. Meyer (Jena). (Schluß des Blattes.)
_ Dem Reichstage sind folgende Drucksachen zu-
gegan en: _
ericht der Rechnungs=Kommissiom betreffend die Uebersicht der Reichs:Ausgaben und :Einnahmen für das Etatsjalr1886/87. _
Zwöléter Bericht der Kommißion fiir Petitionen. DLL? Vsrein ge en den Wucher im Saargebiet hat durch eine Petition ( eberreicher: Abg. Bormann) die Rothwendigkeit einer Erweitsrung der reichSgeseßlichen Vorschrifwn zur Ysr- Zmdsrung des Wuchers zur Sprache gebracht. Die Kommimion eantragt demgemäß:
Dcr Reichstag wolle beschließen: die Petition ]] 10 860 dem Herrn Reicbékanzlcr zur Erwägung zu überwcisen, in welcher Weise dem Wucher nach den in der Petition angegebenen Richtungen im Wkge dcr Geseßgedung zu steuern sei.
_ In der heutigen (31.) Sißixng des Hau1_e_s_ der Abgeordneten, welcher der Ministsr der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angeiegenhetten, 131». von Goßler, der Jmaaniuister Dr. von Scholz, und mehrers Kom- miffarien beiwohrxen, steht auf der TageSordnung: Fort- seßung der zweiten Berathung des; Staatshaus- Zgltsthts für 1888/89, _und zwar der _ Etat des
einisteriums der geistlichen, Unterrichts: und Medizinalangelegenheiten. _
Vorweg werden_ zur Dsbatte gertsllt vom Kap. 124 „K_xiltus und Uytermcbt gemeinsam“ der Tit. 5 „ ur Ver: bemerung der äutzsren Lage der Geistlichen aller Ve enntnisse 4000000 (,k/:“ und der Tit. 18 „Zur Entschädigung für den Fortfail von Stolgebiibxen 300000 ““;“.
Die Budgetkommxssion stellt folgende Anträge:
In Zeile 7 des Vermerks statt „der kathoiijchcn Geistlichen bis auf 2400 «M' zu setzen: ,
,der katholischen Geistlichen [“is auf 2700 „E', im Uebrigen die Titel zu bewilligen, *
folgender Resolution die_ Zustimmung zu_ Yrtbeilen:
' Bei Bewilligung des Kap. 124 Tit. 5 Land 18 die Königlickxe StaatSregierung aufzufordern, vom nächstjäbrigcn Etatsjabre ab die urspxünglick) im Tit. 18 außgeseßten 500 000 4/6, soweit sie bereits Verfügbar find, oder später verfügbar werden,an dcn Tit. 5, behufs dcfferx Verstärkung, zu übertragen.
Hterzy beantragen:
1) DLL Abgg. von Strombeck u. Gen.:
Das Haus der Abgeordnetkn wol]? beschließen:
In dem „Vermerk' zu Kap. 124 Tit. 5 hinter den Worten: „dc1_s_Jal)re§ei_nkommen der bereits 5 Jahre im Amt befindlichen Gctjtlickzcn“ einzuschalten: „_ einschlisßlicl) dcrer in staatlich aner- kanntcn V/iisfionspsarren _“.
2) Der Abg. Dr. Mithoff:
Das Haus der Abgkordneten wvile beschließen:
Die Königliche StaatSreqic-rung aufzufordern,
den Fonds im Kap. 124 Tit. 5 im Stanishausbakts-Etat für das Jahr 1889-90 so zu bemessen, daß das Mindestcinkommen _ neben freier Wohnung _ _der bcxeits fünf Jahre im Amte bkfind1ichen Geistlichen in e_vangeli/chcn Psarrcn 2400 „xk, in katholischen Pfarren 180036 ketragi und in_ zivkckmäßig abgestuften Zwisckoeuräumen fur_d1;e cvangle/Écn Gci1t1ichen aus 3600 „16., für die katholixcben GLlstllÖLn aus 2400 „% nach 25 jähriger Amtsdauer steigt. 3) Der Abg. Dr. Brüel: _Das Hays der Abgeordneten onc beschließ7n:
Dre Könxglrche_Staatsregierung aufzufordern, in Betreff des Fonds Kap. 124 Tit. 5 für die Zeit vom 1. April 1889 ab eine Verwenduxxgsart dorzubereiien, nach welcher derjenige Theil des
onds, welcher mcht _zUr Erfüllung rechtlicher Verpflichtungen in _,Znspruck) genommxn w1rd, den kirchlichen Oberbehörden in festen 1ahrltck)_en Gxnxraqunmen mit entsprechendex Verwendungsbcfiim- myng :zbcrwteixn wird, und chfallfige Vor1chläge dem Landtage betm nachstxahrtgen Staatshaushalxs-Etat Vorzulkgen.
4) Der Abg. von Hammerstein:
Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:
1, Den Tit. 5 des Kap. 124 wie folgt zu fassen:
„Zur Vexbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekenntmffß 6000 000 „,“-“.
Vermerk. _Dieyer Fonds ist rzach ErfÜÜung der auf demselben ruhenden Verpflichtungkn dazu bestimmt, zunächst das Jahresein- kon_1_mxn __neben fretxr Wohnung _ der im Amt befindlicher: _Gctstltche_11 m evaygelijchen Pfarren der Regel nach auf 2400 „46, nz katholuchen aus 1800 „44 und sodann in bestimmten Zwischen- raumen steigend zu erhöhen, bis die evangelischen Geistlichen 3600 «!(. und die katholiichen 2700.34 erhalten, wenn sie 25 Jahre tt_n Amt smd. Die am Jahresschwß verbleibenden Bestände konnen zur Verwendung in das folgende _Jahr übxrtragen werden.
11. Den T_lt; 18 des Kap. 124 zu fasten, wie folgt:
„Zur Ent1chadtgung der Geistlichen u. s. w. wie in der Vor- lage 1050 000 5-6“
Vßrmerk. Von _diesem Fonds find 'ährlich 750000 «44 der evangqlascßen Landeskirche als dausrnder taatszuschus; zyr kirchen- Liesäßlchen Regelung des Stolgebührenwesens zur Versügung zu
e en.
111. Fixx dyn JLU der Ablehnung des Antrags ]:
Die Kontgltch_e Staatßregierung aufzufordern: _ Den Fonds im Kap. 124 Tit. 5 im Staatshaushalts-Etat fur das Jahr 1889/90 so zu bemessen, daß das Mindesteinkommen _ nebst freier Wohnung _ der im Amt befindlichen Geistlichen der Regel ngch tn epangelischen Pfarren 2400 „44, in katholiscbrn 1800-44 beiragt und_1_n_zweckmäßig abgestuften Zwischenräumen für die evangelischen _(xHeqtltckyen auf 3600 „sé, für die katholischen auf 2400 „46 ngch 251abrtger Amtsdauer steigt.
117. Zur _kezi Jau der Ablehnung des Antrags 11:
Dre Kontgltche StaatSre ierung aufzufokdkkn:
In deri StaatsbauShalts-(gxtat für das Jahr 1889/90 einen
Betrag von 750000 ck- als dauernden StaaTSzuschuß für die
evangelische Landeskirche zum Zweck der kirchengeseßlickpm Regelung des Stolgebübrenwesens einzustellen.
7. Die Königliche StaatSregierung aufzufordern:
Dem H':ufe der Abgeordneten baldmöglichst einen Geseßentnmrf vorzulegen, durcb welchen der evangelischzn Landeskirche die für ihre dringendsten Bedürfnisse _ namentlich zur Begründung neuer Parcchicn und zum Bau neuer Kirchen, sowohl in übermäßig starken Gemeinden, als insonderheit in der Diaspora, zur .Her- stellung kirchlicher Seminarien und zur Einführung von Vikariaten, zur Ablösung der Stclgebübren, zur entsprechenden Ausübung des Kirckéenrkgiments und zur Bestreitung eines ausreichenden Ein- kommens der Geistlichen und nach deren Tode zur Unterstüyung ihrer Angehörigen nothwendigen Mittel dauernd gewährt werden.
5) Der Abg. Freiherr von nene:
Das Haus der Abgeordneten wo e nachstehender Resolution seine
Zustimmung ertheilen:
Die Königliche Staatsregikrung wird ersucht, baldmöglichst im Vermerk des Etats zu Kap. 124 Tit. 5 auch für die Alterßzulagen bestimmt festzusteüen, unter Welchen Voraussetzungen dieselben nicht nur gewährt werden können, sondern gewährt werden müssen.
6) Die Abgg. ])r. Achenbach und Genoisen: “
Das Haus der Abgeordnetm wolle bescblicßsn:
An die Königliche StaatÉ-regierung das Ersuchcn zu richten:
Nack) Anhörung der ober?" evangelischen Kirckocnbebörden zu prüfen, welche dringenden kirchsichcn Vedürfniffe, insbesondere in Bczua auf die Begründung ncucr Parockyicn, die ngelung des Stolgcbühremvcscns und die Einrichtung von Vikariatkn, auf dem Gebiet der evangelischen Landeskirchen zu bcfriedigen sind, und dafür Sorge zn tragen, daß die zur Befriedigung diekcc Bedürfnisse erforderlichen Summen bchufs Verwendung durch dci: Minister der gkistlicben 2c. Angelegenhcitsn nach Benehmen mit den oberen Kirchenbkkxördsn dankrnd :.ur Verfügung_geste[l_t Werdkn. _
Verichterstatisr dcr Budgetkommixrion i1t Abg. Dr. Mithoff.
Der Abg. Freiherr von Hammerstein begründxt seine An- träge mit dem Hinweis darauf, daß disselben sich en an- schlöffen an 016 von der General-Synode “einstimmig geßaßten Beschlüsse. Es soUe ]“th nur der__ finanzislle Boden für diE Ausführung derselben 96schaffen_ werden. Die Forderung eines Mindesteinkommens _siir den Geist- lichen von 2400 „45, das allmählich am 3600 ck16 steigen solle, sei ksine unbescheidene; die Richter begiinnen mit 2400 und stiegen auf bis zu 6000 «16., bezögen ein Einkommen bis 4500 „46, Und Subalternbeamte hätten ein Gehalt von 3000-3600 5/4 Wenn man eine Re- solution in Aussicht nehmé, um eine solche Regelung für das nächste Jahr herbeizuführen, so stshe doch materiekl wenigstens nichts im Wege, die Einstellung der erforderlichsn Summen schon in dissen Etat zu bewirken. Die Erhöhung des “Fonds zur Entschädigung der Geistlichen fiir den Ausfall an “tolgebiihren werde ebenfalls all emein als eine dringende Rothwendigkeit anerkannt. Endli sei stets von den preußi- schen Königen, von dsn Ministern, selbst von de_m Minister Falk, von den Synoden ansrkannt worden, daß 1obald die evan- gelische Kirche eine gesetzlich? Verfassimg erhalten haben würde, fie mit Liner dauernden Dotation ausgestattet werden müsse, um ihre Aufgabe erfüUen zu können. Tie Forderung einer Dotation siéhe also nur in Kontinuität mit der ganzen neneren Ent- wicksltm der evatigelisckzen Kirche. Diese Miitel müßten der evan Sli€ch€11 Kirch? um so bereitwilliger gewährt werden, als- das estcuerungL-recht der Kirche auf ein Minimum beschränkt ssi. Die Budgetkommission, der diese Titel nebst den dazu gestellten AnträgM zur Prüfung zu Überweisen sein würden, würde sich hoffentlich für die VewiÜigung der hiex geforderten Summen auSsprechen. _ '
Abg. Dr. Brüel ist mit der Regierung darin einverstan- den, daß das bei Erlaß des Civilsta11dsgeseHLS_gegebene Ver- sprechen, für den Ausfal] an Stolgebühreu Eriaß zu schaffen, undurchsührbar sei.
Summe ski aber zu klein. Von einer Entschädigung der niedexen Kirckzendiener ssi überhaupt nicht dio Rede. Es müß: ten, 1oweit die betreffsnden Fonds nicht zur Erfüllung recht- lichsr Verpftichtungen nothwendig seien, daraus ieste Jahres- symmen der Kirche Überwiesen werden, damit diese die GShÜlfÖVLkhäÜUiffS ihrer Geistlichen den Verhältnissen entyyrechend regeln könne. 3th bsstehe eine große Ver1chiedenhsit in der Vsrwendung der Fonch katholische und die evangelische Kirche, nicht blos,
das der evangslischen, jondern auch, weil in jeder katholischen
Gemsinde, da 1ie nur ein€_n PfZ-rxer habe, neben dsm _ _ e_1x1 Geistiwher einen Zuschuß er: , halts, wahrend m den evangelnchsn Gemoinden, wo MLYrere
Kayläne fungirten, höchst€n§
Geistlichc angkstellt _seien, jeder derselben einen Zu chuß €11_1psangen könne. Die; L_lntrc'ige dcs Abg. von Hammexstein sezien unannehnxbax, weil pie sich auf die evangelischs Landes: k1_rche, d. _h. au1__die der_acht alten Provinzen bezögen. Viel- leicht durfte LS nch empxehlsn, die Budgetkommission fiir diese Berathlxngen zu verstärksn. W _Bet Schluß VSH Blattes nimmt der Abg. Stöcker das sor . _ Der DiEziplinarhof für Beamte trat heute zu einer Sitzung zusammen.
_ _ ?Das „YkaxirxeBer-Bl.“ veröffentlicht folgende Nack)- richten uber Schiffsbewegungen (das Datum vor dem Orte b€d€utet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dmx). SM. Kreuzer „Adler“ 22./11. 87 Apia (Poststation: Apra ZSamoa-Inseln].) _ S. M. Kreuzer „Albatroß“
5/1. t. _Pqu ch Loanda 7./1. _ 16./1. Kamerun 22/1. _ 23/1. Principe 27/1. _ 30/1. Lagos 2./2. _ 3/2. Wydah- :)./2. _ 18./2. Sierra Leone 23/2. (Poststation: Plymouth.)
_ S. M. S. „Ariadne“ 27/2. Portorico12/3. ( ojttation: [US (3/3, Curacxao [Westindien], vom 7.3. ab Hme'm.) _ S. M. S. „Bayern“ 21/11, 87 Kiel. (Poststation: Kiel.
S. M. Knbt. „Cyclop“ 4/11. Kamerun 7/1. _ 11./1. St. Zhomcz 31/1. _ 2./2. Gaboon 8/2. _ 10./2. St. Lhomé 20/2. (Poststation: Kamerun.) _ S. M. Kubi. „_Eber“ 28./1. Point de GaUe _ 16./2. Batavia 18./2._ (Yosixtat1011:_Apta [Samoa-Inseln].) _ S. M. „Habicht 25/11. 87 querun _ 15/2. St. Paul de Loanda 18./2. (Poststation: [US 13/3. Kapstadt, vom 14.3. ab Kam/Zrun.) _ S. M. S „Hansa“ Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. Knbt. „thts“ 3/1. Hongkong _ 8/2. Bangkok 21/2. _ 28./2. Singapore 14-3. Poststation: Hongkong.)- S. M; «Fahrzeug „LZoreley“ 9./9._8 Konstantinopel. _ Leßte Nachr1cht_ m_)_n dort 25./2._ (Poststation: Konstantinopel.) _ S. M. S. „Lmse 18/2. Kiel. (Poststation: Kiel.) _ S. M. Kren er „Möwe“ 16./1. Kapstadt. _ Leßte Nachricht von__ or“t 8/2. (Poststqnon: Zanzibar.) _ S. M. Pnzrfahrzg. „Mucke 2./8. 87 Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelms- haven.) _ S. _M. Kreuzexr „Nautilus“ 26/12. 87 Zanzibar 24;/2. (Poststation: anz1_bar.) _ S. MS. „Nixe“ 17./9. 87 Wilhelmshaven. (Potstatton: Wilhelmshaven.) _ “S. M.
die Gymnasiallehrer .
d ;
Dis Entschädigung müsse in anderer ;" Weiss Erfolgen. Die in dem diijährng Etat mehr gewährte “
für die _ _ _ _ weil das thmalgchalt der kaiholiichßn Geistlichen niedriger sei ach» "'?»
11ichtrichterliche
3. Armee-Corps (Rouen) und beim 16.
Knbt. „Wolf“ 21/12. 87 Hiogo. (Poststation: Hongkoy .) -- Kreuzergeschwader: S. M- S. „Bußmarck“ _(Flaggscht , Carola“, „Sophie“, „Olga“ 6./1. Hongkong, mit _AUSnahme S, M. S. „Olga“, welches in Apia verblieben ist. (Post- station: a. für S. M. S. „Vismarck“, „Carola“, „Sophte“: Hongkong; 1). für S. M. S. „Ol a“; Apta [Sanzoa-Jnselti].) - Schulgeschwader: S. M. S. „ tem“ (Flaggschi , „Prinz Adalbert“, „Gneisenau“, „Moltke“_ 7./1., bezw. ./1., 8/1. und 7/1. St. Vincent [Kap Verdes]. (Poststation: bis 2./3..St. Vincent [Kap Verdes], vom 33 ab Southampton [England]). _
Kiel, 3. März. (W. T. B.) Der Kr_onpr1nz und die Kronprinzessin von Dänemark sind heute früh auf der Durchreise hier eingetroffen_ und_ haben alsbald die Reise über Hamburg nach England wrtgeyeßt.
Metkleubnrg-Schiverin. Schwerin, 2. Miirz. Heute hat sich der Präsidknt des Großherzoglichen Stqats-Mimstertunxs, Staats-Minisier von Bülow, zur Erledmung von Regie-
“ rungsgeschäften zu dem Großherzog nach Cannes begeben.
BraunschWeig. Braunschweig, 1. März. (Hann. Cour.) Der Landtag seßte heute die Etatsberathung fort, wobei auch der Antrag, betreffend die Erweiterung der Bezirke des Landgerichts Holzminden event_. Au/hebung deHselden, zur Abstimmung gelangtk. DLL) erste Theil _des Antrags wurde angenommen, der zweite: eventuclle Thail abgeiehnt. _ Ja den nächsten TUIM wird der Vsrsammlnng EML Vorlage, betreffend die Erhöhung der Civillisie, zugehen, nachdem diexer Gegenstand bereits in VELTWUÜCHLU Sitzungen berathen wordenist.
Sachsen - Coburg - Gotha. Gotha, 29. Februar. Der Herzog hat, wie das in der_heuxs anedegédenen Nr. 7 (1888) der „Geseß:Sammlung““vsröfsentlichts bezügltche St atut vom 17. Februar Lkgikbt, b€schloffen, zur Anerkéiinung vpn Vexdiensisn, für die weder der Hau§:Orden, noch die Medaille». für Kunst und Wissenschaft gssignet erscheint,_ eine besondere Medaille mit der Benennung „Herzog Ernii-Medaille“ zu stiften. Tas Statut bcstimmt im Einzelnen Fol: gendes: Die Medaille ist _in __ SLWST geprägt _und trägt auf der Vorderseite das Bildmß des Herzogs, cxnsder Rückssite eine allcgorische Vérzierung nut der Uinichrtft: „k)riUcSyZ mugarum 530€rä08“. Die MedUiÜS wird in zwei- facher Form mit und ohne Oese veriisbexi, und die ersiere a_n einem grünweißen Bande getragen. _ Dre Diplom? _1_itr_ die Verleihung werden von dem Herzoglichen Staats-Mimxtxmum, Abtheilung fiir Gotha, ausgexertigt, welcheH iibi'r die ersolgten
. Verleihungen ein fortlaufendééo Verzeichnis3 zu fiihren hat.
Die MedaiÜc ist nach dsm Tode des Beliehetien an das Staats=Ministerium zurückzugkben, insoweit nicht die U€ber: lassung derselben an die Familien bezw. di€_Erden des Be: liehenen vom Herzog ausdrücklich genehmigt wrrd.
Hamburg, 1. März. (WEs.-Ztg.) Dsr Senat__hat de: Bürgers chaf t gsstern eitwn Ge1e15€ntwurf, biztrenend die Organisation der Zollverwaltung, und gleichzeiti einen Gesetzentwurf, bstrsffend das Strasverfahxeti m Zo : und Reichssieuersachen, vorgelegt. _ In der gestrigen Bürger- schafts-Sitzung wurde_ die Bérathung des Etcxts Für 1888 beendet. Die Abstriche iind nur unerheblich. Die Einnahmen sind auf 39 763 916 «14 veranschlagt, dch Defizxt auf 1 900555 36 Leßteres sieilt sich jedoch durch inzwi1chen erfolgte Anträge ans ca. 21/4 MiÜionen Mark.
Elsaß-Lothriugen. Straßburg, 2, März. (WTB) Der LandeSaueZschuß hat dis von der Regierung verlangte Errichtung zweier neuen Kreis:Dir€ktionen mit 33 gegen 17 Stimmen ab el€hnt, dsgegen auf den Antrag
“ des Abg. Petri einen kosten zur EkkichtUUg einer Polizei:
Direktion in Metz in den Etat aufgenommen.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 1. März. (Wien. Abdp.) Ter Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses setzte heute in Anwesenhkit dsS Minister-Präsidénten Grafcn Taaffe die Veraihung des Etats des Ministeriums de-ZJnnern fort. Bei Beginn der Sißung wurde beschlossen, zum Zwecke der Verhandlung Mkhkékér Angslsgenheiisn eine vertrauliche Sißung zu veranstalten. Nack) Schluß derselben wurde zu
Titel 4, „Politische Verwaltung in 5911 Einzeltien Ländern“, -
übergegangen.
Jm Justizausfchuß gab Minister Prazak iibsr Ver- langen den in Aussicht genommsnen Advokatentarif in seinen Grundzügen und in den wichtigsten Ziffernansäßen bekannt, vorbehaltlich der in einzelnkn Details noch vor- zunehmenden Modifikationen. Z )
tg.
Pest, 1. März. (Wien. Die Klubkonferenz
der liberalen Partei beschloß gestern Abend, die Zucker- 1teuervorlage anzunehmsn.
Großbritannien und Irland. London, 2. März.
W. T. B.) Das Unterhaus setzte heute die Verathung des ussel'schen Antrages, betrcffend das Recht zur Ab- haltung öffentlicher Versammlungen, fort. Brad: laugh befürwortete den Antrag und brachte emen Zusaß- a ntra 9 zu demselben ein, welcher besagt: es würde größeres Ver- trauen in Bezug auf die Handhabung des Gefeßes gesichert werden,
wenn wegen der im November U. I. auf dem Trafalgar:Square
stattgehabten, angeblich ungeseßlichenVersammlung und wegen des Verhaltens der Polizei bei dieser Gelegenheit eine offentliche Untersuchung gewährt wiirde. _ Der Unter:Staatssekretär Fergusson erklärte in Beant: wortung einer bezüglicben Anfrage: für den Handel von der Küste des Rothen Meeres; aus nach dem Innern
des Sudan seien alle Beschränkungen aufgehoben.
__3. _März, früh. (W. T. B.) Das Unterhaus enehmxgte im weiterexi Fortgange der gestrigen Sißung bei ergthung der Geschäftsordnungs-Reformvorlage mit Akkla-
mation den Antrag Smith, betreffend den Schluß der
Debatte.__ Der von Bradlaugl) eingebrachte Zusaß-
antrag (1. 9.) wurde mit 322 gegen 207 Stimmen ab -
Zelehnt und hierauf auch der Russel'sche Antrag mit 16 gegen 224 Stimmen verworfen.
Franreich. Paris , 1. März. (Köln. Ztg.) Nach den Beßiwmungen Über die diesjährigen Manöver des franzosischen Heeres werden große CorpSmanöver beim „ _ Corps (Montpellier) 111 einer Dauer von 20 Tagen stattfinden. Beim 9,10, 11., *14., 15. imd 17. Corps werden "nur Brigadeübungen, bei ailen übrigen Armce:Corps dagegen DivijionSmanöver von vzerzehntägxger Dauer abgehalten. Bei der Kavallerie werden
d1e1._5_O_ivisi9n in Paris,_die 3. Division in Chgions und die - 6- Dimsion m Lyon grose Manöver im Dtmßonßverbande
abhalten; diese Uebungen dauern 12 Tage und finden im Lager von Chalons statt, dabei smd j_eder Kavallerié-Divifion drei reitende Batterien beigegeben. Dre gesammte übri e Ka- vaÜerie wird nur achttägige Bngadeübun en abßqlten, worauf sich die einzelnen Re imenter an den anövern threr Armee=Corps betheiligen wer en. Ueber die Zulassung fremder Offiziere ist noch keine Entscheidunggetroffen.
_ 2. März. . . . Die Regierung hat be: schlossen, auf die Uebertragung temporärer Mis- sionen an ParlamentSmixgltedcr zu verzichten imd in Folge dessen Constans aufgefordert, zwischen dem von_1l)m bekleideten Posten als Gouverneux von Jndo-China und seinem Mandat als Mitglied der Deputtrtenkammer zu wählen.
Italien. R o m , 2. März. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der D ? pu t i rt e n k a m m e r erklärte in Beantwortung mehrerer J nt e r pe ll a ti o n e n übxr die gestrigen “Unruhen in Rom der Miniiier-P rä1ident C ri S p i ; man müsse zwischen den Anstiftern der Un-
ruhen und deren Opferxi unterscheiden. Einige e- heime Comités hätten em_ Jwtereffe daran geha t, Unruhen hervorzurufen. Bei vielen der Verhafteten
seien außér Geld auch aufrührerische Flugblättsr gefunden worden. Es sei viel Geld auSgegeben worden, um Unruhen hervorzurufen, auch sei nicht akles bei den Verhafteten ge: fundene Gsid italienischss (Held gewesen. Ein_e weitere Be: sprechung wurde an diese Mitthsilung des Mini1ter:Präsidente11 nicht geknüpft.
Der Papst empfing heute die Kardinäle, um deren Glückwünsche zum Jahrestage seiner _Thron: bestcigung entgegenzunehmen, und erwiderte aus die vom DOULU der Kardinäle verlesene Adref1e mit einer Rede, in welcher er seiner Sorge und seinem Kummsr über die
unverändert unwürdige Lage Ausdruck gab, in welcher sich'
der päpstliche Stuhl b;?finde U_nd die unvereinbar sei mit Nr Unabhängigkeit des apxtes. Die Männer, welche am Ruder dcr ngierung ständen, hätten, wenn es in ihrem Interesse gelegen, selbst die jüngst stattgehabte Jubiläumsfeier verhindern kÖUUEU. Von ihrem guten Willen hänge die Freiheit des Papstes al): daS sei eine Lage, in die er sich, 9 lange sie sick) nicht thatsächlich ändere, nicht schicken könne.
Aus Mass oval) wird gémeldkt: Nach von mehreren Seiten eingegangenen Berichten wird der Negns heute oder mor en in A?:mara erwartet, von wo Lr sich mit feinsm Sta e nach dem 151511 von Aßmara entfsrnten Observatorium auf dem Berge Bimzen begeben wol]? um übex die m_eitsren Unterne?mungeu Entscheidung zu treffen. Kri/an ist von den Abesinisrn beseßt. Neuerdings eingetronéne Nachrichten bestätigcn, daß Debeb von_1_ Negus abgefallen ift; Debeb sol] in Dedaroa eingcztronen ssin.
_ 3. März. (W. T“. B.) Aus Massoval) wird heut? fernér gsmcldet: Debeb sei in der That von dem 9169115 ab- gefaÜen, habe seine Bande VLrlaffen und sich nach Guru be: geben; eine beträchtliche Anzahl feindlicher Truppen konzentrire sich, von Debars a kommend, in Gura.
Türkei. Konstaytinopei, 28. _Februar (yj3_Varna). (Wien, Ztg..) Die Pforte b€schloß, s1ch_]eden Schritte?- und jeder Erklärung mit Bezug auf die Mittheilung Nelidow's so lange zu enthalten, bis Oesterreich-Ungarn, England und Italien dsrselben zugestimmt habey, welche Eventualität hier für unmöglich gehalten mird. Ju
türkischen Kreisen ist man der _Ansicht , daß der Er- klärung der ungeseßlichen Position des P r i 113 e_n F 2 rd in a n d von Coburg eine En q u e t € Über die
Umstände vorauSgehen soÜte, welche der Ankunft des Vritxzen Ferdinand und namentlich der Entführung des Fürsten Alkxander vorbergingen, mit welcher die Illegalität begqnnen habe. _ Der Kommandant von Schumla inspizirte die Poyition von Varna und ordnete die Errichtung mehrerer Redouten an. In der bulgarischen Armee herrscht große Thätigkeit.
_ 29. Fcbruar. (Router:?)keldung.) Der Ministerrath beschäftigte sich [)SUW neuerdings mit der bulgarischen Frage, ohne zu irgend einem Resultat zx: gelangen. Von Öngland, Oesterreich-Ungarn und Italien ist noch keine Mit: theilung erfolgt. _ _
_ 1. März. (Reuter-Meldung.) Mittelst eines Kaiser: lichen Jrade wurde? der friihsre Botschafter in Paris, Ali Pascha zum Gouverneur von Beirut ernannt. _ Der Verkauf und die Ausfuhr nach Bulgarien von aus englischen Fabriken stammenden und fiir Bulgarien be: stimmten Vaumwollzcugen mit den Vildniffen dss Prinzen von Battenberg mérden hier verhindert.
Bulgarien. Sofia, 1. März. &Reuter:Melduyg.) (Wiener Ztg.) Die Regierung er ielt no keinerlYiwffiziekle Mittheilung iiber den Antrag ußlands. Dte1elbe_ in- struirte jedoch ihren Agenten in Konstantinopel dahin, her der Pforte darzulegen, daß die Regierung jsden Antrag ablehnen würde, welcher die Ruhe des andeS und die gegsnwäriigo Ordnung der Dinge zu stören geeignet wäre.
Zeitungsstimmen.
Das „Posener Tageblatt“ erblickt_in dem Erlaßdes YandelS-Ministers an das Aeltestenkollegtum der Berliner aufmannschaft : _ _ den Anstoß zu einer Reform jeqer Mißstände, welcbe durch 3511- sreie Aufstavelung großer Massen mmderwextbigen Auklandßgetretdes und dessen börsentaktisch gewiß koxrekte, wtrtbschaftlich_aber hxöcbst verderbliche Benußung zu Spekulatwnßmanövem beh_ufs_1ystema_tt1c1_)er Herabdrückun des PreißniveausFür Inlandswaare wwte der in ihr steckenden Summen inländi1cher_ Arbeitskraft geradezu_ den Charakter und die Tragweite elner nationaxen Kalamitat ai)- genommen hat. Indem der Handels-Minijter die Anomalie hervorhebt, welcbe darin liegx, daÉ die endgültige _Etzt- scheidung über die Lieferungsfähigkett des etrctdes cht ausschließltch in den Händen einer Kategorie von ers_önli keiten_ liegt, deren geschäftliches Interesse eine möglichst nach 1chttge eurthetlung bedtxigt, indem der HandelS-Minister ferner daraufdrtngt, daßlieferungßunfahig erklärtes Getreide vor einer weiteren Begrbeitung nicht wrede; zur Kündigung verwandt werden darf, zetgt er mit erfreulicher Klarheit und Entschiedcnheit_den Weg zur Rehabilitirung u_nsercs einheimischen Qualitäthetreides _gegenuber dem so vtelfacb nur zu Zwecken börsenfpekulatrven Unfugs herangezogenen minderwertbigen Außlandßgetreide, uyd_ damit auch den Weg zur (Gesundung der einheimischen Preisbildung an. Wer es tm Interesse der Gesammtheit für gebotxn erachtet, die Getreidebörse ihrer Bestimmun , den Absatz u_nd dre lohnende Verwertbung der (Erzeugnisse der échimischen Landwxrtbfchaft zu fördern und dem auf Lieferung guter und gesunder Waare gertchteten Vedürfniß des Konsums entgegenzukommen, zurückzugeben, der kann _das reformatorische Em- Lchßeiten des Handels-Ministers nur freudigen Herzens willkommen et en.
_ Die „Norddeutsche Al_lgemeine Zeituyg“ bringt über das Sering'sthe Werk (siehe Nr. 55 des „Reichs- Anzeiger“) noch folgenden Artikel:
Als Gesammtresultat aus- seinen Beobachtungen und Unter- suchungen und aus den auf diese bafirten Reflexionen über die bis- herige und zukünftige Konkurrenz des nordamerikanischen _Getreides auf dem Weltmarkte hatte, wie wir schon anführten, Prof. Sering seine Meinung dahin angesprochen:
„daß es fich bei der gegenwärtigen DEUression der Getreidepreise um eine vorübergehende Erscheinung bandolt. Es ist eine Krifis, harvorgerufen dnrch die rasche Besiédelung fremder Erdtbkilc und den Ausbau der modernen VerkehrSnetzk, deren baldige Heilung kaupt- sächlich anGrund der Thatsache zu erWartc-n ist, da!“; die Niederlassung in erd-Amerika jetzt und in Zukunft wit größkron Schwierigkciten und Kosten Verknüpft ist als friiher, Und daß die Krifis ails threide Produzirenden Länder gleichmäszig ergriffen, die privatwirtb7chafxlichcn Grundlagen der Volkswirtbschaft allcr Kulturnationen gleichmäßig erschüttkrt bat.“
Hieraus folgt nun, wie Professor Sering Weitsr ausführt, das;, Wenn jemals Schutzzölle gersÖtf-srtigt tvarén, cs dicjsnigen find, wch1che die West“ und miitcl-euroxäisÖ-In Staaten für [andwirtbsÖa/tliäoe ProdUkte eingsführt Haken. Dicsks sind „echke Notbstands:ö[[e', sagt Sering, dénn wären die gesstiwärtigen Gstreidevcéiic für 5112 Zukunft als normczle anzuskben, io würée di.? allZcmcinc Entwertbung des landWirtb/chaftlichkn Besixxsiandks nUr vkrmögé eins: dausrndsn und unertr_äglick)en Belastung ailsr andsren Volkéklasscn zn verbüken sein.
Wenn man absr die [aridwirthsck/aftlichc Kli ';5 ass ein: Vorübsr- gebende Flutbwellk bstraÖtc, so müsse ein Nickieingreifen dss Staats als kUrzsichtige Politik ersckCinen, Und Zwar dssbali). Mil där Sfaat alßdann den" wirthicbaftlicban Ruin won Tausend?" skiner dssten Bärgcr zulamen wiirde, okxch cm? der andsren SAW das dal'si doch aUein als möglich zu deukendx Ziel in Krrcichsn, nämlich Lime dancrr1de VkrsorgUng dcr nici)t landkvirtdsÖaftlichsn Bsruisklasscn mir billigen Nahrungsmitteln.
Zweifellos UUkaiiC/L, sc) gebt dcr deankcngang Scringss WSika, die 231129111? dss Broigetrkidcs mii: SÖUYzöllen nach verichiedenen Richtungkn ,in schwckren Bédenken, um dann fortzafadrcn:
.Abcr 101752 KÜTQÜWVÜT, jvc1che dio Ja[)[k€ichst€ Eerdskwsse UUsLWZ Volkks trifft, zu MrHÜtcn, ist allerdings ein „;kitwsiiiges Opfer der andcrsn VLrUisitände worth, ja fordkrt ein MNS heraus. „ Es kann der (Lissammkhcit 7.ick)t glcickxgüUig skin, vb unserc BMW: und Giitédcsitzcr ais iklbständixze Männsr den Boden ihrer Väter iniiekiaken Und mit 101€)!!! freien Yksißfdiim dicjknigkn Traditionen auf iim? Kindcr vererbsn, welche fie ssit JaHrHUrxdsrten mit unserem Staatßlsdkn vcrknijpfcn, _ Odsr ob fie in cin diiickcmdés AbhängigksifÖdsrbältniß don dsn HrPoti*(k011bank€n und [ändlickikn Wuchcrcrn bcradsinksn und anderen, oft wsnig WÜUKÖMIMUÖM Ele- tmxitcn Michen miiiicn. Die ganze indididUalität unssrcs (558111851- we1ensist ans Engsxc verdimden mit dsr (Tigknart unsersr griind-
cfitzendcn Klamen; es ist Ein? Tbat dsr Selbstkrizaltim-g, wenm der Staat ihnen in ihrer Nord bülfreiciyc Hand leistet.“
Wsnn mm abcr auciy diE jkyigc Krisis, wic Scring annimmt und in ssißen im vorigen Artiksl mit,.xktbéüten Tkescn ailsgefsxbrt kai, übérwundcn skin würds, sd wärcn wir damit, Wik Sk wsiisr erklärt, keinests in der Zukurifr sichér ddr wsitkren RÜck/"Ölägcn der (Heirsidcprcise. Schon i.1 der ix'iöglickyksit. das Wcizmwrcal in Nord-Amsrika auf das_Ddosltc dcs biébcrigcn Umfangs dringen zn köxmkn, [csge di? Gsknbr cimxr icirweiligcn erncucrtcn UOÜLk- füslung der Wcizénmärkte mit billigsr Waark, in dieser Richtung Wirk? aucb dsr voxüankéne Und schon bkrübrte Weitsre Ans- ban der nordarnerikanisÖLn Verkkbrsstraßsn, iiaxnentlick) 411165 die VOÜendung dss Panamakamals. WMC mm aach aus dLn in dsn Thesen “Sering's entwickelten Miteren Momenten Line Verlangsanmng in der Ausdehnung des nm'daMrikaniiMn Wciz-xnaiibanss im VW“ gleiche zu früher eintrsten, so scheint doch nach Prof. Schug sowiel festzustckxkn:
„daß, Wenn wir Unserer Landwirtbschaft dauernd Oslisn wollen, wir zwar keine Vsranlaffimg haben, die 35116 ami) bci stkigéndcn Preissn aufrecht zu erhalten, Qbsk das RÜÜZLUJ d0ch nicht da.:crnd bsi Skike legeti dürfen, vie1111€ksr darauf «esaßt sein müssen, SI bsi Gelegenheit wieder zur Ykar hcrdvrzuhlen“.
Unskre Leser Wexden bcmcrkt Habsn, dat“; Prof. Scring dia aus dsr nordamerikanisclyen [Leb.“rvrodukiion in GctrsidS dsr earoräisÖen Landwirtbschafr drobsndchfaer milder bkurthcilt, 513 Es von andsrer Seite gksÖikbk. Aber gkradc, w-"nn cr von seian gewiß Höchst od- jsktivcn Standpankt zu den gcschildcrtcn K'o-ischenzcn ;]Llangtc, Hätte da?; auf unscte freihändierisiiécn Kreise Eindruck machen sollen. Disse aber faßten die von Scring gefolgertcn Bxurti)silungßr1 als in tbrkm Sinne decl'aU/“end an _ Jarvis: cin maar BLWCÜÖ dss weitésigcbendcn Optimismus, dsr unséra freibändlcrischsn Elem-kntk bcherrscht, wmn es sick) darum Wandelt, dax"; ihre Tbccrian trotz dss ibwcn so un- günstigm Heute in fcrnsr Zuklmft noch einmal zUr Gsltnng g€[angen könnten.
Statistische Nachrichten.
Nach Mittheilimg dW“ Statistisckyen Amts dkr Stadt Bsriin find bei dkn [)iesigcn Standesämtern in dcr Wockyk vom 19. Februar bis inkl. 25. Fsbruar cr. znr Anmeldung gckommsn: 177 Ebeschlicßungcn, 931 chendgcbvrene. 42 Todtgebowne, 432 StcrbcfäUe.
Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewescn.
Jm Kaiserlichen GesundheitSaint ist einc aus: fiihrliche Denkschrift, betitslt: Beiträge zur Veuxthsi: [ung des Nußens dsr Schutzpocken :prsung, ausgearbeitet worden.““) Dieselbe nimmt Bezug auf dLn von der Petitionskommission ÖGS Reichstages am 23. März 1886 gefaßten Beschluß: _ _ _ '
Der Reichstag wole beschließen: über dre Petitionen 11 Nr. 51, 52 26. zur Tageßordnung übsrzugehßn, j8d0ch__ mit Riicksicht auf di? Erklärung des Herrn Regierungskoxnminars, daß im Anschluß an 018 Verhandlungen der Saxiwerxtändigsn- Kommission im Kaiserlichsn Gesundheit?:amt stati/ti/che; Ermitte- lungen über den Nußen der Schußpocken-Jmpfang 1tqttftxiden, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, von dsm Erngß dreier__Er- mittelungen, insbesondere der Bearbeitunxx von Urpockenltiien, ebenso iiber die Maßrogeln, welche zur Bei affung untadeliger animaler L mphe ergriffen sind, dem eichstage bis zur nächsten SesLion Mittheilung zu machen.
Sie zerfäl1t in 7 Abschnitte: _ _
1) Tafeln zur Veranscbaulichung der Wixkung de_s Impf- geséßes in Deutschland (a. Pockensterblichkett m Prxußerx und Oesterreich in den Jahren 1816_1886; b. Pockenxterblichkeit in einer Anzahl größerer Städte des In: und Auslandes; 0. Pockensterblrchkeit in Bayern und_B_elgien; (1. Erkrankungen und TodesfäÜe an Pocken in ve_r)ch1e_sdenen Armeen in den Jahren 1867-1886; 9. Pocketifterdkchkeit der Civil: und Militärbevölkerung in Preußen txt den Jahren 1825-1886; i'. Pockensterblichkeit i11Schwedex_1_m den Jahren 1874_1883.)
2) Ergebniss einer Statistik der Pocken:Todesfäl]e im Deutschen Reich fiir das Jahr 1886.
*) Berlin. Verlag von Julius Springer. 1883. Preis 6 „M Die Abonnenten dcr Veröffßntlicbungxn des Kaiserlichcn Gesundheits- amts erhalten _diese wie ähnliche Publikaticnen der Behörde (Arbeiten aus dem Kaixerlichen Gesundheitsamt) zufolge kcntraktlicher Ab- machungen zu einem um 20 0/0 ermäßigten Preise.