Oesterreich-Ungarn.
Der Köni * ranz Joseph isi, „W. T. B;“ zufol e, gestern zu den aIövsrn in WesPrmz (Ungarn) eingetroffgen und von der Bevölkerung lebhaft begrirßi worden. _
*- Die Landtage der Monarch1e sind gestern eroffnet worden. _ ,
_ In der Eröffnunésfißung des bohmts ck12" L'and- tags betonte der Staitha ter, wre das „W. T. B. benchtet, daß die Tätigkeit des Landtags nur, dann seg_enSrerch sein könne, wenn sie vom Geiste des Fr_redens erfullt sei. Die Regierung stehe auf dem qanz rmverruckbaren „Standpunkt der
artcilrchkeit und Gerechtigkett rind werde ]ede Gelegenheit um rnebmen, vermittelnd einzugreifen, und unentwegt _dem Ziele zusireben, zunächst die Sprachenfrage wenigstens zu einem vorläufigen Ruhestand zu bringen.
In einer Versammlung aller deutschenLandtaYSabgeordneten wurde die Bildung eines gemeinsamen Ver andes aller
deutschen Parteien beschlossen.
Großbritanien jmd Jrlmtd. s d
'*'n der gestrigen Eröffnungsfißung der Herb itagung er
aaneiskammervereinigung sagte der Pri dent_ Lord Zrasser), dem „Reuterichen Bureau“ zufol e, 11 er dre Be: ziehungen zwischen Deutschland und ngland:
Wir müiien es bedauern, daß der Bau von Krtersscbtffen mit fieberhafter Energie in einem Lande betriebxn wird, mit _dem wir in freundsckaf1lichen Beziehungen zu [eben wunscb-n. Wir durien hoffen, daß die Staatsmänner zu einem Einverständnis gelangen werden, das die auf beiden Seiten gewünschte finanzieüe Erleichterung ermöglicht. .
Lord Brass edachte sodann rmiank der leFien Aeuße: rungen Kaiser Wilkixlms und ihrer friedlichen Ten enz.
Niederlande. _ Die Kammern find gestern mit eiiier Thronrede eroffnet worden die im Auftrage der Königin, die z'U'rhrem Bedauern am Ericheinen verhindert war, von dem Minister des Innerrr, .Heemskerk, verlesen wurde. Dre Th ron red e fuhrt, „W. T. B, zufolge, aus: _ _ , Die freund1ch1ftlichen Brziebungeri zu Venezuelg batten, eme Unterbrechun erfahren, Welche die Regierunz in friedl_tcher Weise zu beseiti en su e. Die Beziehungen zuden anderen Macbien seien die freundiebaftli sten. Die Regierung bedaure lebhaft die Unr-tben auf Sumatra. ie Kolonie Caracxao leide unter den schädlichrn Wirkungen der Urrterbrecbung dsr Hmdelsbeziebungen zu Vene- zuela. Der Stand der Finanzen eriordere eine „dauernde Vrr- mebrung der Einnabmxn, um das finanzielle Gleichgewicht aaf- recht zu erhalten. Die in der Tbronrede angekündigten Geseh- entwürfe betreffen eine Ecböbuna der Erbschaftssteizer und eine allgemeine Einkommensteuer rnit Ergänzungssteuer auf das Kapital. Zur Beseitigung des Defizits des Recbmngsjabxes wird die Erhebung eines Zuschlags-Centimes auf di; Eenkommemixuer und eine Ver- mehrung rer VerbrauÖZsteuer auf Alkohollangekundtgt. Der Besuch des Generalgouberneurs bon Indien in Atjeb (aße die dorti*e Lage klar erkennen und xsige den Weg zur dauernden Pax fizierung des_ andes. - Das von der Regierung aufgestellte Budget_f_ur das Jahr 1909 weist nach Schäßung ern Defizit von 15800000 _ _ ordentlichen atentfallen. DasVudget'fur1908 ergrbtebenfcrlls ein sehr erhebliches Defiit. Aus diesem Grurrde tft eme dauernde Erhöhung der itiel drinJend erforderliclx, gaxrz ah- eseben von den Kosten der Sozia ?Zese gebung, fiir dre _dre Ziegierung an eine Aenderung des o tarrfs zuruckzugreifen beabsichtigt. eitweilig sollen_10 Centimes Zuschng zur Ver- mögenssteuer erhoben und die Alkoholfteuer erkxot werden, wodurch das Defizit auf 2370000 Fl. herabgemmdert mird. Bei der Vorlage des Budgets wurde von der Re- gierung erklärt, der Minister des Aeußern habe die Ver: öffentlichung eines Orangebuxhes, d_as emen Ueber- blick Über die Arbeiten seines Rci1orts wahrend des ver? gangenen Jahres aeben sollte, rerxlrck) erwogen, doch fer er zu drm SchluF gekommen, da dann dre Dokumeiiie einer solchen Sichtung unterworfen werden mußten, daß sich dadurch ein falsches Bild ergeben wurde,. Er habe nur an die Mitglieder der Zweiten Kammerrme Sammimg der Dokumente Über die Schwierigkeiten zw1schen den Niederlanden und Venezuela mit der Bitte verteilen 1011211, den Inhalt vor:
läufig als gsheim zu betrachten.
Asien. In den [83th Tagen kursierte in den Städten Nord- perfiens der Text eines angeblich von Ulemas an den Schuh abgcsandten Telegramms, 111 dem, nach einer Meldrrng der „St. Petersburgrr Telegrapbenagrntur“, dararrf bingewwien wird, daf; die Erhaltung des Jslgrris und_des Staats arri der Verfassung beruhe. Zn disser Einiicht h_atie dir Turk_e_1 LMS Verfaffun ein eführt. Zn Jratr ]edoch batten _dic verfamungs: mäßigen Örnn lagen, troßdcm sie 0011 dcm verstorbenen Schal) ebiliigt worden seien, einen ungunsttgen Boderr gefrxnden. I)er Grund dafür liege in den Handlungen ergennu iger Yersonen, die Verräter des Giaxrbens und 010 Staats crrn. ie gegenwärtige Regierung trene drr Vbrwurf, den gescß- mäßigen Forderungen des Volkes nicht die erwartete Unter: stüßung gewährt u liaben. Das habe Wirrrw hervorgerufen, bei denen viele VTuselmänner Leben und Bifißiirm verloren hätten. Zum Schluß richten die Ulcmas drr Bitte an den Schuh, sobald als möglich zur Zusammenberufunq dcs Parla- ments zu schreiten, das den einzigen Hort der Ordnung und Geießmäßigfeis bilde. _ - Die chinesische Regisrung Hai, Liner Depesche des „W. T. B.“ zufolge, ihren Gesandten in Washington an- gewirsen, den vorgeschlagenen Schiengerichisv ertrag mit Amerika zu unterzeichnen. Der Vertraq äbnelt dsnen, die Amerika bereits mit cinigrn Mächten abgeschionen hat.
Afrika.
Nach einer Meldung der „Agence Havas“ at El Mcnebbi das neu grschaffrne Amt eines Rates des Sultans für Tanqer erhalten. Guebbas,_ Darniaba und der Polizeipascha von Tanger bleiben in 151111 Aemtern.
Parlamentarische Nachrichten.
Bei der Rei staqSersgßwabl im Wahlkreise Speyer-Frankent al-Ludw_tgshaf§_n haben, _„W. T Bx“ zufolge, Buhl (nl,) 12156, Binder (Soz.) 19 201 Stimmen erhalten. .
Nach den "amtlichen Ermitteiungen- find bei der am 11. September stattgebabten RerchStaqSerjaßwahl im
, auf, von denen gegen 10 Miilonen auf den C
K le 1) e: Jerxheim ajiib)
schweig
Stimmen abgegeben worden. Davon haben der Hofbefixer
B aun ' 190 und der Notar Dedekind-Braun- r ' schMÉ Mer LandesrechiSparier erhalten, 3 Stimmen waren Zersplitteri.
wahl zwischen Kleye und Rieke ftattzufinden.
11422, der Maurer Nie e-
5912 Stimmen 0 hat also Stick)-
auSgegeben im R chSamt
wesen: Status der den 3) Polizeiwesen: Aus
gegeben im
Seminar für
Nr. 40 du „Zentralblatts für das Deuts : ReiÖ', ber- des Innern, vom 11. d.
Inhalt: 1) Konfulatwesen: Ermächtigungen zur Vornahme von ivil-
standsbandlungeu; Exequaturerteilungen; Entlaffun )
eben
von Ausländern aus dezu Reichsgebiet. - 4) Medizinal- und WMärwesen: Bestimmungen uber die Fleisch- beschau und Schlachtungsfiatisti8
N -73 des . t lbl tts der Bauverwaltung“, beraus- : Mini ::.-191173" öaffentlieben Arbeiten, vom 12.
1908, bat frÉgersideäi Inbalt: ÖmFFßes: Die!?)sxxiacbrichten. - Nicht- mtlicbes: Wie an Mün *- -- c(*Großen Berliner Kuugstausfirliung 1908. „_ Das volkswirtsibaftliche Bauingenieure an der Technischen Hochschule in Dresden.
- V mischtes: Wettbewerb um Entwürfe zu einem Bebauun spian Für Fiirnkenhausen am Kyffhäuser. - Theodor Peter! 1". _ ueber- (hau.
., hat folgenden
. - 2 k- Notenbanken Ende Zugufi 1908. --
September Baukunst auf der
Statistik und Volkswirtschaft. Ein- und Ausfuhr vonZucker vom 1. bis 10.September 1908.
Gattung des Zuckers
Einbfnirbr AUF!)?
SÜW" SW"
____.__
ä- rein
1
Verbrauchxucker sé:
Nobrzucker (17611 Davon Verede un sverkebr . Nübenzucker:
zucker 1760
Rübenzucker: Stücken- und
Rübenzucker Nübenzucker: arin (17611) Nübenzucker: andis (1761) Anderer Zucker (17611111)
Anderer fester und Raffinade einscbl sirups usw.) (176111 . .
Zucker altige Waren unter An t'
vierter und dem. raffi- nierten gleichgete ter Zucker) (176 a/1)
Nübenzucker: Krista zucker (granulierter (1765) 2 sattem, Stangen- und
Rübeni er: gemahlener Melis 17611) . . .
176 0) ......... Riibenzucker: emablene Naffinade (1761') . . : Brotjucker (176g)
R ck , o , ester und 715111 er (176k). R? riiiucekyerkti,)brerFfeiLer und fiüiYger (1761)
ger iW des JnVertzu er-
ablä ' Si FfiumeFffeÖiekxfieeraijtfueiter; 1iiißbénsaitlkxiÜborn- sa (17611) .......
s ' micht “ ..... Menge es darin entbaltenen Zuckers . .
Berlin, den 15. September 1908.
Kai rli Statistisches Amt. sevcrckriQder: Borghi.
i - d Aus ubr einiger wichtiger Waren in der Zeit E nvorilrn1. bis 1f0. September der beiden leßten Jahre.
396 254 75
36 250
-------
111-920
5 662 1 621
4 233 2 098 1 971 317 428 19 266
111-204
ürfel-
"meljucker
Zu er (fiüs ge
Me-
steueramtliiber
Warengattung
Einfuhr Ausfuhr im Spexialbandel (17. =- 100 irg
Baumwolle . . . . Flachs, gebrochen, ge- s wangen usw. . . Han , gebro en, ge- s wungen uw. Jute und Jutewer . . Merinowoiie im SFweiß Kreuzzucbtwolie im Schiveiß . . . Eisenerze . Steinkohlen Braunkohlen . . Erdöl lgereinigt . Cbileia peter . Robeisen . . . Roblupven,Nobschrenen, Robblöcke usw. . . 1 ger. . . . . . Eisenbabn-, Zabnrad-, lattfcbienen . . . (Fi enbabnfcbwelien aus Eisen. . . . . . Kupfer. . . . .
Die deutsche überseeisch
Bremen . Hamburg .
Aus Nürnberg wild
genommen die in: Motorba
2. Braunschweiger Wahlkreise iNSgesamt 24527 gültige
den Ausstand getreten find.
Berlin, den 16. September 1908.
Kaiserliches Statiiiisckpes Amt. va :: der Borghi.
1908 und in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es wurden befördert deutsche Außwanderer im Monat August über 1908 1907
?FYIHYUGYMWUZU) 246
überbaupt .
Aus deuts en fen wurden im MonatAugust1908 neben den 1772 deutschen HMMJUM noch 7703 Ansieböri : fremder Staaten befördert, daVon gingen über Bremen 5156- aber
Zur Arbeiterbewegung.
* efiern s mtli Arb er- aus- Viktoriawerken AWYskk-YWM wegen Lo n|reitigkeiten in
1908 11 300 2 208 3 964 1 379 179
207 763 058
1907 3: 797
539
5 636 1 846 235
17: 1 262 321 7 195 478
4509 213
1907 73 666
5 380
6951 14367 4130
7981
3 104061 4 148 627 6375 004 1 812 315 7434 240916 96 97 41: 2704 1 340 114813 73900 36 845
- 117167 _ 271 -- 91720 _
i
-- - 83 978 --
6 719 1771
.. ; .. _ 51373? 30 454 l [55-
eAuSwanderung imMonatAugust
979 793
. 1772
1685 987
2677 508 3180.
. 2018
amburg 2547.
___-__-
der .Köln- 310“ ägemeldet, da in den
Aus London wird dem „W. T. V.“ tslegrapbiert: Das Lokal- verwaitunJSamt kündi t die bevorstehende Errichtung eines ständigen Schiedsgerichtsbokies zur Schlichtung von Arbeits. streitigkeiten an. Die Zusamm'cnsr ung des Gerichtsbofes wird bei jedem Streitfall eine andere sein. ie Vorsiyenden sollen einer besonderen Liste angesehener unparteiischer Persönlichkeiten, die sich diefem Dienst unterziehen wollen, entnommen werden. Ein oder zwei SchiedSrichtec folien aus zwei Listen von Arbeitgebern und Arbeit- nehmern im gleichen Verhältnisse ernannt werden. Erforderlicbenfalu wird das Handelsgmt technische Beisißer ernennen, denen aber kein Stimmrecht zusteht.
Kunst Wb Wissenslhafto
Die Königlirbe Bibliothek in Berlin batte im Jahre 1907/08 eine große Anzahl von wertvollen Neuerwerbungen zu ver. zeichnen. Nach dem Jahresbericht weist die Druckfwriftenabteilung für das genannte Jahr eine Vermehrung um 46259 bibliograpbißze Bände auf, während die Vermehrung im Vorjahre nur 32 979 Vaude ausmachte. Ferner kamen im Jabre1907108 noch 10 625 außerordent- liche Erwerbun en binzu, sodaß der gesamte Zuwachs 56884 Bände beträgt. Die enußung fieigerte sich um 11,5 v. ., indem 534342 Bestellscheine abgegeben wurden, rund 55000 me : gls irn Por. jahre. 36 068 Bände, d. 5. über 25 **0. H mehr als un Vorjahre, wurden nacb auSwärts versandt. Von Sondersammlungen halt: die Musiksammlung einen Zuwachs von 6326 Bänden (gegen 1414), darunter etwa 2000 Textbücher und 2000 Chor- und Orchester- siimmen. Außer dem Taubertseben Nachlaß erhielt sie u.a. Geschenk bon Professor Franz Kuiiak eine wertvolle Sammlung von Originaldrucken, u. a. Beethoven, und durch Kauf aus dem Nachlaß Josef Joachims eine Anzahl kostbarer Auto- rapben. Der systematische Katalog der neuen deutschen usiksammluna enthielt am 1. April 95 962 und de: alphabetische 107 777 Zettel. Die Handschriftensammlung vermehrte um 232, darunter 61 orientalische und 68 lateinische. Besonders bervoIeboben seien der Nachldß des Orientalisien Gabriel Grodd (1694- 1706) und de] Astronomen Wilhelm Tempel (i' 1889). Die Witwe Wilhelm Scherers schenkte einen Teil seines Nachlaffes, Profeffor Wiß in Freibur i. V. überwies den von Tycho Mommsen. Auf den Aufruf der Bi liotbek bin wurden ihr eine Reibe Briefe Theodor Mommsens von den Be sern überlaffen. Eine besondere Kostbarkeit aber iii die neu angekaute vierbändige buddhistische rachtbandschrifi in der noch nicbt entzifferten Tangutiscben Schri “1, Von der außerdem nur ganz wenige und kleine Denkmäler bekannt sind.
Eine .Wilbelm Busch'-Aussiellung wird Ende dieses Monats im Künstlerhaus in der Bellevueitraße 3 eröffnet werden. Sie wird etwa 130 Oelbilder und Studien und ebensoviel Aquarelle und Zeichnungen des Künstlers enthalten.
Die . rankfurier Zeitung“ meldet aus Kalkutta: Sven Hedin ist in derFTracbt eines tibetanischen Lamas in Simla einge- troffen; er reist in zehn Tagen nach London.
Geheimrat Boettinger in Elberfeld stiftete nach dem .L.-A.' der Unibersität in Göttingen ein Studiendaus. Der Zweck dieser Stiftung ist, die Einführung der Ausländer, die an der Georgia Augusta ibren Studien obliegen, in die deutsche Wiffenilkaft zu fördern. . Ueberbaupt soll das Siudienbauö den ausländischen Studenten das Eindringen in das Verständnis deutschen Geistes
erleichtern.
Von den neuesicn Ausgrabungen auf dem Forum Romanum entwirft Direktor Federigo Hermanin-Rom in der „Kunstchronik ein anschauliches Bild. Zum Mittelpunkt dieser jüngsten Ausgrabungen bat Giacomo Boni den Titusbogen_ge- macht, und wenn dadurch auch so vielen Romfabrern das Ver trugen enommen ist, durch den alten Triumphboaen zu wandeln, PHZ» die Érgebniffe der Ausgrabun en doch so wichtig, daß man diese törurig hinnehmen kann. Die PJantafie konnte frei arbeiten da, wo je t die man nigfaltigsienÉunde neues Material bieten. Durch Bäume u-d B umen sucht Boni die unden und Narben des von ihm sezierten Forums zuzudecken, u den neuesten Enverbun en dieser Art gehören die grauen rosa übenden Pflänzchen des Dy tamums, der Wunderpfianzr' aus der Jdazrotie auf Kreta, deren Venus sich bediente, um Arneas Wunde zu heilen. Jetzt blüht sie auf der schönen, restaurierten oberen lle des Klosterbofes von Santa Francesca Romana. Die neuen usgrabun en erstrecken sich von der Konstantinsbasilika bis zu dem CliVUs Valatinus, und Boni wird wobl diese Richtun weiter verfolgen bei der Erfbrscbung des Palatins, der je i, na den leßten Bestimmungen, in seine Obhut gekommen it. 'Eine enaue Prüfung des marmornen Fußbodens der Konstantins- ßasilika an den Stellen, wo die eingestürzten Deckengewölbr große Grubcn gerissen batten, bat Boni erlaubt, Ueberrefie der im vierten Jahrhundert en des Basilikabaues a eri enen Bauten zu finden, und ebenso at die Erforschung der ubiruktionen de! Tempels der Venus und Roma zur Auffindung kostbarer Ueberresie des Umzanges des Peristiliums am neronischen goldenen Haufe geführt. Die wichtigsten Funde wurden aber am Titusbogen gemacht. Bei Entfernuna der großen Piiafiersteine der Via Sacra, die aus auqusteiicher Zeit siammen, fand man ein älteres, republikaniscbes Pfiasier aus etwas kleineren Quadern und tief unter diesem einen noch älteren WF, ungepfiaftett und nur mit dickem Jiußkies bestreut. Die drei traßen haben die gleiche Steigung und die gleiche Richtung. Die kleinen Schleusen daneben haben eine äußerst reiche Ausbeute an Lampenfragmenten und schönen Glaspasien mit interessantem figürlichen Schmuck gegeben. Unter anderem fand man eine bieierne puniiche Ampel. Was die Richtung der Via Sacra betrifft, so haben die neuesten Arbeiten deutlich bewiesen, daß die Trepprn des badrianischen Tempels der Roma und der Titusbogen teilweiie darauf gebaut waren. Von da an stieg die Straße den Clwus Palatinus hinauf „der Porta Mu onia zu. Nicht weit von der_u Bogen sind die großen Tuffßblöcke der Grundmauern eines macbtigen Baues zum Vorschein ekommen, den Boni als die levten Reste des Tempels des Jupiters Stator gedeutet bat. Um den Bogen zu bauen bat Mauern des im 3. Jahrhundert v. Chr. ge auten Heiligtums durchschniiten. Kleinere Bauten umgaberi den Tempel und neben dem römischen 00115 r0iiou1aßar11 und 8111011111111 sieht man die eigentümlicbsien Ueberresie des Lebens der Mensehen, die im Laufe des Mittelalters an dem Orte gebausi haben. Die Frangipani de Colosseo umgaben im 12. Jahrhundert den Titus- ogen mit Mauern und Türmen, wovoü bei den heutigen Arbeiten die Grundfesten zum Vorschein gekommen sind., Diesen orschungeu am nördlichen Ende des Forums entsprechen die Ausgra ungen rer Basilica Aemilia, die rüstiL fortschreijen, sodaß man hofft, im Laufe des Herbstes die 11015 11 rigen 3000 qm Erde entfernen zu können und damit die ganze Basilica Aemilia zu befreien. Boni bat vor, gerade durch die Basilica Aemilia den neuen Eingang zum orum zu schaffen, und glaubt, am Ende der Via Cavour das_große Zorra! hierzu Werten zu können, das Baroni da Vi7nola fur ingang der Farnefiscben Gärten entwarf, und das eit den A - rabungen des nördlichen Abbanges des Palatins auSeiuandergenommeu 11 einem Magazin aufbervabrt wird.
man die
mrdeitsw 21 eiteumtd Ces !; eien, UM Wertungs-
Rußland.
Die gestern abend veröffentliebien Meldungen zeigen, „W. T. B.“ nfoige, ein schnelles Wachstum der Cboleraepedemie in St. burg. Von vorgestern mittag bis gestern mittag sind an der Cholera 240 Personen erkrankt und sechzig gestorben. Die Gesamt- zahl der Cbolerakranken beträgt 515.
Die Stadt Krementscbug ist für choleraaefäbrlich, die Gouvernements Worone , Kiew, Orel, Poltawa, Cberson, die Stadt Nicolaieiv, das Terekgebiet, die Wolga von Twer bis Rybinsk und die Ladogakanäle sind für cbolerabedrobt erklart worden.
Rumänien.
Die rumänisibe Regierung hat die gegen Reisende und Her. künfte aus den cboleraverseucbten Teilen Ru lands an- geordneten Quarantänemaßnabmen nunmehr auch auf die rovenienzen aus der Stadt Kiew im Gouvernement Kiew sowie aus Kertsch uud„__Cbersoneß im Gouvernement Taurida auSgedebnt. („Reichs- anzeiger“ vom 7., 13., 19., 26. August, 2. und 11. September d. I., Nr. 185, 190, 195, 201 und 215.)
Bulgarien. - Die bulgarisabe Regierung hat die Stadt Taschkent für cholera- verseucht erklärt. Schweden.
Nach einer Bekanntmachun des Königlich schwedis en Kommm- koli iums vom 11. d. M. i St. Petersburg 'r cbolera- ver eu t erklärt worden.
Na derselben Bekanntmachung sind bis auf weiteres Känsö bei Gothenburg und Fejan in den Schecken von Stockbolm als Quarantäne- uud Observationspläve sowie Harön in der Nähe von Sandbamn in den Schecken von Stockholm und Arkö in dendScbeerm yon Norrköping als Observationspläße bestimmt wor en. .*
Verdingmrgeu im Auslande.
Italien.
Marineminisierium in No 111 und gleichzeitxZ die Generaldirektionen der Königli n Arsenale in Spezia und enedig. 8. Oktober 1908 11 U r Vormittags; LieferuI von 4zvlindrischen Dampf- k ein für das Schiff .Ercole'. ert 94952 Lire. Sicherheits. [ xing 9500 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichs- anxe er“. Direktion des EericthJeiängniffes „Regina Coeli“ in Rom. 26. September 1908, 10 Uhr Vormittags: Lieferung von Maschinen- papier für die Gefängnisdruckerei für die Zeit vom 1. Oktober 1908 bis 30. September 1909: 14000 irg feinss weißeSKYapier, Wert 9800 Lire; 54000 113 balbfeines weißes Papier, W 29 700 Lire. Vorläufige Sicherheitsleistung 3% der ausgeschriebenen Summe; definitive 50/9. Näheres in italienischer Sprache beim .ReichSanzeiger'. Marineministerium in Rom und gleichzeitig die Generaldirektionen der Königlichen Arsenale in Spezia und Neapel. 12. Oktober 1908, 11 Uhr Vormittags: Lieferung von homogenem Eisenblecb und profilierten verzinkten Eisenftanqen für die Königliche Marine in 4 sen, und zwar: für 29 383 L. abzuliefern an das Königli e Arsenal in Spezia, für 99 644 L. abzuliefern an das Königli : Arsenal in Neapel, für 9959 L, abzuliefern an das Königliche Arsenal in Venedig, für 20399 L. abzuliefern an das Königliche Arsenal in Toronto. Sicherbeitsleisiiingen 2940, bezw. 9970, bezw. 996, bezw. 2040 L. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanxeiger'.
Serbien.
Direktion der Königlich Serbischen Staatsbahnen in Bei rad: 13./26. September1908: Schriftliche Verdingung behufs Lieierung von 1000 113 Bleiweiß, 1500 113 Zinkweiß, 1000 irg Minium. Kaution 800 Fr.
Verkehrsaustalten. Eisenbabnpläne in Australien.
Das Eisenbahnneß von Australien ist Verhältnismäßig noch schwach entwickelt. Es beschränkt sich im wesentlichen auf eine Anzahl von Küstenbabnen, die ohne Verbindung miteinander auf kürzere oder längere Strecken in das Innere des Erdteils führen und tot enden. Große Linien für den Ferr- und Durchgangsverkebr fehlen ganz. Allerdings baut man in Neu-Südwales zur Zeit eine Eisenbahn von Coba: nacb Wilcannia, die später bis Broken Hill Verlängert werden soll und damit das Schlußglied einer durchgehenden Linie von Sydney nach dem Spencer (Golf bilden wird, die Sydney mit Adelaide und Port Augusta in unmittelbare Verbindung bringt. Wie segenSreicb diese Linie für die Gegenden in ihrer näheren Umgebung auch sein max], so ist sie doch nicht eeignet, dem Hauptmangel, der dem ausirali chen Eisenbahnneß an aftet, abzuhelfen, nämliib die fehlende Verbindun zwischen der Asien und Europa zunächstliegenden Nord- und Wesikü e des Erdteils und der am dichtesten bevölkerten sowie in bezrÉ auf Kultur und Reichtum des Bodens höberstebenden Osi- und üdküfie beroufieiien. Zu der Ansicht, daß bierin ein Wandel eintreten müffe, ist man freilich längst ge- kommen, und schon seit Jahrzehnten denkt man an den Bau durch- gehender Linien. Die Vorteile, die solche Bahnen für Australien im Gefolge hätten, sind allerdin s von größter Bedeutung. Nicht nur würde die Verbindung der nzelnen Staaten kräftiger und en er werden, auch die Reifewe e nach Asien und Europa würden eine e- deutende Abkürzung erfa ren; ferner könnten gewaltige, der Kultur entrückte Ländereien aufgeschlossen und in ihrem Werte wesentlich ge- boben werden. Ueber die großartigen, gegenwärtig erwogenen Babu- pläne, die diese Ziele verwirklichen rollen, enthält eine in der . eitun des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen' erschienene A band ung, der auch die vorstehenden Einzelheiten entnommen sind, nähere An aben. Wir bringen die Abhandlung mit einigen Kürzungen nachf1eben zum Abdruck.
Zur Zeit sind vier große durchgebende Vabnen geplant, von denen zwei Linien schon in der Ausführung begriffen sind. Die eine dieser vier Linien in nach dem Urteile des australischen Profeffors Paul Drivat-Descbanel in der französischen Fachzeitschrift „Le Génie civil“ außerordentlich großartig und kühn edacht. Von Bourke, einer Stadt am Darlingfiuß in Neu-Südwa es und Endstelle einer von Susedtne ausgehenden Babu. soll die Linie in nordwestlicher Rich- tung " Hungerford und Alice Springs im nördlichen Territorium nach Derby nabe der Mündun des Fivroyftusses an der Nordküste von Australien führen. Die esamtlänge der Strecke würde rund
900 11111 52110 en, wovon fast die Hälfte durch Vuscbland und Wüste geben würde. 0 Derby von Colombo aux Ceylon 4690 11111 weit entfernt ist, während Fremantle bei Pert an der Südwestecke des Keeftlandes, der Wige Anlaufbafen für den Süden, 5817 11111 weit ab-
gi, so ergibt für den neuen Anlaufbafen eine Verkürzung des Seereiseweges von 1127 11111 oder von zwei Ta en. Als weiterer Gewinn kommt noch hinzu diE an Stelle einer seTr unan enebmen, weil meist äu erst stürmiscben eefabrt von Fremantle nacß Sydney eine um drei 0 e kürzere Eisenbahnfabrt von Derby nach Sydney tritt, sodaß der esamtgewinn bei einer Reise nach und von Sydney funf Tage beträgt.
Die Baby narb diesem von A. E.,Moore in Melbourne auf- estellten lane würde also wahrsch'einlicb den andes und den Per- onenverk !?neii von Wesi- und Mittelaufir im und von Viktoria ablenken. D e e drei großen Staaten widersetzen fich daher auch der Ausführung des Plans aufs äußerste und haben bisher auch“ seine end- gültige Annahme zu verhindern gewußt, sodaß es zweifelhaft erscheint, ob er überhaupt auSgefübrt werden wird.
Eine zweite große Ueberlandlinie will ebenfalls den Südosten mit dem Norden verbinden indeW gleichfalls in Bourke, dem Ausgangspunkte der ersten Linie, anfängt, aber gleich mehr nach Norden wendet, um
über Tbargomindab, Windorab und, Boulia in Queensland die Binnensiadt von Port Darwin, namlich Pine Creek, an der Telegravbenlinie zu erreiéen. Von Port Darwin aus könnten als- dann gute Seeverbindungen mit Singapore hergestellt werden. Diese Eisenbahnlinie würde 2369 11111 [auß werden, allerdings stellenweise auch wie die erste Linie dur se r unwirtliibs Gegenden führen. Da die Linie unxxlexfäbr diese en Vorteile in bezug auf Hebung des Handels und erkürzung des Reisewegs von Europa und Asien nach Sydney bieten würde. so ist nicht zu derivundern, daß auch dieser Yan von den Südstaaten, namentlich Viktoria und Süd- austral , lebhaft bekämpft wurde. T_ennoch ist er amtlicherseits ge- nebmigt worden, und war wohl in Rucksicht auf die beiden folgenden läne, die für die Entwicklung Australiens noch größere Bedeutung «,istund deren Verwirklirbung stellenweise schon in die Wege ge- e e .
Der eine dieser Pläne bezweckt im Grunde nichts anderes als eine Babu 013 der großen nederlandtelegrapbenlinie entlang zu bauen, also die Südküste bei Adelaide mit der Nordküste bei Port Darwin miteinander zu verbirzden- Da bereits eine Babu von Adelaide bis Oodnadatia im Suden und eine Babu bon Pine Creek bis Port Darwin im Norden besteht, so bleibt für diese Linie nur 11915 dre Strecke von Pine Cree_k bis Oodnadatta in einer Lange von 1711 11111 zu bauen ubrig. Die Streckenlänge ist also nicht zu groß, auch sind besondere technische Schwierig- keiten nicht zu erwarten, denn außer in der Gegend des Mac Donnell-Gebirges mit dem auch nur 615 111 boben Liebi - Berg isi das Land starb und die Telegrapbenstationen, die die Linie feiilegen, besißen Quellen und artesiscbe Brunnen, sodaß Wasser- mangel nicht zu befürchten ist. Die Spurnxite soll bei dieser Bab entsprechend den Spurweiten auf den schon bestehenden Teilstrecken 1,065 111 betragen, sodaß eine Umladun und ein Umsteigen in Terrowie nur dann nötig wird, wenn die eise auf der eine Spur von 1,599 111 aufwrisenden Strecke Terrowie-Adelaide in Richtung auf Y_delaide fortgese t werden so!]. Der Betrieb wird in der ersten Zeit außerst gering ein, denn in einer Woche soll nur ein Zug in jeder Ri tung verkehren, und aucb dieser wird nur mit einer Ge- schwindig eit von 32 11111 in der Stunde fabren.
_ Troßdem und troß der voraussichtlich hoben Anlagekosien _ man 1 auf etwa 100Mi11ionenMark- wird dieBabn bedeutende Vor ei : für Australien baben, von denen _bier die drei wichtigsten etwas einZebender erörtert werden 1115 en. Zunachst wird die Bahn im Be- dar sfalle sich als eine Hauptiiiütze der Landesverteidigung erweisen. Da die Australier so gut wie kein Heer und keine Flotte haben, sind &: zur Zeit in bezug auf ihren Schuß ganz auf England angewiesen. un entwickeln sich aber Japans Heer und Flotte mehr und mehr und sind daher eine Größe, mit der Frechnet werden muß. _Die Babu ist die besteZufabrtSlinie für Milii -, Munitions- und Lebens- mittelbeförderun en, da offenbar bei Unruhen an der Nordküste Port Darwin ben lüfsel zum Innern Australiens bilden wird. erner gewinnen auch die Reisenden und die oft mehrere Tage bei enußung dieser Linie. Je 1 braucht man 10 age von Colombo nacb Fremantle und 8 Tage von emantle nach Sydney, sodaß die ganze ReiseCoiombo-Svdney 18 Tage dauert, wobei nocb voraus eievt ist, daß dieSeereise auf den Dampfem der großen Schiffahrtsgese schaften, wie 1. B. des Norddeutschen Lloyd, der Orientlinie usw., zurückgelegt wird. Bei Benußung der australischen Küstendampfer, die unterwegs an zahlreilben Plä en anlegen, dauert die Reise bon Fremantle nach Sydney ogar 10 bis 12 Tage, die ganze Reise daber 20 bis 22 Tage. Nach Fertigstellung der neuen Linie kann man aber für die Seereise von Colombo nach Port Darwin über Singapore 10 Ta , von Port Darwin nacb Adelaide auf der Babu 3 Tage und von delaide nach Sydney, ebenfalls zu Lande, 2 Tage rechnen, so daß die ganze Reise nur 15 Tage dauert, also um 3 oder 5 bis 7 Tage kürzer ist.
Schließlich aber wird auch das Innere des WWW, das jetzt noch arg vernachlässigt ifi, durch die Bahn an Wert gewinnen und sich allmählich bevölkern. An der Nordküste wird wegen des dort herrschenden Tropenklimas mit Erfolg Zuckerrohr, Reis, Baumwolie kebaut und gewonnen; doch ist die Niederlassung fur die We en nicbt günstig, da sie in dem feuchten Klima leicht dom Fie r heimgesucht werden. Im Innern jedoch ist das Klima trocken und gesund. Außerdem nden Hieb dort reiche Lager an Gold Silber, Kupfer, Zinn, deren A bau si nach den bisherigen Untersucbungen lobnt, sobald Gelegenheit zum billigen Fortschaffen der Erze gegeben ift. Schließlich [affen große Strecken prächtigen Weidelandes die Viebmcbt, bor allem die Fferdezucbi, ausficthbol] erscheinen. Auch an Wasser rst kein Mange, da viele Quellen und abessiniscbe Brunnen Vorhanden sind, mit deren Hilfe die Ländereien so gut bewäffert werden können, daß sogar Pflanzenjucbt im großen betrieben werden kann, wie es 1. V. schon jetzt bei Oodnadatta mit der Luzerne ges iebt. Infolgedessen kann man sowohl mit einer Entwicklung der andwirtschaft, wie auch mit der der Viehzucht be- stimmt rechnen.
_Der andere der beiden Pläne beabsichtigt, die Verbindun der südöstlichen Ecke des estlandes mit der südwestlichen Ecke dur eine ungefähr parallel zur üdküste verlaufende Bahn herzustellen. Dieser Entwurf, der namentlich von den östlichen Staaten lebhaft untersiüvt wird, besteht schon seit 1901 und erfreut sich auch des Woblwollens der amtlichen Stellen, da er nicht nur wirtschaftliche Intereffen fördert, sondern auch von großer politischer Bedeutung ist, weil er Westaustralien mit dem übrigen 2YZesilande verbindet. Der Ent- wurf ist von dem Chefingenieur von estaustralien C. Y. O'Connor bereits vollständig ausgearbeijct und von der Regierung auch schon angenommen worden. In der auptsacbe besteht er darin, den Hafen Fremantle vor Perth mit ort Augusta und Adelaide und da durch mit Neu-S Westaustralien [ckon die 623 11111 lange Linie Fremantle-Kaigoorlee und im Osten d e 417 11111 lange Strecke Port Augusta-Terrowie- Adelaide besteht, bleibt nur noch übrig, die Verbindung zwischen Kalgooriee und Port Augusta herzustellen, für die es zwei verschiedene Möglichkeiien gab, da nämiich die Bahn entweder über Tarcoola nördlich des Gairdnersees oder südlich davon über Eucla an der Küste entlang geführt werden kann. Für die Ausführung ist die letzte, 1770 11111 lange Linie gewählt worden, nach deren Fertig- stellung die Reisezeit von Fremantle nach Adelaide nur noch 3 Tage betraeétiiihy'isohe i ikit bi B sid icht 11 ß
een n wergeen em aunn azugro, da das Land ftachSiY und Ströme nicht du überbrücken sind. Eukalyptus und Gras kommen häufig vor. Es fehlen voliständig die schrecklichen wüstenartigcn Gegenden, die sich im nördlichen Australien nden. Leider wird indes nur wenig Wasser angetroffen, und da, wo ck etwas findet, ist es salzig, soda man wohl gezwungen sein wird, längs der Strecke Anlagen zum estiliieren des Wassers anzulegen oder Waffeuüge laufen zu lassen, die allerdings teuer kommen würden und nicht ohne Einfluß auf den regelrechten Betrieb sein könnten.
Für die Vameit rechnet man bei einer täFlicben Leistung von 1212 111 4 Jahre, doch dürfte hierbei die Tages eistun etw“ boch ge riffen sein. Die Baukosten werden auf rund 88 Mi ionen Mark ge 0631. Leider steht auf der neuen Gesamtstrecke der glatten Ab- wicklung des Verkehrs ein sehr großes Hindernis im We e, nämlich die Verschiedenheit der Spurweite auf den einzelnen eilitrecken. Während die Strecke Fremantle-Kalgoorlee und die StreckeYort Augusta-Terrowie eine Spur von 1,065 111 befiÉen, ist die Spur auf der Bahn Terrowie-Adelaide 1,599 111. Die purweite der Ver- bindungssirecke schließlich sbllte naeh dem Entwurf 1,433 111 betragen. Güter, die von Fremantle nacb Adelaide durchgehen sollen, müßten alsdann nicht wrniger 1115 dreimal umgeladen werden. Es wird daher in Er- wägung gezogen, die neue Strecke nur schmalspurig mit 1,065 111 Spurweite anzulegen, damit nur eine einzige Umladung in Terrowie notwendig wird.
Sicherlich wird die_ neue Strecke einen lebbaften Verkehr auf- weisen, da sie nicht nur den Reisebericht von Europa aus übernehmen wird, sondern auch den Güterverkehr nach den Goldfeldern bei Cool- garde und Kalgoorlee zu bewältigen baben wird; denn wenn
diese Goldfelder auch keine Ausfubrgüter abzugeben haben, so müssen
üdwales und der Ostküste zu verbinden. Da in,
sie doch mit Vieb, Gemüse, Früchten, Getränken und den für die Industrie notwendigen chemischen Stoffen versehen werden. Zur Zeit beläuft sich die Zahl der "Reisenden in beiden Richtungen zwischen den östlichen Staaten und Westaustralien auf iäbrlich 40000, von denen ein guter Teil auf die neue Linie übergeben wird, weil er nach den Goldfeldern will oder von diesen herkommt. Jeßt mii die Reisenden, um von Kalaoorlee nach Sydney zu kommen, e nen TF auf der Eisenbahn und 8 Tage auf der See der- bringen; isi die abn erst ertig, so brauchen sie da 12 en im ganzen nur 4 Tage zu fahren, soda sie also mehr als die Kiste der Reise- zeit sparen und dabei noch ie nicht immer angenebme Küstenscefahrt vermeiden. Voraussichtlich werden selbst diejenigen Reisenden die Babu benuyen, die von Europa über Fremantle nach S_ydney.- und umgekehrt _ reisen, obgleich in diesem Falle die Kufiensabrt au1_dem Dam fer so gut wie kostenlos sein wird, da sie in dem Preise fur die dur gebende Ybrf bon Europa nach Australien schon enthalten ist. Lieber wird a , namentlich im Winter, die Mehrzahl der Reisenden_ naeh der langen, nicht gerade rubi en See- fabrt die Mehrkosten fur die Bahnfahrt tragen. Sirko; ist schon jest, daß die Post den Landweg dem Seewege vorziebxn “wird.
Wenn auch die Bahnen naib den twrstebenden Plänen sämtlich sebr bobe Bausummen erfordern und der Betrieb in der ersten Zeit böcbftwabrscheinlicb sebr unwirtschaftlich sein wird, so werden fie doch allmählich, da sie zur wirtschaft- lichen Erschließung . des Innern mit der Zeit in immer steigendem Maße beitragen werden, einst Gewinn bringen. Nicht nur den Von ihnen durchzogenen Landstrecken und Staaten, sondem dem ganzen Festland Australien werden sie neue Werte zuführen; 0111!) werden sie wesentlich zur Vereinbeitlicbmg des Siaatswesens beitragen. Offenbar wobnt daber sämtlichen geplanten Ueberland- linien eine große ruckwirkende Kraft inne.
Der ,Franfiurter Zeituräz' wird aus Konstantino el gemeldet, daß die vorgestern in den usstand getretenen Ange teilten der Anatolischen Bahnen gestern abend ibre Direktion abgeseßt und in einer Depesche an den Gro wesir angekündigt hätten, daß sie anderen Tages unter eigener Dire ion den Verkehr auf den Anato- lischen Bahnen aufnehmen und aus den Einnahmen die Löhne und die geforderten Erböbungen sowie die verlangte Gratifikation für einen
Monat an alle Beamten bestreiten würden.
Theater und Musik. Komische Oper.
Zum ersten Male in der Kowis en Oper sang err Naval am Montag die Rolle des Hoffmann in ,Yoffmanns Eézäblungen', die er vor Jahren einmal im Theaxer des Westens unter der Direktion Hofpaur gesungen hatte. Es ewabrt hoben Genuß, den Künstler, der auch ein außergewöhnlich fe elnder Darsteller isi, erade in dieser Partie zu hören, die mit ihren kaleidoskopartizg wechselnden pbantasiistben Bildern dem Trager der Hauptrolle Gelegenheit gibt, sein Können „von verschiedenen Seiten zu zeigen, vor allem aber mit ihrer feinen Stimmungswrik dem Sänger eine dankbare Aufgabe steiit. Herrn Nabals hochentwickelte Gesanaskunst rst bier so recht am Plaße. .Neben ihm behauptete sicb
rr Egenieff in der dreifachen Roar dss Coppelius-Wapertutto- irakel mit Ehren. Fräulein Vachricb, die sich jüngst in d'Alberts Oper .Tiefland' in der kleinen Partie der Nuri vorteilhaft einführte, zeigte als Olympia daß sie gesanglickx zwar noch in der Entwicklung begriffen ifi, daß 0 r Gutes Von ihr fur die Zukunft zu erwarten steht.
Im Königlichen Opernbause tritt morgen, Fräulein Destinn zum erste!? Male nach ihrem Urlaub die Künstlerin singt die .Carmen'. Die übrigen Oper sind mit den Damen He el Dieiri , Par s und mit den Herren Kirchhoff, Hoffmann, 1: mann, bn, Lieban und Krasa beseßZ Dziergexrt liii?k der KSacZeUnxeisieri bBlecb.
m n g en au pie aufe gebtmor en S iile „Maria Stuart“, mit Frau Willig in der Titelroüe, inJSzene.ch JZ übrigen lautet die Besevung: Elisabeth: Frau Poppe; Leicester: Herr Sommersiorff; Sbrewaurv: Herr Nesper; Vurleigb: Herr Kraußneck; Paulei: Herr Molenar; Mortimer: Herr Geisendörfer; Kennedy; FräulJein Fm Ama». 1 "ck O 5
m enen n g en berni rater wird am nä sien Sonnta abend Rossinis komische Oper .Der Barbier von Seviblia“, mit Fr ulein Hempel als Rosine, ausgeführt. Der Vorderkauf zu ieser Vorstellung beginnt morgen, Donnerstag, Vormittags 11 1151, an der Kasse des Königlichen Opernhauses.
Das Neue Schauspielhaus veröffentlicht jest die Uebersi t über die Stücke, die_ es in der Zeit vom 1. September 1907 b 10. Juni 1908 auffubrte. Im Neuen Schauspielhause selbst fanden in dieser Zeit 296 öffentliche Abendvorsieliungen und sechs geschlossene Vereinsvorsiellungen derFreien Volksbühne statt. Im Berliner Theater, wo ein Teil des Ensem les im Frühjahr ein Gastspiel ab, fanden 81 öffentliche Spielabende statt. Von Nachmitta svorigtellungen in diesem Hause verzeichnet der Bericht zwölf ö entlich: Kinder- vorsteliungen, ebensoviel Vorstellungen zu volkstümlichen “Freisen und
Donnersta , wieder an ; auptrollen dieser
49 geschlo ene VereinsVorstellungen der Freien Volksbü ne. Unter den aufg: übrten Werken steht obenan Fuldas Lustpiel .Der Dummkopf“, das 59111al geaeben wurde. Die zweite Stel]: nimmt Hebbels .Juditb' mit 55 Aufführungen ein; dann folgt Steins und Reßners Komödie .Wolkenkra er“ (33 Aufführungen), „Alt- Heidelberg“ (27) und „Zar Peter“ 25). 17 mal wurde ,Die große emeinde' gegebep, 15 mal Blumenthals „Zwischen Ja und Nein“, 13 mal „Iphigenie', 12 mal „Ein Glas Wasser“ usw. Die leyten 25 Tage der Spielzeit fullte das Gastspiel des Hamburger Operetten- 1beaters mit der .Dollarprinzessin' aus. Das Lessingtbeater hat mit dem 31. Au ust sein viertes Spieljahr unter der Direktion Brabm abgesch offen. Es führte in dieser eit 5 neue und 8 an dieser Bühne noch nicht ge- Ybene Stucke zum ersten Male auf. Urter den Verfaxsern der *eubeiten traten außer Gerhard Hauptmann, desen egenden- spiel „Kaiser Karls Geisel“ und Hermann Bahr, dessen Komödie ,Die gelbe Nachtigall" in Szene gingen, drei neue Namen in den Spielplan: Felix Saiten mit seiner Einakter- reibe „Vom andern Ufer“, Fran] Molnär mit dem Spiel
".Der Teufel“ und Otto Hinnerk mit der Komödie „Närrische Welt'.
am ugend“, „Klein Eyolf“ und „John Ga riel Spielplan vor-
Unter den Neuaufsübrun en ist Henrik Ibsen mit den drei spielen .Der Bund der Z
Borkman' vertreten, handenen Werken des
die zu den bereits im
Dichters für den in dizßem Jahr bevorstebenden Ibsen-Zyklus einstudiert wurden. ie bieru bestimmten Stücke machten bei weitem die größte 51 der Aufführungen aus, da sie von 318 Abenden 132 in Anspruch nahmen. Ibsen am nächsten kam in der Häufigkeit der Aufführungen (Gerhard Hauptmann, deffen Stücke 69 mal in Szene gingen. Einen besonderen Erfolg hatte noch Franz und Paul von Schöntbans Schwank .Der Raub der Sabinerinnen“ der, ursprünglich zum Besten der Genoffenschaft deutscher BübnenaÉgeböriger einstudiert, so beifälliae Aufnahme fand, daß er, in den pielplan aufgenommen, 57 mal wiederholt werden konnte.
In Dresden ist, wie die Blätter melden, der Komponist und Dirigent Edmund Kretschmer, desien Oper .Die Folkunger“ in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf den meisten deutschen Bühnen mit Erfolg aufgeführt wurde, am 14. d. M. ge- storben. Er war am 31. August 1830 in Osiris (Oberlaufi ) ge- boren, Schüler Ottos und Johann Schneiders in Dresden un seit 1854 da Hoforganisi und Gesangvereinsdirigent. Außer den olkun ern kompon erte er noch die Opern „Heinrich der Löw “ Der üchtlixng
i e und . ön ttraut' das Cborwerk .Sie im Ö: an ', eine eis- gekrönFXN e für Männerchor u. a. g f g pr