1908 / 221 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 18 Sep 1908 18:00:01 GMT) scan diff

Bekanntmachung.

In Gemäßheii des § 46 des Kommunglabgqbegese es vom “14. Juli 1893 (G-S. S. 152) wird Zur offentlichen enntnis gebracht, daß das im Steuer ahre 1908 ommunalabgqbepfli tige Reineinkommen der Brölt axler Etsenbahn-Aktten e ell- schaft zu Hennef (Sieg) aus dem Betriebsjahre_1 7 auf den Betrag von 89 430 «16 _ .„Z festgesth worden ist.

Cöln, den 15. September 1908.

Der Königliche Etanahnkommi/sar.

5.0.36 chiich.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 18. September.

Der Bundesrat versammelte fich heute zu einer Plenar- sißung.

Mit *dem 30. September d. J. läuft die Frist ab, innerhalb der die durch Beschluß des Bundeswts; vom 27. um 1907 außer Kurs geseßten Emtaler-Xtucke deut" en Gepräges durch die Reichs- und Landeskaffen n_och einzulo en sind. Auf diesen bevorstehenden Fristablauf "erd, nochmals hingewiesen, damit Verluste infolge Fristversaumms tunlichst vermieden werdena

** “.:-'m;- Oie Nr.9 der „Amtlichen Nachr1chten des Ne"1ch_s- versicherun samts“ vom 15. Septembex 1908 enthalt tm Amtlichen eile unter 14 RekurYents etdungen (2267_bis 2271)*) sowie Bescheide und Beschlusse ( 2 bis 2275) uber folgende Gegenstände: ' Eine Verschlimmerung schon bestehender Unfallfolgen ist als eine erst später bemerkbar gewordene Folge des Unfaüs im Sinne des § 72 Abs. 2 des,Gewerbeunfallverficherungs- eseßes dann an usehen, wenn es stck) um em nach Exscheinungs- orm, Art oder atur wesentlich neues Krankheitsbild handelt, sei es auch an der Stelle, an welcher schon Unfallfolgen bemerkbar waren; da_ egen kann eine leichmäßiger Entwi [ung des Leidens; auftretende er- ßchlimmerung nicht als neue Unfallfolge im Sinne des § 72 Abs. 2 des GewerbennfallversrcherungSgeseßes gelten (2267, Urteil des Erweiterten Senats).

Eine wesentliche Veränderuna der Verhältnisse im Sinne ;

des § 88 des GewerbeunfallveMeherungngseßes; liegt nicht schon bei jeder Aenderung der Erwerbsfahigkeit infolge eines anderweitigen Ereignisses, sondern nur dann vor, wenn die

Veränderung in dem durch den 1.1an11] herbeigeiührtegt Zustand : eintritt und auf den Unfall ursachltch zuruckzufnhren ist; * dies gilt auch bei Augenverleßungen (2268, Urterl des Er- *

weiterten Senats).

Der Bestimmun des 89 Abs. 1 Saß 1 des_(Hemerve- ) Je t unter Umstanden _qcnugt, wenn _

un aUversicherungSge 398 i ' infder RechtSmittelbeleHrung des u?uen Beschexds mt): all- emein auSge/prochen ist, daß durch etn'„gegen“ emen fxuberen escheid „etwa“ eingelegtes RechtSmtttel der Eintritt der Rechtskraft des neuxsn Bescheids nicht gehemmt wxrd (2269, Urteil des Erweiterten SLUÜTS). " . Die re tskräftig vorgenommene Kurzung a.m behordltckz festgeseßten urchschnittgyerdienst tft unnbänderltch auch ber späterer Abnahme oder Stei erung der sie veranlassenden Ec- werbSunfäHigkeit; bei BerecZnung der Rente nach (Z 13 des UnfailversicherungSgeseßes_ fur Land-_ und Foxstwirts . 30. Juni 1900 ergibt sich kcm anderes ztffernmäßtges Endergebms

als bei einer Berechnung nach § 6 *Abs. 6 des _Geseses, be- ; trefFend die UnfalL- und Krankenversicherung der m land: und ; vom

ortwirtschaftlichen Betrieben beschßftigten Personen, 8. 1Mai 1886; die Kür ung am bebordlickZ'festgeseßten Durch- schnittsverdienst ist nith geboten, wenn te vor dem Unfalle

vorhanden gewesene Erwerbsunfäbigkeit erst seit kurzem besteht *

und nur vorübergehender Natur_ ist_ (2270). ' Die Prüfung der Notwend1gke1t und des Umfangeß einer Kürzung an dem landwirtschaftltchen Dnrchschnittsvcrdienst ist nicht daran gebunden, wie aus Anlaß eines fruherxn Unfalls die Erwerbsiinfähigkeit geschäßt worden ist; der vniltge „Verlust eines schon beschädigten Körpergliedes rechtferngt mcht dre

Aufhebung der für die Beschäoi?ung gewährten Rente (2271). '

Ueber die prozentuale Bemesnng der Unfallfolgen bei schon vorher beeinträchtigter Erwerbsfähigkett (2272). . _

Ueber die Anweisung der Kinderrenten und die Ruck: forderung Überhobener Beträße (2273).

Eine formell haftende Berufs cnoffenschaft hat dem Ent: *

schädigungsberkchtigten einen dem ungsfähi en Bescheid zu er: teilen, ohne eine etwaige Ablehnung dc§ nspruchs mit dem Mangel ihrer Passivlegitimation zu begrunden; dcr Entschadt: Jungsberechtigte bat die Wahl, anstatt des formell haftenden

en sachlich zuständigen Verficberungsträger in Anspruch Ln" e

nehmen, falls dies für ihn von _Vorteil ist; die formell haften

Berufögenoffenschaft kann lediglich mit'der „Bebaupiung einer unrichtigen Regelung der Katasterverhältmffe nicht das 10, enannte Entf ädigunggyorverfahren 73 Abs. 2 des Gcwex eunfall- versi erungsgeseßes, § 79 Abs. 2 des Unfaiiversicherungs- qeseßes für Land- und ' _ ' _ sachlich verpflichteteBeru Egenoffenschaft einleiten; bethoxltegxn der Vorausseßungen für ein solches Vorverfahren mird m

Ue er die rage der örtlichen Z

geseßes (2275).

Die Abteilung 13 (Jnvalidenversicherung) enthält“

die von den Vorständen der LandeSver/icherungSan/talten West- preußen und Brandenburg erlassenen, vom RetchSverfi erungs- amtc genehmigten Kontrollvorschriften. sonne Zu ammen- stellungen über Rentenzahlungen und BertragSerstattungen der

' s lt i Monat uli 1908 und über . _ 31 Versicherung ansta en 111 J - vorgestern die Aufnahme einer

den Erlös aus Veitragsmarken im MonatAugu/t1908.

*) Die neben den einzelnen Entscheidungen stehenden eingeklammerten

ablen geben die Ziffer an, unter welcher diese in den „Amtlichen ,

achrichten' veröffxntlicht find.

aft vom '

orstwirtschaft) gegen die vermeintlich ;

! Meldung des

diesern zu Gunsten des Entsck)ädiJizngnberechtigtxn 006) eine ? ftnntschen Écharen unrichti eRegelung der Katasterver altmffe berucksichtigt (2274). ) schiffe in die von dem Geschwader bcscßten Stand 0 rt e ein-

uftändigkeit der Schieds- 7 Zufahren haben. “Ferner wurden Anordnun en getroffen, S

gerichte nach 76 Abs. 2 des Gewerbeunfallversicherungs: ,

«(

Der Nichtamtliche Teil MYM einen Hinweis auf die im Wintersemester 1908/09 , stqtljjudenden verftcherungs- wiffenschaftlichen Vorlesungen an dex Handelsh'ochschule Berlin ck und NYM OFuszug iM“ YZF URL:: Mdjes Köni i 'preu en rverwaj gert vom . rz 1908? wona auf die na . 18 Abs.. 3 des Invalidenversi erun s eseßes den; ( tchxrungSanstalien gegen die Krankenkassen zu eZenden Ersazßa pruche nicht die kurzen Verjährun sfristen des § 56 des Krankenversicherungs eseßes oder des 196 Nr. 11 des Bür exUchen;_Ge/eßbuchs nwen- dung finden, sondern die regelmäß Verxahrungsfmst.

Der KaiserlicsZe Botschafter „inßWien, Wirkliche Geheime Rat von Tschir chky und B0 endorf ist vonadem th Aller öchst bewilligten Urlaub an Teinen ysten zuruckgeke rt und at die Geschäfte der Botschaft wieder ubernommen.

Der Wirkliche Geheime „Oberregierungsrat beinx Nech- nungsbofe des Deuts en Reichs Rißter von Leib ist von seiner Urlaubsreise na Potsdam zuruckgekebrt.

Der Hanseatische Gesandte 'Dr. .Klügmann ist nach Berlin zuruckgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder ubernommen. *-

Der RegierungSa/seffor Dr. K_rausenecb aus 210 erz lst der Königlichen Regierung in Oppeln zur weiteren dientltchen Verwendung überwiesen worden. „Axim Verseßung nach Allen- stein ist zurückgezogen worden. _ , _

Der Regierungsasseffor melto Bohme aux: Kosel ist der Königlichen Regierung in Marienwerbxr, dxr Regierungsaffeffch von Bothmer aus Tilsit der Konigltckkxn Regierung in SchleSwig, der Regierung-Zaffeffor Dr. Juras Kessler aus Berent der Königlichen Re ierxmg m ppeln und der„9_ke- gierunqsaffessor Kurt von erm aus „Magdebur der Konig- lichen eqierung in Aüenftein zur weiteren dientltchen Ver- wendung übertmesen worden.

Der RegierungSaffes/or Dr. Wolfgang Muller aus Posen ist dem Landrat des Kreises Waldenburg (Schief), der RegierunJSaffeffor Dr.. Breunun aus Zomburg v. d . dem Lan rat des Kreises Kreuzna , der * egrerungßaffqßsor Ulrici aus Ainweiler dem Landrat des Obertaunuskreies, der Regierungsa fessor Dr. Friß Schm1ge aus Breslau dem Landrat des Kreises Sie en und der NeglerunZScx/Jeffor Will:) Kr am er aus Düsseldor dem Landrat des rer es Iserlohn

in ganz allmähli er „. zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften zugeteilt

worden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S.M. S. „Hertha“ vor estern in Carta ena eingetxoffen und geht am 26. Sep- tem er von dort na Madeira m See.

S. M. S. „Tiger“ ift vorgestern in Tsmgtau ein- getroffen.

S. M. S. „Jaguar“ ifi „vorgestetn in Hankau ein- getroffen und geht heute von dorknaeh Kiukiang abT

Hohenstein, 18. September. Seine Ma1estät dxr Kaiser und König traf, „W. T. B.“ zujsolge, heute fruk) von Hubertusstock Hier ein und wurde au deni Bahnhofe von dem Generalinspekteur, General der Jnfnnterte Freiherrn von der Golß, dem Landrat des Kreises Osterode Adameß und Vertretern der Stadt empfangen. Nack) Verlassen des Zuges begab Sick) Seine Ma1eftät der_ Kaiser unter den Hoch- rufcn des zahlreich versammelten Publckums mit Gefolge _nach dem Gute (Hr. Sanden und von dort in das Manovergelande.

Großbritannien und Irland.

Die britische Regierung hat, wie dem „Rsutcrschen Buxeau“ mitgeteilt erd, zur Kenntnis der Mächte gebracht, daß sie der französisch:spanischen Marokkonoote _zuftmzme. .

_ Londoner Blättern znfolge beabsichtigt dre Regierungß

3 den an dem bevorstehenden Internationalen Kongre

für Seerecht teilnehmenden Mächten vor uschlagen, die Er- öffnung des Kongresses vom 1. Oktober an? den 1. Dezember 0. I. zu verschieben.

Rußland.

Der der Kadettenpartei angehörende Rektor der St. etersburgcr Universität, Professor Borgmann und der rorektor, Professor Braun haben, „W. T. B.“ zu- Flge, ihr Amt niedergelegt. Sämtliche Pxofessoren der

mversität haben einstimmig beschlossxn, der dem Unter- richtSministcrium gegen die kürzlichen Verordnungen über die Aufhebunq und Steüung der Faknltätsältesten owie über die Beschränkung der studentischen Vex- ammlungsfreiheit und gegen die Bestimmung, daß Um- der Regierung genehmen Par- zu protestieren. Der Protest der Verordnungen mit dem

versitäiSprofes/oren _nur teien angehören durfen, _ weist auf die Unvereinbarkeit

- Kaiserlichen Ukas vom 2. September 1905 hin, der die . Autonomie der Hochschulen garantiert.

Die Professoren l_ebnxn jede Verantwortung für unliebsame Konseqzxenzen ab, d1e sich aus den ministeriellen Maßregeln ergeben konnten. . _ Auf Grund eines Senatsbeschluffes smd, nach einer W. T. B.“, für den (Hesamtbereich der vom Marineministerium auSge- arbeitete Statuten darüber in Kraft getreten, wie Privat:

ezü lich der Kur altang einzelner Schi e ei Be ßgnung mit em Geschwader. Nach den Statuten ängt dre mfahrt in den Hafen zur Nacht eit von der Erlaubnis des Wachtschiffs ab. Während der Fak/rt haben Prwatschxffe rechtzeitig dem

' Geschwader auszuweichen.

Türkei. Der Ministerrat hat Konftantinqpler Blättern zufolge Anleihe von 3600000 Pfund bei der Ottomanischen Bank beschlossen.

" Stalistik med Volkssoirtfckmft.

Staatswissenschaftliche Fortbildung.

Die Vereinigung für staatöwissenschaftliche ortbildun zu Berlin veranstaltet auch in dem bevo tehenden Hinterhaleahr einen Fortbildungskursus für _solche exsonen, dte neben der allgemeinen Bildung bis zu emem gemi en Grade auch_ eme Haatswiffenschaftliche Schiilung theoreu cher oder praknscher

rt befi en und eine Erweiterung oder Vertiefung ihxer Kennt- nisse an dem Gebiete der wrrtschaftltcben und ]uristischen Staatswcksenschaften erstreben. Der soeben quszzegebene Studienplan “des Kursus umfaßt: Konversgtonsche -Vor- lesungen, Besichti unßen und Studienreisen, Fnhrungen d_urch wißenschaftliche Inst lute nnd Museen der btldenden Kunste un Einzelvorträge allgememeren Inhalts.

* Die konvetsatorisihen Vorlesungen erstrecken sich auf die Gebiete der juristischen und wirtschaftl*-. en Staatswiffenschasten und gliedern sich in zwei Hauptgruppen. D e erste Gruppe behandelt juristische, insbesondere staats- und verwaltungSrechtliche Materien; auch aebörcn ibr diejenigen Vorlesungen an, welche FraHen und Ver- hältnisse der Staats-, der Kommunalverwaltung uw erörtetn. Die zweite Gruppe umfaßt die wirtschaftlichen Staatswiffen- schaften: tbeoretisckse Nationalökonomie, Agrar-, Gewerbe-, Handels- politik, Bank- und Vzrficherungsweien, Sozialpolitik u. a. Im einzelnen haben angekündigt: “Professor Dr. Heilfron-Berlin, Juristische Tagesfragen. _ Privatdozent Dr. Neubecker-Berlin,

Personen- und Familienrecht nach den Koiiisions- und Sachuormen der-

euro äifchen Rechte _ Pcofeffor Dr. Eltzbacher - Berlin, die Ein- gebokenenrechte in den deutschen Schußgeb'eten _ Justizrat Dr. Edw. Kay - Berlin, atentrecbt und Warenzeichxnrecbt _ Geheimer Ober- regierungsrat r. Krohn e - Berlin, Verbrecbxn, Strafe, Straf- vollzug und prophylaktische Maßregeln _ Pcofeffor Dc. Hat- scheck - osen, die Staatslehre des Karl Gottlieb Soarez und ihr Re ex im Allgemeinen Landrecht für die preußischen Staaten _ Obecbergrat a. D. Kraß - Berlin, Fraaen des Wablrecbts _ Professor Dr. Schmoller- Berlin, Geschichte der Vrr- faffun und Vérwaltung des preußischen Staates von 1640 bis 1867 _ OlaZxrverWaltungsgerichisrat Graf von Westarx-Cbarlottenburg, a. die preußische Landesverwaltung und deren erein acbung 1). Fragen des preußischen VerwütunUrechts nach der neueren Recht prechung _ Yräfident, Geheimer Oberfinanzrat Dr. Stru -Berlin, die finanzielle

ntwicklnng inFreußen und dem Reiche seit der egründan des le ieren mit besonderer erück chtigung der Einnahmequellen _ G: eimer ber- finanzrat Sch warz - erlin, die Finanzen des Deutschen Nei es _ W_irk- licher Geheimer Overr-gierm Stat Dr. von der Leyen- erlin, uber Nationalökonomie der Eisenbaknen, inSbesondere das Tarifwefen _ Wirk-

“licber GeZeimer Oberregierungörat Krönig-Berlin, die Verwaltung

der Neu ischen StaatSeisenbabnen _ Geheimer Ob.rregierung5cat Dr. Freund - Berlin, die Kommunalverwaltung in Preußen _ Landes- baurat und Professor Goecke-Charlottenburg, Städtebau und Wohnungswesen _ Privatdozent Dr. Weyl- Charlottenburg, soziale Hygiene _ Stadtrat Dr. Muensterberg-Berlin,' Armenp ege und Wohltätigkeit _ Amthericbtsrat Dr. Köbne-Berlin, die ' uf- aben der öffentlichen Jugendfürsorge und die Mittel zu ihrer ösung _ Wirklicher Geheimer Oberre ierungörat und räsident des Königlich Preußischen Statistischen andeSamts Dr. lenck- Berlin mit den Mitgliedern dieser Bsbörde RegierungSrat Professor Dr. Kühnert und Profeffor Dr. Ballod, Fragen der praktischen Statistik _ Professor Dr. Waentig-Halle, die wir!;- ti sten Grundfragen der modernen Wirtschast§wiffenschaft und Wirt- s afts clitik _ Professor Dr. Herkner-Berlin, soziale Theorien und ewegungen un 19. Jahrhundert _ Prof or Dr. von Bort- kiewicj-Berlin, ausgewählte Kapitel der 1 eoretiscben National- ökonomie _ , ofeffor Dr. "„Habe-Berlin, Fragen der Agrarpolitik _ Professor r. Cebauer-Greifswald, szerbewefen und Ge- werbepolitik _- RegierunYSrat Dr. Leo-Berlin, EntwicklunZ3 und Regelung des modernen :bcitsverbältniffes in der “deutschen * olks- wirtschaft Und im Ausland _ Geheimer Regierungßrat Professor Mente sowie Geheimer Regierungs- und Gewerberat art- mann und Gewerbxrat Schmidt-Verlin, die praktische urch- fübrung der Arbeitersrbußgeseßgebung _ Geheimer RegierungSrat Dr. Weymann-Berlin, Organisation und Praxis der deutschen Arbeiter- versicbsrung _ räsident Dr. van der Borgbt-Berlin, Handel Und Handelspoliti _ Profeffor Dr. Jann :- sch - Berlin, die politischen und wirtschafsspolitiscben Expansiobestrebungen der heutigen Groß- und Wcltmächte _ RegürungSrat Professor Dr. Zoepfl-Berlin, Kolonialpolitik _ Geheimer Finanzrat Dr. v. Lumm-Berlin, die Reichsbank im ergleicb mit anderen bedeutenden Notenbanken _ Professor Dr. Manes- Berlin. Fragen des Verficherungswesens und der Versicherungßpolitik- Professor Leitner-Berlin, Buchbaltungklebre für Juristen und Verwaltungsbeamte.

An jedem Mittwoch finden Besichtigungen öffentlicher und prwater geWerblicber Bet:iebe und Führungen durch wiffenscbaft- liche Institute und Museen der bildenden Kunste statt.

Für die auf Sonntag, den 22. November d. I. folgende Woche sind Studienreisen nach England (London, Birmingham Cam- bridge) und nach Frankfurt a. M. und Mannheim in Aussicht ge- nommen. Eine Weitere kleinere Studienreise ist für den 19. und 20. Januar 1. I. zur Besichtigung der Karl Zeiß-Werke in Jena in dem Programm vorgesehen. ,

Am Freitag, den 30. Oktober d. I., Vormittags 11 Uhr, findet eine Eröffnungss i un g im Hörsaal 1 der Vereinigung (Alte Bauakademie, Schinke plaß 6) statt. Die Vorlesunaen beginnen am 31. Oktober “0. I. und endigen am 27. Februar 1909.

Meldungen zur Teilnahme gn dem Kursus sind baldmöglichst, spätestens bis 3. November, an die (Geschäftsstelle der Ver- einigung, Berlin 97. 64, Behrenstraße 70, zu richten, welcbe Vom 1. Oktober ab jede gewünschte Auskunft mündlich an den Wochen- tagen von 10 bis 2Ubr erteilt. In der Zwischenzeit werden Studien- pläne an Interessenten auf schriftliche Bestellung von der Geschafts- steile übersandt.

Zur Arbeiterbewegung.

In Mainz haben, der „Köln. Ztg.“ zufolge, die Vranerei- arbeiter den am 1. Oktober ablaufenden Tarifvertrag gekundigt um böbere Löb1e zu erzielen. Die Brauereien lehnten es ab, mik dem Arbeiterverband zu Verhandeln, weshalb dieser mit dem Aus- stand droht.

Die Arbeiter der Tabakfabrik Lux sind, wie demselben Blatte aus Biebrich gemeldet wird, wegen obnforderungen in den Ausstand getreten.

Wohlfahrtspflege.

Der Stadt Stuttgart sind, .I. T. B.“ zufolge, von dem dort Verstorbenen Privatjet Schönlein 3000000 .“ vermacht worden, die unter dem Namen Anna-Sttftung, sum Andenken an die Frau des Testators, der Stadtverwaltung unterstehen.

Kunst und Wiffeuschaft.

Die diesjährigen Ausgrabungen in Haltern die sech0 Wochen gedauert haben, sind beendet. Beim Feldlager 1, wie der „Köln. 313.“ gemeldet wird, da!' dritte Tor aufgefunden worden. Im großen Lager bat man verschiedene beim Präjorium gelegene Wobngcuben aufgedeckt und angeboben. Die meisten lieferten reiche Erträge an Fundstücken, die bereits dem Museum in Haltern einver- leibt sind. VeYnders ju nennen sind: ein Faltenbecber, ein Brome- löffelcben, ein oldbronzebarren im Gewichte von 235 Gramm, zwei Kurzschwerter, ein Tintenfaß aus Blei, eine Bleiform, eine Feuer-

/ zange, mehrere Meißel, ein vollständig erhaltenes Ton efäß, mehrere ( Ringe, Münzen, Lampen, Spielsteine usw. - eine solche Menge, daß man sie nicht alle

An Tons erben gab es sammeln konnte.

' Zeichnun en und auch durch

„besonders zu beachten ist, daß das Hirsesirob

' fck Jahr werden die Ausgrabungen fortgesevt werden, FHTW im großen Lager. Der Be inn ist für Ausfi t genommen. Auch die Aus ra ungen im Römerlager bei O erad en baben in der lebten 3 t wieder jablreicbe unde zu- tage efördert. Bei friiheren Ausikrabungen war eine aus ichenbolz hergetellle. über die Spivgräben bnwegfübrende Abflußrinne gefunden worden. In diesem Jahre hat man diese römische Anlage in das Innere des Lagers hinein verfolgt und hierbei einen großen Brunnen aufgedeckt. Die Anlage war noch sehr gut erhalten, sie konnte durch botograpbie festgehalten werden. In der Erds icht sind zahlreiche unde gemacht worden, so Knocbenreste von Tieren, Gew:ibe, Scherben von Amphoren, ein Schöpflöffel aus Bronze usw. An der Nordwestseite des Lagers wmden in Abständen von 45 10 vorhanden gewesene Befestigungstürme fest esiellt. Es wurden Heizanlagen, Wobngruben und Kochlöcher durchsuLt, wobei zahlreiche Bronje- und Kupfermünzen mit Köpfen des Augustus und des Agrippa zutage gefördert wurden. Im LaÖer fanden fich auch Silbermünzen verschiedenartiqer Prägung. Aus rome efertigte Gegenstände, reich verzierte Messer r ffe, Ringe, Schmucksacken wurden in größerer An- zahl gefunden. ls ein besonders wertvolles Stück darf ein prächtig gearbeiéxetes, mit Palmetten verziertes (Gefäß bezeichnet werden.

]

Nach Mitteilungen des Forschun kreisenden Dr. Stein aus Cbotau vom 15. Juli sind in Karas ar in der nordöstlichen Ecke der Tarimwüfte Gemälde und Skulpturen gefunden worden, die einen Vorherrschend graecobuddbistischen Einfluß ver- raten. In den Trümmern eines verfaUenen Wachtturmes wurde auf einem einsamen Hügel in der Nähe von Masar- tag eine große Sammlun von Schriftstücken auf Holz und Papier aefunden, die haupt Ölicb indischen, chinesischen und tibeta- nischen Ursprungs sind. Die Schriftstücke stammen frühestens aus dem achten oder neunten Jahrhundert und ebören offenbar zur eriode der tibetanischen Invasionen. Stein be cbreibt in seinen Mitte lungen auch eine gefabrpolle Reise durch die Wüste, in der der Kerusaftuß sich im Sande verläuft.

Vom 25.Dezember 1908 bis zum 5. Januar 1909 soll inSantiago unter dem Protektorat der Republik Chile der erste panamerika- nische wissenschaftliche Kongreß tagen, der ein so geivaltiges Frogramm umfaßt, daß kaum die zehn Tage, auf die der Kongreß erechnet ist Yinreicben dürften, um aÜes auch nur oberflächlick; zu erledigen. e en internationalem Recht, VolkSwirtscbaft, Kriminal- wiffenschaft Literatur und Kunst in Amerika usw. usw. umfaßt die dritte Sektion die Naturwiffenschaft, Anthroiäologie und Ethno- logie mit einem so reichen Programm, da a ein die Titel vier enggedruckte Seiten einnehmen. Die weiten Staaten Amerikas werden durch amtliche Ab eordnete vertreten sein; von den Vereinigten Staaten sind 35000 Do ars für ihre Vertreter, an deren Spitze der Ethnologe Holmes stebt, bewilligt worden. Das ro ramm dieser Sektion umfaßt 0 ziemlich das ganze Gebiet der ntSropologie im weitesten Sinne, mmer mit Beziehung auf Amerika, besonders Chile. In der ebenten Sektion soll die amerikanische Geschichte von der prähistor schen Z:it bis zur Kolonialepocbe und Unabhängigkeit zur Verhandlung gelangen.

Land- und Forstwirtschaft. Ernteaussicbten und Getreidebandel in Rumänien.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Galaß berichtet unterm 7. d. M.: Die Witterung war im August im allgemeinen trocken und warm. Erst gegen Ende des Monats traten auögiebige Regengüffe ein, die nwr den Stand von Mais und Futterkräutern günstig beein- u ten, an dem auf nur 50 bis 60% einer DurchschnittSernte ge- ch Iten Weizenertrag jedoch nichts mehr be ern konnten. Ueber die Hits e hört man bis jeßt nur utes, wobei in jedem Fall ein vorzüglicbes Futtermaterial b [det. _ Bohnen, die häufig auf den Maisfeldern der Bauern und zwischen Mais angebaut werden, sieben befriedigend. _ In Weizen bekundete Italien einen gewissen Bedarf, es kamen auch einige Abschlüsse zustande. _ Mais war bei “eiten Preisen für England und den Kontinent gesucht, doch sind die hiesigen Vorräte stark zusammengesckpmolzen und gestatten der Aus- fuhr keine freie Bewegung. _ Gerste und Roggen sind sebr knapp und fast garnicht angeboten. Ueber Salina seewärts gelangten in der Zeit vom 2. bis

29. August 1908 zur Ausfuhr:

Weizen . . . . . . . . 115426 1;

Roggen . . . . 8 676 ,

Mais . . . 48 467

Gerste. . 11636

Zafer...:...::1930

ohnen . . . . . . . . 870 .

Die ur Zeit in Galaß Vorhandenen Vorräte werden ge- schaßtau€ 2500

b 4000,

Mais . . Roggen Weizen . . . . Gerste. . . . . . .

Hafer . . . . . . . . . 3000 Preise für 1000 kg 011. 001101110111; für soso i7ge Verladung: Weizen . . . . . 80/81 176_ 8 .“

. 75/76 168-70 „, . 74/75 158-60 ,

5000 3500

Roggen . . . Bulgar. 148 * 50 . . . . 70/71 Donau 146_48 Gerste . . 59/60 fehlt . . . . . 66/68 132_34 Mais Donau 132 . Galfox 131 Hafer nominell 115_16 „. Die Frachten waren still, obwohl das Angebot von Dampfern nachgelassen bat. Donau wird 6/3 Rotterdam, 6/6 Antrverpen, 7/_ Hamburg notiert, Sulina 9 d. weniger.

Ernteergebnisse und Getreidebandel in Bulgarien.

Der Kaiserliche Kon'sul in Varna beriä'otet unterm 8. d. M.: on Körnerfrü ten lebt im Konsulatsbex'rk nur noch die Ernte der Hirse und Maß aus; erstere wird allgemein günstig beurteilt, ais bat dagegen infolge der langanhaltenden beißen Dürre stellen- weise stark elitten. Das etreideges zeitigen hohen Preise den

äft war im August rege, da die der- auer anspornen, die Vorräte schnell zum arkte zu brin en" außerdem haben sofort verfügbare Mengen ykößeren Wert a s erminlieferungen. Kavarna dürfte bereits 40 0/9 einer für die 'Ausfuhr bestimmten Getreidemengen abgese ! Haben. Uk Weizen war Hauptkäufer Antwerpen, für Hartwäzen riet und iUFULZ Griechenland hat sich aus?:inend vom bulgarischen Markt luruckgezogen und glaubt offenbar eh in Rußland beser versorgen zu können; dageaen trat Ende August Kon tantinopel besonders *" Weizen in ?rößerem Maße als Käufer au. Die Pre se der einzelnen Getreidesorten stellten sich für den Doppelzentner fob: bei Gerste auf 132-142 Fr., Zartweizen , 21 armer Weizen 18k-21 Baltscbikweioen 0 gen a er ohnen

; je nach Beschaffenheit,

Juli in '

Nach Varna wurden im August zugeführt: Wa gons Wagen Weizen 8605

rtweizen ..... 4 “sie. . . . . . . 1002 Roggen . . . , . . 374 «set. . . . . . . 448 ais . _ __ Bohnen . . . . . . 419 Kleie . . . . . 42 _

Mit der Neubestellung der Felder bejw. mit dem Ackern wurde in der Dobrudßba bereits begonnen; die anhaltende Dürre erschwert indeffen die Ar eit. '

Die Weingärten sieben im meaer Bezirk infolge der großen Hive weniger gut; durch die Phylloxera find etwa 100 119. verbeert.

Das Kaiserliche Konsulat in RusisibUk berichtet ""Um 8. d. M.: Begünstigt durch die im AugUst vorherrschend heiße und trockene Witterung konnte der Druscb des Getreides zum größten Teil obne Störung vollendet werden. Das bereits gemeldete Urteil, daß der Ertrag in Weizen, Gerste und Roggen, sowobl was-die Men e als auch was die (Güte anlangt, ein sehr zufriedensteilender sein so , bat auch durch die weiteren Druschergebni e keine Aenderung erfahren. Eine Besieüung der Wintersaaten ba infolge der anhaltenden Trockenbeit no!) nicht erfolgen können. Der Stand des Mais ist 11231311 ein guter, sodaß die Hoffnungen auf eine gute Ernte bestätigt er nen.

Einen nachteiligen Einfluß hatte die Dürre des Monats August auf die Wiesen und Weiden, do dürfte der Bestand an Heu ge- nügen, um das Vieh durch den inter zu brin en. Nur in den Kreisen des nordwestlichen Bulgariens, wo, wie bete ts früher gemeldet, auch die (Getreideernte sebr schwach auSgefallen ist, wird der Mangel an Visbfutter für den Winter sich schwer fühlbar machen.

Der Wein steht überall gut und verspricht einen reichen Ertra .

ckDie Getreidexufubren zu den Donaubäfen waren im Augu?t äußerst lebhaft. Außgefübrt wurden aus sämtlichen Donaubäfen etwa 4000 b Weiden, 4000 1: Gerste und 10000 t; Roggen.

Die Preise standen am 1. September d. I., wie folgt:

Weizen 18,_ r.

Rog en 16,_ r.

Ge te 13,30-13,80 Fr. Mais wurde nicht gehandelt.

für den Doppelzentner.

St. Petersburg, 18. September. (W.T.B.) Laut., andels- und Indujtriezeitung' ist der Ernteertrag im europ ischen Rußland für Winterweizen aiigemein unbefriedigend. Befriedigender ist der Ertrag nur im Weichselgebiet und in den baltischen Pro- vinzen, in den nordöstlichen Gouvernements, im östlichen Kaukasus, im Südwesten und in der Krim. Sommerwäzm allgemein gutmittel; unbefriedigend in den Mittel- und Unter- wolgagebieten, in Bessarabien und Cberson; gut in Kleinruß- land und teils_ in den nordöstlichen, baltis en und Weichsel ouverne- ments und im Nordkaukasus. Roßgen a Femein mittelmä ig; un- befriedigend in Kleinrußland und en süd ichen Gouvernements, im Dongebiet, im westlichen Teil des Zentrums, in Samara, in den west- li n Gouvernements und in Polen; gut im oberen und Mittelwolga- e iet, in den Gebieten der Hinterwolga, der Kama und Wiatka und den altischen Provin'xn. Gerste al] emein mittelgut; gute Ernte im Notd- kaukasus, Kleinruzland, in den ebieten der Kama und Wiatka, im Ge- biet der baltischen Provinzen, im Weichselaebiet; unbefriedigend im Mittelwolgagebiet, im Südwesten, im nördlichen Teil des Dongebiets und teils in der Krim und im Zentrum. Hafer allgemein mittel. Die Verteilung des ?uten und des unbefriedigenden Ertrages ist un- efäbr wie bei Gerte; am meisten unbefriediaend im Wolaagebiet. er Ernteertrag ist allgemein durcb e im Norden und Dürre im Süden während des Monats August qe digt worden.

:Gesuudheitsweseu, Tierkraukheiten msd Absperrnugs- makregeln.

Das Kaiserliche Gesundbeitßamt meldet den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche aus dem'Kreise Straßburg-Land (Unterelsaß) am 17. September 1908.

England.]: Nach einer Regierun sverfügung vom 8. d. M. gelten in Malt a

als Yockenverseucbt die egentschaft Tunis, als (bo le rav er s e u cbt Ara ien (mit Außnabme von erim und Aden), Rost ow, Ta a a n -

pe tverseucht Indien und Alexandrien. Sebi e, die aus die en Ländern und Häfen kommen, unterliegen nebst ihren Passagieren den vorgeschriebenen gesundheitspolizeilicben Maßnahmen.

Rußland.

Im Stadtbezirk St. Petersburäg sind vorgestern 249 Cboleraerkrankungen und 70 Todesf lle an Cholera vor-

gekommen. Niederlande.

Die niederländische Regierung hat unterm 14. d. M. St. Peters . burg tür choleraverseucht erklärt. Die Quarantänefcist ist auf 7 Tage festgeseßt worden.

Schweden.

Wie „Svenska Telegrammbyran' aus Helsingfors meldet, ist der englische Dampfer .Saxon' aus Brighton vorgestern in Säkkijärvi mit choleraverdächtigen Krankheitsfällen an Bord an-

ekommen. Im Laufe der Nacht starb der Steuermann; es liegt, wie

?estgestellt wurde, Cholera vor. Das Schiff gebt beute zur Quarantäne und Dezinfektion nach Trängsund' die Kranken der Besayung werden ins dortige Cbolerakrankenbaus ge racht werden. Im Cbolerabospital auf Björkö starb gestern früh ein finnischer Seemann unter cholera- verdä-Ibtigen Erscheinungen.

rox, Novorossisk, Batum, Tbeodosia und Kert ck und als

Verdiuguugeu im Auslande.

Oesterreicb-Ungarn.

28. September 1908, 12 Uhr. Direktion der K. K. priv. öster- reichischen Nordwestbabn in Wien: Lieferung von Radreisen. Näheres bei der erwähnten Direktion und beim „Reichsanjeiger'.

Belgien.

28. September 1908, 10 Uhr. ])irscN-iou (4611611116 (16 la bisukajsanos au miujgbérs (]6 1a jugbias in Brüssel, Rue Ducale 2: Lieferun? von Tucben, Geweben, Futterstoffen und wvllenen Decken für Wobltä igkeitßzwecke für 1909.

29. September1908, 10 Uhr. 14013011 001111111111816 in Molen- beek-Saint-Iean bei Brüssel: Lseferung von BekleidunÄsftücken für die Polizei für die Jahre 1909-1911. Eingefchriebene ngebote zum 28. September, Vormittags.

30. Se tember 1908, 3 Uhr. Uaison oomwunals in Nieu- venbove West andern):*Ausbau einer Kirche. 61991 Fr. Ein- gescbriebene nge ote zum 26. September.

3. Oktober 1908, 6 Uhr. USW] äs 71110 in Mecheln= Ueber- nahme der elektrischen Beleuchtun? 2c. und eventuell au gleichzeitig für die Stadt Löwen. Angebote is zum 2. Oktober, 6 hr. -

DemnäÖst. Sonssrnsmsui. proyjnoial in Mons. Ausführung von Straßenbauten.

Serbien.

Sanitätsabteilun des Königli serbischen Kriegsministeriums in Belgrad 29. eptember/12. Otober 1908. Mündliche Vet-

dingung bebufs Lieferung von 6000 kg Roßbaar. Muster und Be- dingungen bei obiger Amtsstelle. Kaution 20 0/9

„-

Verkehrsanféalten. _

Die dritte Passagierklasse im Seeverkehr.

Während im Eisenbahnverkehr die dritte Kla/Fe längst den breitesten Raum einnimmt und die weitaus größten requenzziffern auiwäst, gehört sie im Ueberseeverkebr noch zu den allerjüngsten Ein- richtungen. Die überseeische Personenbeförderung batte von jeher mit zwei auplverke rSgruvpen zu rechnen: einmal mit dem Reiseverkehr der o eren Ges? schaft51chicht und zweitens mit dem AUSwandererverkebr, an dem die breite Maffe der un elernten Arbeiter den überwiegenden Anteil hat. Demensprechend schu sie ihre BeförderunSSklafL/en: fiir den Reiseverkehr dieKajüte, die eine weitere Spezialisieruna n er e und zweite Kajüte erfuhr, für den Auswandererverkebr das Zwischendeck. Mit der fteiJenden Vekkebrlentwicklun unserer Zeit hat fich allmählich

diese C nteilung der Beförderungs lassen als nicht mehr auskeichend

berauögestellt. Mehr und mehr beginnen auch die einfacheren bürger-

li en Geseüschaft9schichten am Reißverkebr teilzunehmen. Dazu kommt, da der Lebensstandard gewisser, isber auf das Zwis endeck ange-

wiesener sozialer Gruppen, wie der Handwerker, der kle neren Land-

leute, Bauern, gelernten Arbeiter, sich derart gehoben hat, daß ihre

Forderung nach einer beffcren, ihren Vediirfniffen und Lebenßgewobn- eiten mebr aanaßten BeförderungsJeleaenbeit gerechtfertigt er-

scheinen mu te. n der Anerkennung und Erfüllung dieser Forderung

ist die deut che SeZscbiffabrt vorangegangen. Die ,Hamburg-Amerika-

Linie hat vor ungefahr Jahresfrist damit begonnen, auf ihren roßen' New Yorker Dampfern eine neue Beförderungsklasse zus affen,

die die Mitte zwischen Kajüte und Zwischendeck hält und in ihrem ganzen

Zusxbnitt den Ansprüchen einfacherer bürgerlicher Passagiere aus den oben

erwahnten Ständen ?erekbt wird. Obwohl die Fahrpreise dieser dritten

Klaffe |ck) nur wen (; über die Zwischendecksvreise erbeben, find die

Vorteile, die die neue Einrichtung ihren Paffagieren bietet, ganz er-

heblich. An die Stelle der Maffenquartiere im Zwis endeck ist die

Unterbringung u 2, 4 und 6 Personen in einfachen, (: er zweckmäßig

auFestatteten cblafzimmern getreten.3 Die KYe-ist gut bürgerlich,

rei_baltig und abwechselnd. Die fünf täglichen abljeiten werden in

grraumigen Speisesälen eingenommen. Auch Rauchzimmer, breite

Promenadendecks, Bibliothek und kalte und warme Bäder, die un-

entgeltlich zur Verfügung stehen, gehören zu den Einrichtungen der

dritten Klaffe. Diese Vorzüge haben der neuen Einrichtung schnell ib:

Publikum gewonnen. Die dritte Klasse batte sicb. wie ein soeben von

der Hamburg-Amerika Linie berauögegebener kurzer Prospekt über diese neue Einrichtung mitteilt, eines so regen Zuspruchs zu erfreuen, daß die meisten Dampfer von Hamburg in der dritten Kia e voll beseßt waren. Damit ist die Gewißheit ge eben, daß die dr tte Klaffe zu einer ständigen Einrichtung im Ham urger Ueberseeverkebr werden

wird. Auch die beiden neuesten Sckkiffe der Hamburg-Amerika Linie, die 17 000 Tons-Dampfer Cincinnat und Cleveland haben umfang- reiche Einrichtungen für Passagiere dritter Klasse erhalten.

Theater "und Musik.

Berliner Theater.

Das Berliner Theater eröffnete seine Vorstellungen unter der Leitung der Herren Meinhard und Bernauer am Mittwoch, den 16. d. M., mit einer Aufführung von Gustav Freytags Lustspiel .Die Journalisten“. In dem schlicht aber würdig bergerichteten Zuschauerraum des Hauses sind die Spuren der Aera Bonn nicht mehr erkennbar, und auch was man auf der Bühne sab, erschien für eine gedeih- li eFfakunft des Theaters, das wieder in dieihm von seinem Begründer L w g Barnay gewiesenen Bahnen einlenken will, verbeißungsvoll. Die“ Regie des Herrn Bernauer batte mit Verständnis den frischen Luft- svielton Tetroffen, die einzelnen Szenen wirksam beraußgearbeifet und für einbe tliches flottes Spiel gesorgt. Die Schar der beteili ten Darsteller zeigte sich den Anforderungen;) die man an die ar- stellun skunst auf einer Berliner Bühne stellen um , durchaus

ewacb en und bot durch manche trefflicbe inzelleistung

eranlaffung ju starkem Beifall. Künstleri ck am feinsten und darstelleriscb am ackendsten war der S mock des Herrn Meinhard. Herr Kor War als Konrad Bolz gewandt und liebenswürdig, hätte aber einige geziert: Uebertceibungen beffer ver- mieden. Fräulein Serda konnte als Adelheid Runeck offenbar die Tra ödin nicht ganz verleugnen; ibre sonsi.durchaus ansprechende Da teilung hätte durch mehr Leichtigkeitgewonnen. Der Oberst Berg und der Profeffor Oldendorf fanden in den Herren Boy und Klein zwei in Ton und Haltuna gleich würdige Vertreter. Herr Heine und Frau Dora, die das Ehepaar [;piepenbrink verkörperten, erfüllten durch ihr bumor- und cbacaktervo es Spiel glänzend die berechtigten Erwartungen. In ähnlicher Weise hervorzuheben sind auch die Leistungen des Herrn Dumcke als Bellmaus, des Herrn Sabo als Korb, des Fräule ns Gernod als fremde Tänzerin sowie die der übrigen Mitwirkenden. Die im Biedermeierstil gehaltene Ausstattun ab einen beba lichen, stimmungsvollen Rahmen für das liebenstrd ge, immer no jugendfrische Lustspiel ab.

Als zweite VorsieUung, in der gezeigt werden soUte, was das junge Unternehmen auf anderem dramatifcben Gebiete zu leisten ver- maß, war Franz Grillparzers Märchenstück „Der Traum ein Le en“ gewählt worden: eine dankenswerte Tat denn das schöne Werk hat viel zu lange, gewiß über ein Iabrzebnt, im Spielplan hiesiger Bühnen gefehlt. Das einfache, rührende Idyll feiner Anfangs- und Schlußszenen und die dazwischen liegende, rasche Folge der Ge- schehnisse in den wilden Träumen Rastans, die ihn in farbenglänzendem Gaukelbilde nach dem Heldenrubm und der Köni swürde mit scrhäuldigen, blutbefl-“ckten Händen greifen lassen, hielten au cHestern die ufmerk- samkeit der Hörer bis zum letzten Wort der Di tung in Spannung. Das Drama vermag in seinem Reichtum den verschiedenartigsten Naturen Freude und Anregung zu bieten. Zu dem Einen spricht es dur?) seinen tiefsinn-Zlgen Gedankeninbalt und seine abgeklärte Lebens- weis eit, zu dem nderen durch die (Fülle? dsr Handlung, durch die märchenhafte Poesie im Ausdru der Empfindungen und durch den äußeren Glanz und die Pracht des Morgenlandes, das in pbantafievolien Bildern und Trachten dem Au e gefälLige Reize darbietet. Mit klugem Bedacht batte d : Regie allen Einzelheiten des Dramas zu ihrem Rechte zu verhelfen gesucht. Manches geriet freilich zu laut und zu grell, erschien zu nahe und xu greifbar wirklich, um der spukhaften Stimmun der Dichtung voll zu entsprechen; im großen und ganzen aber war die uffübrunn gut. Den ländlichen lden Ruslan, der durch seine beän stigenden Träume wieder zur schli ten Lebensführuncd bekehrt wird, sv elle Herr Clewing mit einem ibm woblanstebenden un zu der Rolle gut passenden jugend. lichen Ungesiüm, auch erwies er sich als guter Sprecher der schwierigen Trochäen. Als Meister beherrschte diese freilich nur Herr Heine, der dem Neger Zanga, dem Versucher, m;?etmlicb wirkende dämonische Züge verlieh. Den KönY von Sama and gab Geox Brunow in würdevoller altung. ie liebliche Mirja wurde dur Kräulein Michalek und de Köni stocbter Gülnare durcb räulein

ernie mit anerkennenSwerter Gl tte im Vortrag und auch arakte- ristis im Wesen dargestellt. Eindrucksvoll gab Herr Klein den mysti chen „Mann vom Felsen“ und die kleine E isode des stummen Kaleb, der bei der ungeheuren escbuldigun des ordes die Sprache wiederfindet wußte der vielgewandte Herr einbard erßreifend zu ge- stalten. Die Ausstattung gab dem Werke einen far igen, schönen Yashilnen. So schloß denn auch der zweite Abend mit einem vollen : o g.

Im Königlichen Opernhause wird morgen Sonnabend, 110. Traviata“, mit Fräulein arrar als Violetta, au/ efübrt. Den Älfred Germont singdt Herr ir boff, den Vater ermont Herr BronSgeest, während ie übrigen uptrollen mit den Damen Paths, Lindemann und den Herren Krasa, Alma und Mödlinger besevt sind. Diri ent ist der Ka ellmeister von Strauß.

*Im Königli enScbauspielbau e werden morgen zum ersten Male Goethes „Clavigo' eide“ wiederholt. In ersterem Werke spielt den Titelhelden Herr eisen- dörfer, den Carlos: Herr Pohl, den Beaumarchais: Herr Zimmerer.

und Otto Ludwigs „Torgauer