Vom a re 1914 an, und in diesem Jahre zuerst, werden jährlich deYftens 50 Anteilscheine zur Ruck ablung achgelost. Eine außerordentliche Auslosung und Nucha lung rst zm Falle einer Veräußerung von Teilstücken des fur die Anletbe vex- pfändeten Grundbesifes auch _srhon vor dem Jahre 1914 m solchem Umfange getattet, nne b_el)ufs Eptpfandung solcher Teilstücke erford§r11ch iskt), wsetkln eme Baremzahlung desselben Betra es vermie en wer en 0 .
Hie anleihcnde GeseUschast Hat vom Jahxe 1914 an, und dann zuerst, das Recht, die Trlgyng zu verstarkerz.
Die anleihende Gesellschaft tft auch berechtigt, auf Hen 1. März 1914 oder einen spätererx Tag die _ganze Anlethe unter EinhaltungBdtk'eimonatcilxzer KunTnguZngtfjrtjt durch zwer- mali e ö“'entli e * e anntma ung zu ut) 1 e,. "
gSeifsesns dér Gläubiger sind die AntexlsZetrze nur kunhbar, wenn die anlcihende Gesellschaft ayfge10st wrrd ?dex thren Verpflichtungen nicht nachk9mn_1t. Trax em solches Kundtgungs- recht ein, so beträgt die Kundtgtzng-Zfrtft 3 Monate. _
Der ganze Anleibebetrag lst ]edyck) spätesteys b1s zum 1. März 1918 durch Rückzahlung zuu nigen, ,es ser denn, daß sich die anleihende (HeseUschaft spatestens bis zum 1. Sep- tcmbsr 1917 mit Bernhd. Loose u. Co. unter Zustimmuyq der Inhaber der dann noch im Umlauf befindlicherz Antetl- scheine: Über eine Hinausfchiebung des Verfalltermms ver:
tändi t, _ _ s 22118 die Inhaber derA11teilschen1€ angehenden, ,namenjltch die Verzinsung, Auslpsung, Kundtgung und Ttlgurxg be; treffenden Bekanntmachungen erfolge!) durcb die „Weserzertung
oder in einem durch den „Reichöanzmqer“ bekanpt zu gebenden anderen in Brsmen erschcinenden Blatts. Exner de_syndßren Benachrichtigung derF Fnzclnen Inhaber von AntetUchemen bedar es in keincm a e. ' . ' _
Hur mehreren Sicherheih dcr Anlethe h10s1ch111ch_„925 Kapitals, der Zinsen und etwq1gcr Kosten hat 1116 anleYende (Gesellschaft erste Hypothek m Hohe 11011 375000 «3181: Argentinien Gold (ca. 1520 000 ck16)_a,uf dre thr gehortgs 1m Variido Guamini Republik Argennmen bklxgsne Beftßung Cochico für die Firma Bernhd. quse 11. Co. 111 Bremen als Vertreterin der Inhaber der Anietlscheme_c_intragcn lassen.
Diese Hypothek erlischt nach argentxmsxhem Rechte 11ach zehn Jahren nach der Eintragung, sofern, fie n1ch_t erncuext w1rd.
Die Firma Bernhd. Loose u._ Co. lst 'unwrdexruflrcb Ver- trcterm der Gesamtheit der Antexlsberechttgten dtcser Anlethe in berg an das fÜr die Anlexk)? besteUt? PfanYrecht und dessen Geltendmachung. Die Antetlsberechttgten korznen das Pfandrecht nur dnrch diese Vertreterin der Gesamthett geltend machen" 11 Vs [ dsS ts
5 e lo'en Bremen, in er cr amm ung e ena 6 fck „ vom 23. Oktober 1908.
Die von 'heute ab zurtFUltésgalLe gelangende Nummer 51 es Rei s e e blatts en ä un er _
d Nr.ck952g7 diße «Bekanntmachung, betreffend dte Aen_derung der Artikel 6, 19 und 20 des Rxglkmxyts zm; Znternattonalen Meterkonvention vom 20. Mar 1870 (Retchsgeseßbl. 1876 S. 201), vom 13. Oktober 1908.
Berlin W., den 27. Oktober 1908. Kaiserliches Postzettungsamt. Krüeu
Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geZUHt: den Propst Hoppe in (Hüßkow zum _Suvermten enten der Diözese Grcifswald:Land, Regterungsbkzxrk Stralsund, zu ernennen.
2 habe Ür die drei Jahre yom 1. Oktober 1908 5113 zum “3311. Septener 1911 zu Mitgltedern des Gerichxshofß, welchcr nach § 6 des Gcseßes vom 13. Februar 1854 m Fällen von Konflikten zu entscheiden hat, den Generalldcutnant Kersting, Direktor der Militärtechmschen Akademte, den Generalleutnant Freiherrn von Lyncker, Jnspxkteur der Ver- kehrstruppen, und den Generaxmaxor von_ Thtefenhausen, Vorfißcnder dcr ObermilitärprUfungskomm1sston, forme außer- dem den Generalmajor von Wollenberg, Inspekteur der Kriegsschulen, den Gencralmaxor von Quast, Kommgnheur der 3, Gardeinfantericbrigade, und denGeneralma10r Ntcktsä) von Rosenegk, Kommandeur des Kadettenkorps, za Stell- vertretern verhmdertcr Mitglieder des genannten Gerichtshofs ernannt.
Jagdhaus Rominten, den 5. Oktober 1908.
W i l h e lm 12. von Einem. Weseler.
An das Militärjustizdepartemens.
Yiehtamtliches.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 28. Oktobcr.
In der am 27. Oktober d. I. unter dem Yprsiß des StaatSMinisters, Vizepräsidenten des Staatsmmtstertums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Bethmann Hollweg abgehaltenen Plenarsißung des BundeSrats wurde
Elber eld und 1868" um StaatSaanlt in Frankfurt'a. M. ernanfnt. Naehdém erz1870/71 den Krteg gegen Frankretck) als Premierleutnant'bszw. Hauptmaxm der Landryehr MÜFMUM hatte und Hierbei" durcb Verlerhung des Ecsernen reuzes zweiter Klasse aUSgezeichnet _xvorden war, wurde er am 28. August 1871 zum Kaiserltchen Oberprokuyator in M73 ernannt. Am 3. Februar 1877_ erfolgte [eine Etnberufung m das ReichFZustizamt als Gehetmer Regterungswt und vor-
a ender at. tr g Die Verdienste, die er stel) in dixsen Stellungen erwoxben, seine umsfaséenden juristischen Kenntmffe .und fenxe unbedmgtq
uverläs ig eit lenkten die Aufmxrksamkext auf ihn, als tm ahre 1884 die SteUe des Letters *,des Genxralauditoriats der preußischen Armee und der Marine ecledtgt wgr. Arzt 27. De ember 1884 wurde Ittenbach zum Generqlaudtteyr mrt demC arakter als Wirklicher Geheimer Oberzufttzrat mtt dem Range der Räte erster Klasse ernannt. . Sechzehn Jahre lang hat er dieses Amts gewaltet; am 82111111 1885 wurde er zum Mitglieds dcs StaatSrats und anz 1. Marz 1891 aus besopdexcm AUerhöchsten Vertrauen für [eme LebenSzert'znm Mttgltede des Herrenhauses ernannt, zuglerck) auch zum Kronsyndtkus he- stellt. Am 8. April 1895 erhielt er" Hen Charakter (1113 WM- licher Geheimer Rat mit dem Pradtkat Exzellenz und am 152111111 1899, nachdem er schon vorher durch Yerlethung einer Reihe hoher preußischßr und außerpreußtsaser Orden ausZezeichnet war, den Königltchen Kxonenyrden _ertex Klyffe.
Am 12. September 1900 verlteh _1hm dle ]urtsUsche Fakultät der Albertus-Universttät zu Komgsberg i. Pr. dte Würde eines Doktors beider Rechte. _
Am 21. September 1900 wurde er auf fernen Antrag mit der Erlaubnis zum Weitertcagen der Umforxn und unter Verleihung des Roten Adlerordens erster Klasse 111 den Ruhe: stand verseßt. , , ' „ " _
An der Smße der M111tarrechtspf19ge und des, hochstxn Preußischen Militärgerichtsbofß, als (FW der Mtlttarxnstrz- beamten Preußens und des_chchs hat Exzellenz Ittenbach dem Reiche und dem Staate, x_nsbesondere der „Armee und der Marine, außerordentliche Daenste geleistet. _Mtt fernem scharfen Verstande, seinem “klaren Blick und setncr pornehmenGc: sinnung hat er sich in allxn Phakxey se'mer retchen_ amtltghen Tätiqkeit bewährt und srch'_ er seiner (Herecbttgkeitsltebe und *sc'inem Wohlwollen _ dre Verehrung seiner: Untergebenen und aller der'enigen, denen es vcrgonnt war, thm naher zu treten, erwor en.
Sein Hauptverdienst aber errang fich Exzechz Ittenbach, als es galt, einen einheitlichen Rechtszustand fur das ?esamte
deut e eer und die Marine auf dem Gebiete der Ver Zs1ung der KiliLrgerichte und des Militärstrafprozeffes herbetzu uhren. Er bat wesentlich ldiazu betgetragen, das Werk durch alle wieri keiten u e ten. _ Sch DasgAndcnkéxn des Dahingcschiedenen, des letzten prcuß1schen Generalauditeurs, wird mit _der Geschichte der preußxschxn Militär'ustiz und mit der Ges Ychte der Refoxm des Mtlrtar: strafveréahrens dauernd in Ver mdung und m hohen Ehren bleiben.
Die Bevollmächtigten zum Bunchxat, „Herzoglicb sächszschxr Staatsminister von Borries und Furstltch schxvarzbuxgrscher Staatswinister Freiherx von der Recke smd m Bcrlm an-
gekommen.
Die Bevollmächtigten zum Vundeörat, StaaLSMinister von Borries und Senator der erien undoHansestadt Ham- burg Dr. Sthamer sind von Berlm abgecerst.
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist SM. S. „Hertha“ vorgestern in Queenstown (Irland) emgetroffen. ' _ M. S. „Luchs“ ist vorgestern m Nagasakx em: getroffen. ' ' S. M. Flußkbt. „T_stngtau“ xst gsstern von Wutschou (Westfluß) nack) Samshm abgegangen.
Wernigerode, 28. Oktober. Seine Majestät der Kaiscr und König traf, „W. T. B.“ zufolge, gestern (Ibend mit Gsfolge Hier ein und wurde; guf dem Bahnhof von &ckan Durchlauchten dem Fürsten Christxan Ernst zu Stolberg und dessen Bruder, dem Prinzen Hernxann, empfangen und unter lebhaften Kundgebungen der Bcvolkerung nach dem Schlosse geleitet.
Braunschweig.
Der Landeßvcrsamml_ung ist, „W. T. B.“ zufolge, eineVorlage zugegangen, betreffend Aufnahme etnex S1 (tats- anleihe bis zum Höchstbßtrqe' von 10 Mrlltonen Mark. Die Anleihe soll zu expexn msfußx vqn 31/2 Prozent und, faÜs dies bei den gegenwartigen Verhaltmffen dcs Geld- marktes nicht möglich sein solLte, zu 4 Prozent bc eben werden. Von dem Anleihebetrage werden 6 425 000 (16 em Stqats- haushalte und 3126000 «16 dem Kalxwerke Dassel zugewresen werden.
Oesterreich-Ungarn.
Die Oesterreichische Del_egatio„n verhandelte estern Über den Voranschlag des Mtnistertums des Aeu' ern: Der Beriébterstalter Bacquebem drückte, nach dem Beruht des „W. T. B.“, seine Befriedigung über die Etnleitung unmittelbarer
den Ausschußanträgen zu den Entwürfen der Finanzreform- geseße zugestimmt.
Die vereinigtcn Ausfchüffe dcs Vundeörats für Reck): ;
nungswesen, für HMdLl und Verkehr, für das Landheer Md ; großen Wert darauf lege, mit der Türkei in bxster Freundschaft
die Festungen und für das Seemcsen hielten Heute eine Sißung. '
Am 22. Oktober 5. J. verschied dcr ebemglige Gynexal- , auditeur der preußischen Armee und der Marme, W1rkltche ]
Geheime Rat Dr. juris Ittenbach, Kronsyndikus, Mitglied des Herrenhauses und des StaatSrats.
Ma T eodor Ludwig Ittenbach wurde am 18. April1831 ; zu GymHich !)in der Rheinprovinz, als Sohn des Burgermeisters ;
d Stadt, “ eboren, trat im Jahre 1852 nach dem Besuche dxseßniversitätgen Bonn und eidelberg als Auskultator m den preußischen Instizdienst, estnnd . juristische StaatSexamen, wurde 1866 zum StaatSprokurator m
; blicklicb einen Stillstand erfahren haben sollten, so würden die Be-
im Jahre 1858 das *
erbandlungen mit der Türkei aus und erklärte, wenn diese augen-
ü 11 en, die Vethandlungen zu einem befrkedigenden Abschluss zu WbLerJgdoch gewiß fortgesetzt Werden, da die Monarchie nach wie vor
' 11 leben. _ Der Abg. Sustersic begründete die Notwendigkeit dxr 2Linne ion und betonte, daß eine stmk: Monarchie die beste Garanne für ene freie Entwkcklung der slawischen Balkanvölker sek. _ Der Ab . Latour begrüßte die Annexion mit Freude, Genuatuuna und ebr1urchtevoüer Anerkennung als zwingende Notwendigkeit. Er er- klärte, seine Gcfinnungßgenossen seien gewillt, die gemeinsame = Regierung mit vollem Vertrauen auf dem eingeschlagenen Wege
zu ux-tersiüßen, und sprach die Ueberzeugung aus, daß, wenn - Oesterreich-Ungarn so ruhig und fest bleib: wie bisher, die öffentliche Meinung Europas zu der xraditioncll geworde'nen sym- pathischen Einschäsung der Monarchie zmuckkebren werde. DxrRedner . betonje schließlich die Notwendigkeit der Stärkung und Auskuslung der - gesamten Webrmackot als der wichtigsten Vorausjcvunq einer starken
avi en Nationen.gerichtete olitik in den okkupierten Provinzen aus- 11331? und bezeichnete die TYnncxion als dem Völkerrecht wider. sprechend. _ Der Abg. Oppenheimer sprach die Ueberzeuguyg aus, daß die Angriffe eines Teilks der englischen Presse in Wabtbttt nicht der Stellung Oesterreicb-Ungarns in den okkupierten Provinzen gelten, fordern vor allem seiner Haltung im Preibund. Der ednet wies auf Harry Stuart Mackay bin, der exklart habe, daß die Okkupation dieser Provinzen nur Gutes gebracht habe. Alles Geschre1 und Schimpfen gegen Oesterreich-Ungarn sei ganz ungerechtfertigt. _Da England unter ähnlichen Umstänyen ein solches Land langs? annektiert hätte, könne kaum bezxvexfelt werden. Oesterreichzungam habe nur bekommen, was ihm gehubre. _ Der Abg. Bianktni ver. [angie die Lösung der südslamscben Frage durch Einverleibung BoSniens in ein Königreich Kroatien.
Hierauf ergriff der Mimster des Aeußern Freiherr von Aehrenthal das Wort und. hcsprack) zunachst emgehend das Konsulatsw-ssen, feryer' dtejcmgxn M9ßnahmen_ der preußischen Regierung hezugltck) der ojterre1ch1sch:uvgar1fchen Arbeiter, wodurch den Emmeqdungen dcr chterung zum Teil Nrchnung getragen worden ser. " „Eine dxfferenziclle Behandlung unserer Arbeiter“, so f1151te der Minister aus, „wird künftig nkcht'mebr stattfinden. Auch hmsichtljch 1er Auxweisungen wurde ein mxlderes Vorgehen zugefichert.q S„ dankenßwert das bisher bekundete Enkgegmfommm der preußtsch Regierung auch ist, erscheint es doäb niaat we1tgebend genug. DeSbalb finden Weitere Besprechungen mit der preußischen Regierung statt.“ Dex Minister trat dann den qurviffen auf das"dlp[o: matische Korps entgegen, das yoUstandtg auf ,d.r Ho:;e der Situation stehe, jroßdem an dtekmoderncn Dtpxomaten die rößten Anforderunchn gestellt wxzrden, und gmg auf die Jchwebenden orientalixcßen Fragen uber: .Wir find“, sagte der Mmlst-xr, ,wenn man_es uns ermöglicht, entschlossen, unsererseits den Gedanken einst Konferenz zu verwirk- lichen, und stehen auch keineswegs auf dem Standpunkte, daß etwa BoSnien aus dem Konferenzprogr'ammxxa-z ausgeschaltet werden müffe. Wir können aber natürl1ch ntcbt zugeben, daß auf" der Konferenz die voUzogene Tatsache der Ausvebnung der Souvemnität in Frage gcsteUt oder zum Gegenstanke der Diskusfion gemacht xokrd, haben aber nichts dagegen, wenn die Konfercnzhiervox. Kenntnis nahme und bei einer Revision des Berliner VZrtrages dt: Aufhebung dss BoSnien und den Sandscbak betxeffenden Artikels konstatierte. Ich möchte den als Schlagwmt a-uf etcxuchten Aqu-uck „K_om. pensationen' als nicht zutreffend czetchnen. EF kann höchstens der Türkei gegenüber davon aexprochen werdkn, dkeyer aber ist _eine Kompknsation von seiten Oesterreicb-Ungarnß spontan gewahrt worden. Von anderen territotialen Kompensatiorzen eXtra na? anderer Seite bin, kann keine Rede sein. Wix hoffen, da man in Konstanjinopel unsere Int-n'tioncn wurdtgen und W die Hand zu fteundscbaftlicbem Emvernebmcn , biZten Wird, Andererseits setzen wir das Beklrk'ben, dies berheczufuhren, for't. auch im Interesse einer baldigen Reaitfietung der Konfe-rcnzidec. Wr: verhandeln nicht über die Tatsache der Annexion, sonder'n nur, um ein Einvernehmen mit der Türkei berzusteüen.“. Der Minister besprach alSdann die türkische Boykottbewegzmg sowke die dagegen er. grifkenen Maßnahmen und erklärte, er“ wurde es mtt Befriedigung be. grüßen, wenn die fortdauerndetz turkYsch-bulgarischen _Ver. handlungen zu einer Verständtguna fuhren wmden, dke fur die weitere friedliÉeEntwicklung auf dem Balkan sel)! wettvoll vxäre. In diesem Sinne habe OestexrciO-Ungak'n gleich anderen Makhten in Konstantinopel und Sofia yon mimänschen Maßregeln abgeraten. Bezüglich Serbiens und Montenegros bewxxte dex Minikxer, daß diese keinerlei Rechtstitel besäßen, zur Annexxon diplomaltsch Stellung zu nehmen. Wir wollen, so betonte de:_Minister, den Jnlereffen beider Länder Rechnung tragen. Es wurde aber nur zu ihrem Besten gereichen, wenn fie an ihrer inneren Entwicklung arbeiten wütden, statt n1cht zu Verwirkljckpenden Träumen nach- zubängen. „Ich hoffe“, fuhr der Mmisier fort, „daß xine rubi ere Auffassung in Belgrad! Jie Oberhand genZinnen wtrd, um 19 mehr, US auch andere Machte ib'e Ratschlage in dem gleichen Sinne geben, wie wir bestrebt find, auf'baldiqes Nach- lassen der eingetretenen Spannung binzunzixksn. Hterin findsn wir wärmste Unterstüßuxg bei unseren Verbxzndeten Deutschland und Italien. Die Grundlage unserer Politik, ist un? blaikt der Drei- bund, und ich will insbesondere auf nxeme, Erklarung, _die ich in der levten Delegationssession über das Bundnts mit Deu1schlan3 abge- eben babe, hinweisen. Damals babe ich gesa'zzt: Jm Jntkreffe des riedrns ist es nothndig, daß in Mittelxuwm dre bsiden Gryßmäckyle in der engsten Freundschaft zufammsnleben. Deytschland bat em entinentxs Interesse daran, daß Oeséerrrich-Ungarn eme Großmacht ist; wtr haben ein gleichxs Interesse an ker Großmachtstellung Deutschlands. Dieses Verhältnis beruht auf Voükommener Gegenseitigkeit. Ick blicke zuverficbtlich in die Zukunft. In St; Petersburg wie bei uns besteht der lebhafte Wunsch nach baldigxr Klarung dss Zustandes auf dkm Balkan, was unserem künftigen Vcrba[_tnis zu Rußland nur zustanen kommen kann. Die dankenchrten Bemuhungen Frarkreichs, einen Aus- gleich in versÖiedenen Fragen und bestehenden Differknzxn herbeizu- führen, begrü en wir mit um so größkrec'Beftiedi-gung, als unsere und Franktei s Interessen das gleich: 3121, die EerJtung dk? Friedens, aufweisen. In England beginnt uzan berauszufublen, dag die uns gemachten Vorwürfe nicbt gkreäztsertigt waren. DkeVe- mübungen uns mit der Türkei freundscbxftlich außeknandkrzuseßen, sowie un er prinzipiell wohlwvllendes Verhalken zum Konferepi- gedanken find sprechmde Beweise für das offen zu Txge lieqcnde Z“k[ unserer politischen Bestrebungen. In der vvectrauens'vollen, Aner- kennung meiner Politkk seitens der Delegatton erbl'cke 1.5 eine wesentliche SÄärfkunbg unsere: SteUung nach außen und eine Erl:kchte- run meiner u a e.“ _ __ gDer Abg. Éraf Dzieduswcki erkanxte die Ruhe, Maßlxzunß und Entschlossenheit des Minisje1s an und sagte, die Polen _bäLtk-n est die Pflicht, dieser Monarchie ihren ank zu beweisen fu; die echte, dic ße dort erhalten, und für 112 BabanoZung, de 116 erfahren hätten. Es brauche niemand eine s1cherere Stuye zu suchen- als die, welche die Polen jßßt für dre Monarchi_e xu bildeckr; bereit seien. Er Weiß: nicht, 51th weder Deutschland no irgend eine andere Großmacht dre vollzogme Tatsacbx FZ Annexion BoSnienö anfeinden Werk?. _ Dec . R'edldes erblickte den wahren Grund der gebasfigen Keijik eines Tetles Auslandes über die Annexion in dem AntagoniSmus Englands 8711?" Deutfchland und wünschte ein Zustandekommen Von SondervcreF barungsn mit der Türkei und mit_Rußland. _ Der Abg. WFT“ rühmte sum Schluß die Bündniotreue Deutschlands und ck_kla 's, Oesterreich hätte die Amexion nur im Verkrauen auf das Bundmc mit dem Deutschen Reiche durchführen köntxen. _ Der Abk. Selköilzkker erklärte die Annexion Bokniens weder im“ dke österreicbi chen Vite!- noch für den Staat für vortkilbaft, insbesondere leide die Arbed er schaft unter den Feindseligkeiten mit den Balkanvölkern. Der Re 1; je unterzog darauf die preußischen_Auonabmebeslimmungen ge-JMMbes österreichischen Arbeiter exncr scharxen Kritik und forderxe'ein mergöster- Einschreiten des Ministers zur Abstellung der Au9w81sungen
reichlscher Arbeiter. schwere
_ In rag haben gestern wiede)? „ AusschreitungYn stattgefunden, sqdaß Hte amtlich?"e Blätter in ExtrauuSgaben melden, dte Regierung W'Zen nicht anstehen, die schärfsten Maßnahmen, zu ekgketdet; die ihr verfaLsungSmäßig gewahrt „werden, und und AuMahmezustan erklären, wenn mcht Ordnung mer Ruhe eintreten. Die Regierung würde slch allerdn) s sch 15 zu einem derartigen Schritt entschltsßen, ste aebe st dkkeien verfichtlichen Erwartung hin, daß es den besonnerzcn Kk
gelingen werde, diese Gefahr abzuwenden. Ueber dre Unru
oTitik nach Außen. _ Der Abg. Klofac erklärte, es könne den Slaven ' i111672gleichgültigsein, daß fich deutsche 11115 magyxrisckje, gegen die
Tiegen folgende Meldungen des „W. T. B.“ vor:
Prag, 27. Oktober. Heute mittag kam es auf dem Graben abermals |U einem Zusammenstoß zwischen etwa zweihundert deutschen “und tschechischen Studierenden, die durch tscbechi (& Bevölkerung ver- stärkt wurden. Es entwickelte sicb ein sörmli es Handgemenge, in dessen Verlauf mehrere deutfche Studierende verleßt wurden, einer darunter fckwer. Der Graben und der Wenzelsplaß mußten von der Polizei geräumt werden. ,
Prag, 27. Oktober. Kurz nachdem dxe Gendarmerieabteilungen infolge eingetretener Ruhe vom Grabxn eingezogen waren, kam es dort abermals zu Ansammlungen. Militär wurde requiricrt, welches den Graben räumte. Dieser blieb sodann abgesperrt.
Prag, 28. October. Als sich gestern abend die Demonstrationen erneuerten, Wurde der Wenzelsplaß von Gendarmerie und Militär
eräumt. Die angesammelte Volksmcnge bewarf da5_Militär mit
keinen, löschte die Straßenlaternen aus und lxg'e Banks quer über die Straße, wurde aber scbkicßlicb außeinander getriebcn. Um 11 Uhr Nachts wurde das Militär zurückgezogen.
Die Polizeidirektion hat infolge Her Ausschreitungen eine Bekanntmachung erlassen, in der es bexßt, daß fick) diZ Staats- qewalt veranlaßt sehe, gegen axle Storungen der öffentlichen
ube und Ordnung fortan mtt den schärfsten Mitteln, ge- gebenen Falls mxt Waffengewalt vorzugehen.
Großbritannien und Irland.
In der gestrigen Sißung des Unterhqus es standen zwcr Jnterpellationrn, ,bctreffsnd eine telßgraphtsche Nachricht chm Einrücken russ1scher Truppen in persisches (He: 111131 und betreffend das Einfuhrverbot von Heu Ünd Stroh, auf der Tagesordnung.
Wie das „W. T. B.“ berichtet, erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen (Grey in Beantwortung der ersten Anfragx, daß nach seinen JnfmmatLonen kéine rusfisHen Truppen die perfisch3 ernze überxchrttten bäxten. R. Strachey erwidert: auf die zweite Anfr.“; 6, daß der Zweck dieses Verbots darinßllege, England vor der Gef.: r einer Eiyschleppung der Maul- und Klauenseuche zu bewahren, indem die Eknxührunq von Heu und Stroh aus Ländrrn, in tenen diese Krankheit herrsche cdkc die gegen die Einschleppung der Krankheit ungenügend qeschüßt seien, vsrboten werde. Das Einfuhrverbot müffe darum als ein dauerndes betrachtest werdkn.
Frankreich.
Die Deputiertcnkammer Hat in ihrer gc'strigsn Sißung, nach einer Meißung des „W. T. B.“, die drei ersten Para- graphen der neuen Fassung des Artikels 37 dcs Einkommen- steuergesetzes angenommen, wonach vom landwirffcbaftlichen Einkommen bis zum Betrage von 5000 Francs die Hälfte und darüber hinaus 2/3 des Pachtrverts der Ländereien zu ver- steuem sind. Bei der Beratung des Budgcks des Unterrichts- minisjeriums wurde der Minister darüber interpelliert, daß den Lehrern verboten sei, das Amt eines Maires oder eines Gehilfen desselben auszuüben.
Dcr UnterrichtéministerDoumergue erwiderte, das Geskß unter- sage dkn Lehrern die Ausübung jQ-r Tätigkeit in der Verwaltung, zumal in einer Zeit, wo die Laienschulen Angriffen ausgesest
seien. Es sei notwendig, daß die Lehrer ausschließlich ihrem Berufe nachg-ben.
Nach einer karzen Beratung nahm das Haus mit 489 gegen 69 Stimmen die einfache von der Regierung gebilligte Tagesordnung an. Darauf wurde die Sißung g€schlossen.
Rußland.
' Dierma ist, wie das „W. T. B.“ 11191061, heute mit emem fctcrltchen Gottesdienst eroffnet worden.
Spanien.
Jm Senat wies dcr Marineminister, „W. T. B,“ zufolge, gestern auf eine Anfrage die verleumderischen Ge- rüchte zurück, die wissen ontcn, daß Kontrakte zum Bau von Kriegsschiffen abgeschlossen ssisn, ehe eine öffentliche Submission auSgeschrieben worden sei, und bekräftigte unter sxinem Eid, daß mit keiner Firma irgend eine Verpflichtung emgegangen sei.
Türkei.
Die „T)SUS 111111113113“ hat gestern der Pforte ein Memorandum Überreicht, in dem, nach einer Mel- dung des „K. K. Telcgraphen:Korrespondenzbureaus“, die Ansprüche der „DMS puquns“ auf den bulga- rtschen und ostrumelischcn Tribut sowie auf die von Griechenland, Msntenegro, Serbien und Bulgarien zu leistenden Beitragßantecke zur türkiscbsn Staats: schu1d besprochen und unter Hinweis auf den Ver: l1_ncr Vertrag, auf das ostrumelische organische Statut, auf dre türkisch-griechische Konvention von 1881 und auf das Moharrenxdekret begründet werden. Das Mcmorandum steUt fest, daß stck) für Bglgarien bei Kapitalisierung jener Leistungen eine Schuld von uber 300 Millionen Franks ergeben werde.
Serbien.
Der König Peter hat, dem „K. K. Telegraphen- Korrespondenzbureau“ zufolge, gestern den österreichisch-unga- rtfchen Gesandten Grafen Forg3ch in Audienz empfangen.
Amerika.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ Hat der Prästdent der Vereinigten Staaten von Mexiko Porfirio Diaz die Gerüchte, daß er nyc!) vor Ablauf seiner Amtszeit zurücktreten werde, für unbegrundet erklärt und angedeutet, daß er aber- mals für die Präfidentschaft kandidieren werde.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Schlußbericht über die gestrige Sißung des Hauses der Abgeordnetsn befindet sich in der Ersten Beilage.
_ In der heutigen (4.) Sißung des Hauses der Ab- geordneten, welcher der Ftnanzminister Freiherr von Rhetnbaben beiwohnte, wurde, die erste Beratung des Gxseßentwurfs, betxeffend dre Bereitstellung von Mitteln u Dienstetnkommensverbesserungen, bei der Novel 8 zum Lehrerbesoldungsgeseß vom 3. März 1897 fortgesetzt.
Abg. von Ditfurth (kons.): Es handelt sich hier nicht aUein darum, die materielle Lage der Lehrer zu„verbeffcrn, sondern vornehm- [ich um die Beseitigung schwerer Mißstande in dsr GestaltunÉ; und Grgppierung der Lebrerbesoldungen. Die Vielgéstaltigkeit dcr ebrer- gehalter wuxde hervorgerufen durch die Interpretation, die der Begriff .örtlkxbe Verhältnisse" bei der Bemeffun? der Lebkergebälter in verscbtedenen Gemeinden gefunden hat. D ese Vielgestalxigkeit der Lebrergebälier und der Abstand zwischen den Gehältern in dxn grö eren Städten und auf dem platten Lande mußte dazu fabrxn d e Leistungen der Volksschuxe auf dem platten Lande herab- JUYrucéen und die Berufsfreudigkett der Lehrer zu rermindern. Dae Unzulänglichkeit und Buytsckxeckigkeit der Gehälter führte 33 einer Landfiucht der Lehrer. Mtr [regt es fern, den Lehrern daraus
Famiüe und ihren Kindern schuldig, lhre materielle Lage zu ver- “ : ern. Aber es linen darunter namentlich die einklasfigen S ulen, die in erster Linie erfahrener, längere eit an einem Orte bleibender Lehrkräfte bedürfen. Dazu kamen de hoben Szullastext, welche die ländlichen Schulverbände aufzuwenden hatten. Im Verhaltnis zur Einkommensteuer brin t das platte Land pro- zentuaütec doppelt so viel für die Volkss ulen auf wie die Städte und ist troßdem nicht in der Lage, seine Schulen so auIzu estalten, wie es notwendig wäre, die Lebrergehälter so zu wie es den berechtigten Wünschen der Lehrer entspräche. Diese Umstände haben dazu geführt, daß wiederholt yon diesem Hause Bejchlüsse gefaßt worden find, die ein Programm enthielten, nach welchem die Neuregelun der LebrerbesoldungSverbältniffe erfolgen sollte. Beim Schulunter altungsgeietz wurde im Jahre 1905 eine Resoluxion angenommen, in der Verlangt Wurde, daß zur Aus,;leickdung der bestxbenden Härten prinzipiell das Diensteinkommen der Lehrer in Stadt und Land gleich sein und einer Ueberlaftung der Schulderbände Vorgebeugt werden sollte. Das gewünschte Gesetz liegt jetzt vor in der Form einer Noveüe zum LebrktbesoxdungsZesetz von 1897. Da muß nun zunächst auffallen, daß § 1 unverändert ge- lassen ist, der von dn örtlichen Verhältnissen spricht. Ich hätte in dieser Richtung gern xine Aenderung des bestehenden Geseßes ge- wünscht. (In der Hofloge erscheint Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit d_er Kronprim des Deutschen Reiches und von Preußen.) Ter Fcftfeßung einbeitlichcr Gehaltssäße mit den daraus ge- zogenen Konsequenzen stimmen wir zu. Diese Begrenzung ist in der Presse sehr heftig angegriffen worden. Als die Vorlage erschien, brachte das „Berliner Tageklatt' einen Attikes, der von einem Verbot erhöhter Kulturleistungen seitens der Gemeinden sprach und dieses als ein trauriges Unikum auf- diesem Gebiete bezeichnete. JH halte es nicht für eine Kulturleistung der großen Städte, ihre finanzixüe U.:bermacbt dazu zu benußen, um dem Lande die not- wendigen Lebtkräfte zu enukeben. Eine Kulturleisiung liegt darin, die Volksschule nicht allein in den großen Städten, sondern auch auf dxm Lande auf der gebührenden Höhe zu halten. Man hat dxn Vorwurf erhoben, die Vorlage 1chränke ki: Selbst- verwaltung ein. Eine Einschränkung liegt aUerdings vor, aber nicht ein unbilliger Eingriff in die Selbstverwaltung. Dec preußische Staat seßt sich aus eénem Konglomerat kleiner und großer Stadt- revublikcn zusammen, diese sind aber organische Glieder ds Staates, und fie müssen das aUgemline Wohl des Ganzen berück- fichtigen. Der Erundsaß der Gleickzbeit der Lebrergebälter wird durcb die Einführung der Oriözulagen in dem neuen § 23 voll- kommen durchbrochen. Wir wollen aber nicht, daß durch die Zu- laffung böberer Gehälter in Yestimmten Fällen die Land- lxbrer zu Lehrern zweiter Klaue gemacht werden. Jeden- faÜs wird in der Kommisfivn diese Frage cingebend beraten weiden müssen. Meine Freunde haben s1ch in ihrem Progr-mm das Ziel gesteckt, das; die Lehrer in Stadt und Land ein Ein- bcitheba1tka'1en. Das kann nur durch eine andere Organisation der Lebrergehältcr, und zwar durch eine Organisation auf kommunaler Grundlage erreicht Werden. Wir wollen nicht die Staatsschule; mit der Bildung größerer BesoldungHVerbände Wollen wir die kommunale Schule erhalten. Die Molche des Gesetzes geben aUer- dings über die Frage der Bildung von Érößnen Besoldungskaffen mit wenigen Worten blnwe . Nach der erfaffung find dée Mittel zur Errichtung und Unter altung der öffentli en Volksschule von den Gemeinden aufzubringen, und der Staat “ 011 nur ergänzungs- weise den unvermögenden Gemeinden helfen. Danach haben also die Gemeinden für die Unterhaltung dsr Volksschule zu sorgen, und deshalb muß eine größere kommunale Organisation zur Deckung der Schullasten gebildet Werden. Die Freude an der Schule 111 auf dem Lande geschwunden, die Bauern klagen über die fortwährenden neuen Anoxdnungen, und desbalb müffen wir wieder die Funde an der Schule in den Gemeinden wecken. Dann werdm die Gemeinden auch die Mittel für Aufwendungen finden, um auch die Landschulen auf ein höheres Nxveau zu bringen. Wir Wollen Zweckverbände bilden, um den Schulen eine solide finan- zieUe Grundlage zu geben. „Bei den Alterözulagen tut die Regie- rung den Schritt sur Einhettlicbkeit, den fie beim Grundgehalt für bedenklich hält. Wir wiffen nicht, aus welchem Grunde an dieser Stelle die Einheitlichkeit möglich sein sollte, wenn fie beim Grundgsbalt nicbt möglich sein soll. Wir bedauern, daß nichts geschehen ist, um die fehlerhafte Organixajion der Alt-rszula ekaßen zu verbessern. Der Beitrag hierzu muß nach der Leistungßbeig eit und nicht mehr nach einem formellsn Schema bemxffen werden. Die Schulwerbände haben jest mit einer Ueberlastung zu kämpfen. Im einzelnen erwähne ick) nockx, daß die Léhrer jeßt vkec Jahre auf das Grundgehalt warten müssen; es wird zu ytüfen sein, ob nicht ker Lehrer, der das zweite Examen gemacht hat und definitiv angestellt ist, auch sofort das Volle Grundgehalt bekommen kann. Eine Unbilliakeit besteht auch in der Anrechnung der Dienstzeit cn Privatschulen Der Lehm, der nach dem schweren Dienst an AnstaLten für Epalevtisäpé, Tmbstumme, Jdiotn oder Blinde wieder 111 den Volkdfchuldienst jurücktritt, befindet fich jest im Nachteil. Es ixt zu spät, wenn Lehrer erst mit 35 oder 36 Jahren in den Genuß der erslen AlterSzulage kommcn. Die Rektoren glauben, daß eine. Vollständige Freiheit der Gemeinden in der Bemessnng der Rektorengebälter weder dem Wunsche der Ge- meinden noch dem der Rektoren entspricht. Meine politischen Freunde b eantragen, die Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern zu vermisen, und wxrden dort mit allem Ernst mitarbeiten.
(Schluß des Blattes.)
B8“: der Erfaßwahl eines Mitglieds des Hauses der Abgeordneten, die am 27. d. M. im Kreise Striegau und im Stadt: und Landkreise Schweidniß, Re- qierunAJZsbeÉirk Breslau, stattfand, wurde, nach einer Meldung des „ . . B.“ aus Schwsidniß, der (Jenerallcutnant z. “.0. von" Weißenstein zu Nieder:Weistriß (kons.) mit sämtlichen 402 abgegebenen Stimmen gewählt.
Statistik und Volkswirtschaft.
Die Hopfenernte kn Preußen1908.
Die Hopfenernte wird, einem Erlasse des Reichskanzlers vom 24. April 1899 entsprechend, nach den Erträgen derjenigen Ort- schaften berechnet, in derkn jeder mindestens 5 113 mit die erFruchtart besteüt find. In Preußen werden die Eriräge nach den ngaben' der Hopfengemeinden festgestellt. Ihre Zahl beträgt in diesem Jahre nach der „Stat. Korr.“ 79, ihr gesamter Hopfenbau 1341,5 113 und deren Ertrag 7371 (12. Hiervon kommenH f D [ op en- oppe - auf den Regierungsbezirk gemeknden Hektar zentner Allenstein . . . . . . 2 20,5 62 Marienwerder . . . . 1 7,5 41 Frankfmt . . . . . 1 14,0 * 84 ofen . . . . . . . 38 865,5 3178 Magdeburg . . . . . 24 274,1 2841 Lüneburg . . . . . . 1 6,3 19 Wiesbaden . . . . . 4 95,0 704 Sigmaringen . . . 8 58,6 442.
Der ganze opfenbau der genanonten 8 Regierungsbezirk umfaßt 1646 113; es ent auen demnach auf die in ihnen liegenden Ortschaften unt einem 5 113 nicht errei enden Anbau 304,5 113. Von diesen be- finden sich 29,5 113 in Aüen lein, 0,5 in Marienwerder, 5,0 in Frank- furt, 143,5 in Posen, 63,9 in Magdeburg, 17.7 in Lüneburg, 11,0 in Wiesbaden und 33,4 113 in Sigmaringen. Berechnet man auch für diese Flächen Gesamtetträge, indem man für jedes Hektar dieselben
einen Vorwurf zu machen. .Die Lehrer waren es g€rade1u ihrer
durchschnittlichen Ernteziffern annimxnt, w1e-sie_ fich aus den Anbau-
emeffen, .
;jäbrliche Reisestipendien, ein jedes im B
und Erträgäzahken obiger Zusammenstellung ergeben, und zählt man _ diese Gesamterträge den jcbon gewonnenen hinzu, so erhält man
[ e de a len: fo (; 11 3 b (Ge- Gesamt-
Negierungsbezirke samtbau ertrag 118 (12
.AÜenstein . . . . . 3,0 50 151 Marienwerder . . . 8 44 Frankfurt . . . . . 19 114 Posen . . . . . . . 1009 3709 . Magdeburg ..... 338 3 506 Lüneburg ...... 24 72, Wiesbaken ..... 106 785“ Sigmaringen . . . . 92 693 zusammen . . 5,5 1646 9074.
Den so e_rrechneten 9074 Doppelzentnern muß noch der Ertrag desjenigen Hopfens zugezäblt werden, der in den Regierun-nébezirken obne Hopfengemänden vorkommt, nämlich 14 113 in "Königsberg, 5 113 in Gumbinnen, 2 113 in PotSdam, 5 113 in Stettin, 1 113 in Breslau, 1 119. in Merseburg, 1 113 in OInabrück, 5 113 in Koblenz und 4 113 in Trikr zusammen 38 113. Benußt man zu der Be- rechnuna den durchschnittlichen Hektarertrag der 8 "Regierungsbezirk: mit Hopfenuemeinden, nach der leßten AUfsteUung 5,5 (12, so ergeben fich noch 209 (12. Man erhält also für das ganze Land von ins-
Hektar- ertrag
gesamt bebauten 1684 113 eine Ernte Von 9283 (12.
Der Beschaffenheit nacb find 10/0 121 Ernte scbr gut, 90/0 gut, 51% mittel, 34 0/0 unter mitiel und 50/0 gering. der einzelnen ngicrungsbezirke smd Hunkertteile 111113321 untermitlel gering
Von den Erträgen
in sehr gut gut Allenstein "- Marienwerder . . 100 _ Frankfurt . . . . _ 100 Posen . . . . . 4 69 Magdeburg . . . . 65 30 Lüneburg . . . . _ 100 Wiesbaden . . . _ 13 87 Sigmaringen . . 30 46 24 .
Die diesjährige Ernte bleibt, obwohl fie [obnender ist, hint der vorjäbrigen zurück, da der Anbau wiederum um 13 Hundertteile zurückgegangen ist. Die größere Fruchtbarkeit des leßten Jahres, auch gegenüber dem Durchjcbnitt der 9 Vorjahre, in denen 4,9 (12 om Hektar geerntet wurden, kann die Wirkung des Vrkminderten Anbauss . nicht angleickoen; es "Wurden im Mittes aus 1899_1907 10 809 (17. gewonnen, mithin 16 v. H. mehr als 1908. Die Güte der Dolden ist 1908 unter dem Mittel und war nur 1901 noch ungünstiger.
Nachstebend find die ErbebungSer-gebniffe für die einzelnen Jahre
seit 1899 zusammengesteüt. Hopfen. Hopfenernte BSsÖaffenbeit der Ernte in Jahr Hundertteilen :
bau im I??! s k) ! ganzen : ar e r * 1111 er
113 (12 gut JUt mittel mittel gering 1899 . 2524 14 134 3 - 53 41 2 1 1900 . 2425 12003 11 38 45 4 2 1901 . 2294 8670 1 2 46 22 29 1902 . . 2 238 9 939 4 18 53 14 11 1903 . . 2129 9 146 0 28 55 9 8 1904 . 2191 9160 12 42 31 2 13 1905 . . 2175 16 018 44 46 7 1 2 1906 . 2064 8082 1907 . 1908 .
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Zur Arbeiterbewegung.
Eine am Montag in Manchester abgebaLtene Versammluna der streikenden Spinnereiarbeiter beschloß, wie die .Frkf. Ztg.“ erfährt, den Spinnereibefiezern am Sonnabend annehmbar: Vorschlä : für die Beilegung des Ausstands zu unterbreiten. (Vgl. Nr. 248 5. V9)
Kunst und Wissenschaft.
Um die archäologisckogn Studien zu beleben und die an- chauliebe Kenntnis des klasfisäoen Altertums möglichst zu Verbreiten, nsbesondere unx für das archäolngisckye Institut leitende Kräfte und für die vaterlandischen Univerfitaten und Museen ertreter der Archäologie beranzubilden, Werden mit dem genanntext Institut fünf slam won dreitausend Mark, Verbunden, die dkn nachstehenden Bestimmungen gemäß Ver- geben werden sollen.
Zur Bewerbung um vier der gedachten Stipendien wird der Nachweis erfordert, daß der Bewerber entweder an einer Unwerfität des Deutschen Reichs, beziehentlick; an der Akademie zu Münster die philosophische Doktorwürde erlangt oder das Examen 910 1361111313 (10031161 bestanden und in ihm für den Unterricht in den alten Sprachen in der obersten Gymnafialklasse die Befähigung nachgewiesen hat. Der BeWerber hat fcrncr nachzuwrisen, daß zwischen dem Tage, an dem er promoviert worden oder das Oberlehrerexamsn absolviert hat, gegebenen Falls wo Heike: stattgsfunken hat, dem späteren von beiden, und dem Tage, an dem das nachzefuchte Stipendium für ihn fällig Werden würde, höchstens ein dreijähriger Zwischxnraum liegt.
Für das fünfte der jährlich zu vergebenden Stipendien, das in erster Reibe bestimmt ist, die Erforschung der christ liaben Alter- tümer der römischen Kaiserzeit zu fördern, wird erfordert, daß der Ververber an der theologischen Fakultät einer Unwetfität des Deutschen Reichs den Kuxsus der protestantischen oder der katholischen Theologie absolviert, das hgißt nach Ablaufmindestens des akademiscbxn Trienniums in ordnungömaßiger Weise die Exmatrikulation bewirkt hat, und da? er an dem Tage, wo das Stipendium fäUig wird, das dreißi ste Le ensjabr noch nicht überschritten hat.
er Bewerber hat ferner die guTachtlicbe Aeußerung der philo- opbischen bezw. theologischen Fakultät einer UniVetfität des Deutschen eichs, oder der Akademie zu Münster, oder auch einzelner bei einer solchen Fakultät angestellter Professoren der einfcblagenden wissen- xghaftlkcben Fächer über seine bisheri en Leistungen und seine Be- abigung zu „erwirken und _seinem esuch heizufü en, auch, falls er schon ltterarische Leiojungen aufzuweiken Sat, womöglich diese mit einzusenden. Ferner find in dem Gesuche die be- sonderen Reisezwecke kurz zu bezeichnen. Daß unter den Reisezielen in der Regel Rom m1t eixbegtiffen sei, [ie t im (Geiste der Stiftung. Bei Gesuchen um Verlangerung des Stpendiums findcn diese Ve- stimmungxn keine Aanndun . Dagegen ist hier eine übexfichtliche Darsteüung der bisherigen ReiJeergebniffe in das Gesuch aufzunehmen; auch wird. falls der Stipendiat bereits in Rom oder Athen sich auf- gehalten hat oder noch aufhält, über seine Leistungen und seine Be- fähigung das Gutachten des Sekretariats des Instituts erfordert.
Die Gesuche um Erteilung kes Stipendiums find in jedem Jahre vor dem 1. Februar an die ZMtraldirektion des archäolo- gtschen Instituts nach Berlin einzusenden, die die Wahl aach vor- enommener Prüfung der Qualifikation des Bewerbers in der Ge- amtsißung yornimmt. Bei gleicher wi cnscbaftlicher Tücbügkeit wird die Zentraldirektion tenjenigen Bewer ern den Vorzug geben, die neben der unerläßlicben pbilologisiben Bildung sich bereits einen e- wiffen Grad kunstgeschichtlicher Kenntnisse und monumentaler n- chauungen zu eigen gemacht haben und die dem archäologischen Institute oder den deutschen Lehranstalten oder Museen dereinst nüßlich zu werden versprechen.
Die Stipendien können nicht kumuliert, noch für einen län eren Zeitraum als ein Jahr vergeben werden; zuläsfig ist jedo die Wiedergewäbrung eines Stipendiums für ein Weites Jahr. Die Wiedergewäbrung des oben erwähnten fünften Stipendiums auf ein zweite? Jab: kann auch erfolgen, wenn der Stipendiat bei eintreten- der allkgkeit des zweiten Stipendiums das 30. Lebensjahr bereits
über chritten haben sollte.