Bekanntmachung.
Auf Grund des § 10 des Geseßes, betr_ end die elek- tris en Maßeinheiten, vom 1. Juni 1898, it das folgende Sy tem von Elektrizitäts ählern zur Beglaubigung durch die Elektrischen . _ Reiche zugelassen und ihm das eigeseßte Systemzei en zuerteilt worden:
Z Induktionßzähler für Dreiphasenwechselftrom mit
gleichbelastetcn Zweigen, Form “I]) Z, hergesteUt von den Jsaria:Zäl)ler-Werken, G. m. b. _ .
Eine Sysjembeschreibung Wird in der Clektrotechmschrn itschri t veröffentlicht, von deren Verlag (Julius Springer m „24, Monbijouplaß 3) Sonderabdrucke bezogen werden
den 19. Oktober 1908. , , r Phyftkalisch=Technischen Retchöanstalt. In Vertretung:
rü ämter im Deuts en
H., in Munchen.
Charlottenbur Der Präsident
Königreich Preußen.
Seine Majestät d er König haben AUergnädigst geruht: e im Kreise Schloehau,
den Besißer der ' , erlm in den erblichen
Kommerzienrat R1 Adelstand zu erheben.
errschaft Bärenw : olpk) Koch in
Seine Majestät der König haben AUergnädigst geruht:
den Landgerichtswt Ewald Schmidt in Hirschberg
i. Schl. zum Landgerichtsdirektor m Konigsberg i. Pr. zu ernennen.
SeineMajestät der König haben AUergnädigft geruht: den bisherigen Oberlehrer, Professor Dr.:Jng. .Ernst
örster in Gleiwiß, früher in Breslau, zum Komgltchen
aschinenbauschuldirektor zu ernennen.
Finanzministerium. Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank). Bekanntmachung.
Bei der AUSgabe der im Januar d. I. zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten Preußischen StaatSanlethe _ der so- genannten Staffelanleihe, _ 3374 Prozent, 31/2 Prozent _ war den_Ze1chnern wegen der ihnen zugeteilten Stücke eine Sperre bls zum 31. Dezember 1). J. auferlegt worden. ' _ _
Mit Genehmigung des Herrn Fmanzmrmfters wird diese Sperre bereits
verzinslich zu 4 Prozent,
zum 5. November 1). Z. aufgehoben. Die freien Stücke stehen von diesem Tage_ ab den Zeichnern gegen Rückgabe der seinerzeit_ erteilten thtun en an unserer Hauptkasse Vormittags 9 bis 1/21 Uhr zur "gung. Da die Zeichner für die Zeit bis 31. Dezember 1911 ie Aufbewa rungSJebühren bereits bezahlt_ haben, steht ihnen frei, die Stücke bis dahin in der Verwahrung
Oktober 1908.
natürlich an der Seehund un Berlin, den
Köni liche Seehandlung (Preu g Krech. ck)
MY) Staatsbank).
Königliche (Heuerallotteriedirektion.
Bekanntmachung. slose sowie die lich preuß , 6 und 13 des Lotterieplans ichen Lose aus der 4. Klasse bis ends 8 Uhr, bei Verlust des
ung der 5. Klasse diescr Lotterie wird am ens 8 Uhr, im Ziehungssaale des 11 ang nehmen.
Erneuerun 5. Klasse der 219. lotterie sind nach den „§ unter "Vorlegung der bez m 3. November 1). I., nrechts ein ulösen. Die Zie 7. November d. J Lotteriegebäudes ihren A Die Einschüitung der (Hewinnröllchen erfolgt am 6. No- Nachmittags 2 Uhr. en 29. Oktober 1908. Königliche Generallotteriedirektion. Strauß.
vember d. J.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Der Bergwerksdircktor des Königlich preußischen und Herzoglick) braunschweigischen Rammclsberge, Bergrat Richard zu Goslar ist zum Berg- revierbeamten für das Bergrevier Süd-Bochum und der bis- herige Bergrevierbeamte, Bergmeister Wolff zu Bochum zum Bergwerksdirektor am Rammelsberge ernannt worden.
DemMaschinenbauschuldirekto ist die Sthe des Direktors der schule in Gleiwiß Übertragen worden.
Gcmeinschaftsbergwerks
ro essorDr.-Ing. Fö rster af inenbau- und Hütten-
Iustizministerium.
Der Rechtsanwalt Theodor Schauff in Treptow ist zum Notar für den Bezirk des Kammergerichts mit An- seines Amtsfißes in dem zum Bezirk des Ämtherichts hörigen Teile der Gemeinde Treptow, echtsamvalt Justizrat Reiche in Glogau zum Notar für den Bezirk des Oberlandeögerichts zu Breslau, mit An- weisung seines Amtssißes in qugau, und
der Rcchtöanwalt Ernst Sie für den Bezirk des OberlandeSge seines Amtsfißes in Schlesnng, ernannt worden.
in Schleswi cbts Kiel, mi
Karte von Tschili und Schantung im Maßstach 1 :200 000. (Buntdruck)
Im Anschluß an die unterm 20. 5. 08 Nr. 4617 angezeigten
Blätter sind die nachstehenden Sektionen: (1. 13 Dschcku dsch6u
. 13 Däng dsck6u u, . 13 Tschifu. . 13 W61 'béxi wéi, . 14 Schun dz fu, *. 14 Lin tsing dsch6u, . 14 Gäu tung dsch6u,
. 14 Dsch6u tsun,
. 14 Tsing dsch6u fu, U. 14 Läi dsch6u . 14 Läi yang [) en, . 14 'Häi yang . 14 Wzn déng
/
dur? die Kartogrnpbiscke Abteilung bearbeitet und" veröffentlicht or en *
w . ,
Der auptvertriebder Karte ist der Verlagsbuehbandlung von R. Eisens midt bier, Dorotheenstraße Nr. 70 „4, übertragen worden.
Der reis einu Blattes beträgt 2 .“. .
Die nweisung ür den Dienstgebrau zu dem ermäßigten reise von 1 .“ fürjedes latt erfolat durcb d e Plankammer der önig- lichen LandeSaufnabme bier, U97. 40, Moltkestraße 4.
Berlin, den 29. Oktober 1908.
Königliche Landeöaufnabme. Kartographiscbe Abteilung. von Zglinickt, Oberstleutnant.
Bekanntmachung.
Gemäß § 46 des Kommunalabgabengeseßes vom 14. Juli 1893 LGes-S. (5.152) wird ur öffentlichen Kenntnis gebracht, das; as steuerpflichtige eineinkommen, der Liegniß- Nawitscher EisenbaHUZ-YMLMBÜMWWHW 1907/08 auf
buchstäblich: Dreibundertsiebenundvierzigtausendfünfhundert Mark, festgeseßt worden ist. Breslau, den 29. Oktober 1908. Der KöniglicheIEisÄeanahnkommissar.
Stölting.
Jith'tamtsickjes.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 30. Oktober.
In der am 29. Oktober 1908 unter dem Vorfiß des Staatsministers, Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Bethmann Hollweg abgehaltenen Plenarsißung des BundeSratS wurde" dem Ausschußantrage zu dem Entwurf eines Geseßes, be- treffend die Einwirkung von Armenunterstüßung auf öffent- liche Rechte, zugestimmt. Annahme fanden ferner die Ausschußanträge Zu der Vorla e, betreffend die Preisfeststellung beim Markthande mit Schla wiel), und zu der Vorlage, be- treffend den Bezug von Unfall- und Invalidenrenten in aus: ländischen Gren gebieten. Schließlich wurde uber eine Reihe von Eingaben eschluß gefaßt.
An Stelle des Geheimen Oberfinanzrats Seelmann ist der vortragende Rat im Finanzministerium, Geheime Finanzrat Pochhammer um Mitgliede des DiSziplinarhofs für die nichtrichterlichen eamten ernannt worden.
Laut Meldung des „W. TV.“ ist S. M. S. „München“ vorgestern in Vigo eingetroffen und geht [Leute von dort nach Madeira in See. -
S. M. S. „BuÉxard“ ist vorgestern in Inhambane *ÉSüdmozambique) eingetroffen und geht morgen von dort nach ourencxo Marques in See.
Wildpark, 30. Oktober. Seine Majestät der Kais er und König traf, „W. T. B.“ zufolge, gestern nach- mittag aus Wernigerode auf der Station Wildpark em, wo Sick) Ihre Maxestät die Kaiserin ,und Köni in und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin ictoria Luise zum Empfange eingefunden hatten.
Sachseu.
Bei der Beratung von Eis_enbahnpetitionen in der Zweiten Kammer gab der Finanzminister Dr. U. Rüger, aut Bericht des „W. T. B.“, u. a. folgende Erklärungen ab:
Das Rechnungsjahr 1906 babe rund 55 Millionen Mark Ueber- schuß und eine Verzinsung des Eisenbabnkapitals mit 5,24 0/0 gebracht, das Jahr 1907 einen Ueberscbuß von 52 Millionen Mark und eine Ver- zinsung mit 4,95 0/0; nach dem (Fiat sei für 1908 ein Ueberscbuß von 47,7 Millionen Mark und eme Verzinsung mit 3,9 0/9 Vor- geseben, für 1909 werde sich nur eine Verzinsung von 3,54 0/9 er- eben, also eine nur bescheidene Eisenhahnrente. In den ersten neun
onaten dieses Jahres babe der Guterverkebr rund 21 Millionen Mark weniger ergeben als im orjabre. Sollte sich in den lessen drei Monaten ein ähnlicher Ausfall ergeben, so Werde für 1908 mit einer Mindereinnabme von 3200 000 „15 zu rechnen sein. Der Per. sonenverkehr babe sich etwas günstiger gestaltet. In den ersten neun Monaten babe er rund Z Millionen Mark mebr ergeben als im Vorjahre; indeffen werde mit einer weiteren Steigerung angesichts der Einführuna der vierten Wagenklaffe an Sonntagen nicht zu rechnen sein. Die Abwanderung aus der dritien in die vierte Klaffesei bedeutender, als gemeinhin angenommen. Es sei also alles in aÜem mit einer Mindereinnahme pon Lz MiUionen Mark zu rechnen. Dem- egenüber würden Ersparnisse an Aufgaben nicht eintreten. Die &?ehrauögaben für Eisenbabnkoblen würden jährlich etwa 800 000 916 betragen. Es sei also bestimmt damit xu rechnen, daß der für 1908 veranschlagte Ueberschuß nicht erreicht werde. Eine Besserun für 1909 Fei nicht zu erwarten, wenn aucb nach der Bekundung erfa rener Geschaftsleute eine weitere Verschlechterung der Verbältniffe kaum eintreten dürfte.
Oesterreirh-Ungaru.
Der deutsche Botschafter vnn Tschirschiy und Bögen- dorf der vorgestern abend in Budaprst eingetroffen war ist, „ .T.B.“ zufolge, gestern vom Kaiser ran Josep in Sonderaudienz empfangen worden. er otschafter konferierte sodann mit dem Minister des Auswärtigen Freiherrn von Aebrenthal. _ .
_ In der Oesterreichischen Delegation wurde gextertn die Verhandlung über den bOSnischen Kredit fort- ge eß .
Nachdem der Abg. Nemecj die Verwaltung Booniens scharf kritisiert batte, erörterte, laut Bericht des „W. T. B.", der Abg. Bärnreitber die Richtungslinien des neuen Kurses für BoSnien und sagte, nur durch eine wirklich gute Verwaltun? werde die Monarchie ihre durch die Annexion übernommene moral sche Verant- wortung vor Europa rechtferti en können. _Der Reichsfinanzminisier Burian kam auf die in der ebatte geäußerten Anregungen zurück und bemerkte, wenn der Abg. Kramarz als Vegrünqu für die Er- regung über die Annexion angeführt habe, daß die erwaltung die Herzen der boSnifchen Bevölkerung nicht zu gewinnen vermocbt babe
und daß Serbien nunmehr vom Meere abgeschnitten fei, möchte er einerseits darauf hinweisen, “daß die Annexion von der Bevölkerun überall ruhig, Za begeistert aufgenommen worden sei, andererseits daran , daß den Gefubleomenten in Serbien aleald die Kompensations. frage gefolgt sei, endlich daß BoSnien auch nicht am Meere liege, also der Weg von Serbien an das Meer stets über Boonien und Dalmatien führe. Der Minister dankje sodann für das warme Interesse der Delegierten für VoSnien und betonte, daß bei den Vor. bereitungen für den Landtag VertrauenSmänner der Bevölkerung herangezogen werden, und sagte die ekngehendste Prüfung der An. regungen und Beschwerden zu.
Der boSnische Kredit wurde angenommen und die De- legation . begann sodann die' Beratung des Heeres- ordinariums. -
Der Abg. Axmann brachte einen Antrag ein, betreffend die- Bewiüigung eines Nachtragskredits behufs Erhöhung der Mannschafjs. löbnung und Verbs erung der Mannschafxßkost, sowie eine Resolution, in der die Einsie ung von 10 Millionen Kronen für die gleichen Yrcke in das Budget für 1910 Verlangt wird. _ Drr (Graf Clam
arti niß und der Fürst Sch ö n b u rg betonten trotz der absolut fried. lichen Tendenz der österreichisch-ungariscben Außenpolitik die Not- wendigkeit einer starken Armee. _ Der Reichskrieg9minis1er S ch öna i ck erklärte, er werde für den Antrag Axmann beim nächsien Bud::et ein. treten. (Fr müsse aber darauf aufmerksam machen, daß das Budget das Ergebnis der Verhandlungen dreier Regierungen sei. Er hoffe jedoch, im nächsten Jahre einen weiteren Fortschritt zu erzielen.
_ Die gestern in Wien abgexaltene außerordentliche Ge- neralversammluna der Oe terreichisck) :UnZarischen StaatSeisenbabn-Gesellschaft hat, obiger Que e zufolge, einstimmig das Verstaatlichungsübereinkommen genehmigt.
_ Ueber die „Unruhen, die vorgestern in verschiedenen Provinzstädten Bohmens stattgefunden haben, berichtet das „K. K. Telegraphen:Korrespondenzbureau“, wie folgt: .
In Außig kam es vorgestern abend ju Zusammenstößen zwischen Deutscbnationalen und Sozialdemokraten, wobei ein Deutscbnationaler Stockhiebe über das Gesicht und ein anderer einen Mefferslich in die Nase erhielt. Außerdem wurden zwei Personen durch Steinwürfe verleßt. Die Nacht verlief ruhig. Die Ausfcbreitungen trugen keinen nationalen Charakter.
In Trautenau zog Vorgestern abend eine Gruppe von mehreren hundert jungen Leuten zum tschechischen Vereinshause. In diesem, im tschechischen Vethause sowie in mehreren Privathäusern wurden Fensterscheiben eingeschlagen. Die intervenierenden Polizeibeamten wurden mit Steinen beworfen. Die Polizeiwache und Gendarmerie zerstreute die Demonstranten.
In Vrüx wurden voraestern abend in der deutschen Schule im tschechischen Viertel von Demonstranten Fenster eingejchla en. Als dies bekannt wurde, so ein Trupp zum tschechischen Vereinsßause und fchlug, troßdem das ebäude beWacht War, mehrere Fensterscheiben ein. Sofort griff Kavallerie ein. Drei Deutsche wurdm verhaftet. In der inneren Stadt begannen die Demonstrationen um 7.) Uhr Abends, doch wurden die Straßen von der Gendarmerie und vom Militär geräumt.
In Kopkß und Tschauscb bei Brür kam es ju Ausschreitungen der Bergarbeiter. Als die dorthin gesandte Kavallerie eintraf, war bereits Ruhe ein etreten. Vor Kopiß wurde von flüchtenden Demonstranten au die sie verfolgenden Polizeiwacbtleute geschossen, die Täter konnten jedoch nicht festgesteÜt werden. Im ganzen wurdM 15 Personen verhaftet. Um 11 Uhr Nachts herrschte Ruhe.
In Tepliß wurden vorgestern abend von deutschnationaler Seite KundgebunZn veranstaltet an denen ungefähr 2000 Personen teil- nahmen. ie Gendarmerie und die Warhe verhinderten Zusammen- stö e. An einigen tschechischen Gebäuden und bei der sozialdemokra- tis en Krankenka e wurden die Fenster einge! chlagen und an zwei Ge cbäften die irmentafeln herab erissen. uch in der deuts en Turnhalle und n einem tschechis en Gastbause wurden die Fen er eingeschlagen. Um 104 Uhr Nachts war;;die Ruhe wieder bergesieüt,
In Prag ckFanden auch gestern auf dem Graben, gegen- über dem Deuts en Hause, Ansammlungen stoatt; zu großeren Ausschreitungen kam es, der „Neuen Freien Presse“ zu-
folge, nicht. Großbritannien und Irland.
Der Staatssekretär des AUSWärtigen Sir Edward Grey und der deutsche Botschafter GrafWolff-Metternich haben, nach einer Meldung des „W. T. B.“, am Dienstag ein Abkommen unterzeichnet, durch welches England und Deutschland zur Bekämpfung ,der Schlafkrankheit in ihren ostafrikanischen Besißungen gemeinsam Maß- nahmen getroffen haben.
Frankreich.
In dem gestern abgehaltenen Ministerrat berichtete der Minister des Yuswärtiger Pichon, „W. T. B.“ zu olge, über die Verhandlungen in der Balkanangelegenheit. Der inisterrat billigte sodann die Uebereinkunft mit der OrleansgeseUschaft wegen Wiederaufnahme des Betriebes gewisser Linien und über die freundschaftliche Regelung des Preises für den Zurückkauf der Westeisenbahn.
_ In der Deputiertenkammer brachte gestern der Abg. Bert) einen Antrag ein, dahin gehend, jeden Totschläger, der als Gewohnheitßverbrecher festqestellt ist und sich aus dem Töten ein Vergnügen macht, als Mörder mit dem Tode zu bestra en.
ie das „M- T. B.“ meldet, forderte Berry für seinen Antrag die Dringlichkeit, um darzutun, daß die Kammer den Wunsch hege, bis zur Modifikation des gegenwärtigen Geseßes die Todesstrafe bei- zubehalten. _ Der Justizminister Briand bemerkte in seiner Er- widerung, es sei der Kammer unwürdig. auf solche Art ihre Meinung über die Todesstrafe zu äußern, und kündigte an, daß er in nächster Zeit die Diskussion der der Kammer über diesc Frage vorgelegten Ge- setzentwürfe verlangen werde.
Die Kammer lehnte es ab, zum Zweck dieser Diskussion die Tagesordnung der nächsten Woche zu ändern, worauf das
aus die allgemeine Besprechung des Unterrichtsbudgets ortseßte und mehrere Kapitel des Budgets bewilligte. Darauf
wurde die Sißung geschlossen.
Türkei. .
Das Komiteeorgan „Schumi Ummet“ veröffentiichk- ,W. T. B.“ zufolZe, eine albanesische Proklamation, in der gegen jede ompensation an Serbien, Montenegro rind Griechenland durch aibanefisches Gebiet kategorisch protesttrrt wird. Die Proklamation mahnt zur Ruhe und zu gemein-
schaftlicher Arbeit.
Griechenland.
Die Deputiertenkammer ist, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, für den 12. November einberufen worden.
Serbien.
Gestern hat in Belqrad, „W. TB.“ zufolge, eine Kund- gebung von Mehr als 10000 Personen statt efunden, die dem Könige vor dem Palais Huldi ungen dar rachten und sodann vor die russische Gesandtscha t zoFen. Der Proerk PopowitsZz hielt eine Ansprache, auf d e der russische & sandte mit orten des Dankes erwiderte.
Bulgarien.
Infolge gemeinsamer VorstellunZen Englands, Frankreichs und Rußlands hat, dem „ . K. Trlegraphen- Korrespondenzbureau“ zufolge, die bul arische Regierung die Entlassung der Reservisten für nachsten Sonnabend an: geordnet. Die Antwort auf die erwäkxnten Vorstellun en, die die Regierung gestern abend den Verretern der Ma te [)at zustellen lassen, erklärt: .
Die Nr ieruna sei von friedlichen Absichten erfüllt und habe nie- mals aggres ve Absichten gegen die Türkei gehabt. Um einen Beweis ihrer friedlt en Gesinnnung zu geben, würden die zu den Fahnen e- xufenen Reservisten entlassen und keine andere Heeresklaffe einberu en werden. Die Regierung habe auch ihre Geneigtbeit erkennen laffen, fiel) mit der Türkei zu verständigen, indem sie zweiDele ierte entsandt habe, die die Aufgabe gehabt hätten, die Genei theit der forte zu er- mitteln. Die Regierung werde ibr möglichtes tun, um zu einer direkten Verständigung mit Konstantinopel zu gelangen.
_DiePforte hat, nach einer MeldungdeerFnkf'urter Zeitung“, vorqestern der Regierung die offizieUe_ ttietlung machen lassen, daß sie bereit sei, mit Bulgarien in direkte Verhandlungen zu treten.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Schlußbericht über die gestrige Si ung des Hauses der Abgeordneten befindet sich in der rsten Beilage.
_ In der heutigen S:) Sißuna des Hauses der Ab- geordneten, welcher der manzministrr Freiherr von Rhein- baben beiwohnte, wnrdx zungchst dir gemeinsame erste Be- ratung der Geseßentwurfe uber _die Pfarrbesoldung, das Ruhegehaltswesen und die Hinterbliebenen- fürsorge für die Geistlichen 'der „evangelis en Landeskirche und über das Diensteinkommen er katholischen Pfarrer fortgeseßt.
Abg. Dipve (nl.): Die Vorlagen sind bisher nicht überall mit reiner reude aufgenommen worden; es wird aber nicht über- raschen, da meinexreunde diese Vorlage beatüßen. Wir haben schon früher den tandpunkt vertreten. das; die wirtschaftlicke Lage der Geistlichen einer erheblichen Aufbesserung bedarf, Wenn fie ihren Beruf obne große Sorgen ausüben sollen, und daß die Kirche in dieser Hinsicht voranxeben muß und nicht hinter anderen zurückbleiben darf. Gewiß w re es besser, wenn die Kirche selbst die gesamten Auftrendungen übernäbme, aber das ist ein Wunsch, der nach dem Freiherrn von Rbeinbaben zu den unerfüll- baren gehört. Wenn die Leistun sfähigkeit der Kirche an ihrer Grenze angekommen ist, muß der taat eintreten. Dazu kommt, daß dies hier ein 1105116 okäoium des Staats ist; denn es handelt fich um alte Schulden. Eine Betrachtung darüber würde in, die Zeiten führen, wo weniger die Kirche einen großen Magen hatte als der Staat. Die einzelnen evangelischen Kirchen eseße in der Vorlage halte i(b für gute Geseße. Weniger, als die orlage bringt, konnte man den Geistlichen nicht bieten. Ich will nicht eine Be. amtenkategorie gegen eine andere ausspielen, aber wenn die (Geist- lichen den Oberlehrern nicht gleichgestellt werden, so haben sie andererseits freie Wohnung, die Möglichkeit von HZ". schiffen zum Grundgehalt und die Möglichkeit, in eine be ere Stelle bineinxukommen, die über diesen Besoldungsetat binaußgebt. Im übrigen darf man nicht immer äußere Dinge vergleichen, sondern die Stellung des Geistlichen im Berufsleben ist eine freiere als die des Oberlehrers; denn vom Oberlehrer gilt der Saß: ,Das beste, was du wiffen magst, darfst du den Buben dreh nicht sagen“. Wenn nun aber der Staat so erhebliche Mittel fur die Be er1ellung der Geistlichen und für die Neugründung von Pfarrer tenen bereit- steüt, so ist es ernste Pflicht der kirchlichen Instanzen, zu prüfen, ob es nicht möglich ist, Pfarrerstellen aufzuheben, die nicht die volle Arbeitskraft eines (Geistlichen beanspruchen, und sie mit anderen zusammenzulegen. In vielen Fällen wird dies zwar schwer, in manchen unmöglich sein, und uzan wird nicht mit, rauher Hand eingreifen onen, aber in vielen allen wird 83 möglich sein. ur die Zulagekaffen und die Pen onskaffen weiß ich keine_ be ere Regelung als die, welche in der orla 8 vorgesehen ist. Wunschens- wert wäre es vielleicht gewesen, die ilfsprediger den Ruhegehalts- kassen anzuschließen. Was die höhere Besoldung der evangelischen (Geistlichen gegenüber den katholischen betrifft, [0 befinden sich die ersteren in wirtschaftlich schwächerer Lage, da sie eine Familie mit Kindern, die meist in stattlicher Anxabl- vorhanden sind, zu unterhalten haben. Die Notwendigkeit, andere Angehörige zu unterstüßen, ist hier wie da vorhanden. In der Vorlage für die katholischen ' Pfarrer ist der Stein des Anstoßes der Artikel 15 mit der AuSnabmestellung der Erzdiözese Posen-Gnesen und der Diözese Calm. Es kann zwüfelbaft sein, ob der Erfolg dtn ErWartungen der Re ierung entsprechen wird; denn die (Geist- lichen, die keine Zuschüsße vom Staat erhalten, werden vielleicht in anderer Weise schadlos gehalten, und manche der anderen werden die uschüffe vielleicht mehr als Plage denn als Woltat empfinden. ber andererseits kann der Staat doch nicht Geistliche unlersiüßen, die mit aller Glut der nationalen Leidenschaft und des nationalen Haffes den Staat bekämpfen. Die Bedenken des Abg. Porsch sind wohl auch in den Verbmdlungen mit dem Episkopat „er- örtert worden, und unsere Kommission wird die Eventualyorscblage desHerrn Porsch prüfen. Ich hoffe daß die Geseventwucfe nacb sorgfältiger Beratung in der Kommis on angenommen werden.
„ Abg. Viereck (freikons.): Ebenso wie in dem Gesev von 1893 tstauch in dieser Vorlage an dem Grundsaß festgehalten, daß die Ordnung der farrerbcsoldun in erster Rei : den Kirchen zustehe, und daß der taat seine Ma t auf dem Wege desZwangsverfabrens zur Verfügung zu steuen habe. Wir stehen nach wie vor auf dem Boden des christlichen Staats, und wir sind der Ansicht, daß Gottesfurcbt, Königstreue und Vaterlandsliebe auf demselben Boden wachsen. Die (Geistlichen müssen in der_ Lage se'm, diese ihre Aufgabe durch NabrurYssorgen ungestört zu erfuaen. In der Vorlage hat
jeder der drei weige der wirtschaftlichen Versyr ung_das Besoldungs- Msen, das ubegebaltßwesen und die Fur orge fur die Hinter- bliebenen _ eine eigene geseßlicbe Regelun erfahren. Durch die Ruhegehaltska € wird ein angemessener, nbeitlitber Ausbau des b[sher in verscb edenen Landeskirchen sebr verfchixden geregelten Pensions- weäens, zugleich auch eine dauernde Sicherstelluncß der AlterSzulage- kü e erstrebt. Die für die evangelischen Geistli en in Aus cbt ge. nOmmenen Gehaltsverbesserun en stehen hinter denen der samten lurück. Indessen ist einerse ts zu beachten, daß schon nach drei „Jahren eine erste Zulage erfolgt nnd daß wir anderersxits nicbt uber Geseße hinaus geben können, die die Kirche selbst fur richtig sebalten ?at. Die StaatSregierung hat sich unsern Dank „dafür verd ent, daß es ihrer vermittelnden Täti keit Lesungen kst- alle Landeskirchen zu einem einheitlichen orße en zu bestimmen. Was die Höhe des StaatSjusÖuffes betrifft o beträgt ÜL für die Alterözulagekasse 8050 000 „ss, für die Ru egebaltskaffe 1603000 „46, für den Maro, Witwen- und Waisenfonds unter Fort- fall der bisherigen Staatsbeiträge 1 924 739 «. Ferner ist vor- Kkseben eine Erhöhung des Fonds für neue Pfarrstellen. Wir können diese Forderung nur für erecbtfertigt halten. Die Erhöhung _der Sebätxer der katholischen eistlichen bleibt nach der Vorlage uber das Diensteinkommen der katholischen Pfarrer bintec denen der ey“"Jelischrn Geistlichen zurück. Dies könnte “bedenklich erscheinen, es ifi aber anzuerkennen, daß die Sorge fur eine Familie beim
katholtsohen Geistlichen nicht vorhanden ist. Das; die es Gesev auf"
eh nicht erstrecken soll, ist
en Gne en, o en und Kulm s Ps ältniffe jener Landesteile.
ten auf die politischen V * . Inwieweit di e trauri en Verbältni e uns berechtigen, den katholi- _schen Geistli en die er beiden ötlichen _Diöiesen die Erhöhung zu versagen, werden wir gewissenhaft zu prufen [) wenn wirklich. wie der Abg- Porsch gemeint aft würde. Es gibt in beiden Diözesen eine große Reibe von Geistlichen, die swat fest anf katholischem und Standpunkt stehe Vordergrund
Kampf nicbt ' eintreten. au , namentlich in der üngeren Generation, Geistliche, die sich zu ampfes machen und das Deutschtum und den preußischen Staat bekämpfen. Wir müssen uns also die Entscheidung vorbehalten, halten es aber grundsävlilb zur Aufgabe machen,
es nicht billi en können hat, die Ge nnung befkr
d ck die eel or tellen und s s
.in den po der andern Seite
gibt es aber
Fü rern des politischen
für angängkg, solchen den preußischen
zu versagen. sich
Yeistlickoen, Im großen und gamen können
in diejem Sinne zu betäti en. wir nur die Hoffnung aussvre en, da dieses Gesetz den Erfolg haben wird, die Geisilichen vor schweren Na Berufsfreudigkeit zu stärken, damit si zu beackern, auf dem unsere Ideale wachsen.
(Schluß des Blattes.)
bekämpfen ,
rungsforgen zu schüßen und ihre e in der Lage sind, den Boden
Dem Herrenhanse ist ein Staatsvertrag zwischen Preußen und dem GroßherzogtumSachsen, betreffend die Durchführung drrGrundstücksznusammenlegungen und der damit verbundenen Abiosungen im Groß- herzogtum Sachsen durch die Koniglrck) preußischen „Auseinanderseßungsbehörden, Schlußprotokoll und einer auf den S Denkschrift zugegangen.
nehst einem zugehöri en taatSvertrag bezügli en
Statistik und Volkswirtschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
der Unterseebootabteilung der White- ofabrik in Fiume sind, wie die „Köln. Ztg.“ etreten, weil die Direktion der Forderung meisters nicbt nachgeben wollte.
Die Arbeiter hegdschen Torped erfahrt, in den Ausst auf Entlassung eines Wer der Danubiuswerft ruht die Arbeit.
Kunst und Wissenschaft.
bysikalifcb-uiatbematiscbe Klasse der Akademie senschaften hielt am 22. ihres Sekretars Herrn Au we rs ei . Hypothesen der Mondkratere“ sprach. Durch Tilgbmann, dann durch Merkl ist neuerdin s der Nachweis erbracht, daß der „Meteor Crater“ in Arizona, na e dem Canon Diablo, tatsächlich durch ein Meteor ge- _da er weder durch Gaßexplosion noch durch Wirkung anden sein kann. Dadurch erhält die von Gilbert gesprochene Ansicht, daß die Mondkratere durch den ck a von Meteoriten entstanden seien, zum ersten Male eine ibt es Gründe, die eine Ver-
Oktober unter dem Vorsiß ne Sivung, in der Herr Erklärun
agmas ent und Anderen aus
tatsächli e Stütze. Tro dem aber allgemeinerung einer so chen Hypot ese auf alle Kratere ganz un- der untetscheiden müssen zwischen durch Meteorite geschlagen sein die unmöglich durcb Meteorit: geschlagen sein nde sind das Vorhandensein 1) der Perlscbnur- sieben; 2) des konzentrischen Drilling!- bei denen die Innenebene des einen in die geht, ohne durch einen Wall getrennt zu sein; 4) der ; 5) der Kratere, die ganz ohne Wall Zentralkegel. Die Erklärungsversuche lassen sicb in fol- eise gruppieren: [. Außerhalb de Infolge von Meteoritenfall (Gilbert) dung des Magma] (H. I. Klein . Ursachen. &. Durch vulkanische
Wir würden da Mond rateren, die möglicherweise
können, und solchen,
können. Solche Grü kratere, die offenbar (: kraters; 3) der Zwillingskratere, des andern über po ygonal umgrenzten Kraters
uf Spalten
5 Mondes liegende Ursachen. , 2) infolge von Gezeiten- 11. Im Monde selbst liegende orgänge. 3) Infolge von Explo- e von Aufbläbung der Erstarrungkrinde (Loewy und olge von VolumAvefrsFebrimg dxFYxngas D von u mezung . ü . 13. ur
7) Infolge von Einstürzen ( ck Branca legte eine Arbeit des Dr. Ktennas in
Ueberschiebungen in der Pelopännisos.
I Ueberscbiebungsdecken obertriasiscben Kalkmassiv obercretaziscben Der Fkysch ist bei den 11: r Die beiden Decken scheinen auch in der übrigen Pel unk überreichte die Neue Folge seiner Ge- unktionen von Hirn und Rücken- off die dr tte Auflage seines Werks: .Die aume'. _ Als Bericht über eine mit en Mitteln aussefübrte Untersucbung wurde I. Scheiner, Untersuchungen über die Temperatur der Sonnenatmospbäre.
In der an demselben Tage unter abgehaltenen Si bistorischen Klas e las Herr Vab auernbrief 11140 jeder hauptsächlich mit Beziehung auf ein
escbickt wurde eine allgemeinere E
sionen, 4) infol Puiseux), 5) in Carpenter), 6) infolge tektonische Vorgänge.
[. Der Itbomi- (bg Mer dem na ew 2 en; Sedimenten, vielleicht auch eocänen Alters zusammen. schiebungen zum Teil mitgeriffen worden. ' ovönnisos entwickelt zu sem. _ Herr M sammelten Mitteilung rk und Herr van't der Atome im
en „Ueber die
Solarkonstante und die
dem Vocsiß i res Sekretars _ losopbkscb- en uber zwei Briefe des und der Fischerbrief [ 8 wurden, eStxlle, besprochen. Voraus- rörternng uber die Ueberlieferuna der ehandbabZe Kritik. _ Das korrespon- Halle ubersandte eine Abhandlung:
sog. „VorberichtS' zu den Festbriefen
Alcipbrpn.
riefsammsung und die in ihr dierende Mitglied Herr Loofs .Die chronologischen Angaben des des Athanasius“.
An der Königli
n Landwirt chaftl! le Berlin findet in der s ck“" Hochschu IU
oche vom 1. bis_6. März 1909 ein land- wirtschaftlicher Unterrichtskursus fur praktische Landwirte und Verwaltungsbeamte statt.
Auskunft hierüber erteil Hochschule, Berlin U. 4, Invalidenstraße Nr. 42.
t das Rektorat der
Der Generalsekretär des Deutschen Vereins für Wobnun Sreform Karl von Mangoldt aus Dresden spricht näch für deutsches Kunstgewerbe über Zele und Aus- artenftadtbewegung. Der Vortrag findet im ale des Künstlerbauses statt, eine Ausstellung begleitet l
im Verein
cbten der G roßen Fest-
Wie .". T. V.“ Akademie der Wiss Harnack in Berlin
aus S to ck b olm meldet, ernannte'die dortige enschaften die Professoren Waldeyer und zu auswärtigen Mitgliedern.
Die Frage, ob die Insekten Gehör b .Prometbeud“ behandelt. Im allgemeinen scbei Insekten im Vergleiche mit dem der böberen Wir Wenn aber auch Versuche daß manche Gattungen und Arten ganz taub [*
as Gehör der beltiere unvoll- xu beweisen schein
kommen zu s i nd, so wäre es d
übereilt, ein solches Urteil ohne weiteres zu fällen. Die Sache der- halte sich nämlich [o, daß viele Insekten nur Töne von bestimmter
öl): und von best mmtem Klangs vernehmen, für andere aber voll- ommen taub seien. Lubbock stellte :. B. Versuche mit der Honigbiene an indem er alle Arten lauter Töne und Geräusche in unmittelbarer Nähe der Verfucbstiere bervrzrbrachte, obne daß die Bienen davon die Zeringste Notiz enommen hatten. Wahrscheinlich hören sie also diese
du: und Ger uscbe in der Tat ni t; und doch wiffen alle er- fahrenen Imker, daß die Honig iene tatsächlich ein Gehör bat. Wenn nämlich junge Königinnen erscheinen, so lassen sie einen 'eiÉLntümlicben, ziemlieh starken Ton, der uns wie .Tuh! üb!“ klingt, hören. Diesen Ton vernimmt die alte Königin srgleich, wird sekt erregt und antwortetwiederbolt. Auch auF die Arbeiterbienen hat der Ton der Königin eine offenbare, machtige Wirkung. Die Töne also, die sie selbst erzeugen, scheinen die Bienen gut zu hören, wenn sia auch für alle übrigen SÖÉÉZ; schwingungen taub sind. Ebenso ist es möglich, daß Insekten Schau- arten erzeugen und unter sich vernehmen, für die wir Menschen keine Empfindung besißen.
Die Geschichte der Mumifizierung bei den alten Aegyptern behandelte der Professor Elliott Smith in einem Vortrage gelegentlich der Jahresversammlung der British Association, die im September 1). I. in Dublin stattfand. Aus dem Vortrage macht der „Globus, illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völker- kunde“ (Vieweg u. Sohn in Braunschweigck folgende interessante Mit- xeilungen: Schon in vordynastiscben Zeiten war es im Milland: uhlich, die Körper der Toten rob in FeUe, Leinwand oder Matten zu bullen und im Sande zu begrabxn. Infolge der Trocken- beit des Bodens und des vollständigen Luftabschlnffes durch feste Einpackung der Leichen in den Sand setzte oft Aus- trocknung ein , ebe noch irgendwelche zerseßende Wirkungen und Faulniöersiheinungen (5 zeigen konnten; so blieb denn der Körper in dauerhafter orm erhalten. Diese Erscheinung muß den Vorgeschichtlichen Aegyptern selber vollkommen Vertraut gewesen sein. Es finden sich nämlich reichliche Beweise dafür, daß schon in dieser frühen Zeit Grabschändung und Beraubung der Mumien envas ganz Gewöhnliches war. Außerdem muß die spätere Bedölkeruna jedenfalls darauf gekommen sein, wie aUSJezeichnet die Natur selbst die Leichen ihrer Vorfahren vor der Verivesuna schüßte, sonst würde sie die alten, längst verlassenen Grabstätten nicht in so auSgedebnfem „Na 6 als Ruhesjätten für die eigenen Generationen neu benutzt haben. Sp ter wurde es dann Sitte, die Leiche in einem Sarge oder in einer Felsenkammer beizuseßen. Dadurch erhielt die mit - eingeschlossene Luft freien Zutritt zu dem- Körper und beförderte die Verwesung. So muß denn _ vieUeicht in frübdynafiiscben Zeiten der Gedanke, die Erhaltung ihrer Toten mit künstlichen Mitteln zu versuchen, den alten Aegyptern als etwas Natürliches erschienen sein. Ein Antrieb zur Ausbildung eines solchen künstlichen Verfahrens war durch mancherlei gegeben: einmal waren es ihre religiösen Ansichten, dann die natürliche Neigung der ganzen Menschheit, die Ueberresteibrer Lieben nach Möglichkeit zu erhalten; dazu kamen die Eigentümlichkeiten vdn Boden und Klima, die eine Mumifizierung begünstigten, außerdem die Kenntnis präservierender Salze, die sich so reichlich und leicht zu- aßnglicb in Aegypten selbst fanden, und der aus den benachbarten Landern bezogenen Harze, mit deren Wirkungen sie sogar schon in vordynasiiscben Zeiten vertraut gewesen Waren. Auf diesem Wege haben wir ergründen kömKn, wie der Gedanke einer künstlichen Leichen- erbaltung entstand, warum man versuchte, ihn in die Tat umzuseyen, und wie man auf die Miltel dasz: kam. Das macht es aber nu- wahrscheinlicber als je, daß die Sitte drr Einbalsamierung in Aegypten aus fremden Ländern eingeführt worden sei, wo ja keiner dieser Gründe für das Aufkommen einer solchen Praxis bestehen konnte. 'GenaueAngaben, auf Grund deren wir sagen könnten, wann man im Nillande mit dem Ein- balsgmieren begonnen hat, haben wir allerdings nicht. Wenn auch die altesten, mit Sicherbeit als künstlich mumifiziert zu bezeichnenden Leichen aus der Zeit der xebnten Dynastie stammen _ gefunden wurden sie von Quibeli in Sakkarab _, so sprechen wieder andere Anzeichen dafür, daß die ersten Versuche" einer Mumifikation für die Periode der ältesten Pvramidenerbauer anzuseßen sind. Mit dem Auf- kommen des Mittleren Reichs hatte die Technik im ganzen und großen die Stufe erreicht, die in ihren kÖauptxü en das in den nächsten zweitausend Iabren udliche Verfahren dar tel1t. Se ne höchste Entwicklungfand eSaUer- dings erst in dem Zeitalter des Neuen Reichs. Erst jest verstanden die Ein- balxamierer es, das Gehirn zu entfernen und den Schädel dicht aus- zufullen und überhaupt durcb mühsame und schwieriSe Kunstgriff: dem toten Körper eine größere Aebnlickokeit mit der Le ensform zu ver- leihen. O_amit wurde denn auch die Statue des Dabingeschiedenen, die in fruheren Zeiten infolge der immerhin nicbt feblerlosen Er- haltung des Körpers einen wesentlichen Bestandteil der Grabaus- stattung gebildet hatte, überflüssig und wurde nicht mehr in die Bei- se?ungskammer mitge eben. Einer hoben Blüte der Kunst der Ein- ba samierung, die in inxelbeiten nocb Weiter ausgebildet worden war, folgte dann ein rascher Verfal]. _ Aus Amerika kommt übrigens die biSber freilick) noch unbestäti te Nachticht, daß ein Profeffor vom Bostoner Smith College ein ittel entdeckt habe, durch das den ein- gefalLenen Gesichtern und Körpern von Mumien ihre ursprüng- liche Gestalt und Farbe wieder egeben werden könne. Es soll sicb dabei um eine Lö ung ä ender ottascbe handeln und die Ent- deckung soll an einer zu c nem formlosen Klumpen Vertrockneten Froscbleicbe, die zufäUig in einen Kübel mit Pottasche geraten war, gemacht sein.
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.
Helsingfors, 29. Oktober. (W. T. V. In SvSmä, Gou- vernement St. Michel, erkrankten eine Ar eiterfrau und ihr ein- jähriger Sohn an Cholera; das Kind ift gestorben.
Handel und Gmube.
Zu der heutigen Sißung des Zentralaussckzusses der Rei shank, die unter dem Vorsiß des Präsidenten des Reichsbankdirektoriums Havenstein stattfand, wurde die Wochenüberficht vom 23. Oktober vorgetragen; ferner wurden einige Gattungen von Schuldverschreibungen zur Beleihung im Lombardverkehr der Reichsbank zugelassen.
(Weitere Nachrichten über „Handel und Gewerbe“ s. i. d. Ziveiten Beilage.)
Verkehrsanstalten.
Die Seebafcnstadt Harburg.
Die Erörterungen über den zwischen Preußen und Hamburg ver- einbarten, von den eseßgebenden Körperschaften noch nicht ratifizierten Köhlbrandvertra enken die Aufmerksamkeit von neuem auf die preußische Indußriesfadt Harburq, die in nächster Nähe von Hamburg auf dem linken Elbufer liegt. Unter dem Titel .Die Seebafenstadt Zarburkz' bat nun der Harburger Handelskammerfekretär Dr. Heinrich
lep e ne Schrift veröffentlicht, die die bisherige Entwicklung Har- burgs darstellt und schützenswertes Material auch zu der im Vorder- grund stehenden Köblbrandfrage beibringt.
Anspruch auf selbständige Seegeltung konnte arburg zuerst im Jahre 1849 machen, als der arburger Hafen erö net wurde. Die Entwicklung des damaligen chiffabrtsvetkebrs war recht günstig, odaß bereits im Jahre 1855 über 1100 Schiffe mit einer Ladung!- äbigkeit von über 100 000 Registertons gezählt werden konnten