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Die Nummer 18 des Reichs-Geseyblatts, welche von heute ab zur Aus abe gelan t, enthält unter _
Nr. 17 1 das Ge eß, betreffend die Zurückbefdrderung der Linterbliebenen im Auslande anÉestellter Reichsbeamten und
ersonen des Soldatenstandes. om 1. April 1888. Berlin, den 6. April 1888. ' Kaiserliches Post-ZeitungS-Amt. Didden.
Königreich Preußen.
Se. Majestät der König haben Aüergnädigst geruht: den Geheimen RegierungenRath Adolf Anton Wil: L_elm Tolle ZUM Geheimen Baurath und vortragenden ath im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, und den Landrath ])r. z'. Knaus zu Weener zum Regierungs- Nath zu ernennen; sowie den bisherigen Bürgermeister der Stadt Wittenberge, Jahr), der von der dortigen Stadtverordneten:Versammlung getronenen Wiederwth gemäß, in gleicher Eigenschaft für eme fernerweite zwdlxjährige Amtsdauer zu bestätigen.
Se. Majestät der König haben Allergnädigft geruht;
den Staatsanwalt von Bernstorff in Kiel zum Ersten StaatSanwalt bei dem Landgericht in Prenzlau,
den LandgerichtßRath von Hafjell in Altona zum Ober:Lande§gerichtS-Rath in Stettin, .
den GerichtS-Affeffor 1)r, Damme in Berlin zum StaatSanwalt bei dem Landgericht in Kiel, und _ den GerichtH:Affessor Barchewitz in Trebbin zum Amts: richter daselbst zu ernennen; sowie _
dem Gerichtsfchreiber und Dolmetscher, Sekretär von Zambrzycki in Strasburg Wesipr., und _
den Gerichtsschreibern, Sekretären Schmidt in Sagan und Klapp in Dortmund den Charakter als Kanzlei-Rath zu verleihen.
Justiz-Minifterium.
Die RechtSanwälte Fraenkel und Kunckel in Lands: berg a. W. sind zu_Notaren fiir den Bezirk des Kammer: gerichts, mit Anwei1ung ihres Wohnfißes in Landsberg a. W., und
_der Rechtsanwalt Koeber in Kalau zum Notar fiir den Bezirk des Kammergerichts, mit Anweisung seines Wohnsißes in Kasan, ernannt worden.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
Dem Oberlehrer gin Gymnasium zu Seehausen i. A., Dr.dKarl Pöhlig, ist das Prädikat Proreffor beigelegt wor en.
Der bisherige Privatdozent Dr. Karl Bernstein zu Berlin 117 zum außerordentlichen rofeffor in der juristischen Fakzrltät der dortigen Friedrich- ilhelms-Universität ernannt wor en. *
Finanz-Minifterium.
Dem Regierungs-Affeffor Altwasser zu Breslau ist die Stelle eines MUglLLdS und Stempelftskals bei der Provinzial- Steuer:Direktion daselbst verliehen worden.
An e_kdmxnen: _Se. ExceUenz der Vize:Vräfident des Staats: inisteriums,Min1ster des Innern von Puttkamer,
P
aus der Provinz und dem Regierungsbezirk Frankfurt a. ».
Yiehtamtlichez. Deutsches Reich.
_Preußen. Berlin, 6. April. Se. Majestät der Kaiser und KÖULJ hörten gestern im Schloffe zu Char- loitenburg den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten von B1§marck.
Heute empfingen Allerhöchstdieselben den Oher:Vräsidenten Staats-Mimsjer 1)r. Achenbach sowie den (Geheimen Hofrath Vork und arbeiteten mit dem Chef des Civilkahinets.
_ Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta war_ gestern Abend mrt Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Baden zum Besuch bei den Kaiser: lichen Ma1estäten in Charlottenburg.
_ S_e. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz empfing vorgestern Vormittag um 10 Uhr den Oherst und Commandeur des 4. GardeMegiments z. F., von W11czech,_rmd um _111/2 Uhr den Baumeister Jhne in An- gelegenheit des Kasrnodaues fiir das Garde:Husaren-Regiment m Potsdam, 1qu um 121/4_ Uhr mit Ihrer Kaiserlichen und Honrgii en Hoheit _der Kronprinzessin zum ?ruhstuck bei Ihren Majestäten nach Charlottenburg, tastete demriachsr dem Reichskanzler Fürsten von BiSMarck und Sr. Komglichen Hoheit dem Großherzog von Baden Besuche ab und war _um 81/9 Uhr Abends mit der Kron- prmzessrri zum_ _ Thee bei den Großherzoglich badischen Herr- schaften im K_ai1erlichen Palais.
YM Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin hatte ormittags um 11*/-_, Uhr den Geheimen Medizinal-Nath Prof. Dr. von ESmarch empfgngen und nach der Rückkehr aus Charlottenhurg Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzessin von Sachsen-Meinmgen he1ucht.
_ Gestern begab Sich Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz mit dem Zuge 8 U r_ 25 Minuten früh nach Potsdam, um den _CompagmeBesi tigungen des ]. Bataiüons vom 1. Garde- Regrmeri 3. F berzuwohnen, und nahm später daselbst auch den Kasinohau vom Garde=Husaren-Regiment in Augenschein. I)ie _Ruckkebr nach Berlin erfolgte mit dem Zuge 4 Uhr 7 Minuten Na _mittags. *
Se. Kaiser iche Yeit stattete dann sogleich dem Reich?- kanzler Fürsten von_ iEMarck einen Besuch ab und war Abends zum Thee bei Ihrer Majestät der Kaiserin Mutter.
Ihre Kaiserliche und Königliche „Hoheit die Kronprinzessin unternahm Vorinitrags ""HP/2 Uhr eme Spazierfahrt und begab Sick) um 113/4 Uhr in das Kaiserliche Palais zu Ihrer
Ma'estät der Kaiserin Mutter und Nachmitta s um 31/4 Uhr u Ihrer Königlichen Hoheit der Erbprinzes m von Sachsen- emmgen.
_ _ Wie wir aus zuverlässiger QueÜe erfahren, hat die Direktion der Baseler VersicherungSgesellschaft L_egen Feuerschaden zum Besten der in verschiedenen
egenden Deutsch ands von den Ueberfchwemmungen Betrrzffenen die namhafte Summe_ von 1000 «44 gespendet, und 1st der erwähnten Gesellschaft rür diese edelmüthige u- wendung der Dank der Kaiserlichen Regierung d_urch er- mittelung des hiesigen Gesandten der Schweizeristhen Eid- genoffenschaft, welcher die obige Summe bereits hier aus- bezahlt hat, zu erkennen gegeben.
_ Dem Hause der Abgeordneten ist der nachstehende Gesehentwurf, betreffend die Ausühung des dem Staate zustehenden Stimmrechts bei dem Anfrage wegen Aufnahme einer_ weiteren Priorit_äts- Anleihe der Westholsteinischen Eisenbahngeiell- schaft, zugegangen:
Wir Friedrich, von Gottes Gnaden König von Preußen rc. verordnen mit ZustimmurÉ beider Häuser des Landtages, was folgt:
_ _ inziger Paragraph;
Die Sxaatsregierung wird in Gemaßheit des Gesetzes vom 23.Jum 18-5 (Gesey-Samml.S.51Z) ermächtigt, in der (General- versammlung der Aktionäre der WestholsteirifÖen Eisenhahngesell- schaft das den) Staate in Folge seines betreffenden Aktienbefiizes zusiehende Stimmrecht für den Antrag auf Aufnahme einer zweiten Prtqrirats-Anlerhe im Betrage von 150 060.“ auSzuÜben und dem- ngcbit im Falle _des eintretenden Bedürmiffes auch für die Erhöhung diescr Anleihe his zum Gejammtbetrage von 300 000 „ck zu stimmen.
_ Das am 4. April aufgestellte Verzeichnis; der im Hause der Abgeordneten noch unerledigten Vor- lagen führt auf:
_3. Regieru_ngsvorlagen, 16 Nummern, und zwar find in zwmter und dritter Veraibung noch zu erledigen: 1) Die Ueber- ficht von den _Staatßeinnahmen und Außgaben des Etatsjahres 1886/87. 2) Die allgemeine Rechnurzg über den Staatshaushalt'des Etatsjahres 1884/85. 3) Der GeieYentwurf, betreffend die Er- leichterung_der Volksschullasten. 4) D__er Gesetzentrvurf, betreffend die Regultrung der Stromrerhältnine in_ der Weichsel und Negat. (Ueber 3 und 4 liegen_ schrisiliche Kommissions- kerichte Vor.) 5) _Der Geseheniwurs, betreffend die weitere Herstellung neuer Eiseybahnlinien für Rechn_ung des Staats xc.) (In der Budgetkorxmitsfion.) 6) Der Geießentwurf, betreffend die Uebertragung pylizeilicher Befugniffe in den Kreisen Teltow und Niederbarnim, sowie im Stadtkreise Charlottenburg an den Polizei- Prcxfidenten zu Berlin. (In einer besonderen Kommission.) 7) Der _Gexeßentwurs,_betreffend die Kostrn Königlicher Polizeirerwaltungen m Stadtgemeinden. 8) Die Rechnungen der Kaffe der Ober- Rechnrmgskammer für das Etatsjahr 1886/87. (In der Rechnungs- kommission.) 9) Der Gesehentwurf, betreffend den ziveigeleifigen Airsbau mehrerer StaatSeisenbahnstrecken. (In der Budgetkom- mrision.) _ In_ erster, zweiter und dritter Berathung sm_d noch zu erledigen: __10) Der Geseheanrs, betreffend die Er- weiterung der Sxadtgeméinde und des Stadtkreises Harburg. 11) Der Gesehentrvurf, betreffend die Verfassung der Realqcmeinden in der Provinz Hannover. _12) Der Gesehentwurf, betreffend die Vereini- gung der Landgemeinden Geestemünde und Geestendorf. 13) Der GeießthUrf, betreffend die Errichtung eines Amtégerichts in Gnaden- feld. 14)_der Gesehentwurf, betreffend die Abänderung von Amts- gertchißbezrrken. _15) Der Entwurf einer Kreiéordnung 2c. für die Provrn_z Schlesrrig-Hol_stetn. 16) Der Gesehentwurf, betreffend die Heranziehirng .der Fabriken u. s. w. mri Präzipualleistungen für den Wegebau rn der Provinz Westfalen.
13. An Antragen sind noch zu erledigen: 1) Der Antrag der Abgg._don Riiselmann und von Neumann, betreffend die _Regulrrrmg der unt_eren Oder (drr Budgetkommission überwiesen); m zweirer und dritter Berathung: 2) der Antrag der Ahgg. 1)r. Kr_0pat1check und von Schenxkendorff auf Annahme eines Ge]e§enijvurfs,_betreffend das _Diensteinkommen und die Penfion drr L_ehrer an den offentlichen nichtitaatlichen höheren Lehranstalten. (In etn_er besonderen Kommrsßon.) 3) Der Antrag der Abgg. B e r l i n g u. Gen. Jus Aqnahme _emes Geseßentwurfs, betreffend Abänderung des Geseßes uber d1e__Erwetterurxg, Umwandlun und Neuerrichtung von Wittmer:- u_nd WaUenkaffen fur Eletxxentarle rer vom 22. Dezemker 1869. (In einer besonderen Kommimion.) _ In erster, zweiter und dritter Berathung sind noch_umerlrdigt 4) der Antrag des Abg. Prinzexi r_on Arenderg au) Annahme eines (Heseßentwurfs, herreffend die kircheypolrtrschen Gereße (in erster Berathun'g oon der Tagesordnung abgeiehr). 5_) Der Antrag des Abg. Krad aus_ Annahme eines _ Gejeßenxwurfs, betreffend die Ver- therlung_ der _ öffentlichen Latten kei Grundstückstheilungen und die Grrrridunxi treuer Anfiedelungen in der Provinz Schlek-wrg-Holstein. Endlich smd noch" zu erledigen 6) der Antrag der_ Abgg. W_indthorst_und__ Genomen, Wegen Vorlegung eines Geießentwurfsrider die Befugnine der Kirche und ihrer Organe in Betreff des religiösen Unterrichts in den Volksschulen, und 7) der Antrgg d_es_ Abg. Meizu er (Frankenstein)_ Und Genossen, betreffend die einheitliche Gestaltung des Schornsteinsrgcrwesens.
_ Außerdem harren noch verschiedene Kommissionsherichie Uher Pettxtoncn der Erledigung.
_ Her _Ge1etzentwurs, betreffend die_Errichtun eines Amtherichts in Tirichtiegel, welcher dem Herrenhauie noch ni t er1edigi ist, muß dem Abgeordnetenhauie demnächst er1t zugehen.
_ _ Gesell1chaftsfusio11c3=Verträge, in welchen das Er_nbrmgen _VOU VermögenSgegenständen Seitens der aufzu- 101enden Ge1e111_chaft m das Vermögen der aufnehmenden Ge- 1e1lschaft und die Gewährung von Aktien fiir den Werth des Emgebrachtexi vereinbart ist, sind, nach einem Urtheil des Reichsgerichrs, 17. (Zivilsenats, vom 2. Februar d. J., in keinem Therl,_ namentliY - auch nicht in Höhe der Über- gegzrnßenen Passiven, als aufverträge, sondern liberal] als Geek] chaftSyerträge, welche dem preußischen Kaufstempel nx_t rrizterliegeti, aufzufa'sen; unerheblich fiir die Stempel- p_slichr ist, ob die_aufzulö€en_de GeseÜschaft als Einheit, oder die einzelnen Aktionäre derielben die Subjekte sem sollen, welche Aktionäre der aufnehmenden Geseüschast werden, bei beiden Auffassungen bleibt der Fusionsvertrag ein Gesel]- fchastsvertrag, er ist nicht Kauf.
_ Die Nachprii_fung der den _Endentscheidungen in der Sache seibsi vorauxgehenden Zwrfchenentscheidungen der Schreds§zer1chte hat in der Regel nur im Zusammenhange mit der an erZoheneii Rekurs hin axizustellenden Nachprüfung des Endur! eil? m der Sache 1elbst zu erfolgen. Ein verleßter _Yrberter hatte erst nach Ablauf der gefeß= lichen Frist gegen einen_ ihm ertheilten Bescheid Be- rufung _eingele t. _Aulf 1eitzen Antrag ewährte ihm das Schredßgeri t mrttest Be1chluffe5 die Wiedereinsehung m den vori en Stand. Ge en die1en Beschluß erhob die bek_lagte Beru Sgenossenschaft se bständige Beschwerde an das Re1chs-Verficherun_gSamt, während deren Erledigung die Sache ruhte. Das Reichs-Versicherungsamt hat indessen _ u_nter Anordnung schleuniger_ Fortsehung- des schiengericht- lichen Verfahrens _ mittelst Veschluffes vom 18. Februar
d. I. (Nr. 508") die Beschwerde als an fich unZuläsfig aus folgenden Gründen verworfen: Nach . 63 A saß 1 des UnfallverficherungSgeseHes findet gegen „die“ Entscheidung des Schiedßgerichts unter bestimmten, dort näher an eqebenen Voraussetzungen das Rechtsmittel des Rekurses tatt. Es unterliegt _kemem Zweifel, daß mit „der“ Entscheidung des Schiengerichts lediglich eine den Streitgegenstand ganz ode? Yerkweise fiir die SchiengerichteI-inftan materiel] erledigendz
ntscheidung gemeint ist. Die Zuläséigkeit eines Rekurseg gegen anderweite Besthliiffe des Schiedsgerichts, die eme solche Entscheidung nicht en?ha[ten, erscheint hiernach xedenfaüs auSgeschloffen. Die Kaiserliche Verordnung vom 2. November 1885 über das Verfahren vor den auf Grund des Unfallverficherungsgeseßes errichteten Schiengerichten er: wähnt nun hierneben ailerdings _ abgesehen von den zuge 1affen_en Be1chwerden über den allgemeinen Geschäktsbetrieh (§. 25 a. a. O.) _ in einem einzelnen Falle eine „Be chwerde“ gegen eine Entscheidung des SchiedSJerichts. Dieses REMZ: mittel wird in §. 17 a. a. O. gegeben, und zwar im Anschluß an die ent1prechenden Bestimmungen des §. 352 der Civib prozeßordnung, zur Anfechtung einer vom Schiedsgericht ge: troisenen Entstheidung Über die Rechtmäßigkeit der Weigerung einer Person, sich als Zeuge oder Sachverständiger vernehmen zu lassen. Im Uebrigen iyr in der genannten Verordrmng von einem aÜgemeinen oder eingeschränkten Beschwerderech: gegeniiber axrderweiten, der Endentscheidung in der Sache selhst vorauigehenden Zwischenent1cheidungen der Schiede: gerichte nirgends die Rede. Eine etwaige weitere ana10ge Heriibernahme der ein solches Beschwerderecht gewährenden Bestimmungen der Civilprozeßordnung (vergleiche §. 530 da- selbst) in dcr?- Anwendungsgebiet der Verordnung vom 2. No: vember 1885 ericheint nicht begründet; vielmehr ist ein beson- deres Bedenken dagegen aus der Verordnung selbst herzu: leiten. Während nämlich die Civilprozeßordnung in dem Fqüe daß em gegen die Theilnahme eines einzelnen Gerichtes- mitgliedes an_ der Verhandlung und Entscheidung gerichtetes Ahlehnungsgeyuh fiir unbegründet erklärt wird, das Rechter: mit_tel der 1_ofr_)rtigen Beschwerde gewährt (§, 46 Absaß ?, Z'? 540 der Crmlprozeßordnung), bestimmt §. 3 Absatz 3 der
erdrdnung ausdrücklich, daß ein gleicher Beschluß des Schredßgerrxhts beziehuxigsweise des SchiedßgerichtSvorWenden „nicht für mh aUein, 1ondern nur mit der Entscheidung in der Hauptsache“ angefochten werden kann. Demnach war die erhoberxe Beichwerde im vorliegenden Fakl als unzulässig zu verwerten. ES 1er zum Schluß iibrigens darauf hingewiesen, daß 1m_ _Fakle einer Ent1cheidung über einen Antrag auf Wiedereinyeßung in den vorigen Stand auch die (Zivilprozeß: ordnung _kem bewndexes RechtSmitiel der Beschwerde kennt, vielmehr in §. 216 MWB 2 ausdrücklich bestimmt, daß auf die__Ansechtung einer solchen Entscheidung diejenigen Vor: schriften Anwendung finden, welche in dieser Beziehung für die rnit dem Anfrage nachgeholte Prozeßhandlung gelten.
__ Der Generaanteqdaut der Königlichen Schauspiele, Gras von Hochberg, ist von seiner Dienstreise hierher zurückgekehrt.
Frankfurt a. M., 5. April. (W. TB.) Eine gestern Abend stattgehabte Versammlung hiesiger Bürger aller Parteieri be1chloß auf Antrag des Ober-Bürgermeisters 1)r. Miquel_den Erlaß eines Aufruf?- an die Bürger: 1_chast und die Einsetzung eines Comités fiir die Errichtung eines Denkmals Kaixer Wilhelm's in hiesiger Stadt.
Bayertx._ München, _6. April. (W. T. B.) Von Sr. Ma1e1tät dem Kai1er Friedrich erfolgte auf die Berlerds-Adresie der hiesigen Gemeinde-Vehörden anläßlich des Ablebens des Kaisers Wilhelm ein huldvoües Dankichreiben , worin Allerhöchstderselbe vernchert, daß Er _an der Wohlfahrt der Bevöikerung Süddeutschlands, soviel (LU Jhm liege, fördernd mitwirken w01[_e._ Insbewndere aber werde Er, eingedenk der Jhm stets hew1e1enen Anhängltchkeit_der Münchener Einwohnerschaft hei irüheren persönlichen Beinchen, als Freund der Stadt an deren Blühen und Gedeihen ferner lebhaften Antheil nehmen.
Würzburg, 5. April. _(W. T. B.) Der heutige 13. Landtags-Wahlgang ist gleichfalls resuitatloß verlaufen. Der nächste Wahlgang erfolgt am 12. April.
_ Württemberg. Stuttgart, 4. April. Der „St.:A. 1. W.“ meldet: „SeKönigliche Hoheit der Prinz Wilhelm haben heu_te den am_ Königlichen Hofe neu beglaubigten König- lich _preußrfchey (Hemndten, Grafen von Wesdehlen, in Airdrenz _empsangen, _um im VollmachtSnamen Sr. deirglichen Majestät dessen Beglaubigungsschreihrn sonne das auß Anlaß decZRegierungHantrifts von Sr. Maje stär dem Der_riichen Kai1er und König von Preußen (rn Se.Ma1e1tcit den König gerichtete Notifikationsschreihen entgegenzunehmen.“
Mecklenburg-Sckzwerin. Schwerin, 5. April. (Meri!- Narhr.) _ Ihre Königliche H0 eit die Frau Groß- h__erzogrn:Mu_tter ist heute Na mittag von hier zu einem langeren Kurauienthalt iiber Mtinchen, woseldst ein Aufenthalk genommen wird, nach dem Süden und *unächst nach Meran abgereist. Im Gefolge A(lerhöchstdersehen befinden sich die StaatSdame Frau WU Schöning, die Hofdame Fräulein von Suckdw, der HofmarichalT von Vietinghoff und der Leibarzt, Geheime Medizinal-Rath ])r. Mettenheimer.
Reus; ä. L. Greiz, 4. April. (Lei . „t. Der 12. außerordenrliche Landtag ist heuteszoanitYag im Austrage des regierenden Fürsten durch den Regierungs- Vrandenten, Wirklicheix Geheimen Rath Faber eröffnet worden. In der Eröffnungsrede wird des Hinschei- dens Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm mxk wlgenden Worten aedcicht: „Das im vorigen Monat er- folgte Ableben Sr. Ma1e1tät des Deutschen Kaisers Wilhelm Fat irnsere_n_ Durchlauchtigsten Fürsten und Landes- errn _1n_ tiefe Trailer verseßt, an welcher das ganze Land mmgsien Antherl genommen hat und welcher auch an dieser Stelle Ausdruck gegeben werden solT.“ Der AlterE- prasrdeni des Landtages, LandgerichtH-Präfideni Vr. Mortag- leitete die erste Sißrxng mit den Worten ein: „Beim Beginn unserer heutigen ersten Sitzung laube ich in Ihrem Sinne zu handeln, wenn 1ch im Anßchluß an die vorhin ver- nommene EronnungSrede Sie ersuche, auch unserers81k*Z i_mserer Trauer iznd__ unserem innigen Beileid über das HZ"- 1che1den Sr. Majestgt des Deutschen Kaisers Wilhelm drirch Erheben vo_r_1 den_ Sißen Ausdruck zu geben“, was erfolgte.- VorzUszene mird den.Landtag beschäftigen eine Vorlage- herr. as Zustandekommen der von Preußen projektirten Eisenbahn Triptrß-Auma-Ziegenrück-Rempten-
“ abhängigkeit. Die
dorf (R. ä. L.)_Fries_au (R. ä. L.) mit Ebersdorf_Loben- stein_Blankenstem und eme Vorlage wegen der aus den Kreisen der Landwirthe des Fiirsienthums_ dringend gewünschten Ge: währung von Entschädigung für miolge von Milzbrand ge- fallene oder getödtete Rinder.
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Oesterreich-U_ngaru. Wien, _4. April. (Wien. Abdp.) In der gestrigen Sitzung des ungaris_ch_en Abgeordneten- auses unterbreitete der Handels-Mrmster Graf Szézchényi den Schiffahkks= UUd „Postvertxqg, _welcher einerseits von dem K. und K. gemeinsamen Ministerium des Aeußern unter Vorbehalt der versaffungßmäßigen Zustimmung deH österreichischen Retchßrathß und des ungarischen Reichstages und andererseits yon der Dampfsch1ffahrt§=UnterneZmunF des österreichisch:ungarischen Lloyd am 19. März 1888 a gesch offen worden ist. Derselbe wurde_ dem volkswrrthschaftlichen und dem; inanz-Ausschuß zugewre1en. Außerdem überreichte Gustav Emi die Berichte des vdlkHWirthschastl1chen Ausschusses über die mit Dänemark ge1chloffene Markenschuß-Konven- tion, iiber die mit Zanzibar ge1chloffene Handels: und Schiffahrts-Konventron und iiber die Erneuerung des mit Spanien geschioffenew Handels- und Schiff- fahrtSUertrages, _Tiese Berichte werden in Druck gelegt und seiner Zeit auf die TageSordnung gestellt werden.
Großbritannien und Irland. London, 5. April. (W. T. B.) Die interriatiqnale Zuckerprämien: Konferenz ist heute Nachmittag im Auswärtigen Amt unter dem Präsidium des Staatsiekretäre der Kolonien, Baron WormS, nach sechHwöchiger Unterbrechung wieder zu- sammengetreten. In der heutigen Sißung wurde_ledig: lich die TageSordnung fiir die nächsten SiHungen festge1eßt.
Frankreich. Paris, 5. April. (W. T. B.) Auf Wunsch des Minister?- des Ariswärtigen (Hohler wird der bisherige Direktor der Abtheilung fiir politrsthe Angelegen- heiten im Ministerium _des Auswärtigen, Francis Charmes, in seinem Amte verbleiben. _
Ein Nundmhreiben des, neuen Kriegk" :Mininers de Freycinet an die CorpzZ-Kommandanten bezeichnet als die feste Absicht des Ministers,_ in der Armee den_ un- bedingten Respekt vor der Diniplin in allen Graden auirecht zu erhalten. _ _ _ _ _
Die Blätter konstatiren ernmüthig, daß die gestrigen Abstimmungen in der Kammer und im Senat Zeugniß von Mißtrauen gegen daß neue Kabinet ablegten. Die „Jmiice“, das _Organ Ciemenceau's, sagt dagegen, das Kahinet stehe vor einer Koalition, könne aber den ersten Ansturm erwarten; die gesammte republikanische Partei stehe auf seiner Seite. _ Eine Versammlung von Opportunisten heichloß der Kandidatur Boulanger's diejenige des Advokaten Foncard entgegenzustelien.
Heute fand ein von etwa 500 Anarchisten besuchtes,
egen die SteÜenvermitt[ungebureaux gerichtetes Meeting Zart. Nach Beendigunß desselben versuchten die Theilnehmer eine Kundgebung in er Nähe der Central-Hallen zu_ver- an1_ia1ten, wurden jedoch von der Polizei ohne Widerstand zertreut.
Italien. Florenz, 5. April. (W.T.B.) Der König und die Königin statteten heute Vormittag in Begleitung des Minister:Präsidenten CriSpi der Königin von Groß: hritannien und Irland in der Villa Palmieri einen Besuch ab, welchen Ihre Majestät Nachmittags erwiderte. Später empfingen die italienischen Majesiäten den Kai1er und die Kaiserin 5011 Brasilien, den König von Württemberg, die Königin von Serbien und den Herzog von Leuchtenberg.
Rumänien. Bukarest, 5. April. (W. T. B.) In einer gestern Abend stattgefundenen Versammlung der Mit- glieder des konservativen Klubs erklärte der Deputirte Fleva, nach dem Rücktritte des Ministeriums Bratiano he: trachte er seine Mission als beendet und_hahe er keinen Grund, die jetzige Regierung nicht zu unterniißen. (Herricht- weise verlautet, Fleva werde in das neue Kabmet eintreten und der ("inanz-Minister Ghermani werde demissioniren, um en Eintritr eines MitgliedeH der geeinigten Opposition mit Fleva zu erleichtern. Der Chef der Konservariven, Calargi, ist von der Opposition beauftragt worden, an den Minister:Präsidenten die Frage zu richten, ob das Kabinet geneigt sei, die Wahlen iofort einzuleiten? _Jm Faile der Be'ahung soile die Unterstüßung der Regierung, im Falle der erneinung soÜe die Bekämpfung derselben Seitens der Opposition in Aussicht gesteÜt werden.
Bulgarien. Sofia, 4. April. (Prag._Ztg.) „Reuter's Bureau“ meldet: Wegen einer in dem Dorfe Kuprulu (bei Burgas) ausZehrochenen, angeblich ansteckenden Kraykheit wurde auf Befehl des Sultans an_der ostrumeliichen GLENN ein Truppencordon aufgejieüt. _ _
Die„Agence Havas“ schreibt: Der tiirk11_che Truppen- cordon an der ostrumelischen Grenze ist ungerecht- iertigt, indem in KueprUlu keine ansteckexide Krankheit, 1ond_ern einfach Sumpffieber außgehrochen 11_t. Die letzten BLUME des „Temps“ sind vonommen unrichtig. Die Re- glerung denkt nicht an eine Proklamirmig der Un: Rückkehr des Prinzen von Battenberg wird als unmöglich betrachtet; die Unruhen in Nustscbuk, die Reise Karawelow's und andere Einzelheiten find unbedingt erfunden.
Afrika. Egypten. (A. C.) Der „Times“ erd ans Suakrm, vom 3. d., telegraphisch gemeldet: _ _ Mes ist hier ruhi , und die Rebellen haken sich 1ert einigen TUIM nicht blicken laien. Von Handaub kommt die verlaßltche LUUUJ, daß die Anhänger Oßman Digmg'H _aué-einander- laufen, Die allgemeinen Aussichten sind deshalb nrrnitiger. __Boten von dcn Stämmen kommen mit Friedensvorschlageii Die egypii1chen Dampfer ,Mokher“ und ,Agemi' sind von ihrer Kreuzungsfahrt k"Lkßer_zurückgekehrt. Der Handel bessert fich auch langsam. JUZ fenliegen die britischen Kriegsschiffe ,Albaxore',_ „Dolphin und 'REM“. General Dormcr wird am Donnerßag hier erwariet, und Ls sieht zu Hoffen, daß sein Besuch Suakims eine festere Politik dem Vskllcben Sudan gegenüber zur Folge haben Wird.
Zeitungsftimmeu.
Den Gnaderiérlaß begleitet die „Nationalliberale Corr?spondenz“ mit folgenden Worten: KMW Friedrich hat von dem schönsten Recht der Monarchen,
dem der Begnadigung, einen umfaffenden Gebrauch gemacht und _damit den verheißungSreichen Kundgehungen._ mit denen er seine Regierung eröffnete, ein neues Blatt hmzugefugt. Der Gnadenerlaß eritreckt sich auf alle Uehertretungen und a11e_Vergehen, _wegcn welcher auf Geldstrafen bis 150 „ji oder auf FreiheitSstrafen bis _zu sechs Worber! durch Civilgerichte erkannt worden ist. In ziemlich w_er_t_em Umfang erstreckt sich der Gnadenerlaß auch auf dolttr_1che Vergehen, Zuwiderhandlungen gegen das Preß- und Vereins: gesch, gegen die öffentliche Ordnung und dergl. Doch find dabei gewiffe Grenzen gezogen, mit denen man sich nur Wird einverstanden erklären können. So ist Hoch“ und LandeSverraih außgeschloffen. Wenn bei älteren Amnestien durcb Beg_nadigur_1_g dieser Klatie von Verurtheilten solchen Männern dre Strafe erlgjien Wurde, die von einer ehrenbaften, wenn auch manchmal irregeleiteten politischen Ueber- zeugung erfüilt waren, könnte _diese Gnade unter den gegenwärtigen Umständen nur ganz unwürdigen Anarchtiien oder Verräthern ron vaterländischen Interessen aus nacktem Eigennutz zu__gut kommen; AuLgesckyloffen find anch_die speziell sozialdexnokratiickyen und auf Grund des Sozialisiengeietzes bestraften Delikte. Doch wird der allgemeine Strafnachlaß für Preßvergehen und dergleichen natürlich auch zahlreichen Sozialdemokraten zu Statten kommen.
Das „Posener Tageblatt“ nimmt zu derselben An: gelegenheit folgendermaßen Stellung:
In Zeiten des Schmerzes, der Trauer,_ des Unglück:? wiegt jeder Trost doppelt und dreifach schwer. Ein Twix aber, den rre_le gepreßtc Herzen in dieser trüben Gegenwart nicht _mmen möchten, Ut die Ver- körpernng so vieler Milde und Freundlichkeit, wie aus_dem Mier- höchstcn Gnadenerlaiz spricbr, in der Perron Köningiedrrch'ß. „Denn in dem Strah1e solcher Müde richtet 11ch auch die H9ffqung_1iegrs- gewiß empor, daß aUe Bestrebungen,_ die_au_s Menickylichkeir und Nächstenliebe entspringen, unter König Friedrichs Regiment förder- samste Pflege finden werden, vor alien anderen aber die Hülfsaktion , welche das entfeselte _ Toben der Natur- gewalten mittelst ' Ei§ganqes und Wogenichwailes über meilen- weite Strecken des Vaterlandes nothwendig gemacht har. König Friedrichs landesräterliche Fürsorge hat den _Spißerr sowie den auSsührenden Organen der Siaatßbehörderxdie crngehendiie Be- schäftigung mit den Ueberschwemmungskalamitdten und den Mitteln zu ihrer Bekämpfung zur Pf1icht Zetnacht__1ein Veiixiel hat die Privatwchlthätigkeit angeregt und hurgt kaiur, daß diejelhe in_ nacb- haltiger Unterstützung der so schwer betroffenen Landesihrrle nicht so bald erlahmen werde. In Roth und Kirmnierniß, das Herz mit eigener Trauer kelasiet, hat König Friedrich 1ernem Volk ein Herz gezeigi, das nur von den Regungen der _Gnade, drr Milde, der Barm- herzigkeit beseelt ist. Diesem [andeSraterlichen Auftreten des edlen Monarchen verdankt der Bund der Yohenzollernfürsten _mit ihrem Volk eine neue Weihe, welcher alle Stürme, die noch im Schooß der ZUkunft verborgen lauern mögen, nichts werden anhahen können.
_ Zum Geburtstqge des Reichskanzlers schreibt der „Düsseldorfer Anzeiger“:
Des Reichskanzlers Geburtstag feiern,_ heißt fich dessen erinnern, was er seiner Nation war und ist. Deut1chland_ in der Vergan_g_en- heit, Deutschland in der Gegenwart _ wclch' tieier,_wclch' ergreirery der, Welch' mächtiger Kontrast. Eine einzige, große Völkk_lfam1116 bilden die deutschen Stämme und sorgrnd und liebend rzmxch1ießen (Germania's Mutterarme wiedergewonnene Kinder: die meerumichlungenen Herzogibiimer, welchezu Zeiten deutscher Ohnmacht verloren ginger], die Perlen Elsaß und Lothringenxwelche WelscheTiicke und Berratheinit cms dem Diadem des deutschen Kaiserthums raubten. Das Ideal, welches so lange den Cdelsten unseres Volkes a]s höchstes, aber schier un- erreichbares Ziel vorschwebte, steht 1eit saft zwei Jahrzehnten in faß- barer Gestalt dor unserem Auge. Was ein Dichter, den die Ver- zweifelung um seines Vaterlands Schwäche und Ohrimacht m_ cm aUzu frühes Grab warf, mit prophetischem _Bltck er]c_haute, Ut_zu Zhexrßickyender Wahrheit geworden. Eine feste Burg steht Deutich- an a.
Der Deutsche braucht nicht mehr wie ein_st,_im Gefühl eigener Nichtigkeit, bewurdernd zu Anderer Größe anszuiehen. VOkbél ]md längst die Zeiten, in Welchen Deutschland die kla liche Rolle eines Lampenvuhers im Welttheater spielte, vorbei die Zeiten, in Wrxchen Deutschland keine andere Bedeutung hatte, als die eines grograpbrichen Begriffs. Vorbei die Zeiten,_ wo es im Rath der_VÖlfer_kaUm ge- duldet, geschweige denn ange1ehen war. Heute ist _Deuwihlaxid in Wahrheit und Wirklichkeit das Herz Europas, von de11,_rn PulsickAag die politischen Bewegungen _des Kontinents _ahhangen_. Wax Ulrich von Hutten einst irohlrckend von ieiner Zeit sagte, wir dürfen es in berechtigterem Sinne auf unsere Gcgenwari _crn- wenden, das Wort: Es ist eine Freude und ein Strl_z_, in diejem Jahrhundert zu lebrn! Daß es also Wurde und also_ _Ut, der_dgrrkt die deutsche Nation dem Manne, der im Verein mit 1em€m Krrngé- hause urid getragen durch die nationale Begeiiterung aUer deutichen Fürsten und Stämme, Deutschland zu Einigxeit und_Ehren brachte, verdanken wir dem Manne, der _ ohne auf Wideryrrnch zu_ stoßen _ ron sich sagen durfte: „Ick hahe rox: Anfang meiner Cgrriere an UUk den einen Lcitstcrn gehabt: durch welche Mittel und aas Welchem Wege kann ich Deutschland zu einer Etmgung bringen!“ .....
Nachdem das Werk der deutschen Einigung gelungen, faßte es ViSMäkck als die Aufgabe seines Lebensaherzds aUs, deni Deuxichen Reich zu immer größerem Arriehen zu verhelfen. Derr Feind beiiegen ist schwer, schirercr norh, den_Feindrer1öhnen, am 1chwer11en_aher, den Frind zum Freund zu gewrnrien. Der Kanzler hat dreH_srrttg_ ge- bracht. In Oesterreich ist uns aus einem neidiichen, m1x;trau11ck)en Widersacher ein Warmer, treuer Freund UUd Nachbar ersxanren. Alle Völker blicken mit Achtung aUs das 11egreiche Der_rtichland, aui daI friedfertige Deutschland, _rrelches zum ehrlichen Makler geworden ist, der in der! Streittgkeitew der Völker nach Recht und Gerechtigkeit entscheidet. Wclch' grrßczrtiger Wechsel!_ In den 50er Jahren ist DruisÖland in fich zerrtffen, uneinig, 1em_Wort_ gilt nichts, sein ehrlicher Rath wird mit Spyri und Hohn zuruckgcwresen. Heute hat es die entscheidende Stimme im Rath der _Yölker u_nd_ es ist noch nicht gar so lange her, daß die _cmst so hochgeprte1ene rolrtUche Erbweisheit der Engländer *in_ Brrtarmenß allereigensten Angelegen- heiten um die Meinung Deutychl_and_s nachiuchte. _ _ _ _
Nicht selten stößt man aas _die Behauyxung, BiSmarck _1ei ern Augenblickspolitiker, der die günstigen Urmiande und_ Verhaltmne auszunutzen verstehe und dieier Kumi des_kuhne_iZ_ZugreUens 1eine_(Fzr- folge und seinen Ruhm verdanke. Jn _gewiffem «m_ne Yann man dreier Ansihauung heistimmen; man wird ihr jedoch dann wrderipreckycwmunen, wenn sie ausdrücken wiil, der Kanzler (Me sich pom Memendseme Ent- schlüsie diktiren. Nichts irriger als dieie Ansicht. Dre Ge1chichte der jüngsten Jahrzehnte liegt heute klar und underhüllt vor unseren Augrn und mit Beirunderung sehen wir aus derselhen,__wie der gro“e StaatSmann, seiner Zeit vorairseilend, die_hi1ior11che Ent- wi elung und die ihr zu Grunde 11egenden__Bedingungerz scharf- sinnig erfaßt, alle Möglichkeiten sorgiczltig prrrit vnd erwagt, und dann erst seine Entscheidung_ trifft. Em Diplomat _kann durch eine einzige That die Weit in eriauxien Wen. Zu einer Fülle großartiger Erfolge 1ed_och, wre _Yismarck fie errungen hat, bedarf es der Vereinigung wich' seltener Eigenschaften, wie wir sie einzig bei unserem Kanzler finden. (Hemirler Scharfhlick vrreinigt fich bei ihm mit einer Kraftnatur, die keine Rast und Ruhe kennt, mit einer Außdarier in der Verfolgun_g_ _des gesteilten Ziels, welche Bewunderung emflößt. mit einer geistigen Ueberlegenheit, die riesengroß fich über das DurchirbnrttStrxaß erhebt, mit einer Offenheit ohne Gleichen. War fruher der Diplomatredte Sprache nur gegeben, um die Gedanken zu verbergen, _so sehen wir BiStnarck vom Anbeginn seiner Wirksamkeit die olitik der offeyen Karte verfolgen. Die Basis der Größe,_des _uhm_s und Erfolges des Kanzlers ist aber vor AÜcm zu_1uchex1 m_e_mem Herzen, das in glühender Liebe für Kaiser und R_e1ch, fur Konig und Herrscherhaus, für Volk und Land schlägt, in einer T_reue,_ _welche das eigene Ich selbstlos zurücktreten läßt, wenn _es gilt, 1emer Nation Ehre und Glanz, Macht und Anse en zu erringen.
_ _ Mit Rücksicht darauf, daß_i1xi egenwärtigeri Zeitpunkt die Frage nach der Berufswahl melsacZ praktijch mird, 1chreibt dre „Staatshürger=Zeitung“:
Vor Allem möchten wir rrr dem Zudrang zu den höheren Be- rufSarten warnen. Tas Verlangen nach hhherrr Bildung und dem- gemäß nach einer höheren Lebensstellung iii keineßwrgs immer_ein Bemeis eines ideal gerichteten Sinnes. MN! Überschäyt auch vielFach die Stelwngen, welche ein größeres Maß ron Kenntnissen ersordern, und unterschätzt das Handwerk und die Bernis- arten, die auch bei einem kleineren Max“; von Kenntnissen tüchtig ausgefüÜt werden können. Mit Recht ist in unseren Parlamenten wiederholt die Klage erhohen worden, daß wir Deatsche uns einen übermäßigen „Luxus an aUgexneiner Bildung" gestatten, während wir die tüchtige Fach- und Beruiébildung im Vergleich zu unseren Westlichen Nachbarn, namentlich aus industrieilem Gebiet, zu unserem Schaden vernachlässigen. Unserer Zeit ist in so vielen Ve- ziehungen, auf so vielen Gebieten die Meisterschaft, die sich nach Goethe in der Beschränkung zeigt, mehr und mehr rerlrren ge- gangen, und darum müffen wir uns vor Ailem die alte Mahnung ziir Richtschnur nehmen: „Nicht das viele Wissen thut's, sondern wiffen etwas Gut's", Nicht jede Intelligenz muß mir Gewalt in höheren Berufsarien Verwendung finden; cin in seinem Fache tüch- riger und für seinen Beruf durchgebilderer Handwerker ist entschieden brauchbarer für die Geseklschaft, als ein Beamter, der mit Mühe seine Examina bestanden hat. Die vornehmere Lehené-steiiung macht keineeregZ auch glücklicher. Jm Gegentheil, 111.1;1 findet nirgends eine größere Unzufriedenheit, als gerade in den sogenannten höheren Klassen der Geseiiscbaft. Die gehegten Erwartrrngen von Glück und Genuß, ron Ehren und Ansehen werden gar oft nicht befriedigt, und so kehrt Unzufriedenheit und Miszdehagen ein. Die höheren Beruf:“;arren sind zudem seit Jahren ganz ÜberfüÜt.
Statistische Nachrichten.
Die überseeische Aué-wandrrung Deatscher iiber deUiiÖe, hoiländische und belgische Häfen betrug im Fehrriar 1888: 4514 Personen gegen 4694 Personen im Febrnar des Vorjahres; Und 7080 in den beiden ersten Monaten von 1888 gegen 7394 im selben Zrir- raum deH Vorjahres.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Die Königiiche Akademie der bildenden Künste in Dresden reranstaltet in der Zeir dem ]. Miri bis 15. Juni d. J. (me Kunstausstellung. _ Der Karikalzinsemfand rer PrSU-«Heuer- Sriftung, Über dessen Verwendung die Akademie verfügt, beläuft fick) arif rund 58 000 „M Diese Zinsen müffen zum Ankauf solcher in Dresden au§gcsie11ter Oelgemälde deutscher [_ebender Künstler verwandt werden, die aUgemein als vorzügliche Kunirwerke anerkannt Werden. Die Aussteüung findet statt in dem zum Muieum umgestalteteri Zeug- hause. _ Das ron dem Dreédenrr Historienmaler Wenzel Schwarz„ einem Schüler 7285 Van Lerius und Feuerbach? gemalte große Bild „Kaiser Hadrian sprichr eine angeschuldigte Christin frei“ ist in der KunstgeMrbehaUe zu Dresden auSJesteÜt. Das Bild wird aiich auf die Münckpenrr AUZsteUung geschickt werden.
_ Kaiser Wilhelm 1. Ein GedenkhUch für da? deutsche Volk. Von Ernst Scherenderg. Leipzig. Verlag von Ernst Keil's Nachfolger. 1888. _ Das 1"reden erschienene Gedenkbuch, auß dern die .Gartenkauhe' _hereits Proben zum AhdrUck gebracht hat, ist keine GelcgenheirZschrist, sondern das Erßedniß längerer urid sorgfältigst'er Studien. Nicht veranlaßt, sondern nur gezeitigt drrrch den Tod des Helden Und großen Herrschers, hcgleitet es den Kaiser von Seiner glücklichen Jirgcndzeit dnrch Seine frühen Leidrnsjahre, durch die Zeit der Befreiungskriege bis in Seine Marincsjahre, bis zur Zeit, in Welcher Er Prinz von Yreuszen, dann Prinz-chent ge- worden, während die vier leisten ..[hißpnitte Ihn als König von Preußen, als Orcrhaupi des Nordderitichen Bundes, als deutschen Bundesfeldherrn und DeutsÖrn Kaiser schildern. Schlichte Wahrheits- liebe und verständnißroile Darsteüungsireise machen die Schrift zu einem Volksburhe im edelsten Sinne deZ Wortes. _ Dax“; die Verlags- handlung den Preis _ 181; für das eleganr gehirnderic Buch (15 Bogen gr. Oktar) _ so üi*r_rau§ niedrig gestellt hat, wird unbedingt das schöne Werk in ar(cn Kreisen einbürgern. _
_ Kaiser Wilhelm?* Vermä_chtniß an sein Volk. Enthaltend seine Reden, Preklamatirnen, K_riegZdericbte, Brieie :e. in dem Zeitraum Von Uebernahme der Regentichair his zu 1einem Tode. Mit dem Bilde des Kaisers und dem Facfimile ]einer [cyren Unter- schrift. Berlin, 1858. Verlag von Elwin Staude. Ladenpreis 1 „411 50 «!.-Kein Wort ist den Reden, Proklamgtionrn Und Kriegs- berichten dc§ Prinz-Resenten, deI Königs und der? Kaisch hinzugefügt; fie svrechrn allein für sich. Ein Gedanke geht wie ein rother Faden durch das ganze Bach, der Gedanke des großen historisckIen Bernie, den Preriszen in Deutschland Üdernommen und den e_Z crfÜYen mrrßte.
_ „Kommentar zumAllgemein_rr1 deu11chenOandel§- gesehhuch. Herausgegeben ron 1)r. Ernit Sigismund Puchclr, Reichscrrichts-Rath. Dritte, in Folge der neuen Reichs-Juitizgescße rielsa umgearbeirete Ariflage“. _ Zu diesem Kommentar erscheinx im Verlage der Roßbcra'schen Buchhandlung zu Leirzig ein Suhrka- menr, welches das durch Dr.Julius Petersen, ReiÖ-derichis-Raib in Leipzig, und Wilhelm Freiherrn von Pechmann, Rechts- krnsulenten der bayerischen Handelshank in München, erläuterte Gese , betreffend die KomrnandifgesellsÖQit-m auf Aktien und die Aktiengese - schaften, rom18.Ju1i1884,enthält. Die rrr1iegende zweite Lieferung (Ladenpreis 1,60 „M) bringt die Erläuterungen zu den Kapiteln 180 bis 1850, Weiche dei aller_juristischrn Tiefe und Gründlichkeit ebenso lichtroll und allgemein verständlich find, wie die in der ersten Lieferung.
_Nr. 6 der „Musikalischen Jugendrrst“ bringt ein warm empfundenes (Gedickyt Von J. Hi „Unseres Heldenfaisers Tod“; eine stimmungérolle Plauderei don life Polls .Die erste Früh- lingsblume“; ferner ern mit feinem Humor gerrürztes Märchen „Das Geheimniß der Trdrennachr' nebst einer ganzseitigen JUustration Von Schulte vom Brühl; E. Paßqués Einführung in dieOrcr „Martha“ in erzählender und belehrende): Form; den Schlrrß ron Havdn's_und den Beginn don Mozart? Biographie rniTJllrrstratirnen rrn C. Oktter- dinger u. s. w.
Gewerbe und Handel.
Dem Geschäftsbericht der _Aktiengcsellichafr für Tapctenfahrikation zr: Nordhauxewvry 1887 entnehmen wir Folgendes: Jm Akigemeinen War das Geichäit das ganze Jahr hin- durch ein ziemlich lebhaftes, so das; an Rollenzahl bedeutend rnehr abgesetzt wurde. Deck) hat der_ Gesammt-Faftrirenbeirag dm rer- jährigen Umsaß nur wenig überichritten, da mehr hiUige Tapeten verlangt Wurden. Von dem erzielten Reingewinn_103 583 «ck wurden 22 926 „js (nämlich für Abschreihnng auf Granditücke Und Gebäude “29/0 = 9000 .ij und 50/0 auf Maschinen = 13026 „FH) dem Amer- tisations-Conto und 3505 „46 dem Delcredere-Conto überwiesen, wäh- rend vom Utenfilien-Conto 1000 „ck abgeichrieben worden find. Die hiernach verbleibenden 76150 5-6 Werden nach den Bestimmungen des Statuts vrrtheikt, und stellt sich die Dividende für die Aktionare auf 6? 0/0. Seit Beginn des neuen Jahres Wirk _die Fabrik ausreichend besxhßftigt und ist auch noch fur die nach1te Zeit mit Aufträgen der 2 en.
_ Die Generalversammlung der Essener Credit-Ansialt erledi te die einzelnen Punkte drr_TaZe§-ordnung nach den Anträgen der erwaltung. _DieHexren Ernxt Oythaus,Hagen,_ Rick), Bömke, Heinr. Waldthauien, Etien, _ Kommerzien-Rath (F. Huffmann, Werden, _ Jul. Grillo; Hamborn _wurden für die früher aus- geschiedenen _und _]etzt au§1che1denden Mitglieder gewählt resp. wieder- gewahif. Die _Dwidende i_3ro 1887.beträgt 5? 0/0, Aus dem nicht vertheilten Reingewinn beichloß dic Generalvcrsammlung, für die Ueberichwemmten den Betrag von “2000.76 zur AuSzahlung zu bringen.
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