1888 / 97 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 13 Apr 1888 18:00:01 GMT) scan diff

änderung von Amtögerichtsbezirken. _ Dritte Veralhung des Geseyenlwurfs, betreffend die Heranziehun der Fabriken u. s._w. mit Präzipualleistungen fiir den Wege_ an in _der Provinz Westfalen. _ Dritte Berathung des Geießentwuris, betreffend die Ausiibung des dem Staat zustehenden Stimmrechts bei dem Antrags we en Aufnahme einer weiteren PrioritätSanleihe der Wesiholsteini chen Eisenbahngesellschafi- _ Erste Berathung dss Antrags des Abg. Krah auf Annahme eines Geseßent- wurfs, betreffend die Vertheilung der öffentlichen Lasten bei Grundstückstheilungen und die Gründung _ neuer Ansiedelungen in der Provinz Schleswig: olstem. __ Berathung des Antrages der Abgg. MFner ( ankenstem) und Genossen,“ betreffend die einheitli e Gestaltung des Schornsteinfegerwesens. _ Dritter Bericht der Agrarkommission iiber die Petition von Grundbesißern der Gemeinde Baum- arth, Kreis Stuhm, Regierungsbezirk Marienwerder, betreffend * evision der Grundsteuergesekßgebun . In Verbindung damrt mündlicher Bericht der Agrar ommissgion über die Petition von Grundbesißern in Posil e, betreffend Ermäßigung der_Grund- steuer. _ Mündliche erichte der Petitionskomniiision, der Gemeindskommission und der Unterrichtskomminion über Petitionen (]. Petition der Willms des Bauraths Hoffmatin zu Nienburg wegen Zahlung einsr Entschädigung für Dienst- fuhrwerk ihres verstorbenen Ehemannes. 11, Petition des Bürgermeisters von Gummersbach, betreffend die Beibehaltung des Lokal-Etats in der dortigen Stadtgemeinde. 111. Petition der Gemeindemitglieder Janikowski und Genossen in Mukrz, betreffend die Anstrllung eines katholischen Lehrers an__der dortigen Schul?) _ Zweiter Bericht der Gcmeindekommiiswn über die Petition der Bürgermeister der nicht im Städtetags vertreienen Städte und der Landgemeinden in der Rheinprovipz, betreffend die Entschädigung der Bürgermeister in dsr Rheinprdmnz in ihrer Eigenschaft als Hiilfsbeamtrder StaatSanwaltschast. _ Vierter Bericht der Petitionskommiisidn über die Petition der Fährleute von Altefähre auf der Insel Rügen wegßn Ent- schädigung fiir Beeinträchtigung ihrer Fährgerechtigkeit durch die Eisenbahnverwaltung. _ Vierter Bericht der_ Agrar- kommission iiber Petitionen. (11. Petition dss HofbesLHLkZ Hoßbach in Weisenbdrn, Kreis Hersfer, betreffend seine Ab- findung für ein Hüterecht _ in den fiskaiischen Forsten. 13. Petition des Besißers Steffen in Lindenhor, Kreis Königs- berg i. Pr., wegen Eriischädigung_für Schaden dnrch Schwarz- wild. 0. Petition der Grundbesißer Hamantr Und Genoffen zu Heidmiihlen, Kreis SexZeberg, wegen Entichädigung fiir Wildschaden. ]). Petition es Grundbesißers BeSniehn 11 zu Groß-Jnse, Regierungsbezirk Gumbinnen, wegen Anerkemzung seiner Fischereigerechtigkeit im Kritischen Haff. 13. Petition der Vorsteher der Gemeinden Miirlenback) und DenSborn, KreiéZ Prüm, wegen Abhülfe gegen Wildschaden.)

_ Im 7. Posener Wahlbezirk ist an SteUe__des verstorbenen Abgeordneten von Brzeski der Rittergutßbenßer Carl v o n S czanie cki zu Podarzewo (Pole) mit 367 Stimmen zum Mitglied des Hauses der Abgeordneten gewählt wordeii. 62 Stimmen fielen auf "den Rittergutsbesißer Tschuschke (frei- konservativ).

_ Die Beleidigung einer preußischen Gerichts: kasse ist, nach einrm Urtheil desReichsZerichts, 1]. Straf- senats, vom 10. Januar d. I., auf den Strafantrag des Kaiienkurators zu verfolgen.

_ Ist ein Grenzzeichen vom Nachbarn nicht aus: drücklich anerkannt, sondern nur seit langen Jahren geduldet worden, so macht sich nach einem Urtheil des Reichs- gerichts, 11. Strafssnats, vom 20. Januar d. I., der Nachbar durch die wiÜkürliZe Beseitigung des Grenzzeichens, weil es seiner Meinung na die richtige Grenze nicht bezeichnet, aus §. 274 Z. 2 Str.=G,-V. strafbar.

_ _Der C;)ef der Admiralität, Gensral:_Lieutenant von Caprivi, bat ich FMM Vornahme von Jnspizirungen nach Wilhelmshaven bege en.

_ Dsr hiesige chinesische Gesaiidte, Hung, hat sich im dienstlichen Auftrage seiner Regierung nach St. Petersburg begeben. Während der Abwesenheit desselben von Berlin _fungirt_ drr LYation_s:Sekreiär Wang-Fuug:Tsad als mterim1sti1cher eschäsisträger.

Posen, 12, April.“ (W. T B.) Eine Extra=Beilage des Amtsblatts der hiesigen Königlichen Regierung veröffent- licht nachstehendeii_Erlaß des Ober-Präsidenisn:

_ „Ihre Ma1estät die Kaiserin und Königin Victdria haben AÜergnädigft geruht, michzu beauftragen, der Provinz und der Stadt Posen für den AÜerhöchs1derseldenbereiteten Empfang_ den_Dank Jbrer Majestät auszusprechen. Ebenso hat AÜerhochstdieselbzz ties gerührt von den festlichen Ver- anstaltungen Kenntnis; genommen, welche (1qu in den auf der Reise berührten Ortschaften, in we1chen ein ufenthalt leider nicht hgt stqttfindsn können, zum Empfang getroffsn waren, und wrlx diesen Allerhöchsten Dank für jene Ortschaften be: undet missen.“

Bayern. München, 12. April. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der Abgeordnetenkamnier wurden die egeii den_Jm_pfzwang eingegangenen Petitionen mit timmengleichheit abgelehnt. _ Die Beschwerdr der Würzburger Centrums-Wahlmänner iiber die nicht erfolgte Anordnung e_inxr Neuwahl fiir einrn verstorbenen Wahlniami wurde glerch1a11s abgelehnt. Bei der Berathung über _diese Beschwerde wurde von demMinister deannern eiitschieden in Abrede gestellt, daß die Regierung jemals d_ie Anschauung geäußert habe, daß unter der Regentschaft eme Yerfassungsänderung unmöglich sei. Würzburg, 12. April._ (W. T. B.) Der heutige 14. Landtags-Wahlgang ist wiederum resultatlos de_rlaufen da nur 51 Wahlmänner erschienen waren. Der nachste Wahlgang ist auf morgen Vormittag angesetzt.

Elsaß-Lothringeu. Straßburg, 11. April. Der L_an deSausschuß hat hxute Nachmittag seine Sißungen wrede__r aufgenommrn; cs sind noch eine Reihe von Geseß- eniwurfen zu erledigen, so namentlich der Entwurf eines Feld- polizeistrafgeseßes und _eines Geseßes Über das Theiiungs- verfahren _und den ger1chtiichen Verkauf von Liegenschaften. Der Abg. Gunzert gedqchte M der heutigen Sitzung in warmen Worten des Kaiserlichen Gnadenerlasies. Das ganze Haus spendete lebhaften Beifal].

Oesterreich-Ungarn. Wie n, 12. April. Dem Abgeordnetenhaufe wurde heute em Geseßentwurf wegen

(W.T. B.) von der Regierung Verlängerung des

Ausnahmegefeßes für anarchistische Verbrecher bis zum August 1891 vorgelegt. _ -

_ Tie erste Lesung des Liechienstein'schen Schul- antrages im Abgeordnetenhause wrrd, wre Wiener Brätter berichten, während der Budgetdebatte und zwar v_or dem Kapitel „Unterricht“ erfolgen. Dieser erfügung liegt ari- geblich die Annahme zu Grunde, daß in diesem Fall_e, da die meisten Redner zur konfessionellen Schule sprechen, die Debaite iiber das Unterrichtsbudget auf das geringste Maß reduzirt werden würde. _

_ 13. April. (W. T. B.) Der_i Geießentwurf, betreffend die aukmahmsweise Einziehung _der Sol- daten der Reserve und der Eriaßreiervisten zur aktiven Dienstleistung im Frieden, ist dem öster- reichischen und dem ungarischen Abgeordnetenhause heute zugegangen. . _ __ _

Vest, 11. April. (Wien. Ztg.) Die gemgßigte Opposition des Abgeordnetenhauses beschloß in ihrer heutigen Klubkonferenz, _ die Lloydvertrag-Vorlage nicht zu acceptiren.

Agram, 10. April. (Prakg. Ztg.) Der Zweck der gegen- wärtigen Berathungen der roatischen Re _nikolar- deputation ist die Aufsteliung der leitenden GLJÖMPUUÜE fiir das Nuntium. Dieses soll im Laufe des Sommers durch die beiden Referenten auSgearbeitet und im Septemchr nach erhaltener Billigung des Plenumsz des Landtages an ÖW ungarische Regnikolardeputation übermittelt werden.

Großbritannien und Irland. London, 12. April. (W, T. B.) Bei der heutigen zweiten Leiung der Lokal- verwaltungs-Bill im Unterhause erklärte Stan?)- field: die ührer der Opposition würden die zweite Lesunß der Éill nicht bekämpfen, bei der Spezialdebatte aber die A änderung einzelner Detailbestimmungen beantragen.

_ 13.April. (W. T. B.) Dsr Hiilfsfonds fiir die Ueberfchwemmten in Deutschland hat die Höhe von 60000 «76 erreicht; der Gemeinderat!) der City hgt 2100 «W, der Botschafter Malet und stine Gemahlin haben 2000 916 zu

dem en beigesteuert. (A. C.) Ein dem Parlament vorgelegter amt-

licher usweiß beschästigt sich mit den im leßten Jahre in Irland begangenen a rarischen Verbrechen. Es kamen danach vor: 6 Mordfä e, 2 Fälle von Todtschlag, 19 Fälle von Angriffen auf die Person mittels Schußwaffen, 11 An- griffe auf die Polizei, 125 Brandstiftungen und 292 Fäkle von Drohbriefen. Durchaus nicht alis erwähnten Ver: brechen wiirden aber bestraft. Von den__ 19 Fällen von An- griffen aux die Person mittels Schußwanen konnt? nur einer zur Verantwortung gezogen werden, und von den Verfasiern der 292 Drohbriefe wurden nur 3 entdeckt.

Frankreich. Paris, 12. April. (W. T. B.) Man nimmt an, daß die Session der Kammern, welche am 19. d. M. wieder beginnt, nur bis Anfang Mai d. J. dauern werde, und glaubt, daß Präsident Carnot unter diesen Um- ständen die beabsichtigte Reise in mehrere Departements auf- geben werde. Auch der Minister-Prästdent Floquet würde von einer Reise in die Departements behufs Darlegung der Politik des Kabinets absehen und eine Interpellation in der Kammer abwarten.

Die Deputirten Laguerre, Vergoin, Susine, Laur, Lehérisse und Michelin haben ein Mani_fest an die Wähler des Departements du Nord er affen, worin sie gegen die Anwenduyg polizeilicher Mittel VerwahrunZLein- legen, welche die Regixrung gebrauche, um Boulanger's ahl zu verhindern. Boulanger sei Republikaner und werde in das Parlament eintreten, um sick) zu dem Programm aufrichtiger demokratischer Reformen zu bekennen, er werde Frankreich und die Republik vertheidigen.

_ 13. April. (W. T. V.) In einer gestrigen in Maubeugs abgehaltenen Versammlung wurde beschlossen, der Kandidatur Boulanger? zuzustimmen.; Zn Versammlungen zu Tourcoing Und Armentiéres konnte kein Redner wegen des dabei herrschenden Lärms zu Worte kommen.

Rußland und Polen. St, Petersburg, 12. April (W.T.B.) Das „Journal deSt. Pétersbourg“ bespricht die Auslaffungrn einer ausländischen Correspondrnz, der „Correspondgnce de l'Est“, iibér die Battenbergiiche An- gelegenheit, in welcher es heißt,daß man in St. Petersburg wisse, eine Heiratl) des Prinzen Alexander mit der Prinzessin Victoria wiirde die Möglichkeit einer Biüigung der bulgarischen _Bsstrebxmgen Seiten? Deutschlands ausichließen. Das Journal fährt iort, es wis1e nicht, woher der Correspdndenz be- kannt s_ei, was man in St. PETEkLÖng weiß, aber was gewiß iei, iei d€r Umstand, daß man aus der Geschichte xiicht Thqtsachen auswerzen könne, man kenne die Ur- 1achen, die dem Prinzen Alexander das Vertrauen feines erhabenén Protektors en_tzogen haben, man kenne ferner den schweren Tadel de_s Kaders Wilhelm in Bezug auf jene Vor- gänge, die, _abgeiehen von dem Charakter der Undankbarkeit, auch den Frieden Europas gefährdeten. Wer könnt? behaupten, daß LMS neue hohe SteÜung des Battenberger's nicht den Ge- danken ?iner Restauration unter den Häuptcrn der bulgarischen Revolution wqch tiefe, und das; trotz der gegentheiligen Ve- haupiungen die Ruhe der Balkanländer und die friedlichen Beziehungen der Mächte nicht wieder in Frage gestellt werden würden? Wie ließen sich diese möglichen Folgen vereinigen mit dem Progrgmm dess deutschenReich§kanzlers und mit den fried- lichen GesrchtSpankten und freundschaftlichen Versicherun en des _ Kaisers Friedrich? Wir sind sicher, daß die deut che Politik wohl diese Folgen abzuwägen wissen wird, daß sie es verstehen wird, dLn Gefahren zuvorzukommen, die sich für die Zuten Beziehungen beider Länder und fiir die Aufrechterhaltung

es Friedens möglicherweiie ergeben könnten. _ Das Journal dementirt die Nachrichten des „Diritto“ betreffend daS Ab- kommen Rußlands mit dem Vatikan.

Italien. Roni, 12. April. (W. _T. B.) Der deutsche Botschafter, Gras Solms, Überreichte dem König heute Ngchmittag sein_ neues Beglaubigungsschreiben. Der König sprach senie Befriedigung iiber die Belassung des Bot- YYafters auf seinem Posten aus und gab den herzlichsten

i_insckxen fiir die baldige Genesung des Kaisers Fri edr ich wärmsten Ausdruck.

Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani“ aus Massoval) werden morgen _die erstxn italienischen Truppey zur Rückfahrt eingeschifst werden. General Baldisiera verbleibt als Oberbefehlshaber; Chrf des Generalstabes ist Major Piano.

Belgien. _Brüssel, 12. April. (W. T. B.) Die außerordentlichen Staatseinnahmen pro 1888 sind

auf 7 Millionen, die außerordentlicben StaatSaus. gaben auf 52 Millionen veranschlagt. Leßtere sollen dur eine Anleihe gedeckt und bis zu deren Aufnahme Schaßbons außgegeben werden. Ein großer Theil der militärischen Aixsgaben wird durch die Kredit, forderungen für die Maasbefestigungen in Anspruch genommen, deren Totalbetrag fich auf 54 Millionen beläuft. Unter denselben befinden sich 12 Millionen für Militärüraßen, Belagerungs- und Feld-Artillerie und 13 Mil: lionen fiir den Umbau der Forts von Antwerpen. Ein Theil der geforderten Kredite soll für öffentliche Bauten im Intereise des Gemeinwohls verwendet werden.

Türkei. Konstantinopel, 12. April. (Prag. Abdb[,) Der griechische Metropolit von Serres wurde abgeseßt.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 10. April. Auf Grund einer gestern erlassenen Königlichen Ordre hat der Kronprinz während der Abwesenheit des Königs die Regentschaft übernommen.

Nach dem Aunei-Zz des StaatScomtoirs haben die Zölle, die Branntweiiisteuer und die? Staatseisen. bahnen in den ersten drei Monaten dieses Jahres 999600“; Kronen gegen 9173 612 Kronen in dem gleichen Zeitraum des Vorjahrch ergeben.

Christiania, 13. April. (WTB) Das Storthing nahm in seinsr heutigen Sitzung die Zollerhdhung aus Fpiritus an. Dieselbe tritt mit dem heutigen Tage in

rast. '

Dänemark. Kopenhagen, 10. April. Der König hat aus Anlaß seines 70. Geburtstages eine Amnestie er- lassen, nach welcher ÜÜL bei den Gerichten anhängigen, noch unerledigteiipoliti1chen Sachen sowie (1116 Strafen für politische Vergehexi erlassen werden, die auf Grund des aÜgemeinen Strafgeießes oder der provisorischen Novelie zu demselben verhängt worden sind.

Zeitungsstimmen.

Zu _dem voni Reichstage angendmmeneii, im Bundesraih bisher nicht erledigtrn Gefeßeiitwuri iiber die Sonntangbei: bemerkt die „Kölnische Zeitung“:

Die aus der Mitte_der Volksvertretung bcrdorgebenden Geier:- entwürfe stehen naturgemaf; vqrwiegend unter dem Geficbtßpunkt iés Wiinschenswertben, während die zur Ausführung der (Gesetze berufen.». Regierungen vor akle_m das Kriterium der praktischen Durchführbarkeit im Auge Haben müßen. Wer fick) mit der Frage des Verbots oder der Beschränkqng der gewerblichen Sonntagsarbcit überhaupt ein- gebendcr beschäftigt bat, ireiZ__wte zahlreiche Schwierigkeiten dieselbe qetade untér diesem lctztenen Ge|ichtspunkt bictet. Ein Blick auf den vom Rcicbstage angenommcnxn Geseßezitwurf genügt, um zu erkennen, bai, man sich dirier Schwierigkeiten iebr wobl bewyßt gewxsen ist, im.) es kann nicht geleugnet Werden, daß der Zweifel berechtigt ist, ri man in dcm Bestreben, sie zu beben, ßberaÜ das Richtige getroffenbai. Man wird auch Wohl nickzt feblgeben 111 der Annahme, daß im Reicié- tage viele, indem sie_ für_den (Heseßentwurfstimmien, demselben nurdic Bedeutung einer Reiolutwn bcigelegtbaben, Diramtlicben Erbebungcn über die Sonntagsfrage haber] eine große Vericbiedenbeit der Regi- lung der gewerblichen Arbeit an Sonn- und Festtagen durch die einzelstaatlicben Gescxgebungxn h_rrausgestellt. Zum Tbeil mag solch? Verstbiedenbeit in_ drr Ungleichheit der natürlichen Verbältnisc uni in der Eigenart einzelner Gewerszweige ihre Berechtigung finden, zum anderen, und vielleicht zum größeren Theil, ist ein in der Sacke liegender Grund für sie nicht anzuführen. Das Interesse des Gd,

werbslebens selbst indeß, die wichtige Fragelfürt das_dxutsiiÖe TdLiribé ;“ en, reg au er an , un

schafisgebieteinbeit1ich geregelt_zu se es erscheint_ als_ rme_ selbstberjiandlicbe Aufgabe der Reichsgesey- gebung, dieie Embeitlrckykctt, ioweit möglicb herzustellen. Fiir einc solche einheitliche Regelung diirfte zum Mindxsten die Arbeit in irn Grenzen der Großindustrie, deren Verbäxtnine in Deutschland im Gamen ziemlich glerckxartig sind,_geeignet 1ein. Wollte man fick) m der Sonntagsarbciissrage zunächtt aus die Großindnstric beschränken, so würde damit auch der grö _te Tbeil der praktischen Schwierig- xeitcn, dg die1c auf dem Ge iet des Kleingewerbes liegen, außge- ichloffen !ein.

_ Ueber die Auswanderung in Elsaß:Lothringen 1chr€1bi der „Schwabische Merkur“: _

Nach der neuesten_ Volkszählung soll die Zahl der aiiansäifigxr Bevölkerung in den Rerchlmidcn während der fünf Jabre von 1831 bis 1885 um rund 50 000 Seelen abgcnommcn haben. Wenn ir ZäblungL-art hinreichend Vürg_schaft für die Sichrrbeit der Wigai: giebt, was freilich bei den grvßsn Schwierigkeiten, die dabci zu Ubik“ winden sind, n_ur _crnnaberrid der FW sein wird, so giebt die Zabirici zu denken. Sie 11t_ an sich 1ebr beträchtlich, und bedenkt m_an, U? die Geburten, wie in alley de_utscben Landen, so auch in Elxaxzz_kks Zahl der Todesfalle stark uberstcigcn. so wird jene Zahl noch grbxcx. Vor Alien! aber erhält fie eine besondere Belkuchtuna durcb Uk Thatsache, daß in den 5 Jabren vorher, bon 1876_1880, dieZaY drr eingeborenen Angehörigen der Reichskande nur um rund 1500»- Seelcn abgendmmen hat. Es siyd somit in den leßten 5 Jabra! mehr als dreimal so viel Alt-El1ä1ser ausgewandert, als 1111211 5 Jabren vorher. Betraäytet man die Auswanderung al:? 91111" Maßstab, nach dem_man die Zufriedenheit der Bewohner mri ihrrn häuslichen Verbältninen bkmesien kann, so würde das Steigen obixzck Ziffer auf eine Fiarke Zunahme der Unzufriedenheit hinweisen. _ CML Ursache Hierzu laßt sich aber in den geMrblicben und laiidwirtbschaitlichcn Verbältniffen nicbt auffinden. _ Weit entfernt, daß eine besondereNoti- lage sich in den wirtbscbafxlichen Verhältnissen der Reichslandc gkl“ tend gemach_t_ batte, bat_im Gegentbeil auch das Elsaß an dem ast: meinen Ausichwung seinen rollen Antbeil bekommen, welcbe?" kl“ Erwerbstbätigkeit des gesammten deutschen Volks in dem [th51 «M' zebnt der Regierung Kaiser Wilbelm's genommen hat. Fehlen akk; die äußcren Ursachen zu einem so starken Anschwellen der Außwanix- rung, so können mir innere Gründe sie herbeigeführt haben. Damit stimmt auch die weitereYeobacbtuna überein, daß gerade in den [SW Jahren der Deutscbenbaß in Frankreich in ganz auffaÜenrcr W"; zugenommen hat, ohne daß von Seiten der deutschen Reglern»; irgend eine zureichende _Vcranlaffung dazu gegeben worden Ware. hat dadurch die scbon längst bestehende Vermuthung, daß Elias;r “; seien, Weiche ben Deutschenbaß in Frankreich und namentlich )" M;" schüren, 1cbr an W_ahrscheinlichkeit geWOnnen. Damit verliert aM; jene amtlich festgejteüte Thatsache, daß die AUSwanderung “kli; den Reichslanden in starkem Wachstbum begriffen sei, ihk?" c droblicben Charakter völlig. Es muß mit Freuden begrüßt werd?» wenn es jknen S_chürern und Hetzern, denen es nur darum 31-1 mx ist, Unzufriedenheit gegen Deutschland zu Wecken, im eigenen V.“"! [aride zu enge wird. Es ist besser, daß sie offen und ganz_su UMF Feinden übergeben, als daß fieunter der Decke im Volk wu [en. C". artete Söhne ihres eigenen Volkes Werden fie den Franzqskn wii"? Stärkung bringen, vielmehr durch ihre Verblendung und ibrcn &; eher dazu beitragen das unglückliche Volk noch mehr zu zerklufkk" "'In 313 verbech. Die Zurückbleibenden aber werden um so leichkkk fich dj_e Ordriung des deutschen Staatslebens einfügen, wenn fi? ck (Einfluß 1ener_ unruhigen Elemente entzogen sind. Wie dem abkx “FW set, mag die Auswanderung der Unzufriedenen noch grOßk__;_ Umfang annehmen, wir können uns dessen getrösten. Denn ___; gesehen davon, daß die Abgehcnben sofort durch neuen Zuzug

. eine andauernde Frage nach

' Monats bat eine SpinnchLrsammlung

gewcbnter Weise auf Preise drücken.

"' "Jebaut war.

Altdeutschland ergänzt wxrden, und so_ aaniäblich an die Steile einer ruhigen und unzuverlassigen, _von franzosiscber Neixerungssucbt an- "" Einwohnerschaft_em fur da_s Deutjcbe Reich__einstebendes tritt, so durfen wu: nicbt außer Acht lauen, daß die Neickoswnde nicht um der Eimvobner, sondern um de_s Landes wiUen ; Deutschland geschlagen werden mußten._ Darum durfen wir in der Zunahme der Auxwanderung jener unruhige?! Geister das wachsende Anerkenntniß dafur finden, daß Elsaß-Lotbrmgen deuricbist und deutsch bleibt und dem, der nicht m1t Deuischlgrid halten will, nichts mehr “übrig bleibt, als_ fortzugeben. Mit dreier aus dem Munde unserer wütbendsten Feinde kommenden Anerkennung können wir zu-

frieden sem.

„- Zur Lage der _niederrheinischen Textil=Jndustrie wird der „Kölnischen Zeitung“ unterm 4. d. aus M.:(Hladbach

geschrieben: _

Die Preistreiberei im New-Yorkex Baugiwoll-Zeitgescbäft. welcbe ibren Ausgang von der „amtlichen“ Mr_nderschayung der qmerikanischen Ernte Anfangs Nobember nabrn, erlitt mtt dem Beginn des ver- Joffencn Monats etne_al]gememe Niederlage. Der dortige scharfe Rückgang darf jedoch nicht auf ausschlreßltche_Rechnung eines jrtzt un- “bestritten?" größeren Ernte-Crgebmffes geießt wcrden,_ fiir das die Spinnerei laggst schon dig Ziffer 6800 000 _Bailen in Aixsficbt genommen und "ck dgrnachwmgcrwbiet batte; dn; m_ncren Ur1achen rcr NW-Yorker Vorgange liegexi__1n der MaßlO]1gk_Lit_ des Spiels, welcl-zes fick) fast aller Erzeugnmd _ 1111?) am irentgiien uicht der Naumwolle _ an den Borsen, _bicr wie _dori. bsmacbiigi hat und Fr das ein heilsamcr Krach zu Zeiten ctiitxiit, dcr [rider nun auch Unbeibeiligken_Opfe_r auf_erlcgt. Jn dieicm_ Fail _bat giücilicher- weise die Sptnnerex Wrmger von dcn_Auswx1ch__*§-i eines unzeinnden Börsenspicls zu [erben grbabt. Das Garnge1cha1r konnte bri reich-

[icbetn Begebr und einem durch rorbergegangene Abschlüsse auf

weite Zeit hinaus sicher gestellten Verbrauch _1_e_inkr_Erz_eugung durcb- gebend eine Festigkeit behauptxn, die bei Anxaiiew abniicder Art stets zum Nachtheil rcs_ Spinners fehlte und dafur bci_die1er lergcnbeit den voUen Beweis fur drs geiunde Lage des Spinnereigeschäfts er-

t at.

MWS? ist auch vom bissigen Garnmarkt nur zu wiederholcn, daß _ BZuwwoÜgarncn qlier „Art und Zwirnen xje Spindeln in_voller Veschasxtgung halt, _ bie haufig dem Bcgebr njchf genügte. Hiesige Garxipreife _baben bterdur_ch dem Druck drr NWYorker Nachrichten _qu7119 iridsrstgnden; _sie warexi cbeiifalis durcb Die volitiscben Ereigntsie nack) kerrierSeite bin, ielbst nicht Vorübergebcnd, bceinfiaßt. _ In augensckycmlickyer Weiir voUziebt fick) iür die hiesige Spnxncrxx, na?) Jahren sckxwerer Schädigung eine Gesinidung der Verbaltniiie, uber irclcbe bic_ Monatsmittbeilungen schon seit Längerem berichten konnten. Wahrend des verfloffenen __ _ nicbt sigitgesundcn. Das xcge Gesckyäst mit 1achfi1chen Jmitatgarnen bsxt ununterbrochen an, und häufiger macbt s1ch_ em tbat1achlicher Mangel an Cops grober 1chwiirzer_ _Swffe_ fuhlbar. Preise Werden durch die gesteigerte Nachfraae _Fütiiitg_b€etnf111_ßx und Haben eiiie weitere Er- böbung erfahren. Wa rend die europarycbcn Robwollmarkte in großer RuHe verbarrcn, melden die letzten Kabeidepkscben ron Buenos-Ayres rermebrte Nachfrage und steigende Preiie. Sollte die am 5. April bcginnenbe Londoner Wo_l1verft_eigerung fest rind ebenfgli? mit böberen Preisen eröffnen, so wrrd dtes deux Sirxtchgarngeicbaft boffentlick) neues Leben zuführen; noch fehlte die Lait bet den Vrrbrauchern, deren (Harnbestände Null sind, über ibrkn uximittelbaren Bedarf bin: aus zu kaufen. Heute kosten: 621; Greis Misr Giite 1,95 „M, dekgl. zweiter (Hüte 1,85 „M das Zollpsand im Fett; 6er Mélirt erster Güte 3,20 «16, deSgl. ziveitkr Güte 3 «s(- das Zoilpfund fettrein.

Die Weißnwbereien haben _d_urch den [ange anbaltexiden Winter eine Einbuße dcsFrübjahrsgeschaits erlittxn, der Vsrkaus für spätere Lieferung aber bsieb im Allgemeinen besricdtgend. Durckpgängig ist mebr als die Hälfte der IabreZerzeugung unter Bestellung, die Webereien sind also gut mit Aasträgcn versehen u_nd kömien auch eine Zeit stillcren Geschäfts ruhig ansehen. Für Nrsielwebereéen ist die age noch unverändert schwierig. Jn Robwaare zi; Blaudrucks _baben fick) bereits Vorrätbe bei einzelnen Webereien anßßigmmelt, welche in Der Geschastsgang der Blau- druckereien bat sicb in der leßten Zeit_ etwas gebeffertz auf die Prcis- Zuge der Rohneffel dürfte eine Einwirkung indrß erst zu erwarten icin, wenn der jetzige Verbrauch eine weitere_ Steigerung erfäbrt. Hinsichtlich dkr Beschäftigung in dcr Bunt- (HalbwoÜen-) Weberei ließen sich die Verhältnisse weiter gügstig an; 11a1n_entlick) fiir sofortige Lieferung trat durch den Umstand, dax; die dicsjäbrtgen Ostern so früh

fJÜM, eine sebr lebhafte Nachfrage berror; Prciic konnten jedoch nur

cinkn kaum nennenswertben Theil dss Aufscblags, welche für Rohstoffe die Weberei zahlen muß, einholen. Bei den Großhändlern will sich der Glaube an höbere Preise nur schwer Babn brechen, deébalb ist CM geschloiienes Vorgehen Seitens der Weber zur Herbeiführung ciner nothwendigcn Weiteren Preisaufbefferung dringend gxbotcn. Gegen den Vormonat bat fick) die Gelegcnbcit zur Beschäftigung der Zerig- drnckéreien eher etwas Vermebrt, obschon von einer wesentlichen Beise-

. rang ibrrr gedrückten Verhältnisse fcine Rede sein kann.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Kgrlörubr, 12. April. (W. T. B,) Se. Königkiche Hobeit der Großherzog bat bezüglich“ der Manesxischen Hapxickyriff ein Dankschreiben an S?. Majestcrt de_n Ka_11er aerichtrt, in welchem es heißt: .Jndcm Ew. Majejtät_ die Zuiäge AÜerböchstibres in (Holt ruhenden Herrn Vaters zu erfiillen JUUHZn, erwieien AÜerböchstdiesclben der Kupsrto-Sarow eine bobs Ayszelckynung, welche die altehrwürdige Hochschule bowbalten de „und wofür Ich als Kearor wagniüasytissjmug Meinc_n tlésgefublten Dank darzubringen Mich beebre. Ew. Majestat WLW Zeuge Von der Uebergabe der Kopie der wertbvollen Hand- 1([Mit an die Universität bei (Helegrnbeit dcs Jubiläuws; daß die WUWVLÜL Hanbschrift selbst nunmehr durcb (Zw, MajestZt bowberzige Exiticblteßung diescr Hochschalc anvertraut wird, begruße Ick mri Uondrrer Freude.“ _ _ _

"", Ernst Scherenberg bat am Vorabend des 22. Marz 1eme draiyattscbe Dichtung .Germania“ im großen Saale des Kasino zu Elberfeid vor einer sebr zahlreichen Zubörerscbaar zum _Vortrag gebracht. Die Elberfelder und Barmer Zeitungen der verfchtede_nsten Parteien berichten einmüthig über den von dem Dichter dam1ter- stelle," großen Erfolg. Der Reincrtrag der Vorlesung, welcher fich ",Uf uber 1500 „;ck belief, ist von dem Dichter dem Fonds zur Er-

. xlchkungeines Denkmals Kaiser Wilbelm's in Elberfeld

UbMOiesen worden. _ - ". Aus dem Bilderschaß “„der Bibel. Tägliche_Andachten Uk“ bck11scheVilder, von Ludwig TieSmeyer, Pastor in Bremen, und Hermann Werner, Pastor in Langenberg (Rbeinland). BZLMM. Druck und Verlag von M. Heinfius, 1888- "" Die Ver- LMU der _vvrliegendcn Sammlung von Andachten baben geboffi, der ibclglaublgkn Gemeinde ihres Volkes eine wiÜkomxnrne Handreichung 221; Thun, indem sie den köstlichen Liederschaß der HEWI?" SÖkkst zunx ULIMJMunkt ihrer „Betrachtungen machten. Sie baben fick) dabei 910 von einem ganz neuen und ori inellen Gedanken leiten lassen, der Yrer Saxnmlun neben der gro en Zahl der_ sch0n vorbandenm "daÖtstkber eme wohlberechtigte SteÜe einraumt, Ihr U_nter- Ukbmxn verdient um so mehr Beachtung und Anerkennung, Miki“- auf IMM Gebiet arbeiteten, das bisher nur spärlich oder gar iiicht W _ Als Lohn für ihre Mühe begen sie nur de_n de_rzltchen ""sch- daß tbreAndachten denen, weiche sie gebraizchen, eme ahnliche JZLUke bereiten möchten, wie fie ihnen die Auöarbettung derselben ge- wahr“ AUch hoffen fie, daß manche ihrer Amngenoffen dadizrch _an- "[?ka Werden möchten, die alte Heilswabrheix tt_i neuer, fur Viele ,kek Zuborer gewiß interessanter Form zu verkunbigcn.

_ „Anna Harde_nberg.“_ Historischer Roman von F. F. Ewald. Aus dem Dantscbewuber eizt von Stefanie. Gotha,

riedr. Andr. Pertbes, 1888. (Preis: 6 ““)-__, Der ergreifende tragiscbe Stoff, der seinem Kern nach auf ge1ch1_chtl_1cher Tbatiackye beruht, findet bier eine ebenso geschickte, als wurdige Darstellung. Die eldin des Romans, Jungfrau AnnaCorfitSdatfer, eine Tochter des eichs-Hofmcisiers Hardenberg, ist die ungluckliche, aber edle, durchaus sittenreine, lebensfrtsche Jugendgeltebte des Köxiigs Friedrich 11. von Dänemark, welcher 1559-1588 regiert hat. Bei alier Liebe zu dem hohen Herrn. der von ihr mch_t laffrn wollte, exitsagte fie boch- berzig der Verbindung mit ihm, um thm_m seiner Königlichen Stellung keine bindernde Fessel zu Werden. Die Darstellung ist Von über- ZeugYnTer Wirkung, und die handelnden Personen machen den Eindruck es e ens.

_ Die Verlagsbucbbandlung V9" Roberi Ovpepbeim in Berlin kündigt das Erscheinen einer Autobiographie Heinrich Heine's an, die dessen Biograph, Gustav Karpeles, aus den Prosawerken, (Ge- dichten, Briefen, Gejprächen und bisher unbrkanntewMittheilungen Heine's derartig zusammengesteßt bat, daß fie eine voÜitändige Lebens- bescbreibung bietet und des Dichters Leben und Schaffen nach allen Seiten hin klar beleuchtet, _ _ _

_ Ueber eine der Wichtigsten Frasier] de_r Militärwimenschaft: die Frage, welches System der Befestigung den Heutigen Mitteln der Technik und der heutigen Art de_r Krtchübrung am bksten ent]p_ricbt, Veröffentlicht ein ungenannter ngaffer Betrachtungen und VONÖläKL, die ihm Kriegserfabrung urdetudium andie Hand ge- qebrn haben. („Ideen über Befestigungen“, Berlin, E. S. Mittler und Sohn, Königltche_ Hofbuch_bandlang. Preis 1,50 .46) Nach einem geschichtlichen Rückblick verbreitet rr sick) iiber den strate- isckxen Werth der Festungezi, iiber d_e_r_1 Cbarakter dcs moderncn ???_stungskricges und gxwinnt 10 die Umr111_e dss Heutigen Bsfestigungs- systems. DLX) Verfaner bietet diese Schrift den Sachberständigsn ziir Prüfung und Erörterung. _ _ _

_ Deutscher Schulverein. Dr_e wkberi ausgegebsne Nr. 26 der .Mitibeilungen“ enthält eine Beschreibang des vom Aussckxuß ge- wäbiten Schuldcrein§kvappen§§. welches in _vkrkleinertem Maße am Kopf des Blattes abgedruckt ist. _Darazi reibt sicb eineKundmachung bezüglich der in diesem Jabre„ in Brunn abzubaltenden Hauptver sammlung und eine Uebermcht uber die Geldgxbaruna und den Be- darf dss Vereins. Als Fortseßung der_ Berichte über die Orts- gruppentage werden die in Schrems, Brunn urid Klagenfurt abgehak- tenen Gruppentage eingebend_bebande1t. Hieran schließt fich die Darstellung der Vereinstbätigkert auf dem Gebiet der Schuigründungen- und Unterstiißungcn seit der_leßtcn _Veröffentlicbang vom Dezember. Von den aufgeführten 139 Fallen bezteberr sich 57 auf_Böbtnen, 18 auf Mähren, 8 auf Scblcfién, 1 auf Gaiizien, 14 auf Steiermark, 11 auf Kärnten, 12 _an Krain iind Gottjcbee, 2 auf das Küstcnland, 11 auf Tirol, 3 aus_N_ieder-Oe1terrerch und 2 auf die Dcckung all- gemeiner Schulbediirsnine. _

_ Von der Zeitschrifx: .Der Zoologi1che Garten“, redigirt von Oberlehrer Prox. 131". F. E. inl, Verlag bon Mablau & Waldschmidt in Frankfurt a. M., cricbicn soeben Nr. 2 des U12Jabrgangs für 1888 mit folgendsm mealt: Die Wieder- befiedelung Schottlands mit Auerwild, von Dr. Wurm-Teinacb. (Mit 3 Holzschnitten.) _ ur Fortyflanzyzig des Bitterlings, von T"erd. Richters. _ Jm Ham urger Zodlogticben Garten, von Ernst Friedel in Berlin. -- Die Sumpfjchildkröte, Sistuäo ]utaria bei Moskau, von C. Greve? in Moskau. _ Dxr Paradiesfittich (135. pn1ob€rrim115), von Eduard Rüdiger. _ Corre1pondenzen. _ Kleinere Mittbeilungen. _ _Todes-Anzeige. _ Eingegangene Beiträge. _ Bücher und Zeit1chriften. _

_ Schulnacbricbten des Königiicben Gymnasiums zu Ostrowb. Ostern 1888. 1) (Geibel als Verkündiger der dent- schen_Etnhe1: durcb Kaiier Wilhelm. Vom Direktor. 2) Schul- nachrichten, von demselben.

Land: und Forstwirthschast.

N a ck t r a g zu den Mittheilungen iiber den_ gegenwärtigen Stand der Saatsn in der preußi1chen Monarchie.

(Siebe Nr. 94 des .Di-A.“)

Provinz Ostpreußen.

1) Neg.:Vez. Kdnigdberg: Inwieweit die Saaten durch die großen Schneemengcrr geiitten haben, läßt sich zur Zeit noch nicht beurtheilen. Es ist jedoch zu befürchten, daß die: selben an tiefer gelegsnen Steilen sowie an den der Sonne abgekrhrtsn Bergabhängrir ausfaulen oder ersticken werden. Mit der Bestellung der Feldér zur Sommerung wird kaum vor Ende April bewnnsn werden können.

2) Reg.:Bez. Gumbinnen:_ Die Wintersaatensind Dank des milden und fruchtbaren Herbftwrtters überal] kräftig ent: wickelt in den Winter gsgqngcn._ Auck)_ der weitere Vrrlauf der winterlichen Jahreszeii ist _mit Nück1icht auf das Wachs- ihmn und Gedsib-“n der Winteriaatrn als ein nicht ungünstiger zu bezeichnen. Ob die 1tr_enge_Winterkälte auf die Entwicke- lung drr Saaten einen ichädlzchen Einfluß ausgeübt hat, läßt sick) gegénwärtig noch nicht abschließend beurtheilen. Soweit die Schneedecke unter dßm Einfluß der Sonnen- strahlen zur Zeit bereits abgeschmolzen ist, haben sich die jungen Saatpfia_nzen durchqus unbeschädigt und unvsrsehrt gezeigt, und es ist mit ziemlicherBestimmtheit zu hoffen, daß dikselben auch da, wo gWLUWäkUZ noch eine Schneedecke iibsr die Felder ausgebreitet ist, wiihrend des verflossenen Winters vor Frostschaden bewahrt grblieben find. Die Aussichten auf die diesjähriges Ernte können hiernach als normale bszeichnei werden. Mit den Vorbereitungen de_s Ackers fiir die Friih- Zahrsbestellung hat bis jetzt noch nicht vorgegangen werden onnen.

Provinz Westpreußen.

Reg.:BLz. Danzig: Ei11__bestiinn1t2s Urtheil iiber den Stand der Wintersaaten läßi irc!) zur Zeit nicht abgeben, da die Felder noch zum Theil mriSchnee bedeckt sind. In einem roßen Theile der Kreise Marienburg und Elbing werden die

intersaatén durch die in Folge des Durchbruchs dsr quat eingetretenen Ueberschwemmungen vdllrgwernichtet sein. Die Frühjahrsbestellung hat bisher noch nicht 111 Angriff genommen wsrden können, und wird anch noch 3 bis 4Wochen außgeseßt werden müssen. Provinz Brandenburg.

Neg.:Bez. P otsdam: Ueber den allgemeinen Stand der Winterfaaten läßt sich zur Zeit eme zuverlässtge Angabe nicht machen. Dock) erscheint die Hoffnung gerechtfertigt, daß der lang andauernde Winter den durch den Schnee vor der Ein- wirkung des Frostes qeschüßterz Saaten wesentlichen Schaden nicht zugefügt hat. Die Friiwahcmbestellung hat noch nirgends in Angriff genommen werden können.

Provinz Pommern.

1) Reg.:Bez. Stettin: Nähsre Angaben darüber, wie die Saaten den Winter überstanden haben, lassen sich zur Zeit nicht machen, da die sYüYende Schneedecke erst in aUerleßter Zeit verschwunden ist. a sie erheblich gelitten, ist indeß nicht wahrscheinlich. Die Frühjahrsbesteliung hat in Folge der bisherigen un i'mstigen Witterung nirgends begonnen.

2) Reg.: ez. Köslin: Wenn auch einerseits die dichte Schneedecke, welche mehr wie fußhoch die Saaten bedeckt hat,

die Hoffnung zuläßt, daß der häufig und andauernd strenge Frost den leßteren wenig oder garnicht geschadet hat, so ist doch andrerseits bei dem mit Ueberschwemmungen vielfach ver- bundenen rapiden Fortgange des SchneeH zu befürchten, daß die Saaten auEgespiilt oder doch im Wachsthum wesentlich zurückbleiben. _

Provinz Schleiien.

1) Reg.-Bez. Liegniß: Die in Folge der anhaltenden Trockenheit während des Herbstes schwach entwickelten Saaten haben im Ailgemeinen den Winter gut Überstunden, da der reichlich? Schneefall dieselbegi vor dem Einfluß des Frosiwstters geschüßt hat. Dagegen ist die Friihjahrßbeftellung erheblich im Riickstand geblieben.

2) Reg.:Bez. Oppeln: Jm AUgemeinen sind die Saaten _ soweit sick) dies überhaupt zur Zeit beurtheilen läßt “_ gut durch den Winter gekommen. _Die gegenwärtig oft mit Nacht- fröstxzn verbundene Nässe ani dern Feldern läßt jedoch be- fiirchten, daß die Saaten, die zum großen Theil recht schwach in dem Winter gSkOMMLU sind, nachträglich noch erheblichsn Schaden nshmen werden.

Provinz Westfalrn.

Reg-Vsz. Münster: Ueber den Stand der Wintsrsaaien läßt sich eine sichere Meinung nicht bilden, wsil die Fsidér zur Zsit noch mit Schnee bedeckt iind. Dis Hoffnung ichsint jedoch nicht unbegründet, daß der bisher bsfrisdigsnds Stand der Saatsn sick) Erhalten hat.

Proviiiz Hsisen-Naisau.

ng.-Bez. Wiesbaden: Soweir rs sick) konstatiren ließ, habén [MTS]; der Schneedecke dis Saaten gut Überwintért imd versprschen eine bsfriedigende Ernts. _Mit der Besteüung drr Feldér wird erst gegsn Mitte dss lanxenden Monats begdmisn werden können.

Rheinprovinz.

Neg.:Bez. Trier: Der anhaltende Winter hat troß dss ungßwöhnlick) langen Frdsiss im NUJLMLZULU auf die Wiiitsr: saat keinen so nachibeiligen Einflnfz ausgeübt, wie man be- fürchtets, da es nicht an dsr schiii§€nd€n Schneedecke fshlte. Die Saat hat sich vielmehr, iowsit dies bis, ]"th iibersehen werdrn kann, gekräftigt und ist ihr Stand durchgebends als Yin befrisdigendrr zu bszsichnsn. Die Klée: mid Rapswlder ebenso wis dis Wiessn habrn Untßr dem Ein: fluß der Witterung gleichfalls nur wenig gelitten und zeigen fast Überall einen Stand, welcher zu günstigen Ernteaußsichten berechtigt. Mit der Frühjahrsbestrüung konnte in Folge deB Frostes und der stäiidigen Sckmesdecke bis jstzt kaum begonnrn werden, und befindet sich dieselbe gegsn normgle Jahre um einen voÜen Monat im Rückstande. Dor Weinjioci hat die Undilden des Winters gut iibrrftandsn, und sind nwiii nur an dM äußErstsn Triebspißen dsr Nebsn di? Merkmale des Froste?» wahrznnehmen.

M _ Geiverbe und Handel.

Dem Geschäftsbericht der Akiirngesellscbafi Schaeffer u. Waicker für d))s Jabr 1887 entnrbmen wir Folgendes: Das Ergebnix; des verfloiienen Geschäxtsjabres, welches einen Reingewinn von 226 594 „if: gegen 178 825 „js: im Vorjahre aufweist, gsstaitet, bei größeren Abschreibungen als in 1886, dichrtbeilung eincr Divi- dende Von 9 0/9 in Vorschlag zu bringen. EZ wird bei der (Hensral- vermmmiung beaniragt, aus der, obige 99/0 um 51 094 .“ überswießxnden Summe drs Rringewinns, sowi'it sie nicbt für die rcgelmäßigcii Taniiémcn erfordert wird, 15 000 „55 einem zu bildendrn Dividenden-Ausgleick)Ungsfonds, 10 000 «ck61 einem zu bildenden Beamtcn-Penfions- imd Unterstüyungsfonds und 1500 „46 zur chkung des kaaer dem “Scharffer'“chen Arbeiter-Untrrstüßungs- fonds zu Überweisen. Der Neabau des Geschäftshauses ist Ende 1887 vollcndet und in Benutzung genommen, die dafür entfallenden Kosten sind dem Gebäudecvnw zugeschrieben wwrdckri.

_ Ans dem in dsr o_rdrntlicben GsneralVLrsammkung der Fra nk- furtßr Lebens_-Ver]icherung§-Gesel[schaft vorgétragznen Geschakt§bericht ist Folgemrcs hervorzuheben: Jm Jabre1887 find mit 950 Pcrsonen Versicherungen im Bstrage von 3 108 282 „ik Ka- diial und 600 „ckck jährlicher Rente neu angsckyloffen worden; End? 1887 waren übrrbaupt versichert 12 098 Perionen mit 47 964 569 „45 Kapital und 18286 „149761112. An Leibrenten-Kaufgeldern find216033 «jk einbezahlt worden, woiür cine jäbrlicthente von 18 993 „15. zu entrichten iit. Jm (Hanzrn besandcn sicb am 31. szsmber 1887 noch die Verträge Von 328 Perionen in Kraft. an we1che ein: jährliche Rente von Netto 201311 «16 zu bezahlen iii. Nack) Abzrm dcr Außgaben und Ver- stärkung der Rescrbrn verblieb cin [chrrscbuß Von 86 433 „kk Die Aktionäre erhalten 8 „15 pro Aktie, also 91% ibrer Baareinzablimgcn. Der Gcwinnantbcil der bis Ende 1884 Verficbcrten beträgt Pro 1887 6 0/0 dcr bon ibnen_ einbezabxtrn Nettoprämien. Die Garantiemitiel der Gsicilsckyaft bestehen außsr dem (HrUndkavital don 5142840 „16 in dcr Prämieri- und Gewinnreservc bon 11737034 „M

_ Dic nachste Börienvxrsammlung zu Essen findet am 16. Abril 1888 im „Berliner Hof“ statt.

Brrslau, 12. Abril. (W. T. B.) Die „Bresl. Zig.“ meldet aus Rmckxenbach, bon den 3000 Arbeitern dsr Dierig'sÖen Fabrik batten 540 Weber wegen einer nrulici) vorgciwmmsnen Vér- langerang der Arbeiisxeit die Arbeit eingesieilt.

LV_ndon, 12. Avril. (W. T. B.) Wollauktion. Gute Beibeiltgimg, Preise stetig.

Bradford, 12. April. (W. T. V.) Wolle rubig, abér fest, Fspkxtopwa Wolle knapp, Garne isst, rubig, für Stoffe ziemlicher

ege/r.

Verkehrs - Anstalten.

Danzig, 12. April. (W. T. B.) Das Eisenbabn-Bkiriebs- amt giebt bekannt: Auf der Strecke Simonsdorf_Ticgenbof wird der Verkehr bis Neuteick) am 13. d. M. wieder eröffnet. Es Werden bis a_us Woiteres die Züge 771 zwischen Simonswrf_ Ncuteicki, 774 zwiicben Neuteich_Dir1chau, 773 zwischen Dirscbau_ Neuteich abgelaffen. Der lexztcrc Zug kehrt zum Anscblaß am Zug 99 nach Dirschau znrück.

Brcmrzi, 12. April. (W. T. B.) Der am 25. v. M. von Buenos-Atres abgegangene Dampfsr des Norddeutschen Lzloyd, „Köln“, brach 20 Meilen südwcitlick) von St. Vincent die Schrau_benwellc_ und ist heute durch den Damvfer .Szccbrnyi' nach St. Vincent eingeschleppt worden. An Bord ist Wies wobl.

Norddeutscher _Llovd in Bremen.

(Leßte Nachrichten über die Bervegungen der Dampfer.) New-York- und Baltimore-Linien: Bestimmung Bremen Bremen Bremen Bremen

1'. April in Bremerhaven. '. April von Southampton.

. April von New-York.

. April Von New-York. New-York . April in New-York. Nrw-„ork . April von Southampton. New-York . April von Southampton. New-York April Dover passirt.

Bremen . April in Bremerhaven. Breznen . April von Baltimore. Baltimore . April don Baltimore. Baltimore . April in Baltimore. Baltimore . Apri[ Dover passirt. Baltimore April bon Bremerbarcn.

„“ulda“ . [. rave“ . ' .Elbe“ „Cms“ . .Werra“ . „Wier“ „Eider' . „Saale“ . „K. F. Wilh.“ . „Rhein“ . . . .Lermann' . , onau' „America“ „Main* .