1888 / 99 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 16 Apr 1888 18:00:01 GMT) scan diff

d. J. aufmerksam, nach welcher die sämmtlichen, bisher noch,

nicht zur Verloosung gekommenen ]) Prioritäts - Aktten der Niederschlesisch- Märkischen Eisenbahn Serie 1 und 11 von 1845 und 2) Prioritäts-Obligationen dieserBahn Seriex und 11 von 1846 zur haaren Rückzahlung zum 1_. Juli dieses Jahres gxkündigt worden smd.

Die Vestxer dieser Aktien und Obligationen werden wiederholt au gefordert, die Kapitalbeträge derselben nach Maßgabe der Bekanntmachung vom 27. März d. J. rechtzeitig zu erheben.

Berlin, den 4. April 1888.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. Sydow.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 16. April. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Vormitta um 111/2 Uhr den Vortrag des Ober=Ceremonienmeisters rafen zu Eulenburg entgegen.

_ Jhre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta wohnte am Sonnabend Abend der Emsegnung zweier Schwestern in der KapelXe des Augustq-Hospiials und gestern Vormittag dem Gottesdienst daselbst bet.

Allerhöchstdieselbe besuchte gestern Abend mit Ihrer König- lichen Hoheit der Großherzogin von „Baden die Kaiserlichen Majestäten in Charlottenburg. _

Den Kammerherrendienst bei Ihrer Majestät der Kaixerin und Königin Augusta hat der Kömgliche Kammerherr Graf Saurma' übernommen.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte auch am Sonnabend mehrere Stunden dem Exerzieren verschiedener Bataillone der 2. Garde=Jnfanterie= Brigade auf dem Tempelhofer Felde bei, wohin Höchstderselbe Sick) bald nach 8 Uhr Morgen?- zu Pferde begeben hatte.

Um 121/2 Uhr _empfing Se. Kaiserliche Hoheit im hissigen Schlosse die Mitglieder der Kaiserlich japanischen Militär- mission, vor deren Abreise nach Japan, und später den Ober- Baudirektor Wiebe.

Nachdem Se. Kaiserliche Hoheit in den Nachmittag§5stunden aUein gearbeitet hatte, unternahm „Höchstderselbe mit Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Kronprinzessm eine längere Spazier- fahrt nach dem Thiergartxn.

_ Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit

die Kronprinzessin stattete am Sonnabend Vormittag gegen 11 Uhr den Kaiserlichen Majestäten im Schlosse zu Charlottenburg emen längeren Besuch ab.

Abends 7 Uhr begab Sich Ihre Kaiserliche Hoheit nach dem Augusta-Hospital, um daselbst einer Andacht beizuwohnen.

_ Dem Herrenhause ist folgender Gefeßeniwurf, betreffend die Verleihung v_on_ Korporations- rechten an Niederlassungeti gerstlxcher Orden und ordensähnlrcher Kongregatronen der katholischen Kirche zugegangen:

Wir rie d rt ch , von Gottes Gnaden König von Preußen xc. verordnen, unter Zustimmung der beiden Häuser des Landtagss Unserer Monarchie, was folgt:

Emziger Paragraph. Den nachbenannten Niederlaffungerr der geistlichen Orden und ordensäbrzlichen Kongregationen der katholiychen Kirche, und zwar: 1) der Niederlassung der Benediktinerinnen zu Fulda, 2) den Niederlaffungen der Sovgregabio 13631.an 111011110 sir-

11118 'zu Cffen und Paderborn, 3) der Niederlastung der Englischen

räulem zu Fulda, 4) den Niederlassungen des Franziskaner-Ordens zu Paderborn, Rietberg, Warendorf und Wiedenbrück, 5) der Nieder- lassung der Schwestern der _christliclxn Liebe zu Paderborn, und 6) den Niederlassungen der Urjulincrinnen zu Br281au,Köln,D0rstev, Duderstadt,“ (Erfurt, Frißlar, Liebenthal und Schweidniß werden hierdurch die KorporationSrechie verliehen.

Die Be ründu_ng lautet:

Die kir enpolttixcbe NoveÜe Vom 29. April 1887 bestimmt im Artikel 5 §. 4: „Das vom Staate in Verwahrung und Verwaltung genommene Vermögen der apfgelösten Niederlassungen wird den be- treffenden wiedererrtchteten Niederlassungen zurückgrgebkn, sobald die- selben KorporatwnSrechte befißen und in rechtßverbindlicher Weise die Verpflichtung zur Unterhaltun der Mitglieder der aufgelösten NiZderlaffungen übernommen aden. Schon vor der Erfüklung dicier Vorausseßung kann denselben die Nußnießung dieses Ver- mögens gestattet werden.“ Nach dieser Bestimmung haben die durch das Geseß vom 31. Mai 1875 ergriffenen Nieder- lassungen der Orden, und ordensäbnlichen Kongregationen, welche mit ihrer Auflösung dteKorporgtionSreckyte, soweit fie solche besessen, verkoren haben, dre [estern nicht schon durch ihre gemäß Artikrl 5 der Novelle vom ,29. April 1887 erfolgte Wiederzulassung wéeder- erlangt. SoUen diesen Niederlassungen Korporationßrcckyte beigklegt werden, so bedarf es dazu nach Artikel 13 der Verfassungsurkunde vom 31. Januczr 1850, da zu den dort bezeichneten geistlichen Gesel]- schafien aixck) die geistlichen Orden und ordknsähnlichen Kongregationen der katholtscben Kirche „gehören, einer besonderer: geseßlickyen Bestim- mung. Den Erlaß einer solchen herbeizuführen ist der chck des vorliegenden Geseßcntwurss; Derselbe führt in seinem cinzigen Para- graphen von den achtzehn mrt Korporationsrecbten verÉehen gewesenen Nisrerlaffungen, deren Vermögrn in staatliche Verwa rung und Ver- waltung enommexi ist, siebzehn namentlich auf und bestimmt, daß de_nselben orporatwn'sreäyte verliehen werden. Hiermit ist dem prak- ti]chen „Bedürfmß, „Wte es die Ausführung des im Eingange citirtcn §. 4 erfordert, genugt. Der Entwurf läßt, wie schließliw noch „her- vdrgehobewwerden mag, pon den vyrgedachten achtzehn Niederlassungen eme unerWahnt, deren Wiederzulaßung von der StaatSregierun-Z nicht hat genehmigt werden können.

_ Der Schlussbericht über die vorgestrige Sißung des quiases der Abgeordneten befindet sich in der Ersten e1age.

_ In der heutigen (44) Sißung des Hauses der Abgeordnetßrr, welcher der Minister dds Innern von Putt: kamex derMmzstex für Landwirthschaft :e. ])r. Lucius, der Minister fiir ge1stlxche „2c. Angelegenheiten Dr. von Goßler und mehrere Kommrffarren beiwohnen steht als erster Gegen- stand auf der TageSord'kiung': Erste erathung des Geseß- en'twurfs, betreffezid dre Bewilligung von Staats- mrtteln zur Beseitigung der durch dte Hochwasser

In der Generaldebatte spricht nach kurzen einleitenden Worten des Abg. Günt er, in welchen derselbe um Berück- ftchtigung der Saale- un Unstrutgegend bittet, der Abg. Frei- herr von Mjnnigerode der Staatßregierung Dank aus für die

ürsorge, dre fie durch das schnelle Einbringen der Vorlage ür dre überschwemmten Gegenden bekunde. Eine genauere

xbexsicht über die'Schäden im Einzelnen sei heute nocsij) nicht möglich, rxnd dre Theilverwendung der Summen la e fich deshalb nicht übersehen. Es sei auch ins Auge zu fassen, daß noch weitere _Bezirke als die in der gegenwärtigen Vorlage berückst tigten die staatliche Hülfe würdeq m Anspruch nehmen en. Es empfehle sich gleich- wohl „eme Kommisstonsberathung, um, soweit es möglich, ein Urthe11 darüber zu gewinnen, ob die StaatSregierung richtig dtSpomrt habe. Angesichts des Umstandes, daß die Höhe der mz Ganzen aufzuwendenden Summen nicht zu überse en sei, sei zu erwägen, 05 es mcht, um nicht die Nothftandskredite ms Un- meeffewe zu steigern, angezeigt wäre, auf die 10 Millionen, die für 18 Erleichteryng der Volksschullasten bestimmt seien, für dieses Jahr zrx verztxhren und das Volkssthullaftengeseß, falls dar: über eme Etmgung zu Stande kommen soÜtc, erst vom 1. April nächsien Jahres in Kraft treten zu lassen. Um eine gerechte Vert etlung der Unterstüßungssumme herbeizuführen, werde man ertranenSmänner in den überschwemmlen Ge- e,nden selbst'in Anspruclxnehmen müssen. Selbstverständlich ext es, daß dre Summen innerhalb der einzelnen Zwecke, die die Vorlage vorsehe, übertragbar seien.

Abg. Rickert jst im Wesentlichen für die Vorlage und wünscht „die mögltchst schneüs Erledigung derselben. Gegen Kommtsstonsberathung sei er nicht, obgleich er glaube, daß die Staatöregierung weitere Auskunft dort zu geben nicht in der Lage sein werde. Als selbstverständlick) erachte er es, daß auch Flche Gegenden, die in der Vorlage nicht erwä nt seien,

„erücknchtigungk fmden würden. Das Volksschu astengeseß bitte er noch 111 dieser Session zu Stande zu bringen und wenn es nicht anders gehe, auf dem Boden der Regierungs- yorlage. Der Abg. Frhr. von Minnigerode sollte jedenfalls sich nicht vorzeitig Sorge machen über die Verwendung der dafür bestimmten Gelder.

Abg. Döhring tritt als Augenzeuge der furchtbaren Vér- heerungen, welche die Nogatniederung betroffen, lebhaft für dis _Vorlage ein und hofft, daß diesen) schwerst betroffenen TheZle der Monarchie die besondere Fürwrge werde zugewsndet wer en.

Abg. Drawe wünscht, daß Diejenigen, deren Häuser und Grundstücke zerstört worden seien, in so hohem Maße unter- stützt würden, daz ste im Stands seien, sich im Nahrungs- stande zu erhalten.

Finanz:Min_ister Dr. von Scholz sagt zu, daß eine solch0 Berückstchngung, wenn es sich um die Erhaltung im Nahrungsstande handle, ausnahmsweise stattfinden solle. Die Verwendbarkeit der Summe sei für die Regierung eine völlig uneingeschränkte; auch solchen Gebikten, die etwa noch durch Ueberschwemmnngen heimgesucht werden soÜten, könnten Unter- stüßungen auf„G_rund des vorliegenden Gesetzes zugewendet werden; es _[er dres nach der allgemeinen Fassung des §. 1 absolut zuläsng.

Abg. Dr. Wmdthorst „weist gleichfalls darauf hin, daß die Höhe der Summe, und ihre Verwendung im Einzelnen sich absolut nicht_ bestimmen ließen. Wünschenswertl) sei eine schärfere Scheidung der einzelnen Summen nach ihrenZwecken. Zu erwägen sLT, ob diE Krets-Ausschüsse fiir die Bemessung und

ertherltxng der Unterstüßungen die geeigneten Instanzen seien; bet der Bildung derselben habe man jedenfalls auf eine solche . Thätigkett nicht Rücksicht genommen. Uebsr die 10 Mzüwnen für das Volksschullastengeseß sei Leute nicht zu debailrren. Werde das Geseß angenommen, so ei der Streit müßigz werde es abgelehnt, so gehs die Summe in den allgememen _Stqatsschulden-Tilgungsfonds. Gegen das Volks: schullastengewßm der Form, wie es von der Regierung vor: gelegt sei, 1111116 er sich mit Entschiedenheit aussprechen.

Abg. Fretherr von Minnigerode beantragt zur G9schästs: ordnung die Ueberweisung der Vorlage an die Budget- kommission.

Nach einer kurzen Ausführung des Abg. Knock) wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen, und ebenso darauf der Antrag des Abg. Freiherrn von Minnigerode auf Ueberweisung des„GeseHentwurfs an- die Budgetkommission.

ES folgt dre zweite Berathung des_ Geseßentwurfs, betreffend die Regulirung der Stromverhältnisje in der Weichscsl. (Schluß des Blattes.)

_DieK171.Kommission desHauses der Abgeord- neten, zur Vorberathung des Entwurfs einer Kreis- ordnung für die Provinz SchleeZwig-Holstein, und des Gyseßentwurfs, berreffend die Einführung der Provrnzialordnung vom 29. Juni 1875 in der Pro- vrnz Schleswig-Holstein, hat fich konstituirt, und zum Vorstßenden den Abg. von Holß, zum Stellver- treter des Vorsi-Zenden den Abg. Kral) und zu Schriftführern die Abgg. Freiherr von Lyncker und Graf Strachwiß gewählt.

_ (B. V. N.) „Nachdem das ReichStagSgebäude im Laufe ÖLYZEU- samer VoÜendung ein gutes Thceil ent: gxgengeführt 111, tritt an die für den Bau maßgebendenKreise die Notlwe1351gkeit heran, sich Über die Art und Ausfiihrung des ki1n§tlzxr11chen Schmuckes des Gebäudes schlüssig zu machen. Um d1e hierzu erforderli en Arbeiten vorzubereiten, sind auf Anregung des Staatsse retärs im ReichSamt dss Innern, StagtDMinisters von Boetticher, dem Lsiter ,des Baues, Architekten Waüot, der Geheime RegierungS-NathVersius und der Geherme Ober-Baurath Adler an die Seite gegeben worden. Am Sonnabend hat in dieser Angelegenheit eine Konfsrenz_stattgefuuden, an welcher auch der Staats-Minister von Boetttcher theilnahm.

_ Die Bestimmung des §. 367 . 10 des Str.-G.:B. („_Mtt, Geldstra-fe oder Haft wird bestra t, wer 521 einem An- griff stch einer Waffe 2c. bedient“) findet nach einem Urtheil des Netck) S gerichts, 111. Strafsenats, vom 19. Januar d. J., a'uch auf den Fall Axiwsndung, in welchem eine einzelne Person emen Anderen gngreift, wobei der Angreifer sich eines Messers 0091) einer fonsngen Waffe bedient.

_, Die Veierinärpolizeibehörden sind nach einem Urtheil des Nerctherichts, 17. Strafsenats, vom 24. Januar 5. Z., nur unter der Voraussetzung einer ganz bestimmten amtlich kqnstatrrten Seuchenge ahr zur Anordnung der im Viehseuchengeseß vom 23. uni 1880 zu elassenen Schuß- maßregeln ermächtigt, keineswegs aber sind kiZie zur Anordnung

im Frühjahr 1888 herbeigeführten Verheerungen.

dieser Schußmaßregeln berechtigt, um einer unbestimmten

künftigen Möglichkeit der Einführung und Verbreitung von Viehseuchen vorzubeugen. Die Verleßung solcher unberechtigt erlassenen SÖuHmaßregeln fäÜt nicht unter die Strafbestimmung des §. 328 St.-G.-B.

_ In der Ersten Beilage befindet sich eine Bekannx= m_achung des Stellvertreters des Reichskanzlers, betreffend dre Untersuchun von Farben, Ge pinnsten Und Geweben auf 21an und Zinn, vom 1 . April1888.

_ Der BevoÜmächtigte zum BundeSrath, Großherzoglich hJsfisckxest Geheime Rath von Werner, ist nach Darmstadt a gerex .

_ Der„ Chef derAdmiralität, General-Lieutenant yon C aprrvt, tft von W1lhelmshaven gestern zurückgekehrt.

Bayern. München, 14. April. (W. T. B.) Die Kgmmey der Neichsräthe lehnte in ihrer hLUtigen «Fung die von der Abgeordnetenkammer bemiÜigten 8, okalbahnen ab und genehmigte die von der Re- gierung gewünschter: 11 Lokalbahnen. Der Bau VOn Eisenbahnen in der Pfalz und der Neubau von Bahnhöfen wurdß _nach den Beschlüssen der Abgeordnetenkammer genehmigt„

Dre Abgeordnetenkammer hat den Geseßentwurs betreffend die Abänderung des pfälzischen Hypo; theken: und Vormundschaftßrechts, einstimmig und fast ohne Debatte angenommen.

_Augsburg, 14. April. (W. T. B.) Der Magistrat bxwrllrgte für die durch die Ueberschwemmung Geschä- digten 10000 «14 und veranlaßte außerdem eine allgemeine Hauskollekte.

Hessen. Darmstadt, 14. April. (Darmst. Ztg.) DN Erbgroßherzog hat fick) heute in Begleitung des Haupt- mgmzs von Schwarzkoppen nach Berlin begeben, um dort das Osftzterexamen' abzulegsn.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. April. (WT. B,) Im Herrenhause verlas der Präsident eine Mittheilung des deutschen Botschafter?: Prinzen Reuß, in welchsr dsm Dank des Deutschen, Reichstages für die sympathische Kwndgebuug anläßlich des Hinscheidens des Kaiserß Wilhelm Aquruckgegeben wird.

Pes, 14. Aprtl. (W. T. B.) Im Unterhanse verlas m Vscxntwortung der Interpellation des Abgeord- neten F0nyves1y, betreffend die staatsrechtli 6 Form der Zusxhxift des deutschen Botschafters rinzen Reuß anläßlich der Bexlezds-Kuydgebung des ungarischen Parlaments, der Mmrster-Prästdent Tis a den Wortlaut der Zuschrift und fügte hinzu, dieselbe entZPreche dem ungari- schen StaaiHr-scht, vondmmen. Der Jnterpellant hätte sich vorhsr gehortg mformtren sollen. Er (Tisza) bitte die Ab: gcordxieten, sick) durch uniiberlegtes Einbringen von Inter: pSÜaUMLU mcht der Lächerlichkeit auszuseßen. Das HW nahm dW Antwort des Mmister-Prästdenten zur Kenntniß.

Großbritannien und Irland. London, 14. Aprii. (WTB) Der Deputirtc WilliamO'Vrien ist wegen der von thm am leßien Sonntag in Loughrea gshaltenen Rede heuxe Ab_end m Kingstown verhaftet und sofort nach „Drxblm, später nqch Loughrea gebracht worden. O'Brien beahstchngte mdrgen m Wexford einer Versammlung der Nattonallrga beizuwohnen.

_ 16. April. (W. T. B.) Die Verhandlung in der Untersuchungssache gegen den irischen Deputirten O'Brisn wurde von dom Gericht in Loughrea bis Donnsrx'mg zurückgesteüt mid der Angeklagte inzwischen gegen KautionE: ste'llung auf frewm Fuß belassen.

, Der Lordmayor sendet heute weitere 40000 .16. fiir die U eb erf ch wemmten an das CentrabComité in B srlin ab.

Fraykreirl). Paris, 15. April. (W. T. B.) Unter drm Vorstß des _Minister=Präsidenten Floquet fand heute auf dem Trocadero die von etwa 6000 Personen besuchte Jahresversammlung des Handelsvereins stati. Floquet 51911 50521 eine Rede, in welcher er hervorhob, daß das repuhlikamscheFrankreick) weder eines Protektors tn FrredenSzeiten, noch auch eines Dikta- tors 1111 „Kriege bedürfe, wenn ja jemals die Sorge für dW Vertheidigung der Ehre des Landes und seine; Gebtets dazu nöthigen soUte, einen Krieg anzunehmen. „Wik bedürfen Niémandes, wsil wir im Frieden republikanische Justrtutxonen haben, die in 171'ährigen Bemühungen mid hartnäch1gen Kämpfen erstrilten worden sind, und weil WU" im Kriege Über unterriahtete, tapfere Generale verfügen, dre m loyalsr Wetse den öffentlichen Gewalten sich unterordnsn, und, Über Eine bürgerliche Armee, die aus der Elite der Nation bestsht, und welche Sie Alle mit Ihrer Sorgfalt und Ihrer Popularität umgeben. ES ist eine Republik der FW- hert, wel ? die Centennarfeier von 1789 mit einer friedliche," und fru _tbaren „Universalausstellung zu begehen bescth- Führen nnr, damrt diYe Fsier eine vollständige sei, die Em: Fracht unter_unc3 zurii und bleiben wir ein Volk, das Hex? Ut Uher some, Geschicke.“ Die Rede Floquet's wurde mit stürnnschem BklfaÜ aufgenommen.

' „_ 16. April, Nachts. (W. T. B.) Gestérn gegen Mitternacht, als bekannt geworden, daß die „Wahl Box!- langer's als gesickézert zu betrachten sei, sammelte slch 1" der I]?0n_tmartre:Stra ? vor einem Hause, in welchem mehrere Boulangistifche Blätter erscheinen, eine große €]1kenscl)enn_tenge an. Em Tratisparent, welches Ferry als Clown darsteUié- wurde von der Menge mit Pfeifen begrüßt, dage en W Traanarent mit Boulanger in großer Uniform beifä ig alls- gßnommen. Jm Uebrigen blieb ganz Paris ruhig und kam mrgends eine ernstere Ordnungsstörung vor.

„_ 16. April, früh. (28.97. B. Die opportunisttsck)?" Blätter chen zu, daß die ahl Voulan er's „eme Niederxage El.. In einem Artikel Reinach's in der SPUUWU? frathse“ heißt es: es wehe ein Wind der ToUheit, indes; dürfe man 516 Hoffnung nicht aufgeben. Das „Journq dss" Débats“ konstatirt die Ohnmacht der re „ab"- kam1chen Kdnzentration und erklärt: die Gemä 15119." würden für emen Radikalen nicht mehr stimmen. DaS „PLttt Journalk“ sagt: die Regierung müsse sich die Bedeutung der Kundgebungen „des aÜgemeinen Stimmrechts klar mall)?"- Alle Blätter smd darin einstimmig, daß der Wahxerfolg General Boulanger's lediglich einen Protest gegen die mnere Politik bedeute. _ .

L_ille, 16.21k9ril, früh. (W. T. V.) Von 363 9322 em- gefchrwbenen Wäl) ern des Nord-Departements wurden bet der

gestrigen Wahl 267 530 Stimmen abgegeben. General

Boulanger wurde mit 172528 Stimmen gewählt; “5901St.fielen auf Foucart, 9647 St. auf Moreau.

1 Italien. Rom, 15. „April. (W. T. V.) Nach einer Meldung aus Massoval) smd von den zur, Rückkehr nach talien bestxmmten Truppen heute früh ein Bataillon, wei Compagmen und em; Feldbatterie abgegangen. _ Der König von Schweden rst gestern Abend in Florenz an- ekommen. _ Der erhrschof von Nßapel hat dem Kaiser und der Katsertw von Vrastlwn, welche am «reitag Abend dort eintrafen, tm Namen des Papstcß einen

esUch abgestattet.

Schweiz. Zürich, 15. April. (W. T. B.) Dr. Johann Konrad Kern aus Berlingen (Thurgau), welcher von 1857 bis 1883 den Gesandtenposten der Schweiz in Paris

bekleidete, ist heute hier gestorben.

Niederlande. Amsterdxrm, 13. April. (Köln. Zth Die Nachwahlen zur „?mstien Kammer sind sämmtlt

gegen die Liberalen aUSge alTen. _ Es werden also 45 Liberale gegen 53 Klertkale, 1 Konservanyen und 1 Sozialdemokraten

stehen.

Rumänien. Bukarest, 15. April. (W. T. B.) In der Deputirtenkammer gab in Beantwortung einer Interpellattow Über d1e„Bauernunruhen der Minister- Präsident Rosetti zu, daß die Unruhen seit 2Tagen einen etwas ernsterenCharakter angenommenhätten. Die Regie- rung habe indeß geergnxte Maßregely zur HerstelTung der Ordnung ergriffen und ser gewrllt, iiach Wrederherstellung der Ruhe eine aus Mitgliedern aller Puristen bestehende Kommission zu ernennen, die sich Nicht blos Mit der Erforschung der Ursachen der Un- ruhen, sondern auch mrt den Mitteln zu deren Beseitigung beschäftigen solle. Rosetit verkündtgte darauf den Schluß der ordentlichen Kannnersesston Und fügte hinzu, daß die Auf: Lösung der Kammer und die Vornahme von Neuwahle'n in aÜer Kürze angeordnet werden würde.

Serbien. Belgrad, 14. April. (W. T. V.) Die Skupschtina nahm den Geseßentwurf, betrsffend die Autonomis der Gemeinden, ohneDebatteinderGeneral- debatte an und begann die Spezialberathung.

Zeitungsftimmen.

Die „Norddeutsche Al1gemeine Zeitupg“ bringt zur Frage? des LehrermangslS eme Rélhe von Artrkeln, deren letzter (111) lautet:

Die Verhältnißmäßig sckmcll herbeigeführte Uebrrwindung des Lehreimangels der siebziger Jahre erhält noch ein besonders günstiges Licht durch den Umstand, daß sich die Zahl der öffentlichen Volkssckyuüehrer- steUen von 1873 bis 1886 um 12704, nämlich von 52 046 auf 64750 erhöht hat. Es machte aber die Beseitigung des Mangrls der Unierrichtßdcrwaltung in zwiesacher Beziehung Vorsicht, kezw. mäßigeren Schritt in ihren Anordnungen zur Pf11cht. Einmal nämlich durfte fie sick) nicht verschweigkn, dgß die “wirtbscbaftlichen Verhältniss die größie Schonung, namentlich der ländlichsn Grmeinden, crforderien, und daß mit der Gründung neUer Schulstellen langsamer vorgegangen werden mußte; der Minister er- kamiie dies in seiner Verfügung Vom 25. Mai 1881 ausdrücklich an, indcm er den Provinzialbebörden aufgab, bei den Anforderungentan die zur Unterhaltung der Schulen Verpflichteten deren wwthsehafxltche Lagesorgfältig zu berücksichtigen. Zum Anderen duritxu x_nchtgxber- sehen werden, daß es gar keinen sichereren Weg zum RucksaU in den Lebrermansxel gebe, als mehr Präparandcn 3!" bilden, als in den Se- minarien „lufnahme findkn, mehr Scminarrsten, als zur AnsteUung gslangen können. _

Aus diésen Rücksichten wurden einzelne Ncbxnkurw meackysen undin Westfalen eingezogen, die Frequenzcn einiger Sewmare anf das frühere Normalmaß (75)_herangsexzt; endlich den Praparandcn- anstalten an Seminaren gewiffe Schrankcn angklcgi.

Auf diese Weise wurde die Gefahr einer 1ogxnarxnten Uclzer- produktion verhütet, zugleich aber dasjkdesmalige Bedürfnis; brfrtxdtgi.

In der lcßtdergangéncn Zeit ist diescs zurFreude der Unterrichts- werwaltung und zum großen Vortheil? der Schule wieder größsr aéworden. Das Pensionssesey vom 6. Juli 1887 gab dw lanaersehnte MHglichkeiQ kranke und altersschwaclye Lehrer in' den Ruhestgnd zu der1cyen, obne fie Entbehrungen und Mangel preiszugeben. Nicht der Yutcrrickité-Nrwaltung, wobl aber Fernersteherxden war das Ergebnis; uberraschend. Es spricht sich wirksam in nachktehender kurzer Angabe aus: Am 1. April 1887 befanden fich überhaupt 5352 Lehrer xmd Lehrerinnen im Ruhestande; von diesen waren 1897 m dem ersten Jahre der Rechtskraft des neuen Gesetzes vcnswmrt; nur 3455 ge- borten den sämmtlichen früheren Jahrgängen an. "

"Wahrend nun für dieses, in der ins Aug? treteziden Hdhevnur voruhergchende Bsdürfniß zu sorgen war, wurden in den ostlichrn Prodrnzen der Monarchie im Jntereffe der Förderung des "DcuUch- 1bums innerhalb zweier Jahre 1101)sz 350 SteÜen ner: gegrundet._

Es ist selbstverständlick), daß ein überraschend Lintretendes Be- durfmß an mehr als 2000 Lehrern vorübergehende Verlegenbettxn e_r- ILUITL. „Dies ist um so mehr der Fal], als 1xck) auch das Vsdurfniß selbst. nicht als ein dauerndes darsieÜt, also die Maßnahmfrn zu seiner karzedigung mit be onderer Vorsicht getroffen werden mnffen, wenn fix mch_t den Grund zu anderen Uebelständen geben sollen, und, als Uk Pfitchten, welche die Pflege des Dcuischthums der Unterrichts- _verwaltung in den östlichcn Provinzen auflegt, nur d;e__Aufnak)me chber Präparanden in die Lehrer-Bildungßanstaltcn z::lanen, welche dcs Deutschen ganz mächtig sind. _ „„

Wenn aber die , renßische LcHrerzcttung" und die ihr" zur «erte Tretenden freifinnigen 'lätter von eincm Lkhrermqngex erzablsn, Mx“

demjrnigen der leßten sechsziger Jahre gleichkatrxe„ werixi fie

av'on wijsen, daß wieder Präparanden als Lehrer besch9fitat wurden, 10111 das einfach falsch, und wenn sie vorgeben, dre Unterrichts- vLerltung stehe dem gegknwärtigen Zxsiande x:x_acht- trnd raibchs Fkgennber, so reden fie wohl wider bemeres WMW. Em Blick m den Staatshaushalts-Etat hätte fie belehren können, daß-zwer neu? staatliche Präparandenanstalten zu Schivctz und Deutsch_-Krone, dk“

U?Ue Nebenkurse zu Marienburg, Löbau und Bromberg m das Leben gxireten sind, und daß die Nebenkurse der Provinz Brandenburg zu einem doüständigen Seminar vereinigt worden.

Wir können diesen Blättern auch nicht den Trost laffeq, daß es kkn Seminaren an Nachwuchs fehle; in sämmtltchen„Pr„ovmzen„ dcr MOUÜTchie haben sich mehr Präparanden zur Aufnahme rn die Semmare meeldet, als solche finden konnten, und es wird nur dqraufatixomxnxn, W Vßrbandenen Meldung_en auf die einzelnen Promnzep, 'm dte1en 911,1 die Anstalten planmaßig zu vertHeilen, um aÜe mrt einer aus- MÖMHM Zahl gut vorbereiteter Zöglinge zu versorgen.

Plxse Regelung des Angebots und der Nachfrage ,111 durck) die vor einiger Zeit Seitens der Unterrichtsverwaltunxx ergriffenen Maß- Uäbmen erfolgt. Die Aufnahmeprüfung bei den Senzmarén badden

?laktxr einer Konkursprüfung verloren und, den einer a119€„m€„1nen RerLPkaUng erhalten; das Verhältniß ziv1schen den „KVMJUÖM kavaxandenanstalten und den Privat-Präparandenanstalten ist IMSL“; zur Forderung der leßteren sind die gerignexen Maßchch „getroffqn u dUkck) eine zweckentsprechendc Konzentration ist die Moglichkeit “LWS". unter wohlwollender Berücksichtigung der Wunsche der ? ckulamt§aspiranten mit dem Ueberfluß des emen Bezirks d?" Mangel der anderen auszugleichen.

Mögkn deskalb Diejenigen,„wslch,x mit ihrer Agitation (;_egexi die Jnterc sen dcr Volksschule arbeiten, chr Beginnen, Welches wnit tm preußifschen Beamtenstande eine Analogie mcht findet, ruhig" fyrtseßezi, mag es ihnen, Was der Unterrichtsverwalturig nur crwun1cht 1em könnte, gelingen, junge Leute, fur welche bei der BerufSwahl nur materielLe Interessen in Frage kommen, vom Lehrerberufe .ferxi zu halten; ihre Agitationen werden jetzt ebenso erfolglos sem, wie [ .? es im Anfange der siebziger Jahre gewesen smd.

_ Die „Berliner Politischen Nachrxchten“ schreiben: _ _

Ein rusfisches Blatt, der „Ktewlzanm , zetqt m einem den rusfischen Finanzen gewidrueterr Leitartikel your 6.md. M. den an- erkennenswertben Freimuth, zntt Bezug au) die xuxigst von dem rusfischen Finanz-innister veroffentlichte vorlaufige Zuiqmmenstellung der vorjäbrigen Einnahmen und AySgaben Ryßlgnds die Bemerkung zu machen, daß die Berechnung ..mcht ganz richtig" set, und_darauf binzuweisen, daß der Einnahmegestaltunß etnlgg„,G1uck§zufa11e“ zu Hülfe gekommen seien. Als iolche nennt der „Krewlxaznn“ dre vor- zügliche Ernte des vorigen Jahres, welche vermutolzch ntchta1le Jahre wiederkommen werde, ferner den Eingang von ungefähr 5 Millionen Rubel _Zuckersteuer, welcbe gestundet waren und schon im Jahre 1886 batten, eingehen sollen, de? Weiteren die Vereinnahmung von mehr als 7 Mtütonen RubelGetrankesieuerp, welche erst im laufenden Jahre eingehen sollten,_ rndltch die rein nominelle Vermehrung der ZoÜeinnabme um 11 MiÜtonen Rubel m Folge der veränderten Umrechnung der „Metxxllßmgange. Duräx den Abstrich dieser Posten vermindert fich diEKÖZt einem Vergleich mri den Einnabmrn früherer Jahre rechnungsmaßra m Betracht kommrnde Einnahme Rußlands im Jahr? 18,87 „rim nicbt wriitger als 23 Millionen Rubel. Wir erblicken tn dreienr yoxi deux „Kiew- lianin“ ins Licht gestellten Thatsache eme neue Styße fur uniere neu- lichen Bemerkungen über den Werth der unkontrolirten und unkontro- [irbaren Zahlenangaßen russischer Finanzausweise; und die neu bestätigte rfahrung kann Uns nur Veranlaffen', un]eren alten War- nungsruf vor aUen russischen Wertch, sowie dre Mahnung, an die deutschen Befißer derselben zu, Wieder_501en, sich thres BefiiZes zu entlkdigen. Es besteht kein Zweisez, daß es aus- sch1ießlichstarkem durch ein ebenso starkes An_l_erbebedurfmß veranlaßten rusfischen Interventionskäufern, gelungen xsi. _den RubelcourH um einige Mark in die Höhe zu treiben und gleichzeitig auch den russischen Fonds zu ihrer Aufwärtsbewegung zu Verhclfzn. „__Jn Wahrheit liegen die wirthschaftlichen und finanzreüen Vsrbaltnine RußYands Heute genau so wis vor Wochen, Monaten und Jahren. Die dxntxchen Besitzer russischer Werthe sollten daher gerade den augenYltckjlrchn Hochstand der ruxssischen Com_rse dazu bemFen, um unter gunstrgercn Bedingungen in der Abstoßung 1hres efitzes fortzufahren. Der

Hochstand dcr rusfischen Coarse wird, weil er ein künstlicber ist und

1dsr gesunden Grundlage eiitbehrt- silb auf die Dauer nicht halten onnxn.

_ In dem russischen Staatshaushalts-Voranskhlag für 1888 ist unter Anderem eine Erköbung der Einnahmen 11111 5 MtÜwnen Rubel aus der Accise aqu-apbthaöle vorgesehen. Wie traurig Ls um diese erhoffte Mebr-Einnabme steht, erhellt aus den ngchstrbcnden, jünasi won d-er „Moskowsfiia Wiedomosttk gebrachtexi Mitthxtlungxn, welche zugleich einen neuen BMW“: erbringen für die Zwerselhaftrg- Ft dbets WertHes russischer Voranschlagßziffern. Das rusfische Blatt

rec :

„Nack; einer Mittheilung der Zeitung „Kaspié sind die Petroleum- kreise von der Einführung der Accise M mit jedem Tage gefaUen. Rock) bis zum 15. Januar wurde ein Ciitcrnenwaggon mm 600 P_u_d zu 170-180 Rubel Vrrkauft, während man jetzt selbst zum PNP von 70 Rubeln nur schwer Käufer findet u. s. w. Jeßt, wo fur jeden Cisternenwaggon Petroleum allein 240 Rubel Axels? und gegen 70_75 Rubel Fracht zu zaHlen sind, können_ die Kleinbaxidker _diese bederxtenden Auslagen nicht mehr tragen. Dte Meßrzabl _der Kaufcr handelt jetzt mit Schmierölen und Rohnaphtha, Welche bet der Aus- fuhr keine Steuer zu zahlen haben.“

Statistische Nachrichten.

Nach dcn „Mittheilungen der GroßHerzoglicb Hessischen Centralftelle für die Landesstattsttk' find während des vcrgangrnen Jahres zu Berg bezw. zu T5a1 azi- gekommen: im Hafen von Mainz 97 206,1 bezw. 76 200,4 1, mx Hafen von Worms 613930 bezw. 20031,0 r und im Hafen der Bingen 54 928,1 bezw. 62809 t:; dagkgen zu Berg bezw. zu Thal abgegangen: aus dem Hafen von Mainz 4723,4 bezw. 241284 t, aus dem Hafen don Worms 184,0 bezw. 11336t und aus dem Hafen bei Bingcn 194,3 byzw. 7491,8 t.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Nürnberg, 14. April. (W.'T. B.) Se. Majestät, der Kaiser bewiÜigte für die Rcstaurtrung der Sebaldusktrche 20 000 «ck _

_ Ueber die Aufzeichnung der ,Bau- und Kunstdenkmaler Tbüringenß“ veröffentlicht, das Herzoglicb Sachlen- Coburg- Goihaische Siaats-Minifterium m der ,Gotbaiscben Zeitung“ folgende Bekanntmachung: Nachdem das, Von den Regierungen von Sachsen- Weimar-Eisenack), Sachsen-Vüinmgen, Sachsen-Altenburg, Sachsen- Coburg und Gotha, Schw0rzburg-Rudolstadt, Reuß (1. L. und Reuß j. L. gemeinsam begonnene Unternehmen der Aufzeichnung der Kunst- denkmäler nunmehr soweit_chieb_cn ist, daß das 1. «Heft destzur Ver- öffentlichung der Ergebnine begtixnmten Druckwerks .Die Bau- und Kunstdenkmäler T_burtnaenS“, enthaltxnd den_Amis- gerichtsbezirk Jena, die Preße verlassen konnte„ ,wahrend dre Vor- arbeiten für vierzehn andere Bezirke der beibethgxen Staaten zum Theil beendet, bezügkick) untcr dcr Preffx, zum Theil nx der Förderung begriffen find, so unterläßt das Herzogliche StaaW-Mxnisiermm nicht, die Anschaffung dieses Werkes, welches mit einern retchxn Inhalte eine gefällige Ausstattung verbindet, allen__ Kreisen, m' welchm Sinn. für die Knust [Md „_ Interene für betmatbltck)? Art und Geschichte lebendig „ui, insbesondere dcn höheren Verwaltunngehörden, den Bibltoihekew und Kunstanstglten des Landes, Höheren Lehramialfcn und den ktrch1ichen urxd pcxlttrschen (Gemeinden drs Landes zu empfekxlen. Das. erste Heft enthalt 17 Bogen Text mit einer Karte, 100 Abbildungen im Text und 20 Ltchitafeln. Der Ladknpreis ist für die_1es Heft _ erhelyltcb unter dem „Selbst- kostenpreife _ auf 8 „M sestgssteüi, Ermaßrgt „sich aber fur Bez hörden und Gemeinden im Bereich der betHetltgten Staaten ber unmittelbarem Bezugs von der Verlagsbuchbandlung ' von Gustav Fischer in Jena auf 7 „(ck Dre Verofferzjlrchung wird allmählich und in einzeln kauflrchen Kesten forUchreiten, für deren jedes der Preis je nach Umkang u'nd “zrzhalt besonders be- stimmt werden wird. Jeder Anzißgerichtsbeztrk wird der Regel nach ein Heft bilden. Ein 1ehr groger Bezirk karin guf „mehrere Hefte vertbeilt, ein kleinerer mit Einem anderen Bezirk in einem Heft Ver- cinigt werden. Da hierbei jedoch ndur Bezirke _desselbcxi Sigaxs zy- sammengehefiet sein werden, so ist jedem, Kaufer die Moglichkett gegeben, sich auf die Erwerbung der auf em einzelnes StaatSJebiet be- züglichen Hefte zu beschranken. _ . . . _

_ „Zjb110k-1180a1115b0k100-1111110ar18.“ Systema- tische Uebersicht der Erscheinungen a1ler Sprache:) auf dem Gebiete der Geschichte der Kriege und Krieg?- wissenscl)aft seit Erfindung der Buchdruckerkunst bis zum Schluß des Jahres 1880. Von Dr. Joh. Pohler. _ Von dem vorstehend bezeichneten Werk, welches _dte fich auf die Ge- schichte der Kriege und der Kriegsw1ffenschaftenh_ezteheyden und bis zum Schluß des Jahres 1880 durch den Druck,veroffentlichteanerke 11m- fassen wird, somit ein zuverlasfiger Wegweiser durch dix kriegsgeschicht- [iche Literatur aller Kulturvölkcr zu sem bezweckt, ist im Verlage von

Ferd. Keßler in Kassel soeben der erste Band erschienen, welcher in

ca. 10 250 Titeln die Litkratur über d_i_e Kriege bis zum Jahre „1739 enthält, während der zrreite Band, denexi Herausgabe noch 1:1 diesem Jahre bevorsteht, mit dem Zeitalter Friedrtch's des GrÉen anbekzen wird. In dem vorliegenden Bande sind den einzelnen erken mog- lichst genaue Angaben beigefügt über Druckort und -Jak)r, Fyrrxiat, Umfang, graphische Brilagen und Preis, „welcher haufig den einzigen Anhalt zur Bildung eines Uribeils uber den Umfgng des Buches _ namentlich bei älteren, vor 1830 erstbtenenen Werken _ giebt. Vereinzelt find die erwähnten Angabxri, insbrsondcre bei älteren Erscheinurzgen ,_ nicht vdklstandig; die vorhandenen Lücken und UnvoUständigketten finden xedozh ihre rnehr als hinreichende Erkkärung in den übergroßen 1311?) nicht zu ub_§r- windenden Schwierigkeiten der Aufgabe, welche sich der Verfgner gestellt hat. Die „ZWÜMUSW 515r0r100-m111tar15“, welche Uher 25 000 Werke umfassen wird und von keinxr der bisher vdrbcznchnen Mili: iärischen und historischen Bibliographien an,Vol1ftandthettxrrezcht werden dürfte, wird in ihrer Vollendung „nicht nur fur Militärs, sondern auch für jeden Historiker und Bibliograpch von nicht zu unterschäßendem Werthe sein. ' " __ __

_ Von dem Prachiwerk: „„Die Osterretch11ch-r_1ngakr_11che Monarchie in Wort und Bild“ lst soeben die 08. Lieferung erschienen, die das zweite Heft dcs O_ber-Oesterrech) und Salzburg schilderndcn Bandes bildet. Sie enthalt (ils Jortietzung der land: schaftlichen Schilderungen aus Ober-Oesterretch eme dasobere Trgun- gebiet behandelnde Arbeit von Friedrich Simoni) mtr zahlreichen topographischen Daten, dann zwei ebenso interessante AbHandlungen zur Vorgeschichte Oker-Oesterreick73 und xwar: die Pfahlbauten von Graf Gundackcr Wurmbrand und die Hallsiatier Firnde von 172111- selben und Josepb Szombatlxy. Die JÜuxtrattoncn hrtngcn eben dieie vorgeschichtlicben Fundr, dann landjcbafilickze Scenericn, an ddnen das Land 01) der Enns so reich ist, zur 5U131chamzng. ,“ .

_ Soeben erschien: Zum Gedachtntß quer Wt[kcke[r_1_1's von H. Scholz, Archidiakonus an St. Marrew und Profemoxr, Rede gehalten im Stern'sckym Gesangxerem; ans Y_erlangen in Druck gegeben. Reinertrag zum Besten der Ueberxchweirrmien. Berlin 1888. R. Gaertner? Verlagsbuchbandlung Herma:m Hedxeldcr. 817. Schönebergerstraße 26.

Gewerbe und Handel.

Di? Liquidations-Kommisfion der quddrutsÖLn Fabrik für Eisenbabn-Bktrie551nateria[_tn Lia. hat, drm Auf- sichtsrats) dcr Geseüsck-ast einsn Bericht erytatiei, d€U1 WZ?" Folgendes cninehmsn: In den Befißverbälfnitien der GejeÜscHast 'Und weserit- liche Veränderungen nich eingetreten, Der Immobilienbemz ist unwerändert geblieben. Von den Mobiliarrorraikxsn hat sich nur um Absaß in HöHe von 7412 „16, gcgen 7104514 in 1886, erretxhcn lassen. Dieskm unbedeurenden Ergebmne "Uebt em bxixcrer Erfolg gegenüber in der Verwaltung drs Grundbeßßes durcb 1tarere Aus- nuizung drs Gebäudekomplexes zur Geireidelagerang. AUcl) deeWobn- häuser waren in allen Räumsn fast durcbwsg o_bnx Unterbrechung vsrmietbki. Di? Mistbsübersckyüße aus Wohnhaiixern „und Lager- räumrn belancn fick) Wi 194 378 „14 und 11bcr1chrerten dis 1703 Vor- jahres um 46 215 „16 Aus Besorgung der Er_rx- Und Y_uslagerung wurden nach Deckung nicht unerheblicher Kosten sUk Veröeiierung won Au§lade-, Transvort- und Wiege-Vorrickytungen 6740 „44, ssrner dur_ch den Dampfkrabnbetrikb 1327 „44 und für Benuizxrng des Anschluß- geleisrs 943 516 ins Vérdisnen gebracht. An__weit_exen Einnahmen find 3775 „zk Zinsen aus be1cgirn Kayenbestandcn _ Hryzuge- kommen. Aus dicsrn Erträgen von zuiaxnmen, 207 165 „zz smd die Verwaltungs- und Liquidationskoiien tm Gexanzmt- betrage von 31 219 „45, gsgen 30 265 „46. m 1886, Yestrixten und 112148 «16 zu Abschreibungen Verwendetmworden Dxr 11ch_hrer- nach ergebende Netto-Ertrag von 63 797 „14 “(11 dem Spezial-Reierxx fonds uli. 1886 von 276 752 «FQ zuge]chrieber_1, der sich dadurch erbobx bat W 340 550.34 Aus der disponiblen Ltqmdatwwsm'affe U11. 188.- von ca. 180 000 «46: ist eine weitere Rückzahlung aus dre Aktien gut 10 „45 pro Stück = 150 000 „ja vom 15. März cr. ab beich[o_71en worden. Durch diese 21. Rückzahlung Vermindert fick; das ursprung- licbe Aktienkapital Von 4500000 «M auf 2100000 574 Von den frühcren Liquidationßraicn find nock) 4175 «kl: abzubebkn. ß ,

London, 14. April. (W. T. B.) Wollauktron. Herne

Wollen fest. , _

GlasZow, 14. April. (W. T; B) Di? Vorratbe von Roheisen in den Stores belaufen 11ch arzf 971000 Tons gsgen 860 753 Tons im vorigrn Jahre. Zahl der im Betrieb befind- licben Hockyöfen 87 gegen 79 im vorigen Jahre.

New-York,13. April.(W. T. B".) Baumwollen-Wocben: bericht. Zufubren in aÜen Unionshafen 28 000 B:. AuZs_uHr nach Großbritannien 37 000 B., Ausfuhr nach dem Kontinent 25 000 B., Vorrath 599 000 B.

_ 14. April. (W. T. B.) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 11229 313 DM., davon für Stoffe 2847 061 Doll. Der Werth der Einfuhr im der Vor- wvck): betrug 11170011 DOW, davon für Stoffe 2265 318 Dol].

Submissionen im Außlande.

Italien,

1) 20. April. Lanciano, Provinz Cbieii. 00051Z110 „1111111101- palg: Einrichtung einer Wasserleitung. Voranschlag 139 468 Lire, Depot 12000 Lire.

2) 25. April. Turin, O11021011€ (1811'1511'5011310 (11 (,'-08T1'11210111, 718. 130rg0 Dora 49: 28420 kg Strick- und Tauwerk (1110108110), Durchmesser 6_20 mm; Voranschlag 1,10_1,30 Lire das Kilogramm. Kaution 2900 Lire.

3) 26. April. Spe Jia, ])ij210110 (1086111210111 [18.7811 11. Ilarjua: Lieferung einer Barke ans Stabl_(ksrr0 01110J8110) zar Aufstellung einer Dampf-Lösckwumps. Voranicleag 8700 Lire (A1:- geblicb zunächst nur iia[ienischc Bewerbsr zugelamen). . _

4) 18. Mai. Rom, ])11'0210116 (isrwraw (16116 SabSUS: Liefe- rung von Blätter-Tabark 1887er Ernte. (Näbcres an Ort und Stelle.)

Verkehrs - Anstalten.

(W. T. V.) Die Post von _ dem am 14. März voxi Shanghai abgegangenen Reichs-Poiidampfer .SgÖscn“ in in Brindifi eingetroffrn und wird für Berlin vorauÖiicbtlick) am 18. d. M. früh zur Ausgabe gelangrn. _

Königsherg 1. Pr., 15. April. (W.„T. B.) Die Dampf- schiffabrt i1t heute durch Eisbrecher Wieder eröffnet worden, und find bercits zwei Dampfer bier eingetroffen. _

Stow, 14. April. (W. T. B.) Die Betriebsttörung zwischen Neukolziglow und Barnow ist be1eitigtund wird der durchgeöende Verkehr von Büww nach ZoUbrück mit Zug 616 wieder aufgenommen. _

Altona, 15. April. (W. T. B.) DW regelmäßige Verbindung zwischen Frederikshavn und Gotbenburg ist jeyt in vollem Umfang wieder aufgenommsn; bis auf Weiteres geht das Dampfschiff von Frederikshavn nach Gothenburg jedoch, am Vormittag nach An- kunft des dänischen Zuges 31 ab. Der „Etsboot-Transport über den Salingsund ist aufgehoben und die direkte Expedition von Stückgui und Viel) über diese Route wieder aufgenommen. Vorläufig wird der „Abendzug dqn _Glyngöre nach Nykjöbing aber nicht übergeführt. Dre Postdau1pf1chtffe zwischen Kiel und Korför

Gaben ihre regelmäßigen Fahrten noch nicht wieder auf enommen.

Die direkte Expedition von Wagenladungsgüiern über ' yborg_ Korsör nach Seeland_ist der Eisverbältniffe wegen aufgehoben. Hgmburg, 15. Avril. (W. T.„B.)„ Der Postdamvfer .Rggia“ der Pamdurg - Amerikanischen Packetfabrt- Axtrexiges ellschaft „111, von Hamburg kommend, gestern Nach- mittag m New-York emgcxroffen, und der Dampfer „Teutonia“ Von derselben Gesellschaft ist, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen. '