***-y «» _. _.Z
Anlaß die Regierung auffordern, mit unbedingter St_renge für das Kommunalprinzrp einzutreten? Der Abg. Freiherr vo_n Jedliß betone nur die eine Seite der Verfassung, niimlich die flichten; man müßte aber gleichzeitig den Gemeinden a_uch die Rechte geben, die ihnen die Verfassung beilege. Er bitte also um Annahme des Kommissionsantrages oder des Antrages Lubrechki, wrnn dieser so modifizirt werde, wie er vorgesch1a= en ha e. g Abg. Dr. Windthorsi: Er halte den KommissioneZanirag für richtig und könne den Antrag Lubrecht wegen seiner Faffung nicbt annéhmen. Gegen den Antrqg _Zedliß erkiäre er sich mit ailer Bestimmtheit; zu dieser Prmzipretifrage liege jetzt kein Anlaß vor. Für die Lehrer müsse qllsrdmgs etwas geschehen. Die Dotationssrage könne kaum_n_nt vollem Erfolg „arlöst werden, ehe nicht das ganze Unterrrcbthgesetz vorliege. Jetzt werds Grid verlangt, ohne daß man wisse, wie die Schule definitiv beschaffen sein werde, welche Garantien sie biete, ob sie nicht gerade im ngrniaß zu dem_ stehs, was man von der Schills verlangen müsse. Daß das in der ermzxig sei, habe kein Anderer als Se; Majestät der Kgner aUSgesprochen, der die Vernachläisigung des erziehlichen MOMENTS zu Gunsten einer iibsrmäßigen _Maße von Kennt- nissen so bestimmt vrrworfen habe. Es 161 ein _Rubm des Hrrrschers, daß er auf diesen wunden Punkt init aÜrr Be- stimmtheit hingrwieien habe. Wenn gézeigt werdr», wre die Schule beschaffen ssin werde, für die die Gdlder bewilligt werden soÜtsn, dannwiirdenseine Frermde reichlich Alles geben, was nothwendig ssi, wsil sie iiberzsugt seien, daß das deutsche Volk iiur dann seine Mission erfiillen könne, wsnn es in auf christlichér, rsligidser Basis beruhenden Schulen gsbiidet sei. Die Frdikonsrrvativen und Nationalliberalen (1er hätten seit iirusrer Zeit nichts AUÖEWS verfolgt, als aUeEinfliiffe anderer Eismente auf die Schule», wie sie in ddr Verfassung stünden, zu bsseitigsn, die Eltern, die Gsmeinde soilten nichts zu sagen haben, die Kirche siche bettelnd vor der Thür und werde nicht Zineingelaffen. Damit spreche er keinen Vorwurf gegen irgend einen ehrer aus; so lange die SchulenStaarsinstitute seien, köiintéii dir strer nicht andrrs handdln. Er verlange nichts Anderes, als die Wiederherstellung drs status quo vor dem Schulauf- sicbrsgeseß. Das könne gar nicht bedenklich sein, wenn man sslbsr annehmen woÜte, daß es Eine speziell preußische Schule gebe. Er kdrme sick) eine deut1che Schule dsnken, abrr nichr eine speziel] preußische. Die Herren sprächen immsr von ddr preußischen Schule; eine Definition habe er aber nicht gehört und darum seien das leere Phrasen. Es gebe nicht ailein in den altpreußischen Provinzen eine gute Schule, auch Hannover habe eins solchs, 81181110 Nriffau, Schleswig:Holsiein, und unsere Lehrer wiirden das Examen mit denen in den östlichen Pro: vinzen wohl bestehetikdnnen. Die Produkte, die Er srit 1867 vorgeführt habe, zrigtsn doch, daß unsere Schulen nicht schl€cht grwesen seien. Auch von anderen Nationen sei die Gilt? unserer Schulen anerkannt. Wem: die Tendenz fort- geseßt werde, die seit 1872 vorhanden sei und in drm Sinne drs Abg. Freiherrn von delirz gehand€lt werde, so werde es zu einer solchen Schsidung kommen miiffen_ und zu solchen Kämpfen, wie sie in Hoiland schon geweisn wien. Wenn wir auf andere Staaten vsrwiesen würden, so hätten wir auch in Deutschland Schattenseiten. Wenn wir die Leistungen in Kunst mid Wiffsnschafi in anderen Staaten ausiiben, wie in Belgien auf dem Schulgebiet, so hätten wir keine Ursache, uns so iiberaus zu “erregen; eine solche Ueberhebung könne nur entstehen, wenn man gewohnt sei, vom grünen Tische aus Dekrete zu erlassen, die einfach befolgt werden müßten. Die Prinzipienfragen zu erörtern, sei heute jedoch unerwünscht, er wrrde in späterer Session dazu Gelegenheit haben, wenn rr seinen Antrag wiederholen werde. Ueber das, was seine Partei chi zu Stande gebracht habe, _wi ihm eine hohe Vrfriedigung der betre'enden Kreise ausgdwrochen worden. Er sage das mit Rü sicht cmi die Pdrspektive, die Abg. Freiherr von Zedliß grsieilt, daf; nock)_ in der drittsn Beratbung gsändert wsrden könnte. Er bitte alw um Annahme des Kom- missionsantrages mit dem Amendement Lubrécbt, vorausxzeseßt, daß__ es nach dem Vorschlage des Abg. Dr. Brüel modifizirt wer 2.
Abg. Dr. Brüel beantragt, die den Volksschullehrern zu bewilXigrnde Altrrszulage von 188889 an in drei Stuien und zwar nach 10, 20, 30jäbriger Dienstzeit im Betrage von 100, 200, 300 (44. zu gewährsn.
Abg.v011Rauchaupt: Seine Partei sei mit ddm An- trags Brüel einvdrstanden. Sie ha 18 «s von vornherein fiir eine Schwäche? dieses Geießes erklärt, daß für die Lxhrer dabei nichts abfiele, und halte es für nothwendig, daß sür Alters: zulagen an die Lehrer größere Summen frei gemacht wiirden. Fiir den alten Lehrer habe sie eine besondere Sympathie, weil in ihm die alte Einfachheit und das alte Vorbild der Gemeinde gegeniiber verkörpert sei. Sie freue sich, daß der Bildungsstand unserer Lehrer wesentliche Fortschritte gemacht habe, verhehls sich aber nicht, daß der junge Lehrer [Lider vielfach nicht mehr Oi? alteBescheiden- heit und Einfachheit besitze. Und wenn Fürst Bismarck dem Lehrertag seinen Daxik telegraphirt habe für einen Gruß, so dszweifle er (Redner), daß derselbe damit drn neusn Lehrern mit ihren Extravaganzen auf den Lehrerversammiungen seinen Dank habe aussprechen wollen. Auch seine Partei woile dem Lehrer Linen sorgenfreien Lebensabeud und eine standes: gemäße Erzirhung seiner Kinder ermöglichen, WOÜL aber nicht, daß er sich über seinen Stand erhebe. Daß der alte" Lehrer mindestens dasselbe, wenn nicht mshr geleistet habe, als der news Lrhrer, irgebe sick) schlagend aus der Bildung der Orts- schulzen, welche heute Manchés u wünschen übrig lasse. Zu dem Aniraae Zedliß könnten ?eine Freunde 1th keine prin- zipielle Stellung einnehmen, weil die Frage bei dieser Ge- lrgenheit dock) unmöglich so erledigt werden könne, wie sie
erledigt werdrn müsse. Sie seien mit ihm voliständig darin .
einverstanden, daß die gegenwärtige Organisation unserer Schulsozieiäten eine durchaus Ungenügende sei, und daß die Verhältnisse der selbständigrn Gutsbezirke innerhalb der Schulgemeinde dri11g€nd der Regelung bediirften nach der Seite hin, daß die selbständigen Gutsbezirke nach Maßgabe ihres Besides, der Größe und Menge der Arbeitskräfte zu den Schulunterhaltungspflichten mehr beitragen müßten,'als bisher. Nun aber komme eine Schwierigkeit, über die sie absolutnichthinwegkommen könnten. Sie könnten die einzelnen Gutsbezirke und Gemeinden nicht aus der Welt schaffen, sie müßten deren kommunale Selbst- ständi keit achten und wahren. Eine absolute Aufhebung der Schul ozietiit, welche, wre es scheine, der Antrag Zedlitz erstrebe, biete die größten_Schwierigkeiten. Schon jetzt mit gebundendn Händen in die Schulgeseßgebung auf Grund des so unbsftrmmt gefaßten Grundsaßes des „Kommunaiprinzips“
einzutreten, [xi ilknen unmöglich. Allerdings dränge das jeßt gemaäéxe Vol sschulentlastUngSgefeß zur Organisation, und er _ eue sich über das offene Yugeständniß des Abg. Freiherrn von Zedliß, daß der usfall an Ein- nahmen, welchen viele Gemeinden durch dieses (Heseß erleiden würden, durch Steuern gedeckt werden müsse. Den Erlaß eines OrganisationSgeseßes auf Grund des Artikels 25 der Ver- fassung möchten seine Freunde der Regierur-ig dringend empfehlen. Sie hätten die Besorgniß, daß, wenn sie die Schule lediglich „auf den Boden der bürgerlichen Gemeinden stellten, das von ihnen stets verfochtene Prinzip der kon- fessionelien Volksschule gefährdet werde, und so lange die Ge- meindebehörden frei paritätische Schulen errichten könnten, könnten sie die bürgerlichen Gemeinden nicht so pure als Trägerinnen der Schulunterhaltungspfticht anerkennen. Sie wünschten, daß auch die kirchlichen Behörden neben Staat und Gemeinde eine Nummer härten. Dies sei aber nicht aUSge- sprochen in dem kurzen Saß: „Organisation auf Grund des Kommunalprinzips.“ Weil sie sich freie Hand für die zukünftige Geseßgebung vorbehalten wollten, müßten sie den Antrag Zedliß eute ablehnen. _
Abg. Lubrecht erklärt im Namen ieiner Mitaiitragsteller, daß er mit dem Modifikationsantrags Brüsl eiiiverstanden sri.
Abg. von Schenckendorff wsist darauf in, daß, wenn man näher zusehe, die alten Lehrer doch nicht in einem so giinstigen Licht erschienen, wie es der Abg. von Rauchhaupt dargestellt habe. Auswüchse und Ueberhebungen iiber ihren Stand kämen nicht blos bei den Lehrern vor. Im Uebrrgen werde er für den Antrag Jedliß stimmen, der sich durchaus mit den Anschauungen der 2 ationalliberalen decke.
Abg. Rickert: Der Abg. von Rauchhaupt habe in gewissem Sinne Recht, wenn er es fiir mißlich erkläre, einen Gegenstand von so weitgehender Tragweite, wie derjenige, welchen der Antrag Zedliß behandele, so kurzer Hand durch eine Reso- lution zu erledigen. In seinem Munde aber klinge ein solcher Vorwurf doch etwas wunderlich, denn er habe keinen Anstand genommen, die allerschwierigsten Steuerfragrn in der Form von Resolutionen zu rrledigßn. Er (Redner) werde für den Antrag edliß stimmen, und zwar wsil es von hohem Werth gewesen ei, gerade von jener Seite vielieicht heute zum ersten Male in so weit grhendem Maße das Gemeindeprinzip _und die Nothwendigkeit einer anderweitigen Gestaltung Umerer Gemeindewrhältniffe auf dem Lande betont zu sehen. Von seiner Seite sei das eine alte orderung.
Die Diskussion wird gxsch offen.
Persönlich verwahrt iich der Abg. Freihdrr von Zedliß und Neukirch dagegen, daß er mit seinem Anfrage irgend welche Rechte der Kirche babe verkümmern woÜen.
Dsr Antrag von Zedliß wird abgelehnt; der Antrag Lubrecht-Brüel einstimmig angenommen,
Damit ist dieser Gegenstand erledigt.
Die Geseßentwürfe, betreffend die Vereinigung der La_ndgemeinden Geestemünde und Géestendorf, betreffend die Erweiterung der Stadtgemeinde und des Stadtkreises Harburg und betreffend Abänderung des §. 29 des Geseß-ZS über die Ver- fassung der Verwaltungsxzerichte, werden in dritter Beratbung unverändert angenommen.
Für die Rechnungen der Kaffe der Ober-Nechnungskammer fiir das Jahr vom 1. April 1886/87 wird Decharge ertheilt.
Der vom Abg. Kral) beantragte Geseßentwurf, be- treffsnd die Vertheilung der dffentiicben Lasten bei Grundstückstheilungen und die Gründung neuer Ansiedelungen in der Provinz Schleswig- Holstein, wird mit einigdn Modifikationen angenommen, nachdem auch vom Regierungstisch erklärt wordrn, daß 'die Regisrung dem Antrags wohlwollend aegenübersiehe, weil auch der Provinzial:Landtag von Schleswig-Holftein sich für die Regelung diesrr Angrlegdnhrit ausgesprochen habe.
Es folgen Wahlpriiiungen. Die Wahl des Aba. Rarmi1ck) wird für [,rßßrig erklärt. TieWahlen der Abgg.Hoff: mann=Schol5 (5. Liegniß), ])r. Diinkelberg und Dieß (2. Koblenz) werden beansiairdet, und zugleich wird die Regierung ersucht, über gewisse m den Protesten behauptete Vorkommnisse nähere Untersuchungen anzu rellen.
Bezüglichder leßten beiden thlen bemerkt Abg. Rickert: Man stehe hrer wieder _einmal vor einem_ der widrigsten und unangenehmsten Eingriffe in die Wahlfreiheit. Es werde endlich an dsr Zeitsein, daß ails _Parteirn sich vereinigten, die StaatSregierung zu bitten, daß dieieéo Unwesen der unnatürlichen und gesetzwidriérn Abgrenzung der Urwahlbezirke, um eine parteiische Wah _herbeizuiühren, endlich beseitigt werde. Leider komme die Elbmg:Marienburger Wahl, bei der er auf die Sache näher eingehen werde, immer noch nicht zur Verhand- lung. Die Regierung soUte die Erledigung dieser Wahl be- schleunigen. Von den Abgg. ])r. Lieber und Dr. Wiiidthorst untersiüizt, beantrage er, die Regierung aufzufordern, an die nachgeordneten Behörden die Anweisung ergeben zu lassen, daß die Bestimmungen des §. 2 des Wahlreglements, wonach die Bewohner der von ihrem Hauptort getrennt liegenden Gebietstheile, soweit sie in sich keinen Urwahlbezirk bilden könnten, mit den nächst gelegenen Gemeinden zusammengelegt werden könnten, im Uebrigen jeder Urwahibezirk eiii möglichst zusammenhängendes, abgerundetes Ganze bilden WUS- stets und Überall beachtet werde. _
Abg. Peters (Pinneberg) weißt darauf hin, daß in Neu- wied keine neue Eintheilung der Wahlbezirke stattgefunden habe, sondern nach derselben Eintheilung wie bei früheren Wahlen verfahren worden sei.
Die Abgg. von Liebermann und Freiherr von Minnigerode glauben, daß diese Wahl nicht gerade Anlaß zu einem so weitgehenden Antrag biete. Es sehe tendenziös aus, wenn die Wahl in so auWebauschter Weise hier erörtert würde.
Abg. Dr indthorst: Der Antrag habe in dieser Session keine praktische Bedeutung mehr, sondern nur einen theoretischen Werth; und da meine er, daß dieser wie andere Fälle am Vorabend von Wahlen recht fiiglich Veranlassung geben könnten, den Antrag Rickert einzubringen und er seße voraus, daß gegen den Antrag selbst kein Widerspruch erfolgen werde da Jeder das größte Interesse habe, da?; die Wahlen ua den bestehenden Vorschriften vor sich gingen. _
Abg. Rickert: Die Herren von der Rechten wunderten sir!) Über seinen Antrag. Hätten sie etwas dagegen, so möchten ne doch sagen, was. Abg. Eynern: Er werde es gleich sagen!) Vor- läufig habe sich bg. von Minnigerode gegen den Antrag erklärt, und er spreche mit dem Abg. von Minnigerode und nicht mit dem Abg. von Eynern! (Zuruf des Abg. Rumpff.) Er wünsche, daß der Abgeordnete, der ihn soeben unterbrochen, und der _so .seltenGelegenbeit habe, zu sprechen, seine Grobheiten öffentlich vorbrächte. (Vize-Präsident von Benda: Das zu rügen, was
ein Abgeordneter thue, sei [eine Sache.) Er “sei angegriffen worden und habe das Naturrecht zur Gegenwehr. Gegenüber dem gdschäftsordnungNnäßigen Einwand, daß sein Antrag heute nicht am Plaße, erkläre er sich bereit, daß er an einem Schwermßiage als befonderer Antrag verhandelt werde.,
Abg.1)r.Windthorstist damit einverstanden, daß dsr Antrag als besonderer Antrag verhandelt werde. Daß er nicht über: flüssig sei, hätten die zahlreichen Wahlpriifungen in den letzten Jahren gezeigt.
Abg. von Eynern: Damit gestehe der Abg. Rickert zu, daß er dei) Antrag an eine falsche Stelle geseßt habe, und das Haris sich also in überflüssiger Weise jeßt mit dieser Sache beschäfxrgt habe. Die 21ng. Rickert und ])r. Windthorsi hätten gewiimcht, daß die Wahl, bei der das Centrum eine starke Niederlage erlitten habe, nicht den Wählern, sondern der Wahl- geometrie der Regierung auf Rechnung gestellt werde. Er sei freilich der Ansicht, daß das Wahlergebnis; die wahre Stimmung der Bevölkerung wiedergebe. Dagegen, daß der Antrag genereil gestellt werde, habe er nichts. Er halte ihn aber für Über: flüssig. Denn die Beweise, daß Wahlgeometrie getrieben worden sei, seien so gering und so vom Varteigeist eingegeben, daß kein Anlaß vorhanden sei, in großsr Aktion eine frühere Ordre in Erinnerung zu bringen.
Abg. Gerlich: Dem Abg. Rickert bemerke er, daß die Landrätbe auch ihr Naturrecht hätten; sie hätten das Recht, daß man ihnen zutraue, daß sie die Verfassung gewissenhaft beobachteten und nicht erst vom Minister darauf hingewisien zu werden brauchten.
AbZ, Rickert: DLT Antrag sei korrekt und auch an der richtigen Stelle. Aber er woÜe, nachdem der Abg. voirLieber: mann erklärt habe, er sei mit dem Antrags einverstanden, sr finde ihn hier nur nicht am Platze, die Konzession machen, daß er als brwnderer Antrag verhandelt werde. Es komme nur darauf an, daß die Sache vor den nächsten Wahlen bw sprochen werde. Er bringe nicht eine alte Ordre, sondern die Verfassung, das Wahlgsseß und das Wahlreglement in Er: innerung fiir Diejenigen, welche vielieicht nicht demgemäß verführen. Es gebe abin verschiedene Auffassungen darüber, was in dem Wahlgewß, der Verfassung und in den Wablregiemxnts stehe. Wolie der Abg. Gerlich be; streiten, daß Wahlkrengedmctrie vorgekommen sei, die zur Kaffation von Wahlen gerührt habe.? Politische Motive, wie fie der Abg. von Eynern unterschiede, sollten bsi den Wahl: prüfungen fern liegen. Er seinerseits weise eine solche Unter: stellung weit von _sich.
Abg. Rumpft: Der Abg. Rickert habe ihm vorgrworfen, erstens, daß er grob gewordensei, und zweitens, er hielte nicht genügende Reden. Ddr Abg. Rickert hätte den Abg. von Eynern indirekt angegriffen und er (Redner) sei sehr empfäng- lich für solche Angriffe auf Koliegen von ihm. Was den zweiien Vorwurf betreffe, so halte er es sogar für ein großes Glück, daß nichtJÉedem Abgeordneten die Zunge so gelöst sei, wie dem Abg. ickert; jeder Sißungstag kostet dem Staat 10000 «16
Abg. Rickert: Seine Brnierkung, daß er nicht mit drm Abg. von Eynern, sondern mit drm Abg. von Miniiigerode rede, solle ein indirekter_Angriff auf den Ersteren sein! Dann folie er dem Abg. Nurnpff vorgeworfen haben, daß dieser srlten rede. Er verwahre sich dagegeir.
Damit schließt dis Diskuision; der Antrag Rickert wird später zur Verhandlung kommen.
Es folgt die erste Verathung des _von dem Abg. Scheben u. Gen. eingebrachten Gsießentwurss, betreffend das Verbot von Surrdgaten bei der Bierbereituug.
Abg. Graf (Elberfeld) erkiärt sick) mit der Tendenz des Antrags Einversianden, die dabin gehe, dem Volke ein reines Bier zu verschaffen. Die Bestimmungen im Einzelnen seien jedoch bedenklich; er braxitrage deshalb die Ueberweisuxig drr Vorlage an eine Kommisiion von 14 Mitgliedern.
Abg. Schrben verliest zur Begründung seines Antrags eine längere Ausführung, in welcher er an die Verhandlungen dss Hauses in früheren Sessionen iibc-r etitionrn, die den: selben Gegenstand betrafen, Bezug nimxnt. _
Ab . Rumpff tritt dem Abg. Grai bei; es lägen hirr 10 viele koJidirende Interessen vor, _ daß eine Komniissidnsberq: thung nöthig sei. In landwirthichaitlichen Kreisen seien die Ansichten zwischen den Gerste- und den Kartoffelproduzenten getheilt. Die Leßteren ieien gegen das Verbot von Surro- gaten, mdil sie aus der Kartoffrlftärke die als Surrogat beim Bier atigewandte Maltose hersirllten. den das Maltow bier, an das sick) das Auslrrnd bereits gewöhnt habs, inner- halb der deutschen Brausteuergemeinschast nicht mehr [gér- gesteilt wrrden dürfe, würde die Produktion zu Ungumren unserer Brauer nach Hamburg und anderen Orten verlegt werden.
Abg. Dr. Meyer (Breslau): Diesr Sache gshöre nicht in dies Haus, sondem sei eine Angelegenheit des Reichs. _Er könne dcn Einzelstaaten die Kompetenz nicht (i_bstreiten, iiber dad, was das Reich thue, noch besondere Vor1chriften_ zu „9.7; lassen, bsftreite aber die Zweckmäßigkeit davon. Ser€1Z_Dlé Vorschläge, die der Antrag Scheben bringe, richtig, so muster die Wohltbaten derselben a_uch den iibrigen Staaten _zu Thsll werden. Die Bierfrage 1cheine sich nach zwei Richtungey zuzuspißcn: daß einem das Bier gut schmecke, und da?; es einem auch gut bekomme. Verfehle der Brauer den exif?" Erfolg, so müsse ihm der Konsument ent egentretßn; kaikhle er den zweiten Erfolg, so sei das Reichs: esundhertswnwkhOU jeßt in der Lage, ihm entgegenzutreten. Würden dem Bl,??? unschädliche Bestandtheile zugeießt, so habe man gar kein] Veranlassung, sich darum zu bekiimmern, auf welche WMS ein gutes, schmackhaftes und gesur-des Bier hergestel_1_t_ werdéU könne. Er bestreite von vornherein, daß der Be rin SUM- gat bei der Bierbrauerei irgend welche ererbttLUW habe. Man sollte nicht sagen, das Bier dürfe nux JU? Malz und Hopfen gebraut werden. Vor der Emiliki rung des Mälzungsyrqzesses sei _ schon Bier _getrunkxii worden, welches aus Rohirucht hergestellt worden ser. __Es w sehr leicht möglich, daß, wie die Einfiihrun des untergahkigk" Bieres dem Genuß des obergährigen gro e Schranen 9st habe, so heute durch neue Aenderungen der Technik das is? in anderer Weise hergestellt werde, als sonst._ Der AZUUZL“ steller one die Reisbrauerei zulassen, die Maisbrauerei a 91 nicht. Das sei ein Widerspruch. Auch die Verwendung VVL Zucker sei nicht so ohne Weiteres zu verbieten. _Jn Brenz? r werde das sogenannte Seefahrtsbier a_us Yokomalen) ZYL- hergestellt. Es würde eine Grausamkeit sern, emederartlg? “Yi? zialität zu unterdrücken. Ferner seien die Brauereien, sPTzWY._r Berliner, darauf angewiesen, durchZusaß von Stärkdzurker lhk 'er exportfähig u machen. Es ?andle sich hier lediglich Um, Zen Zweckmäßig eitsfrage, in we che das Haus sick) emsumls
keine Veranlgssung _hab_e. Auch das Verbot der Verwe dun von Sqlizyisaure ser nicht zu rechtfertigen, sie werde ledli [iZ als antlsxpllstbes Mlltel benußt, um die Gährung im ier u yerhmdern. Dem Antragsteßer komme es haupt- ächl1ch darauf an, der Mallow entgegenzutreten. Er bekenne offen,_ er wurde sich „sehr schwer entschließen, elbst Mcrltosebier zu _trmken, weil es weniger schmackhaft Lei als reines Gerstenbrer. Andrerseits aber sei es wohlfeiler als Gerstezibiex und keineswegs gesundheitsschädlich. Wer die merntwempLFt bekayxpfe, soilte gerade dem Genuß des Mal: wiebrers Vor1chUb le11txn. Er möchte eine gründliche Kom- misiionsberathung xmpiehlexi.
YFAntrag wrrd an eme Kommission von 14 Mitgliedern vermi -
Schluß 31/2 Uhr. Nächste Sißung Dienstag 11 Uhr.
_-
Statistische Nachrichten.
Nack) dem Berickxt drs Probinzial-Ausschirs 11er ' - waltung der Axgelegcnbeiien drs Provinzial-ZZerbandTLF Fßrn Pommern _fur _d_e:i Zeitraumrom 1. April 1886 bis 31. März 1887 batte tn dj_ejem Zeitraum das Landarmen- und Korri- gendenwesen einen Kosrenauxwand von 328132,73 „44 erfordert (1815367 „4!- weniger _c-ls _m 1885/86), und zwar die Armenpficge 277?54 25 „44 (+ 393063 „_ck-); die Vribülfen an Orisarmen- verband)? 214680 7“ (+ 886,72 514), das Korrigendenwcseri 48631„i0 „44 (- 22 990,92 W). Auf den Kddi der Bevölkerung
&.tcckbricée Und Unterfücbungs-Sacbcn.
Veriooinng, Zinszahlung ::. ron Öffentlicbcn Papieren.
1
*) Zwaßgsvoiistrrckrmgen, Arifiiebote, Vorladungen u. drrqi. « . .
3 Vrrkaufe, Vcrvachtumgen, Verdingungen 2c. * s e en 1 er .tzetg 4 |
falien im Regierun sbezirk Stettin von den_ Armenvflegekoiien 12,14 H, auf den Hektar 10,20 ,s, im Regierungsbezirk Köslin 18,45 bezw. 7,42 „Z, im Regierungsbezirk Stralsund 18,84 bezw. 9,33 .“ -- In den 7 Jrrenanstalten war am Jabreksckxluß ein Bestand von 853 Irren, gegen 787 im Vorjahre, die Kosten beliefen fich auf 283 335 24 oder 416,06 „44 pro Kranken im Jahre und 113,99 „95 pro Tag (gcgen 232 878 „M bezw. 432,54 «44 und 118,51 45 im Vor'abre). - In den Taubstumuzenanitalten berblieben axnIa reéscbluß 177 Kinder (gegen 203 im Vorjahr), in der Pro- vnrzral-Blindenansialt zu Ncu-Torney 81 Blinde, in Zwangs- erztebung 71 'Kinder.
In der Hebammen-Lebranstalf Greifswald waren 3 Steüen diirch Lebrtöcbier aus Nrurorpommern beseßt (445,50 „is) das Pro- vrnzial-Hebammen-Lebrinstitnt Stettin hatte 38 Schülerinnen.
Die Provinzial - ülfskasse baite_ am 31. März 1887 ein Vermögen von 129549 „M, der Meliorationsfonds (bei 1589903 «54 ausstehenden Tariebnen) einen Bestand von 190 907 „js Bei der Pommerschen Fcuer-Societät Waren im Jahre 1886 cm Gebäudrn 1 540 036 «44, an Mobiliar 137828 „46, zusammen 1377 864 „Fr- verficbert. lere Einnahmen betrugen 2337099 „;ck-, ihre Ausgaben 2596101 „rr: Der Pferde-Versicberungsfonds batte 188687 86928 „46 Eiiinabme und 2605 «rs AuEgabe, der Rindvieh- Verficbeiungsioiids 238 068 914 Einnahme und 6436 .“ Llusgabe.
Unter Aussicht dcs Previnzialverbandrs strben das Waisrn- baus zu Stargard (14 056 „kk Einnabmrn, 13207 „je, Ausgabrn), das Hospital St. Petri zu Stettin (37684 „“ Einnabmr, 32 707 „46 Ausgabe) Und die Spitäler St. Spiritus und St. Georg zu Treptow a. Tdi]. (37 345 „44 Einnakme, 19 747 «44. Achgabr).
Blöde und Schwachsinnige in dcr Kückenmüble bei Stettin, 2) die Diakonifien- und Krankenbeilanstaif Bethanien zu Neu-Torney, 3) das Buggenhagen-Stist zu Durbrow, 4) das Stift Salem zu Neu-Torney, 5) das Jobanniter-Krankenbaus zu Polzin. 6) die Pridat-Augenbeilanstalt des Dr. Harder zu Stettin, 7) die Kindcr-Heil- und Diakoniffen-Anstalt daselbst, 8) das Cbristliche Kurbospital Silva in Kolberg, 9) das Yommersckke Museum zu Stettin, 10) das Provinzial- Museum zu Straliund, 11) die Gcfeliicbast für pommersche Geschichte und Alterthumskunde, 12) die Bienenzrickzi, 13) die agrikultur-Örmische Versuchsstation in Regenwalde, 14) die Fiicbzucbt, 15) die: Ackerbau- [cbule zn SchrUin, 16) 17) die Laiidwirtbirbaftsschulen zu Eldena und Schidelbein, 18) die Handels= iind Gewerbeschule für Frauen und Töchter zu Stettin, 19) der Vaterländische Fraiieiwerein der Provinz Pommern, 20) der pommersche Prorinzialrerein zur Bekämpfung des Vagabondentbums.
An Provinzialbeiträgen sind wie im Vorjahr 500000 „FQ auégcfchriebrn wordcn (nach dem VdUaufkomwrn der StaatssteUem im Betrag? von 8158 720 .“), außrrdcm bartcn disNeu-Vorpommer- schrn Kreise zur Verzinsung und Amortisation drr an dir" Stelle der früheren Nru-Vorvommersckyen Laudrsicbuld [iZtreiciirn Provinzial- Jnleibe 99 466 „M und für die Kommunalckyaumwn 108 001 „xs, zu- ]ammrn 247 467 „44 aufzribringen. _
Das Vermögen des Prodinziai-V.rbandrs bcrrag am 31.März 1887 in Grundstücken und Indcntaririi 3090 781,48 „45 und in Kadi- talien 3515 367,26 „46, :,.Uiammcn 06()614Z,74 044 Die Passiven be- liefen fick) auf 2838 402,96 „44, srdaß rin Uebersckzui“; ron 3 7677457824 verblieb, 329 014 «FC: Uirhr (ils Exide 1885 86. Außerdcni war noch drr Eisenbabn-Bauidnds mit 1025000 «jr; Akrireii und 435930,70 «js Miisiven ror__banden._
Untrrstüéi MYLVOM _ProviiiziawcrbanYLYie Anstalt_i_ii_r
„_.. __ . _ _ _ 1__
5. Kommandir-Gcseüicbafien auf Akrien U. ertim-GrieÜZÖ,
8. Verschiedene Bekanntmacbimgen.
er 6. Bemfs-Genoffenscbaften. * ?. Worben-Auswcise der chiscben Zeftelbanken.
1) Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen.
[4734] Steckbriefö-Erneuerung.
Der gegen Gnido Kohl,_ am 9. Januar 1858 in Bautzen grboren, _wegrn wiederholter Untrrscblagung iu aaiis 83 (It. 1979. 873, .]. 11 (1. 664. 83 unter dem 21. Juli 1883 vo§m biefigewaniglicben Amts- gericht 1. erlanene Steckbrief wird Hiermit eriiruert.
Berlin, den 19 April_1888.
Kör-iglicdc Staatsanwaltiéhaft beim Landgsiicht 1. [4732] Steckbrief_s=Erledigun_g.
Der gegen dcn Schlachtermeiiter Friedrich Carl Krehan wegen Betruges iu acrig _1. 11 (1. 251. 82 unter dem 16. Oktober 1882 erlapexic und unter dem 20. Juni 1884 erneuirteStkckbries wird zuriick- genommen. __ __
Berlin. den 20. Avril_188_8. _ Königliche Staatsanwalticbair beim Landgericht 1.
[4733]. Steckbriefö-Erledigyng. _ __
Der gegen den HandlungSreijendcn Siegfried Kornick wegen wiederboiter Unterichiaguyg von dem Untersuchungsrichrer des hiesigen Königlici'cn Land- gerichts 1. in den Akten 11. 12. 1. 1229. 81., .]. 116. 1054. 81 rdp. unter dem 29. November 1881 erlassene und unter dem 5. März 1883 erneuerte Sieckbrief wird zurück,;eriommen.
Berlin, den 20. April 1888._ _ _ Staatsaiiwaltsäyait bei dem Königlicbsn Landgericht ].
4736 [ Grilttwald, Aagust - Sirckbriei WM 10. Mai 1880 - Vom 9. Juni 1882 und vom 17. Dezember 1885 - rrledigt. _ _ UWaldenburg, den 12. APU[ 1888.
Der Staatsanwalt.
[4735] Bekanntmachung. __ __ Ter unterm 2. Juni 1886 gegen den Srbidmer Carl Petzold aus Pbiiirpsibai,_geborer_1 (11116. Sep- tember 1859, erlassene S_teckbrtes wird in ;_wlge _des Allerböcbsten Gnadenerlaixes Vom 31. Marz 1888 als eriedigt hierdurch zuruckgrzogen. 0._24x85. Schenklengsfeld, den 19. April 1888. Königlicbes Arritsgericbr. Q U ?. n r i 11.
[63915] Oeffentliche Ladung. _
In der Strafsache gegen Hai" u.“:d GM_VULU - .]. 117 a. 83. 88 - werden nachitcbende Perwnen:
]) Barbier Wilhelm O_iw qu, gebdrrn am 28. September 1860 zu Roienberg [. We!tpr_.,
?) Hausknecht Ferdinand Albert Zepernick,_ g;- boren am 21. Januar 1863 zu Schneidemubl, Kreis Kolmar i. “P.,
3) Arbeiter Emil Albert Krüger, _geboren_ am 10. Juli 1864 zu Sckpneidemübl, Kreis Kolmar i. P."
4) Porec Johann Rommeck, geboren am 23. De- zember 1864 zu Ostaczewo, Kreis Thorn,
5) Karl Heinrich Ludwig Elsmann, geboren am 19. September 1865 zu Cbarlortrnburg, _
6) K„rl Ludwig Wegner, geboren am 27. April 1353 zu Schloß Kanes, Kreis _Trqmburg,
7) Ubrmacixer Otto Ernst Friedrich Schulz, gr- bdrcn am 18. Drzember 1864 zu Falkenburg, Kreis Dramrurg, _
8) Kommis Martin Moriß Schöps, geboren am 27. Januar 1863 in Kobylin, Kreis Krotoicbin,
9) Gärtner Hugo Heinrich Lilienthal, geboren am 22. Januar 1864 zu _OronHk bei Radom, orts- angehörig zu Strasburg !. Westpr, _
10) Hans Stenzel, geboren am 19. Februar 1864 zu Strasburg i. Westpr.,
11) Bürstenmackper Wilhelm Albert Robert Kreuz, geboren am 3.Februar1863 zu Freien- Wali)? i- P., Kreis Saa ig,
12) Wilhelm Gustav ange, geboren am 19.810- Vember 1863 zu Stargard i. P., Kreis Saaizxg,
13) Adolf Jacoby, geboren am 24. Juni 1866 zu Barby, Kreis Kalbe a. S., _
14) Franz Heinrich Wilhelm Reitrecke, geborxn am 21 August 1865 zu Schönebeck, Kreis_Kalbe n. O.,
10) Schustergeselie Johann Adam Gilke, _geboxen :MRW. August 1864 zu Longerich, Landkreis Koln
16) Karl Ludwig Fabert, geboren am 4. Juni 18625, Zu Müncheberg, Kreis Lebus,
14) Karl Emil Heinrich, geboren am 21. Sep- tember 1863 zu Arenswrf, Kreis Lebus,
18) Kellner Eduard Gustav Parzl Graßmmx- eb_oren am 28. Oktober1865 zu Lubbenau, Kreis a au,
sämmtlick) unbekannten Aufenthalts, deren leyier WoanIß oder Aufenthaltsort Berlin gewesen ist, beschu digt, als Wehrp ichtige in der Ab]1cht- sich dem Eintritt in den ( ienst des stehenden Heeres
oder der “"_[otte zu_eni;ieben, ohne Erlaubnis; das Bixndesge iet verlaiien brzw. nack) erreichtem militär- pfixcbtigen Alter 11ch außrrbalb des Bundesgebietrs ausgrbaltcii z_U haben, - '
Vergeben iirasbar nacb §. 140 Nr. 1 das Rricbs- Strafgeseizbucbs.
Tiesrlbrn werden auf
den_ 11. Juli 1888, Vormittags 9 Uhr, vor die 3. Strafkammer dcs Königlichen Land- gerichts 1. zu Berlin, Alt-Moabit 11/12, 1 Treppe, Saa[_68, zur Haudtrerbandiung geladen.
Ber nur_nticiwldigirm Ausbleiben werden die- s_e_lberr_ an): Grund der nach §. 472- der Reichs- Z-trasdrozrßdrdnung von den nacbsieb-enden Behörden iibcr di: der_ Anklage “„U (Hrmide lie enden That- 1achrzi (LUÉJUÉLÜTLU Erklärungen bcrurtZeiit werden.
Die Erklärungen sind ertdcilt:
bezxiglick) drs Angeklagicn 341 1 von der Ersatz- Kommiifiori zu Rosenbcrg i. Westdt.,
bezügiick) der Angeklagten 86 2 und 3 Wii der.
Ersaß-Kommisfidn zu Kolmar i. P. bezirglicb des Angeikagten ac1 4 von der Ersaß- Kommiifion zu Tborii, bezüglich des Angeklagten ua 5 von der Ersatz- Kommiifion zu Cbariotirnburg, bezügiick) der Angeklagten 86 x? und 7 von der Eer-Krmmiifion zu Dramburg, _ bezüiili ) des Angrklagien 33 8 von der Eriaß- Kommission zu Krotoschin, bezüglich der Angeklagtcii 9.6 9 und 10 bon_ der ErsaY-Kommisfion zu Strasbarg i. Weitbr, bezüglich der Angrklagfcn 311 11 und 12 ron der ErmH-K'ommiision zu Stargard i. P., bezüglich der Angeklagten 3613 und 14 ron der ErsaZ-Kommiision zu Kalbe a. S., _ bezüglich des Aiigrklagien 8.6 15_ dcn der Eriaß- Kommission zu Köln (1. R. (Landkreis), bezüglich der Angeklagirn 86 16 und 17 von der Eriaiz-demissidii zu Seelow, _ bezüglich des Angeklagten 56 18 von der Eriatz- Kommission zu Kalari. Berlin, dcn 19. März 1888. Staatsanwaltscbafi bei dem Königlichen Landgericht 1.
[4831] __ Beschluß. _
In der Straiiacbe gegen den Gaiiwirib Heinrich Jens bier, wegrn Meiriei_ds,_wird auf Antrag drr Königlichen SiaaiSanwaiUcbait,
nachdem der Angeklagte iii drm Termine zur Haupivcrbandlung am 15. März «._iroß ordxiungs- mäßiger rrcbtzeitiger Ladung nicbt erichicnen iir, sicb vielmehr, laut Bcricbt der Königlichen Polizei- Direktion Vom 17. März ar. ron „Hannover - unbekannt wohin? - entfernt bai, __ _
nachdem derselbe auch durgb eine in_(chiaßberi §. 40 Abs. 2 St.-P.-O. zugeitcÜte Verfügung des Vorfiizendrn des Kdiiigiicbrn Schwurgericbis ziir Er- klärung über deri Antrag_ drr Königlichen Staats- anwaltscbait aufgewrdrrt iik,
aiif (Grund §. 122 St.-P.-O. die von dem Ange- klagirii gcstelltr Sichrrbeit von 7000 - Sieben- tausend -- «26 zu Gunsten des Könirzlicb Preußiicben “iskus für derfailen erklärt und am Grund §. 332 (?d-PxO. das im Deutichen Reich befindliche Ver- mögen drs Angekiazitcn mit Bescblgg belegt.
Hannover, den 25. Februar 1888.
Königlicbcs Landgrricbt, Strafkammer 118, gez. Meder. Lindexiberg. Brodmann. AuEgcscrtigf:
Hannover, den 18. April 1888.
(11. 8.) E1P211,_ Gerichtsscbrciber drs Königlichen Landgerichts.
[48071 Beschlyß. _
Auf Berirbi dcs LandgertMs-Natbs Webrr, qui Antrag der Kaiserl, Staatsanwalixcbaft, wird das im Deutschen Reiche befindliche Vermögen des Fahnen- flücbtigen Josef Will, geb. 23.7.1865 zu Geb- weilcr, bis zur Höhe don Drextausxnd Mark mrt Beschlag bclegi. _ _ _ _ _
Dic Vcrbffrntlicbung die1er Veriugyng Wlk_d im Deutscbrn Reichs-Anzciger zu Berlin, sowie im GebWeilcr Kreisblatt gngeordnct.
Kolmar, den 9. Marz 1888.
Das Kaiserl. Landgericht. Strafkammer. gez. E. v. Klöckler. Weber; Dr. Weber. Für richtige Abschrift: _
(11. 8) Dcr Landgerichts-Sckretar Diebels.
[4808] Veschlyß.
Auf Bericht des Landgerichts-Ratbs Weber, auf Antrag der Kaiserl. Staatsanwaltichaft, wrrd das im Deutschen Reiche befindliche Vermögxn des Fabnenflücbtigen Eugen Frey, geb. 3. Janz 1866 zu Lautenbach, Kreis_Gebwer[er, bis zur Hohe von Dreitausend Mark mr_t Beschlag belegt. _ -
Gleichzeijig wird die Veröffentlichung dieser Ver-
fügung im Deutscher) Rcichs-Anzeiger zn Berlin, so- fügung im Drutscben Reickéd-Anzeigrr zu Bsrlin,
wie im Gcbweiler Kreisblatt angeordnrt. Kolmar,_9. März 1888. Kai1erl. Landgericht. Siraikmnmer. gez. E. v. Klöckler. Wrber. 1)r. Webrr. Fiir richtigr Abicbrist: (1-. 8.) Der Landgrriwts-Srkretär Diebels. [4809] Beschluß. _
Aus Bericht des Landgerickyrs-Rarbs chrr, ans An' trag der Kaiferi. StäätÖaiiikaÜsckWik, wird das im Deutschen Reiche befindliche Vrrmögrn dcs Fabnenflücbtigen Karl Werner, i;?b. 14. Okiobrr 1866 311 Gebweiirr, bis zur Höhe von dreitausend Mark mid Bricblag bclegr,
Auch wird die Vrröffriiilirbung dicser Vrrfügring im Deutxcbrn Reiäxs-Anzdigcr zn Berlin sowie im Gebweilcr Kreisblatt angrdrdnct.
Kolmar, de_n 9. _März 1885.
Das Kaiirrl. Landgéricht. Strafkammer.
ch,. E. v. Klöckler. cher. Dr. Weber.
Für richtig? Abschriit: (1-. 8.) Dxr LandgeriÖts-Sekrrtär Diebels.
[4810] Beschluß, _ Aus Berickoi des Landgerichts-Natbs Weber, aus An- trag der Kaiierl. StaatIanwaltWafi, wird das im Deutschen Reiche befindliche? Vermögen des Fabrian- flüchtigen Jobann Baptist Karl Litterer, grb. 22. Mai 1865 511 Gcbwcilsr, bis zur bee von Dreitauicnd Mark mit Bescblag bclkgi. _
Gleichzeitig wird die Vrrbffentlichung dieier VCL" fügung im Deutschen ReiM-Anzeiger zu Berlin, sowie im Gebwriler Kreisblatt angeordnet.
Kolmar, 9. März 1888.
Kaiserliches Landgericbt. Strafkammer. gez. E. V. Klöckier. chsw Dr. Weber. Für richtige Abschrift:
(L.. 8) Dcr Landgerickyts-Srkrriär Diebels.
[4811] Beschluß. _
Auf Bericht des LandgeriMI-Ratbs Wrber, aui Antrag dcr Staatsanwaltscbast, wird das im Deut- schen Rrirbe befindlich Vrrmbgcn des Fabuenfiücb- tigcn Georg Sembacb, grboreii am 22. März 1866 zu ersbeim, Kreis Kolmar, bis zur Höhe von Drei- tauieiid Mark mit Beschlag belegt.
Zugleich wird die Veröffentlichung diescr Ver- fügung im „Dr_Utschrn Reicds-Anzeiger“ zu Berlin [owie im Elsäner Erzäbler angeordnet.
Kolmar, den 10. Februar 1888.
Kaiserlicbrs Landgerichi. Strafkammer. grz. E. V. Klbckler. Oegg. Weber. Zur Beglaubigung:
(1... Z.) Diebels, Landßcricbts-Srkrctär.
[4812] Beschluß, _
Auf Bericht des Landgcrick)ts-Ratbs Weber, auf Antrag der Kaiserl. Staarsanwaitsckpaft, wird das im Deutscben Reiche bcfindiicbe Vermögen des Fahnen- flücbtigen Heinrich Nkeyer, geb. 18. September 1865 zu Kolmar, bis zur Höhe von Dreitarisend Mark mit Beschlag bclcgt. _
Glcichzeitig wird die Veröffcnilicbung dieier Ver- fiigung ' im _D__cut!cben _Reicbs-Anzeigcr „zu Berlin, sowie im Eliäiier Erzäbler angeordnet.
Kolmar, dei] 9. März 1888.
Das Kaiierl. Landgericht. Siraikwmmer. gez. (8.1). Klöckler. Weber. Dr. Weber. Für richtixie Abschrift: (11 8.) Drr Landgerichts-Sekretär Diebels.
[4813] _ Beschluß.
Auf Bericht des Landgerichts=Ratbs Weber, auf Antrag der Staatsanwaldcbaft, wird das im Deutschen Reiche befindliche Vermögen des Fahnen- flüäxtigen Georg Oelhaffen, geboren am 9.'März 1865 zu Gruffenbcim, Kreis Kolmar, bis zur Höhe von Dreitausexid Mark mit Véschlag belegx.
Zugleich wird die Veröffrntiichung dicier Ver- fügung im Deutschen RcickW-Anzeigcr zu Berlin, sowie im Elsasser Erzäbler angeordnet.
Kolmar,_10. Februar 1888. ,
Kaiierl. Landgrricht. Strafkammer. gez. E. v. Klörkler. Oegg. Weber. Fur richtige Abschrift: (1-. 8.) Der Landgerickyts-Sekretär Diebels.
[4814] Besckxluß.
Aus Bericht des Landgeriwts-Ratbs Weber, auf Antrag der Kaisers. Staatßanwaltsrbaft, wird das im Deutschen Reicbe befindliche Vermögen des Fabnenfiüchtigen, Johann Franz XaVcr Wuest, geb. 2. 6. 1867 zu Kolmar, bis zur Höhe von Dreiiausend Mark _mit_ Beschlag belegt.
Gleichzeitig wird die Veröffentlichung dieser Ver-
wwie im Elsässcr Erzäblrr angeordnet. Kolmar, _0. März 1888. Kaiirrl. Landgsricbt. Strafkammer. grz. E. 1). Kliicklcr. Wrbcr. Or. Wrber. Fiir ricbiige Vibirbrift:
(11, 8.) Der LandgrriÖis-Sekrrtär Diebels. [4816] Beschluß.
Auf BrriÖt des Landricricbts-Ratbs Weber, auf “Antrag dchaiscrl. Staarsaiiwaitscbaft, wird das im Deutscbrii Reiche brfindlicbc Vrrmbgrn des Fabrikn- flücbiigrn Nikoiaits Rehm, gdbrrcii 13. Mai 1867 zu Rohrschweisr, Kreis ?)iadpokdwcilrr, bis zur Höh? ron Dreitausrnd Mark mir Bcickylag boiegi.
Zuglcick) wird die Vcröffctitlickyimg dieser Ver- fügung im Druiscben Reicbs-Anzeiger 511 Berlin, so- wir im Rarddltswciler Kreisblatt angsrrdner.
Kolmar, 24. Xebrrrar 1888.
Kaiserl. andgsricbt. Strafkammer. gez.E.Oc»1g. chsr. ])r. Webér. Fiir dir Abicbrift: (11. 8.) Disbris, Landgerickyts-Sckretär. [4817] Beschluß.
Aus Bericbt dcs Landgrricbrs-Iiialbs Weber, auf Antrag der Kaiserl. Staatsarwaltfcbaft, wird das im Dcuxicbén Rcicbc befindlicbe Vermögen des Fabneriflücbtigcn, Hidddlyi Bleicher, grb. 30. März 1865 zu St. Pilt, Kreis Radddltsweilcr, bis 51.11! Höbe don Dreitauscnd Mark mit Beschlag belegt.
Zugleich wird die Verdffrniiicbang dieser Ver- fügung im Deuticbsn Réickzs-Anzeiger zu Berlin, sowie im Rarydirsweilcr Kreisblatt angeordnet.
Kolmar, 24. chruar 1888.
Kaisrrl. Landgericbt. Strafkammrr. gez. E. Orgi]. Weber. Dr. Weber. Fiir die Abschrift: (11. 8.) Dicbcls, LaiidgrrirHrI-Srkretär.
[48181 Beschluß, __
Auf Berichr dcs GerickUs-Aiwmors Rosriibrrg und auf Antrag der Staatsiinwaltsckxast wird das im Deirtsckysn Rcicbe b:fiiid1ick)c Vermögrn dcs Fabrian- flüchtigen Augustin Alois Schott, geb. am 13. Juni 1864 zu Grmar, Kreis éiiadddlrrwciler, Lebrer, bis Ibn? Höbe don dreiiausrnd (3000) Mark mit Beschlag e sgt.
Auch wird die Veröffentlickyiiiig dicser Verfiigung im „Drutscbcn Reichs-Anzciger' zu Berlin, 101Vi€ im .Raddoltsweiler Kréisblatr“ angrdrdnrt.
Kolmar, dcn 25. Mär; 1888. _
Kaiserl. Landgericht, Strafkammer. gez. E. V. Kidckicr. Caspers. Rosenbrrg. Ziir Brglaubigimg: (d. 8.) Diebels, Landserichts-Sckretär.
[4819] Beschluß.
Auf Bericht drs La:1dgrrichr§=Ra_tb§_cher, auf Anrrag drr Kaiserl. StaatsanwalUchast, wird das im DeUtsrbcn Rcirbc bcfindlicbr Y_rrmögen des Fahnenfliicbrigcn Fordiiiaiid Mama JOUs Schilder, geb. 1. Oktobrr 1866 zu Urbcis, Kreis Rappolts- wciier, bis ziir HÖHE ron dreitauiend Mark mit Brichlag belegt. _ _
Zuglsich wird dirVrröffcntlickiung dicxer Ver- fügung im Deutsckyrn RrickW-Anzeiger zu Berlin so- wie im Rappoitswciler Kreisblatt angeordnet.
Kolmar, 2. März 1888. _
Kaiserl. Landgeriwt Strafkammer. gez. (H,O. Kiörkler. Weber. Dr. Weber. Für die Abschrift: (11. 8.) Diebels, Landgerichts-Sekrctär.
[4820] Beschluß.
AUf Bcrichx dcs Laiidgcrirbis-Ratbs _Weber, auf Antrag der Jaiierlichcn StaatsanwalUchaft wird das im Deu11chcn Reiche bcfindlicbc Vermögen des “abnrnflücbtigrn Josef Louis Gustav Duby, gc- orcn am 18. Frbruar 1865 zu Schnierlacb, Kreis Rappoltsweiler,
bis zur Höhe von dreitausend Mark mit Be- schlag belegt.
Zugleich wird die Veröffentlichung dieser Ver- fügung im Deutschcii Reickys-Anzeiger zu Berlin sowie im Rappoltswcilcr Kreisblatt angeordnet.
Kolmar, den 10. Februar 1888.
Kaiierlicbes LandJcricht, Strafkammer. gez. E. v. Klöckler. Oegg. Weber. Zur Beglaubigung: (1-. 8.) Diebels, Landgerichts-Sekretär,
[4821] _ Beschluß. Nack) Einsicht des Ersuchens des Gerichts der Königlichen 16. Division vom 17. März 1888, nach _Emficht des Antragrs der Kaiserlirben Staats- anwalt_1ck)ait vom 5. April 1888, wird das Vermögen des _entwicbenex Füsiliers
„,'-,. „„ _
„ck“
» _ __7.„_.,_ *- .. : . '