1867 / 86 p. 7 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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ereits aus thlien hatte er einen Entwars fiir die Glyptothckfrechn niitgcbracht; wahrch dex Wintermonate n cldorf zeichnete er die Cartons, und die meist durch Ferien der Aka emie ausgefüllten Sommermonatx saheni n mit seinen Schülern nach München überge- fiedclt, wo |ck m dxn älen der Glyptothck cin reicheZthätigcs Kunst- leben „entfaltete. Die nächste fich darbietenchclcgcnhcitbcnußtc König Ludwrg voii Bayern, der 1825 den Thron seiner Väter bestiegen, den großen Meister, den er so hoch schäßte, ganz an München zu fesseln. 1824 war der Direktor der Münchcncx Kunstakademie Joh. Peter v_on Langer gestorben, und die erledigte Stelle wurde dem Corne- lius angetragen. 1826 folgte er dem Ru c und trat in den bayerischen Staatsdienst iibcr. Schon am letzten „:,age des Vorjahres hatte der König ihm den ersten von ihm verliehenen bayerischen Civilverdicnft- Orden, mit dem der persönliche Adel Verbunden ist, in den von ihm geschmückten Glyptotl)cksäle11Icfföiilich in GJcmvart seiner Schüler uberreicht; denn man pflege elden auf dem «chauplaßc ihrer Thaten Ju Rittern zu schlagen. , , In der Glyptothek waren die Kreyzgcwölbe und Spicgclwände ivcicr Säle und eine zwischen beiden liegende Vorhalle auszumalcn. Yi dicser behandelte er die MOMEkhcllssYe- In dem Wandbildc dcs cwölbcs zeigt fich Promethcizs den ienschen formcnd, der von Athene beseelt * wird. Rechts wrrd Prometheus von Herakles befreit, links Epimetheus durch das Entweichen dcr Erdcnplagcn aus der Büchse der Pandora für, seine" anedgchtsamkctt bestraft. -„ In dem ersten, dcm Göttersaale, mmmt_d1c Mitte der „Decke, die Spißen der vier Gewölbckappcn, Eros nnt dcn symbolischen Thieren der vier Elemente, dcm Delphin, dcm Adler, dcm Psau„und dcm Kerberos, ein. Daran reihen fick) Darftcllungen des Frühlings, Sommers, Herbstes und Winters, wetter herab des Morgens, des Mittags, des Abends und der Nachß Ic vier itiythologischc Sce- nen, durch einen Arabercnstrcif getrennt, vollenden, verwandte dccnkreisc durchlaufcnd, die Darstellungen der Decke. Die drei halb- eisförmigcn Wandflächen (eme wird in diesem wie in dem zivcitcn Saalcdurch das Fenster eingenommen)yerhcrrlichcn in großen und reichen Compositioncn die Reiche dex drciKromdcn: Poseidon und Nmphitrile lauschen dcm Gejangc dcs Arion; Hebe reicht dem in dcnOlymp aufgenom- menen Herakles dic chtarschale,“ Orpheus gewinnt dcm stygischcn Zeus die Rückgabe der gclicbtcn Eurydikx ab. Zudem so die-Haupt- bilder die Macht der Liebcderkündigen, die selbst die Götter bezwingt, geht die Gedankenrcihe auf ck„rcn Ausgangsyunft in den Eroten mit den Symbolen dcr Elcmezitc zuruck. Mythologxscthclich, zu denen gleich- falls Cornelius die Zeichnungen 'cntworfcn, schließen fich an die Hauptbil- deran. Schon während dchlrbcyt erscholl das Gerüchtvondicsen Composi- tioncii in alle Lande und verbreitete den Ruhm des Meisters. Seit dxr SiximischcnKachc MichclLlngclo's war so etwas nicht dagcivcscn, diesc niit dcm gcgchcncn Raum „gleichsam naturnothwendtg verschmol- zxne „Axiordnung, diesc folgerichtige und vielgestaltige Gliederung cines cixihcitlicheii (Hrmidgcdaiifcns, dicse großartige Durchbildung und selb- ßandigc Haltimg des Einzelnen. Dennoch erhob fich Cornelius Kunst 111 dem ziveitcn Saale fast zu iioch höheren Triuuwhcn. In dem Zeroqn- odcr Tro]an_c_r- Sagi; crzahleii dic Malereien dcr Wändcdic Meschtchtc dcs t1'oxa„1111chc11.Krie„ch. Die Hochzeit des Pelcus und der „'I-[MUZ , bei der „die ,ctnzi nicht geladene Göttin der Zwietracht den gdldencii Apfel fur die sch'nfte der Göttincn in den Saal rollen ließ, Wbt, die, erste entfernte Veranlassung zu dem unseligen Zuge; ieo'mmmt daher als Rundbild die „Mitte des Gewölbes ein, die zwölf Goticr , plastisch dargestellt, muschxtcßcn das Bild. Das Urtheil dcs Paris , die Vcrmahlung ch Mcnclaos, die Entführung der Helena, die Opfexung dci: Jphtgcncm, grau in grau gemalt, vollcudcn dic Vqrgcschichtc. Eine anzghi von großen Sccncn dcs zehnjährigen Kriezcs, ,durch Arabcsicmtrcifcn getrennt, fiillt dcn libri en Raum der civolbcfelder. Die drcxWa_11dflächen nehmen drei ildcr von kolojxlalcni Umfange und 1gant1schcr Macht der Composition cin“ Achjincus nn Zorn gcgen ganzcmnon Wc cn dcr Wegführung dci' YYY? dF ZFUW“ MÖdlcdn Leibchéxaxn dcs atroklos,“ die Zerstörung . c ie en 1 cm c men 1 ' d ' '- sodciincs KZicgesZZ fck plastisch iaigeftclltc Epi- ' m a rc ] “0 wurden die Glyptothck- *rcskcn vollendet = ncfiuzs sel st hatte„nur einen Theil derselben ?msführcn können, ZZZ Konig Ludwig „draxigic 3,111" Vollendung, und nahm schon zu neuem Uytxrnchgicn dix kunniemschen Kräfte des Meisters in Anspruch. Bc- xeits 1820 war ihm die Yusiiialnng dcr Loggien der alten Pinakothek iibertragcnwordcn. Zimschen dcn Seitenvorspriingcn des Gebäudes steht sr,!) cm 419 Fyß lancier- „29 FUL hoher Und 18 Fuß breiter Boqcn- gang hin, der fich m 25 „oggtxn nach außen öffnet. In den Häix c= fuppclii und auf den halbkreisförnugen Lunettcn der Wände ffelte Cdrnclms dic Gcschrchtx der Malerei dar, und zwar so, daß, von den beiden Endpmixicii begmnczid, die ersten zwölf Loggien dic Entwicke- lun dcr „italiamschcn, die „zwölf leßten die der deutschen Ma- lerei vorfahrqn, beide Entwickelungsreihcn in dcr dreizehnten dcm Raphael gcn'admctcn Ldschia zusammenlaufen. Die an poetischen und besonder)? 'maloeri en Motiven iiberaus reiche Künstler. legende, hat haufig dickIdce zu den Bildern hergebcn müssen, und s? schlingt (Fick) das heitere Band der Dichtung um den Ernst der Ystoklschcn &hgtsachxn. Den) Zivcck und der Auffassung des anzcn *yclus cntspricht dic Durchfuhrung auf das Vollkommeustc. ZZcson- ders hoch isi dabei. dem Meister 'die tiefe Einsicht in die historischen Zqsannncnhangx seines ivcitschichtigen Stoffes anzurechnen, zu einer „OCZ,- Wo die Wissenschaftlickzc Forsxhung auf diesem Gebiete noch weit u1i1ch,war.K Man erkennt daraus, daß Cornelius die alten Vorbil- cr seiner Kurift noch guf etwas mehr, als blos auf den nachahmens. werthen Zug„ihxer Linien arzgcschcn hat, wobei seine schwächeren Mit- strcbcndcn haufig ftehciiiiteben. Dem (?rößten [)istorischcn Künstler exschlof; fich unwillkürlich odcr Bli in die tieferen Bc- zitgc neben oder nach einander auftretender Erscheinungen,

. biet des

und eine bewundernswertbeObjektivität und Gere ti keit ' '

Beurtheilungcri auch der !cin'cm„We1cn hetero en cnchKZnftfo§111tFtt1*st-l)?k gleich solche Jiiilc der „Er enntmß und des kr tis cn Scharfblickcs,aus den Werken 1prtcht, drangt sich doch nir ends das Gefühl dicser Ein. ficht vorlaut auf, sondern als Kunstlei tung ist der Cyklus ganz auf

sich gestellt, nicht die geistige Arbeit bei dcr Dis osition d s verrathend. - Die Entwürfe zu dem gcsammtcixi Cyklus TntYZM

dem Professor Clemens

I' den Jahren 1827 Zis 1836 undfwurden von

immermann 3. '1'6800 aus ciihrt. Auch ier wici

tothcf ist der Plastii neben der WWU cin nick§)t unbeträYtFZcélQW'

theil an dex kunstlcrrschet) Ausschmückung zugewiesen. ' Cornelxixs _war m „München nicht Zcit

Plan vollstandig durchzrxfuhren, bevor er einem

aber trat. Das Kunstleben München's

gegönnt, ncucn c , entfaltete g gen

äußerst großartiges Werk gekreuzt. Doch war di*smal

Luttclbgrer Urheber der Bestellung. Die StadtQMüncZFi TÉYMF ernc_lius zur Uebernahme der_Ausmalun der 1829 gegründeten Lud- 1WgSkl11chxe§ Gegenstand der Bilderfolgc, dic fich über den hohen Chor ;lc1i1td das „uerschtff verbreitet, ist das Dogma von der heiligen Dreieinig- monuincntal darzustellen,“ es war das erste Mal, daß

gabe an Cornelius herantrat, und dies cmc MM AUf-

unmittelbar, nachdem er sein

künstlerisches Selbst in antiken Anschauungen und Erscheinungsformcn -

ausgelxbt, und einen profan - hi ori cn Kkkts ' ' ler. Leichtigxctt durcquufen hatte. TW seliyvurde also 1hjixxmié cn» Umversalnat seines (HeisteS, der Vielseitigkeit seiner Künstlernatur cine gewaltig schwere Zumuihung gemacht. Aber er entsprach dem auf ihn gcscßten Vextraucn m der glänzendsten Weise.. Wenigstensmußte RM LZÉYF kZ.;)lejijtudcr1 Vollciitdizng F.)? Werke urthcilen, als man noch " , e, vie wet cr ei cri "' " ubchxl) scGlbst ,!)lixalßsgehZUdWÜkds- | 11 derselben Richtung spater ' tc oma" c _ck „11 wigskir e licdern ( ' Dic Dcxkengqmaldc un h_ohen Chor ?UUYU Gott dscctli) foandchmaTßOcYÉ Mittelbild zeigt Gott als Schöpfer und Ncgicrer der Welt, uancbcn von den fievenOrdnun“ en der Enchhörc, die beiden Scitenftichkappen enthalten rechts den („r engel Michael mit den abwehrenden und ftrettcsnden, [m_ks dcn rzcngcl Gabriel mit den schützenden und veriiitttxliidcn Cngclzi des Gerichtes. -- Dcr Vcrhcrrlichun dcs heili- ginGetstes und seines Waltens_find die Gewölbe des chrschiffcs ijmdmet. Im Sch1ußstem dcs Kreuzgangcs schwebt dic Taube als 3 ymbol, umgebezi, M deri Gcidölbcviertcln von den auserwählten Rustzcugen des heiligen Geistcs, dcn Patriarchen und Prophctcn, dcn

Aposteln und Märtyrcrn , dcn Kirchenlc rern und ' Vcrbrcitcrn dcs Cyrißentyums nnd derick Heiligen KOöiridiZLZstxlexxedm, dcn

frauen. „Ja den Krcuzarmcn sind die in irirten S Jung- stcilt , nordlrch die vier Evangelisten , südlic?) die vier YFZZJZJZMH-

tere von Hermann entworfen). Dic Malereien an den Wänden -

ftßllch dic SenFmg bCWißi 0 en 111 zivci «citxn ildern dic Verkün i nn " (“

Herniaiin cntwochn), darimtcr die nbegtu11(gglUYaUZD-aniwen' dic st,“.chh.“ Oyerschtffwand dix Kreuzigung Christi," und dariiJcé m zwiiOeitenbilderii dcn auferstandencnChristus und geqcnübcr Mag- dalena, dcr x'r erscheint (zu lcyicrcr der Karton entworfen von *.?" er- 1§1ann). Semen erhabenen chhluß erhält das Ganze durch die L'U'fiöc zthswand, auf der de;? umfangrxichstc, je auf einer Fläche gctnal'ie Bild fich dgrftclltxdas xungstc (Herrcht, einc Composition von 63 Hohe und 39 Ju); Breite. Dieses Bild

dar: die nördliche Querschiffwand

Llusfiihxung sind hier von einer Gro arti k'it JejschYsSchQ'ngkciäch läfßt, ja selbstß deng [ , ig [' , „' c )cxau'gc orderten Vergleich mit Mt [

Cornelius im geringsten nicht zu scheuen. -- OFÜZYcksockixirtanY FARM 1830| ÖZYOZYWL', Zvurch dtas riesige Werk der Ludwig- cQ m en "ar ons 1840 ' * ' F?,OthLs'UlF' abny der Yk?“ fertig,“ ; m der farbigen

em c 1 zum e tcnz injclstrichc mit ci . YYYYR T?F'Fsazxanch(sottwie eZizclncrlTheile ivarchY “((AMD YFM " igen, )a c iannna cbcns c" '. " -' ' ' kalléßtihkung Jelxktct dUUP JUUÉZZNZ) selbst J] fahrlichcr Krankheit die . excix nur va)ren ciner] 'unternommcnen V ' * '" die fur ck11 an dxn„auscrlxsen|en_Ehren reich war LeejrstexlFthPuaiW L_lndercni vom Könige Loms PhlllPP den Orden der Ehrenlegion), und einer Reise nach Styttgart als Vertreter der Münchener Künstler und der deutschen Malerei hct dcr Enthüllung des Thorwaldscn'schen Schiller- denk111gis 1839 (Me _ck" aux!) 1828 der Grundsteinlegung zu Rauchs Durersiatuc xn Nurnberg beigewohnt) unterbrochen. nach Voilendzmg der Fresken, und der Einweihung der Ludwigskircbe gaben die Kunstler dem Meister 1840 ein roßcs Fest, bei welchem

Cornelius ein Hoch auf die Einigkeit aus wachte und jenes schönc

Sclbftbckenntniß ablegte: Die Kunst hab' ich gclicbct Die, Kunst hab' ich geübct, Jem &an hlang. te Kün c ab' ich verachtet Nach Wahxhcit nur gctrachteé, Aber hiermit wDarum idyjl'dthirs nicht bang. - . ar an :e U eines S (1 ME an d' * “telle L?cglxrlafkiifrejilm “TY? Jiinxhe cr Verhältnisse hattT'hn sIciichts Bebfxcixdigéndcs , r cm cr wani ' * *“- " e_ijnÉt, 'ks6111191'tet ihin f§r11cr zkeinez &Iahre unausgcseßt scimzirafkc cine- emu ic en, un er ergriff, wenn auch nicht ohne zb“ erne Erwägun , die Königliche Hand die isn au ' ' g c- chaffcns hinübcrführen, wollt:. f cm neues, Weiteres G

Z:veite Beilage

cinen ';

König Ludwig's Acgide mit einer wunderbaren SchnelligsZYt. unSth

wurde denn auch die Arbeit an den Pinakothekbildcrn durch ein neues *

Es galt also, eine streng kirchlich -dogmatischc Idee künstlerisch '

* werden: 1) mit Genehmigung der Re

- . M = ' -- tft m tblos ' * Beziehung das bedeutendste dcr Ludivigskirchc,c?o11dcr11 YHLMU'ÉFF ,

dcr sick) Weni vorlcr durch Gegenstand ugnd Usu- *-

das jüngste Gericht malte Cor- '

ibernommen, und seine

elcgcnhcit zu höherem Flußc .

1441 Erste Beilage zum Königlich Preußischen Staats -Anzeiger. .

Montag, den 8. April

1867.

2

___-

G cmcincherfassungs-(Hesch für die Stadt Frankfurt a. M-

Vom 25, März 1867.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c.

soil Geltung haben für lich Sachsenhausen und

verordnen hiermit, was folgt: Z. 1. Das gegenwärtige VcMffuiigsgcsex die Stadtgemeinde Frankfurt a. . emschlte

eren Gcmarkun . d 2. Der Stadtgemeinde Frankfurt a.

waltrin ihrer ' Stgc wird durch einen Magistrat und

u. ?ammlung vertreten.

M. „ste?

. 3. ' 'ibcrcintimmendcn Beschluß des Magistrats und der Z Dmch 1 s für die Stadtgemeinde Frank-

urt a. M. mit Genehmigung der Regierung statutarische Ynordyun- Hen getroffcniverdcn, welche jedoch den bestehenden Gcseßcu nicht Wider-

Stadtvcrordnetcn-Vcrsammlung können

prcchcn diirfen:

"b' l c An cl' en eit'n der Stadt cmcindc so wie über 1) u ck so ck g eZlichkienkihrclr MitgliedJr, hi11ficht1ich deren das

olchc Rechte und P , _ chenwärtigc Gesetz Verschiedeiihettcn gestattet, drÜckiichen Bestimmungen enthalt,"

2) iibcr sonstige cigenthiimliche Verhältnisse und Einrichtungen, ins-

besondere auch Bchufs Hcrficllung einer etwa

wert 1 erausstcllenden konnnunalcn Verbindung zwischxndcr StadhtgscicZeZide Frankfurt a. M. und deren Nachbargememden,

vo'rbchaltlicl) der Zustimmung der leßteren. §. 4. Die Vcrcinigun cines Bezirk der Stadtgemeinde („rankfurt a. mung der bctheiligtcn Gemeinden Und erfolgen. Andere Veranderungen

anderen

Gemeinden und die Bcsißcr dcr betre

diesc Voraussttzungcn nicht zutreffen, die Veränderung

: als ein im öffentlichen Interesse liegendes dringendes Bcdürfniß an-

zuerkennen isi. " Z. 5. Die durch Veranderungen

cincr Eini ung

des Stadtbezirks,

pringcndcn Rechte und Pflichten, durch Beschluß der

on dcchchten undelichten der Einwohner und Bürger

der Stadtgemeinde.

§. 6. Alle Einwohner des Stadtbezirks, initAuanhmc der servis- des aktiven Dtcnststandcs, gehoren zur

berechtigten Militairpcrsonen Stadt cmcinde Frankfurt a. M.

[s Einwohner werden alle diejenigen betrachtet, welche im Stadt-

bezirke if;)rcn escixlichcn Wohnfiy haben. §. .

iftungs- und sonstige privatrechtliche Titel bcgri'm

cchtsvcrhäliniffc, zur MitdbtenuiziztiZ derljxnischrctl öffcnltlichßn ?!Mtalfitchdi " ,' "lil d'r Sta cmcm c a“ 0 )cr gywre , l . bciccbtigt, W.“ M g Vorschrift dieses Geseßcs bci-

verpflichtet, zu den Gcmeindelastcn nach

utra en. 3 H. 8. Wer, olnc im Stadtbezirke zu Wohnen,

befiß hat oder ein chendes Gewerbe betreibt, ist

men „qclc t find. , , DiesJlbc Verpflichtung haben juristische Personen, bczirkc Grundbesitz haben, „_ . Z. 9. Alle nicht zu den Einwolzncrn gehörigen fich im Stadtbezirke seit länger ,als ihren Unterhalt zu erwerben„ smd vom , ab zu den Gcmcindclastcn„beizutragen verp ichtct. §. 10. Zu den Gcmcmdclaftcn, welche guf den auf das stehende Gcwcrchoder auf das_ aus ]encn Einkommen gelegt smd, muffqn auch die 1111 Z personen beitragen, wcnn fie im Stadtbezirke Grund

ein stehendes Gewerbe betreiben.

Von andern direkten Gcmeindcqbggbcti und Lastcxi smd dieselben, mit Ausiiahmc der Militairärztc, riich1tchtltch 11)cm E111ko1111nxns a,u,s von Verbrauchsteuern bleiben nur die Mili-

tair-Spcise-Einrichtungen und ähnliche Anstalten in dem bisherigen Um-

einer Civilpraxis, frei;

fange befreit. J. 11. gEehalt„ gcseßtcn Offiziere, m fangcr von Wittwen- Wa scuerziehungchldcrn, Sterbe-

Dic Civil- uud Militairbcamten, die

und anderen Pcnfioncn,

Gemeindelaftcn beizutragen verpflichtet. ltchc §Vc§chiungcn nicht statt.

Dienste oder Gebrauche bestimmten sucke der Geistlichen, . Gemeindclaften befreit. Jm Uchrxgcn sind nur zeitw fur ncubcbautc Grundstücke zuläsfig.

An lc enlcitcn na na'lercr Vorschrit dicses Gcscßes ge g ) ck ) einc Stadtverordnctcn-Ver-

Gemeindebezirks mit dem M. kann nur unter Zustim- mit Genehmigung des Königs

des Stadtbezirks fömicn yorgenopimen ierung, wenn die bcthciligien enden Grundstücke damit eins

verstanden sind, oder nur: 2) mit Genehmigung des Königs, wenn

der Bcthciligtcn erforderlich „werdende, chuZirung dcr Vcrhältni c erfolgt, unbeschadet aller aus privatrechtlichcn Titeln ent-

A lcEinwohncr des Stadtbezirks sind, unbeschadet der durch

dennoch verpflichtct,

*n dcn'eni cn Gemeindclastcn beizutragen, welche auf „den Gruydbefiß chr dais Écwerbe oder auf das aus jenen Quellen fließende Einkom-

ddcr cin stehsndcs (Heivcrbc betreiben.

Personen, welche rei Monaten aufhalten, um dori Be inne des vierten Monats

. 6 erwähnten Militair-

dic Geistlichen und Eiemcntarlchrcr, die von Wartegeldcrn,

1111d8§3211cxxzc11s120§atcn ?ndSmtir 118.4?) Maßaabe des Gee cs vom 11. Juli 1 '.. e c'- amm. c: e , der Declaration VO,?U 21. Januar 1829 (Gescß-Samml. S. 9) und der

Kab'n MD“ 14. ai1832 Gccß-Samml. , 1 c idre vom M ( sJm Uebrigcn findcn persön-

d'“ "* ' " dc“? lei en die zu einem öffentlichen („rtragsunxahigcx_ ngéundstiicke und die Dienstgrund-

Kirchcndiencr und Elementarlcbrcr sind von den

t die Selbstver-

oder keine aus-

als Wünschens-

gleichwohl aber in Ermangelung

Regierung.

deten besonderen

daselbst Grund-

ivelchc im Stadt-

Grundbcfiß oder Quellen fließende

bcsiß haben, oder

auf Inaktivitäts-

S. 145) zu den

eilige Befreiungen

Z. 13. Das Bürgerrecht besteht in dem Rechte zur Theilnahme an den Gemeindewahlen, so wie in der Befähigung zur Uebernahme unbc oldetxr Aemter und Stellen in der Gemeindevcrwaltung und m der emcmdevertretung.

Jeder selbstständigdc Preuße erwirbt dasselbe, wenn er seit einem Jahre 1) Einwohncr cs Stadtbezirks ist und ur Stadt cmeinde ge- hört (§. 6), 2) Feine Armenunterftüßung aus öfZentlichen itteln em- pfangen; 3) die ihn betreffenden Gemeindeabgaben bczahlt hat und außerdem 4 entweder «Hein Wohnhaus im Stadtbezirke besißt (Z. 24, oder b) „ein stehendes ewcrbe selbstständig als HauptcrwcrbSque e nut Wenigstens zwci Gehülfcn betreibt, oder c:) ein Jahreseinkommen von 700 Gulden be icht.

Einkommen un Hausbcfiß der Ehefrau werden dem Ehrmanm, Einkommen und Hausbcfiß dcr minderjährigen, beziehungsweise der in vaterlichcr Gewalt befindlichen Kinder dem Vater angerechnet.

_ §. 14. Als selbstständig (§.13) wird derjenige angesehen, der das

vier Und Ziyanztßstc Lebensjahr vol endet und einen eigenen Hausstand Lat, sofern ihm as Recht, über sein VerniYen zu verfügen und das- elbc zu verwalten, 11tcht durch richterlichcs - rkenniniß entzogen ist. Z. 15. Von dem Vorhandensein einer einjährigen Dauer derim Z. 13 aufgeführten Erfordernisse kann der Magistrat untcr Zustim- 1xiung der Stadtverordneten-Versammlung in einzelnen Fällen dispen- Yrcn. „In den Fällen, wo ein „Haus durch Vererbung auf einen An- ,xrcii iibergeht, ommt dem Erben bci Berechnung der Dauer des ein- ]ahrich Wohnhausbcfißes die BcfiFcit des Erblassers zu Gute.

. 16. Durch Beschluß des iagistrats und der Stadtverord- netcn-Vcrsammlung und mit Genehmigung der Regierung kann nach Maßgabe der Bestiimnungen dcs Gcscßcs vom 14. Mai 1860 (Gesek- Samml. S. 237 ein Bürgerrechtsgeld eingeführt und von dessen vor- gän iger Entrt tung die Axisübung dcs Bürgerrechts abhängig ge- ma twerdcn. .

, Z. 17. cher Bürger ist verpflichtet, eine unbcsoldcte Stelle (Amt) m_dcr Gemeindevcrwaltung odcr Vertretung anzunehmen und dieselbe mindestens drei Jahre lang zu versehen.

§. „18. Zur Ahlehnung odcr Niederlegung cincr unbesoldeten Stcllc m dex Gemeindevcrwaitung oder Vertretung bcrcchtigcn nur folgczide Gründe: 1) anßaitcndc Krankheit, 2) Geschäfte, die eine häufige oder lange andauernde Abwesenheit mit fich brinßcn, 3) ein Alter yon 60 Jahren, 4) die drcijähri c Wahrnehmung der etrcffeudm odcr_ einer anderen ynbcsoldcten S_ic c für die nächsten drei Jahre, 5) die Verwaltung eines anderen önentlichcn Amtes, 6) ärztliche odcr wundärztltchc Praxis, 7) sonstige besondere Vcrhältniffc, welche nach dem Ermessen de_r Stadtverordneten = Versammlung cine gültige Ent- schuldigun begründen.

_ Wer [ck ohne einen dieser Griinde weigert, cine unbcsoldetcStelle m dcr,Gcnieindcverwaltung odcr Vertretung anzunehmen, oder die noch nicht drei Jahre lang wahrgenommene Stelle fcrncr zu versehen, sowic derjenige, welcher sich der Verwaltung solcher Stellen thatsächlick) entzieht, kann durch Beschluß der StadtNrordnctcn-Vcrsammlung mit Genehmigung der Regierung auf drei bis sechs Jahre der Auéiibung des Bürgerrechtcs fiir verlustig erklärt und um ein Achtcl bis ein Viertci stärker zu den direkten Gemeindeabgaben herangezogen wcrden.

“Z. 19. Das Biirgcrrccht geht verloren, sobald “eins der zur Er- langung desselben vorgeschricdcncn Erfordernisse bei dem bisher Bc- rcchtigten nicht mehr zutrifft. _ " '

Wer in Folge rechtskräftigen Erkenniiiiffcs der burgexlrchcn Ehre verlustig aewordcn ist (§. 12 deLStrafgcscßbuchZ), verliert dadurch auch das Bürgerrecht und die Befähigunß, dasselbe „zu erwerben.

Wem durch rechtskräftiges Erkenntni die Aiisubung dcr bürger- lichen Ehrenrechic“ untersagt ist (Z. 21 des Strafgeseßbuchß), verliert damit auch das Bürgerrecht und erlangt daffclbc crfi Mit dem Ab- lauf der im Erkenntnisse bestimmten Zeit von7selb| ivicdcr.

Wer in Konkurs vcrfälli, verliert das Bitrgcrxccht; daffech kann ihm jedoch, wenn er die Befriedigung seiner Gläubiger nachweist, von dem Magistrate untcr Zustimmung der Stadtvcrordnctcn-Vcrsamm- lung wieder verliehen werden. ,

§. 20. Ist gegen einen Bürger wcgcii eines Verbrechens die Vex- seßmig in den Anklagcstand, oder wxgen cines Vergehens, Welches die Untersagung der Ausübung der biirgcrliMn Ehrenrcchteonach fich

ichen muß oder kann, die chwctsitng an das Strafgericht aus ;-

?prochen, oder ist dcrselbc zur gerichtlichen „Hafi gcbrachtx so ruht „ie

Ausübung des Bürgerrechts, bis d1c_gcrichtliche Unterxuchung, bezic-

hungsweisc die gerichtliche Haft „bccendigt ist.. . _ .

. 21. Der Verlust des Buxgcrrcchts zieht den definitiven Ver- lust der das Bürgerrecht a1s__Bedmgung vorausseßenden Stellen und Acmter, das Ruhm dcs Burgcrrcchts aber die SuSpcnfion von den- sclbcn nach fick). ' . .

Z. 22. Der Maxizistrat L|, befugt, untcr Zuftmnnung der Stadt- vcrordnctcn-Vcrsamm ung Mannern, wclche 11ch nm die Stadt vor- dicnt gemacht haben) ohne Riickficht auf die oben gedachten besonderen Erfordernisse, das Ehrexbiirgcrrccht zu criheilen, wodurii) keine Vcr- pftichtungcn gegen die Stadtgemeinde entstehen.

Von der Zusammcnscßung und Wahl der Stadtverord-

nctcn-Vcrsammlung.

J. 23. Die Stadtverordnetcn-Vcrsammlung besteht, xordcbaltlizb aFerwcitigcr statutarische? Anordnung, aus Vier und Fünfzig Mit- g ic ern.

§. 24. Die Stadtverordneten miiffcn zur Hälfte aus „Haus"