1867 / 114 p. 9 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1941:

11. Von der Grundßeuer find befreit: 1) die zu dxn Großher- oglichen Schlössern gehörtgen „Gärten und Anlagen,_2)_ dtc Ktrxhlxöfc, Yegräbnißpläße und dte zu den Wohnungen__dcr Getytlzcbgn gxhöttgxn Hausgärtcn', 3) die öffentlichen botanischenGartc1_1, 4)d1eExcrz_1crplaße und Fortificattonen, die Grundstücke zu ] bzs 4 ]t'dOCh mxr, msofcr_n fie Eigenthum des Staats oder der Gemcmde smd; fcrn_er_ : 5) dre Straßen und öffentlichen Plätze, Chaussccn“, Landstraßcjz, Vtzmal- und Feldwege, Promenaden, die Flüsse nebst den daran befindlichen Häfen und Lcmpfadcn, die Kanäle, Bäche und Jiuthgräben Zdie Eisenbahnen unterliegen der Grundsécucr und werden dem Acker . Klasse gleich-

gestellt); 6) die nackten Felscn._ _ * _ _

Bei den L'cgcnschaftcn wird der Rcmcrtrag, welchen fie m_ threr gegenwärtigen Kultur und Beschaffenheit gewähren, untcr Bcruxksich- tigung ,der Güte und Ertrangähigkeit des Bodens, chr klimatischen Verhältnisse und der ortsüblichen Bcwirtlschaftungswctsc durgh Ab- schäßung sowohl des Rohertrages als auch der Gewmnungskojten er- mittelt. . -

Dcr Reincrtrag dcr dinglichen Rechte, der Zehnten und Grund- laftcn wird den Berechtigten als Stcucrkapztal m Ansatz cbrgcht, da- gegen den Vcfißcrn der pflichtigen Grundstücke v-ch Stem" apz_tale ab- géscßt. Den in den Jahren 1824-1827 ausgefuhrtcn Abschaßungcn liegt in 77 Gcmarkungcn cine Flur- und in 36 Gemarkungen eme noch genauere Parzellcn-Vcrmcsstmg zu Grunde. _

' Für die Waldungen, von denen etwa 7/5 mt Eigenthum des Staats, dcr (Hemeindcn odcr Institute fich bcfmdcu,_l)at m den lcßtcn Jahren eine, “den veränderten Werthvcrhältnissen_cntjprechende Umrech- nung der Rcinerträgc_statt gefunden, Welche nut dem Jahre 1866 m Wirksamkeit getreten tft. _ _ _ __

Während das den Rcmcrtrag aller steuerpfuchttgcn Grundstuckc darstellende Stcucrkapital für das Jahr 1866 auf 181,862 Th1r. fest- gestellt worden ist, hat die Grundsteuer im Ganzen 36,204 Thlr. _- also 19,90 Prozent dicses Rcincrtrxtgs betragxn, Dieselbe crschcmt mithin etwa doppelt so hoch, als die altprxußnche Grundsteuer, wclche nur 9,574,234 pCt. des, nach den Grundsäßcn der preußischen Gcsxß- gebung ermittelten Rcincrtrags aysmacht. In Wirklichkeit ist sie 111- dcß nicht durchweg so hoch m_1d fur die verschiedenenGebietst'hcilc schr ungleich, was darauf hinweist, daß die angestrebte verhältnißmäßige

Gleichheit bei der bereits vor 40 Jahren erfolgten Veranlagung nichx

erreicht worden ist. _ _

13. Der Gcbäudeftcxtcr unterliegen die Gebäude und Hof- raithen, nicht aber dicHausgärtcn, welchc mindestens glxicl) dem besten Ackerlandc zur Grundsteuer herangezogen werden.

Befreit sind: 3) die landesherrlichen Schlösser, b)diefi'1r dic Kam- 1x1crfißungcn de_sximmxcn Gebäude, 0) die Dikastcrial-Gcbäudc, (1) die Kirchen und Pmrrhäuscr, 0) _dic dem öffentlichen Unterricht genud- meten Gebäude, 1") die_.Hospitäler und Waisenhäuscr, die Armen- und Besserungshänscr, Gcfa'ngniffc und Raths=_(Gcn1eind“c-) Häuser, Z) die Zeughäustr, Kascr11en,_- die vorgenannten Gebäude (3. bis Z.) ]edoch nur insofern, als fie Cigrnthum des Staats oder der Gemeinden sind, .- 11) die unbewohnbarcn Gcbäudc, wic Ruinen, Wartthürmc, i) die Oekonomie-Gcbäudc.

Das Stencrxapital wird aus dem mittleren Kaufwcrthc nach Abzug von ,? fm" Untcrhqltung und Abnußung abgeleitet. Dasselbe betrug früher bc: Wohngebäuden 725 (= 4 Prozent), bei Mühlen und Hannnerwcr_kcn ',“z._. (= 3,33 Prozent) des abgeschäßtcn lokalen Kauf- werths. Bet der 3111 Jahre 1860 vorgenommenen Revision der Ge- bäudcsteucr-Kapttaltcn wurde indcß für die Wohngebäude 1,8 Prozent, für Mühlxn und Hammerwerke 1,5 Prozent des Kaufwcrths als Steuerkapttal festgescßt. _ '

Dic (Hebäudcfteucr hat für 1866 un Ganzen 9360 Thlr., mithin, wenn als Nußunzswcrth 6 pCt. dcs “taxirtcn Kaufwcrthcs der Wohn- Zebäudc zu 5,433, 29 Fl. = 326,030 Fl. und der Gewerbegcbäudc zu 66,179 F1. = 39,971 Fl., zummmcn 366,000 Fl., angenommen wer- den, 4,49 Prozent des Nuyungswcrthcs aller steuerpfltcytigcn Grund- stücke betragen. _

(J. Die durch das Gesch _vom 4.«- Dezember 1860 neu rcgulirtc Gclvdrbcftcucr rst der_prcußtscyen darin ähnlich, daß sie nur den etgcntltchcn Gewerbebetrtcb erfaßt. Während jedoch der preußischen Gewerbesteuxr nur die im Gescß bezeichneten Gewerbe unterworfen smd, t_u1tcrltcgt der.Gr01zl)cxzogltcb hcsfischen Gewerbesteuer Jeder, der em Gewerbe betrc_tvt. _Auézgcnonmrcn sind: 1) die öffent- ltchen Beamten, 2) Gxundcmenthümcr und Pächter, sofern sie keinen a_nderc_n Handel als nut seleLgewonncnen Früchten treiben, 3) Aerzte, cmschltcßlxck) dcr Wund-,_Zahn- und Thicrärzte, Hebammen, 4) AdW- katen mxd Notare, 5) _Posthaltcr und Poftkncchtk, 6) Maler, Bild- haxtcr, Kupferstecher, Lttlngraphcn, Geomctcx, Privatlehrer, Privat- scrtbcntcn, 7)_Handlungs 1c1_1cr, Gesellen, Tagelöhner, überhaupt Alle, welche fur cmcn Anderen m dessen Hause, Büreau, Werkstätten 2c. achrtcn, 8) quchs- _22011- x_lnd Baumwollcnspinncr wolche das Ge- schaft mcht fabrtkmaßtg betrctbcn, 9) Nätl)crinnen, Wäschcrinncm -

lcrinncn, 10) Fiscth Bescnbindcr und diejenigen, wclche mit Ob ,'"-

Gcmusc, Blumen,“ utter, Eier, Geflügel, Eßwaarcn, Schwcfclhöl- 3e_rn, chscrn 2c, handeln odcr haufircn , 11) Bergwerke, so lange ße fcmc_ Ausbeute _gcwahrcn, wogegen in AuÖbcute stehende Bergwerke, so 1v1c_aucl) Act1cn=_Ge_sclls_chaften dcr GeWcrbcstcucr unterliegen.

_ Dic Stcycr-Kapnaltcy wcxden gebildet theils aus fixen, nach emer Klassencmthctlung nut Ritckficht auf den Betriebsort und den Umfang des Gewerbes fcstgcseßxcn Beträgen, theils aus Zusäßcn, ;Zcxéxn nach bcstnnmtcn Kcnnzctchcn dcs Betriebsumfangcs fcftgcseßt

e . *

Die Steuerkapitalicn für die Klasse 1. 71. und 13. Ver werks- u Hüttcnhefißer, Jahr_ikanten _und Unternelmcr, wclche( vich GchülfY bcschäftt_gcn, Großhändler) smd ohne steht auf den Betriebsort auf 300 bczjchzmgswezse 200 Fl. _fcst_gc|_cllt. Für dtc Klassen 11, bis 71. smd verschredcnc ftxc Steucr-Kapttalten je nach dem Range des Be-

2) die Gcbäudcstcucr .

triebsorts festgesetzt. Die Zusätze zu den fixen Stcuerkapitalicn werden vorzugsweise nach der Zahl der (Hehülch und dem Miethswcrthe dcr benußten Lokalicn, sodann nach der Zahl der Pressen, Stühic, Gänge :c. bcftin1mt._ Gleich dcn (HehiJlfcn- werden auch (nach einem billigen Nn- sch_lc_1_?c) NZ Mcnschenkrästc m Ansaß gebracht, welche durch Maschinen ere wer cn. ,

Eine Mitwirkung der Steuerpflichtigen bei dcr Vertheilung dcr Stoner ist der Großherzoglich hessischen Gcscßgebung unbekannt..

1). Der Personalstxuer, cin cführt durch das Gesch vom 15. Juni 1827, smd alle sclbfiständxgcn Inlandcr und die imJnlande wohnen- den, cm mit Erwcxb verbundenes Geschäft betrciv'endcn Ausländer unterworfen. Befrett sind: aktive Militairpcrsoncn, Invalide, Minder- jährige, 'Studc11tcz1, Schüler, diejenigen Handwerks-Gelxülftn und Lehr- linge, welche bei thrcn Dicnfthcrrcn Wohnung und Kost erhalten, end- lich alle notorisch Armen. .

Auf Grund der Annahme, daß Jeder nach Verhältniß seines Ein- kommens wohne, 1vcrdcn_d1e_ Stcucrpflichtigcn nach dem Miethnoerth ihrer Wohnungen, ausschließlich der Gewerbslokalc, in 9 Klassen mit Steuerkapitalicn 0071 10 Fl. bis 1000 Fl. veranlagt, und es wird dabei das Steuerkapxtal des Gebäudes mit Y Zusaß als der Mieths- wert angesehen. Es wird anerkannt wxrden 111üffen, daß der Schluß vor) _em Miethswcril) dcr Wohnungaus das Einkommen der Steuer- Yfljchttgen zn"l_)ol)cm Grade “unsicher 1,7, und daß das preußische Gescß nber die Emfhhrung ciner Klaffcn- und klasfiftzirtcn Einkommensteuer, welches das Entkommen dcr Stcucrpflichtigen direkt besteuert, auf Mit fichcrcr_Gxundlage“ ruht. *

Dtc m den vormal_s Großherzoglich hessischen Gcbictöthcilcn im Jahre 1866 erhobenen dtxckten Steuern__ haben betragen:

_ nn Ganzen fur die (IMcilc. für dcnKopf. ]) dtc Grundsteuer. .. 36,204 Thlr. 2,294 Thlr. 22,7 Sgr.

_ 9,390 )) 595 » 5,9 »

3, dw Géwerbcstcucr. 6,160 » 390 » 3,8 »

4 die Pcrsonalsteuer. 14,338 » 909?» 9,0 » Zusammen 66,092 Thlr. 4,189 Thlr. 41,4 Sgr.

Bei einer Vergleichung der vormals Großherzoglich hcsfi chen Gc-

bietöthéile mit den altpreußischen Landesthcilen müssen 0) -.ie Kreise

Bi__cdenko_pf und Vöhl, b) der Bezirk Rodheim, 0“) die Ortsbezirkc Rodcllxun und Ntcdcrurscl besonders in, Betracht gezogen Werden, da dieselben _nach Lage, Klima, Fruchtbarkeit und Kultur des Bodens, Vcrkchx- und Erwerbs-Vcrhältnissen wesentlich verschieden smd.

D_1cKre1se Bt_cdcnkopf und Vöhl, zusammen groß 14,39 Qu.-Mei- le_n nut 39,142 Emwohnern, gcl)ö_rrn dcm hochgelcgcnen, rauhen Gc- btrgsl_ande a»n ynd chen dcn bcjscrcn Theilen des angrenzenden alt- preußischen thxch Kyilon, groß 14,33 Ou,-Mcilcn mit 38,553 Ein- jvol)ncr_n,_am nachsten. ' .

Dtc mz Ganzen nicdrigcx bclcgcne und flachere, bis in das mittlere Lahnthal hmabrctclxnde Bczxrk Rodheim ist dem Kreise chlar gleich- zustellen, von welchem er fast ringsumhcr 11111schloffcn w'ird. Dre gaxtz dcr fruch_tbarcn Ebene angehörenden Ortsbezirkc Rödelheim U„d _Nwdernrscl smd, zumal bei dcn_obwalte11,dcn außerordentlich gunsttgcn Verkehrs: und Absaß-Vcrhältmsscn, an Ertrangähigkcit und Stcucrkxaft 11_l_)ch hoher zu stellen als der Kreis Wcßlar, bieten übri- gc_ns „l)?! dcr ubcrwtcgcndcn__ städtjschcn Bevölkerung und der vcrhält- mßmgßxx, schr ggrmgcn Große__ des zugehörigen Gebiets ungewöhnliche Verhälxmssc dar. Eine Gcgenybcrsixllung der einzelnen ehemals Groß- herzogltch“ [)xsfisthm Gebietstlwlc nnt dcn gedachten altländischcn Krei- sen [)xns1chtl1cl)__dcr bet der Besteuerung vorzugsweise in Betracht kom- menden Verhaltnisse bestätigt obige Annahmen. ' '" _

"**,; ',?“ , .„ Orts-

Krcrs KHW Kreis Kreis Bezirk de_zirkc Es beträgt nämlich Bri- le Wctz- Rod- Rödel- lon.

dc'n- - heim Vöhl" lar. heim u.N.-

'- kopf' Ursel.

1) Die Bevölkerung auf der Q.?Mcile ................ 2,700 2) an der Gcsammtbcvölke- rung dcr__P_rozcntantl)cil 3) kdcr |adt1schen Bevöl- erung ............... 15 12 , ' 5 d) kdcr ländlichen Bevöl- " ,5 15,7 85, _ erung ............... 84 87 3) _dtc2l11?a_[_)ld§§01,1jl)äu= *I *5 84,3 14'5 e_r an er . eie.... 4“ ' 4)dtc_§211zzal)lck7*der durch- ck 345 808 2,367 schmttl1ch auf ein Wohn- haus treffenden Einwoh- ner ..................... 5 5) der Vichftand, aufGroß- ,9 6,7 11,1 viel) xcduzirt, auf der O.Me1lc ................ 6) an der Gcsammtfläche dcr Proze:1_1antl)eil: 3) der Gebaudc-Jlächen, „_?ofratYYunbcstcuer- * arcn “a cn ....... 29 4 4 b)de§ Ackerlandcs, dcr , ,0 ,9 4,7 3,0 4,9 ©93th und Acker- wu ungen ........... 366 3 ' „c)tch' WZcsWérasgär- , 6,8 43,3 41,4 42,8 71,9 en un et en ..... 19,7 133 92 13 '1 109 12 (1) der Waldungen ...... 40,8 46,4 42,6 41,3 43:3 10:2

Es unterliegt hiernach keinem Bedenken, daß . die Kreise Bieden- ZWeite Beilage,

, 2,800 2,3401 4,540 4,210 26,366

1,592 5,547

, . 1945 , Zweite Beilage zum Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. Montag, den 13. Mai

“ZW ] 14.

kopf und Vöhl dcm Kreise Brilon, der Bezirk Rodheim dcm_Krcise Weßlar l)infichtlich dcr Steuerkraft tm Großen und Ganzen glerch, die Ortsbc irke Rödelheim und Nicderuxsel dagegen_ dcm lcytcrcn Kreise cntschic cn voranstehen, daß jedoch dt_c_scl)r abweichenden Verhältnisse dicser verhältnißmäßig schr kleinxn, dichtbeyölerten Ortsbezirkc eine völlig utrcffcndc Vergleichung derselben nut cmcm größcrn altländi- schen (Zcbictc nicht gestatten. _ Da im Kreise Brilon der Durchschmtt§saß dcs Aufkommcns an Gewerbesteuer für das platte «Land drxrch dtc von dort auSgchendcn zahlreichen Hausircr auf den u_ngcwöhn[tcl) __l)oh_cn Betrag von 8,8 Sar, für den Kopf gesteigert wird, ähnliche Verl)altn_tsse m den Kreisen Bic- dcnkopf und Vöhl aber nicht Vorkonnpen , so 111 für die ländlixhc Bc- völkcrung diescr Kreise der Durchschmttssay des qngrcnzenden Kreises Witt, cnftcin mit 3,8 Sgr. zur Anwendung zu_brtr_1gcn.*

erden mit dieser Maßgabe dtc Durchschmttssa'ßc dcs Steuexanf- kommens für 1866 in den Kreisen .Bxilon und _ Wcßlxxr auf dte be- treffenden vormals Großherzoglich hesnsMn GchretZthctlc angewandt, so c'rgicbt fick) cin Aufkommcn: _ __ _

1) an Grundsteuer 3) un Kreise Btcdcnkgpf von 86,240 Morgen Ackerland und Gärten zu 2,7 Sgr. = 7,755 “3619, _von 31,568 Mrg. Wiesen, Weiden, Grasgärtcn zu 2,2 Sgr. = 2,315 Thlr., von 110,332 Morgen Waldungen zu 1,1 Sgr. = 4,045 22,1)lr.,_zt_tsammcn von 228,140 Morgen zu 1,9 Sgr._= 14,115_Tl)lr., nnthm gegen das bisherige Aufkommen von 23,045 Thlr. Weniger 8930 Thlr. oder 38,7 pCt. b) Im Kreise Vöhl: von 23,185 Morgen Ackerland L_md Garten __zu 2,7 Sgr. = 2087 Thlr. , von 4919 Morg. Wiesen, WUÖM, Grasgar- ten u 2,2 Sgr. = 361 Thlr., von 22,800 Morgen Waldungen zu 1,1 Égr. = 836 Thlr., zusammen 190,1 50,904 Morg. zu 1,9 Sgr. = 3284 Thlr., mithin gegen das biöhcrtge Aufkommen von 6549 Thlr. weniger 3265 oder 49,8 Prozent. __ 0) Im Beztrk Rodhetm: von 11,753 Morgen Ackerland und_ Garten zu 6,9__ Sgr. = 2703 Thlr., von 2980 Morgen Wiesen, Welden und Grasgarten' zu 8,4 Sgr. = 834._Th[r., von 11,904 Morgen Waldungen zu 2,6 Sgr. = 1032 Tyly, zusammen Von 26,637 Morgen zu 5,1 Sgr. = 4569 Thlr., m1thm

gegen das bisherige Aufkommen von 4890 Thlr. weniger 321 Thlr. -

oder 6,5 Y 0) In den Ortsbezirken Rödelheim und Niederursel zu 1720 _;[)lr., da dieser bisher aufgeko1nmene_Bctra der dem hohen Werthe der dortigen Liegenschaften, bestehend 1_n 261 Morgen Ycker- land und Gärten, 465 Morgen Wiesen, Wetdcjx x_md Grasgartctz, 378 Morgen Waldungen, voraussichtlich auch_ ber emcr [mch preußi- schen Grundsäßen erfolgenden Veranlagung aufkommen Wird.

Demnach berechnet sich das gesammte _Aufkommxn an_Grund- steuer in den vormals Großherzoglich l)csfi1chen GébtctSthctlen auf 23,688 Thlr., also gegen das bisherige Aufkommen von 36,204 Thlr. weniger 12,516 Thlr. _* _ _

2) n Gebäudcfteuer: 3) m den Kretsen Biedenkopf an Bohl: von 5 56 Einwohnern der Städte u 4,2 Sgr. = 834 22,611“. , von 33,186 Einwohnern des platten Lan es zu 2,2 Sgr._= 2434 Thlr., zusammen von 39,142 Einwohnern 3268 Thlr.,“ 5) 11,1 Beztrk Rod- l)etm: von 5355 dem platten Lande _angchörtgcn Emwol)ncrn__ zu 3,5 Sgr. = 643 Thlr.; 0) von 2704 Emwohncxn der Stadt Rydck- heim zu 8,8 Sgr. = 793 Thlr.; (1) von 460 Etnwohncrwdcr land- licl)cn Ortschaft Niederursel zu 4,5_ Sgr. = 69 :xhlv, uberhaupt 4773 Thlr., mithin gcgen das bisherige Aufkommen von 9390 Thlr. wcni er 4617 Thlr. . _ __

3)g An Gewerbesteuer mit Rücksicht dar_anf, das; _nur dte Stadtc Biedenkopf mit 2897 Und Rödelhqnn nut 2704__C'mwol)ncxn der 111. Gewerbesteuer=Abt[)eilun,q zugczälst werden konnen, 3) m de_n Kreisen Biedenkopf uud Vöhl: von 2897 Ernw_ol)ncrn der 111. Abthcr- lung zu 8,3 Sgr. = 802 Thlr., von 36,245 Einwohnern der 17. Ab- theilung zu 3,8 Sgr. = 4591 Thlr., zusaunncn 5393 Thlr,_; 15) un Bezirke Rodheim: von 5355 Einwohncrn__dcr_17.Abtl)c1[ung _zu 2,4 Sgr. = 428 Thlr.; 0) in der Stadt Rodelhenn: von 2704 Em- jvohnern dcr111. Abtlcilung zu 13,2 Sgr. =_ 1190 Thlr.; (1) 111 der ländlichen Ortschaft icderurscl: von 460 C'mwolmcrn de_r 17. Ab- theilung zu 2,4 Sgr. =37 Thlr., überhaupt 7048 Thlr., nuthtn gegen das bisherige Aufkommen von 6160 Thlr. mehr 888 Thlr. _

4) An Klassen- und klasnftztrtcr E1nko_1_1111_1cnstcucx: 3) m den Kreisen Biedenkopf und Vöhl von 5,956 stadtrschcn Emwohnern zu 17,3 Sgr. 3435 Thlr., von 33,186 ländltchcs:meohncrnzu 12,9 S_gr. 14,270 Thlr., zusammen 17,705 Thlr.; b) 111 dem Bczn'k Rodhctm von5355 ländltchen Einwohnern LU 1_9,0 Sgr. 3392 Thlr.; 0) von_ 2704 Einwvhnrrn der Stadt Rökklann zu_ 40,8 Sgr. 3677 Thlr., 6) von 460 Einwohnern der Ortschaft Niederursel 11 19,0 _Sgr. 291 Thlr., überhaupt von 47,661 Emwobncrn 25,065 hlr, 1mth1_n gegen das bisherige Aufkommen an Personalfteuer von 14,338 Thu„ mehr 10,727 Thlr. _

Demnach werden nach der_ Gleichstellung mit den altpreußrschcn Landesthcilcn Steuern aufzubrmgen haben:

a) der Kreis Biedenkopf: Weniger: an Grundsteuer ........... an Gcbäudestcuer .........

rozent.

8,930 Thlr. 3,252 »

12,182 Thlr. an (Hchrbefteuer ......... 829 Thlr. an Klassen- und Einkom-

n1e11|euero ! o ". eeeeeeeeeee 5,5W ,

mehr:

6,329" » im Ganzen Weniger 5,853 Thlr.

b) der Kreis VHF: weniger: an rundsteuer ........... 3,265 Thlr. an (Hebäudeßeuer ......... 604 » an Gewerbe euer......... 19 »

* 3,888 Thlr. an Klassen- und Einkom- _ mensteucr ............... . .............. 1,007 »

_ im Ganzen also Weniger 2,881 Thlr. 0) der Beztrk Rodheim:

weniger: an Grundsteuer .......... . 321 Thlr. an Gebäudesteucr ......... __506 » an Gewerbesteuer ......... 319 »

mehr :

1,586 » 440 Thlr.

255 Thlr.

an Klassen- und Einkom- nwnstcuer ............................. _ im Ganzen also mehr (1) dw Ortsbezirke Rödelheim und Niederursel: wemger: an Gcbäudestcucr ........................ mehr: an Gewerbesteuer ......... 397 Thlr. an Klassen: und Einkom- mensteuer ............... 2,634 »

mehr: -

3,03] » _ _ im Ganzen also mehr 2,776 Thlr. 6) d1c_se_1mmtlicl)en vormaks Großherzoglich bcsfischen Gebietsthetle: wemger: an Grundsteuer .......... 12,516 Thlr. an Gcbäudestcuer .......... 4,617 »

888 Thlr.

10,727 »

im Ganzen also weniger 5,518 Thlr. oder 8,3 Prozent.

Die Einführun der preußischen direkten Steuern in _den yormgls Großherzoglich hesfi chen Gebietstheilen wird hiernach emersctts e1_ne . mcht ux1erhebliche Erleichterung der gesammten Steuerlast, anderersetts eine anderweite Vertheilung dcr le_ytcren sowohl unter du) cmzelnen Gebicxstlxilen, als auch unter de:! einzelnen Stcuerpflickyttgcp nzner- halb ]xdes Gebiets zur Folge hab'cm. Insbesondere werden dre 5135er arxgxnthcinlicl) überbürdeten Kreise Biedenkopf und Vöhl erhehlrch erleichtert, die bevorzugten Bezirke Rodheim und Rödelheim abcr,1hrer Steuerkraft entsprechend, stärker herangezogen werden.

Innerhalb der einzelnen Gebiete Werden die Grundbefißer an

' 17,133 Thlr.

mehr:" an Gewerbesteuer ........ * * an Klassen- und Einkom- mensteuer ...............

-Grundstcucr weniger, an Klassen- und klasfifizirtcr Einkommensteuer

mehr zu entrichten haben, und da bei Veranlagung dcr [ck_tcrcp Steyer eine Bcrückfichtigung der auf die Steuerkraft der Steuerpfltchttgcn Exn- fluß übcnden Verhältnisse namentlich des Schuldenstandes,_Festaktet tft, Welche bei Veranlagung der Grundsteuer ausgeschlossen hlet t, so wer- den die kleineren und ärmeren Grundbesißcr milder, dtc wohlhaben-

" dercn dagegen, ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend, schärfer zu den per-

sönlichen Steuern heranzuziehen sein. Es läßt fich daher nicht ver- kcnncn, daß die Einführung der preußischen direkten Stcu_ern _1_n_ den vormals Großherzoglich hesfischen Landesthcilen einc gleichmaßtgere und gerechtere Vertheilung dcr Steuerlast herbeiführen wwd. _

Da die Grundsteuer nicht gleichzeitig mit den andern direkten Steuern einzuführen ist, so erfordert es die Gerechtigkeit, den Grund- befißcrn für die Zeit, in welcher sie die neu zu veranlagcndcn direkten Steuern neben der bisherigen Grundsteuer zu entrichten haben Werden, einen solchen Theil der lcßteren zu erlassen, daß dieselbe dcm Betrage der nach preußischen Grundsäßcn zu veranlagenden Grundsteuer an- nähernd gleichfommt. _ __

Nach der obigen Darlegung ist die bishertge Gxundsteucr 8) 1111 Kreise Vöhl um 49,8 pCt., b) im Kreise Biedenxops um 38,7 pCt., 0) im Bezirk Rodheim um 6,5 pCt. höher, als dte nach dcn Durch- schnittssäßcn der Kreise Brilon beziehungsweise Wßßlax _bcrcchnete preußische Grundsteuer. Es tritt [)icran die unverhältmßmaßtgc Ueber- bürdung des Kreises Vöhl noch schärfer hervor als an de_m Aufkom- men der gesammten Steuern. Auf die Größe derselben laßt fi_c_h aych daraus schließen, daß die mittleren Kaufwerthe der Grundstucke tm Kreise Biedenkopf und im Bezirke Rodheim zum 40, 60 bis 80fachen Betrage der Normalstcucrkapitalien und in einzelnen Gemeinden noch höher ermittelt worden find, während dieselben im Kreise Vöhl zwt- schen dem 12 und 20fachen Betrage der Stcuerkapitalien fich bewegen und in nur drei Gemeinden bis _,um 30fachen Betrage derselben steigen. BeiArbitrirung des Steuererla_ es find von den vorgedachten Prozent- säßen unächst 3 Ct, _chxgebühren abzuseßen, welche in Altpreußen neben cm unver ürzt m dte S_taatskaffe abzuführenden Grundsteuer- KontüxZent von dxn Steuerpfttchtigcn au zubringen find, in den vor- mals rdßherzogltch hesfischxn Gebietsthetlen dagegen aus der Staats- kasse bcftrrttctx werdxn. _Wettcr_kommt in Betracht, daß der Ver leich mtt dem Kretse Brxlon m Beztebunß auf das muthmaßliche Au om- men__an Gmndstxuer zum_ Vortheil _er Kreise Vöhl und BiedenkopF ausfallt, da 11) dtesqn Kr_e1sen so hock) gelegene und rauhe Bezirke, wre foxche der Krets thlon m den Aemtern Winterber , Hallenberg und Niederfeld aufzuweÄen haben, nicht vorkommen. ndcrerseits ist der Beztrk Rodhetm bc d_en_1 Vergleich mit dem Kreise Wetzlar e?er im Nachthetl. Nach sorgfalttger Erwägung aller hierbei in Betrach kom-