1888 / 177 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 10 Jul 1888 18:00:01 GMT) scan diff

Anlage 13. _ A n l e i t u n g _ zur Prufung des Holzgeiftes und der Pyridtnbasen.

1. Holzgeist.

1) Farbe. Die Farbe des Holxgeistes irll nicbt dunkler sein als die einer Auflösung von 20015 Zehntelnormaljodlösung in einem Liter destillirten Waffers.

2) Siedetemperatur. 100 ccm Holzgeist werden in einen Metall- kolben gebracht; auf den Kolben_ist ein mit Kugel versebenes Siede- r_obr aufgesetzt, welches durch einen icitlicben Stoßen mit einem Liebig'scben Kübler verbunden ist. Durch die obere Oeffnung wird ein amtlich beglaubigtes Thermometer mit bunderttbeiliger Skala eingeführt. deffen Quecksilbergeiäß bis unterhalb des Stuyens binabreicbx Der Kolben wird so mäßig erhiyt, daß das übergegangene Destillat aus_dem Kübler tropfenweise abläuft. Das Destiilat wird in einem gradmrten Elascylinder aufgefangen, und es sollen, wenn das Thermometer 75 Grad zeigt, bei normalem Barometerstand mindestens 90 acm übergegangen sein. _ _

Weicht der Barometerstand vom normalen gb, io soll für )x 30 mm 1 Grad in Anrechnung gebracht werden, 11115 3. B. sollen bei 770 111111 90 am bei 75,3 Grad, bei 750 mm bei 74,7 Grad über- gegan en sein. _ _ _ _

3 Mischbarkeit mit Wafier. 2000111 Holzgeist 1911er: mit 40 ccm Wasser eine klare oder doch nur schwach opalisirende Mrscbung geben.

4) Abscheidung mit Natronlauge. Beim Durchschutteln von 20 ccm Holzgeist mit 40 oom Natronlauge von 1,3 ipeztfisclxem Ge- wicht folien nack) ? Stunde mindestens 5,0 00111 des Holzgeisies ab- geschieden werden. __

5) Gebalt an Aceton. 1 ccm einer Mncbung von_10 oom Holz“ geist mit 90 ccm Waser wird in einem eng_en Mi!chcylir_1der_ mit 10 acm Doppeltnormalnatronlquge (80 g Natrrumbydroxvd tn eiiiem Liter) durcbgescbüttelt. Daran? werden 5 ccm Doppeltrzormaxxod- lösung (254 g Jod im Liter) i_inier erneutenr Schütteln btnzugeiugi. Das sich ausscheidende Jodoiorm wird mrt 10_ ccm Aether von sVeziüsÖem Gewicht 0,722 unter kräitigem S_cbuiteln aufgenom- men. Von der nach kurzer Ruhe sick) ab1cheidenden Aether- icbicht werden 5 ccm mittelst einer Pipette auf xm gewogeneß Uhr- glas gebracht und auf demselben lapgiam v_crdum-tei, dann wird dqs Ubrslas 2 Stunden über Schwefeliäure gestellt und gewogen. Die Gewichtézunabme soll nicht weniger als 0,07 & betragen. __

6) Ausnabmeiäbigkeit für Brom, 100 ccm einer Lo]ung von Kaliumbwmat und Kaliumbromid, _weche nach_ der_unten soigexiden Anweisung bergestlÜt ist, werdcn unt 20 00111 einer tt_i der gletchsgüs unten angegebenen Weise verdünnten Schwefeliaure _berirßt._ Zu die]em Gemisch, das eine Bromlösung von 0,703 x_ZBrom dar_1te[lt._wird aus einer in 0,1 00111 getbeilten Bürette tropfenwetie unter iortwabxxndem Uin- rübren so [an e Holzgeist binzugeseyt, bis dauernde Entsarbung e_tn- trirt. Zur ntfärbung sollen nicht mebr als 30 ccm und nicht wsniger als 20 ccm Holzgeist erforderlich_1ern_ __ _ _

Die Prüfungen der Ausnahmeiäbigkeit fur Brom Und stets bei vollem Tageslicbt auszuführen. _ _ _ __

Anweisung zur Herstellung der Bestandtzegleier Bromloiung. _

a. Bromsalie, Nack) Wenigstens zwriiiundigem Trocknen_ bei 100 Grad und Abkühlenlaffen im Exfikkator werden 2,447 g Kaiiurri- bromat und 8,719 g Kaliumbromid, Welche borber _aui ibre Reinheit geprüft sind, abgerwgen und in Waffer 921511. Die Lbiung wird zu einrm Liter aufgefüllt. _ __

b. Verdünnte Schwesevaure. __ säiire wird mit 3 Volumen Waffer vermiickyt.

man erkalten. _ 11€ckbvidinba1ew

1 Volumen konzentrirter Schwef_el- Das Gemini; laßt ck

1) arbe. Wie beim oligeixx. _ _ __

2) erhalten gcgen Ca miumwlorid. 10 ccm einer Loxung _von 1 acm Pyridinbasen in 100 oom WaÜer_ werden xmt 5 ccm einer 5prozcntigen wäffrigen Lösung von wgnersreicm,_ ge1chmolienrm Cad- miumcblorid derseßt und kräftig geschuttelt; es_1oll alébald eme__deut- liche krystallinische Ausscheidung eintretexi._ Mit 5 00111 Neßlerjcbem Reagens sollen 10 ccm derselben Pyridinbasenlösung einen weißen Niederschlag geben. _ _ _ __ _

3) Siedetempcratur. Man verfabrt wre beim Holzgeist, do_ck_)1o[l das Destillat, erst wenn das Thermometer aui 140 Grad gestiegen ist, mindestens 90 ccm betragxn. _ __

4) Mischbarkeit mit Waiier. Wie beim Holzgeist. _

5) Waffergkbalt. Beim Durchschütje1n von _20 cbm Balea und 20 ccm Natronlage von 1,4 spezifischem Gewxch 1511e_n _nacb cinigcm Siebenlaffen mindestens 18,5 cam dcr Baien abgeicbieden werden.

6) Titration der Basen. _ 1_ ccm Pyridinbäsxn in_10 ccm Wasser clöst werde mit Normalschwe1e11äure beriißt, bis em Tropfen der ZNiscbung auf Ccngopapier einen deutlicbcn blauen Rand hervorruft, dcr alé-bald wieder verschwindet. Es jolicn nicht weniger als 10 ccm der Säurelöiung bis zum Eintritt dieier Reaktionrerkraucbt werden.

Zur Herstellung des Congopapiers__wird Filtrnvavier durcb eme Lösung von 1 g Congorctb in 1 ] Wamer gezogen und getrocknet.

Anlage (2. _ Anleiiun g _ _ zur Untersuckyung von Tbieröl, Terpentinol und Aether.

1. Tbierbl. _ _ _

1) arbe. Die Farbe des Tbieröls soll 1chwar5_b_raun icin. __

2) Siedetemperatur. Werden 100 ccm in der fur _den Holzgetit angegebenen Weise destillirt, so soilen unter 90_Grad nicht mehr als 5 ccm, bis 180 Grad aber wenigstens 50 ccm uberaeben.__ _

3) Pvrrolreaktion. 2,5 ccm einer 1prozentigen alkoholiicben Lö1_ung des Tbierbls wrrden mit Alkohol auf 100 ccm verdünnt; Bringt man in 10 ccm dieser Lösun , die 0,025 0/0 Tbieröl cktbali, einen mit kcnzentrirter Salzsäure beßeucbteten Fichtxnbolzypabm 10 1011 der- selbe nach wenigen Minuten deutliche Rotbfarbu-"g zeigen. _

4) Verhalten gegen Queckfilbercblorid. 5 ccm der 1 prozentrgcn alkoholischen Lösung des Tbieröls _sollen beim Verseyen mit 5 ccm einer 2prozentigen alkoboliscben Löjung von Qucckfilbercblorid alsbald eine voluminöse, flockige Fällung geben. 5 ccm der 0,025_prozentrg_en alkoholischen Lösung von Tbieröl, mit 5 caro der Quccknlbxreblortd- lösung vcrscßt, folien alsbald noch eine_deutliche Trübung zeigen.

11.Terper_111nö_l. _ _

1) Spezifisches Gewicht. Das 1_pezifi1cbe Gewicht des Terpentin- 516 soll zwischen 0,855 und 0,865 bei 15 Grad liegen. __

2) Siedetemperatur. Werden 100 ccm in der für _den Holzgeist angegebenen Weise destillirt, so folien unter 150_Grad nicht mehr als 5 ccm, bis 160 Grad aber mindestens 90 ccm ubergeben. _ _

3) Mischbarkeit mit Waffer. 20 oom Terpxnxmöl werden v_nt 20 ccm Wasser kräftig geschüttelt. Wenn nach einigem Steben beide Schichten sich getrennt haben und klar geworden find, so soll die obere wenigstens 19 ccm betragen.

111. Aether. _ _

1) Spezifiscbes Gewicht. Das spezifijche Gewrckxt des Aethers soll nicht mehr als 0,730 betragen. _

2) Mischbarkeit mit Waffer. 20 ccm Aetber werden mit 20 ccm Waffer ' kräftig geschüttelt. Nach dem Abfeßen soll die Aethericbicbt wenigstens 18 acm betragen.

17. Schelacklösung. __

10 g der Lösung sollen beim Verdunsten auf dcm_Wanerba_de und nach darauf folgendem Erhitzen des eingedampiteri Ruckstands tm Trockenschrank während einer halben Stunde auf _eme T_xmperatur von 100 bis 105 Grad mindestens 3,3 & Schellack bmterlanen.

_ _DerAbgeordnete zum Landtage fiir den 1.Lieg- niyer Wahlbezirk (Grünberg-Freystadt), Kommerzien-Rath Grus chw_iß ist, wie die „Breslauer Zeitung“ meldet, am 8. d. M. in Neusalz gestorben.

_Vei Berechnung des Miet betra es _eines ent_e1gnete_n MietHS-Grundftücks find na einem rtherl des ;Ne_1ch6ger1chts_, 7. Civilsenats, vom 7. März d. I., die- ]emgen der Enteignung unmittelbar vorhergegangenen

Jahre auswschließen, welche von der Enteignung dadurch beeinflußt waren, daß die in Ausficht stehende Enteignung 5511111 Rückgang des MiethSertrages herbeigeführt

e.

_ Dur Allerhöchste Ordre vom 22. Juni d. I. ist ge- nehme w , daß bei der von der Staatsbauverwaltung nach aßgabe des GesYes vom 6. Juni d. I. auszuführenden Verbesserung der chiffahrt aus der oberen Oder das Enteignun Srecht zur Erwerbung beziehungsweise zur dauernden Be?chränkung des 'Grundeigenthums in An- wendung gebracht werde.

_ Der Stadtgemeinde Frankfurt a. M. im Regie; rungsbezirk Wiesbaden ist durch Allerhöchste Ordre vom 22. Juni d. I. behufs eile ung der Gußkowstraße auf der Strecke zwischen der ruchtraße und' der Stegsiraße das Enteignun Brecht zur Erwerbung der dazu erforderlichen Flächen der emarkung Sachsenhausen verliehen worden.

_ Der General der Infanterie von Stiehle, General- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs und General- nspecteur des Ingenieur: und Pionier-Corps und der estungen, hat einen mehrwöchentlichen_ Urlaub m_rck) Herings- dorf angetreten und wird daran amchließend 1ich aux Zn- spizirungsreisen begeben.

_ S. M. Kreuzer „Nautilus“ ist am 8. Juli cr. in Mozambique eingetroffen und beabsichtigt, am 11. NH). Mis. wieder in See zu gehen.

Württemberg. Stuttgart, 10. Juli. (W. T. B.) Der „Staats-Anzeiger für Württemberg“ meldet iib-sr den Besuch des Prinz-Re enten Luitpold_von BZyern in Friedrichshafen Fo gendes: Bei der Tafel erhobnch der König und bra te folgenden Toaxt aus: „Ich trinke auf daß Wohl des Prinx e enten Luitpold, 1owie auf die Fortdauer des gegenseitigen freun schaftlichen Verhältnisses zwiichen Bayern und Württemberg“. Hierauf erwiderte dex Prinz-Regent: „Ich erlaube mir auf das Wohl Ihrer Majcxstäten _nzein Glas zu erheben. Ich bin glücklich, daßi mich 1chon 1e_1t langer Zeit der wohlwollenden Freundicha Ihrer Majejtäten _er= treue. Zugleich drücke ich_meine Freude über die herzliche Fortdauer der freundscha lichen eziehungen beider Län- der aus. Hoch lebe das önigßpaar von Württemberg!“ _ Der Prinz-Yegent empfing den Minister von_ Mitt- nacht in bewnderer Audien“. Der König verlieh dem Prinz-Regenten das 2. ;xeld-Artillerie-Regiment Nr. 29. Die Einwohnerschaft brachte dem Prinz=Regenten die herzlichsten und wärmsten Ovationen dar.

Oesterreicb-Uu ara. Wien, 9. Juli. (Prag. Abdbl.) Gestern wurde die iener Garnison nach dem Plan des Dislokationwechsels durch drei Vatgillone ergänzt. Es trafen ein das erste Bataillon des Jnmnterie=Regim€nts FM_L. Baron König Nr. 92 aus Banjaluka Ergänzungßbezirk Komotau), dann das zweite und dritte Batai n_ des Regiments Nr. 86 (vormals Stuben„rauch) aus LangenlorH und Krems (Ergänzunxksbezirk Ma “ZTHerefiopeiY _ __

Der roatische rri'dtag _nt gestern ge_]chlo_118_n worden. Das wichtigste reigniß 1einer leßten Sestron 1st_ die Schaffung des neuen Vol ks schu lgeseßes. _ Vorgestern sand in Agram eine vom Präfidenten des Klubs der Nationalpartei, Vukotinovic, einberufene Konferenz der_Delegirten des kroatischen Landtages im ungari1chen Neichsiage statt, in welcher der Präsident mißbiUigend konsiatirte, daß die Mehrzahl der kroatischenDelegirten ihrenPtlichten nicbt entspreche. Im Sinne der Klubstatuten werde_der Präses in Zukunft beantragen, daß allen jenen kroati1chen Delsgirten, welche ihren Pflichten nicht nachkämen , das Mandat für den ungarischen Rsichstag entzogen werde. Die Konferenz nahm die Erklärung des Klub-Priisidenten zur Kenntniß und beschloß, daß stets se s kroati1che Delegirie nach einem brstimmten Turnch den eichstaassißungeii, die Mitglieder der_einzelnen Ausschüsse aber jeder Sißung desielben beiwohnen münen.

Großbritannien und Irland. London, 7. Juli. (21. C.) Bei den langsamen Fortschritten, welche dax? chr: [ament mit der Abwickelung der ihtxr vorlisgxndeii Ge1_chäite macht, sind bside Parteien der Anncht, dax; die Regierung, wenn fie fich nicht für eine Hßrbftsesfiqxi enticherdei, entweder einen Theil ihres Programms sa[le_n la11en_or:er zu energ11chen Maßregeln schreiten müffe, um die Erledigung der Vorlagen zu beschleunigen. U. A. wird vorgeschlagen, auch an Sonn- abenden eine Sitzung zu halten und den Paragraphen der Geschäftsordnung, betreffend die Stunde der Vertggung, bis zum Schluß der gegenwärtigen Session zu suspendirxn.

Vor dem VarlamentsauNchuß zur Priifung des Armeebud eis sprach sich gestern der _erzog von Cam- bridge im Ugemeinen gegen zu alte O xxzixre aus; nament- lich für die Kavallerie seien jringx Omziere dorzuziehen. Wenn das Avancement nicht ein 10 1chnesles Wie bißher wäre, so würden sich wenige Gebildete veranlaßt__ nden, m die Armee einzutreten. An der Uniform der britt chen Soldaten könnten keine Ersparniffe gemacht werden. Gegen die Redu- zirung der Zahl der Generäle von_290 auf 140 harte der Herzog nichts einzuwenden, meinte im Gegenthezl, die Zahl könne noch weiter herabgeseßt we_rden, voraußgeßßt, da fie groß genug bleibe für unvorherge1ehene Fälle. _

Die gestrige Dubliner „Amrszeitung“ enthält eme Bekanntmachung, der zufolge der dritte Paragraph der Ver- brechen-Akte, welcher sich auf die Anordnun en _m geächteten Bezirken bezieht, im Kreise Wrcklow m Kra tritt.

Ter hieiige deutsche Turnverein veranstaltete am verflossenen Sonnabend im Saale der__deutsche_n T_urnhqlle zum Andenken_ an den verewigt_en_ Kamer Friedrich eme würdig verlauiene (Hedä tnißserer. _ _

Die gegenwärtig ver uchsweme mobilisirte ““lotte wird aus 7 Schlachtschiffen erster Klasse, 9 zweiter Kia e und 3 dritter Klasse, 3 Kreuzern erster, 11 zweiter und 7 dritter Klasse, und außerdem 25 Torpedobooten bestehen. Schon der erste Tag der Mobilifirung hat 1eine Unfälie gehabt. Das Torpedoboot Nr. 65 fuhr beim Auslaufen aus dem afen von Sheertxeß auf den Strand und Nr. 64 rannte den egie- rungsdamp er „Locus an.

Der räsident des Lokalverwaltungßamts, Ritchie, empfing am 5. d. M. eiiie AnZahl _liberaler Lon- doner Abgeordneten, welche sich mit 1 m 1“: er die auf L_ondon Bezug habenden Paragraphen der _ kalvxrwaltungsbill b_e: riethen. Der Minister erklärte: daß die Regierung niemals die

Londoner olizei unter dix Kontrole der hauptftädtischen BfYörden ste en werde. Ebemo müßten die Kreis-Stadträthe be“ e [ten werden.

us Durban, vom 6. Juni, wird gemeldet:

Privatuachricbten aus Zululand schildern die dortige Lage als sehr ernst. Die meisten der Küstenbäuptlinge unweit Sa. Lucia sind danach, kühn gemacht durch die englische Schlappe am 2. Juni und Ufibepu's Niederlage, auf dem Kriegsvfade. Die Vertbeidigung des Polizeipostens bei Somkeli am vorigen Freitag durch 6 Weiße, 40 eingeborerre Polixisien und 3001oyaleZulus war sehr mutbig. Da die Rebellen ibre Torten und Verwundeten wegtrugen, sind ihre Verlusie unbekannt. Es wird ein neuer Angriff besorgt, aber die Niederlage Jsbinguana's am letzten Montag dürfte Vorsicht einflbßen. Hundert Mann berittener Truppen wurden von N'Konjeni beordert, um Pretorius Hülfe zu bringen. (Es heißt, Dinizulu babe weiße Frei- willige geworben.

_ 9. Juli. (W. T. B.) Im Unterhause verlas der Sprecher heute ein Schreiben des englischen Botschaf- ters Malek in Berlin, in welchem der Dank Ihrer Majestät der Kaiserin-Wittwe Victoria "r die vom Ytiterhaufe aus Anlaß des Ablebens des Kaisers riedrich be: 1chloffene Beileids- Ad res 1 e übermitteltwird.-Der erste Lord des Schaßes, Smith, erklärte: zur Untersuchung der ichweren Anklagen gegen Parnell, welche gelegentlich des Prozesses O'Donnell's gegen die „Times“ laut geworden, sei ein Unterhaus:Comité nicht kompetent; fiir die1en Zweck gebe es kompetente, absolut unparteiische Gerichte. Parnell zeigte darauf an: er werde selbst die Einseßung eines Unter1uchung§=21usschusses bean- tragen, um die schmachvollen und unwahren Anschuldigungen des Generalfiskals zu widerlegen.

Jm Oberhause gelangte ein Telegramm zur Ver- lesung, wonach im Zululande Unruhen ausgebrochen und auch im Küstendiftrikt nördlich des Zululandes sowie in dem reservirten Distrikt die Eingeborenen im An istand find. Ter Vertreter der Regierung sprach die Hoffnung aus, daß die dort befindlichen Truppen, fans nicht unerwartete weitere Verwickelungen einträten, zur Unter drückung des Aufstands ausreichen würden.

_Frankreich. Paris, 8. Juli. (Köln. Ztg. _ Tie Reiie des Präsidßnten Carnot nach der Daup tt_ié ist nunmehr wie folgt festgese t worden: der Präsident rei1t am 18. von Paris nach Cham err), am 19. nach Viziüe, am 20. nach Grenoble und kehrt am 21. nach ViziÜe zurück, wo die Feste stattfinden. Am 23. geht er über Romans nach Valence, am 24. kehrt er nach Paris zurück.

_ 9. Juli. (W. T. B.) Die Deput_irtenkammer genehmigte den Gesetzentwurf bxtrefss der vier Steuerquoten, deren Bewilligung für die nächste Session der (Hsueralräthe nothwendig ist. Die Session wird voraus- sichtlich Mitte dieses Monats geschloffen.

Die Rechte hat_ die Jntxrpellation iiber die BL- schlggnahme der Briese des Graxen von Paris an die Maires auis Neue vertagt. _

_ 10. Juli. (W. T. B.) Ver einem gestern in St. Servan in der Bretagne zu Ehren Youlanger's veran- statteten Y_anket yprach dieser die Hoffnung aus, daß ihm vor Ablauy eines Jahres der Degen wieder zurückgegeben werden wiirde.

Italien. Ro m, 9. Juli. (W. T. B.) Die Staats- e i nn a hm e 11 im Rechnungsjahre 1887/88 find um 25 801 113 Fr. höher, als im Rechnungsjahre 1886/87.

Spanien._ Madrid, 9. Juli. (W. T. V.) Die Regierung ist der Suezkanal:Konvention beigetreten.

Bulgarien. Sofia, 9. Juli. (W. T. B.) Die bulgarisch-serbiscbe Kommission,_we1che Ende vorigen Monats wegen der Bregova-Grenzirage in Negotin zusamméntrat, ist nach endgültiger Regelung der Angclegenheit wieder auseinander gegangen.

Schweden und Norwegen. Christiania, 7. Juli. Die Zolleinnahmen haben in dem mit dem 30.3uni endenden Finanzj abre 1887/88 eine Einnahme von 20549 947 Kronen gegen 19 495 270 Kronen im Vorjahre ergeben, im Budget für beide Jahre waren diese Einnahmen zu 19300000Kronen veranschlagt. Der Ausfuhrzoil auf Holz- hat sich in den leßten ahren fortgefeßt vermindert; er bstrug im Finanzjahre 1885 465 777 Kronen, 1886 87 455302 Kronen und 188788 376 629 Kronen.

Dänemark. Kovenh_agen, 9. Juli. Der König und die Königin von Sachyen wachten am Sonnabend Nach- mittag der dänischen Königsfamilie aus Fredensborg einen Besuch. Nach der Rückkehr in die Heruptstadt begab fich das sächsische Königspaar n_ach dem Etablmement Tivoli und verweilte daselbst im stren_x_zjten Incognito längere Zeit. Gestern Vormittag machteKönig Al ert, nur von einem Kavalier be leitet, eine längere Promenade durch die Stadt. Am Mittag be uchten die hohen sächsischen Herrfchcxften in Begleitung des Kron: prinzen und der Kronpriansm die chronologiichen Samm- lungen im Schlosse Rosenborg und alsdann das Thor- waldsen-Museum. Das Diner wurde am_ Nachmittag bei dem dänischen Könich-paar auf Schloß Vernstoris eingenommen. Die Abreise nach Malmö mit der Köni lichen Tampsyachx „Danebrog“ wird heute Abend egen _6 YJr stattfinden. Nur der inneren Rhede werden die anzerichine „Helgoland“ und „Odin“, die Kadettenkorvette „Dagmar“, die Brigg „Oernen“ und der Torpedoschooner „ESbern Snare“ paradiren.

Afrika. Egypten. Suakim, 6. Juli. (Times.) Ter Mahdi hat eine Abtbxilung unter dem _Besehl eines früheren egyptischen Omziers nach Darfur geschickt. Die Behörden von Suakim erhielten gestern Depeschen von dem unverneur von Abu Girzeh und von OSman Digma aus Handub. Der Erstere ist nach Khartum _urückberufen worden. Er verspricht seinen Einfluß beim Khalnen geltend zu machen, damit _der- selbe eine friedliche Politik einschlage und den Handel _wieder freigebe. OSman verspricht allen Handelsleutew ungehinderte Reise nach O_andub; daaegen diirfte!) k_eine Bewannete kommen- Er erbietet nch auch, Briefe an die im Sudan gefangen ge- haltenen Europäer pasfiren zu lassen.

Zeitungsstimmeu.

Zu dem Geseßentwurf, betreffend die Alters- und Zn- validenverficherung der Arbeiter, schreibt die „National-

liberale Correspondenz“: _ Es find danach gegenüber dem früheren Entwurf ziemlich em- scbneidende Veränderungen vorgenommen, die fich ebe; durchweg als

Verbesserungen erweisen dürften. Im Einzelnen mag im Reiebsta e no(b_ Manches tandert werden, i_m großen Ganzen aber bietet der je§t vorliegetzde Ge eventwurf die ge ignete Grundlage zur Verständigung, und es tft alle _Ausficbt, daß_ die auf dem Boden der Sozialreform [Lebenden _Parteten, Konservative, Nationalliberale und Centrum, zu- iammenwirken werden, v_m das Werk in der bevorsiebenden Reichstags- sesfion zu Stand; zu brmgxn. Dringend wünschenswert!) ist es, daß der Gesxyentwurs scbon gleub ara Beginn der nächsten Session vor- ge_leg_t wird:, denn xt wird obne Zweifel sebr eingehende und lang- wierige parlamentarische Erörterungen über schwierige Einzelfragen hervorrufen.

Ueber denselben Gegenstand bemerken die Berliner Politischen Nachrichten“:

Der Gesekentwurf über die Alters- und Invalidenversickerung ist in der von den BundeSxatbßauksävüffen beschloffenen Fassung veröffent- licht worden. Er _1_re1cht mehrfach von den im letzten Herbst ver- öffentlichten Grundquen ab. Die wichtigste Abweichung, die Ersetzung der berungenoffenscba _ komnrunal- bezw. staatliche Ordnung der Materie. ist bxreits neulich nach ihrer praktischen Bederxtung beleuchtet. Der Vorzug dieser Orgamiation vor dxr Zerwlitterung in zahlreiche genoffenscbaft- liche Verßcherungkanitalten e_rbelit besonders , Wenn man be- denkt, daß _der Gesc enthts nur die höheren Kommunalverbände und event. die Byndes taaten als Träger der Versicherung in Aussicht nimuit und ubezdies die Vereinigung mehrerer Verbände oder Staaten zu einkk_ gemem1_amen Verficberunchmstalt zuiäßt. Er ermöglicht Laber dre Brscbrankung der Verficherungßansialien auf eine geringe Fabi _und_ bildet fr) den Weg, den Aufwand an Geld, Arbeit und

ert fur die Durchfubrung der Alters: und Jnvalidenvc-rficberung auf cixi verglercbswetse niedriges Mas; berabzusetzcn. Das liegt ins- be1or_1dere auch im Interesse der Arbeiter, welche die Verwaltungskoiten ja m_it zu tragen _baben. Ebenso_liegt die weitere Bestimmung, wonach der Yemcherungspfitcbt am!) durch dteZugebö-rigkeit zu solcbrn bestehenden Ein- r1chr_uvgkn gen_ugt _werden_fann, _welche dem Versicherten mindestens rbrmovtei gcwabrlkutet,_wte der Gesetzentwurf, im Jntrreffe der Ar- beiter. Der_xn dadurch r1_t dax: Fortbestehen segensreicb wirkender und dm] Jnterene der Arbeiter sörderlicher gemeinnütziger Einrichtungen dießcr Art ernzöglicbt.

Jm _Uebngen wird €*.? Suche drr Betbeiligten. vor Allem also der Arbeitgeber Ut_1k Atbeitnebmex sein, die Einzelbestimmungen des Entnmrfs einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und diejenigen Bedenken kiindzugcben, welcbe vdm Standbunkt ibrer Interessen und nach Maßgabe ibr_er praktiicben Erfabrung gegen dieselben etwa zu erbeben _ _iem_ möchten. Daß allen Interessenten, den Mannern der W1nen1chaft, wie der praktischen Erfahrung, Ge- legenheii gegeben _werde Kritik an drm Entwurf zu üben, be- zweckt 1c_1_gerade die Vxxöffentlickzung. Die verbündeten Regierungen wollen s]._1_r dre Dyrcbiubrung des großen und ichwierigcn Unter- ULYMYUÖYÖ jeden 1achkundigcn_Vcikatb sichern, Welcber zu erlangen moglich m_; woblerwogene Vorichläae sind aber der Beachtung sicher. Fkkl1lch wird, w_cnn _aners_die Kritik noch für die Fertigsteüung der GeseHeYyorlage fur die nachiix Reitbstagssesfion fruchtbar werden sol], die Prufung bald tn Angriff genommen werden müssen. Mögen daber Arbeitgeber urid Arbeitnehmer ki? ibnen durch die Veröffent- lichung des Entwurfs gebotene Gclrgenbeir, ibr Jntereffe selbst zu wahren, fick) nicbt entgehen laffcn!

_ _ Ten „Hamburger Nachrichten“ wird zur Karies]- rrage aus Mrtteldeut1chland geichrieben:

_ Tas Gerüch_t, die Führer der nationalliberalen Partei im preußi- 1chen Landtage batten _beschloffen, bei den bevorstebenden Landtags- wablen_das Kartxll mit den Konservativen nicht zu erneuern, bat sich zwar nrchtbeftatigt; _wobl aber kälte, wie es beißt, bei einer Be- Wrechung jener Pariet die Anficbt vorgewaltet, daß im Allgemeinen, n_ur angseben vdn xmlenen Wablkreifen, wo die Verbäliniffe anders _]agen, die Partei „xelbirändig' vorgeben folie. Man wil] namentlich in den öxtlichen_ Provinzen den Konservativen womöglich eine Apzabl Sitze, die frübxr den Nationalliberalen gebbrt baben, _wreder abgewinnen. Bet der_ eigentbümlicben Parteigruvpirung tm _prxußiscben Abgeordnetenbame ist ein folckxer Einschluß wobl erklarlicb. Die Lage in dort eir-x wesentlich andere, als im Reich- iage, indem im Abgeordnetenbauie einerseits ein erdrückenkes Ucber- gewicbt der bonservativen Parteien, welche scbon jekt nahezu die abso- lute Mehrheit bilden, gefürchtet wird, andererscirs die Gefahr, daß die _negircnden Elemente die M_ajcrität erlangen kbnntcn. viel geringer ?ckernt. Es kornmt dazu_ das 1chroffe und überbebenke Verhalten eines Tbéiis der_dorttgen Konkordativen, die ron einer ultra-konserrativen, _d. b. reaktwnaren Aera trßumen, und dercn bedenkliche Tendenzen schon 1111 l_exzteri Abgeordnetenhauxe, beim Scbullastengeserz, nur durch das Gegen- gewwbt eines gemäßigten_ beils derselben Partei und das energiscbeEin- treten der_Regierung nie ergebalten werden konnten. Ob es freilich i_en preußiicben Nationalliberalen gelingen würde. mit ibren Kräften 11138011? Ko_nserba1iv€n in den Ostprovinzen obzufiegen, ob sie nicht 1_n meien Fallen genbtbigt sein würden, die Unterstüßung der weiter links itebenden Elemente wenn nicht zu bcanspruckjen, so doch anzu- neanen, und ob nicht schon dadurch fie selbst weiter links gedrangt_ werden möchten; ob endlich nicht ihr Verbältniß ziir Regierung durcb eine solche Wendung leiden könnte, wenn dre _Regjerung fick) dadurch aenbtbigt glaubte, i'rre Stürze fortan Zu§1chließlich in den konservativen Partcien zu suchen _ das Alles iind 1ckn*erwiege_nde Fragen, die sicb nur bei einer gerauen Kenntnis; der ?Pezzfiicb preuß11chen, ja__der iokalen und vrcvinzirüen Verhältnisse ßenugend beantwo7ren lauen und welcbe gewiß die einfixbtigen FüHrer rer k_c:rtigen Nationalliberalen sorgfältig erwägen werken, bevor sie _rquwcb daran gebexi, ibre Wabltaktik festzustellen. Daß die Deutsch- 7r_eis1nnigen sicb aus eine _ absichtliche oder unabsicbtliche _ An- xiabekung der Nationalliberalen an fie Hoffnung machen und eine solche "? ihrem Jntereffe mit Freuden begrüßen, das bckundsn die, vielleich nicht ganz vorsichtiger Weise etwas zu früh laut gewordenen, iwb- lyckendxn Stimmen der deuisckfreifinnigen Preffe und die Sirenen- tone, mr_t denen fie die Nationalliberalen auf diesen Weg zu locken suchen.

Wir bier außen „im Reiche“ dürfen uns ja natürlich nicht an- niaßen, in das Thun und Laffen unserer Parteigenoffen in Preußen einreden zu wollen. Sie werden ai'n Besten wis1en, was ihnen, was den Interessen ihres Staates frommt. „Wir denken dabei immer nur gn dte möglichen oder wahrscheinlichen Folgen, _kie das Vorgehen eines 1o bedeutenden und gewichtigen Theils unyerer Partei für die Yugxlegenbeiten des Reichs baben möchte. Und da können wir uns iretlt_c_b der Besorgniß nicht erwehren, daß die anscheinend dort bkabixcbtigte Wendung, wenn sie in der angedeuteten Weise wirklieh _sxattfayde, auf die Eesammtsiellung der Partei und, was wichtiger "1_- aus die Interessen des Reichs leicht narbtbeilig einwirken könnte. „Ein Wahlkampf zwischen den Nationalliberalen und der_i Konservativen in _dem großen leitenden Staate, mit den dabei ichwerlicb aus- bleibenden , ja kaum zu vermeidenden heftigen, vieUeicht gehassigxn Angriffen betrüber und hinüber , _ müßte in den beidermtigen Wählerssbaften nothwendigerweiie tiefe, nicht 10 _ leicht wieder aukzutilgende Spurcxi bintxrlaffen; ja er durfte seine Wirkungen auch nach den außerpreußitcben Landern erstreckeri und auch bier Gegmsäxe wieder schärfen, die dort durch die patrwiiscbe Rücksicht auf höhere gemeinsamx InteressenÉzwar nicbt a1199egl_ichen, aber doch gemildert und abgestumpft waren. enn nun de_mn die nächsten Reichstagswahlen kommen, und es trennen uns von diesen nur noch etwa 1;- Jabre! _ wird es dann wobl_möglich sein, 1"_eselben Wziblerséoqften, die man je t zum Kampfe gegen einander treibt, wrxder zu_emer so testen und aufri tigen Bundeögenossenscbaft zu ver- mogen, wie“ sie allein uns die Siege vom 21. Februar 1887 über die engverbundene Koalition der Freifinni en, Ultramontanen und Sozial: e_mokraten_errin en half, und wie ie dann noch viel _nötbiger sein durfte, weil di e Koalition ficherlicb Alles aufbieten wird, um die erlittene Niederlage wett zu machen, um die verlorene Majorität im Reichstawiederzu ewinnen? Das find die Besorgryffe, die wir vpserm rleigeno en in Preußen nicbt verbeblen zu mussen glauben, die aber gewiß auch von diesen nicht unbeachtet bleiben werden.

lichen Organisation der Versicherung durch eine_

Eisenbabn-Verordaun s-Blatj. Nr. 18. _ analt: Erlasse des Ministers der öffentli en Arbeiten: vom 20 Juni 1888, betreffend Statistik der Güterbewegurrg' _ vom 21. Juni 1888, be- treffend Ueberweisung eisenbabnfiSkalnÖm Grundbesryes an andere PerroaltungSrefforts, sowie Bebzmdlung der Erlöse aus der Ver- ankerung von Eifmbabn-Gnmdstucken; _ vom 23. Juni 1888, be- treffend Begriff der Restaukgaben; _ vo1_n 30. Juni 1888, betreffend Aufhebung von Re [ments _vnd Instruktionen über die Beförderung v_on Truppen und meebedurfmffen auf den Eisenbahnen. _ Nach-

richten,

Ministerial-_Bl_att für d_ie esammteinnereVerwal- Yung in den Königlich_preußts en Staaten. Her egebeu un Bureau des Ministeriums des Innern. Nr. 6. _ nbalt: 1_. Behörden _und_ Beamte. Erstattung von Kosten der Vertretung eines i_ur gerichtltcbexi Zeugenvernebmzing geladenen Beamten._ Ueber- sicbt uber die Tbatigkeit der Schtedkmäzmer im Iabre 1887. _ _11._Kaffen- und Recbxiungssgcben. _ Wiwiikung der Kaffen der indirekten Steuern ber Einziehung von Einnabmen für Rechnung der Regierungsbauptkaffen._ _ 111. Polizeiverwaljung. 4. Sicberbeits- poltx_et. Festnahme fluchitgex Pet1onen au_f Ersuchen ausländiscber Bebordxn. _ 13. Gendarmerie. Tagegelder für Gendarmen bei außer- ordxntlicben Dienstleistungen. _ Gnadenbompeienzen für Hinterbliebene verstorbener Gendarmen. _ 17. Untemchtsverwaltung. Konserrirung yorgefizndener Kunstdenkmäler aus der Vorzeit. _ 7. Verwaltung der offentlichen Arbeiterz. _ Verrechnung von Druckkosten bei Ausführung x_es Geießes uber dre Krankenverficherung der Arbeiter. _ Anweisung fur die Behandlung der UniverfitätS-Bausacben.

Statististhe Nachrichten.

_ Gemäß den Yeröffmtlicbungen des Kaiserlichen Gesund- beitSamts smd m_ der eit vom 24. bis 30. Juni cr. von je 1000 Bewobnern, auf den abresdurch1cknittberechnet, als gestorben gemeldet: rn Y_erlin 23,8, in Breslau 30,2, in Königsber 26,9, in Köln 20,8, i_xi Frankfurt a. M. 17,2, in Wiesbaden 15,2, in annover 16.8, m Kanel 12,4, rn Magdeburg 24,9, in Stettin 24,6, in Altona 25,1, in Straßburg 22.9,_in Meß 13,3, in München 30,8, in Nürnberg 19,1, in Augsburg 24,4._ m Dreßden 18,1, in Leipzig 17,5, in Stuttgart 17,6, in KarlSrube 24,8, in Braunschweig 18,4, in Hamburg 31,1, in W121“. 27,1, n_1 Peit 32,4, in Prag_34.6, in Triest 21,7, in Krakau 40,7, in Amiierdazn 26,0, in Brüve121,5, in Paris 19,3, in Basel _, in London15,0, tn Giasgow 21,7, in Liverpr'bl16,0, in Dublin 24,7, in _detnburg 16,8,_ tn Kovenbagen 28,3, in Stockholm 16,9, in Cbrutianta16,_9, in St. Petersburg 32,8, in Warschau 25,8, in Odeffa 34,0, in Rom _, in Turin 20,7, in Venedig 22,1, in Alexandria 34,9. _ Ferner in der Zeit vom 3. bis 9. Juni cr. in New-Yorf_ 25,2, in Philadelphia 16,4, in Baltimore 16,8, in Kalkutra 21.8, m_ qubav 28,4, in MadraÖ 36,1.

_ Dre Sierblrcbkeit war _auch_it_i_ dieser “Berickptswoche in den großeren Stadtcn Europas eine gunittge_. obgleicb an;“! einer größereß Zgbl vori Starten böbere Sterblichkeit§ztffern als aus der Vorwocbe mttgeibetlt wurdeg; Sehr gering (bis 15,0 pro Mille und Jabr bs- re_chnet) war die Sterblichkeit in Dortmund, Kassel, Br*ckxum, Metz Kiel, London._ Géznitig (bis 20,0 pro Mille und Jabr) war die Sterblichkeit in Wiesbaden, Frankfurt a. M., Düffeldorf, Barmrn, Elberfeld, Han_nover, Nürnberg, Dresden, Leipzig. Bremen, Braun- !cwazg, _ Mainz, _ Paris, Liverpool, Edinburg, “Stockbolm, Christiania. _ Waßrß bo_ch (etwas über 20.0 pro Mikis und Jahr) war die S_terblrcbkeit auch in Köln, Brüssel, Triest u. a. O. Hobe SterbltÖkertHzifferw (über 35,0 pro Mille) wurden aus keiner _deutscben Stadt mitgetheilt. _ Ansebnlicb Zesteigett waren, besonders rn Folge der_rn den eritcn Tagen der Wocbc anbaltend bvben Timbe- ratur der Luft (der Tbermometer zeigte wiéderbolt über 30 bis 31,0 Grad C. , Tarmkatarrbe mid Brecbdurcbfälle der Kinder, die nament- 11ch_1n erlt_n (216 Sterbeialie), „Hamburg, Breslau, Königsberg, Munchen, Koln, Danzig, Nürnberg,_Maadebrzra, Stettin, Londcn, St. Peterbbuxg. Waricbau u._a. O. viel Todeßsälie veranlaßxen, so daß die Tbeilnabme de_s Sauglirzgkalters an der Gesammtsterblichkeit eme bedeutend großere als in der vvrbergegangenen Woche war. Von 1_e 10000 Leb_er_1dcn_ starben, aufs Iabr berechnet, in Berlin 132, in Munchen 137 Caugitngx. _ Akute Entzündungen der Atbmungs- organe kamen allgrmem 1eliener zum_Vorschein und führten aach sélte_ner zum Tyde. __ Von_ den Jnsektionékranbbeiten baben nur Maier:! und Dip_btben_e größere Verbreitung gefunden und mrbr _deesfalie veranlaßt, wabrcnd Scharlach, tvvböie Fieber und Pocken 1211211_ek zur Meldung kamen. Sterbefälle an Masern waren in _Berlm, Hamburg, Altona, Wien, Prag, Paris, London bäufiger, in St. Petersburg etrvas seliener Todeéursacben. Auch die Zahl der Neuerkrankungen _ war in Berlin, Hamburg, Wien, Pest, St Petersburg, 11)th in den Regierungsbezirken Düsseldoxi, _Érsurt, Schle§wch_ eine grcFe. _ Das Scharlackxfieber zeigte in Berlin, Danzig, St. etersburg _einen milderrn Verlaui, nur tn London war die Zahl der Sterbefälle eine größere als in der Vorrrocbe. Neue Erkrankyngen gelangten nur aus Wien und St. Petersburg erwas_ zahlretckycr zur Meldung. _ Die Sterblich- keit an Diphtbxrte und Er_cud wqr in Berlin, Hamburg, Breslau eine gern_igcre, _ir_1 Wien, PM, Prag, Paris, London St. Petersburg eme gesteigerte. Neue rkrankungen wurden aus den mxitten Orten, aus de_nen Mittheilungen vorliegen, bäufiger, nur aus qucnba_gen etwas ieltencr gemeldet. _ Unterleib?- typbus bedmgie m Königsbera, London, Paris und St. Petersburg _wemger TodessaUe. Erkrankungen gelangten nur aus St. Petersburg m großerer Zabl zur An;etge._ _ An Flecktvvbus wird aus_ St. 5O_eteréiburg 1 _Torcsiall und 2, ferner aus dem RegterunZsbezrrk Dusseldorf 1 Erkrankung gemeldet, sowie aus- Nurnberg 1 _Erkrankung_ an evidemiscber Genick- starre. Roienartrge Entz_undungen des Zellgewebes der Hayt wurden _ allgemein seltener beobachtet. _ Dem Keuäobuitey eriagen in Berlin, Paris, London weniger, in Liver- pool und Amtierdam etwa? mehr Kinder. _ Todesfälle an Pocken kamen aus Wien _und_Pans je 1, aus Triest 4, aus Warschau 8, aus Prag 11 _zur Mittheilung; Erkrankungen wurden aus Berlin und Brislau1e1, aus dem Regierungsbezirk Königsberg 2, aus St. Petersbur 4_, _aus Wien_ 6, c_1_u5_Peit 11 gemeldet.

Tt? anitarxn Perbaltniue xz] Berlin waren in der Berichts- wocbe nicht so gunstige und die Sterblichkeit eine weniger kleine als rn den vorhergegangenen Wochen. Cs kamer in Folge der in den ersten _Tagen der Berichtswockoe berr1chenden boben Temperatur der Luft, m denezi daß Thermometer zu wiederholten Malen die Höhe von 3_0,00 C. ubxrsiieg, Darmkatarrbe und Brecbdurcbfälle der Kinder in außxrgewöbnltch chber Zahl zum Vorschein und führten auch in 216 Falixn _den tödtltchen Außgang berbei,_1"o daß die Tbeilnabme de_s Sauglmqsalters an der Sterblichkeit eine wesentlich hohere als m der Vorivocbe war. Dagegen haben akute Entzundungen der Atbmungéorgane sebr _ erheblich gegen die Vorwoche abgenommen. uxmr den Infektionskrankbeiten blieben Erkrankungen atx Unterlerbswvblrs selten, auch Erkrankungen an Scharlach zer ten fich 1_n keinem Stadttheile in größerer Zahl. _ Dagegen ben Mayern, brsonders in der_ diesseixigen Lursemiadt, tt_n Stralauer Viertel und in der Tempelhofer Vorstadt, und Diphtherie, zumeist in dem Tempelhofer Vorstadtbezirk, größere Verbreitung gefunden. Von Erkrankungen an Pocken kam nur 1 zur Meldung; rosenartige Entzündungen des Zeügewebes der Haut blieben selten, auch_der Keuchhusten wurde seiten Todeöveranlaffung. Cr- kran_kungen tm Wochenbett kamen etwas mehr zur Anzeige. Rheu- matische Beschwerden aller Art gelangten seltener zur ärztlichen Behandlung.

Knust, Wiffeus-haft rind Literatur.

_U_nter dem Titel: „Durch Kreuz zur Krone“ ist in Fnednck) _Sckpulze'S Verlag bierselbsi (Wilbxlmftr. 1x) die §Yredigt, welcbe_bei dem Trauergotteödienft um Gedachtmß Sr. Majejtät des bochsehaen Deutschen Kaisers riedricb 111. am 24 Juni 1888 m der NikolaikirÖe zu Leipzig von 131“. rhea]. Pank, Super-

in_te_ndent und Pfarrer zu St. Tbomä, gehalten worden, auf rici- seitigen Wunsch tm Druck erschienen. (Pr. 30 4-1

__ F. Lehmann's Eis_enbabn-Karte der Babuacbiete Mittel-Euroyas_nebst einem Verzeicbniß der Eisenbahnen in Deutschland, _Oexterretch-Ungarn und der Schweiz. Zwölfte Auflage. _1888. Bearbeitet von L; T. thulß, Kaiserlicbem Bureau-Asfiftenten nn Kursbureau des ReichsxPonamts; durchgesehen von Dr. W. Koch, Cbef-Redacteur der ertu_ng des Vereins _Deutscber Eisenbabn- V_e_Waltungen_'_. Das erzercbniß der aur dicier Karte angegebenen E11_enbabnen Ut Folgendes: 1. Deutschland. a. Staatsbahnen und Frioatbabnen untxr StaatSvn-waltung. Die Privatbahnen unter c-ta::tsverwaltung unddurcbzwei Stern(bm bezeichnet. 1). Unter ribat- verwaltung stehende Eisenbabnen. _ 11. Oesterreicb-Ungarn. Ue erficbt der ixr K. K. General-Direktion der österreichischen Staatsbabnm unierxtxbenden Eis_enbabnen, dann der den K. K Eisenbabn-Betriebk- Direxiwney xygewieienen Bahnstrecken. Ter K. K. General-Tirektion dcr Osterretchcben Staatsbahnen untersteben: Die Braunau-Straß- walcbexier _qun, Dalmatiner StZatsbabn. Staatsbahn Tarbié- Yontarel, J1trtan_er Staatsbahn, Kaiicrin Elisabetb-Nabn, Kronprinz

udolf-Babn, Niederösterreichische Staatsbabnen, Arlbergbabn, Vor- arlberger _Babn, Rczkoniß-Protiriner Staatébabn, Kaiser Franz Josef- Babn, Pilien-Prieien-Komotau-Vabn, Mäkriscbe Grenzbabn, Dur- Bydenbacber und Prag-Durer Babu, die Lckalbabnen: TuUn-St. Polten, V5cklabruck-Ka_mmer, Aich-Roßbach, Febring-Fürstenisld, Ebenfurt-Wrttmanrßdorf _ 21er die Donau-Uirrbabn, ferner die Lbkalbdbnen der öfterrxtcbiicben Lokal-Eisenbahngéfsllscbaft, dann die Linien drr 9011511612611 Transverialbabn,_ der Tniefirbabn, der _Erzberzog Albrecht - Babn und der FK K. Staatsbabn _Stryj-Veskid. _ 111. Schweiz. _ Die Karte ist im Mar“;- 1tabe _von 1: 260000 gebqlten. _ Die einzelnen Barnlinien sindfarbig Yon einander angbcben, w _dar; fie leickx-t in ibrem Vcrlaui zu ver- foiZen find._ Aus der Karte nt ein Vsrzeicbniß der Eisenbabnen bci- gciugt. Dre Zabl dcr Staatébabnén und Pridatbabnrn in Deutickp- land._r_relche unter Staatéverwalkung srebén, beiräsr 21. Die 3551 der Ctienbabnxri unter Priyatverwaltyng steil! fich auf 45. Von öficr- rxrcbixcb-ungari! cbm Babnsn find 23 kerzeiwnct, von käniicben4,von nieder- landncben 6, vqn Luxemburg 2, von Belgi-cn 11, ron Frankrcicb 5, von der _Scbixexx 20, von Italien 3, die fortlaufenden Zablen kk? Verzetcbmnes entiyrrcben den an den einzelnxn Bahnlinien stebenren qulxxi. Irn Maßitabe von 1 : 1_75000 sind der erßen Karte noch beigeiugt die Umgegend von Tüncldcrr, ferner im Maßstäbe DM 1 : 450 000 die Umgrgend bon Aachcn und im Maßstabe ron 1 ;_500000 die Umgegend von Frankfurt a. M. Die Karte ist aus- gesubrt in der geograrbiicben und litbbgravbiscbcn Anstalt von C. 2. Keller, Berim. _ Der Preis der unaufgcxogenen Karre steiir 7105 auf .“ 1,50, aux Leinwand gezogen und in Leinwanddecke auf „46 3,50.

Land: und Forstwirthschaft.

_ Wie der Berner .Bund“ den amtlichen Angaben im neuesten Heft des vom italienischen Landwirtbscbafts- Ministerium beraus- gegebenen „ZoUstrino (11 Fotixjs aZ-rarjs“ entnimmt, ÖQTTM dic Weixernien Jtaiiens in der_i icßtcn r*irr Jahren folgende Er- grbmne (dcr Prozezitiaß im Vérbalinir; zu einer Mitrrlernte ist in Klammern bergMZt): 1884 19 743 885 111 (55,580/9), 1885 22 808 951 111 (67202971), 1886 36 801577 13] (103,60'3/0), 1887 33 015 517111 (92,94 (' .;.) Die ministerielle Statistik unterschridct bier Qualitäten: vorzüglich,sut,mittelmäßig, 1ch16ch1. Von vorzüziicber Qualität (die in Klarnmern beigeieyten Ziffern gebsn den Prozentsatz im Verbaltniß zu der entivrecbenken Gesammt-Jabresvroduktion an ) waren : 1884 2089 051 111 (11 '),-0), 1885 4449 997 111 (13 0,0), 1886 9924964 111(279/c), 1887 9988279 111 (30%). Gut waren in gleicher Reihenfolge: 34 0/0. 54 9/0, 54 0/0, 52 0,0; fcblecbt 22 '),-“0, 60 0, 20/0, 2%. In der Produktion sowcbl wie der Qualität zeigen ionacb die vier Jabra Linen ggibalienden Fortschritt; die beiden [esten Jabre sieben 1ich karin ungerabr gleich, wobei zu bcmerken ist, daß tt_n Iabre 1887 die anbalienke Trockenbeit wäbrend des Sommers eme_noch grbßere Erntrmenge berbindcrte. Die Aussicbten für den nächsten Herbit find bis jetzt gute.

Sanitäts-, Veterinär- und Quarantäuewesen.

SÜd-Amerika.

Turck) Vérordnung dcr Gesundbeits-Kommisfion zu Montevideo vom 8. Jani 1888 ist die Beobacbtungsquarantäne, welcher die Provenirnzsn aus Rio de Janeiro bix-bcr unterworién waren, auf- gebbben und an SteUe derselben rine strenge acsundbeitspolizeilichc Kontrole der betrer'irnden ScbiFe rack) ibrcm Einlaufen eingciübrt worden. (Vergl. .R-A.“ Nr. 85 vom 29. Mär; 1888.)

Nachrichten über Verbreitung ron Tb_ierfrankbeitcn im Auélanre, _ Rußland. In den Deuticbland zunäcbrr gslegcnen und in den sons: baurtiäcklicb in Betracbt kbmmendkn Eonrerurmcnts und Gebieten: Im Februar 1888, Rinderrcst. 35151 der

* ouverncmerts: E * Geiallcncn:

Aitxacban . . . . . . . . 544 Vcnarabien . . . . . . . 68 Wolbimirn . . . . . . . 58 Woronefck) . . . . . . . 23 Jefaterinrélaw . . . . . . 2 Irkutsk . . . . . . . . 1046 Kiew . . . . . . . . . 8 Orcnburg . . . . . . . . 195 Ssamara . . . . . . . . 2511 Taurien . . . . . . . . 61 Cbericn . . . . . . . . 355 Oesterreich. Laut der am 14. Juni 1888 vorliegenden Meldungen. Land. Zahl der infizirten Orte. Lungenseuclpe. Galizien . . . . . . . Mähren . . . . . . . 10 Böbmen . . . . . . . 24 Niedcr-Oesterreicb . . . . _?

Schlefim.,..... Milzbrand.

Galizien Böbmen . Dalmatien .

'Mau'lseixché. .

Galizien Steiermark . . . . . . Maul- und Klauenseuch_e. . 10 . . . 3 Tirol....._...6 _ Schafraude. Nieder-Oesterreicb . . . . 1 Laut der am 21. Juni 1888 vorliegenden Meldungen. Lnngenseucbe. Galizien . . . . . . Mähren . . . . Böbmen . . . Nieder-Oesterreich Schlesien . . ._ . . . __ Milzbrand. Galizien . . . . Böhmen . Dalmatien Krain

Galizien

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' Mau"1sei1ché. '