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wie auf den Arbeiter AnwendunJ._ Jeder von beiden kann
bei beZaupteter nicht kontraktlicher etsiung Seitens des Gegen-
Fthra enten auf seine Gefahr sofort vom Vertrage zurück- e en.
- Der Staatssekretär Dr. von Stephan begiebt fich in den nächsten Tagen zur Brunnenkur nach Bad Fusch.
- Der General-Lieutenant Graf von Noon, Kom- mandant von Posen, bisher Jnspecteur der ]. Landwehr- Jnspektion, ist behufs Abstattung persönlicher Meldungen hier eingetroffen.
- S. M. Kreuzer-Fregatie „Leipzig“_ ist am 1.1. Juli cr. in Aden eingetroffen und beabsichtigt am 18. dess. Mis. wieder in die See zu gehen.
Württember . Stuttgart, 12. Juli. Dem „St.-A. f. W.“ wird aus riedricbshafen, unter dem 10. d. M. gemeldet: Heute hatten die Königlich preußischen Staats- Minisier von Voetticher und ])1'. von Goßler, sowie der Königlich bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerchenfeld, die Ehre, von Sr. Königlichen Majeé'tät empfangen und mit dem Präsidenten des König1ichen Staats:Ministeri-ums, Staats=Minister ])r. Freiherrn von Mittnacht, zur Tafel geladrn zu werden.
Hessen. Darmstadt, 11. Juli. (Darmst. Ztg.) Der Erbgroßherzog ist estern Abend zu einem Besuch des Yrinzrtsit und der Prinzeésin Heinrich von Preußen nach Kiel a gerer .
Hamburg, 9. Juli. (Hann. C.) In der leßtenBürger- schaftssixung erörterte der Senatskommiffar, Senator ])1'. Mön eberg, in eingehender Weise die künftigaFinanz- lage Hamburgs und wies darauf hin, daß das Jahr 1889 - nach dem Zollanschluß das erste Jahr - jeden- fal161nit einem Defizit von 21/ MiÜionen Mark, bei einer Einnahme von ca. 40 MiüionenZRark, abs * ließen werde. Die Bürgerschaft ließ sich dadurch nicht sehreins ,iichtern und meinte, daß nach dem Zolianschluß dem Staat auch gaiiz erhebliche neue Einnahmequellen erwachsen wiirden, und daß, wenn schließlich sich einmal gegen aÜeErwartung ein Defizit [)Lraus- steÜen sollte, auch dieses ohne große Gewissensskrupel wiirde getragen werden können, da künftige Jahre Fdenfaüs wieder Ueberschüffe bringen wiirden. Senator
r. Mönckeberg führte bei dieser Gelegenheit iiber die künftige Geschäftslagr Hamburgs aus: Hamburg lebe schon seit langer Zeit in einem Uebergangsstadium, das weitälterseials die Frage deéx Zolianschluffes. Schon seit einigen Jahrzenten bereite sich der 1ehr bedsutsame, aber finanziell mit vielen Schwierig- keiten verbundene Uebergang aus den engen Verhältnissen einer mittelgroßen HandelSstadt, deren VerkehrEriurichtungen der_Form nacb altmodifche und eingeengte, der älteren_Zeit enispre cnde gewesen, zu einer modernen Großstadt vor. Damit sei auch die gaKe Finanzlage, seien auch die Bedürfnisse andere geworden. * ährend man 1861 noch mit einem Budget von 13 Millionen Mark rechnete, sei die Summe des Bedarfs im Jahre 1888 auf 89 MiÜionen Mark gewachsen.
Qefterreickx-Un arn. Wien, 10. Juli. (Prag. Abdbl.) Wie das „Fremdenb att“ vernimmt, ist das Wehrgeseß, welches dem Reichsratl) bald nach seixiem Wiederzusammen- tritt vorgelegt werden soll, durch die beiderseitigenMinisterien festgestelXt. Als wesentliche Neuerung desselben ist zirnächsi der Wegfall der Bestimniung übxr dis Kriegsstärke der Armee, welche bisher aus 800000 Mann bemrffsn wurde, F1 betrachten. Dagegen sOÜ die Ziffer des jähriichen
ekrutenknntingents um _mehr ais 10000 Mann erhöht
werden. Die Assentirung wl! sowohl für das strhr-nde Heer als auch fiir die Ersaßreservs und die Landwehr erfolgen. Die Affentirten aller drei Kategorien werden zur Abriehtung einberufen, die Ersaßreservisten haben, wie Landwehrmänn-xr, jährlick; einer Waffenübung von drri Wochen beizuwohnen. Die Bestimmungen über die Einjäl)rig:FreiwiÜigen haben ebenfalls mehrfache Aenderungen erfahren, welche geeignet sind, dem militärischen Bedürfnis; besser zu entsprechen.
Großbritannien und Irland. London, 10. Juli. (A-C.) Der irische Ober-SekretärBalfour hat an den iberal-unionistifchen Verein Irlands, welcher vor Kurzem die Politik der Regierung hiliigende Beschlüsse annahm, ein Schreiben gerichtet, worm das Gerücht: er beabsichtige, sein Amt niederzulegen, nochmals dsmentirt wird. Der Ober- Sekretär verspricht zugleich, die industrielle Entwickelung auf alle mögliYe Weise zu fördern. Dies sei ein Gebiet, auf welchsm si ehrliche Gegner wohl die Hand zu gemeinsamer Wirksamkeit reichen könnten.
Frankreich. Paris, 11. Juli. (W. T. B.) Der Deputirte Yyat Hat darauf verzichtet, m der Kammer wegen der ejchlag'nahme des vom Grafen von Paris an die Maires gerichteten Briefes eine Interpellation ein- zubrmgen.
In der Budgetkommission erklärte der Finanz-Minister Peytral bxzügltch des Kredits von 67 Millionen für die Befestigung der Häfen, daß er augenblicklich noch keine besondere Vorlage Für diese AUSgabe machen könne, und schlug vor, dieseibe rovi orisch auf die schwebende Schuld zu übertragen. Die owmission beschloß, ihre Ansi t vor 11- behalten, _bis die Regierung sich über den finanzie en V an ur Herberschaffung dieses neuen außerordentlichen Budgets Für die Marine schlüssig gemackzi haben würde.
Italien. R o m , 11. Juli. (W. T. B.) In drr heutigen Sitzung der Deputirtenkammer wurde die von Bonacci (Linke) b eantragte und von dem Minister-Präsidenten Cr i s pi acceptirte T ag e s o r d n u n g , nach welcher die_ Kammer von der Erklärun der Regierung über die P r o v r n z i al = u n d K o m m u n a -R e f o rm Kenntriiß nimmt und zur Berathung der einzelnen Artikel der Vorlage übergeht, fast einstimmig a 11 ge n o m m e 11.
Schweiz. Solothurn,. 11. Juli. Domkapitel wählte den bisherigen Regens des riester- Seminars in Luzern, Haas, zum Bischof von Va el.
_ Niederlande. Haa , 11. Juli. (W. “T. V.) Na?) ?inem Telegrqmm des hieigen „Dagblad“ aus Batavia it in der Provinz Bantam ein Aufstand ausgebrochen; die Lizzxständisckzen plünderten Tjelegon und tödteren die euro- par chen Einwohner sowie mehrere Häuptlin e der Eingebo- renen; Pon Batavia sind Truppen zur Aufstandrschen abgesendet worden.
(W. T. BH Das
ekämpfung der
- 11. Juli. (W. T. B.) Ueber den in der Provinz Bantam auSgebrochex1en Aufstand wird amtlich weiter gemeldet, daß die Aufständischen sich nach der Plünderung von Tjelegon gegen Serang, den Hauptort von Bantam, wandten, aber etwa 12 11111 vor Serang auf eine Patrouille trafen. Bei dem Gefecht mit derselben wurden 9 der Auf- ständischen getödtet. Die Garnison von Serang hat aus Batavia Verstärkungen erhalten. Die telegraphische Ver- bindung ist unterbrochen.
Amerika. Washington, 10. Juli. (21. C.) In der heutigewSißung des Senats sprach Mr. Hour gegen die Ratifikation des Fischereivertrags. - Das Repräsen- tantenhaus hat dre Zuckerposten in der Tarifvor- lage des Mr. Mills nach dreitägiger Debatte unver- ändert Jelaffen. Der Zoll auf Melaffen von nicht über 56 Gra wurde auf 21/4 Cents_ per Gallon festgeseßt. - Präsident Cleveland hat dre Vorlage, betr. die Ein- berufung einer internationalen Seekonferenz, gebilligt.
Mittel-Amerika. Mexiko. (A. C.) Nachrichten aus Mexiko über New: ork, vom 10. Juli zufolge, sind im ganzen Lande die Wahlko egien zur Wahl des Präsidenten der Republik und der Mitglieder des Kongresses zu- sammengetreten. Bislang ist drm Präsidenten Diaz keine Opposition bereitet worden, und es wurden viele neue Kongreß- mitglieder gewählt, welche, soweitderen politische Anschauungen bekannt, seins Anhänger sind. Hunderte von Personen haben den Präsidenten bereits u seiner Wiedererwählung beglückwünscht, da dieselbe als sicZer gilt.
Afrika. Pietermarißburg, 10. Juli. (RB.) Ab- gesandte Dinizulu's__ an Sir Arthur Havelock, den Gouverneur von Natal, und hier angekommen. Die Lage in Zululand hat sich nicht verändert. Es wurden Vor- kehrungen getroffen, um Truppen zum Entsaß des Richters im Distrikt Nkandhla,_ Mr. Pretoriu s, zu entsenden.
Der am 10. d. m Liverpool angekommene Vostdampfer „Teneriffe“ Überbringt die Nachricht, daß von Lagos eine Expedition, bestehend aus .Houssa-Soldaten unter drm Befehl des Hauptmanns Power, zur Unterdrückung von Unruhen im Distrikt der Goldküste enisandt wurds. Dieser Distrikt ist unmittelbar hinter Accra gelegen und also nicht weit vom Aschauti-Lande entfernt.
Zeitungsftimmen.
Der „Hannoversche Courier“ schreibt:
Es rvac unseres unvergrßlichen Kaisers Wilhelm ]. Herzens- wunsch, das Von ihm begonnene segensreiche Wrrk der Sozial- reform durch die (Einführung der Alters- und Jnvalidenversrcherung für die Arbeiter noch bei seinen Lebzeiten gekrönt und voUen'det zu sehen. Den Grundsätzen der bobenzoliernschen Herrscher getreu, be- trachtete er eine umfassende Fürsorge fiir das Wohl der arbeitenden Klassen, der wirthscbaftlich S krachen, für seine heilige Königspflicbt und erwartete von der Durchfiihrung des in diesem Sinn in Angriff gc- nommenen und aÜerSÖwiecigkeiten ungeachtet glücklich fortgesetzt-onerks eine Außgleichung und Versöhnung der erbitterten Gegensäße, die den inneren Frieden seines Volks bedrohten und untergrubrn. Und Wenn es auch heutzutage noch zu früh ist, die Wirkung der sozialen Gesetz- gebun sowohl in wirtbscbaftlicher wie in moralischer nnd poi'itischer Bezießung richtig abzuschäich, so darf man doch schon beute sagen, daß die beiden ersten großen, vielfach angeforbtenen nnd gering ge- schärztrn Stadien der So,;ialreform, das Krankenkassengeseß und das UnfaUversiÖerungSgeseß, fick) überraschend schnel] eingelebt, auch unter den früheren Gegnern zahlreicke Freunde erlangt und ihre segensrcichen Wirkungen überall fühlbar grmacht haben. _
Aw. bezeichnendsten dafür ist, daß die deatickyc Sozialgeseizgebung anderen Staaten ZUM erbiid diente oder ihnen dock) Wenigstens wertbvoüe Anregung gab, einer fruchtbareren Behandlung des iozialan
Probiems näher zu treten. Aber nicht minder beachtenswertk) ist es
0113), das; man anderwärts zumeist iiber die ersten Anläufe nicht hin- ausgekommen ist, während in Deutichland in Verhältnißmäßig *?urzer Zeit die ersten beiden großen Geseße fertiggestellt worden sind und ohne Zeitverlust auch an die Lösung der schwierigsten Aufgabe, die staatliche Altszrs- und Jnvaiidenversrcherung, beranaeireten wurde.
Es ist dies unsirritig ein Verdienst Kaiser Wilbelm's ], der diese *
soziale Gesetzgebung als eine Hauptaufgabe seinxs Lebens betrachtete und drähalb darauf drängte, daß dieselbe rüstig weiterbetcieben 1111? zum Abschluß gebracht würde. So wurden denn auch nack) mancher_l.-i Vorarbeiten rxnd nachdem “schon im Frühling des vorigcn Jahres tm Reichstage Eine Vorlage des betreffenden Geseßentwuris fiir die nächste Tagung durch den Staatssekretär des Jirnern _ mit Bestimmtheit an- gekündigt War, im vorigen Jahre die im Reiäxsami des Innern aus- gearkriteten Grundzüge für die Aljcrs- und „Inkaiiditätsgeseßgebung veröffentlicht. _ _ Durch diese sebr verdienstvoile Arbeit wurden Vor AUetn_d1e-- jenigen (Gegner der Sozialreform, welche_ den Gedatzkeirciner aklgememcn Alters: und Invalidenversickrerung höchstens für cin Erzeugnis; der aus- scbweiienden Einbildungskraft, für ein nicht einlösbares Vcrsprechxn er- klärt batten, vom Gegeniheil überführt und ihnen der unumstößiichex Beweis geliefert, das; innerhalb gewisser Grenzen der Gedanke sehr wohl zu verwirklichen sei, und daß dazu keineswegs ien“: unabsehbaren Sum" men .*rfordcrt würden, die nach der Behauptung jener_Gegner für eine solche Einrichtung nöthig wären. Kurz, die (Grundzüge zeigten in dankenßwexthcr Weise die Aukfübrunq der dee, und damir war ein sicherer Boden für eine fruchtbare Weiterarbeit geicbaffen. Aber troxz der im Allgemeinen beitälligeu Aufnahme., welche die (Grundzüge: wenigstens in allen der Sozialreform freundlich gesinnten Kreisen fanden, folgte doch bald eine Fiuth von Kritiken und Verbeffermst vorfchlägen, deren Prüfung der zur weiteren Berathung der - gelegenheit eingeseßte Ausschuß des Bundesraths _sich nicht- entziebcn konnte, jedenfaus aber verlangte das großartig _geplantc, aber wegen seiner Neuheit und Ausdehnung an Schnorerigkeiten reiche Werk die sorgfältizsten und eingehendsten Untersucbnngen und Ueber- legungen. So kam cs, daß in der leyren Ta ung des Reichstages das Versprechen Wegen Vorle ung drs auf die nvalidenverficberung bezücxiichen Geseßentwurfs si nicht erfüllen ließ, und daß Kaiser Wilhelm 1. die Augen schloß und zur ewigen Ruhe axinging, ohne den Abschluß des von ihm begonnenen großen Werks oeiehen zu haben; aber er konnte scheiden in der Ueberzrugung, daß dasselbe seiner Vol].- endung entgegengehe und in seinem Geiste durchgeführt werden würde. Als ein heiliges Vermächtniß ging die Lösung dieser großen Aufgabe an seinen Nachfolger über ; während der kurzen RegierungSzeit seines herrlichen Sohnes ruhten die Arbeiten an demselben nicht. und der jugendliche Enkel, der durch das schwere Geschick sLMLs Vaters un- erwartet früh zum Throne berufen ward, hat 1ch mit aller Bestimmt- heit auch zu dem foziaipolitischen Programm eines Abns bekannt u11d sich ausdrücklich auf jene Kaiserliche Botschaft Wilhelm's 1. berufexn, tn welcher die örderung der sozialen Reform als die dringendsteAuf- gabe für den erricher und die Vertreter des Volks bezeichnet wird. Es ist selhslverständlicl), daß die Berufung auf jene Kaiserliche Botschaft keinen anderen Sinn Haben kann, und NY alle anderweitigen Deutungeg, als den Kern der Sache nicht tre end,zuri'1ckgcwiesen werde_n mussen._ Unter solchen Umständen darf es als ein glück- verheißendes Zei en betrachtet ivsrden, daß gleich in den ersienTagen der Rrgierun ilhelm's 11. der Geseßenjwurf fiir eine Alters- imd Jnvalrdenverigicherung, wie er nach langer und mühevoller Arbeit von
dem Ausschuß des BundeSratbs festgestellt worden ist, an die Oeffent- __
lichkeit tritt. _
„Damit ist _ein neuer und entscheidender Schritt auf dem natur- gemaß_langw1er1geg Wege dieses Geseßgebungßwerks gethan. Nicht mehr _tn ,Grundzugen“, soydern in der Form eines völlig aus-
earbetteten_Gesefßentwixrfs liegt das Projekt jeyt vor, und es kann aum_ zweifelhat sem, daß auch der Bundesratb ohne erhebliche Aenderungen den Entwurf sich zu eigen machen und
ihn wesentlich in der gegenwärtigen Form dem Reichstage“
bei seiner nächsten Tagung vorlegen wird. Bis da in lic t der Entwurf der öffentlicher Kritik, der Beurtheilußg ach S_achverstaydtgew und Betheiltgten Vor; es ist, wie billig bei em_em so einschneidenden GesxßgebungSwerk, der öffentlichen Meinung Zett ge_nug gegebxn, ihre Sttmwie gelt_end zu machen, Verbesserungs- vorschiage ayzubrmgen und sich uber die grundlegenden Gedanken und die Einzelheiten des Exitwurss aufzuklären.
Mit den .Grundzugen“ verglichen, weist der vorliegende Entwurf große Veranderrzngen und unleugbare Verbesserungen auf. Wir werden diesen - noch spezteUer unsere 5Y_ufmerksamkeit zuwenden; der aufmerksame Leser de? neuen Enthris wird abxr gewiß erkennen, daß namentlich in der p_raztsereri Fassung rind der Ergqnzkmg gewisser Einzelbesiimmungen e1n_mcht geringes Verdienst der vorliegenden Arbeit liegt. Die wichtigste Abanderung, welche die Grundzüge gefunden habrn, bezieht sich be- kanntlich auf die Frage der Organisation. Während nach den Grund-
“ zügen die Berufßgenoffenichaften die Träger der Vcrsicheruug Waren,
soUen jeyt an Stelle der Berungenossenschafte11 kommunale oder landschaftiiche Verbärxde tretrn. Damit wird vielen von sachkundiger Seite geaußerten Wunschen entsprochen, eine ferncrc' Belastung der Bexxxfsgenoffxnschafterx ohne deren weitere Entwickelung zu hemmen, vermiedxn, dre Orgamiatiori wesentlich_vereinfacht und die Einbeziehung auer nicht der Unfallversxcherungspfl1cht unterworfenen Arbeiter in das System der_AlterSOeritMrung erleichtert. Wir wenigstens sind geneigt, in diexer _grundlegcndeu Veränderung eine entschiedene Verbefferunxz zu erblicken. In den übrigen grundlegenden Bestim- mungen schließt fich der_Entwurf den urspriingliében Grunkziigen an, wenn auch, wre gesagt,_tm Einzelnen viele' neue beachtenßwerthe Be- stimmungen getroffewimd. _JUL Ganzen genommen erscheint auch dieser Entwurf als em tuchttg Stück _Arbeit und berechtigt zu der Hoffnung,_d1_1ß er das _Werk der Einigung und Verständigung übcc diese schwter_tge Materie fördern Werde; daß aber eine solche bei aller Gründlichke1t_der_ Berathung recht bald erzielt werde und das große Werk zrzm gluckltcbcn Abschluß gelange, das wünschen und hoffen ZUB?) Jie das Andenken des gmen und großen Kaisers Wilhelm 0 0 en.
_ - Iii einem Artikel der „Kölnischen Zeitung“ über dre ostasiatischen Handengebrete heißt es:
Was die Betheiiigung des deutschen Handels in den südchinefischeir Hgndelsgebietcn angßbt, so verhalt iich dieselbe etwa gleichbedeutend wie im Norden. Fur das gesammte chinesische R-xick) ergiebt ("1111 ein werthtxoller Anhalt mr_r, we_nn man die deutschen Handelsfirmen daselhit __ms Wige (0731. Die Grsammtngs der europäisckycn und- amerixgxnichcn Firmen m der) VertragMäsey beträgt 421 mit 7695 europaiichen Angestell__tet_1. _Dte Deutschen stehen dabei an zweiter Stelle, und zwar betrag“; die Zahl der deutschen Firmen 57 mit 629 deutschrn Kaufleuten. _D1_e Arisdrhnung ihrer Handelsverbindungen jed_0ch_kcm11nur dann richtig beurtheilt Werden, wenn man ermißi, daß" die bei weitem großte Anzahl dieser Häuser an mindestens chi Plaßen, nczmlick) Hongkong und Shanghai, meist aber in noch mehr Vertrqgshafen Niederlassungen unterhält.
_me ganze Reihe deutfcher Häuser ist den größten englischen und amerikamicben VoÜkommch ebenbürtig, theilweise sogar überlegen. Der deut1ch§ _Haridel_bat DLZ Ausbreitung seiner Erzeugnisse vornehm- lick) 5er Thattgketx dieser ngier zu danken. Auf der anderen Seite beweist die fortwahrend wgaysende Ausdehnung der Geschäftsbeziebungen "11er deutichen Firmen, die Neuanlage von Tochtergeschäften oder die Ernennung don Agenten m den anderen Vertragsbäfen, daß die deutsche Waare Fyß gefgßt hat_rchnd in vielen Beziehungen der englischen Einfuhr einen ho_chst gefahrlichen Wettbewerb macht. Zu diesen di-utschexr andclsfrrnxcn _konimen dann als „Vertreter der deutschen Industrie die hauptsachlich m Tienisin beim Vize-König Li Hung Cigng sich aufbauenden Vertreter großer deutscher Häuser, deren Thatigkett sich auf den Verkehr mit der chinesischen Regierung erstreckt, so von Krups; in Essen, Gruson in Magdeburg, dem Vulkan in Strttin und anderer mehr.
Wir Haben kirdlrx, unreinen Einblick in die wahrscheinliche Wxitcreniwrckelyng des chinesischer! Einfubrbandels zu gewinnen, einige aligrmcme Punkte zu berühren, Welche für Deutschland von erheblicher Wichtigkeit sind. Dahin gehört zunächst die Weiterbildung der Regierungsströmung, Welche für europäische Kultur sich geneigt zeigt, die Regierungslieierungen überhaupt. .Es ist zu brachten, das; gerade auf diesem Gebiete der Kampf“ drr Nationen em bewnders hißiger ist, daß alie Mittel Seitkns unserer Wettbewerber angewandt werden, um _Deutscbiand aus dem “Sattel zu he*bcn_1)der gar nicht hinein zu lassen. In _der Lieferung für Kriegßmaxerral für Armce und Marine hat Deutschland bisher den Vorrang behauptet. Ebenso ist die Pulverfabrik in der Nähe von Tientfin durch Deutsche erbaut" worden. Dagegen ist die Be- festigizng von Port Arthur, nachdem die gesammten Pläne dazu von Deutichen hergestellt, auch bereits ein Vertrag wegen der Ausführung eingxgangcn war, später einer französischen Gesellschaft iibertragen wor cn.
Bei der Ausführung der RegierungE-Telcgrapben ist Druischland 11ichtbetheiligt_ geWesen. Was _den Eisenbahnbau angeht, welcher längere Zeit Hindurch und noch ]eßt Hoffnungen erweckt hat, so ist von vornherein zu _bemerken, daß es sich in keinem FaÜe um die An- legung großer Sch1enxnstrecken oder gar, wie neuerdings behauptet wurde, um eine Verbindung des Nordens mit dem Süden handeln kann. Die bisher bestehende sogeriannteBahn ist eine ArtDamPfstcaßenbahn von einigen englischen Mellen Länge. Soilte überhaupt ein Eisenbahn- bau fiel) verwirklichen, sq wird es sich lediglich um eine strategische Bahn handeln, welche Trentsin, Peking und Paotingfoo im Dreieck miteinander verbindet. Bei Tientfin und Paotingfoo befinden sich nämlich die Lager der europäisch diSzwlinirtenArmee des Vize-Kömgs Li Hung Chang. Der Anlegung größerer Babystreckrn srrbrn, wie dies ja nicht unbekannt, aber gewöhnlich unterscbayt wird, _die gewich- tigsten Bedcnken entgegen. Dies ist einmal nach der trchn_1schen Seite bin das außerordentlich verzrveigt'e Kanalneß, nach der erhaschen Seite der durch keine Nützlichkeitsrücksicht zu besiegende Widerstand der Chinesen gegen die Aufgabe ihrer Gräbcr, welch_e das ganze Land bc- decken, endlich nach der politischen Seite der Widerstand der Manda- rinen, welche aus den Kanalzöllen bedeutende Einnahmen schöpfen. Im Allgemeinen darf behauptet werden, daß die deutschentndustrieilcn Ver- treter in Tingn zu gerinchoÜmachten bgben, um gegen die andern Nationen erfolgreich aufzutreten, und daß fur deutsche Privattbätigkeit zu Wenig deutsche Kapitalien in China elbst m_Folge des Mangeis einer deutschen Bank vorhanden sind. Nach beiden Richtungen bm muß unbedingt eine Abhüife geschaffen werden." Drs weitern möchten wir die Bestrebungen, in _den Vertragshafen selbst Industrien herzustellen, welche das 1111 Lande befindliche Rohmaterial verarbeiten, wenigstens_ erwahticn. _Fabriken sind geschaffen .worden in Shanghai, _namltch eine grö ere Baumwollen- spinnerei und eine Papierfabrik, Beide Lind wieder einge- gangen, da die erwartete Billigkeit der öbne außgeblieben ist. Der chinesische Kul_1 arbeitet für den Europäer unter keinen Umständen zu _dem gewöhnlichen billigcn Lohnsaxze. Ferner ist eine- mechanische Scrdewsvinneret, und zwar Seitens einer deutschen Ge- sellschaft in der Nahe v1_)n Tschifoo eingerichtet; dieselbe hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die sogenannte Tuffaseide (Seide des Eichen- spmners),_!oe_lche in der Pronz Petschili in großen Mengen gezogen, aber dura) die Hinschlevpung durch unzählige Märkte 1ehr vertbeuert' wurde, art Ort und Stelle aufzukaufen und zu verarbeiten. Es wurden der Fabrik jedoch Seitens der Chinesen so viele Schwierigkeiten in den Weg gelegt, daß diesclbe endlich Ende 1886 an die Chinesen selbst verkauft wurde.
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Wir möchten endlich die Fordernngxn, welcbe sich für den deutschen Handel nach China ergeben, dabm zusammenfassen, da zu allererst die alten Klagen über mangejbafte Verpackung_upd uf- macbung, mangelhaftes Maß und Gcw1cht_ auf das sorgialtigste be- rücksichtigt werden. daß ferner der _Ynfuhrharxdler_s1ch gan_1_ge11_au_an die Bestellungen seiner Abnehmer halt, und in keiner Weiie die em-
“wal eingeführte Waare durch andere, sei dieselbe auch mehrwertbig,
***-Zen sucht. Es würde fich endlich sicherlich empfxbleri, wenn 4 leistungsfähige Fabriken oder aber (;_anze Industriebeztrke ihre idigen Vertreter und Musterlager wenigstens in Hongkong und
--'Sbanghai dauernd unterhielten, um in dcr Schnelligkeit der Markt-
füllung den Wettbewerb mit den anderen Nationen aufnehmen zu können.
Statistisckxe Nachrichten.
Ueber die Bestrafungen des_ Vettels und der 'Landstreicherei im Jahre 1887 im Grqßherzoaiburn Baden giebt die Nr. 2 des 171“ Bandes der Statistischen Mitthei- lungen über das Großherzogibum Baden folgenden Aufschluß: _Die Bestrafungen haben gegen das Vorjahr der Zahl nach eme geringe Abnahme erfahren, während im Jahre 1886 eine Zunahme,_ in den Weiter vorhergehenden Jahren gleichfalls und zwar erheb_l1che Ab- nahmer- stattgefunden hatten. Dm 6311 Bciirafuxigen im Jahre 1887 stehen nämlich 12 015 im Jahre 1882, 9890 im Jahre 1883, 6952 im Jahre 1884, 5735 im Jahre 1885 und 6464 im Jahre 1886 gegeniiber. Da die im Jahre 1887 eingetretene Abnahme der Straffälle nur aering iii (fie beträgt_ 163 oder 2,5%), _ so lassen_ fich Bestimmte Schlüff e auf Veränderungen in den aÜgemcmen wirtbscbaititckxen UTC"? Erwerbsverhältniffen oder in der Handhabung der gegen den Brüel u ", LÉeLandsireickyerei vom Staat, von din Gemeinden i_md von Vereinen geiroffenen Anordnungen und Cintichturigen mcbtnwohl zicken. Nach dem Geschlecht betrafen die Bestrafungen in 5749 Faüen (91,1 0/0)Manner, in 562 Fäklen Frauen (8,9 0/0), während im Jahre 1886 die Frauen 7,8 '*'/0, im Jahre 1885 8,9 0/9, im Jahre 1884 9,5 0/0 ausmachten. Das Ueberwiegen der Männer smdc-t in allen Kreisen statt; der An- tbeil der Frauen bewegte sich in denselben zwi1chen 4,5 m_id 14,2 0/0; verhältniiimäßig am stärkste'n Waren dieselben in den Kreisen Baden (14,2), Mosbach (12,3), KarlSruhe (10,7) und Mannheim(10,5) ver- treten, am schwächsten in Lörrach (4,5), Villingen (5,9) u_nd Konsian; (15,4). Nach der Jahreszeit fielen, wie in den Vorjahren, die meisten Bestrafungen in den Winter, die wenigsten in den Sommer. Dem Geburtslayd nach trafen die Bestrafungen 2468 Badener, 923 Preyßen, 909 Bahern, 847 Württemberger, 246 Hessen, 129 Elsaß-Lotbrmger, 264 ?onstige Reichsangehörige, 177 Schnieizer, 197 Oesterreich-Ungarn und 151 sonstige Ausländer, somit nur zu einem starken Drittel (39,10/0) Inländer (gleichfalis wie zudor), zu fast zwei Dritteln Auslander und zwar vornehmlich Angehörige der östlichen Nack'barländcr (zu denen wegen Hobenoner-r auch Preußcn gehört). Wax?- das Altrr der Bestraften betrifft, so nehmen dieselben im Ganzen, abgesehen von den unter 20 jährigen, mit dem AUS? an Zahl ab, und zwar nach der absoluten, wie nach der relativsn „Zahl, d. k). nach dem Verbäliniß zu der Zahl der gleicharirigen Bevölkerung.
in Prozent _ ,:u- der gieich- iammcw alterigen
Einwohner unter 14 Jahren 9 4 13 0,002 14-20 „ 790 7- 862 0,46 20-25 846 94 940 0,72 25-30 675 52 727 0,65 30-40 959 82 1041 0,53 40-50 826 95 921 0,50 50-60 369 47 416 0,32 60-70 180 37 217 0,24 über70 43 11 54 0,12 unbekannt . . 1 - 1 -
Nack) dem Familienstand waren (in ähnlich.;m Vcrbältni? wir in den Vorxahren) von den bestraften Männern 4153 (88,4% ledig, 339 (1,2 0/0) verheirathet, 198 (4,2 0/0) verwiUWet, 8 (0,2%) geschieden; von _den Frauen 312 ledig (63,2 0/0), 125 verheirathct (25,3 '/0), 53 vcrrmitwet (10,7 9/0), 4 geschieden (0,8 9/0). Dem Berufs- und Erwerbsstand? nach gehörten die bcsiraften Bettler und Stromer, gleiibfalls wre zuvor, überwiegend dem Griverbesiande an. Die svlgunde Uebersicht (17) giebt cine brzüglickie Darsteüung, unier _Angabe der Verbeirathsten und Vrrbeirathetgewesenen. Tie ?rnzeknen Erwerbsarten sind angegeben, sofern die Zahl der bcireffendrn Perionrn mehr als 5 beträgt; die weniger vartrei-knrn Gewerbsatten sind als "sonstige Gewerbetreibende zusammengefaßt. Am zahlreichsten sind unter den Männern die Tag- ]öhner vertreten (598, mtt landwirtbfck). Taglöbnern 735), sodann folgen mtt mehr_ als 100 die Bäcker (288), Schuhmacher (278), Maurer und Steinbauer (241), Schneider (194), Schlosser (193), ixchremcr (135), Metzger (134), Maler und Anstreicher (122). Kaus- 1eute nnd Handler (119), Weber und Tuchmacbrr (113), Müller (108), femer Kncchte_(175). Beim Weiblichen Geschlecht erscheinen mit mehr als 100 die qulöbnerimien (123, einschl. landw. 156), die Dtenstboisn (1.21). und die Personen ohne Beruf (100), sodann mit mxbrwls _10 ncxi) Fabrikarbeiterinncn (36), K'eUnerimicn (21), Nabermnrn (13), Handlerinnen (12).
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
,Von den „Meisterwerken der Ho'lzschneidekunst“ (Lrtpzig, J. J"; Webxr's Verlagsbuchhandlung) liegen uns dcs )(. Bandes_ 3. bis 7. Lieferung (der ganzen Srrie111. bis 115. Liefe- r_ung, Yk. xe 1_ «M) vor. _Auch diese Hefte bieten eine Fülle vortreff- lrckzer oizschmxtreproduktmnc-n, theils nach Gemälden oder Statuen, theils nach OriginaizZeickmutigen. Sämmtlicbe Blätter, welche Vor- her in dcr „JÜustrtrten_Ze11ung“ erschienen find, zeigen eine Hohe Vollendung_ der xylographtscipen Wiedergabe.
- Reisenden, _welche tbr_e Schritte nach dem Thüringer Walde lenken, wird es wrllkommewsem, zu hören, daß von dem bewährten Meyer'sckprn „WegWerier dura) Thüringen“ (Verlag des Btbltograplyschen Instituts in Letpztg,__ roth kartonirt 2 '76) soeben eine neu?, dt? neunte Auflage erschienen ist, in der wir den text- lichen wu" d-_,-n kartographiscben Theil wiedcrum gründlich durchgesehen und" wesentlich verbessert finden; ersteren unter Mitwirkun des Tburmgerwald-Vereins, der das Buch zu seinem „Vereinsbu “ cr- korßn hat, lcyteren namentlich durch inzufügung einer Karte des oberen Schivarzatbals, Erweiterung vor andcuer Karten und Beigabe nxc-brerer neuxr Stadtpläne. In der neuen Auflage ist auch dem durch die _neuen Exsezrbahniinien erschlossenen östlichen und südwestlichen Theil des T_hurmgec Waldes eingehendere Würdigung zu theil geworden.
*" Die am 14. Juni 0. I. erscheinende Nr. 2350 der .JllUsirirten_ Zeitung“ enthält 11. A. folgende Abbildungen: Erste Nose._ Originalzeichnung von F. Lipps. - Die neue Eisenbahn nach_ Salomk. 8 Abbildungen. - Kaiser Franz IOsePb in_ der Jubilaums-GewerbeaußsteUung zu Wien. - Ernst Ludwig Herriurtb, der neue PkLUßlscbx Muzister des Innern, - Die Reise des Kron- prmzen Und der Kronyrtnzessin von Oesterreich-Ungarn in das Okku- pationsgebict. 2 Abbildungen. - Aus der Internationalen Jubiläums- Kunsxaussstellung, in Munchen: Eine Vision im Kolosseum. Gemälde von «30,0 cYetilture. (Zweiseitig) - Prof, Dr. Emil Naumann, "i am 23, «,um. - _Das Junf-Centimes-Stück des Congostaats. - Frauenzeitung; Erzherzygm Margarethe Sophie von Oesterreich als
ebiissin_des K. K. adeligezi Damenstiftes am Hradscbin zu Prag. „ - _Stol1_u,Vader s Anti uariar und Buchhandlung in Fretbrxrg :. Baden versendet oeben seinen Katalo Nr. 61: Aus_lä11dtsch„e__Litera_tur: Englisch Französisch, .. talieniscb, Yoüandtsck), Damsch, Islandisch, SpanisckZ- ortugiesiscb, mit einem nbang, enthaitcnd eme Auswahl von !* erken aus verschiedenen YYYchYften m tadelloser Beschaffenheit und in meist sehr schönen
Mäimrr Franca
Land: und Forftwirthschaft.
Nachtrag
zu den „Mittheilungen über den gegenwärtigen Stand der Saaten in der preußischen Monarchie“. Provinz Ostpreußen.
Reg.:Bez. Köni sberg: Der Weizen sieht fast durchweg dicht und kräftig un verspricht eine gute Mixtelernte. Der Roggen ist im Halme kurz geblieben, der Strohertrag wird daher voraussichtlich nur ein mäßiger sein, dagegen kann auf einen guten Körnerertrag gerechnet werden, da während der Blütbe- zeit iinstiges Wetter vorherrschte. Der Rübfen irt in der Staude glei faUs niedrig, zeigt jedoch guten Schotenansaß. Das Sommergelreide war anfänglich in Folge der andauernden kalten Witterung in der Entwickelung zurückgeblieben; das von Regenfällen begleitete wärmere Wetter der leßten Wochen hat dasselbejedock) im Wachsthum erhebiich gefördert. Vom Klee ist eine befriedigende, von den Wissen aber kaum eine Mittelernte zu erwarten. Die Viehweidrn sind verhältnis;- FäFig gut bestanden und gewähren den Thieren außreichende
a rung.
Reg. Bez. Gumbinnen: Wenn die Wintersaaten auch in Folge des verhältnißmäßig spät eingetretenen, stellenweise kalten Frühjahrs in Ansehung des: zu erwartenden Stroh- ertrags in ihrem Ernteergebniß einigermaßen hinter denen der Vorjahre znrückstehen werden, so muß doch andererseits be- tont werden, daß der Körneransaß aUenthalbsn recht befriedigt. ES kann daher, falls nicht unaiirisiige Witterungsverhältnisse wiihrend der Ernte, oder somiige, unvorherzusehende ZufälX-z eintreten, in dieieMFahre mit ziem- licher Sicherheit auf eine annähernde Mitte ernte gerechnet werden. Das Glsichegilt ron den Sommerfrüchten,dietro(3 der_m diesemJahre ismlich spät erfolgtenVrsieÜung gegenwärtig leidlich kräftig entwi elisind, undnamentlicl) in leizier Zeit durch warme Regenaüffe in ihrem Wachthhum Erheblich gefördert worden smd. Der Stand der Kartoffe'ln ist bisher ein absolut günstiger. Die Entwickelung des KlLJE und der übrigen Fritterxräuter ist in Folge des späten und kalten Frühjahrs_ einigermaßen hinter den allgemeinen Erwartungen zurückgeblieben, und e_ss ist ebenso der erste Schirin drr Wiesen verhältnißmäßig wrmg ergiebig gewesrn; es scheint, alS ob der Entwickelung der GraSUarbe stellenweise die nötbige Wärme gefehlt habe. Da: gegen verspricht der zweite Schnitt der Wiessn und Futter: kräuter einen reicheren Ertrag.
Provinz Pommern.
Reg.:Bez. Köslin: Der Roggen hat fast iiberaÜ, nament- lich aber auf schwerem Boden, sehr stark gelitten. Ver- schirdene der angesäeten Flächen haben, wril zu wrnig Pflanzen übrig geblieben waren, sogar Umgeackert und mit Sommerkorn besteilt werden müssen. ,Die Bliiihe drs Roggens bat sick) Dank der in den leßten Wochen eingrtretrneir giinstigen Witterung r0cht gut vollzogen und berechtigt zu der Hoffnung, daß der Körnerertrag doch noch ein verhältnißmäßi? beirre- digender sein wird. Der Strohertrag wird dage en aum dre Hälfte einer Durchschnittsernte erreichen. Der sizen hat die Unbilden des harten Winters _faft iiberall ohne besonderen Nachthsil üdrrstanden und auch der unfruchtbaren Frühjahrs: Witterung Troß geboten. “Der Stand desielbrrr kann im AU: aemeinen als günstig bezeichnrt werden und läßt eine gute Durchschnittsernte er offen. Riibsen und Raps sind namentlich im Schlawer und tolper Kreise durch Auswinterung fast gänzlich zu Grunde“ gegangen Ut'd haben umgeackert werden müssen. Das Sommerg-xtreide, mit dessen Besteüung erst spät hat vorgegangen werden köimen, hat die schlechte Frühjahrs: Witterung wider Erwarten gut überstanden. Dassclde ist zwar in der Entwickelung hinter der JabrSSzeit zurückgrblieben, kann aber unter den 1th giinstigen Witterungsverhältnissen das Verfäumte sehr gut nachholen und verspricht, nach dem gegen: wärtigen Stande zu urtheilen, Eine gute Mitteiernte. _ Der Klee sieht fast durchwsg ut und wird eine reichliche Ernte liefern. Die WieZen. von denen namentlich die tiefer gelrgenen durch da;; ungünstige Wetter ziemlich mit- genommen wordeii sind, haben sich bei der günstigen Witte: rung der lrßten Wockxsn fehr erholt. Die Heuernte, mit dsr bereits begonnen ist, wird daher irn Vorschnitt zum Theil noch befriedigen. Kartoffeln sind gleichmäßig und kräftig auf- gegangen und schreiten gegenwärtig höchst erfreulich vor. So- weit sich iiber dyn zu erwartenden Ertrcrg schon 1th urtheilen läßt, muß dies in günstiger, hoffnungsvoller Weise eschehen. Die" ObstbliitYn haben durch Nachtfrösie mehrfach ge itten, so daß hier die ussichten brziiglick) der Ernte als ungünstige zu bezéichnen sind.
Provinz Schiefien. _
Reg.:Bez. Breslau: Durch die anhaltende große Dürre im Frühjahr sind die Sommersaaten __in ihrer Entwickelung i'teÜenweiie sehr zurückgeblieben, haben 11ch absr durch das seit einigen Wochen andauernde fruchtbare Weiter rasch wieder er- holt und stehen zur Zeit im Allgemeinenmrttelmäßig. Roggen, der schon wegen Mangel an Wärme nicht gut in den Winter gekommen ist, hat durch die andauernde und strenge Kälte des leßteren, wie auch durch den Nachwmter im April iiberal] stark gelitten, so daß eine Mittelernte, namentlich in Strol, fast nirgends zu erwarten ist. Raps _ist ebenfaUs dur die ungünstigen Witterungseinflüffe, sowre durch den in einzelnen Kreisen massenhaft auftretenden Glanzkäfer stark beschädigt, und steht durchweg wenig geniigend und ungenügend. V-sr- hältnißmäßig gut aus dem Winter gekommen ist der Weizsm, welcher auch nach seinem gegenwärtigen Stand zu den schd'nsten Hoffnungen berechtigt und im Allgemeinen eine gurke Mittexernte verspricht. Die HaYriicbte stehen, je nach der Qualität des Bodens und der orgfältigkeit der Bestellung, sehr _ verschieden, in den meisten Fällen jedoch nicht unbe- friedigend, steüenweise sogar vorzüglich. Die Rüben
aben durch Drahtwürmer und Wurzelbrand gelitten. Die
e_uernte hat sich wegen der unbeständigen Witterung in leßter * eit etwas verzögert, die Qualität des Heues hat jedoch nicht gelitten. Hafer und Gerste stehen mittelmäßig, Hülsenfrüchte ur1_d_ Flachs gut. Die Obsternte verspricht nur eine seér maßrge zu werden, der Fruchtansaß_1iamentlich bri Aepfe n und Pflaumen war gering, und die Bäume haben durch Raupenfraß gelitten. *
Rheinprovinz.
ReZ-Bez. Koblenz: Das Winlergetreide blieb wegen der rau en und trockenen Witterung im zrühjahr durchgängig dünn urid unbestockt, und konnte bei den päter in reichlichem Mqße eingetretenen Niederschlägen nur noch der Weizen sich einigermaßen erholen. Roggen wird an Körnerertrag im Allgemeinen, und abgesehen von einigen besseren Bodenlagen voraussichtlich 1/2 Ernte nicht übersteigen, Weizen dagegen etwas
über 1/2 bis 2/3 Er_nle liefern. Der Sirohertrqg für beide Frucht- gattungen wird jedenfalls mxter einer Mntelernte erheblich zurückbleiben. Gerste und Hafer, welche durch die Trockenheit ebenfalls litten, haben sich gut erholt und versprechen durch- ängig eine bessere Ernte. Der erste Klee:_ und Gra?- ?chmtt fiel spärlich aus. Dementsprechend ist auch __dre Heuernte, welche zudem durch _dre anhgltenden Regenggffe der leßten Zeit recht nachtheilig beeinflußt wrrd, eme sehr geringe. Knollen: und sonstige Futtergewächse stehen durchgängig gut; auch läßt der gute Stand der Kartoffeln eine vol1e Ernte erwarten. Steinqbst und Birnrn werden durchgängig einen mittleren Ertrag liefern, Apfelbäumezetgen dagegen nur spärlichen Jruchtansaß. Der augenblickliche Stand der Weinberge bere tigt zu _guten _Hoffnyngen. Fiir den Umfang der Monarchie ergiebt sich sonack) fol- gendes Bild: _ _ Der Stand _des Getreides kann im Ganzen ais befrie- digend nicht bezeichnet werden. Der Roggen läßi merstens_nur einen geringen Körnerertrag und angemein nur ernezi mäßizrn Strohrrtrag erwarten. Durch die rauhe und trockene Witterung im e'friihjahreist die Winterfaat sehr zyriickgeblreben, 111 den Ueber- (chwemmungsgebieten, nam_entlich rn der Provinz Westpreußen und dem Rrg.-Bez. cFrankiurt a. O., ist dieselbe großentheilß ausgewässert, mindeitens nicht_unerheblich geschädigr worden. Der Weizen zeigt durchschnittlich einen befrrcdigenderen Stand; doch hat die Sommeruiig erst spät geiäei werden können und ist dieselbe in Folge ungünst'ger Witterungsverhältniffe virlfach in der Entwickslung zuriick: grbiieben. _Gerste und Hafe_r stehen leidlich, in einigen Bezirken,_ z. B. Straiiund und Stettin, ist eine giinstige Entwrckeiung drrselbrwzu beobachte11._ Der erste Heuschnitt war merstens nur gering, _die Entwickelungdes Klees und der iibrigen Futterkräuieristhmter den allgemeitzen Erwartungen zurückgeblieben. Die" O_elfriichte haben viel: fach umgeackert werdewmiissen und wrrd sick) der Erdrusck) im Allgemeinsn unier M1ttsl_ bewegen. Die AySsickzten _fiir die Rübrn und dre Kartoffeln erscheinen bisjeßtn1chtuw giinstig. -Ueber danrnteausfall im Großherzoaibum Baden im Jahre 1887 giebt Nr. 1_ des 11. Bandes der „Statistischen Mit- theilungen übcr das Großherzogthum Badexi“ folgende Auskunft: Mit Ausiiabme des Heuss, mehrerer Getreidearten, des Rapses und der Kartoffeln standen sämmtliche Erntegcwäckysc auf der vierten bis siebentrn Stufe des Erntervertbs oder der Ausfailsrzüie; die Gc- fammternte ist deshalb troiZ der den Durchschnitt erhcblich übkr- steigenden Getreideernte, drs ziemlich guten Ertrags der Kartoffeln und des guten Ergrbnisscs der Heuernte mtr (1153 Durch- schnittscrnte zu bezeiÖnrn. Wie im vorbergebrnden Jahre Hat auch im Jahre 1887 die Qualität dcs Weins den Durch- schnitt früherer Jahre Übertwffcn; dagsgen blieb das quantitativc Crträgniß noch hinter dem uzigiinstiaen (Erträgniß dcs vorhergehendcn Jahres zurück und muß" cbcnio wie die Obstrrnte als ziemlich schlecht []czeickmet werden. Die näheren Wertbziffcrn der bauptsäcblichrn Kultur- und Ertragsarten (in den 9 Wertbsiufen mii Dezimalbruck) ausgedrückt) steUen fich unter Vergleichung mit denjcnigrn dcr Durch- schnittSziffern fiir die 23jäbrige Beobachtung§zrii (1865-1887) und des letzten Vorjahres 1886 wie folgt: „ für 1887 für 1865-87 für 1886 Getreide (Körner und Stroh) 3,9 4,3 3,5 Strob........ 4 Kartoffeln . Futter . . . . Futterbackirücbte . . Handengewächse , . . . Wein (Menge und Güte). Obst......... , (Gesammtcrnie. . . . . . 4,9 4,3 3,3 _Die Vergleichung mit den einzelnen früheren Jahrgängen der 23ia'5'rigcn Beobackstungsperiodc ergiebt, das; die (Hrsammternie 15 Mal 521161“, 6 Mal schlechter und 1 Mal im Ganzen ebenso angcfallen ist wie im Jahre 1887. Dageßrn nimmt die Ernte von 1887 ins: hesondc're bezüglich des Getreidcs den 8. Play ein, während das Futter 11117 Jahren besser, in 5 Jahren schlechter, die Kartoffrlernte in 7 _Jahren besser in 14 Jahren schlechter und in einem Jahre glsick) gut geratben ist wir 1887. Obst und Handels- _g€wachse find nur in 2 Jahren noch schlechter geraiben als 111 drm vergangenen Jahre und das Erträxzniß der Futterbackfrückyte war in dem vergangenen Jabrcso gering wie in keinem der 22 Voraus- geßendew Jahre. Nach der Neographischen Lage drr Landesgcgenden hatten dre obere Rbrintbalcche und das skiiliche Gebirge sowie der Odemvald, dic _Neckar- und Taabrrqegend die brite, die Bodensee- und Donqugegrnd dre schl_cchtéste Gesammtcrntc. Das gleiche Verhältniß erscheint im Wesentltckwn auch in dem Ergebniß der einzelnen wick)- tigeren_KU_liurarten; nur hezüglick) der Kartoffelernte kehrt sich das- selfbe 121105111 um, als hier die Bodenseegegcnd das beste Erträgniß an wer! .
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Gerverbe und Handel.
Konkurrenz _und Reklame in der deuischancbens- vxrsickzernng. Eine Schrift 01-0 (101110 von Dr.jur. Gottlob Schneider, Direktor der Lkbsnsversicberungsbank für Deutschland zy Gothik Gotha, Friedr. Andr. Perthes, 1888. (Pr. 4 „M) - Als eine Schrift „1110 1101110“ bezeichnet sich das vorliegende Buch. Es ist ein seit langer Zeit festgegründetcs “aus: die Lebensverficberung für Dc'iitscbland _zu Gotha, welche zunä st gegen die unablässigkn Anfein- dungen der Konkurrenz und der Reklame vertbeidigt Werden soll, nicht sowohl_aus dem Grunde, weil das bewährte Gefüge dieser Anstalt durch dte_ gegnerischen Umiriebx erschüttert werdeii könnte, als deshalb, damit dic fortgrseizte 57 xrdachtigung, wenn sie ohne Widerspruch blikve, nicbt _dexi täuschenden Schein der Wabrbeii annehmen könne. In systematifchrm Aufbau seines reichen BeWciSmaTerials stellt der Verfasser _005 System der UnWabrheit, welches Konkurrenz und Requme 1m_ Verein geschmiedet, ins helie Licht der That- sache._ Mit unwrderleglicben Nachweisen aus der,“ Verfassrmg, der Geschichte und der Orxxanisation der Gothaer Bank thut er den Un- griznd_der Angriffe im Einzelnen “rar. Damit aber wächst die Schrift wert uber die Bedeutung einer bloßen Streitschrift fiir den _eigenen Herd hinaus: sie berührt Schäden, welche dem gesammten wirtbscbaft- lichen Getriebe in der_ Gegenwart anbaften, wenn Fre auch kaum auf einem anderen Felde 10 grell hervortreten, wie se tsamer Weise auf dem der seibstloiesien Fürsorge geweihten Gebiete der LebenSrersiche- rung; sie fiihrt andererseits, indem fie den Janzen Organißmus ciner großartigen gem-xinnüßigen (Einrichtung rück altlos enthüllt und bis auf die_ idealen Kräfte, welche diesen Organismus beseelen, zurückgeht, dcn Leier zum Verständniß des Wesens und der Grundbedingquen dcr LebenSversicherung überhaupt.
- Der Aufsichtsrat!) der Zuckrrfabrif Glauzig bat be- schlossen, in der bevorstehenden Generalveyrjammlung der Aktionäre nacb Abschreibung von 50/0 auf Fabrikaebaude und 10 0/0 auf Ma- fchincn die Vertheilung einer Dividende von (Z:? 0/0 für das am 31. Mai d. J. zurückgelegte Geschäftsjahr zu beantragen.
_ - Vom oberschlesischen Steinkohlcnmarkt be- r1chtet_ die „S_chles. Ztg.“: _Seit Anfang dieses Monats hat an versch1cdenext Fördervunkten .“" belebterer Verkehr Raum geWonnen, und es schemi, daß die Ermaßigung der Frachtsäße nach den östlich und ndrdösilikb ?xlegenen Absaßgebieten, Welche zur Bekämpfung des Vordringens aus (indischer Kohlen im letzten Drittel des Vormonats verfugt' worden isi, nicht ohne crfolgrciche Rückwirkung für den dies-
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