15) Elis e Steller zu Lichtenberg bei Berlin,
16) Sophie T opp zu Nateln, Kreis Soest,
17? Klgra Trebs zu Droyßig, Kreis Weißenfels, und 18 Alice Wallmann zu Berlin.
, De_r SerninarDin-ktor Schulrath Krißinger zu Droyßig isi bereit, über die Befähigung dieser Kandidatinnen für d& stim mte SteÜen im öffentlichen und im Vrivat:Schuldienst
näh ere Auskunft zu geben. Berlin, den 17. August 1888. , _ Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal=Angelegenheiten_ Im Auftrage: Barkhausen.
A n z e i g 2, betreffend die 11911 der Landes-Aufnabme veröffent- lichten Meßtischblätter im Maßstabe1x250C0.
, In) Anschluß an die diesseitige Anzeige vom 21.April1888 wird hierdurch bekannt gemacht, daß folgcndc Blätter, Welche der Aufnahme 1886 angehören, erschienen find:
a. von der Provinz Pommern:
Nr. 598/684. Kolzow, Nr. 685. Ka1nmini.Pon1m., Nr. 962. MUnck)(-ndorf, Nr. 1241. Ait-Damm, Nr. 1324. Greifenhagen;
b. von der Provinz Posen:
Nr. 2565. (Gr. Tscbunkawe;
(:._von der Provinz Seblesicn: Nr. 2753. Niesky, Nr. 2754. Horka, Nr. 2755. Pexzig, Nr. 2756. Koblfurt, Nr. 2757. Stegersdorf, Nr, 2759. Kaissrswaldau, Nr. 2816. Lichtenberg, Nr. 2818. Naumburg a.Quais, Nr. 2819. Löwenberg, Nr. 2820. Grödi “berg, Nr. 2878/2879. Nicklisck), Nr. 2880/2943. G)eidenberg, Nr. 2881. Marklism, Nr. 2883. Liebentbal, Nr. 2884. Läbn, Nr. 2885. Schönau;
(1. von der Rheinprovinz:
Nr. 3357. Leidenborn, Nr. 3363. Treis, Nr 3395. Neuerburg, Nr. 3397. Kilburg.
De'r „Vertrieb, der „Karten erfolgt durcb die Verlagsb11chbandlung von R. Ctsenjcbmtdt bterselbst, Kurfürstenstraße Nr. 12. Der Preis eines jeden B1attcs beträgt eine Askark. Berkin, den 15. Angus“; 1888. Königliche Landcs-Aufnabme. Kariograpbijchc AbtheilUng. bon Usedom, Oberst-Lieutenant und Abtbeikunßs-Cbef.
' Abgereist: Se.Excel]e11z der Vize:Präsident des Staats: MtrxisteriumH, Staatssekretär des Innern von Voetticher, nach Frankfurt a. Main.
Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rat!) und Präsident des Königlichen Ober-VerwaltungSgerickUs, Persius, aus SüddeutschlandW". W1W"'*'«-k '
der Unter:StaatSsekretär im Mitiisterium für Handel und Gewerbe, Magdßburg, vom Urlaub;
der Ministerral-Direktor im Ministerium der gsistlicbßn, Unterrichts: und Medizina[:Angelegcznheiten, Wirkliche Geheime Ober-RegierungßWath de la Croix, von Langeoog.
Yiehiamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 20.2111gust. Se. Majestät der Kais er und König arbeiteten om Sonnabend früh me rere Stunden mit dem E es des Militärkabinets, besichtigten em- nächst das 1. Gards- egiment 3. F. auf dem Bornstedter Felde und nahmen an dem Frühstück Theil, welches das Offizier- Corps diefes Regiments am JahreStage der Schlacht von St. Privat vereinigte.
Nachmittags fand im Stadtschloß zu Potsdam aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestä'k des Kaisers von Oesterreich cin (Hala- diner statt, welchem der Botschafter Graf Szécbényi mit den Mitgliederri der Botschaft, sowie die Königlichen Prinzen und der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Commandeur des Kaiser Franz Garde:Grenadier-Regiments Nr. 2, nebst den direkten Vorgeseßien dieses Regiments beiwohnten.
Nach dem Diner unternahmen Se. Majestät mit den ge- ladenen Gästen eine Dampfschiffahrt auf der Havel.
Am gestrigen Tage fanden keine Empfänge statt.
eu_te Bormrttag begaben Sich Se. Majestät der Kaiser zur esichttgung des „4. Garde-Regiments z. F. und des 3. Garde:Grenadrer-Regimems Königin Elisabeth nach Spandau untd nahmen demnächst den Vortrag des Chefs des Civilkabinsts en gegen,
_ Ihre Majestät die Kaissrin Augusta besuchte vorgestern Ihre Majestät die Kaiserin Friedréch und erhielt den Besuch des Prinzen und der Prinzessin Friedrich von HohenzoÜern.
I re, Majestät empfing, wie aÜjährlich am Geburtstage Sr. , ajestät des Kaisers Franz Joseph, die Kaiserlich österreichische Botschaft.
. Gestern wohnte Ihre Majestät dem Gottesdient in der ;rtxdenskirche zu Potsdam bei und empfing den esuch Sr. a1estät des Kaisers.
' __ Der Minister-Rc-fident der Republik Uruguay am hielsrgen Hofe, ])r. Federico Susviela Guarck), ist vom Urarch nach_Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Minister-Residentur wieder übernommen.
_ Der General-Inspecteur der 117. Armee-Jnspektion, (HxneraleeldmarschaÜ Graf von Blumenthal hat eine Dienstreise behufs Truppenbesichtigungen nach Bayern und Württemberg angetreten.
* _ S. M. Kreuzer-Korvette „Sophie“ ist am 19. August cr. von Aden nach Zanzibar in. See gegangen.
' rankfurt a. M., 19. August. (W. T. B.) Se. Majetät der König von Dänemark und sein Bruder, der Prinz Hans von Schleswig-Holstein-Sonder- “byrnglücksburg, sowie die Prinzessin von Wales m1t, Freu drei Töchtern und der Kronprinz von Grie enland, Köni liche Hoheiten, trafen heute Abend um 63/4 Uhr von iesbaden hier ein und wurden
“"“"-M*“?M
wel er aus Bad
Homburg hierher emp angen. Nach
Sommeraufenthalt zu ne sein Bruder und der
zurück. 44--
von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen von Wales, _ „ gekommen war, gememschqftlich eingenommenem Diner fixhr der Kronprinz vpn Griechenland nach Berlin weiter, wahrend die Prinzessin von Wales mit ihren Töchtern die Reise nach Gmynden fortfeßte, um daselbst bei ihrer Schwester, der Herzogin TZyra von Cumberland einen längeren
xnen. Der König von Dänemark, ' Prinz von Wales reisten noch am Abend, die Ersteren nach Wiesbaden, der Leßtere nach Homburg
KÉefeld, 19. August. (W. T. B.) nfanterie:Regiments Nr. 17, in der
des Sängerbundes ein festlicher Akt
gsebaltenen, Ansprache die esttbetlnebmer Namens der Stadt wiÜkommen. wesenden jubelnd einstimmten.
fand.
durch die Stadt.
Bayern. München, 19. August.
erwiderte darauf diesc Vssuche.
b u r g begeben.
_ 20. August. (W. T. B.)
hier ein. E
gcreist. S9. Kömigliche Hoheit bsgiebt si zunächst nacb Zürich, dann nach anern. " . &.
der Königin von Wiirttßmbrrg. Mecklenburg=SchWerim Schwerin, 18.
schaften nach Wernigerode begeben, Großherzogin Anastasia eintreffon wird.
in Wernigerode 311 verbleiben. 211193 Ludwxgslust, vom 17. August, wird berichtet: Friedrich hier
ahnung genommen.
Oesterreich-Ungarn. , Wien, 17. August. (Wien. 21de ) Wie auI Frag gemeldet Wird, hat der böhmische Landes- Ausschn , in seiner gestrigen Sißung das Landesbudge'k fÜr 1889 festgestellt und, glei zeitig beschlossen, beim Landtage die Erhöhung der biSberigen andeSumlage von 36 auf 361/2 Prozent zu, beantragen.
_ 20. August. (W. T. B.) Der Kaiser lfzat den König von Portugal zum Oberst-Znhaber des In anteri- Régiments Nr. 5 ernannt.
Großbritannien und Irland. London, 19. August. (W. T. B.) Ein „Neuter'sches Telegramm“ aus Pieter- maritzburg, von heute, meldet:
Boten aus Czabusb berichten, daß die Uintus zu ihren Krauss zurückkehren und fick) den Behörden unterwerfen. Die Stim- mung im Lande ist eine vir! ruhigere geworden. Dinizulu und Undabxxko sollen sich in Swaziland befinden.
Frankreich. Paris, 18. Aygust. (W. T. V.) In Toulon 1ind in der leisten Nacht durch eine Feuersernst die Fourageparks dcr Kriegs: und Marinevermcxl: tun vernichtet_ worden. Ein Offizier wurde „leicht ver- wun et. Der Schaden ist ein beträchtlicher.
_ 19. August. W. T. B.) Der Marine-Minister wird sich am Mittwo nach Toulon begeben.
Dom Vernehmen nach soÜen gegen diejenigen Aus- länder, welche an den jüngsten Kundgebungen der Strikenden theilgenommen haben, Ausweis ungsbefehle erlassen werden.
_ 20. August. (W. T., V.) Das ganze Arbeiter- viertel sowre die Boulevards waren bis zum späten Abend mit Men7chenmengen angefüllt, die Polizei trieb dieseLben fortwährend auseinander._Jn Amiens mußte das
Militär mit aufgepftanztem Bajonnet gegen die Mengen einschreiten. _ In Lille kam es zu Schlä- gereien .zwischen Boulangisten und Nntiboulangisten, wobei diele Verhaftungen vorgenommen wurden.
Nach den bis 'th bekannten Resultaten der gestrigen Wa len eréieli. Boulanger in Lille 130152, Köchlin 126 7, Desmoutiers 97 409, Noreau 95 023, Delcourt 6347 und Deleluze 5837 Stimmen._In Amiens wurden 76 094 Stimmrn für Boulanger und 41 371 Stimmen. für Berndt abgegeben. _ In Larochelle erhielt Boulanger 32 614 und Lair 23 731 Stimmen.
Nach weiteren Nachri ten aus dem Departement Charente-Jnfé-rieure git Voulanger's Wahl als
gesichert.
. . Zur 75jäKigen Zubelfeier der Errichtung des 4. Westfälischen
an welcher General voz! Woyna und eme Deputation des Regiments, sowie zahl- re1che frühere Angehörige des Regiments theilnahmen, fand heute Morgen unter Mitwirkung der Negimentswusik und . Stadthalle statt. Nach einer von, dem Landratl) von Bönninghausen hieß der OberBürgermeister Küper Darauf bra te Genergl von Woyna in begeisterten Worten ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, in welches (1116 An- _ _ . Schließlich trug der Dichter Emil Ritterßbaus em Festgedicht vor, das stürmischen Beifall Gestern Abend war zur Einleitung der FULL" am Germaniq-Denkmal ein „großes Fenerwerk abgrbrannt worden. Heute Mittag bewegte sich der zur Feier veranstaltete Frstzug
(W. T. B.) Der Gytteral-Feldiiiarschfall Graf Blumenthal ist heute Vor- mittag hierselbst emgetroffen und von dem Stadtkomman-
danten sowie dem „preußischsn Militär:2lttaché empfangen worden. Derselbe 1st im Hotel „Bayerischer Hof“ ab: gestiegen. Graf Blumenthal empfing [)Lute Mittag
die Bssuche des C0rpé3-Commandeurs, Prinzen Leopold, und des Division?»Connnandeures, Prinzen Arnulf, und ' Morgen findst die Besich- trgung der hier garnisonirenden drei, Infanterie.:Regimenter, Übermorgen diejcnige der ersten KavaÜeri-s-Brigadé statt. Am Dienstag wird sick) General-FsldmarWall Graf Blumenxhal zur Besicbttgung dsr ZWLZTML KavalleriL-Brigade nack) Auges:
,_ Die Prinzessin von Wales 11t heute Morgrn hier angek'mnmen und nuch ein- genommzmein Frühstück nach Gmunden weitrrgéreist. Die Kaiserin von Oesterreich trifft um 21/2 Uhr von Bayreuth
„171 «"““ WürttembergFT-x Stuttgart, 20. August.“:ZUW. T. B.) Der Kronprinz von Italien ist nach der Sckmwiz ab- iiber Schaffhausen
177.“ Baden;“ Kar15ruhe","'17." 21135117“(Kakls'FZkg'x ")'"Dxr G r o s; l) e r 39 g begab sick) heute Nachmittag mit Extraboot nacb Schloß FtiédUchShaan zum Besuch des Königs und
August. (Méckl. Nachr.) Der Großherzog wird sick) morgen von Gelbensande zum Besuch dsr Gräflich Stolbsrg'schsn Herr: woselbst auch die ' Die Groß- herzoglichen Herrschaften gedenken bis Donnerstag, dem 23. d.,
Diese Nacht trafsn der Herzog uxxd die Herzogin Paul. 111 und haben auf der Villa Gustava
__.
„Italien. Rom, 18. August. (W. T. B.) Der Minister- Prastdent CrtSpl beantwortete unter dem 13. Au ust die, Note Go_ble_t's vom 3. d. M. CriSpi erkärt darm, daß die italienische Regierung, von dem Wunsche bxseelt, Alkes zu vermeiden, was die Debatte verbittern konnte, trachten werde, jedes Argument bei Seite zu lassen, welches mzr, ohne praktisches Resultat, eine Diskussion ver- langern koxmte, welche zu schließen beide Regierungen in gl_eicher Weise wünschen müßten. Die italienische Regierung Wird 111cht auf eme Erörterung der Thatsachen zurück- koxn1nen,"welche die Okkupation Massovahs provozirten. Diese Eroxterung Fönne nicht bestritten werden und wurde mcht bestritten. Die Note beweist sodann neuerdings, daß Massovah von Ecxypten und der Pforte verlassen war und rss 1111111118 wurde., Irgend eine Macht mußte es besetzen. So- dann wird die „Behauptung widerlegt, daß die Besetzung den Machten notiftzrrt 'Weren mußte; denn die Beseizung erfqlgte 'vor dem Berliner Congo-Konfercnzakt, welcher die Nonfikation vorschreibt,. Die Note erörtert gründlich die Frage der Kapitulationen, widerlegt die' Bshauptungsn Goblet? Uxid mgt: WWU ein Land, wo Kapitulationen be- iteben, m die Vsrwaltyng (311161? christlichen, civilisirten Macht ubergrht, obne daß d16_Souveränétät geändert wird, wie in VOH111611, Cypertx, TUMS, hören im Allgemeinen die Kapi- tizlationen nur in Folge Einvernehmens zwischen dcr okku- pirenden Macht und den anderen Mächten auf. 1950 kacto dqgegen börsu Kapitulationen auf, wenn ein Land wie Maier, die Dobrudscha und die kraft des Brrliner Vertrages an Ruß: land (ibgexret611911 Gebiete 11icht bloß in die Verwaltung, son- dem 111 dre 110116 Souvrränetät einer christlichen, civilifirten chbt übergeht. CriSpr entwickelt eine Reihe juristischer Ve- wxitZgriinde zu GUUUSU diescr Doktrin. Anstatt dsr Notifi- kaiidn, zu wslcher Italien nicht gßhalten war, wurde der 3111111115 (1011111131101 wiederholt und feierlich im italieni- schen ParlamsUt proklamirt. Man begrsife nicht, daß die- selbcn Personexi, welcbe, widsrstandslos in_ den italienischen Staatsschaß flwßcnde fiskalische Steuern lwzahlten, plötzlich einfache kowmunqle Abgaben, welche zu lokalen Verbesse- XUUÜM bestnnmt smd, zu zahlen VSXWLigkrtLU. Diesor Wider- stand wurde durch einen französischxn AZLUWU hervor- gerufen, der nur mehr (LUS Duldung Konsularfunktionen mßMaffoval) ausübte. Nock) sondprbarcr ist, daß derselbe kraft forwrlker Instruktionen von Paris bandslte, wie dies sem; Yegrerung_ in Beantwortung drr Reklamationen des italienUchenVot1chafterc3 Menabrea formäl bestätigte. Die Thatsachß, daß (?_m-z fremde ngiermig, ohne Provokation, obne gretsbaren Grm-id, die Bevölkerung zur Verachtung der Gescße dsc?- Landes, welxbes sis bswobnt, aufreizt, ist eine sooernsio, daß LÖ, mn sie für möglich zu halten, der Er- klärung Mcznabrea's. bedurfte, daß er dies aus dem Munde dES franzdsiscben Ministers des Aeußern vernahm. Angesicth solchrr, 1mt dsn Riickstcbjsn, dix: sich auf Friedensfuß lebende Täéyte schulden, wenig „vereinbarlicben Akte fragt die Note, we1ch5 JuterZsssn Frmxkrerck) haben konnte, um so zu handeln. Crispr [)EWLlst sodann, daß die Franzose'n keine Interessen (xi Maffdval) h_abbn “.und Frankreich zu Gunsten der Griechen €1Ug§sch17111611 Ut, um den gegenwärtig-zn Zwischenfall heranf- zubeycbwören, erörtert ferner unter neuerlicher Aufzählung der Thqtsachezi dre (Gründe, weshalb strenge Maßnahmen gegen ÖL?- ercben ergriffen Wkrden inUßten, und weshalb dsm französischen Agemten bedeutct werden mußte, daß er als solcher nicht mehr anerkannt wiirde, da er rs war, der vor d9111Krieg§zrtstande und während der Feindseligkeiten vertxguliche 011t:-:sche Beziehungen zu dem Negus und den abesnnÜchen zübrérn an der Grenze unterhielt. Es würde UOck) erübrigen, die in der französischen Note enthaltene drobende A11spielung zu berühren, welche aus einer unzu- ,äs1ig911 ZusammenstellUUg zweier Sachlagen, die keine Asbnlichkeit mit einander haben, hervorgeht und zu einer f§11chen und „ dem Völkrrrecht znwiderlaufenden Anwendung emos durch den Gebrauch geweihten logischen Grm'tdsaßes führrn würde. Die Mächte haben (1116 Elemente der De- batts vor Augen und wisssn, auf welcher Seits dass Unrecht ist,_ob auf Seiten der Macht, welche dem Gesßtz Achtung verxchafft und die öffentlich€ Ordnung sicherstelXt, oder auf Ssitezn der Macht, welche die ruhige Bevölkerung zur Verachtung des Gesetzes und zum Troße gegen die Auto- rität der eingeseßten Gswalten aufreizt. Die meisten Mächte hgben sich bereits angesprochen, und die italienische Re- gierung Tri bqcherfreut darüber, daß sie den Zwiscbrnfaü zu ihrer Kenntnis; gebracht hat. Sie legt nun WEM) darauf, denselben als geschlossen zu betrachten und im Frieden auf der Linie zu beharren, die sie sich vorgezeichnet hat. Sie wird bir“; zum Ende im Rothen Meere die Interessen vertheidigen, die six unter ihren Schuß genommen und von denen sie glaubt, daß sie die Interessen der Gerechtigkeit, des guten Rechts und der Civilisation sind.
_Tizr'in, 19.21ugust. (W.T.B.) Der Minister-Präsident CrisPi ist heute Mittag von Valdieri bier eingetroffen und Nachmittag?- 21/2 Uhr, von den Spißen der Behörden am Bahnhofs begrüßt, nach Mailand und von dort mit der Gotthardbahn weiter gereist.
Serbien. Belgrad, 18. August. (Wien. Ztg.) Die täglich stattfindenden Ministerraths-Sißungen bezwecken die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaus- halt dime Auferlegun neuer Lasten. Die Lösung dieser Frage ist nahe bevorste end.
Bulgarien. Sofia, 17. August., (Wien. Nbdp.) „Havas“-Meldung.) Der rumänische d1p1omatische Agent eldimano ist hier eingstroffen, um sem AbberuLungs- schreiben zu Überreichen, und reist heute nach Belgrad a
Amerika.* New-quk, 18. Angriff. (N. B.) Der Marine: Minister Whit xiey hat die Ab endung eines Kriegsschiffes nacb Hayti zum Schuß der amerikanischen Interessen befohlen.
Afrika. Egypten. Kairo, 19.2111gust. (W. T. B. Naé, Meldungen aus Wady-Halfa ist der Nil um 2 Fu ge tegen.
Zeitungsftimmen.
Zur Beurtheilung des Unfalxversicherung-deseßes sagt die „Deutsche volkswrrkhfchaftliche Correspondenz“:
Werden die Urtbeile der Berungenossenfchaffen über das Unfakl- verficherungsaeseß zufammcnfaßt, so ist das Endergebniß eine all-
gemeine Zufriedenheit mit dem Gesetz. Daß fast von jeder Berufs-
-genoffcnschaft irgend eine Klage vorgebracht wird, darf bei dem Um- fang des Gesetzes nicht Wunder nehmen. Als die Hauptlasien werden allgemein die Verwaltungskosten bezeichnet, welche im Vergleich zu den für die Entschädiaungen aufzuwendenden Beträgen immxr zii hock) bleiben Werden, „dank der durch das Geseß gewährten Selbjiregierung und in Folge der Bildung allzu vieler Genossenschaften; etwas weniger Freibeit wäre jedenfalls mit Weniger Auslagen verbunden ge- wesen. Die Verwaltungökosten können nur gerin er Werden, wenn vielleicht eine Reicbs-Versicherungsansialt, unbes adet der ferneren Vethndung ebrenamt1icher Genoffenscbaftsorganc, eingeführt würde“, heißt es in einem Bericht. _ '
Sodann wird vielfach Klage geführt über die geyeßlichen Be- stimmungen bezüglich AUfsteUung der Lobnnachweisungen, w-clche die- “selbe zu einer ebenso komplizirten als zeitraubenden Arbeit gestalten. Es wird aus dicsem Grunde allseitig die in AUSfiÖt genommerie Aenderung der desfallfigen geseßlicbcn Vorschriften, wonach künftig lediglich der in der betreffenden Periode wirklich ausbkzablt-c Lohn zu Grunde gelegt werden soll, mit Freude begrüßt nscrden Die Schwiérigkeit, welcbe mit der AufsieÜung einer allen dermaligen Vor- schriftcn genau entsprechenden Lobnnacbweisung verbunden ist, brizigt Ls mit fick), daß die Lobnnawweisungen vielfach sebr vxrspaiet und unrichtig erstattet werden. Im Allgemeinen aber laßt sick) sagen, “daß von Seiten der Beiricbsunterncbmer Alles gethan wird, durch genaue Erfiiüung_der ihnen aus dem UnfaÜverfiäperungSgeßß erwachsenden Obliegenbetten dem Sekiionsvorstand setzte scbwiertge Aufgabe möglichst zu erleicbtkrn. .Was die Arbeiterbstufft“,_be_1ßtes in dem Bericht der süddeutschen Eisen- und Stablbcrufsgenoßen]chaft, ,so bai sick) gezeigt, daß, fie bisher einerseits dem neuen Gessß mit eirler gewissen Reserve gegeniibsrsteben und andererseits nur zu schr gcn'etgt find, dasselbe als Handhabe zu bcnüßen, um aus an fich ganz gcrmg- iügigerx VérleYungen das denkbar größte Kapital zu scblagen. ES gehört aus dicscm Grunde zit_dcn Außnabmsfällen, daß sich die Arbeiter mit den ihnen wkgc-n theilweiier ErwrrbSunfähigkeit zugebiÜig1en chtxn obne Berufung an das Schiedsgericht zufrieden geben. und fie köntzcn dtesx Be- rnfungcnumsoleich1er ergreifen, als ja das Gesetz in allen Fallen rnit, den Kosten der Schiedsgerichte die Genossenschaft belastet. Daß dzeser Umstand gar oft eine fxivvle Inanspruchnahme des Schiedxégertchts zur Folse hat, ist leicht erklärlich, und wäre auf _diesem Gebjete. et'ne Aenderung des (Ieseyes, welcbe wenigstens 13 Fallen aggenscheinltcb frivoler Berufung dem Arbeiter die Kosten ausbürdet, im Interesse der Sache sehr zu wünschen.“ Wir möchten dem g(genübxx bemerken, daß hier eine Aenderung wobl kaum am Maße ist. Es Ui 1c1ch1 er- klärlich, daß derjenige, welcher etwas zu fordern berechtigt (si, _bet der NeUbeit des Geseßes zwäfelt und fick) frägt, ,ob dieß ach) Abes ist, was ibm angswisien wird, _und de§balb dte Erkkarung,_warum er NZ gaxizen Jnstanzenweg verfolgt, den “ihm das Gesetz (0 kostenlos ge atte . '
Es bäuien fick) demgemäß die Berufungen an das Scbisdßgerixbt und die Rekurs? an das Landes-VersTÖerungsamt; aUein (5 wird sich das mit der 3611 regeln, sobald das Gesetz länger in th'kxzng sem wird, und die Erfahrung [ebrt die Arbeiter, daß von Setten der Berufsgenoffenscbaft die gegenseitigen Rechte und Pflichten genau dem Geist des (Gesexzes entsprechend im Auge behalten werden und gerecht gehandelt wird.
_ Der Münchener „Allgemeincn Zeitung“ wrrd geschrieben:
Der vor einigen Tagen beendete Kongreß d(xr Sckynkidcr D(utsch- lands, Welcher in_Erfurt tagte, hat einen Beschluß gefaßt, der gerade in diesem Augenblick, wo von allen Seiten Nachrichten über Arbeits- einsteüungen einlaufen, besondere Beachtung verdient. Der Bc- scblnß enlbält eine prinzipielle Verwerfyng der Strikes, die der Kongreß nur als äußerst subsidtares Mittel 111 FäÜen, M* ein anderer Ausweg nicht bleibt, zu(affen will. Der Kon- greß bat sick) mit diesem Beschluß, der ja doch in der _Luft geschbt bätée, nicbt beonügt sondern hat eine Kommission mrdcrgeseßt, vor Welche Lobnfragen, die in einen Strike auszuarteu droben, zu bringen smd, und Welche zu enkscbeiden hat, ob ein Ausstand stattzufinden bat oder nicht. Es Werden so sicherlich viele unnüye und zwecklose “Arbei192instellungen vermieden werden. Um den Entscheidungen diefer Kommission Nachdruck zu verleihen, hat man den sehr verständigen Beschluß gefaßt, daß ane Unterstüßungsgeldcr für Aus- stände ibr überwiesen Werden, und daß die Kommission ,denjenigcn Arbeitervereinigungen, Welche ihrem Bescheide zu- wider einen Strike insceniren. die Unterstiißung ver- sagen sol]. Hoffentlich wird fich die'se (Einrichtung wobl bewähren. Währetqd Berlin bisher allein in dcr Darnenmäntel-Confektion die führende RoUe auf dem Weltmarkt batte, (niwickelt sich in neuerer Zit das Exportgeschäft in Herre'ngarderobe in sehr bemerklicber Weise.
um Schutz und zur Förderung drs leFtcren Werden die Beschlüsse des Erfurter Schneider-Kongreffes das I rige beitragen. Man sa t diesem neuen Exportartikel eine bedeutexde Zukunft auf dem Weltmar t voraus. Bisher lag das Exportgeschäft in Herrengarderobe in den Hän- den weniger Firmen, hatte aber auch schon durch diese eine erstaunliche räumliche Ausdehnung erlangt. Sowohl der Norden, als die Schweiz, soZar England, wo ehedem Wenigstens die Massenproduktion auf diesem Gébiet koloffale Dimensionen angenommen batte, Wurden Von Berlin atzs bersorgi. Die Produktion für den Export hat in der leyten Zeit emen wesentlichen Aufschwung genommen, und die Zahl der cxporÉirxnden Firmen nimmt zu. Von Unzufriedenheit der Schneider Mit ihren Löhnen hat man seit Jahrcn nichtsxgcbört; die Steigerung der Produktion dürfte ihre Lage jedenfaÜS verbesjexn, wie auch mit der Ueberwindung der allgeméincn wirthfchaftlicben Krisis, mit der _Wiedergxwinnung sicherer Beziehungen zu. unsern Nachbarländern durcb Abichlteßung von Handelsverträgen einc: Steégerung der Lebens- baltung verbunden sein dürfte. Wie gut es ist, am friedlichem Wege an der Verbesserung ihrer Lage zu arbeiten, und ihr Schicksal nicht von politrscben Abenteurern abhängig zu machen, können die deutschen Arbeiter an den Vorgängen in Frankreich lernen.
_ _ th 61119111 Artike1 über die Handengebiete in Ost- Asien'schretbt die „Kölnische Zeitung“:
Erne allgemeine Betrachtung des Handelsverkebrs der Straits Settlemxnts, d. !)."er unter diesem Namen vereinigten englischen Befiytbumer, 1711 Hudlxcbsxxu Tbeüle der Malakka-Halbinsel, in erster Linie der beide:) au tbaxen Singapore und Penang, zeigt zunächst die außerordeytlichen "ortscbritte, welche die Einführung europäischer Kulturcrzeugmffe gegenuber der Industrie der Eingeborenen fortwährend aufoWetsen hat und auf deren Einzelheiten wir Weiter unten einzugeben Haben Werden; sie zeigt außerdem aber in der AUsfuhr nach den Kultur- ländern neben den reinen Kolonialproduktcn dic fortwährend sick) außdebnende Ausbeutung 'der betreffenden Gebiete nach der Seite ihrer Robprodukte und U". Handel mit den Produkten der Pflgnzenwät um ZWeck ihrer (bernischen und offizineilen Verarbeitung. Bet der ungeseuren Ausdehnung des fraglichen Handengebietes, bei erm außerordentlichen Reicvthum an Rohstoffen aller Art, an
kineralien, Metallen, Hölzern, bei der allmählich Fuß fassenden rathiellen (Gewinnung der Kolonialprodukte„fodann auch bei dem allmablich aber unaufhaltsam vorwärtsscbrettenden Bedürfniß nach eUk,l)Patscl)en Kultur- _und Industri::-Erzeugnissen ergiebt sich die unge- menze Bedeutung des binterindischen Handelßgebietes ganz von selbst. Gletchlck1er muß betont werden, das; die HandelSziffern der Straits Settle- ments, nur emen ungefähren Maßstab für den “wirkliibcn Umfang des brnxertydiscbxn Handels geben: können. Grade in den leßten “5555er ist der dtrektc Verkehr der Hauptbäfen in den einzelnen hinter- tnd11Kchen Reichen, bedeutend im Aufblühen begriffen und entzieht natur- gemaß den engltsxben Centralpunktcn einen Theil ihrer Bedeutung. Ganz besonders, m" Betracht kommen als solche Häfen einmal die soßxnannten Reisbafen von Britisch-Birma: Rangun, Akyab und C„tttagong„fur,die „Ausfuhr- Rangun und Mandelay, die Hauptstadt Birmas, fur die Einfuhr; ferner Bangkok für Siam, Saigon für
Cychinchina, anlixh natürlich der direkte Handelsverkebr Batavias mrt Er_twpa fur die großen Sunda-Jnseln.
,Die Gesammtbandelsbewegung der_ Straits Settlements belief sich tm Jahr 1885 auf 110 356 796 mexikan. Dollars (1 mexikan. D.
: 3,30 „M) für die Einfuhr, auf 100513 222 mexikan. Danrs für die Ausfuhr.
Die Einfuhr europäischer Kulturerzeugniffe ist in diesen Ziffern mit ungefähr 36 Millionen m. Dol]. betbeiligt. Der Hauptantberl davon entfällt naturgemäß auf England und seine Kolonien; doch ist in hohem Grade bemerkenswertk), daß auxh hier der englische Handel einen bedeutenden Rückgang im Verhältniß zu dezn dtrekten Handxl der anderen Kulturländer aufweist, und zwar ist derselbe_ „allem gegen das Jahr 1884 für die Einfuhr um etwa drei Mtutonen, für die Ausfuhr nach England um etwa 1? Millionen zurü'ck- geblieben. Die Betheiligung Deutschlands ste11te sich 1111 Jabra 1885 im direkten Verkehr von Und nach Deut1chland und rxnt deutschen Schiffen auf je 1 Million für Einfuhr und AllZsUhr, eme Ziffer. Welche hinter der Wirklichkeit bedeutend zurückbleibt, da auch hier wie überall sebr große Waarenmengen den Weg über Cnglgn'd gegangen find. Schon das Jahr 1886 zeigt, obwohl die Retchslmte nur während der letzten vier Monate des IaÉJ-rcs in Betracht kommt, eine erheblich böbere Ziffer.
Die Von den Straits Settlements zur Ausfuhr Jack) d(Zn Kulturländeen kommenden Waaren finden ihren Haupturwrung (n Niederländisch-Jndien (era 15 Millionen m. Doll.), Siam „((Na 5 MiÜionen). dic Sultanate Jobor und Eelangor etwa 5 Millionen, Franzöfisch-CockßWina 21 Millionen u. s. w. Von den Aus- fuhren geben nach England etwa 20 MiUionen, nach den englischen Kolonien 15 MiÜionen, nach den Niederlanden etwas Über 4 MiUionen, nach Frankreich ctkva 3 _„MiÜionexJ. Deutschland 1 MiUion, der Rest zersplittert Pcb. Die hohe Ziffer der Ausfuhr nach den Nieder[anden erklärt sich großenibeils aus der Tabackbeförderung, Welche von drr Provinz Deli bisher Über. Penang gekfcixet wurde,'da die Haaptttndk Deli keinen für große Seeschiffe zugänglichen Hafen beiixzi. Seit dem Ende des vorigen Jahres ist ein großer Theil der Tabackaasfubr bon D(li an den Norddautscben Lloyd übergegangen, We1cher einen Zweigverkxbr: Dcli-Singapore, anschließend an die D(1mpfer drr Reichspostlime, eingerichtet bat .....
Wir haben endlich einen Blick auf die deutsche Firmenbeibeili- gung an Ort und Srelje zu werfen. Deutschland zählt in den Straits Settlements einige FirMen ersten Ranges; darunter '.olcbe, welche keine.“. englischen Firma nachstehen; ebenw find deutsche Firmcn “in den Reisbäfen, in Bangkok, Mandelay und auf den Sunda-Jnseln zabkreicb vorhanden. In "den Straits Settlemcnts selbst ist die Kopfzabl der Deutscbewnackyst _de Engländern bei Weijem die stärkste, unk zwar zäblt dre engli1che Civilbevölkeruzig im Ganzen 1556, die deutsche 205 Köpfe. (Es, ist jedoch 51er die Stküe, auf die außerordentliche Gefahr binzuwetscn, Welcher der gcsammfe europäische Hax1del in den Straits Settlements durcb dYe außerordentlich starkc Cbineseneinwanderuna ausgesetzt „Zit' Die chinesische Bevölkcrnng in den Straits S_Lttlements Ut gkgen- wärtig der malayiscben Bevölkerung an Kopiqul bereits über- [KMU, und zwar Hat man es hier keineswcrxs all:“m mxt Kulis zu
thun, sondern hauptsächlich mit chinefiscbcw Kaufleuten und Gewerbetreibenden. In den englischen Besißangcn und zum
Tbeil auch bereits auf den Sunda-Jnseln, bauptsäch11xb_aufSumatra, ist der üb(:rwiegende Tbeil aller Handrverkxe und indiistrreüsn Anlagen in chinesiscben Händen. Die chinefisxben Kaufleute in Singapore imd Penang find bereits zu außerordentlicyem Reickztbmn gelangt und sind auf dem bestén Wege, fick) des anßerordenllicb umsangreickyen und vortbeilbaften Zwiscbcnbandels in den oben bezeichnetenHandelsgebictsn. zu bemächtigen. Sogar der Grund und Boden in Singaore, Janz besondcrs in der Geschäftsßudt, ist theilwrije' m chiz1s1rxche Hände Übergegapgen, Thatsachen, Welche unbkdmgt die Anfmerkxamkeit der Handelswelt Herausfordern. Wenn gegenwärtig der direkte Verkehr chinesischer Großfirmen von den Straits Settlements n_ach_Europa und umgekehrt noch verhältnißmäßig Wenig bcdcukend 111, 10 unter- licgt Ls keinem Zweifel, das; doch, und zwar binnen kurzer Zeit, der durcb europäische Firmen bsiriebene Pqndelsverkebr erheblichen Schädigungen außgescHt sein wird. Was insbesondsre den deutschen Handel angeht, so lamft ders.:lbe Hierbei größere Gefahr, als der englische und franzöfiscbe, da das Fehlen eineereutschen Bank in den Straits Settlements für den Nus- und Einfubrbändlcr in Deutxch- land die Beurtheilung feiner fremdländischen Abnehmer oder Lieferanten sebr erfch1vert.
Land- und Forstwirthschaft.
Stuttgart, 8. August. (St.-A. f. W.) Ueber die dies- jäbrigc Ernte in Württemberg erstattet „der Vorstand der Stuttgarter Landesprodukte.1börse, Hr. Kreglinger, einen Bericht, der aus den ibm zugekommenkn Fragebogen von 90 der ersten Oekonomen Württembergs zusammengestellt ist. Die Ernte- ergebnisfe ließewfick) nur schätzungßweise angeben, da in Folge der anhaltend naÜen und kalten Witterung die Ernte erxt im Laufe der le ten Woche ihren Anfang nahm, in höher gelegenen Gegen en aber jbeilrmise erst in 8 bis 14 Tagen beginnen wird. Nach diesem Bericht beträgt _ die Zabl100 als Mittel angenommen _ der Durchschnit1§ertrag drs Jahres 1888, „verglühen mit dem des Vorjahres, bei Dinkel 75,32 (97,18), Winterweizen 75,87 (96,14), Roggen 70,51 (90,80), Gerste 100,45 (84,77), Sommerweizen 94,83 (82,38), Hafcsr 108,84 (76,34), Erbsen 94,03 (31,74), Ackerbohnen 96,59 (78,15). Aus diesen Zahlen ergiebt fich, d1ß der Ertrag der Winterfrücht;_ bei Weitem nicht 'zu einer Mittelernte reicht, wvgegen die Sommersrücbic nahezu Line Mittelernte liefern dürften, Hafer sogar ein sebr günstiges Re[ultat aufweist. Die Qualitäten werden in diesem Jahre sebr verschieden ausfallen, besonders wird_bei den Winterfrüchten über viel Brand geklagt. Die Sommer-"rücbtc [assay gute bis sehr gute Qualitäten erhoffen. Futtergewäcbse stehen im Lande sehr gut; dagegen wurde der erste Schnitt von Heu und Klee durch das anhaltend u'n- günstige Wetter zum kleinsten Theil gut eingebeimst; der zweite Schnitt dürfte den AusfaÜ bei günstiger Witterung. tbeilwsisZ aus- gleichen. Der Stand der Kartoffelfelder läßt nichts zu_wunf§ben übrig, und der Ertrag dürfte sowohl in trüben gls „m spaten Sorten ein sehr ergiebiger werden. Obst jeder Art ist tm Lande so mYenbaft vorhandxn, wie seit Jahren nicht; dqs Gleiche läßt si vom Weinstock 1agen, von_ dem eine reiche Ernte in Aussicht steht. Die Hopfenfelder sieben tbeiliveise schön, lassen aber in m,anchen Gegenden zu wünschen übrig; ein Ernte-Ergebniß kann noch rxicht bestimmt Werden. Das Minderergebniß der Winterfrücbte gegenuber dem vorigen Jahre dürfte fich durch den höheren Ertrag der Sommerfrüchte, der reichen Obst- und der zu erwartenden Kartoffel- und Weinernte ausgleichen.
London, 18. August“. (A. C.) Das „landwirtbscbaftlicbe De artement des Geheimen Raths hat seine jabrlicbe Zusammen- ste ung der landwirthsäöaftlichcn AUSWeise von Groß- britannien pro 1888 veröffentlicht. Die Tendenz zur Vergröße- rung des mit Weizen bebauten Areals, die 1886/87 zu Tage trat, ist danach während der am 4. Juni endenden 12 Monate markanter gewvrden. Das Areal betru 2564 010 Acres, gegen 2317 324 Acres 'im vorangegangenen ahre, was einer Zunahme von 246 686 Acres oder ejwa 101 % gleichkommt. Die Zunahme gegenüber dem Flächeninhalt im Jahre 1886 stellt_fich auf 1210/11. Die Ländereien unter Gerste und Kartoffeln zeigen bei 2085 474 Acres und resp. 590123 Acres gleichfaüs Zunahmen, obwohl dieselbe bei der Gerste unbedeutend ist. Andererseits verringert sick) das mit Hafer bcsteÜte Areal fortwährend und beträgt nur 2 882 223 Acres, gegenüber 3 087 989 Acres im Jahre 1886/87. Ebenfo hat fich daß dem opfenbaix gewidmete Areal vermindert, obwobl die Abnabnxe nicht o groß ist, wie 1886/87. Gegenwärtig sind 58509 Acres txnt Hopfen bestellt. Die AuEweise über den Viebstand zeigen, Schweine ausgenommen, überall Abnahme.
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Gewerbe und Handel.
In der vorgestrigen ordentlichen Generalversammlung der Berliner Lampen- und Bronzewaarenfabrik vormals C. H. S t o b w (1 ff e r u. C o. wurden Geschäftsbericht und Bilanz mit dem Gewinn- und Verlust-Conw genehmigt; ferner Wurde dem Aufsichts- xaHb m;?) Fietm Vorstand die Entlastung für das verfloffene Geschäfts- ja r er e( .
*- Von derKraft- und Arbeitßmascbinen-Ausstellung in München wird gemeldet: Die große Anzal)[ der ausgestellten Kraftmascbinen, sowie auch ein großer Theil der Arbeitsmaschinen sind nun täglich 9_12 Uhr Vormittags und 3_6 Uhr Nachmittags tm Betrieb. Dadurch gewinnt die Ausstellung nicht nur für den Fach- mann, sondern auch für den Laien größeres Interesse. Fast alle aus- gestellten Gasmotoren, sowie auch die in dcr, Nebenballe aufgesteklten Dampfmaschinen arbeiten exakt und sehr. ruhig.
_ Die Zuckerfabrik Emmerthal zahlt laut General- Versammlungsbeschluß 4"/0 Dividende. AbgesÖrieben sind 61805 ckck, in Reserve ge:“!ellt 11 254 „41!- Verarbeitct wurdcn auf 2564 Morgen gebaute 365 210 Stk. Rüben und 40 548 Sfr. Melasse. Der Zucker- gehalt der Rüben war 12,9 0/0 gegen 12.19 0/0 in 1886/87. Gewonnen Wurden an Zucker: erstes Produkt 50715 Ctr. gleich 13,89 0/0 und zweites Produkt 4728 Ctr. gleich 1,29 0/0. Erlöst' wurden für ersteres 21,83 .“. gegen 19,45 „(ck in 1886/87, und für zweites Produkt 18,93 „36 gegen 17,63 «jk:
Leipzig, 20. August. (W. T. B.) Die (Hencrakvsrsammlung der Leipziger DiZconto-Gese111_chaf1 nahm mit großer Ma- jorität den Vergleichßvorschlag des Aufsichtsratbs an.__ _
London, 18. August. (W. T. B.) An drr Küste angeboten 7 Wcizenladungcn. _
G1a8gow, 18. August. (W. T. B.) Die VorraXbe von Roheisen in den Stores belaufen 1151) aus“ 1007 500 ans gegen 913 628 Toys im vorigen Jahr?. Die Zahl der im Betrteb befindlichen Hochöfen 88 gegen 84 im vorigen Jahre.
New-York,18.August. (M.TB.) Der Werth der in der vergangenen Woche *eingcfübrten Waaren betrug 9261 315 DM., davon für Stoffe 3 175 382 Dou. Der Werth der Einfuhr in der Vorwoche betrug 7 249 773 Doll. , davon für Stoffe 2 962 221 Doki.
Submissionen im Außlande.
Spanien. 1) Mi1tc Oktober. ])816Ja01011 (16 ÜQGjSUäQ (15 18. (1107111019. (18 Uuroia: Schiffsrumbf 2T. zur Erbauung des Pontonschiffes „Isabel 11“ im Hafen von Cartagena. Voranschlag: 311834 Pesetas. Kaution 50/0. 2) 30, August. ()0111U1311C18-l1018- (18 0313111118105 (18 111185511: 838 LedsrauSriistungkn für die Mannschaft. Voran1chlag 12,25 Pesetas für jede AuSriisiung. Kaution 2000 Pusetas. 3) 14. Septembcr, 2 Uhr. ÜFUUtaijto «()Uertuoj-oval (16 WZWüo; Vsrsorgung der Skadi Logrbsw mit Trinkwasser. Voranscbkag 4404186 Peietas. Kaution vorläufig 22 020,90 Pcsetas = 5%, endgültig 100/0Sder Anschlagssumme. Näheres an Ort und SteÜe. * 15. Nowomber, 1 Uhr. Dirsoajou ansral (18 0111'88 (1111111035 (U1U18b8k10 (16 8011161110) Madrid. _ Ausführung und Betrieb der Eisenbahnlmien Calatavud_Teruel und Teruel-Sagunto. _ _ Kaution: 492325 Pe1etas. ' Näheres in spanischer Sprache zur Einsicht beim „Deutschen R6ichs-Anzeiger'.
Verkehrs - Auftalten.
In dem Gange der französischen Postdampfer nach Australien und Ost-Afrika find Aenderungkn eingetreten, denen zufolge fortan die über Marseille zu leitenden Briefe 2c. nacb AnstraTicn am 1. jedes Monats, nach Zanzibar am 12. jedes Monats und nach Rénnion, Mauritius und Madagascar am 1. und 12. jedes Monaxs von MarseiÜe zur Absendung gelangen Werden.
Norddeutscher Lloyd in Bremen. (Leist: Nachrichten über die Vervegungen der Dampfer.) New-York- und Baltimorc-Linien:
Bejiimmung ,Labn“ Bremen 16. August in Bremerhaven. „Eider“ Bremen 11. August von New-York. „€*. „- „Allcr“ Bremsn 15. August von New-York. YZ .Emö' New-York 13. August in New-York. € Z.]„Saale“ New-York 17. August in New-York. ©,? „Fulda“ New-York 12. August von Southampton. !„ rave“ N2w=York 16. August von Southampton. _ „Elbe“ N.:w-York 18. August von Bremerhaven. „Permann“ . Bregnen 11. August von Baltimore. „America“ Baltimore 14. August in Baltimore. „Main* . Baltimore 8. August von Bremerhavkn. „Wcscr“ . Baltimore 17. August Lizard pasfirt. Brafil- und La Plata-Linien: „Köln“ . . . Antwerp, Bremen 17. August in Bremerhaven. „Gr. Wißmarck' L'ff YWMJ, 17. August von Antwerpen. ' | t a [)n, [(M, 1"! - „Ohio . 1Antwerp., Bremen11“ AugustSt.Vmcentpasfirt. „Leipzig“ . . . La Plata 26. Juli in Montevideo. .Baltimore' . Brasilien 21. Juli in Bahia. „Straßburg“ La Plata 23. Juli Las Palmas pasfirt. „Hannover" . La Plgta 6. AugustLas Palmas pasfirt. „Berlin“ Yrcxfixten 12. AugustSt.Vincentpasfirt. .Frankfurt“ . i VigTOÜYLJÖlata '[17. August von Antwerpen. Linien nach Ost-Asien und Australien: „Preußen“ . Bremen 14. August in Colombo. „Bayertx“ Ost-Afien 11. August in Shanghai. .Brgumchweig' Ost-Asien 14. August in Suez. „Havöburg“ . Bremen 8. August in Colombo. ,Salier“. . . Bremen 15. August von Sydney. ,Zobenzoücrn“ . Australien 12. August in Colombo. ., obenftaufen“. Australien 12. August von Southampton. Hamburg,
, 18. August. (W. T. B.) Der Yostdampfer ,Austrqlta“ der _Hamburg - Amerikanis en Packet- fabrt-Aktiengesel[scha7t bat beute Mittag, von New-York kommend, Lizard pasfirt, der Dampfer „California“ derselben GeseÜscbaft isi, von New-York kommend, heute Nachmittag auf der
Elbe eingetroffen.
_ 19. August. (W. T. B.) Der Posidamvfer „Rugia“ der Hamburg - Amerikanischen Packetfabrt - Aktien- Jesellscbaft bat, von New-York kommend, heute Moren
izard pasfirt, und der Postdampfer .Francia“ von dersel en GteseéflsÖaft ist, von Hamburg kommend, gestern in Colon ein- ge ro en.
_ 20.August. (M.TB.) Der Postdampfer ,Moravia' der Hamburg-Amerikamsrben Packetfahrt-Aktiengesell- schaft ist, von Hamburg kommend, gestern Abend 6 Uhr in New-York eingetroffen. _
Triest, 20. August. (W. TB.) Der Lloyddampfer .Orion“ ist gestern Nachmittag aus Kon tani'inopel bier eingetroffen.
Theater und Musik.
Die Eröffnung des Lesling-Tbeaters wird, wie nun- mehr endgültig festgesterlt ist, bere ts am 11. September stattfinden. Der äußersten Erxergic aller leitenden Kräfte ist ,es somit geglückt, den ersten neuen Cheaterbau, der seit fast einem Vierteljabrbundert in