Kdln, 23. „August; (W. T. B.) Se. Königliche Lohert der Prinz rtedrich Leo old traf im Auftrage r. Ma1estät des aisers und önigs zumBesuchder Yntexnatipnaien Gartenbau -- Ausstellung heute ormittag hier ein und wurde von einer zahlreichen Menschen-
menge auf das Herzlichsie begrüßt.
Bayern. Miinchen, 21. August. (Allg. Ztg.) Prinz u_nd Prinzessin Leopold gaben heute zu Ehren des hier anwesenden Grafen und der Gräfin von Flandxrn sowie deren ältesten Sohnes ein Mahl. _ Die Königin : Mutter wird Elbigenalp am 28. August verlassen und noch an demselben Tage in' Hohenschwangau zu längerem Aufenthalt eintreffen. _ Dre Herzogin Max in Bayern begeht am 30. d. M. ihr 80. Geburtsfest. Die hohe Frau, bekanntlich die einzige noch lebende Schwester König Ludwig's ]., ist gegenwärtig das älteste.» Mitglied des Wittelsbacher Hauses. Herzog Max voliendet am 4. De ember d. J. sein 80. Lebensjahr.
_ 23. „Au uit. (W. T. B.) Der König von Poriugal ist eute Morgen_ 1 Uhr hier eingetroffen und hat m_i _ otel „Bayerischer Hof“ Wohnung genommen. Der
drtugreftche Gesandte, Marquis von ?Penafiel, war einem Monarchen bis Simbach entgegengrreist.
Elsaß-Lotbringen. Straßburg, 22, August. Die Nr. 35 des „Central: und Bezirks-Amtsblattes fiir Elsaß: Lothringen“, vom 18. d. M., veröffentlicht die B 9 st i m m u n g e n Übe_r die Ausfiihrung de? Geseßes, betreffend die Unfall; und Kratikenveriicherung der in land: und forstw1rthschaftlichen Betrieben brichiiftigten Per- sonen, vom 6. Mai 1886, erlassen vom Ministerium am 10. d. M., nebst dcr Wahlordnung, betreffend die Wahlexi der Vertreter zur konstituir-anen Ge: nossen1cha1t2versammlu'ng.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 22. August. (W. T. V.)
Dsr König von Portugal ist nach Miinchen abgsreist. „ _(Prag.21bdbl.) Die Einberufungder Landtage fiir den_ 10. Se tember ist unmittislbar bevorstehend. _ Gestern fand im andelH-Ministerium unter der Theil: nahme der ungarischen Delkgirten die ersts Verathung wegen der Sequeftration dsr Ungarisch-galizischen Bahn statt. Die Betrieb-Ziibernahme durck) dM Staat soll mit Neu- jahr erfolgen. _ Das Propinations:2lblösungsgesex; fiir Galizien ist bereits ausgearbeitet; nacb erfolgter Kaiser: licher Genehmigung wird dasselbe drr parlamentarischen Be: rathung zugeführt.
Pixst, 22. August. (W. T. B.) Vierzig Bauern der rumäniichen Gemeinde Bombést, wslcbe in Folge dsr Grsnz: regniirung an Ungarn fällt, widerseßten “sich drr 11 ngarif ch- rumiiniscben GrcnzregulirungH-Kommission. Der rumänische Delegirie stellte bewaffnetcs Einschreitsn in Aus: RF, was die Bauern ihren Widerstand nicht giiilick) aufgeben 9 en.
Großbritannien und Irland. London, 21. Augmi. (A. C.) Gestern geiangten die Flortenmand'ver 31.1111 Abschluß und die nei) bekriegenden Flotten zerstreuten sich. Admiral, T_ryoy'ß Geschwader kam vdn Bantry Bay und steuerie m iiidlicher Richtung, um Admrral Bairr's Flotte zu vermeiden. DaZ Geschwader kam Nachmittags in Portland an und trennte sich dort. „_ __ '
Nach einem parlamentarischexi Ausweiie nnd in dem Mit dem 30. Juni absckUie'Zenden Biertsljahxr 62 Pächter und 5 Afterpäcbter in Irland in Gemäßheit der Landakte von 1887 rind außcrdrm 42 Pächter, und 6 Afterpachter aus anderweitigen Griinden auSgewresen worden. .
ck Aus Kalkutta, vom 19. August, wrrd telegraphisck) be: ri.„tet:
Der Streit mit Tbibet nimmt einrn sebr ernsten Aspekt an und versprickyt fick) in einen (Grenzkrirg von nicht unbeträchtlicher Bedeutung zu entwickeln, wenn die Eindringlinge nicht bald gründlich geschlagen und aus Sikkim vertricbc-n werden. Dieie Angelegenheit der man Anfa-ias nur geringe Bedeutung beilrgtc, bat fixß zur wichtigsicn politischen Frage in Indien gesialtct, da [ie nicht nur die britischen Beziehungen mit _ sämmtlicben öit- iickxcn Grenzsiaatrn, wirirrn auch die Beziehungen mit China berübrt. Nach den jüngsten Ereignißen zu urtbeilen, ist China machtlos, irgend welche Autorität in Tbibet außzuüben. Die Ankunft des chinesischen Gesandten ir) Lbaffa bat anscheinend die tbibetanisébe Regierung nur zu noch tiätigcrcn Kriegsvorbereijungen angesporni und scheint in Lhasa als ein erwartetes Signal betrachtet worden zu sein, die Vertreibung der britischen Truppen aus Sikkim unverzüg- lich zu versuchen, Es wird gemeldet, daß die Tbibrtanrr jeizt 15000 Mann Truppen auf den Beinen haben, und daß ein Hülfscorps von 3000 Bbuicas bereit steht, sie in einem Angriff auf die britischen Verscbanzungen zu_unterstützen. Gerüchtwcise verlautet, dieser Angriff werde am 21. d. stattfinden, um der Ankunft von Verstärkungen zuvor- zukommau. Sollte der Feind in Folge seiner bei Weitem überlegenen Anzahl von Streitern in einem Nachtangriff aus Gnatong erfolgrcick) sein, dann ist es nicht unmöglich, daß er auch in Darjeeling cin- fällt, indem dieser Play von militärischem Schuß völlig entblößt ist, da nur wenige Mann Gurka-Polizei dort stehen. Es wobnt dort eine große Anzahl von Weibern und Kindern, und das Vorrücken der ganzxn Garnissn naeh der Front bat eine zeitweise Panik hervor- gerufen. Je t ist indeß der Befehl erlassen worden, die Garnison durch 100 ann des Derbyshirer Regiments aus Dum Dum zu ersetzen. Die tbibetanische Streitkraft droht mit einem Vor- marsch auf Entchi, welches im Herze!) bon Sikkim liegt und gegenwärtig der Si des Radfcbabs iki Der Feind bat nach allen Richtungkn befe tigt? Wäile aufgeworien. inzwisckyen ist als ein Gegenmanöver eine Sirafze von Rbenock Bazar nacb Patoyoung durch die Schanzgräber eröffnet worden, und von. diesem ;Yunkt ist Entcbi leicht zugänglich. 700 Mann Verstärkungen befinden ich auf dem Matsche nacb Sikkim. Oberst Graham's ursprüngliche Streitkraft von 1600 Mann ist durch 275 Europäer und 4 Kanonen verstärkt worden. Nach der Ankunft der Verstärkungen wird er über 2300 Mann und 8 Geschüßc verfügen, Von dieser Streitkraft wird Göialttong 500 Engländer, 500 Gurkas und 500 Pioniere als Garnison er a en.
_ 22. Ayguft. (W, T. B.) Die „St. „“James-Gazette“, sagt: die Regierung habe Nachrichten über einen ernsteren Aufstand in Maimena (Nord-Af hanrstqn) xrhalten. JshaY-Khan„ der Gouverneurwon Bal h, soile m die Saéhe vermickelt fern. Von erat seien Truppen nach Matmena ge-
sandt worden. (Vgl. fghanistan.) (Köln. Ztg.) Jm
Frankreich. Paris, 21. Au ust. „
La er von Chälons werden in die en Tagen vier Kiirassierz
se s Dragoner-, zwei Hu aren- :und sechs Regimenterreitender
äger zu Kavallerie- anövern unter der Leitung des enerals Gailiffet zusammengezogen.
Rn land und Polen. St. Petersburg, 23. August. (W. T. .) Das „Journal de St. Pétersbour “ dementirt die_ auswärts verbreitete Nachricht, daß der inister von Giers eine a,bessinische Gesandtschaft empfangen und daß diese die Abtretung einer Insel an Rußland angeboten habe. Die ganze Nachricht beruhe auf reiner Erfindung.
Italien. Rom, 22. August. (W. T. B.) Der „Esercito“ kann anderweitigen Vlättermeldungen gegeniiber versichern, daß _bezügltck) der Entsendung von Verstärkungen nach Ma1sov.ah und der Wiederaufnahme der militärischen Operationen im November d. J. noch kein Beschluß gefaßt wordcxn sei. Ebenso entbehre die Nachricht von der Entsendung einer militärischen Kommission an den Negus von Abessinien jeder Begründung.
Schweiz. Bern, 22. August. (W. T. V.) Der Bundesrat!) hat den Finanzausweis der Schweize- r1schenNordostbahnfür den Bau der Moratoriums- linien genehmigt.
Niederlande. Haag, 22. August. (W. T. B.) Die Nachrichten über das Befinden des Königs lauten heute etwas weniger zufriedensiellend. Dcr LLibarzt ])1'. Vinkhuyzen bleibt im Palais zu Loo.
Türkei. Konstantinopel, 20. August. (Prag. Abdbl.) Dcr Großvezir ließ an die _bulgarisck) die Mittheilung gelangen, _ daß fortan die strengste Uebe r- wachung dctr macedonischen Grenze stattfinden werden
Schweden und NorWegen. Stockholm, 22. August. (W.T. B.) Nach den nunmehr getroffenen definitiven Diez- POUUQUSU wird der König, begleitet von dem Ober=Kommau= danten von Stockholm, Grafen Lagerberg, dem Kabinets: Sekretär Bildt, dem Chef des norwegischen Kadetten-Corps, Hofmarschall Frölich, und dem Oberst-Lieutenant Harmens, am 30. d. M. in Warnemünde eintreffen und sich von dort aus direkt nach Berlin begeb-zn, von wo Se. Majestät am 3. September hierher zurückzukehrsn gsdenkt.
Amerika. Washington, 20. August. (A. C.) Jm Repräsenthrtenhause wurde heute Line Vorlage ein: gereicht, betreffdnd die Bestrafung: von chrsoiien, walbe mit „Trusis“ Vßrbindungen unterhalten. _ Tas Repriisentantsnhaudz nahm sodann die jüngst vom Senat ge- neh1nigt_e Vorlage an, welche die Einwanderung von Chineien in die Vereinigten Staate'n' verbietet.
Asien. Afghanistan. Dsm „,Rerrtsr'scben Bureau“ wird aus Simla, vom 22. August, g€111-.»,ldet, daß Jihak- Khan, General:Gduv€r11€ur von Afghanistan und Turkestan, die Einladung des Emirs, nack) Kabul. zu kommen, Übgi'; lohnt und jeJt eine herausfordernde Stellung ange- nommsn _ ha 9. Ein Theil der Truppcn habe sich gegen _?Wak-Khau zu Gunsten ÖGS Emirs gewandt. Die Garni on von Maintena habe den von Jihak:Kban Lin:- geseßtcn Gouverneur abgeseßt. Auf das Gesuch der Garnison um Einen neuen Befehlshabsr habe der Gouverneur von Herat den Bruder des dortigen Oberbefehishabers als" Nachfolger dxs abgesetzten Gouverneurs gesandt. Kämpfe hiian tnicks; stattgefunden; die Autorität drs Emirs scheine» gem er. ,
Zeitungsstimmen.
Zu der Ernennung des, StaatS-MinisterB von Bortticher zum Yize-Präsidentcir des StaatS-Mmisteriums schreibt die „Natiorsaliiberale Correspondenz“:
Man erinnert sich gern, mit welch' liebenswürdigcm Takt Herr ron BoettiÉer den persönlichen Verkehr zwischen Volksvertretung und Regierung zu pffegen und freundlich zu erhalten weiß. Die sozial- Poliiiycben Neurrungen dcr Reich§g21chgebung bat er mit an- srkennenswcriber Umsicht zum Vollzug gebrachi, und rs wird nicht ohne guts: Wirkung bleibrn, wenn _cr nunmehr im preußischen Staats-Éisiinisterium seine im Rcichrkamt des Innern gesammelten sozialdolitifchen Beobachtungen und Erfahrungen un- mittelbar und mir; verstärktem Einfluß zu verwertbeu im Stande ist. Die preußische StaatSregicrun-z bat wii der Berufung des neuen Ministers des Innern und jeß! mit der Ernennung des Vize-Präfi- denten an Homogznität und damit auch an Befähigung zu reforma- torisckxem VoUbringen jedenfalls erheblich gewonnei. Fiir die bevor- ftebende füni'ährige Legislaturperiode des Abgeorknetenbanses eröffnei' sich also an in dieser Hinsicht eine erfreuliche Aussicht.
_ Die „Frankfurter Zeitung“ äußerte kürzlich:
Fast tägliä) kommen. jrßi aus den rerfchiedenrn prrußiscben Pro- vinzen chbrichten, daß Konservativ-z und Nationallibrrale sick) über die AufsteÜung gemeinsckyastlicber Kandidaten geeinigt. noch bäufigcr, daß die Nation."..lliberalen Hinfach beschlossen haben, für Konser- vative zu stimmen. Eine beglaubigte Meidung, dalj; die National- liberalen „"ck irgendwo zu selbständigem Vorge LU gegen die Konservafwcn cnifchlossen oder gar zu diesem Zweck Füblung mit. den Freisinnigen" gesucht hätten, liegt nitbt vor. Das Kartell steht also in alxer Blutbe; es ist ohne eine Abmachung der Parteileiiungen, ja selbst iroPK dcs Scheiternsxeiner genereilen Vereinbarung, wie etwas Selbsiveritandliches auf die Landtagswahlen übertragen worden.
Dazu bemerkt die „Schlesische Zeitung“:
Besseres könner) wir einstweilen nicht wünschen. Es wird sich jrßt nur um Verständigung über die einzelnen Kandidaten handeln. So durchaus berechtigt das Bestreben der Nationalliberalen und der ihnen in diesem Punki ziir Seite stcbenden Freikonservativen erscheint, den äußersten Flügel der Konservativen, der mir einen vxrsclm'indrnden Bruchtbcil der Partei aurmacht, dercn szffe aber r*oliständig be- herrscht, von der parlamentarisckzen Vertretung fernzuhalten, jo natiirlich erscheint andernibeils kas Widmstrrben der Konservativen, einen Theil ibres Besiystandes zu opfern. Ohne Refpektirung des Vesiß- standes ist das Kartell nieht wobl denkbar. Den Nationalliberaien und Freikonservaiiven wird also nur übrig bleiben, im Verein mit denjenigen Konservativen, die einem Paitiren mit dem Centrum ab-
eneigt sind, in den einzcinen Wahlkreisen die Aufstellung von Extrem" .onservativen Kandidaten nach Möglichkeit hintanzubalteri. Nachdem die leitenden bochkonservativen Organe, inßbesondere „Kreuzzeitung“ und „Reichsbote', erklärt baben, daß die Partei drm Windt- l)orft'schen Schulantrag _ zu welchem sich jüngst erst der schlesische Katholikentag unter Hrn. von Huene's Führung feierlichst bekannt hat _ exztgegentreten werde, haben fich die Schwierigkeiten einer Ver- ständigung wesentlich gemindert. .. Dem Centrum werden also hoffent- lich die nationalen Zparteien alierwäris geschlossen, gegenüberstehen. Mit noch größerer uoersicbt darf dies dem ?reiftnn ge enüber er- rvariet werden. An und für fich fällt derselbeéyo itiUscb über an tnicbt mehr ins Gewicht; schon seiner numerischen Schwache we en ann er nur noch im Bund:- mit den Ultramontanen. Polen, Welfen und Sozialdxmokraten eine Rolie spielen. Die Lockrufe, durch weiche er den linken Flügel der Nationalliberalen zu sicb berüberzuzieben ver-
“suchte, smd angehört verbaut. Auch hat sich, wie wir rübmend an-
e Regierung.
erkxnnen, bei den Nationalliberalen noch in keinem Wahlkreise die Y_ietgitmg offenbart, mit den Freisinnlern in ein Wahlbiindniß ml 1109 etan reren. . . .
. _ In einem Artikel betitelt: „Schußzoll, Freihandel und
Wissenschaft“ sagt die „Deutsche volkswirthschaftliche Corresporidenz“: ' Möge die Frage, ob die nationalökonomiscken Wissenschaften jemals erzien so konkreteri Inhalt gewinnen werden, um ihre Sätze ohne Weiteres der Politik eines jeden Landes zu Grunde legen zu können,_e1z1m§1l aiif fich beruhen bleiben; so viel steht fest, daß sie gegenwartig m dieser Lage_ mcht find, und daß die Anschauung, welche unsere (Gegner als dze_ alietnselftgmacliende hinstellen, nichts Anderes als den Rang einer. Wisienscbaftltcben Hypothese fiir fich beanspruchen kann, welche die Erfahrung ,durchweg eber gegen als für sich bat. Unser Streben 1st" nun keineswegs darauf gerichtkt, jener Hypo- ibese_eine andere gegrnuberzustelien, sondern nur darauf, iiber die wirkliche, La?e und die Bcdürfniffe aller wichtigen Zweige unserer Produktion ortae1cht Beobachtungen zu sammeln, die greignet er- icheineiiden Maßregxln zu brsütw-orten und je nach dcmErfolge dieser Mgßregcln 'zu wcitcrcn Sch1üffen und Vorschlägc'n zu gelangen. Wurdxn wir mis drmtiacki beute übcrzeugcn, daß der Sciwyzokl m eiiiem bestimmten Fakir nichts nützt, sondrrn schadet, so wurden Wir urls deshalb noch keineswegs zum Frei- bande_l bekenzien, sdnderxi einfach im gegebenen Falle aus prakitsrheit Grundcn fiir _die Beseitigung des betreffenden Schuß- zoils Lintrcicn. Andererseits abcr, Wenn wir übe'rzrugt smd, daß ein ar) sich rr'forderltcbkr Schußzoli erst von einer bestimmie'n Höhe ab wirksam sein könxic, so würde uns der etwaige Lärm unserer Gcgner ntcht abbalxen, die erforderliche Höbe zu befürworten. Fiir uns ban- delt es,s1ch eben lcdiglicb um den Zweck der Sache; dicser chck ist aber ketn_ncbei_baficr, sondern ein ganz pofiliver; wir strrben deshalb dabm, daß 9061611196, crwittelt und befolgt werde, was sick) als noih- wendig fiir den Naiwnalwoblstand herausstellt.
" _ Wie wir der „Kölnischen Zeitung“ entnehmen, außert [ich die Handelskammer , zu Wesel in ihrem Jahres- ber1chi fur 1887 uber den Termmhandel in Kaffee wie folgt:
" Ter Fachhandel und das inländische Geschäft sind durch diese Borsenmoxupulationrn arg in Mitleidenicbaft gezogen, und es wäre sehr zi: wunscbrn, daß Mittel gefunden wiirden, den Auswüchsen des Termmbandelö vorzubeugen. Ein gesundes Termingeschäft trägt xedcrifalis zur Hebung des Handels und zur AuSgleichung großer Komunituren bei; die Leichtigkeit aber, mit welckxer die Liquida- Uonchzßcn bei dem , alizu billigen Depot Spekulations- operatio'nen zuiaffen, wirkt dcmoralisirend und führt zur Ueber- [pefulaiww Die Brrmittlung und die Garantie der Liquidations- kasisn verwandelt die SpekulaiionSgebilde von aufserkialb dcs Kaffee- bgndch stehenden LeUten in oifizieüe Werthe fiir den Kaffermarkt; der Lieferungsk01iiraki wirkt heute an der Börse als Kaffee-Nota, und eine Urberprodukan idlchcr Wertbe muß dieselbe Wirkung baben wie im Staatshaushalt eme übermäßige AuGgabe von Banknoten obne ent- fwrexbende Baardeckung. Wxnn dieReichsbank und die übriaeanttel- banken gehalten smd, zum _Scbulse des aligemeinen Jntcreffes Baar- dqsckungen in gewissem Verbiiltniß zu ihrer Notenausgabe in D;pot zu haben, dann darf ami) dir Gescßgebung durch Vor1chrift eines ent- iprechend iwbenDrpotI“ regnlirend einwirkrn auf die Etablirung anderer offizieller Werthe fiir einxclne chige des Handels. Der Umsatz an drn Teruxmmarkien von Havre, New-York, Hamburg und Antwerpen betruwwabrend der erstenkdreir Monate dieses Jabres (1888) beinahe- 18 MLÜWUMPVUÜM, alio das doppelte Quantum derselben Zeit des vorigen Jahres. ZWcile11)S werden bei den furchtbaren Summen vonfCourtage- und KommiifionSJeidern, welche an diesen Pläßen Verdiexit Werden, bald auch cindcre Artikel, Wié Baumwvlle, Zucker, Geiretdk,__Pctroleum u. s. w., in den Wirkungskreis der Liqui- datxonskajien gezogen Werden, und auch diese Werthe werden die bctrrffenden „Märkte geiiibrdew. Bei der Angabe Von Reichs- baninoien gilt als eriter (Grundfaxz, daß der driite Theil durcb Baarxkcckung geschützt sein. muß, überbaup: darf die Diffrrrnz'zwisMn Notenemisfiön Und Baardeckung eine bestimmte“ („Grenze, nicht überscbrcinn. Dir Liquidationskasfen dagegen begnügen s1ch,i')€'l der Aufrechterbaltng von KaffeeWerthen sebr zweifelhafter Heriuift grwbbniich mit etwa 5 0/0 Depot und mit sehr fraglichen Marg-Ynzablungen. Die Wirkyngcn sind denn auch nicht angeblieben und sie werden, wcnn die Gesetzgebung nicht eingreift, sowohl bei Kaffee (116 aixai) in anderen Artikeln durch die (Hrwinnsucht der Ver- mirtelixngöpsrwnen immer weiter. getrieben werden. Die daraus ent:- stebcndex'. Krisen werden in demselben Grade an Umfang und Ver- derblicdkeit fiir den Waarrnbandel zuncbmen.
Ccn'xralblatt fiir das Deutsche Reich. Nr. 34. _ Inhalt: Koniulatwefrn: Ernennungcn, _ Cxcquatur-Crtbeilung. _ '.sy'iilitärWIsen: Abänderungen in dem Gesammtverzetcbm der dem. Militäranwärtérn in den Bundesstaaxen vorbehaltenen _ i'ellexi. _ Neues (Gcfammtvcrzeickmiß der zur Amteliung von Militaranwartcrn !)erpflichtcien Privat-Eiscnbabnen._Bankwesen: Status derdcutschen Notrnbankcn Ende Juni 1888. _ Polizeimesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet. _ , ,
Vcröfsenrliäpungen des Kaiserlichen Gesundbetiöm amis. Nr. 31. _ Inhalt: GeiandbeüsstaddU Voiidt'rankbeitxn in der Berichtswocbe. _ Ocffentlicbes Gesundheitswcjcn in „Berlin. 1883 bis 1885. _ Sterbriälic in deutscben Städten von 40 000 und- mehr (Einwohnern. _ DeSgl. _in grbßkren Städten des 'Auslandcs. _ Erkrankungen in Berliner Krapfenbäusern. _ DeSgl. m deutschrn Stadt- und Laiidbezirken. _ Statistische Mittheilungen au? Yreßiaiz. _ Witterung, _ Zeitweilige Maßre ein :e. _ Vetermarpolizei- 1iche Maßregeln. _ Medizinal- eseizgebung ec. (Preußian Untersuchung der nacb den Nordscebäfen zu befdxdcrnden. Schweine. _ (Baden.) Verkehr mit Nabrungömilteln. _(Hacxüen- Altenburg.) Verpflichtung der Hebammen. _ (thlien.) Mißbrauch- 1iche Ausübung der Heilkunst. _ (De_ögl) Uyterweisung der Aerzte m. der Gesundheitstecbnik. _ _(SchMiz) Arbeit in den Fabriken. “_, (Frankreich.) Sanitätsstaiiitik. _ (Afrika. Kongo-Staat.) Handel. mit geistigen (Getränken. _ Verhandlungen von geseßgebrnden Körperschaften. (Oesterreich,) Bekämpfung der Peliagra; _ Yer» mischtes. (Preußen. Berlin.) Milch., _ (Braunschweig.) Milch» umersucbungen im Öemifcben Laboratorium.
Centralblait der Bauverwaltung. „Rr. 334._Inba„lt: Nichtamtliches: „Ueber die kulturgcograpbische Bedeutunsz der Fluffe und ihre Entwicklung als Verkehrsrvege. _ Zur Eroffnung des Faupibabnbofes in Frankfurt a. M. (Fortseßung.) _ Der Tburm
iffel und andere Bauten der Pariser Weltausstellung vqn 1889. _ 7111. Wanderversammlung des Verbandes deutschxr Architekten- und Jngenieur-Vereine in Köln. (Schluß.) _ Vernxuchtes: Ein neuer Windmesier. _ Bau einer zWeigeleifigen „Drehbrucke. _ Neue Rohr- verbindung fiir Dampsbeizungen. _ RLUUJM von Abgußrobren. _ Anordnung der Schienenstöße.
Statistische Nachrichten.
Die Pfennigsparx'asse zu qumstadt, die ein Vor- bild für viele hundert Stadt? geworden ist, zählte im 7. Betriebs- jahre 3780 Einleger, welche 11) 77 440 Einzahlungen 54 010 .,“ ein- legtcn, wovon 52146 „ji; in 8261 Posten in die itädiische Sparkasse übertragen wurdrn. Seit Eröffnung der Pfennigsparkaffe Oktober 1880) wurden 392 976 «„75 „3 m die städtische Sparka 2 über- tragen und 147 610 „M zuruckgenommen. Es treten zwar aüjährlich- der Pfenmßsparkaffe nzebrere „Hundert neue Einleger bei, da egen ge_t aber eine weit größere und immer zu- ne mende Zahl der Pfenmgeinleger als Murkeinleger zur-
städtischen Sparkaffe über, an welcher leisteten man jeßt die Wirk- samkeit der Pfennigsparkasse am klarsten erkennt. Im Jahre 1879, vor Errichtung der Pfennigsparkaffe, waren bei der stadtischen Spar- kasse an Einlegern miiGutbaben_ unter 100 «44 vorhanden 3387. Zw Jahre 1886 betrug die Zahl derielben aber 9014, _mitbin hat sich die Zahl dieser Sparer seit Errichtung der Pfennigiparkaffe uw „5627 vermehrt. also nahezu verdreifacht. Ferner war bei der stadtischen Sparkasse die Gesammtzabl alicr Einleger 11729 im Jabre1879 mit 409119298 „sé Cinlagekapiial und kam auf einen Einleger em Guthaben von durchschnittlich 349.74 Im Jahre 1886 betrug dagegen die Gesammtzabl,der Einleger 21 792, das Einlagekavital 6 438 078,35 .,;- und kam auf jeden Sparer ein Durchschnitisgutbaben von 295 „16 So konnte die städtische Sparkaffe in Darmstadt durch die Vermittelung der Pfennigsvarkaffe die kleinen Ersparnisse der weniger bemitteltm Klassen ansammeln, und ibre nützliche Aufgabe vollständiger erfiiÜen, Von jenen Ersparnissen wurde ein_Tk)eil znrückgenomm-en, tbeilk- zur Zahlung größerer Bedürfnisse, theils um in Fällen der Noth fich selbst zu belfen, anstatt im Pfandhaus Hiilfe zu suchen; der größere Theil der Ersparnisse aber bleibt aufbewxbrt, um auä-y fiir spaiere Zeiten die Wohlfahrt der Familien zu sicbern. (.Der Arbeiterfrrund.')
Straßburg i. E., 21. August. Nach den neuesten „Beiträgen zur Forftstatistik von Elsaß - Loibritmen“ wurden 'in Elsaß- Lotbringen im Rechnungsjabr 1886/87 an schädl1chem Wild erlegt bezw. gefangen: 942 Wildschwcino, 14 Wölfr, 2331. Füchse, 125 Wildkatzen. Hiervrn im Ober-Elsas;: 35,1 Wild7chweme, 5 Wölfe (Oberförsterei Altkiwb), 946 Füchse, 30 Wildkatzen; Unter- leab: 299 Wildschweine, 549 Füchse, 59 Katzen; in Lothringen: 292 Sauen, 9 Wölfe, 836 Füchse, 36 Wildkatzen Die Anzahl der erlegten Wölfe ist cine WSsLmlick) geringere als in den Vorjahren, wo die Ziffér durchschnittlich um 40 betragen batte. Von den 14 Wölfen sind 7 in Gemeinde- bezw. Anstalts=, 3 in PrivatWaldungen erlegt worden.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Von drm im Auftrage drr Provinzialverwaliung_vori Schlesien Seiters des Königlichen Regierungé-Baumeisters Lnt] ck in Breslau bearbeiteten und beraukgrgebrnen Verzeichnis; der Kunstdenk- mäler Schlesiens (Breslau, Verlag von W1lb.Goitl.Kdrn), einem auf insgesammt fiinf Bändc_berechneten WTkk- ist, wie die „Schlei. Zia “ meldet, bisher der rriie Band voÜiiandig, der zweit: Band beinabe voÜsiändig erschienen. Dcr fertig vorliegende erika: Band behandelt die Kunstdenkmäler der Stadt Breölau., Vorr' zweiten Bande, Welcher die Kunstdenkmäler der Landkreise deé Regierungsbezirks Breslau bebandein soil, sind die drei ersten Lieferungen der Oeffentlichkeit übergeben worden. Davon umlxaßt die crsic Lieferung die Grafschaft (Glatz und das Firrstcni Um Münsterberg, die zweite das Fürstenibum Schweidnitz und die driite die Fürstentbiimer Brieg und WBrrslau. Die die Fürsten- tbiimer Oels-Woblau, dir freien Stancrsbcrrsckyasteii Tracben- b erg und Mi [ i ts ck), sowie vom Fürstentbum Glogau den Kreis Gubrau behandelnde vierte und letzte Lieferung des zwciten Bandes liegt im Manuskript fast. iertig vor und soli zu Pfingsten des Jahres 1889 rrsckwinen. _Aucb das Manuskrivt für den iibrigen Theil des Fürfirntbitms Glogau und für das, Fürstcntdum Sagan ist'stcbon bedeutend ßefördert. Gegenwärtig bereiit Hr. Lntichkden süd[1chen Theil des Regierungsbezirkg Liegnitz, besonders die Kreise LöWLnberg und Hirschberg, Theile des ehemaligen Iiirstesntbums Jauer. 'Es wird beabsichtigt, gleichzeitig mit der Schlußlieferung des zweiten Bandes zu Pfingsten 1889 die erste Lieferung des dritten, den Re- gierungsbezirk Liegn iiZ umfassenden Bandes, wrlchc den Hauptbestand- tbeil des Fürstentbums Glogau und das Fiirstentbum Sagan umfaßt, er- scheinen zu lassen. Ferner ist in Aussicht genommen, "zu Pfixigsten 1890 das Verzeichnis; der Kunstdenkmäicr drr Fürstentbuwer Liegniy und Schweidnitz-Jauer und zu Pfingsten 1891 das deriemgen Kuni?- denkwäler berauszugeben, welche sich in' drr MarkgraisÖast Oberlausitz, sowie (vom vierten Bande .Oberschlesten') in dem zu den ebemaligen Fürstentbümern Brieg und Oels ge- hörigen Kreise Kreuzburg, tm Fürstenibum Falkenberg. im Bischofsland Neisse, in den Fürstentbümern Oppeln uiid Ratibor und in dem von freien Standesberrichafreri eingenommenen ebe- maligcxn Kreise Beutbrn befinden. Im Frühjahr 1892 soll der Schlußband des Wrrkcs erscheinen, welcher Nachträge (darunter solche aus dern Nachlaß des verstorbenen Direktors ])1'. Luchs) und ausfübrliche Register (Ortsregister, Sachreqiiier. Vcrzcickmiffc der Künstier und der Werkmeister), sowic. wabrscheiplich auch Ueberfichts- karten der cinzelnen Reaierungßbezirke Enthalten wrrd. Nack) Vollendung des Ganzen wird Hr. Lutsch im Auftrage 'des Kyraioriums des ScbleiisÖLn Museums der bildenden Künste srme bei der Arbeit an dem Vcrzsicbniß _dcr Kunstdenkmäler gesammelten Abbildungen,
läne u,. s. w. 1chlesischer Kunstdenkmäler in einem besonderen (: f e l w e rk herausgegeben.
_ Longfcllow's Dichtungen. Ein literarischesZeit- bild ans dem Geistesleben Nr-rdamerikas, von Alexander Baumgartner. Zweite vermebrie und verbesserte Auflage. Mit Longfeliow's Porträt. Freiburg im Breisgau, Herder'sche Ver- lagsbandlung 1887. kl. 8. S. 111)? u. 384, _ Der vor mcbrrren Dckzennien erbobene Vr'rn'urf, Europa und dre übrigen Erdtbeile bäiten noch keinen amerikaniskben Namen in die Listen der Dichter eingrira en, iat aufgehört eine Wahrheit zu sein, seit in den letzten fünfzig Fabrrn eine Reihe bervorra endet: Talcnie, Wiliiam Lullen Bryant, Washington Irving und enimore Cooper, welcbe fich an Milton, Addison und Walter Scott anschlossen, die amerikanische Literaxur writer zu bilden unternahmen. Anerkannt drr hervor- ragendite amerikanische Dichter ist aber, Wohl Longfcüow, geboren 1807 zu Portland in Maine (Nord-Amcuka), cstorben am 24. März 1882. Byron angenommen, bat kein englisZyer oder amerikanischer Dichter der Neuzeit sicb eine solche Volkstbümlicbkeit errungen wie er. In Deutschland bat ibn zuerst Freiligrath eingefiihrt, welcher im Jabre 1854 da§ Haupthrk Lon fellow's: .Das Hiawatbalicd", über- seßte. Dic: geiammxe literarif -e Thätigkeit des Dichters in ihrem inneren „geistigen Zuiammenbange darzulegen und so ein einheitliches Bild ieines Wirkins zu zeichnen, bat Baumgartner, bereits bekannt durcb sxinx Arbeiten „über Lessing, Goethe, Calderon, übernommen. _Die jcßxzitw zweiten Mal erschienene Schrift berubt auf den eingebendsien Studien des Dixhrers. Durch das öftere Hin- einziehen der Briefx und“ Tagebzxchblatter Longfellow's in die Dar- stellung empfängt diese einen frischen, warmen und überzeugenden Inhalt. Aus dem bem und Cbaraktrr des Dichtrrs gestaltet sich „vor unseren Augen ein mteressqntes Bild des PLUM, dessen Werke vortrefflich überskßt und ge'fchtckt erlautert Werden. Die Gedichte findzugleich mit seinem Leben m'Verbi'ndUng gxbrachi und sowohl deren vaterländischer ais der tiefreligiöse-Smn gewurdigt. In einer Reihe be- deutsamchulturbilder, namentlich in „'1'543 80119; ofkljasatba“ und „Mia Sourrsbi of W183 Ztanäisb“ bat er den Amerikanern in der Poesie so- zysagen merika erst entdeckt. Die, Lyangßiiux, au Jaaäiau baia“, eine prächtige romantische Idylle, iii durch die er reifendsten christ- lichen Motive ein verklärres Seitenstück zu Go,:xtbes „Hermann und Dorotbeg'. Im Anhang hat der Verfasser nicht nur Longfellow's Werke" “in chronologiscber Folge und deren deuiscbe Uebersetzungen anfgezablt, sondern. auch die Literatur über den Dichter mitgetheilt.
""Die 66. Lieferung des Prackyiwerks: „Dic österreichisch- ungarische Mongrcbie“ bringt über Architektur, Plastik und Malen: in Ober-Oeiterreich einen interessanten Artikel aus der Feder des („ErzbekWé Johann. Eine Reihe sauber ausgeführter Illustrationen schmuckt das Pefx;
„“'", Europaische Wanderbilder. 141, 142 „Erfurt in Thurm en,“. Mit 15 Illustrationen, einer Karte und *einem Siadt- plan von omsRoll- Ve,rl„ag von Orell Füßli, & Co. in Zürich. (Preis 1 „M) _ Schon 'der betltge Bonifacius kannte die uralte Blumen- stadt Erfurt als emen befestigten Wobnfi von Ackersleuien und er- richtete, innerhalb der Stadt auf dem arienberge ein hölzernes Ktxchlxm, an desie'n Stell? 1th der auf geWaltigen Cavaten ruhende prachtigc Dom nut der Kirche St. Seven steht. Die 1392 gestiftete
Univerfität, die den Ruhm hat, zuerst alle vier Fakultäten ver- einigt besessen zu haben, wurde 1816 aufgehoben. Die ehemalige starke Festung wird in mehreren Armen von der Gera durcb- fioffen. HervorrYend sind die vielen gotbischen Kirchen, die der Stadt den amen saora Krüräia verlieben baben, ferner das schöne neue Ratbbaus und die vielen hübschen Patrizierbäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wer dieser, an der Pforte des Thüringer Waldrs innerhalb auSaedebnter Blumenfelder gelegenen thüringischen Hauptstadt einen Besuch macberx will wird reichliche Belehrung in dem mit vielen JÜustrationen gejcbmückten Wanderbild dieses Namens finden. Bemerkenswertb_ist noch, daß von Erfurt aus die Tbeater und die Stätten der Kumi und Wissenschaft der nahe geiegerren fbüringiscben Refidenzstädte, sowie der zwischen den be- waldeten Höhen und den grünen Tbälern liegenden berühmten Sommerfri|chen leicht aufgesucht werden können.
Land- und Forstwirthschaft.
Ueber die Aussichten dcs Weinbaues in den Rhein- gegenden schreibt die „Frankfurter Ztg.“: Schwerer als in anderen Jahren läßt sich heuer ein Ueberblick über die Aussichten des Wein- baues gewinnen, da die Beurtheilung derselben dießmal außer- gcwöbnlichen Schwankungen unterliegt. Bis, in den Juni hinein lauteten die Berichte überaus boffnungSsreudig , daß man glauben konnte, es sei bereits ein Herbst von seltenem Er- gcbniß in Menge und Qualität gesichert. Dann aber , als Tag auf Tag kalten Regen brachte, wurden die Beurthei- lungen zusehens trüber, und es tauchten hier und da ernste Besorgniffe auf, denen man ataderwärts jedoch bestimmt widersprach. _ In der Pfalz batte fick) die Traubenbliitbe richt befrisdiaend ent- wickelt. Darauf folgte eine Regenzeix, die etwa sechs Wochen_ bin- durcb anhielt, Dadurch gericib die (Entwickelung ins Stocken, 1odaß Trauben in manchen Weinbergen, besonders in unteren La en, noch um 5_6 Wochen in ihrem Wachstbum zurüxk sind. Am I ergebirge zeigt sich leider bier und da wieder der sogenannte schwarze Brenner, im Obergcbirge und in der Mitteibardt auch der Brand. Besser sieht es in Deidesheim, Ruppextsberg, Forst, Wachenheim, Dürkheim, Ungstein U:. aus. Besonders die gut gepflegten Weinberge und die höheren Lagen [affen nichts zu wünschen Übrig; ibre Trauben sind, wenn aucb nicbt so voll, dock) satt und gesund, nicht so groß, aber gleich großbeerig. Wenn das Wetter "exit anhaltend gut bleibt, so können sich unsere Hoffnungrn dock) nocé einigermaßen vrrwirklichexxi. Freilich hatten wir vor zwei Wockyen mebr gesunde Breren als beute aufzurveisen; von einem Aussticywän ist keine Rede mehr. Dagegan können wir bei günstiger Witterung immer, noch einen balbsn Herbst und einen guten brauchbaren MittelWLin erzielen. _ Auch in Rhein- hessen kann der Stand der Wcinberge bis ießt noch nicbt ungünstig genannt werden. Zwar smd die Trauben, beionders die rothen, iin Wachstbum zurückgeblieben, aber die langeRegenperiode bat dieSacbe noch nicht gerade verdorben, sodaß wan, wenn die Reife gut wird, quantitativ wobl einen guten Herbst in AusfiÖt nebeeii kann. _ Im Rheingau kann man, wie die Wcinberge beute staben, immer noch annehmen, daß sämmtliche Gemarkungen in ihren guten Lagen eine voÜkommene (Ernie geben können. Die geringeren Lagen da- geacn, die bock), nahe dem Walde gelegen sind, werden viel Weniger geben. Das erklärt sich daraus, daß die dortigen Stöcke gerade bei schlechtem Wetter in Blütbe standen und die Vlütbe daber unfriicbtbar ausfiel. Die Trauben der feinen Lagen_ dagrgen hatten bei Beginn drs schlechten Wetters schon verblübt, 10 daß dc-n gut abgebrübten Trauben dcr Regen gerade zu statten kam, indem er das Abfcxlien der Fruchtansäße verbiitet und die Entwickeluna der Trauben ge- fördert bat, Immerhin abrr darf man n0ch_011f_ einen recht brauch- baren guten MiitelWein rechncn, ja es dürfte idgar einen vorzüg- lichen Wein geben, wenn die jetzige warme trockene Witterung bis zur Lese aushalten soÜte. Die Traitben find namentlich in den gut Verblübten Berglagen, z.B. "ces Rüdesheimer undRaucntbaler Berges, sebr schöick und recht gut entwickelt und ebensd weit vorangeschritten, wie fie im Jabre 1886 um dieselbe Zeit geweien smd. _ Auch im Moseltbal ist der Traubenansay ir“. diesem Jabrr ssbr schön und es iind massenhaft Trauben da, abgesehen vpn den kleinen Bergen in geringen Lagen, wie iiberb-Ixupt von solchen dieses Jahr nicht viel zu erwarien steht. Leider zxigi sich in einzelnen Orten, namentlich an der Saar, wieder die Peronospora; bdffcntlici) wird diksklbké durch Besprißen der Stöcke auézreicbrnd bekämpft. Der anbalrende Regen bat die Trauben gut wacbien und recbt doll werden laf1rn, aber auch sehr viel Holz gebildet und den Boden zu sebr abgekühlt. Seibst wenn wir jetzt noch dauernd gutes Wetter bekommen sollten, so ändert das doch nichts mehr daran, daß die Wcirberge in der Reife zurückgeblieben find. Jm bzsten Falie Hätte man also einen guten Mittelwein zu erhoffen.
Sanitäts-, Veteriyär- und QuarantäneWesen.
(Egypten. Der internationaie Gesundbritsratb in Alérandria hat in seiner Sißung vom 7. August 1888 be1chloisen, gegen Ankünfte aus Baras das Reglement zur Verhütung drr Cbolcra-CinsMeppung in' Krastzu
ßen. „_ „ In derselben Sitzung Ui Folgendes angeordnet worden:
1) Die Einfuhr von Lumpew aus der Seuche verdächtigen oder verseuébten Ländern nach Egyptentistvuntersagt.
2) Alie Vettgegenstände, Leibwasche__und Gebraucthegenstände von Prtionen, welcbe in verdächtiger Weiie erkranit oder an einer verdächtigen Krankheit gesjorbexx sind, werden vernichtct, sofcrn nicht durch eine Bescheinigung des Cycbiffsarztes die ordnwrngäßige Des- infizirung der genannten Gegenstande nachgewiesen wird.
Rußland. _
Zufoige einer Anordnung deß Genrral-Gouderneurs zu Odessa werden die Provenienzen aus Ostmdiexi m den Haken des Odessaer Quarantänebezirks der vorschriftsmaßtgen Quarantane-Observation unterzogen.
Gewerbe und Handel.
Nach einer in der ,Gaceta de Madrid“ vdm 5. d. M. ver“ öffentlichten Königlichen Verordnung vom 18. Juli 1888 ist, der Bau der Eisenbabnlinie Jütiva-Alcoy (70 km) mit einer Bau." frist von vier Jahren genehmigt worden.
_ Die nächste Börsenversammlung zu Essen findet am 27. August 1888 im „Berliner Hof" statt. '
_ Der Bruttogewinn der Kulmbacher Exxortbrauerei- Gesellschaft, vorm. C. Rizzi, fiir„das mrt Ende Juli ab- geschlossene Geschäftsjahr 1887/88 betragt 80 434 „% gegen 59 918 „xl. im Vorjahre. Der AufsichtSratix hat beschlossen„ dcr Generalversammlung die Vertheilung einer Dividende von 99/0 gegen 6% im Vorjahre vorzuschlagen. _ ' _ ,
_ Die Aktien-Zuckerfabrik Immendorf schließt die Campagne 1887/88 mit 184 755.74 (1886/87 67 285 «) Reingewinn und vertbeilt 12 0/0 Dividende gegen 5Z"/z im Vorjahre. _ Die Fabrik erzielte 846 312 .“ (1886/87 488 345 „M Bruttogewinn, wovon 27 476 „kk- reiner Ueberscbuß bleiben bei 42 200 „ji Aktien- kapital. Jm Vorjahre wurde der Gewinn durch Unkosten und Ab-
schreibungen absorbirt. '
Wien, 23. August. (W. T. B.) Von den theils im eigenen Betriebe, theils im Staatsbetriebe befindlichen 177 km der Oesterreichischen Lokal-Cisenbabn-Gefellschaft betrugen im Juli d. I. die provisorischen Brutto-Einnabmen 64 694 Fl. gegen eine provisorische Brutto- Einnahme von 60 968 Fl. und eine definitive von 74 778 Fl. im Vorjahre_. _ Fiir die Zeit vom 1. Januar bis Ende Juli 1888 betrugen die provisorischen Einnahmen 444 661 Fl. gegenüber den provisorischen Einnahmen des Vorjabres von 429 329 Fl. und den definitiven von 475 242 Fl. _ Die Einnahmen der am 26. Februar
d. I. eröffneten Tbeilstreckc Nieder-Lin'dewi'ese-t-Ziegen- bals, welche in obenerwäbnten 177 km nicht inbegriffen ist, betragen bis Ende Juli 35 581 Fl.
London, 22. August. (W. T. B.) 1 Weizenladung.
An der Küste angeboten
Verkehrs - Anstalten.
Der „Berliner Aktionär“ schreibt: Die Orts vereine von Frie- denau, StegliY, Lichterfelde (Potsdamer Seite) und Zebl_en- dorf haben auf ene an die KöniglicheEisenbabn-Direktton Lericbtete Eingabe, betreffend die Beskbieunigung des Baues der
Ziden Geleise der Potsdamer Bahn, folgendeAntwort er a ten:
„Auf Ihr sebr gefäüiges Schreiben vom 21. v. M. erwidern wir crgebenst, daß, wie die Herren Antragiteller wobl annehmen können, die Vorbereitungen für dea Ausbau des neuen Geleisepaares auf der Strecke Berlin_Zehlendorf_ von allen dabei in Betracht kommenden Behörden auf das Eiirigste betrieben und gefördert werden. Das; nach Abschluß derselben die Ausführung 'obne Zeit- verlust in Angriff genommen wird, ist so selbstverständlick), daß es eines besonderrn Hinweises hierauf nicht bedarf. Jm Uebrigen können wir nicht umhin, unserm lebhaften Bedauern über die Art" der Beurtheilung Ausdruck zu geben, Weiche de-n dcm Verkehr FWUÖZU den Vororten und der Hauptstadt dienenden Eitirichtungen und Mai;- nabmen in drm erwähnten Schreiben zu Tbcil wird. Bei dem W?W- gcbendsten Entgegenkommen, welches berechtigten und erfüllbarezi Wim- schen in Bezug aiif Erleichterung und Vcrbssscrung der für die Vor- orte in Betracht kommenden Verkelxrsi'inricbtungrn Seitens der Königlichen Siaatöeisenbabn-Verwaltung jederzeit zu Tbeil geworden ist, glaubtrn wir eine andere Auffassung bei den Bewobnkrzi der Vororte vorausseßcn zu dürfen, als solch m dcm mebrerwabntßn gefälligen Schreiben niedergelegt isi. Wir glaubten hieraus uw 19 mehr rechnen zu können, als die'Entwickelung der Vororte zy ibrec Heutigen Bedcuiung ausschließlich dadurch ermöglicht worden “Uk, daß die Verkehereziebungen derselben zu Berlin Seitens der Eiiepbabii- derivaltung jeder Zeit eifrigstc Pflege erfabren baben. Wenn, wir Hach dem Vorstrbenden es uns aucb Versagon müssrn, auf die Einzelbetten des Schreibens näber einzugeben, sd wvilen wir doch nicht uyterlaffen, die in demselben entbalienrn Anscbrzldigungen auf das Enticbiedensie zurückzuweisexi Wir stellen ergebenit_anbeim, die Hsrren Mituntcr- zeichneten gefälligst mit Nachricht berieben zu wollen.“
_ Die italienische und die japanischePostyerwaxiung entsenden in nächsiér Zeit Vcamtr zum Studium des PM- und Telegrapbcndienstcs nach Deutschland. „Die siamesiscbchrwaitimg bat um Entsendung eines deutschen Beamten zur Forifübrung der Von deutsche_n Beamten begonnenen Neuordnung des Poii- und Teke- grapbcndienites in Siam ersucht.
Theater und Musik.
Deutsches Theater. Paul Lindau bat die Maße seines Sommeraufenibalts dazu bcnußr, um ein ricucs vierakiiges Lustspiel zu Volienden, dar? bcrcits vom DeutscbrnTiieatcr angenommen worden ist und im Laufe des Monats Okiobcr zur'xiuffübrung kommen wird. Dxr Titel des Stücks stedt noch nicbt fest.
Mannigfaltiges.
Die deutsch - nationale Kunstgewerbe - Ausstellung in MÜiiÖ'en 1888. 117. (Nils dsr „Bavrrisckwn GeWerbe- ig.“)
Von Bildnerarbriien sind zu nrnnen: Lichterweibcbrn von eiger und Stöiiner und _beiliga Figuren und Reliefs von Preckcl in Regens- burg; Zacharias in Regensburg brachtr cinixn schönen Faltscbirm, Donninger in Erlangexi Meerscbaumwaaren, Bebi in Nürnberg leer-beinscbnißereien; Krauß in Lichtenfels vertritt die oberfränkische Kdrbfischterei „ _
Von den Gefcbästcn, welcbe sür Ausstattung des Aussteüungs- raumes besonderß tbätiq waren, seien bervorgeboben: Gebh. Beckert in Nürnberg mit Stuckmarmor, Coder und Schaaf mit Bildner- arbeitcn und Stuckmarmor, Josenbans und Profcffor Pilion mit gemalicix Dscken und Arnold mit gedruckten Stoffrn.
Beionders erwäbnt soll hier auck) die Ausstellung der Königlichen Kunstgewerbescbule Nürnberg werden, die einen großen Theil der oberen Gaierie einnimmt. Die Schule isi aus der alten drutscben Akademie hervorgegangen und erhielt durch den Direktor Kreling cine weit über Bayerns Grenzen binauMcbendc Brdeutung, die auch dessen Nachfolger in _der Lcitung _ Gnautb und Pammer _ zu wahren wußten und wis1en.
Unterfranken und Aschaffenburg, welcbcs der polytechnische Cen- trcilverein in Würzburg vrrtrat, hat 31 AussteUer, die zum größten Theile 0116 den Städten Würzburg und Aschaffenburg find.
Von den Aussicllern dieier Abtbeilung erwähnen wir die Möbel- fabrikamtsn: €?th in Hösbach (Büffet), Friedrich G. in Ascbaffcn- burg (Schreibritch), Friedrich W. in_Ascbaffenburg (InWelcnschrank) und Haas in Würzburg (Rococotrcsor).
MetaU-arbeiien smd Vertreten durcb Goldmeyer in Würzburg (Lüfter und Schliiffel“.'_child,c 2c.), Haarmann in Würzburg (Haustbür- gitter, die Thür sxlbst ist von Seemann in Würzburg), Luger in Aschaffenburg (schmwdeeiserne Leuchter) und Gebrüder Motifs in Aschaffenburg (Kaffaschrank). ,
Unter den Bildxierarbeiicn ragen em Lüster in Holz von Gebrüder Heri'erich in Würzburg, ein Reliquienbebältcr von Metzger in Haßfurt und die Schnitzereien dcr Biicbofsbeimer Schule hervor.
Die Tapezierarbeiten von Berghof in' Aschaffenburg (Polster- möbel) und R.“:ßmapn in Aschaffenburg verdienen alias Lob.
Meisner u. Hammer brachte:1 eiiien Tbonofen, Müller-Scbied- mayer und Wöber aus Würzburg Ptmxino, Schedelin in Kisingen Uhren, Vierbeilig in Würzburg Einbände, Wörl in Würzburg HeiliZlenfiguren. „ .
[Les in Allem genommen, zeichnet sich diese kleine Abtheilung durcb Viclseitigkcii ihrer Gegenstände nicht minder als durch gute Arbeiten und gute, Abordnung aus. _
El s a ß - L o „i b r in g e n zählt nach dem Katalog 28 Aussteller, wovon 12 auf Straßburg, je 2 “auf Forbach, I)iüblbausen, Dornach und Oberebnbeim und je 1 auf acht andere einzelne Orte kommen.
Straßburg stLUte aus: zwei eingerichtete Zimmer, Marmoracbeiten, Stickereien, Biliards, Oefen, dekorative Maiereien. .
Dornach ist durch ein vollständißes Kabinet mri Photographien von Braun vertreten, außerdem mit edruckten Zeugen. _
b Forbach glänzt durch die weltbekannten Adt'1chen Paprcrmacbé- ar eiten.
Mühlhausen ist durch kirchliche Einrichtung59eaenstände (Kanzcl chi? und durch eine Zimmereinrichiung vertreten, Oberebnbeim dur Möbel und Drechslerarbeiten, Niederwixiler brqchte Stemgutwcwre, Vauerystbal Gläser, Bitsch eine Kuchenemrtchtung, Meß emen Blumentiscb- Oberbxtscbdorf Steingutfabrikate._
Die preußische Abtheilun. zahlt 165 Außsiellrrngßnummern im Katalog; in Wirklichk3it ist die “ ahl der _Aussieiler viel höher, da einzfelstZe Nummern KoUektiv-Ausstellungen rnit bis zu 30 Ausstellern um a en.
Voranstelien woÜ'en wir das, Magazin für Berliner Kunst- gewerbe (H. Hirichwald in Berlins. Cs vertritt 27 hervor- ragende Firmen der MetaU- , Yo z-, Email-, Glas-, _Por- zeÜan-, Textilbranche, von_Gebrau s- und AuSstattquSgegenitanden in gcscbnittenem und getriebenem Leder, ZUM Theil ,in Verbindung mit Holz und Meran,?)iöbel, Portefeuiliearbeiten, getriebenen Gegen- ständen in Kupfer Ic.
Ganz vorzüglich ist die Königliche Porzellanmanufanktur ver- treten. Die Arbeiten derselben stellcn fich durch hohe kunstleriscbe Bedeutung nach jeder Richtung bin als die ersten in Deutschland dar;