1888 / 216 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 24 Aug 1888 18:00:01 GMT) scan diff

die in der freien und Hansestadt Lübeck bestandene zweite V_olk_ssch_ullehrer- Prüfung der entsprechenden Prüfung im Königreich Preußen Y_eich geachtet wird. D1e_Kömgl1ch_e egterung 2c. sehe ich hiervon zur Be- achtung i_n Kenntmß. Berlm, den 16. August 1888. _ _ Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Im Auftrage: arkhausev. An sämmtliche Königliche Provinzial-SchulkoUegien.

Königliche Akademie der Künste.

Bekanntmachung.

Lehrplan

der akademischen Lehranstalten für die bildenden Künste für das Winter-Semester 1888/89.

11. Unterricht in den akademischen Meister-Ateliers.

1) _für Malerei: Professor A. von Werner, Professor O. Knille und ProfefforK. Gude, 2) für Bildhauerei: rofeffor Reinhold Vegas, 3) für Architektur: Geheimer Regierungs-Rath, Professor . Ende und Geheimer Regierungs-Rath, Professor Joh.

Hen, _ 4) für _Kupferstecherkunst: Kupkerftecher Hans Meyer (Mit der“ Le1t1_1ng kommissarisch beau tragt).

Dte Aspiranten haben sich_behufs ihrer Aufnahme inner-

halb der ersten 14 T_age eines Jeden Quartals bei dem Meister zu melden, dem sie sich anzusch ießen wünschen.

13. Unterricht in der akademischen Hochschule für die bildenden Künste.

Direktor Professor A. v o n W e r n e r.

1. Kursus.

1) Vorbereitungsklaffe: Zeichnen nach Gipsabgüffen und nach der Natur (Köpfe) Profe 1er Hancke, Maler Professor Brausewetter und Maler Boese,

2) Proportionslehre und Anaromie des menschlichen Körpers: Professor Skarbina und Maler Boese,

3) Perspektive, Projektion und Schattenkonstruktion: Professor Streckfuß und Maler Hugo Herwarth,

4) Ornamentlehre und dekorative Architektur: Professor Kuhn und Maler Wilhelm Herwarth, __

5) Vorträge Über Kunstgeschichte und klafftsthe Dichtungen: Professor Dr. Dobbert,

6) Vorträge über Kostümkunde: Maler A. von Heyden, 7 Zeichnen nach dem lebenden ModeÜe (Akt : Der Direktor und sämmtliche Lehrer.

11. Kursus.

1) Zeichnen nach der Antike und dem lebenden Modeüe

t(Akt i_md Halbakt): Professor Friedrich, Professor Ehren- rau ,

2 ModeUiren nach der Antike und dem lebenden Modelle: Profe or Albert Wolff,

3) Malen nach der Natur (Köpfe, Stiüleben und Halbakt), Malklaffe: Maler Hugo Vogel, Maler. Dammeier, M_ch4) ?)kalen nach dem lebenden Modelle (Akt): Professor

1 ae ,

5) Modelliren nach dem lebenden Modelle (Akt): Pro- fessor S aper, Bildhauer (mensch, _

6) eichnen von land chaftlichen Studien: Professor Bellermann,

__ _ 7) Zeichnen und Malen von Thieren: Professor Meyer- eim,

8) Vorträge über Anatomie (verbunden mit praktischen

Uebungen am Kadaver): ])1'. H. Vir ch ow, Zweiter Prosektor an der Königlichen anatomischen Anstalt.

111. K u r s u s.

1) Atelierunterricht der ?_Profefforen : Direktor v o 11 Werner, Schrader, Micha e , Schaper, Wo [ff, Fried- rich, Maler H ugo Vogel

2) Atelier für LandschaftSmalerei: Professor B r a cht, Maler Voorg ang ,

3) Unterricht im Radiren und Kupferstechen : Kupferstecher H a ns M ey er.

Außerdem Uebungen in der Komposition in allen Kursen.

Der Unrerricht des WinterSemesierH beginnt Montag, den 8. Oktober 1888. Neueintretende haben sich Sonnabend, den 6. Oktober 1888, von 12_4 Uhr, _ im Sekretariat _ Unter den Linden 38 _ u melden und einen selbstgeschriebenen Lebenslauf, ein polizeixiches Führungs- Attest, die nöthigen Schul eugniffe, sowie die 1chriftliche Erlaubnis; des Vaters oder ormundes (bei Minderjährigen) zum Besuch der Anstalt leichzeitig dort einzureichen. __ ___Ytrogramme sowie äheres über die Aufnahme 2c. eben- a e . Berlin, den 16. August 1888. Der Senat,. Sektion für die bildenden Künste. C. Becker.

BekananUchung.

Der Unterricht in de:1_mii der_Akademie der Künste ver- Zuzxdenen akademischen Me1ster-Atel1ers für Architektur unter et ung a. des Geheimen Regierungs-Raths, Professors I. O en (Baukunst des Mittelalters mit besonderer Berücksi ti- gung der kirchlichen Kunst), 5. des Geheimen Re ierungs-RathS, Professors H. Ende (die aus der Anti e abgeleiteten Baustile) für das Winter-Semester 1888/89 beginnt DienstaH, den 8. Oktober 1888. Meldungen zur ufnahme werden von den genannten

Meistern vom 15. September d. I. ab entgeBengenommen. erlin, den 16. August 1888. Der Senat, Sektion für die bildenden Künste, C. Becker.

_ _Axigekommen: _ _Se. ExcelleY der Vize-Präfident des Königlichen _Staats-thsteriums, taatssekretär des Innern von Boetticbcr, aus Frankfurt a. Main;

S_e. Excellenz der Staats: Minister und Minister für Landwrrthschaft, Domänen und Forsten, ])r. Freiherr von Lucius, von Köln a. Rhein.

Yichtamtliches. Deutskhes Reich.

Preußen. Berlin, 24.August. AusSonnenburg, vom 23. Augusi, meldet „W. T. B.“:

S_e. Majestät _ der Kaiser und König traf in BeZlemmg Sr. _Kömglichen Hoheit des Prinzen Hein- N heute Vormrttag 10 Uhr hier ein und wurde von der von allen Seiten herbei ekommenen Bevölkerung mit nicht endenwoÜenden urrthUZen begrüßt. Nachdem Sr. Majestät um 10% U r im Kapitelsaal die Insignien des Johaxiniter-Ordens feierlich überreicht worden waren, be- Zab Sich um 12 Uhr Se. Majestät mit den Commendatoren, _en Ordens-Beamten, den Ordens:Marfchällen und den zu mvestirenhen Ehrenrittern in feierli em Zuge, welchen der Herrenmeister mit _femem Gefolge be chloß, nach der Ordens- kirche, wo _der Ritterschlag erfolgte. _ Um 2 Uhr Nach- m1tta S besichtigte Se. Majestät der Kais er das Ordens- Kran enhaus, das, Wie aÜeHäuser der Stadt, festlich ges mückt wgr, Nach der Rückkehr von dort fand um 21/2 U r im Rixtersaale_ das Diner statt. Der durchlauchtigste Herren- meister Pr1n_z Albrecht, Königliche Ho eit, brachte den Toast a_uf Se. Majestät den Kaiser aus, den Üerhöckgstderselbe mit einer Ansprache und einem Hoch auf den Herrenmeister erwiderte. _ Um 5 Uhr Nachmittags trat Se. Majestät mit Seiner hohen Begleitung, von der Bevölkerung m1t herzlichsten, be- geisterten Zurufen begrüßt, die Rückreise nach Potsdam an.

_ Se. Majestät der Kaiser und König haben am 23. August in Sonnenburg folgende Anspracöen gehalten:

1. Nach Empfang der Insignien vom Durchlauchtigsten Herrenmeißer:

Ick erfülle einen Meiner Herzenswünsche, indem Ich die äußeren Zeichen des Ordens anlege. Ich kenne die Aufgaben des Ordens und die hohen Ziele, die derselbe verfolgt, und wünsche als Protektor des Ordens nicht nur über ihm zu stehen, sondern als Ritter deséckében an seinem heilsamen Wirken thätig Theil zu nehmen.

11. In der Kirche:

Wie vor füUf Jahren an dieser Stätte Mein Hochseliger Vater im Auftrage des Hochseligen Königs Wilhelm der Einführung “1795 Durchlauchtigsten Herrenmeisters beiwohnte und dem Orden Schutz und Schirm versprach, so gelobe auch Ich an dieser Altarsi'ätte als König von Preußen Und als Protektor dem Orden und allen seinen Angehörigen in Meinen Landen Meinen Königlichen Schuß; so wahr Mir Gott helfe! '

111. Bei dem Diner:

Ew. Königlichen Hoheit spreche Ick) Meinen iiefgefühlteste11 Dank für die so herzlichen Worte aus, die wir soeben vernommen, Es war Mir in der That schon immer ein Herzensbedürfniß, auch durch ein äußeres Zeichen dem hohen Orden anzugehören, Welches leider erst durch Meine Thronbesteigung für Mich zur Thatsache Werden soÜte. Ich bin der festen Ansicht, daß der König von Preußen auch durch ein äußeres Zeichen dem Orden angehören muß. Die großen Aufgaben, welche Mir auf dem Gebiete der inneren Entwickelung Meines Volkes obliegen, vermag Ich nicht ailein durch die staatlichen Organe zu lösen. Zur Hebung und mora- lischen sowie religiösen Kräftigung und Entwickelung Tes Volke“; brauche Ich die Unterstützung der Edelsten desselber, Meixns Adels, und die sehe Ick im Orden St. Johannes in statt- licher Zahl Vereint. Ich hoffe von Herzen, daß es Mir gelingen möge im Verein mit de: liebesthätigen Unterstik-Zung des Johanniter-Ordens, die Ausführung und Fortbildung der Hebung des Sinnes für Religion und christliche Zucht und Sitte ii?! Volke zu bewirken und so die Hohen Ziele zu erreichen, welcbe Ick Mir als Ideale gestellt habe. Wir aber“, die wir miTeinander das schlichte Weiße Kreuz heut erhielten, sowie die, Welche es schon besitzen, wir wollen unsere (Gläser etbeben und auf ?)effen Wohl trinken, 17er in xlter E):-henzollernscher Pflichtxreue, gepaart mit hingebender Auf- opferung und christlichem Sinne, den Orden zu der Höhe gebracht hat, auf welcher er sich nunmehr befindet. Se. König- liche Hoheit der Durchlauchtigste Herrenmeister des Ordens von S1:.Johann rom Spital zu Jerusalem _ Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig _ Hurrah!

_ Wie wir der „Gazzetta ufficiale“ vom 7. d. M. ent- nehmen, hat die Königlich iialienische General- Zolldire tion die ihr unterstelLten Zollämter beéiiglich derUrsprungszeugnisse für die aus dem Aus ande eingehenden Waarensendungen u. A. mit fokgenden Weixungen versehen:

1) Vom 1. September 11. I. ab sind Urxprungßzeugniffe auch fiir Waaren direkter Herknnst, mit Aus chluß der Pro- venienzen aus an «europäischen, jenseits Des Suezkanalx'z und Her Straße von ibraltar gelegenen Ländern, 11 verlangen.

2) Zur Ausstellung der Ursprungszeugniése sind außer

den Handelskammern, ZoÜämtern, Ortsbehörden und italieni- séhetcß KansULereamten auch dic: Polizeibehörden des Deutschen “' ei s e ug. 3) Die vorgenannten Behörden können felbstverftändlicl) _Ursprun szeugniffe nur für solche Waaren ausstelXen, welche in Tem ande, wo diese Behörden ihren Siß haben, erzeugt wur en.

4) Mit dem Ursprungszeugnis; ist Für die landwärts ein- gehenden Waaren m untrennbarer Wei e der rachtbrief oder die vom Absender der Abgangsstation vorge egte Erklärung FZZ verbmden, um bei er den Nachweis u führen, daß die

aaren Erzen niß des andes sind, in wechem das Ursprungs- zeugmß ayézgetellt worden ist. _ _ 5) Die Form der UrsprungSzeugmffe muß derart sein, daß die Beschemigung des Ursprungs der _Waare von der das Zeugmß oaussteüenden Behörde und mcht von dem Ab-

6) Werden UrsprungSzfeu?_riiffe vorgelegt, die nicht in französischer _Syrache abgefa t ind, so kann das ZoÜamt eine amtliche 1tal1emfche Ueberseßung verlangen, falls der betreffende Zollbeamte der deutschen Sprache nicht mächtig ist.

Wiesbaden, 24. August. (W. T. B.) Se. Maj. der Köxtig von Dänemark und Se. Königliche Hoheit der“ Pr11YYans _von Schleswig-Holstein-Sonderburg- Gli“: s urg smd heute Morgen nach Berlin abgereist.

_ Sachsen. Leipzig, 23. August. (W. T. V.) Dr 1tal1e_n1sche Mini i_er-Präsident Crispi ist heute Nachmittag 53/4 Uhr hier eingetroffen und im Hotel Hauffe abgestiegen. Derselbe wurde von dem hiesigen italienischen Konsul am Bahnhofe em fangen und unternahm mit dem- selben später eine Spazier ahrt.

_ __ 24. August. (W. T. B.) Der italienis e Minister- Pxäsidenx CrtSpi hat heute Vormittag 9 Uhr 11 er Dresden seine Reise nach Karlsbad fortgeseßt.

Sachsen - Weimar - Eisenach. Weimar, 23. August. (Th. C.) Der Großherzog wird, dem Vernehmen nach, zu Auftrag September auf einige Zeit von Wilhelmsthal nach Weimar kommen und im Belvedere Wohnung nehmen.

für die Wahlen der Abgeordneten zum Landtage___„stati.

_ OesterreiéhZUngarn._ Wien, 22.August. (Wien.Ztg.) D1e pgrlamentarischen Ferien gehen ihrem AbsYluß entgegen. Am _nachsten Moxttag,_den 27. d. M., wird der andtag von Ste1 ermark seine diesjährige Session eröffnen; die übri en Landesvertretungen dürften bald folgen. Nur der dalmatiniéche Lanptag w1rd dieSmal keine Herbstsession abhalten, da er bereits _im Juli versammelt war.

_ Die „Agramer Ztg.“ berichtet: „Minister-Präsident von Tiszg und Staatssekretär Wekerle haben mit den kroatischen Mitgliedern der Regalien-Ablö ungS-Enquete letzten Fre1tag un_d Sonnabend _längere Zeit konferirt, um sich über die bezüglichen Verhältnisse in Kroatien und Slavonien ein- gehend zu _11_1forn11ren. Die geplante Ablösungeniethode hat die volle Btüigung der kroatischen Fachmänner gefunden.““

__ _ 24. August. (W. T. B.) Wie hiesige Blätter melden, wurde der" Erzherzog Albrecht, einer Einradung des Kaisers W1lhel_m zu den gryßen preußischen Manövern Folge [Llsten_d, nach den m Böhmen stattfindenden Truppen- Zianxvern stch zw1schen dem 2. und 5. k. M. nach Berlin ege en.

Krpnstadt, 22. August. (Wien. Ztg.) Die ungarisch- run1a111sche (Hrenzregulirungs-Kommission stieß bei der Fogarascher Abtheilung auf größere Differenzen, in Folge deren der ungarische Kommissar Graf Bethlen nnd der rumänische Kommissar General Pinkovits mit der _unter dem _ Vorsiß des Obergespans „?orväth kon- stitmrten Komm1ss10n zu einer Sißun zu ammentraten und unter veilstäxidiger Aufrechthaltung des isherigen faktischen Zustandes die D1fferenzen au-Iglichen. Die Kommission at die

egehung_der Kronstijdter Grenze beendet und die Fortrhung der Regulirung an die Fogarascher Sektion abgetreten, welche noch heute ihre Thätigkett beginnt.

Großhritannien und Irland. London, 22. August. (A._ C.)_ Die _Königin verließ gestern in Begleitung der Prinzessin Heixnricl) _von Battenberg, des Großherzogs, des _Erbgroßherzogs sowie der Prinzessin Alice von Hessen und- 1hres _Hofstaats Osborne, um sich nach Balmoral, ihrem Laydsiß 111 den 1chottische11 Hochlanden, zu begeben. Auf der“ Reise dahin wird Ihre Majestät zwei Tage in GlaSgow wecken, um die dortige Ausstellung in Augenschein zu nehmen. Glasgow trifft für den Empfang der Monarchin großartige Vorbereitungen.

Der König der Belgier kam gestern in GlaSgow an. und besuchte die dortige internationale Ausstellung.

_ D1_€ am Schluß der Parlamentsseision im Haus e der G eme1_nen eingebrachte Vorlage, betreffend die Errich- tung e111_esla11öwirthschaftlichen Departments fiir Großbr11an111en,_verfügt, daß das Department bestehen sol! aus: dem Lord Präsidenten des Geheimen Staatsraths, den Haupt-Staatssekretären, dem Ersten Lord des Schaßamts, dem Schahkanzler, dem Kanzler des Herzogthums Lancaier und dem Sekretär fiir Schottland. Präsident des e- pa_rtm_e11t»3 sol] ein Mitglied des geheimen StaatéZraths miteinem Jahresgehalt von 2000 i??fd. Sterk. sein. Zu den Obliegenheiten des MinisteriumZ ür LandwirThschaft wird u. a._ gehören: die Sammlung von statistischem Material be- züglich der Landwirthschaft, sowie die Vornahme oder Unter- stüFung von Enqueten und Experimenten, welche behufs. He ung der Lazidwirthschaft für wichtig erachtet werden.

Die Admiralität hat beschlossen, in diesem Jahre sechs neue Torpedoboote erster Klasse bauen zu lassen.

__ 23. August. (21. C.) Die Königin hielt gestern Nachmtttag um 4 Uhr bei schönem Wetter ihren feier- lichen Em_zug ' in GlaSgow , welches zu Ehren.

hrer Ma estät_ im prächtigsten Festfchmuck _prangte.

n_ der _. egleitung der Königin befanden sich der

rmz und die Prinzessin Heinrich von Barxenberg, der

Großherzog von He en, der Erbgroßherzog und die Prinzessin, Alice voxt Hessen. ach einem festlichen Empfange im Bahnhof fuhr die Königin unter dem Jubel großer Volks- maffen nach dem neuen Munizipalgebäude nn George Square, _ welches Ihre Majestät nnter entsprechender Feierhchkett eröffnete. Hierauf begab sich die Königin 11ach_ der internationalen Aussteliurxg, woselbst ihr eme Adresse Überreicht wurde. Nach Besichtigung der ver- schiedenen Abtheilungen der Ausstellng kehrte die Monarchin nach Blythswood House, ihrem Absteigeqyartier in der Um- gebung von Glasgow, zurück. _Ybends iuuminirte Glasgow zu Ehren des Besuches der Könth, und in den Anlagen der“ Ausstellung wurde ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. _ 24. August. (W. T. B.) Wie dem „Reuterfchen Bureau“ aus Siml_a, vom 23. d., gemeldet wird, geht auf Wunsch des Emrrs v_on Afghanistan der dortige Sekretär des Auswär'xig en, Durand, in besonderer Mission nach Kabul, um mit dem Emir zu konferiren.

_ Frankreich. Paris, 23. August. (W. T. V.) Prä- siden_t Carnox _ka_m heizte Nachmittag von 1 ontainebleau nach PÜNZ und prasidirte emer Sitzung des inisterraths. In derselben Zelqngte auch die Antwort Goblet's auf die letzte Note r,19p1_'s_ 111 der Massovah-Angelegenheit zur Verlesung. Der Ministerrath erklärte sich Mit derselben

sender oder einem anderen Interessenten ausZeht.

einverstanden. Die Antwortsnote Goblet's soll veröffent-

_ Am 1. September finden die Wahlmännerwahlen

licht werden, sobald alXe Mächte den Eingang derselben be- sfätigt haben. _ _ _ _ _

Der Kriegs-Mimster de Freycmet begiebt sich heute Abend nach dem Lager von Chalo_n§. _

Die Regierung hat dem hiestgen türk1_schen Bot- schafter mittheilen lassen, daß sie den Artikel 10 der Suezkanal-Konvention genau ebenso auslege W1e die türkische Regierung. _

Anläßlich des 50jähr1gen Geburtstages des Gra_f en v on P ar i 6 fand heute im Continental-Hötel e1n_ Fest : mah statt, an welchem etwa 300 royalisiische _Notahilitaten theilnahmen. Bei dem Nacheffen hielt PaSqmer eme m1t Beifall aufgenommene Rede, in welcher er sagte: beiderkgegen- wärtigen Sachlage, mit einem Präsidenten der Repuhli ehne Autorität und einem verkleinerten Senat trenne Frankreich nichts mehr von der Tyrannei einer einzigen Ver _amnilung. Er und seine Freunde blieben indessen liberal; f1e_ [)LLULU aber dafür, daß es nicht genüge, ephemere Populgritäteirkommen und gehen zu la en, man müsse vielmehr sichzu einer ent- schieden monarchischen Politik bekennen. Die Versammlung nahm sodann eine Adresse an den Grafen von Parts an.

Niederlande. Haag, 23. August. (W. T, B.) In dem Befinden des Königs ist heute eme wesentlrche Besserung eingetreten.

Serbien. Belgrad, 22. August. („Wien. Ztg.) Das Geburtsfeft des Königs wurde in feierlichster Weise be- gangen. Die Stadt ist beklaggt. In der Kathedralkrrxhe fand ein feierlicher Gottesdient sxatt; die Messe celebrirte der Metropolit mit glänzender Assistenz.

Bulgarien. Sofia, 22. August. _( Wien. tg.) „Havas“-Meldung.) Eine aus acht Mac 13 do_nie r_11 beste ende ande versuchte in der Ebene voxi Sofia Raubereierz. Sechs davon wurden verhaftet und _die anderexi verfolßt. Die Opposition will dieser Thatsache emen politischen C_ arakter beilegen. Die Bande, wel e Karaftoxanow an der türkischen Grenze gefangen hat, ist na Macedonien übergetreten.

Amerika. Washington, 21. August, (R. _V.) _ n einer heutigen Sißung lehnte der Se'nqt durch emestri te artei-Abstimmung es ab, deri qmerrkamjch-kanahtschen Fischereivertrag zu ratifiziren._ DLL Mehrheit gegen die Ratifikation beträgt 3 Stimme11._ _Die Demokraten, _27 an Zahl, stimmten zu Gunsten der Naxifikation, wiihrend die Re- publikaner, 30 an Zahl, dagegen stimmten. Vor der Abstim- mung hatte der Senat noch wei Zusahqnträge verworfen, von denen einer, von Mr. Gi son (Louisiana) gesteljt, ent- weder die Abänderung _des Vertrgges oder eine _sch1ed§r1cht_er: liche Beilegung der Differenzen in der Fischereifrage befur- wertete.

_ 24. August. (W. T. B.) Der Präsident Cleve- land übersandte dem Kongreß eine Botschait, Welche besagt: die bedauernswerthe Ablehnung 13643 amerikanisch- canadischen Fischerei-Vertrags nothtge ihn, VOU dem Kongreß Vollmachten zu verlangen,_ um entschtedene Repressalien gegen Canada zu ergreifen.__

_ 24. August. (W. T. B.) Im Neprasentanten- hause wurde heute eine Vorlage eingebracht, __durch we1che der Präsident der Vereinigten Staaten ermachtigx Wird, der Handels-Marine in Gemäßheit der leßtenPrafideyten- Botsrhaft feinen Schuß angedeihen zu_laffen. Das “ÖMZ uber- wies die Vorlage an die Kommission für auswärtige An- gelegenheiten.

Süd-Amerika. Brasilien. Rio de Zayeiro, 23. Au ust. (W. T. B.) Der Kaiser und die Kaiserin sind geZern Vormittag von der Reise nach Europa zu_ruck- g e k dehrt und von der BevöLkerung Mit großem Jubel empxangen wor en.

Afrika. Aus Pieter-Marißburg, vom 22, August, meldet ein Telegramm des „Reuter'1che11 Bureaus“:

Der Gouverneur von Natal, Su: Arthur ._qucloek, hat keine Information bejreffs der U 6 b e r g a b e D_1ntz11lu_s empfangen. Eine Transva al'sche Trizppen machtm1t_Arnl1er1e, unter dem Kommando des Grenzkommiffars Meyer, marschtrt morgen von Vryheiv ab mit dem Befehl, Dimzulu tobt oder lebend em- zuliefcrn.

Zeitungsftimmen.

In einem Artikel der Wiener „Presse“ über d1e „Par- teien in Deuts land“ heißt es: _

Die Creigni e des abgelaufenen Jahres haben an_ der a_ußeren Gestaltung der politischen Parteien _in Deutschlard nichts geqndert. Die beiden großen Unternehmungen, die fich noch unter der Regierung des Kaiie1s Wilhelm 1. vollzogen, der AbschLuß _des Kultur- friedcns und die Schaffung des Kartells der nattynalen Par- teien, werden auf lange Zeit ihre heilsame Nachwirkung ube_n und der Nation die Muße zur Entwicklung gesunder poli- tischer Parteiverhältniffe gewähren. Der Inhalt 5113er, den_ die einzelnen Parteiprogramme aufweisen, also die materteUe und inner- liche Gestaltung der Parteien, ist allerdings recht Wesentlich modifizirt worden, und die Frage nach dem Charakter der neuen Ge1eßgebungs- und VerWe'ltungs-Maximen,- welche von der Regierung Kaiser Wilhelm's 11. S." gewäti en sind, läßt fich verläßlich und sachlich nu_r nach diesen ge- anderten erhältnisfen beurtheilen, für die Realpolittker nicht minder maßgeblich erscheinen, als die trefflichen Intentionen des jungen Monarchen und die durch die europäischen Lage auch für die innere Polijik_ bedingten Rückfickxten. Wir haben erst kürzlick) der Cxaltajionskrise (_Érwäbnung gethan, Welche sich während der Regierung Kaiser Friedrich's de_r extxem-liberalen und in ihrer Gegenwirkung auch der extrem--kor_1Yervativen Fraktionen bemächtigt hatte. Jene Krise kann heute als 1“! erwanden betrachtet werden und find die gegenwärtigen Erörterun e_n über den Fortbestand des Kartells für die bevorstehenden preu_1schen Landtqgswahlen nur als die l_eßtcn AcußerUngen 'ener ochgra_digenNerVo_(11ät anzusehen, Welche die Krankheit weiland 'aiser Fr1edrtch's auf a e Politiker Preußens und Deutschlands übertragen batte. Daß sich in der eit eines so gefährlichen und drangvollen Tbron_wech1els 5115 Deutsche? eich sturm- fest und jeder Erschütterung unzugangltcb erzvtesen hat_, da die Macht der geschaffenen Verhältnisse alle idcaltstisch-_ltberalen Liebhabereien und al1e reaktionären Aspirationen in das Be_r11ch_dcr Uymöglichkeiten ge- drängt hat, wirkt ebenso bestimmend_ fur die Taktik der preußischen Regierung, deren gemäßigt-ratir-nalistiiche Tendenz schon aus den bis- hert en Maßhahmen und Ernennungen erkennbar rst, als für _die Ab chten, Programme und die Taktik der parlamentarischen Parteien.

__Jn den „Berliner Politiichen Nachrichten“ lesen Wir: . _

_ Ein Armutszeung für die freihändlerischen Theorxen des Cobdenklubs erblickt dre ondoner „Morningpost“ in dem glanzenden Erfolge einmal der amerikanischen, dann aber auch der deutschen Wirthschaftßpolitik. Den enormen AufschWUng, den unsere geWerbliche Erzeugung genommen, seijdem der Reichskanzler Fürst Bis::iarck den

S uhes der nationa_len Arbeit verkündigte und 1egreich dur "ubrte, finden bei dem_ ge- nannten Londoner Blatt rückhalt.[ose Anerkenxmng, wenn _dteselbe auch nicht gerade freudigen Herzens gezollt Wird, da sie mit Kon- statirung der Thatsache Hand in Hand geht, daß Deutschland, _statt sick), wie die Richtigkeit der manchesterhchen Lehre _erfordxrn wurde, mit seinen schu zöllneriscben Gepfiogenbuten zu rmntren, 1m_G_egen- tbeil zu dem st rksten und gefürchtetsten Nebenbuhler des fretbandlx- rischen Englands um die Beherrschung des Wextmarktes gewvrden tft und seinen Antbeil an demselben zusehends erweitert.

_ Die „Hamburger Börsenhalle“ schreibt: _

Auf Grund des allgemeinen Vertrauens unter den Grqßkauf- leuien, hervorgerufen durch die von Deutschlan_d befolgte Frieden?- politik und die macbtgebietende chllunx, des R61ch_s, forme durch dze Besserung der allgemeinen Geschaftslagz, haben in leyter Zett dre Handelsbeziehungen mit dem Auslande eme bedeutende Stetgeruxig er- fahren, wie dies namentlich aus der Nachfrczge nach_Sck_)1ffSraumen hervorgeht. Obschon in "den le ten Jahren etne betrachtliche Anzahl Schiffs-Neubauten entstanden it, fehlt es tcnnoch an Transportmitteln, so daß sich namentlich in Hamburg, hem ersten See- _und Handels- plalse des Deutschen Reichs, eine etxnnentquulust fur Schiffe be- merkbar macht. Die Hamburg - Sudatx1er1kan1sche Dampfschiffabrtß- Gesellschaft, welche zu Anfang der siebziger Jahre tbre Fahrten m1t drei Dampfern begann, hat den 25. Dampfer 1hrer_ Flotte am Sonn- abend, den 18. d. M., einer Hamburger Werft 1n Auftrag gegeben, während die Dampfschiffsrhederei .Hansa', dre langere Zeit nicht recht zu prosperiren vermochte, ebenfalls e1n_en großen Neubau mit einer Hamburger Werft _kontrahirt hat. Die Dampfschiffahrts-Gesellschaft „KoSMos“ w_1rd ihre Flotte um 2 Dampfer vermehren, 'die denselben Werften ubertragen _fin_d. Im Vordergrund, hinsichtlich neuer Bestellungen., steht jedoch die m Hambmg soeben gegründete Deut_sch-Austr_al_11che Dampfscknffahrts- Geseusthaft, die ihren Betrieb mrt 6 großey neuen Stabldamvsern eröffnen wird, sowie die Hamburg-Axnerikamsche Packetfahrt-Aktten- gesellschaft, die ihre Flotte um dre: Dampfer m der Art der „Moravia“ zu vermehren gedenkt. _ _ _

Die deutsche SchiffObau-Jnhustrie hat sich m den letzten Jahren zu einer solchen Leistungsfähigkeit herangehtlioct, daß sie _den vor- stehenden Anforderungen an dieselbe vollstandig gewachsen ist, jodczß der englische MitbeWerb um diese Neubauten Wohl nur wenig in

rage kommt. Allerdinxs müßten die betreffenden deutschen Werften sich zu denselben Lieferfristen für d1e_ qupfer Verpfitchten, wie die englischen, damit die Rhedereten m Yer Au-snußung der günstigen Konjunktur nicht gehtndert_ wyrden, _ _Wenn man bedenkt, daß noch vor Wenigen Jahren die vielen MLÜWULU, Welche zu den Neubauten aufgewendet Werden mussen, nach _England gewandert wären. so ist die (Entwickelung des deut1chen Sch21ffsbaues als eine erfreuliche Thatsache anzusehen, welche ganz da;u_gee1gnet er- scheint, das deutscheNaticnalvermögcn zu vergrößern. Gleicher; Schritt mit der Schiffsbau-Industrie haben aber aueh die drittschen E1sen-_und Statherke gehalten, indem die1e1ben ebenfaUs dte englische Kon- kurrenz vollständig aus dem Felde gesch_[agen haben. So steht den_n zu wünschen, daß die leytgenanntcn beidezi Gesellschaften dem Y_et- piele der ersteren folgen und die voreawabnten neun Neubauten 0er inländischen Industrie zukommen [affen werden; denn Wir haben wahr- lich nicht mehr nöthig, in dieser Beziehung unser Geld nach England zu tragen.

_ Dem Jahresbericht der Handelskammer in Göttingen entnimmt die „Wiesbadener Presse“ folgendes Urthe1l iiber die wirthichaftliche Lage: _

Wenn aueh im Jahre 1887 die Kriegsbesurchtungen und dte 5e- vorstehenden Aenderungen der Zol] escßaehung _nicht ohnenackytheckme Einwirkung auf Großhandel nnd ( ndustrie bxieben, so rst tryßdem doch deren Gesammxlage als eine etwas gunsttgere zu bezetchnen. Der Detailhandel lit“; naeh wie vor unter d_er ungesunxen Kyn- kurrenz des Haufirhandels und der_ __sonstigcn AUSWUÖsL im Handel, sowie unter ken vielfachen Vereinigungen der Kon1umenten, während andererseits eine Zunahme der Kaufkraft der Abnehmer konstatirt werden konnte. die bevorstehender! Aenderungen 79er Zoügeseßgebuna nacbiheilig auf die Industrie emgetvirkt haben, ut e_tne 5 ehauptung, für welche: ein Beweis nicht erbracht 1st und auch nicht erbracht werden kann.

gesunden Grundsax des

Sratiftische Nachrichten.

Nach Mittheilung dcs Statistischer! Amts der Stadt Berlin sind bei den hiefigenSXandeSämfern m der Woche vom 12. August bis inkl.18. Augustcmzur Anmeldu11g gekommen: 199 Eheschließungen, 973 Lebendgeborene, 33 Tcdtgeborene, 639 Sterbefälle.

Dresden, Miike Juli. Daß soeben erschienene Heft 111. und 17. des Jahrgangß1887 der Zeit1chrift de_s Königlich sächsi- schen statistiichen Bureaus enthält zunachst_ eine Uebersick)! über- dieDampfkefsel und Dampfmaschinen _im König- reich Saxbfen für den 1. Januar 1886 von Regterungs-Rath Morgenstern und 01“. Besser, aus dem _wtr schon die

auptzahlen mitgetheilt haben. Dann folgt em Aufsaß des NedizinaL-Raths Dr. Arthur Geißler über die Bewegung der Bevölkerung im Königreich Sachsen während des Jahres 1886. Es hhben danach rm Jahre 1886 in Sachsen 29 849 Cthchließungen gegen 26 519 im Durchschnitt _der letzten 10 Jahre tattgefunden. Geboren wurden 141825 Kinder gegen 131853 im Durchschnitt der [eßten 10 Jahre. Darunter waren 18406 unehelich (Geborene und 5294 Toytgeburtcn. Es starben 96 179 Personen gegen 85 518 des Durchschmtts der leßxen 10 Jahre. Der Auffaß enthält ferner Angaben über die Eheschlteßungen nacb Civilstand und Zahl der Chen„ über Konfession der Verehelichten, Eheschließungen nach der JahreSzeit. Weiter wird berichtet über die ehelich und unehelich geborenen Kinder nach Sjädxen. Dörfern und Amtshauptmannsckzaften und dem Geschlechtöverhältntß der Geborenen. Besonders bemerkenswert!) ist, daß in dem Berichtöjahre sowohl_ als im Durchschnitt der fünf Jahre 1881/85 bet den cheltchen Kindern ein geringerer Knabenüberfchß stattgefunden hat, als bei den unehelichen. Die Gestorbenen werden egliederr nach Alterögrupven. Ungewöhnlich hoch war im erichtsjahre die Säuglm OsterbliÖkeit, indem auf _je 100 Lebendgeborene 30,6 im ersten Lebensjaßre gestorbene Kinder gezahlt w_urden. Ohne Berücxüchtigung der Ein- und Auswanderung hat fich seit der leßten Y_olközak'lung im Dezember 1885 ein Geburtenüberschuß von 44104 Seelen ergeben, so daß fick) die Bevölkerung Sachieys am Schluß des Jahres 1886 auf 3226107 Personen berechnen laßt. _ _ _

Es folgt eine größere Arbeit des Direktors des Stattft1sche_n Bureaus, Geh. Regierungs-Rath Prof. Dr. V. Böhmert iiber die Er ebnisse der Reichs-Armenstatiftik für das Jahr 1885 im *önigreich Sachsen. DerAufsa gtebt zunächst eine allgemeine Orientirung über den Stand der deut chen und_ sachßfchen “_Ilrmen- statistik, welchem eine Darstellung über die geschichtliche Entwickelung der sächsischen Armengeseß ebung vom Anfanß des 16., Jahrhunderts bis zur Gegenwari“ angereth ist. Es folgt _odann der Bericht über die Erhebung und Verarbeitung der Stati_sttk von 1885. Aus den Hauptergebniffen der sächsischen Armenstatitik sei Folgendes hervyr- gehoben. Die Zahl der 1ächs1schen OrtSarmenverbaixde betryg tm Jahre 1885: 2860, und zwar entfielen hiervon 104 aus rein stadtische Gemeinden, 1736 auf rein ländliche Gemeinden, 13 OrtSarmenver- bände wurden von Gutsbezirken ebildet und 1007 waren sogenanrzte gemischte Verbände. Von den rtSarmenverbän__den haben 339 im Jahre 1885 öffentliche Unterstü ung nicht zu gewabren brauchen. _

Unterstüyt wurden im rbebungsjahre 1885 im Königretcb 88 291 Personen, das find 2,77 0/o der Bevölkerung nach der Volks- zählung von 1.885, und zwar 52 879 Selbstunterstüßte, d.h_.Familie11- vorstände und einzelne Personen, und 35412 Mitunterstuyte, d. b.

Ehefrauen der Familienvorstände und Kinder unter 14 Jahren. Hier-

bei find 311 direkt vom Landarmenvxrband Unterstüyxe nicbt berück- sichtigt, durch welche sich die Armenztffer__des Königretckpß auf_2,87 9/0 erböben würde. Von den Selbstunterstußten_ wurden im Konigmcb 19 835 in geschlossener Pflege (in_ Armenhausern, Anstaltens und 33 04É ir; offener Pflege (in ihrer eigenen oder 111 fremder Wo nung) unter ü .

Bo? den 88291 Selbst- und Mitunterstüßten wurde bei 21588 Personen oder 24,45 0/0 als Ursache der Unterstü ung Krankbett_ er- mittelt. Wegen großer Kiziderzabl wurden 13 43 oder 15,45 0/0 unterstüßt, wegen Altersfchwacbe 10100 oder 11,44 9/0. In Folge von körperlichen oder geistigen Gebrechen fielen 7237 oder 8,19 9/0 der Armenpflege anheim Wegen Verwaisung wurden 3915 Kinder oder 4,43 0/0 aller Unterstüßten versorgt. Wegen Verleßung durch Unfall oder Tod des Ernährers durcb Unfall wurden 2399 Personen oder 2,72 9/0 unterstützt, wegen Arbeitslosigkeit 2020 oder 2,29 9/0, wegen Yrbettsscheu 2496 oder 2,83 9/0. Ein besonderes Augenmerk ist quf dre Ermitte- lung der wegen Trunksucht unterstützten Personen gertchtet, es waren dies 4122 oder 4,67 0/0. Die Zahl der_wegen anderex Ursachen, wie unzulänglickoer Verdienst, Verlassen Seitens des Crnahrers 2c. Unter- stü ten betrug 20 771 oder 23,53 %. Verausgabt wurden von_ den fischen Ortßarmenverbänden in Sachsen selbst im Erbebungßwhre 5575 089 „M, hiervon entfielen auf Vaarunterstüßungen 2 137 511 .,“, auf Naturalunterftüßungen 236 207 „M:, auf gußeryrdent- liche Kosten (Neubauten) 239 915 „jk. auf dte ubrtgen Kosten der Armenpflege, Anstaltskosten und VerwaltungSaufwand 2961456 „161 An andere Armenoerbände wurden für dort unter- gebrachte Arme Seitens der sächsischen O_rtSarmenverbände 275 57434 gezahlt, während von anderen Armenverbanden 928 893 „jk vereinnahmt wurden, so daß die fakti1chen Außgaben der sächsischen Ortsarmen- verbände 4921770 .,“ betrugen.

Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen die meisten Aukgaben in den drei großen Städten mit 5,57 „M in Dresden, 4,33 .“ in Leipzig und 3,03 „M in Chemmß. Von den Amtßhauptmami- schaften sind am höchsten belastet Plauen, Freiberg und Zittau mtt 1,82 bis 1,55 «M Die drei am wenigsten belasteten find Grimma, Kamenz und Auerbach mit 0,85 bis 0,71 „ki

Außer von den OrtSarmenverbänden wurden von_ dem Land- armenverbande des Königreichs Sachsen 311 Personen 111 Anstalten unterstützt und zwar die meisten, nämlich 172, wegen körperlicher Gebrechen. Seitens des LandarmeUVerbandcs wurden 56 461 „FC direkte Unterstützungen und 481 958 «64 an andere Armenverbände gezahlt, vereinnahmt Wurden 12 334 „74, so daß fick) die faktische Gesammtausgabe des Landarmenverbaxides aus 526 085 «M stellte. Die faktische Gesammfausgabe der sächstschen Ortsarmenverbände und des Landarmenverbandes betrug somir 5447 855 „W _

Gegen das Jahr 1880 ist im Königreich Sach1en die Zahl der Unterstüyten von 93 699 auf 88291, oder um 5408 zurückgegangen, aucb find im Verhältnis; zu den im ganzen Deutscbxn Reich _unter_- stüyien Personen (mit AuSnahme von Bayern und Clsaß-Lothrmgen) nämlich 1 367 347 oder 3,43 9/0 der Bevölkerung, die Armenverhält- 11in Sachsens mit nur 2,78 0/0 der Bevölkerung als günstig zu be- zet nen.

Bei der Erhebung der Armenstatistik waren zugleich die Be- hörden zu Weiteren Aeußerungen über ihre Armenverhältnisse auf- gefordert. Die1er Aufforderung ist zwgr nicht von_allen, aber doch von vielen Verbänden durch Lieferung 1ehr insxrukttver, die Zahlen cr änzender Mittheilungen entsprochen worden, die in einem besonderen Aßschnitt, nach verschiedenen (Gesichtspunkten geordnet, dem Haupt- inhakte nach abgedruckt ind.

Den Schluß des estes bilden „Repertorisckxe Rückblicke für das Jahr 1887, das Königreich Sachsen betr.“

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Bonn, 24. August._ (W. T. B.) Der Professor der Physik an der hiesigen Unirersitat, Geheime RegierungS-Rath Clau1ius, ist heute früh gestorben. ,

_chn derZeitscbrift: .Der ?oologiscbe Garten“, redigirt von Oberlehrer Prof. Vr. F. C. I oll, Verlag von Mablau u.Wald- schmidkx in Frankfurt a. M., erschien !oeben Nr. 7 des ZW. Jahr- gangs für 1888 mit folgendem Inhalt: Der Kuckuck (0110111115 0111101115) brütet! Eigene Beobachtung von Adolf Müller. _ Der neue Rep- tilienbau im Zoologischen Garten zu Hamburg; von Dir. Dr. Heinr. Bolau. (Mit 3 Abbildun en.) _ Nühlichkeit überzähliger Wellen- fitticbmännckpen bei der ;_;)? t; von Eduard Rüdiger. _ Bericht des V-zrwaltungßraths der euen Zoologischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M. an die Generalvarsammlqu der Aktwnare vom 28. Juni 1888. _ Die GeseUschafts- oder Traußchwalbe. ketkoebeliäou ]anifrous. 011.11. 0116". 01- I378 811111111017. Von H.Rebrling. _ Correspondenzen. _ Kleinere Mittheilungen. _ Eingegangene Beiträge. _ Bücher und Zeitschriften. _ _

_ Die im Verlage von _Carl Grüninger tn Stuttgart erscheinende .Neue Musik-Zettung“ (1T. JahrganY bringt außer einer Menge musikalischer_TageSneuigkeifen in den ummern 14 und 15 u. A. folgende Verträge: Gluck an einem kleinen deutschen Fürstenhofe, _ Kai1er Wilhelm _1. und Richard Wagner. Jenny Lind in Bonn. _ Kaiser Friedrich und die Musik. _ 9110113111111 8511 Humoreske von Marie Knauff. _ Musikfest in Stuttgart mit den Illustrationen: Das Könißliche Refidenzschloß und der Schiogplaß und Festsaal der Liederha e. _ Peter Cornelius' Biographie und Porträt. _ Der Kindergesang und seine flege von 1)». Aug. Reißmann. _ Ein Haydn-Azxtograph von Emil onas. _ Dcutsche Harmonie von _Willy Wtdmann. _ Vor zweihundert Jahren, Eine heitere historische Geschichte von A. Nikolai. _ Episode aus dem Leben Moliére's. _ Der Nummer liegen außerdem eine Weitere Lieferung der als Gratisbeilage erscheinenden .JÜustrirten MusikgeschiÖ't-c' sowie Mufikstücke für Klavier und Lieder bei.

_ .Das Haus am Rhein“, der so eigenartige und spannende Roman von Anny Wothe, Welcher in der Wochenschrift für dtedeutsche" Frauenwelt . Von Haus zu Haus", Verlag von Adolf Mahn in .eipzig (Preis 1 “je 50 45 pro Quartal) zum Abdruck kommt, ist in der uns vorliegenden Nummer 48 zum Abschluß gelangt. Wie wir Hören, liefert 'die Expedition, so lange der Vorrath reicht, neu hinzu- tretenden Abonnenten den Roman, der durch die Nummern 27_48 läuft, gegen Eimendung des Abonnementspreises nach.

Sanitäts-, Veterinär: und Quarantänewefen.

Spanien.

Laut einer von dem Königlich spanischen General-Direktor des Gesundheitswixsens in der „Garen: de Madrid“ vom 9. Au ust 1888 veröffentlichten Verordnung sind die aus den AntiUen, dem olfe von Mexiko, La (Guayra und der Costa firme in denHäfe1-1_der Provinzen Guipüzcoa, Vizcaya, Santcxnder. Oviedo und Coruüa in ei1ernen Schiffen ankommenden Waarezi den bisher vom 1. Mai bis 30. September üb'licben gesundheitlichen Maßregeln zukünftig nicht mehr unterwvrfen, wenn an den gedachten VerschiffUngsplätzen kein elbes Fieber herrscht und der Gefundhettözuftand an Bord des betre enden Schiffes ein guter ist, auch Fälle von einschleppbaren ansteckenden Krankheiten nicht vor- ekommen sind. Doch müssen solcheWaaren, welche in Felle, Häute,

olle, Baumwolle, Leinen, Hanf oder Jute verpackt sind, 48 Stunden in Leichtern oder auf Deck ge_l__§"1ftett Werdlen, ehe die Löschung erfolgt. or uga .

Durch_ eine unt_erm 16. A_ugust_1888 veröffentlichte Verfügung des Köni lich portug1efischen Ministeriums des Innern ist der Hafen“ von “Ja sonville im Staate Flortda in Nord-Amerika seit dem 15. Juli für von Gelbfieber „verZeuxht' und die übrigen Häfen des ?_enannten Staa_tes_ nnd seit dem elben Zeitpunkt für der gedachten

rankhett .verdachttg“ erklart worden.

Getverbe und Handel. Der WeimarisclIen Bank ist, wie die „Thürg. Corr.“

mittbeixt, die landesherrliche Befugnißkertheilt worden, nach Maßgabe der Bestimmungen des Bankstatuts entenbriese aaSzustellen und in

Umlauf zu sehen. Zur Sicherheit für dieselben dienen die Forderun-