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Marktort
Gezablter Preis für 1 Doppelxentner
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Doppelzentner
Außerdem wurden Markttage W Marksiage _ (Spalte 1? na überschläg leber d S äßun verkauft em Dovpe zentner (Preis unbekannt)
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14,00 15,50
Breslau . . .
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Liegnis . . . . . . . . . . .
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17,31 18,00 19,00 18,80
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Trier . . . Saarlouis Landshut. . Augsburg . Giengen . . Bopfingen . Mainz . . . . . Schwerin i. Mecklb.. Altkirch............ "1.3“ St. Awold. . . . . --
B emerkungen.
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(Fin liegender Strich (-) in den Spa ten für Preise hat die Bedeutung,
Berlin, den 23. Januar 1909.
14,30 15,50
17750
17,69 18,00 19,00 18,80
15,20
15,00 15,20 15,20 15,00 14,20 14,50 14,00 14,80 15,60 14,90
14,40 17,00 16,50 16,40 13,50 18. 30
13,60 18,46 18,40 19,20 19,20
17,35
15,60 15,80 15,25 15,50 15,30 15,20 14,60 14,60 14,80 14.80 15,80 15,10
Noth: Gerste.
14,70 17,40 16,50 17,20 14,00 18.30
13.60 18.85 19,00 19,40 19,20
17,35
15,60 16,00 15,25 15,70 15,40 15,20 14,60 15,10 14 80 15,20 15, 80 15.10
14,80 17,50 17 „50 17,20 14,00 18,80 16.00 13 80 19,23 19,40 19,50 19,40 17,25
fer.
16,00 16,20 15,50 16,00 15,50 15, 40 15,00 15,20 15,60 1 5.20 16, 20 15,60
15,00 18.00 17,50 18,00 14,50 18,80 16,00 13 80 20 00 19,40 19 60 19.40 17,50
1600 16,30 15,50 16,20 15,60 15 40 15,00 15,70 15 60 15,60 16,20 15 60
12 50 16 40
Die verkaufte MenJe wird auf volle Doppeljentner und v
16.50 15,40
15,00 14,00 16.60 17,40 15,59 16 30 16 00 15,60
15._50 17,78
17.00 15,70
15,00 14,00 17,00 17,60 16,13 16,60 16 20 15,60
15750 15,60 17,78 19,11
16.60 14,00 16,00 15,50 17,40 17,80 17,20 17,20 16.80 16,00 17,50 16,0.)
15,80 14 00 16,00 15,50 17.20 17,60 16,67 16,80 16,40 16,00 17,30
14:00
17,40 15,05 16,20
1500
16,89 19,11 11
17,00 18,60 -
Kaiserlicbes Statistisches Amt.! I. A.: Fabry.
K
16,50 16,50
176 16.00
4 462 18,45
941 18,82 2 754 19,26 1 016 19,17
16,00
18,23 19,04 19,13 18,93
15:90 , 16:00 ? 15,50 : 1510 F 14.60 . 15,20 ;
15,70 ':
547 16,10
1 025 15,77 2 295 15,30 304 15,20 730 14,60
1184 14,80 557 15,91 16,00 ? 14,00 .* 14,00 17,40 , 16,00 * 16,44 „
16,29 15,40
3 200 13,00 609 14,00
1 540 14,00
1 267 17,60 2 811 15,98 4 175 16.44
345 16,43 1 743 15, 56
! 203 18,41 *
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er Verkaufßwert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durckofchniftsvreis wird ans den umabgcrundetcn Zahlen berechnet. daß der betreffende Preis nicht Vorgekommcn ist, ein Punkt ( .) in den lkßten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt,
Deutscher Reichstag. 190. Sißung vom 21. Januar 1909.
Die Erwiderung des Staatssekretärs des Innern Dr. von Bethmann ,ollweg auf die Jnterpellationen der Abgg. Albrecht und WWW, betreffend die Handhabung des Rsichs- vereiUSgeseßes, die gestern wegen verspäteten Eingangs des Stenogramms nicht veröffentlicht werden konnte, lautet:
Meine Herren! Zunächst danke 11!) den Herren Jnterpellanten, daß fie meiner Bitte um Mitteilung des Materials entsprochen haben. Ich glaube, daß ße damit der materiellen Erledigung der Angelegen- heit einen wertyyllen Dienst geleistet haben.
Beide Herren Jnterpellanten haben im Laufe ihrer deen wieder- holt Kritik geübt an den materieüen Bestimmungen des Gescßes und dieselben als verwerflick) bezeichnet. Selbstverständlich kann is!) auf diess Polemik nicht eingehen. Wir stehen nicht in der vierten Lesung des VereinSJeseßss, sondern haben es nur mit seiner Handhabung zu tun. (Sek): richtig! rechts.) Der Herr Abg. Brey bat mich, wenn ich recht Verstanden hab?, ProHoziert, auf eine Kritik der ergangenen Gericht§entscheidungen bier einzugehen. Selbstverständlich ist mir dieser Weg die?: absolut Versckyloffen. Im Dezember hab? ich hier außgkfübrt, mit welchen Mittkln die Reichsregierung und dis Lankss- regierungen kcstrebt find, für eine cintvandsfreie Handhabung des Geseyes zn sorgkn, und ich hatte damals den Eindruck, daß Sie von diesen mxinen Ausführungen im aügemcinen befriedigt waren. (Sehr richtig! rechts.) Ich habe wciter zugegeben, daß bei dsn Organen, die daé Geseß außzufübren babkn, zu meinem Bedauern auch Mißgriffe vorgekommen find; aber. ich habe daran die: Bémerkung geknüpft, daß in den Fällen, Welche unmittelbar auf dem Beschwerdeweg an mich gebracht worden, oder Welche durch die Presse zu meiner Kanntnis gekommcn find, di-z LandeSregierungen überaÜ im Sinne res Geseßes haben Remedur eintreten laffen, und daf; mir kein einziger Fall Vor- gekommen ist, in dem der Herr Reichskqnzler auf Grund der ihm übertragenen Beamfstchtlgung der Ausführung von Reictheseßen hätte eingreifen müssen. Das ist dock) die Hauptsache, welche die Reichs- regierung bei diesen Interpellationen beschäftigt; denn in beiden Inter- pellationen wird gesagt: ,es passieren Ungesetzlichkeiten, was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun?" Und nun, meine Herren, troß des Materials, was Sie vorgebraäot haben, stel1e 117; auch jetzt die Be- hauptung auf, daß Sie mir in demselben Von keinem Falle Kenntnis gegeben haben, wo der Herr Reichskanzler hätte einschreiten müffen.
Ick; gebe zunächst auf den Fall ein, bei dem eventuell der Herr Reichskanzler hätte einwirken können, wenn er nämlich geglaubt hätte, daß die Entscheidung der Zentralbehörde des Bundesstaats mit dem Gefeß nicht im Einklang stünde. Ich beginne mit der Beschwerde darüber, daß der polnischen Berufswereinigung in ihren öffentlichen Versammlungen der Gebrauch der polnischen Sprache nicht gestattet worden ist, weil die preußische Regierung der Ansicht ist, daß diese Berufsvereinigung nicht rein gewerkschaftlicbe Ziele verfolgt, sondern daß fie politischen Bestrebungen auf der Grundlage großpolniscknr Aspirationen huldigt. Diese Behauptung babe ich bereits im vorigen Jahre bei der Beratung des Vereinsgeseßes hier auf- gestellt und habe damit den starken Widetsprucb, wenn ich mich recht entfinne, des Herrn Fürsten Radziwiü bcevorgerufen. Ich habe diese Ansicht neulich wieder außgesprochen, und der Herr Abg. von Dziem- bowski-Pomian hat mich in emphatischen Weise darauf aufmerksam gemacht, daß ich für diese meine Behauptung den szeis -zu führen habe. Den Beweis Werden ich Ihnen jeyt bringen, aber ich werde
mich darauf beschränken und werde keine aÜgemeine Polenredc und auch keine allgemeine Rede über die Bestimmung des Sprach- paragrapben an fich halten.
Ich muß Ihnen zunächst die Vorgänge, die zur Bildung der polnischen Berufsvereinigung geführt haben, mit kurzen Worten ins Gedääztnis zurückrufen. Ick) habe mich mit dieser geschichtliäzen Ent- wicklung eingehend beschäftigt und habe den Eindruck, daß die Dar- stellungen, die der Herr ADJ. Vrejski uns soeben über die Entstehung der polnischen Berufsvereinigung gegeben hat, nicht ganz lückenlos sind- Meine Herren, Sie wissen, daß fich im rbeinisckp westfälischen Industriegebiet eine große Anzahl polnisch-sprccbender Arbeiter angesammelt hat. Ihre Zahl wurde im Jahre 1890 auf etwa 20- bis 30000 geschäßt, und diese Arbeiter befxiedigten damals ihr Vereins- und Versammlungsbedürfnis in etwa 20 geseUigen katholischen ArbsiterVLreinen. Jm Jntcreffc dcr Seelsorgc nahm fick; die katbolisckxe K11che dieses Vexeins- urxd Versammlungs- lebens nachdrücklich an und hattc einen besiimmsndcn Einfluß auf seine Tendenz. Organ dieser Vereine, dée im Jahre 1894 auf die Zahl Von 100 gestiegen warkn, War dcr in Bochum brg1ü00918 .Wiarus polski“, ein polniscky-politisckyeS Blatt mit dsr Färkung Liner katholischcn Arbeiterzeitung. Im Jahre 1894 trat in diksen Verhältnissen sin stark?: Wechsel ein. Die kaßöolische Kirchc zog fich Von ihrer Eimßußnalyme zurück. Der .Wiarus 001511“, der in Besitz dss Herrn Johannes Brejski übergkgangen war, Vexwandklte steh in ein radikal-polnisäyés Volksblatt, das nicht nur gkgen dk: Rc- gierung, sondern auch gcgen den Bischof zu Felde? zog. (Hört! hört! r€chtS) Gleichzeitig feßtxn die Bxstrebungen dEr politisÖM und gewsrkschastlichen Organisationen, insonderheit der Sozialdemokaten und des Zenlrums ein, die “0611 Wunsch hatten, die polnischen Arbeitcr in ihre Organisationen 01.113011ebmen oder in 15:14:11 311 halten, soweit fie bereits in diesen Organisationen maren", denn, um dies schon an dieser Stelle einzuschalten, msixn Hrrrkx, sowohl die christlkchm (He- wcrkscbaftcn als auch di? sozialdemokratésckjen Organisationen haben sich 011: Mühe gegeben, für die besonderem Bedürfnisse der polnischen Arbeiter in sprachlicher Beziehung zu sorgen, indem die' beiden Or- ganisationen polnische Blätter beraußgegeben haben und ähnliches mehr, um den Polen dic Vertretung ihrer wkrtschaftliäoen Interessen auch innerhalb dieser deutschen Organisationen xu ermöglichen. (Zuruf bei den Sozialdemokraten) Meine erren, dieses nur als eine Ein- schaltung.
In dem Wettbewexb zwischen 0211 polnischen Organisationen, von denen ich sprach, und den Organisationen des Zentrums und der Sozialdemokraten siegten die großpolnisxhan Führer. Es glückte ihnen, im Jahre 1897 für das gesamte Polentum in thinland- Westfalen und den benachbarten Provinzen, wie außdrücklich aus- gesprochen wurde, sine Wahlorganisation zu entwerfen, rvelche dieAb- schließung des Polentums vom Deutschtum unter der savungmäßig Vorgeschricbenen Direktive des .Wiarus polski" sicherte. Meine Herren, wie diese Wablorganisation ihre Aufgabe auffaßte, dafür gibt einen charakteristischen Beleg ein Artikel des .Wiaru! polski", der, wie ich wiederhole, saßangSmäßig. die Direktive über die Organisation hatte, also ein Artikel des „WWW polski“ Vom 18. Januar 1903 unter der Ueberschrift: .Das Zentrum lockt die Polen“. Nachdem ausgeführt ist, daß nach einer Mitteilung aus dem Dortmunder Kreise der Vorstand der Zentrumspartei an eine Anzahl Polen die Einladung zu einer Bespreckpung in Angelegenheiten der dzmals beworstebenden Reichstagswabl gesandt habe, und nachdem hervorgehoben ist, daß kein Pole dieser Einladung Folge leisten dürfte,
fährt der Artikel fort:
Wir sind gewiß, daß kein Pole fich in Zentrumskomitces hinein- zieben läßt. Wir würden eine folche Handlung sofort gebührend kennzeichnen, damit die Polen fich Von jsdem Zerstörer der 11090- nalen Solidarität mit der Verachtung, die er Verdiente", abWenden können. Wir dürfen uns nur untkr polnischer Standarte Vereinlgen
(hört! hört! rechts) und dürfen nicht Helfer einer deutschen Partei sein, gleichviel Ob sie sozialistisch, liberal oder dem Z-cntrum angehört.
(Hört! hört! rechts.) " * * Durch die eigene Wabloiganisation können wir nur die in Weite.". Kreisen der Polen besFebende nationale Absonderung
(hört! bört! rechts),- zugleich das Gekübl dcr Pflickot solidarischen Handelns vertiefen, und dazu ist jkdkr Vérvflickytet die Hand zu bieten; denn nur dann kann unfrrer Sache die Wahl einen wahren Nch bringen.
Meine Herren, znr Fkstigung der nationalen Organisation hatten die Lkitc'r W „233107th polski“ außxrdem schkn im Jahre 1894 den sogcnannten Polknbund geg:ü11dct, 0011 86:11 der Herr Abg. Brciski 0110) seinerseits gcsprochen bat. Dc": Polenbund bcxeicbnet sich in seinen Saßxmgm selbst wée folgt: er ski einc nationale Organisation zur Erbaltnng des Polentnms, seins Aufgabs ski 11:1tcr anderem dé? Ausk-ildung der p0111iéchcch AußumnkWr --- so nknnt man die polnischen Arbeiter aus den Ostprovinzen, die in den Wesivrovinzen arbeiten - zur politischen Fähigkeit Und Tngcnd im nationalpolnischen und christ- lichen Sinne.
Meine Herren, so herrschte di: Wiarus-Gruppe im polniscb» nationalen Sinne in den Wahlkomktkes, in dem Polenbnnd und kn den örtlichem Vereinen. Um die Arbeiter noch fester cm fich zn ketten, sab man jedoch ein, Buß man auch für ihre gewerkschaftlichen Bc- dürfniffe in besonderer Organisation sorgen müsse, und so wurxe innerbalö des PolknbundeL, dcßen Zikle ich soeben kurz charakterifiett habe, aus den Mitgliedern des Polenbundes, soweit fie Bergarbeiter Waren, cine gewerkschaftliche Abteilurg gebildet, innerhalb deren die geWerkschastlicben Intereffen der Mitglieder gefördert werden sollte!?- Als Mittel hierfür legte man dcm „Wiarus polski" eine besondere Beilage untsr dem Namen ,Die Stimme der Berg- und Hütten- arbekter' bek. May richtete eine Rechjsfchußstel1e in der Redaktion des ,Wiarus polski“ ein und ernannte Vertrauensmänner für al]: Orte, wo eine große Anzahl Polen wohnhaft ist.
Zur Förderung dieser gerverkschaftlichen Unternehmung erließ der „Wkarus polski" am 15. Ykärz 1902 unter der Ueberschrift „Ar- beiter, organisiert euch!“ einen Aufruf, in dem unter anderem aus- geführt wird:
Die Polen haben biex ibre Organisation, und diese ist der Polen- bund, in dessen Schoße der berggewerkschaftlickpe Ausschuß besteht- und bald soll auch die Abteilung für Fabrikarbeiter eröffnet werden. Zu diesem Polenbund sollte jeder Pole in der Fremde gehören- Wir bitten deshalb alle darum. Wenn die VertrauenSmänner des Polenbundes fich bei jemand melden, so möge obne AUSnahme sch jeder als Mitglied des Polenbundes einzeichnen, eingedenk dessen. daß „nur gemeinsame Kraft uns zu schützen Vermag“. Andererseits soll man die deutschen Vereine obneAuMahmr, wie sie auch heißen mögen, meiden. Die polnischen Bergleute sulbt man namentlich zum christlichen GEWerkVereine, dessen Vorfißender der Hakatist Brust ist, heranzuziehen. (Heiterkeit.)
DiePolen soÜen diese Vereine meiken. Auch anderen, wie Kriegen. Volks- und Knappenvereknen sollen die Polen nicht angehören, weil fie dort der Germanifierung außgeseßt sind.
Daran schließt 942 dann noch eine Mahnung *- auch das bitte "zubeaÖKU “. nicht bei den Deutschen zu kaufen, sondern die „[njschen HAUÖMÜU und KUUÜSUU LU unterstüßen. Das ist eine „ahnung, die im Westen Von Deutsckdland ausJesprochen wird. Auf Mm so vorbereiteten Boden Wurde dann am 9, Nowember 1902 „M „. Leitern des „WWW PVWki“ die .polnische Gewerkstbafts- .creinigung', die jeßige „Polnische Berkfwekeinigung', begründet, In „Gründerversamznklms wurde au5gexubrt, daß der „Versuch anderer Uereineund Verbande, die Polen fur fiel) zu gewinnen, nur zum «chteil der Landsleute in wirtschaftlfcher und nationaler Hinficht ge- irkt habe". und Es hieß Milet: „Werben wir Mitglieder, damit der xerein im polnischen (Geiste sum Besten seiner Mitglieder schaffe!“
Meine Herren, diefe polnische Berufswereinigung war ursprünglich „„ für den Westen Deutschkands beabsichtigt gewesen, fie dehnte aber bald ihre Tätigkeit auch nach dem Osten aus und kam dadurch in Wettbewerb mit den ösklkck)?" Polnischen Organisationen, insbesondere mit dem „Posenxr Berafsverband' und dem „Verein christlicher Weiter zUr gegenseitigen Hilfe in Beuthen“. Das Endergebnis ist WM“ das; der Posener Berufswerband in seine Verschmelzuug mit .er übermächtigen Polnischen Berufsvereinigunq in Bochum wiuigen .Ußte amd daß der Beuthener Verein in ein Kartekl mit ihr getreten 0- Wie ich in den leßten Tagen in dxn Zeitungen lese, soll dieses KarteU n0ch enger jusammeng€sch10ssen worden sein und zu einem engeren Verhältnis geführt haben.
S0 bat Ack in großen Zügen die geschichtliche Eniwicklang der polnischén Berufswersinigung anf der Grundlage nationalpolnischer Organisationen VOUMJM- Daß die polyiscbe Berufsvereinkgung aber auch selbst die Verfolgung nationalpolnischer Zwecke sur maßgebenden Grundkage ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit macht und babsi stets Darauf 0:00:51 ist, die Abkehr ihrer Mitglieder Vom Deutschtum zu xzxschärf811 UND zu Vertiefen und dieNationalitäten in einen feindlichen Gegensatz zn einander zu bringen, dafür ergibt ihre gesamte Tätigkeit dyn 58210819. Sie betont überaU - ich werds das im einzelnen jeßt ausführen » den Absckylus; vom Deutschtum, 'die Notwendiakeit ke? 1101101111011 Zusammensckylusses und richtet dabei ihr Haupt- augenmerk 1417170117095 0111 010 gewerksckpaftlichn Intereffen iblkk Mix,]lisder, sondern greift immer unauSqeseSt auf das allgemeine W[jtjsche Msbikt mit dem Ziele volnkscher Propaganda über. Und x:s g€schéeßt nicht nur so nebenher und nicht, wie der „Herr Abg. Vrsjski meinte, infolge der Scrxckoenbestimmung des Vereins:;eseßcs, 10736111 17.553 19 0071 jeher die Tätigkeit der polnischen BerU'YSVer-Zini- gang ,“;ere'sen. S0 find in ersammlungen der polnischsm erufs- 171011030113, 119191 in öffentlichem polnischen Vcrsammlangen, sondern inVersamwlUngen dsr UOlnistHen Bcrufswcrcinigung bsispielöweisc islgsnxe Themata crörtet worden: am 3. Juli 1906, also als 507. 8111201 VSrLinngsKZ 710.1) kein? Rede War, in 010701: „Tas Treiklaffenwabsxste'm'; am 16. September 1908 in Ikerbaxxsxmx .Die Tätigkeit der polniscOen Abgeordneten"; am 4.120kxmber 1906 'm Carnap: Dasselbe Thema; am 6. Dezembxr 1906 i.". Oberhausen: „Die Lage der Polen unter Der Preußischen Herrschukk; am 19.Jannar1907 in „Harburg: „Dic? dieéjäbrkge Reichzxaxßwahl'; dann wisdsr am 27. Janaar 1907: ,Das Ergebrtis 197 ReécHItc-szabl'; am 28. April 1907 'm Borbeck: „Uebe: die ssgenzmte Kultar, die Prenßen den Polen gebracht hat“; am 21J1mi 1917 in (Tarnap: ,Die Erziehung der Kinder im polnffchen Sinns“; an anderen Orten: „Die Fähigkeit 161: 110101111960 Reichstags- fraktiym“, ,Die Unterdrückung der Polen in Preußen“ usw.
Nun möchte ich Ihnen einige weitere charakteristisch: Einzel- vorgänge aus den Vzrsammlunxen nennen. Ick) entnehme meine Mit- teilunsen tsils aus dem ,Wiarus 1301611“ und dem ,Zjednocxenie', kern 50Z1141zsmäßigxn VerbandWrgan der Berufswereinignng, teils 009 211111115811 Berichten, welche über die Vcrsammlungen Erstattet worden 1101. In der am 28.011201 1907 in Oberbqufen aögebaltsnen vierten GeneraleMmmlung dkr y-ylnischex Bsrnfsv-Zreinigung Wurd? eine Rewlu'ximx beschloffem, dé: Nach dem „WWW polski“ folgende SteÜen 30115111:
1) Die polnisÉe ernfsteénigung bezweckt die Organisation ;Ukr WC.".LsNn Arbeiter und Hapdwerksr auf christlicher und 101151130: (0.3.3110. [Ind 117121 9) fährt fix dann fort: Aa.? xx'm wirtschaftlichem Gebiet arbkitcn wir Vereint mit dcn deut- ZÖSI ,',Irrcrksckpaftlichsn Oxgartisakkonen 00er Richtungen und 0e- kämx-Yn fix nicht, soweit fie dé: deUtschen Arbeiter organifieren. Wix krytcstiersn aber dagezxn, daß man die Polnischen Arbeiter in IT: 0x11kschen Organisationen lockf, und wir Protestieren weiter 770- 555.337, daß 213 Polen darch Zeitungkn irregefülxrt werden, die 0011 243103195371 Organisationen in P0lnkscher Sprach heraußgegebkn KCLÖSI. JW!!! biermix dik *.*01r'.1„sch: chuvaereknigunJ in ihrer Orgauifation Yi: Wbsit an wirtschaftlichem Gebiss von ihrer anderen Arbeit 'Äéékxx. gibt fie sklbsf zxa, daß sie auch auf Politischen! Gebiet tätig ist.
WLTter: auf Eine: Vom Vofißsnden der BLrufSVchinigung auf den 12. Mai 1907 nach Bochum einberufene)". al1gemeinen politischen Versämmlung einigte man fich nach dem „Wiarus Polski“ auf 1918013: Rekolution:
kasammelt zur VolkOVcrs-ammlung usw. bedauern wir, daß die Doxnksäden Arbeiter in Polcn in fast ausschließlich polnischen Städten die Eröffnung 0011 Filialen deutsäxer Organisationen zulaffen. Sobald hieran ist hauptsächlich die Tatsache, daß bei der Mehrheit der volniscben Arbeite'r auf Vaterländifabem Boden das nationale «!*Übl noch zu Wenig geweckk ist. Wir fordern die polnisäpen Ar- beit.“.r in Schroda auf, die frsmde Organisation zu declaffsn und 5111 Dolnischen einzutreten, Weil derjenige ein Verräter ist, der sich mit dem Feinde verbindet, und wir wissen, daß die deutfchen Organisationen den Polen 7.1.0113; gesinnt find.
„ Dann berichtet .ijduoczenie' vom 5. Noye'mber 1907 über eine
"1 Cbarlotlenburg abgehaltene öffentliche Versammlung der polnischen
Bkk111s17-xreirtigung:
Der Verbandworstßende
* Slsk nicht ein beliebizer gelegentlicher Redner *-
sprach Über die Bedeutung der polnischen Organisation für die Dol"kscbekn Arbeiter und Handwerker und beleuchtete an der Hand yon Beispielcn die Steüung deldcutschen Verbände gegen den polnischen Axbejtexx In der polnischen Berufsvereinigung kann man am besten feststellen, wer ein Wahrhaft ,nationaler“ und Wer nur ein gemalter ist. Viele- Landsleute Wollen als große Patrioten NUM. der echte “11.110005th f(“hlt ihnen aber. Sie Wollen in Unseren Polnisckoen Vereinen die erst? (Geige spielen, gehören aber zu
gleicher Zeit deutschen Verbänden an, wo fi? UÜMÜÖUÖ für unsere Suche Verloren geben. In einer Versammlung der polnisÖM kaerkvekkinigung in Vörnig am 14. Dezember 1902 führt der zweite Stellwertreter des Vorsitzenden Josef Rigulski aus, daß die Polen den christlichen und sozialdemokratischen Organisationen nicht beitreten können, da fie dort in materieller und moralischer Hinsicht Schaden anmen müßten. Der Pole könne in jenen Organisationen nicht lernen, seineJntexessen selbst zu vertreten und wahrzunehmen, und was die Hauptsaäpe sei, er verliere dort an nationalem Gefühl. Um den [eßten Funken nationalen (Gefühls nicht erlöschen zu lassen, sei die Gewerkvereinigung gegründet “worden. Auf einer Versammlung in Dortmund, auf einer Vetsammluna der polnischen Berufsvereinigung, keiner allgemeinen Versammlung, werden die polnischen Arbeiter aufgefordert, aus den deutsch Ver. händen aus- und den nationalen Organisationen beizutreten; die ZU- gehörigkeit zu einem deutschen Verein müffe unter der Würde eines Polen sein; dis polnische Berufsvereinigung sollte nicht nur den Arbeitern Vorteile bieten, sondern auch Mittel zu einem höheren politischen Zwecke sein. In Dortmund am 3. März 1907, wiederum eine Versammlung der Berufsvereine, führte Sofinski, der Vorsitzende, nicht etwa ein GelegenheitSredner, aus, daß die Berufsvereinigung (1111 national- polnischer Grundlage stehe; der polnische Arbeiter, der cn seine natio- nale Zukunft denke, müsse fich der Berufsvereinigung anschließcn. Wiekemm in einer Versammlung in Dortmund 0011 1908 und zwar einer Versammlung der Berufswereinigung: es müffe Vermieden werden, daß das Geld der Polen in deutsche Kassen fließe; die Polen müßten zeigen, daß dix dreinschlagenden Gewitter fie nicht entmutigen, und daß fie sich ihre Muttersprache nicht rauben lassen. DieDeutscben seien nicht wert, das; ein Pole das Wort: .deutsch' in den Mnnd nehme. (Hört! hört! rechts.) Wieder in Dortmund. Eine Versammlung der Berufsvereini- gung. Es wird bemängelt, daß ein Redner einige deujsche Ausdrücke ansewandt hat; jeder Pole müsse fiéh vor der scheußlichen keutschen Sprache ckeln (hört! hört! rechts) und nie ein deutsches Wortsyrechen; mit den Hakatisten müsse man anders verfahren als bisher. Wer als Pole einer deutschen Organkfation angeböre, sei ein Lump und Verräter dcs Polnischen Vaterlandes. (Hört! hört! xecbts.) Eine Versammlung in Hannover am 7. Januar 1906, eine Ver- sammlunx. der Beruf-Jvereinigung, die ebenfaÜs zeigt, wie fie anf das politische Gebiet unauögcsetzt überspielt. Sofinski, dxr Vorfißende der Berufswereinigung, spricht über den Schulstreik in Posen, den Warschaner Prozeß, dis WablrechtSdemonstratwnen , und fährt dann fort: Die polnische Berufswereinigung wolle nicht nur dic wirtschaftliche Lage ibxer Mitglieder verbessern, sondern fie auch gegen politische Angriffe gegen ihre Nationalität schüßen.
(Hört! hört! rechts.)
Versammlung in Langendreer. Palinski, der Rechtssthuvbeamte dar BerufSVereinigung, spricht über die Erteilung “des Religions- nnterrichts in deutscher Sprach? an die polnischcn Kéndcr, empfiehlt- nur Polnische Zeitungen und Bücher zu lesen. Seins Frau “ermahnt, die Kinder p0lnisch zu erziehen, und regt die Gründung eines Polni- schen Frauenhsrxins an. Ein Weimer Redner spricht über die polni- schen Vornamen und ihre Eintragung in das StandeSKmtSregister. Wsr seinem Kinde einen deutschen Vornamen gäbe, würde dafür Von seinem Kinde Verflucbt.
Wiederum eine Versammlung der Bernfsvereinigung in Ober- hausen. Palinskk, der Rechtsschußbeamt€ der Berufsvereinigung, sprießt über polnische Geschichte; unter der preußischen Herrschaft wolle man den Polen ihr Eigentum entreißen, wvlle man aus den Polen Prxnßen machen; Preußen sei eine Zusammensevung geraub1cr fremder Landesteile. Er fordere auf, die Kinder ewentueü mit Zwang zum Erlernen der Polnischen Syracbé anzuhalten.
Wiederum eine Vkesammlung der Berufswereinigung in Duisburg. Sosinski, 0er Vorfißende der Polnischen Berufsvereinkguna, nannte diejenigsn Polk", die fich deutschen Organisationen anschließkn, .Ver- rätkr" und stslltx fie denjevigenPolen gle'ich, Wklche die beläge polnische Erde vetschachern. Dcr Voxfiße M der Versammlung bxzckchnet auch diejenigen Polen als Verräter, dic hkk den Deutschen kaufen.
JU dem im ,Zjednoczenie' Vom 1. Februar 1906 veröffentlichten Aufrnf des Vorstands der polnischen Berufsvereinigung zu regcr Agitation heißt es unter anderem: „Erweist Euch als tüchtige Söhne unssres V.)!W, das in den Arbeitern 1eine Zukunft erblickt; laßt uns nicht nur für die eigenen Arbeiterintkreffcn, sondern auch für die In- tsrcffen der gesamten polnischen Gesamtheit tätig sein. Wir hoffen, daß die ganze polnische Gesamtheit in Unserer Arbeit uns beistehen und mit uns danach streben wird, den polnischen Arbeiter vor dem für unser Volk verderblichen Sozialismus, Vor der Vereinigung mit den Zentrumslcuten, mit den freifinnigen (Hirscb-Dunckerschen) Gewerk- verkinen und allen übrigen Verbänden, die schließlich doch nur die Germanifierung fördern, zu bewahren.
Ich denke, diese Beispiele werden genügen. (Sehr richtig! rechts.) Ich weise aber insbesondere darauf hin, das; fich alle diese Vorgänge, vor'- denen ich gesprochen habe, nicht etwa im Osten, sondern im Westen, im Herzen eines kerndeutschen Landes, zugetragen haben- Und dort im Westen ist der Geist, der in der polnischen Berufs- versinigung arbeitet, allen Menschen so bekannt, daß man fich dort wundern wird, daß ich Ihnen heute diese Beispiele vorgeführt habe.
Ich will aber, um meinen Beweis nach einer Richtung noch zu vervollständigen, Ihnen kurz ausführen, wie die politischen Parteien und die gewerkschaftlichen Organisationen, insonderheit dort im Westen, über die polnische Berufsvereinigung denken. Ich beginne mit den Herren Sozialdemokraten.
Der Herr Abg. Brey hat uns heute ja schon gesagt, daß er an fich diese besondere polnische gewerkschaftlicbe Bewegung nicht gut. heiße; und es lautet auch im übrigen das Urteil der Sozialdemokraten über diese Gewerkschaften nicht übermäßig freundlich; man erkennt auch auf jener Seite in ihnen eigentliche Arbeiterorganisationen nicht an und schätzt ihre Tätigkeit für das Arbeiterintereffe aks sZscbes relativ gering ein. Man hat auch dort erkannt, daß fie national- polniscbe Gebilde fänd. Ich will aber bei diesen meinen Ausführungen rücksichtxicb der Stellung der Sozialdemokratie durchaus objektiv verfahren und ausdrücklich hervorheben, daß die Herren Sozialdemokraten den Grund für die Abschließung dss Polsntums Vom Deutschtum in der preußischen Polenpolitik erblicken, die fie für verwerflicb halten. Ich will die! aus.
, drüaklkcb betonen, damit “'Sie mir nachher nicbt den VoWurf machen,
ich hätte gewissermaßen nur halb zitiert. Aber auf die Ursachen der Abschließung kommt es doch für heute nicht an; ich habe heute den Beweis zu liefern, daß die polnische Berufsvereinigung fich tatsächllch auf dem Wege bewegt, von dem ich gesprochen babe.
Die .Bergarbeiterzeitung“ Vom 4. Mai 1907 -- ein sozial- demokraiisäjes Organ, nicbt Wahr? - berichtet über die vierte Generalversammlung der polnischen Berufsvereinigung:
Die polnische Reichstagsfraktion, die natürlich aus lauter Unternehmern besteht, war ebenfalls Vertreten. Die polnische Be- rufsvereinigung ist von Unternehmern gegründet worden, und in ihrem Geist wird fie auch geleitet. Sie ist ein Produkt der unsinnigen preußischen Polenpolitik,
- Sie sehen, das ist das, worauf ich Bezug nahm - woraus die polnischen Unternehmer Kapital zu schlagen wiffen, was natürlich den Arbeijern keinen Nußen bringt. Die leßteren werden dafür unmäßig mit nationalen Phrasen gefüttert. Am 11. Mai 1907 sagt dieselbe Zeitung: Die polnische Berufsvereinigung ist eine klerikal-nationale Organi- sation. Arbeiter, die einer anderen Ueberzeugung find, werden als Mitglieder nicht aufgenommen-
Aebnlick) urteilt die .Vergarbeiterzeitung' wiederum noch am 4. April 1908:
Die polnische Berufsvereinigung ist ein typisches Beispiel dafür, dasx eine Organisation den Arbeitern niemals von Nutzen sein kann, wenn fie mit national-klerikalen Schlagworten geleitet und von Geschäftßmitgliedern lediglich als Quelle materieller Voxteile an- gesehen wird.
Auch in dieser Hinsicht bestehen gewiffe Vorwürfe von seiten der Sozialdemokraten gegen die Vereinigung. Interessant ist es bei dieser Gelegenheit viekleicht auch, wenn ich ein paar Säße aus einem Aufsaß mitteile, der in der „Neuen Zeit“, der Wochenschrift der dentschen Sozialdemokratie, im Jahre 1903 erschienen ist, über „moderne Völkerrvanderung' handelt und Herrn Hue zum Verfaffer hat. Es beißt darin: Der Rassenegoiömus zieht den Genoffen zu fich, es bilden fich große polnisckpe, kleinere tschechische und italienische Spracheninselu im Lande der „Roten Erde?". Die Landßmannschast verpflanzt ihre nationalen Gewohnheiten, ihre Speisen, ihre Feste auf den fremden Boden; der Gattungktrieb zieht Alteingeseffene in den Kreis der Eingewanderten » es entsteht eine neue Raffe, eine eigenartige VolkSmischung. Das kann nicht ohne entscheidenden Einfluß bleiben auf die politische Gruppenbildung. Wir haben eine Partei der Nationalyolen mitten im urgermanisckpen Lande. Welche Bedeutung fie unter Umständen erlangen kann, mag jest unerörtert bleiben; genug: fie 19 da! (Zuruf Von den Soxialdsmokraten: Wodurch ist sie da?) - Ich sage ja: auf di? Ursack0 kommt es 02016 nicht an; es kommt darauf an, daß sie da ist! -- Dann fänden Sie Weiter sine interessanle Kritik in der „Neuen Zeit“, Nr. 45 Vom 7. August 1908. Dorf behandelt Herr Kliche aus Posen die national-polvi7"chen Gewerkschaftsorganisationc'n in Preußen überhaupt. Er sagt: Die polnischen Arbeiiecm0ffen fänd ein wichtiger Faktor für die nationalen Politiker. Ihre Macht wurde aber mehr und mehr durch die vordringende Agitation “dcr ZentralVerbände gesehmälert und bedroht. Nun suchten die polnischen Führer, nachdem fie alles, was in den ehemals polnisckxcn Distrikten wohnte und die polnische Sprache redete, national organisiert hatten, durch Bauernvereine, Jndustricvcrbände, polnische Bankinstitnte usw. auch die Arbeiter als solche für die national-polnische Sackoe zu gewinnen. Dann heißt es weiter: Dabei stellt 61 in seinem Statut die Forderung auf, dem Polnischen Arbeiter beffere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu er- kämpfen, ihn in der Muttersprache aufzuklären und ihn vor dem SozialiSmus und der (Germanifierung zu schüßen. Das letztere ist ihm die Hauptsacbc.
Dic: Werbekrafi dicses Poskner „Polnischen erufsverbandeS“ wäre infolge seiner geringen wirtschaftlickyen Vorteile gleich Null, wenn nicht die nationalen Hevereien ibm Mitglieder zuschanzten, in Posen wie in Westpreußen und teilnnise aueh in Brandenburg. Auf wirtschaftliäpcm Gebiete leistst Lk sehr wenig, umsomehr aber auf Politiscbem.
Der westfälische Verband mag in dieser Beziihnng nicht so gefabrdrobend sein, einmal, weil dieser, trotz seiner ungleich höheren Stärke, nicht dasselbe fanatische Feuer entfeffeln kann, als dies in Posen und Wzstpreußen » dem Mutterlande - möglich ist, und zum anderen, weil dort festgefügte Gegenvrganisaiionrn einen un- übelstsigbaren Wall für die nationalen Bestrebungen bilden.
Aber das; 1".- auch im Westen Fanatwmus treibt, gibt doch auch Klicke hiermit zu. Von allen drei Verbänden sagt er, „daß fie einzig und allein auf den nationalen Instinkt gestüßt seien“.
Zum Schluffe sagt er -« er spricht d000n, daß die beyorstebende Verschmelzung der drei polnischen Vereinigungen notwendig sei -:
Das haben die polnischen Führer längst erkannt, und nicht nur das Trachten der Posener Verbandßleitung läuft auf diesen Punkt hinaus, sondern auch andere, der Arbeiterbewegung innerlich fern- ftebende Männer, die aber eine große disziplinierte Arbeitermaffe für ihre politischen und kirchlichen Zwecke gut gebrauchen können, stehen hinter diesem Projekt und arbeiten an der Verwirklichung
desselben.
Meine Herren, das find also Urteile von seiten der Herren Sozial- demokraten.
Die Hirsch-Dunckersäpen Vereine find der polnischen Beruf!- vereinigung auch nicht gut gesinnt. Der .Vergarbeiter“, das Organ der Hirsch-Dunckerschen Gewerkoereine der deutschen Bergleute, schreibt im Jahre 1906 über eine Polenvereinigung:
Wie seitens der PolenVereinigung
- das ist jekt die „polnische Berufsvereinigung' - in Versammlungen die Bergarbeiterfragen behandelt werden, davon zeugt ein Bericht in den Tageözeitungen usw. Sie berichten darüber, daß der Redner gesagt habe, ein Pole dürfe sich unter keinen Um- ständen dazu verstehen, sich einer deutschen Organisation einzureiben; überhaupt sollte man mit den Deutschen keine Kompromisse ein- gehen; die deutsche Nation babe kein böberes ideales Streben; Schiller und Goethe, die deutschen Dichterfürsten, würden (;ck schämen, wenn fie die bxutige Nation LÖ ansehen könnten:
(hört! hört! und Lachen)
der Deutsche sei auf der ganzen Welt nich; geackoket; "xm Auslande