Zur Arbeiterbewegung. Die AusstandSbewegung in Rosario hat, wiedem .W.T-B-'
aus Buenos Aires telegraphiert wird, nunmehr ein End e gefunden.
. Kandel und Wandel kehren zu normalen ,Verhältniffen zurück. (Vgl. r. 36 d. Bl.)
Verkehrsauftalteu.
Laut Telegramm aus Liegniß hat die Post aus Wien, die heute vormittag in Berlin fällig war, den Anfchluß nicht erreicht.
Steigerung des Hamburg-New Yorker Postverkehrs im Januar 1909. _
Dée Hrrabseßung des Vriefportos im direkten Verkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika hat tm ab- gelaufenen Monat Januar eine ganz außerordentiiche Steigerung des Brieftranxports mit Hamburger Schiffen zur Folge gehabt. Nach Mitteilungen der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Hamburg wurden, wie in den „Hamburger Beiträgen“ berichtet wird. schäBungswnse im genannten Monat 161000 Stück Briefe mit'drei ampfern der Hamburg-Amerika-Linie Von Hamburg nach New'York Expediert, und Mar 37 000 Stück mit dem Dampfer „Pennsylvania', 53 000 Stück mit dem Damp'er „Kaiserin Auguste Viktoria“ und 71000 Stück mit dem Dampfer „Deutschland'. Diese Zahlen weisen eine Steigerung unter sich auf, aus der hertwrgeht, daß von der neuen Einrichtung in Wachsendem Umfange Gebrauch gemacht wird; fie weisen aber namentlich auch eine erhebliche Steige- rung gegen frühere Jahre auf, da die Dampfer „Kaiserin Auguste Viktoria“ und „Deutschland' (die „Pennsylvania“ kam früher fast garnicht für Briefbeförderunq in Betracht) beim Vorliegen einer die gleiche Zeit umfassenden Post erfahrungSgemäß sonst nur etwa 14 000 und 50 000 Stück Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika zu befördern gehabt Hätten. Um einen voÜen Nußen aus den neuen Verhältnissen zu ziehen, ist es, besonders in dcr verkehrs- ftiUen Zeit, aÜerdings nötig, sich über geeignete Dampferabfahrtcn auf dem laufenden zu erhalten, damit die Postsachen nicht im Abgangs- hafen erst mehrere Tage liegen zu bleiben brauchen. Man kann an- nehmen, das; das ermäßigte Briefvorto dann nicht nur 0811: Pkw», sondern auch dem G6|cbäftsverkehr wachsende Vorteile bringen wird.
Theater und Musik.
Jm Königlichen Opernhause wird morgen, Sonnabend, .La Traviata“ aufgeführt. Die Titelrolle singt Fräulein Hempel, den Alfredo Herr Kirchhoff, den Germont Herr BronSgeest. Dirigent ist der Kapelimeisier von Strauß.
In der am 18. Februar im Königliäßen Schauspielhause stattfindenden Erstaufführung von Gerhard Hauptmanns .Ver- sunkener Glocke" . sind die Hauptrollen mit den Herren Sommerstoff, Pohl, Vallentin, Kraußneck und den Damen Somary, Buße und von Arnausd besetzt. Die Regie führt Dr. Paul Lindau. _ Morgen, Sonnabend, 9th Bibrnstjerne Björnsons Schauspiel „Ein Faliiffement“, mit den Herren Kraußneck, Vallentin, Staeacmann, Pany. Pohl, Egaeling, Keßler und den Damen Bu k, WiUig und Arnstädt in den Hauptrollen, in Szene.
Das cbiller theater bereitet jexzt eine Aufführung des Trauerspiels .Die Karolinger“ von Ernst 0011 Wildknbruch vor, nach- dem die Grneralintendantur der Königlichen Schauspiele bereitwillig die Gxnehmigung zur Aufführung des Stückes im Schillertheater er- teilt hat. Die erste Aufführung ist für den 26. d. M. in Aussicht genommen.
In der Komischen Op er tritt Fräulein Paula Worm morgen, Sonnabend, als „Lajuii' iu Chabriers gleichnamiger burlesken Oper ihr Engagement an.
Im Lustspielhause wird am Sonnabend, den 20. d. M. der dreiaktige Schwank „Jm Klubsrsiel" von Karl Rocßier und Ludwig Heller zum ersten Male aufgeführt. Bis dahin bleibt allabendlich „Seine kleine Freundin“ auf dem Spielplan.
(Der Konsertbericbt befindet fich in der Zweiten Beilage.)
Mannigfaltiges. B e r [in, 12. Februar 1909.
Das unter“ dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin stehende Deutsche Hilfskomitee für die in Süditalien durch das Erdbeben Geschädigten teilt mit daß in Catania dom dortigen deutschen Hilfskomitee unter Éeitung des Korsuls Jacob viertausend Flüchtwe Vom Kopf bis zu Fuß vollstäxdig aus- gestattet find, und zwar allein aus den Mitteln, welche die Hilfökomitkes Deutschlands dorthin gesandt haben. Die dorthin geleiteten Liebeßgaben find von demselben Komitee verteilt worden, und somit ist die Bekleidun von noch mehreren tausend ermöglickst. Auch eine groß: Anzahl Hil sbedürftiger Deutscher, die Hab und Gut verloren haben, sind reichlich untersiüßt worden. Eine in Syracus infolge Ueberarbeitung schwrrerkraxkte Schwester des Roten Kreuzes befindet sich auf dem Wege der Besserung und
Theater. “W116“ Ichauspirle. Sonnabend: Opern-
1. Teil.
Mears §chauspielhaus. Sonnabend: Faust, Anfang 76 Uhr.
ist nach Berlin zurückgebracht worden. In Genua find unter der Aufsicht des deutschen Generalkonsuls aus den Mitteln des Komitees vier- hundert Personen vollständig bekleidet und wochenlang versorgt worden, jedoch wächst die Zahl der Unterstüßungsbeoürsligen noch dauernd. Als Ertrag der Sammlung in Elsaß-Lotbringen übergab der Statthalter Graf von Wedel dem Komitee im ganzen die bedeutende Summe von 100000 «16; für diese wirksame und umfangreiche Ylse wird dem dortigen Komitee aufeichliger Dank gesagt. Das ureau des Deutschen Hilfskomitees befindet sich in Berlin UP., Alsensjraße 10. .
In der gestrigen Sißung der Stadtverordneten beant- wortete der Stadtrat Bohm eine Anfrage der Stadtvv. Dr. Axons und (Genossen, betreffend die Neueinteilung der Wahlbezirke der dritten Abteilung, namens des Magistrats dahin, das; eine Magistrats- kommission zur Bearbeitung der Materie eingeseßt „worden sei. Diese habe ihre- Arbeiten beendet, zwei Plane außge- arbeitet und werde demnächst dem Magistrat Bericht er- statten. Sollte dieser fich für einen der Pläne enlschiirßen, so würde die Neueinteilung der Wahlkreise derartig gefördert werden, daß fie den im Herbst d. J. stattfindenden Neuwahlen zu Grunde ge- legt werden könnte. _ Ein Antrag der Stadtvv. Dr.Selpcke u. Gen., betreffend Einrichtung besonderer Abteilungen für zahlende Kranke in dyn städtischen Krankenhäusern, bezwecktc, die städtischen Kranken- häuser auch dem zahlungsfähigen Mittelstande zugängig zu machen. Der vorberatende Ausschuß lehnte den Antrag ab und beschloß, der Versammlung iu empfehlen, den Magistrat zu ersuchen, nach Möglichkeit für Schaffung kleinerer Ab- teilurgen durch Teiiun der großen Krankensälc Sorge tragen zu wollen. Mit diesem Össchlusse hatte der Ausschuß indessen keines- wegs die Anschauung der Versammlung getroffen. Wie der Ober- büraermeister Kirschner klarlegte, ist es ein durchaus erstrebenswertes Ziel, die Wohltaten der städtischrn Krankenhäuser neben den Unbemittelten, Kaffenmitgliedem und Dienitbotcn 0061) dem Mittel- stande zuteil werden zu lassen. Auf welche'Weife dieses Ziel erreicht werden könne, sei eine sehr schwierige Fragx, die durch den Beschluß des Ausschusses in keiner Weise gelöst wrrde. Nach seiner Ansicht bedürfe die Angelegenheit noch einer sehr intensiven Durchberatung. Ihm schien ein von den Stadtvv. Cassel und Sachs gestellter Antrag: „den Magistrat zu ersuchen, mit der .Ver- sammlung in gemischter Deputation über den Antrag Dr. Geipcke weiter zu beraten“, recht empfehlenöwert. Nacheiner eingehenden Debatte Wurde der Antrag aufEinseßung einer gemischten Deputation angenommen.-Das Gleiche geschah mit einem Antrag: der Stadjvo. Giese u. Gen., betreffend Cinseßung einer gemischten Deputation zur Beratung der Frage, ob und wel_che Aenderungen des bisherigen Verfahrens bei An- und Verkäufen und Verpachtungen von Grundstücken seitens der Stadtgemeinde zweckmäßig sind. _ Wenig günstig War die Stimmung dxr Versammlung der Magistrats- vorlage, betreffend die Vermehrung der etatsmäßigen SteUen im Rechnungkjabre 1909. Die Stadtvv. Rosenow und Mommsrn befür- worteten sehr ernstlicheine Verminderung an Stelle einer ständigen Vermehrung des Veamtenheeres. Der Stadt!). Singer machie geltend, daß nach seiner Theorie des Achtstumdentages auch in den städtischen Bureaus ein größeres Arbeitspensum durch eine Erweiterung der Arbeitßzeit erledigt und dadurch einer ständigen Vermehrung des Beamtenbeeres vorgebeugt werden könnte. Die Mag1stratsvorlage wurde einem Ausschuss übetwiefen. _ Auf die öffentliche folgte eine geheime Sitzung.
Die Kolonial- und Nußpflanzenabteilung des neuen Botanischen Museums in Dahlem, Königin Luisestraße, ist von jetzt ab jeden Mittwoch von 10 bis 4 Uhr, vom 1. April ab von 11 bis 5 Uhr, unentgeltlich gröffnrt. Diese Abteilungen gewähren in 200 laufenden Metern Schauschränkm eine selten gebotene Gelegenheit, fich über die Produk!e der Nußpflanzen und über alle pflanzlichen Produkte unserer Kolonien zu unterrichten, von Denen eine jede in einem besonderen Kompartiment vorhanden ist.
Am 16. März 1909 sind zwanzig Jahre verstossen, daß der verheerende Orkan in Apia der deutichen Marixe einst'so schwere Verluste an Menschenleben und Schiffen brachte. Der Erinnerung dieses Tages und dem Gedenken der in jenxm Orkan ertrm.kcnen Kameradkn sowiederer, die in dem blutigen Gefecht beiVeilele am 18. Dezember 1888 zur Ehre des Vaterlandes den Heldentod starben, soil eineGedächtniSfeier gelten. die am 16. März in Kiel stattfinden wird. AÜe noch am Leben befindlichen ehemaligen Zugehörigen der BesaZungen S.M.SS- „Olga“, „Adler“ und .Eber“, die in den “ abren ]888_89 auf diesen Schiffen dienten, werden hier- durch aufgefordert, sich an dieser Gedächtnisfeier zu beteiligen. Es ist Vorsorge getroffen. daß al18n Tetlrehmetn, die nich! in der Lage sind, aus eigenen Mitteln die Reise-, Logis- und Verpflegung::kostrn tragen zu können, kostenlose Beförderung usw. zuteil wird. Um möglichst umgehende Anmeldung, [pätestens jedoch bis 4. Mälz, wird gebeten. Diese ist zu richten an Fre herrn von Erhardt, Kapitän 1. S?? a. D., Kiel, Dübelsbeketnrg 17.
8 Uhr.
Komische (Oper. Sonnabend: Lazuli. Anfang“
Salzungen, 11. Februar.„ (W. T. B.) Amtlich wird ge. meldet: Heute, mit Zug 236 beainnend, wird der am 5. d. M. durch Einsturz der Ulsterflutbrucke 14111 4,5 zwischen Buttlar und Geisa unterbrochene Betrieb wieder aufgenommen. Der Oimnsitbßstverkehr zwischen Botsch und Geisa ist zum gleichen Zeitpunkt e nge ( .
Straßburg, Elsaß, 9. Februar. HW. T. B.) Erdbeben. Die Mitteilung des Astrophysikalischen Ob ervatoriums zu Pulkowa, daß das Epizentrum des schweren Bebens vom 23. Januar in dem Grenzgebiet von Chorassan und Turkest'an zu suchen sei, hat sehr wenig Wahrscheinlicbkeit für fich. Dafür spricht schon die eine Erwägung, daß eine so gewaltige Erschütterung jeden. faÜs fich auch auf der einen Seite bis nach Teheran, auf der anderen bis zu den Stationen der Transkaukasi chen Eiyenbahn fühlbar emacht hätte. Positive Nachrichten liegen 0 er aus diesen beiden nicht vor, wohl aber aus einer ganz anderen Gegend. Der Direktor des Euphrates College in Harpoot, im oberen Euphrattale (39' 16“ östl.Green., 380 53“ nördl.Br.), Herr Henry H Nipps, meldet näm- lich heute der Kaiserl. Hauptstation iür Erdbebenforscbung in Straßburg, daß am 23. Januar Morgens um 3 Uhr 50 Min. dort ein leichtes Erdbeben vom 17. Stärkegrade verspürt worden. sei; die Erschütterung war immerhin stark genug, selbst schwere Gegenstände in schüttelnde Bewegung zu verseZen. Die Apparate der Station arpoot, die mit Unterstü ung der “nternationalen SeiSmologischen ssoziation bor kurzem e nge. richtet worden ist, haben den Umfang der Störung um 3 Uhr 50 Minuten 28 Sekunden verzeichnet; bei warén die Ausschläge so groß, daß die Schreibfedern von den beiden Komponenten abgeworfen wurden. Die mittlere Periode der Wellen des Hauptbebens betrug etwa 5 Sekunden. Diese Umstände sprechen dafür, daß Harpoot fich am äußeren Rande des Schüttergebiets befand, dessen Epizentrum aber unmöglich 1500 14111 entfernt gewesen sein kann. Demnach gewinnt die Ver- mutung, die von der Kaiserlichen Haupistation für Erdbebenforschun sofort ausgesprochen Wurde, sehr an W0hrscheinlichkeit, daß das Epizentrum auf dem Grenzgebiet von Pkrfien und Armenien zu suchen sei. Eine Bestätigung können wir darin sehen, daß die am Nachmittag des 9. Februar von den Apparaten der Kaiserlicbxn Hauptstation aufgezeichnete Störung auf dieselbe Gegend htnweist. Die Störung beginnt um 12 Uhr 29,2 Minuten, die zweixcn Vorläufer seyien 4,2 Minuten später ein. Dies gibt eine Cvizcntralrntfernung Von etwa 2900 [(m, die uns abermals auf das Hochland von Armenien fühtt. Es wiederholt steh also hier die Er- scheinung, welche sich in Kalabrien nach der Katastrophe Vom 28. De- zember abgespielt hat. Dem Hauptstoße vom 23. Januar reihen sich auch hier weitere Nakhbeben an, deren Artsgangspunkte fich innerhalb des primären Schüttergebiets verlegen.
Iusowka (©0110. Jekaterinoolaw), 11. Februar. Neueren Meldungen zufolge ist auf dem Jassinowbergwerk durch Ex- Plosion ein Brand entstanden, bei dem ein Ingenieur und ein th'1tfse26t1: umgekommen find und ein Steiger Brandwundrn er-
a. an a .
Bern. 11. Februar. (W. T. B.) Die deutschen Luft- schiffer Erbslöh, Reimann und Grünberg, die vorgestern mittag mit dem Ballon „Berlin' in St. Ykoriß aufgestiegen sind (vgl. Nr. 35 1). Bl.), haben der „Schiveizerischcn Depeschen- agentur' folgendes Telegramm gesandt: Nach einer Fahrt über den Rosegglktscher, Mailand, Venedig, Laibach und Fünf- kirchen Mittwochabend 7 Uhr bei Kißlook-Pußta in der Nähe von Sarbogard südtvestlich Budapest bei starkem Wiud in völiiger Dunkelheit glatt gelandet. Die größte erreichte Höhe betrug 5800 111 bei 25 Grad Ceifins unter Nui].
Genf, 12. Februar. (W. T. B.) Heute fxüh wmde der Genfer Personenbabnbof Cornavin durch eine Feuers- brunst zerstört. Die Kassen, das Gepäck und das Archiv Wurden gerettet. Dcr Zugberkehr war um 7 “Uhr morgens wieder hsrgestellt. Der Brand War durch einen überbeizten Ofen verursacht worden.
Santiago de Chile, 12 Februar. (W. T. B.) Nach einer Meldung der „Agence Havas' ist nach den leßten ärztlichen Fest- stellungen die nach dm- Brande in der deutschen Gesandt- schaft gefundene" Leiche nicht diejenige des Kanjlisten Beckert. (Vergb Nr. 35 d. Vl.) Es wurde vielmehr einwandfrei festgestellt, daß dcr Leichnam der des chilenischen Pförtners Ezechiel Tapia ist. Die öffentlich: Meinung beschuldigt den Kanzlisten Beckert des Mordes und der Brandstiftung. Er soll die Ver- brechen begangen haben, um dadurch einen Diebstahl 001125 000 Piasier zu verheimlichen, dir aus der Kasse der Gesandtschaft vrr'cbwunden find. _ Der flüchtige Kanzlist Beckert ist inzwischen in Chillan verhaftet und hierher übergeführt wvrden.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
Btrkus Zchnmanu. Sonnabend, Abends 7,1 Uhr: Galaabend. Fräulein Dora Schumauu mit ihren S-khul- uud Springpferdeu. Der Schimpanse Pact als Kuuftxadfahrer. Tiberio,
ebieten “
dem Haupibeben “
haus. 39. Abonnementsvorstellung. 1.8 'l'tasjata. Violetta.) Oper in 4 Akten yon Giuseppe Verdi. kufikalijcbe Leitung: Herr Kapeklmeistxr von Strauß. Regie: Herr Regisseur Braunschweig. Ballett: Herr Ballettmeisier Graeb. Anfang 71 Uhr.
Schauspielhaus. 43 AbonnementsvoriteUung. Gin
aniffemeut. Schauspiel in 5 Aufzü en Von * jörnstjerne Björnson. Aus bern Norwegi chen von Wilhelm Lange. Regie: Herr Regiffeur Patty. Anfang 71 Uhr.
Sonntag: Opernhaus. 40. Abonnementöborstellung. Dienst- und Freipläjze sind aufaeboben. Der fliegende Holländer. (Gewöhnlickje Preise.) Anfang 75 Uhr.
G uiptelhaus. 44. ÄbünUWenersteUn-U Dien 1- und Freiplätze find aufgehoben. Die Quißows. Vaierländisches Drama in vier Auf- zügen von Ernst von Wildenbruch. Anfang 71 Uhr.
Deutsches Theater. Sonnabend: Revolution in Krähwiukel. Anfang 7.1 Uhr. Sonntag: Revolution in Krähwiukel. Kammerspiele.
Sonnabend, Nachmittags 5 Uhr: Vorlesung: Irene Driesch. _ Abends 8 Uhr: Der Arzt am Eweidewege.
Sonntag: Der Graf von Gleithen.
Hebbeltheater. (Königgräv'er Straße 57/58.) _ Sonnabend: Revolutioushokhzeit. Anfang 8 Uhr.
Oerliner' Theater. Sonnabend: Herodes und Marianne. Anfang 8 Uhr.
Wessmgthenter. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der König.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Stützen der Gesensäjaft. _ Abends 8 Uhr: Der König.
Mxntag, Abends 8 Uhr: Jbsen-Zyklus. Achte Vorstellung: Die Frau vom Meere.
§chlllertheater. 0- (Wallnertbeater-) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der Herr Ministerial- direktor. Lus1syiel in drei Akten von Alexandre BiÜon und Fabrice Carré.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Ein Volksfeind. _ Abends 8 Uhr: Der Familiemaa.
Mcntag, Abends 8 Uhr: Ein Volksfeiud.
Charlottenburg. Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie in einem Vorspiel und 5 Akten von Friedrich Schiller. _ Abends 8 Uhr: Ein Volks eind. Sch-usviel in fünf Aufzügen von Henrik bsen. Deutsch von Wilhelm Lange.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Julius Caesar. _ Abends 8 Uhr: Wilhelm Tell.
Montag, Abends 8 Uhr: Das Erbe.
Theater des Westens. (Station: Zoologischer
Garten. Kantstraße 12.) Sonnabend: Der tapfere Soldat. Anfang 8 Uhr.
Kefidenztheater. (Direktion: RichardAlexander.) Sonnabend: Kämmer: Dich um Amelie. Schwank in 3 Akten (4 Bildern) von Georges Feydeau. Anfang 8 Uhr. , . .
Fußspielhauxx. (Friedrichstraße 236.) Sonn- abend: Seine kleine Freundin. Anfang 8 Uhr.
Thalmtheater. (Direktion : Kren und Schönfeld.) Sonnabend: Wo wohnt sie denn? Schwank mit Gesang und Tanz in drei Akten von J. Kren und Okonkowkky. Gesangstexte von Alfr. Schönfeld, Musik 0. Viktor HOÜaender. Anfang 8 Uhr.
Sonntag„ Nachmittags 3 Uhr: Er und seine Schwester.
Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof é?rékkkzricspstraße.) Sonnabend: Der Satyr. Anfang k.
Konzerte.
Baal 132111110111. Sonnabend, Abends 71 Uhr: Konzert von Cesare Barisou (Violine).
Meethooen-Iaal. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Konzert von Friedrich C. Weigmann (Dirigent) mit dem Pbilbarmouiséhen Orchester. Mitw.: Ellison van House (Tenor).
ledworth-Zlharwenka-Iaal. Sonnabend, Abends 8 Uhr: 2. Konzert von Alex Füredi (Violine), Samuel Füredi (Violoncello), Max Venkö (Klavier).
moderner Herkules, in seinen hervorragenden Leistungen. Clotvn Armandos Tierzirkus uud boxeudss Känguruh. Um 9; Uhr: solo, der Seeräuber uud Mädchenhäudler. Feen- hafte Ausstattungépanwmime.
SonntaZ: 2 große Extravorstelluu en. Nach- mittags 3 Uhr und Abends 7T Uhr. achmittags ein Kind frei unter 10 Jahren, weitere Kinder zahlen_ halbe Preise. In beiden Vorsteüungen: Ungekurzt: Golo. _ Paet, der Wunderaffe. - Tibxrio. _ Armandos Tierzirlus sowie das Riezeuprogramm.
F mrliennachrichten.
Verlobt: Frl. Linh von Wißlebrn mit Hm. Ober- leutnant-Herbert Frbrn. von Weber (Scipio Moys- Dresden). _ Frl. Emily Marshall mit rn. Cuno YoKalla )von Bieberstein-Rosoggcn ( renken-
o oggen .
Verehelicht: Hr. Landrat Güniher von Hohnhorst mit Frl. Lenore von Dewiß ( Sckpönhagen i. Pomm-)-
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Wil- helm von Borries (Weilburg a. d. Lahn).
Gestorben: Hr. LeutnautCarl Friedrich von Plato (Potsdam). ,
Verantwortlicher Redakteur:
Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg- Verlag der Expedition ( Heidrich) in Berlin- Druck der Norddeutschen B*u druckerei und Verlags“
Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32. Acht Beilagen „ (einschließlich Börsenszirgge).
zum Deufsahen NeichSanze
37.
Erste Beilage , iger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
Berlin, Freitag, den 12. Februar
Berichte von deutsthen Frutbtmärkteu. '
Qualität
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Bemerkungen.
16,20 14,40 14.10 15,10 15,20
K“."!|!
17,20
Berlin, den 12. Februar 1909.
Die verkau e Men e wird auf volle Doppelzentner kant) de Ein liegender Strich (_) in Ken Spath für Preise hat die Bedeutung, daß der betre ende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den levten sechs Spalten, daß en prechender
20,80 19, 10 19,90
19700 19,70 19,50 20,30 21,40
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21,40 21,60
16.20 16,60 15,20 15,30 16,00
16,00 15,20 15,20 15,80 16 00 16,45 16,50 15.50 15,40 18,00
16710 16,00
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15,80 14 40 17,00 18.00 15,50
16,85 13,70
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18,46 17,50
16,50 16.60 14,60 15,00 15,60 15 40 16,50 15,50 14,00 16,92 15.80 16,30 17,50
17,63 15,00
16,20 14,60 14,90 15,30 15,20
1550 12,50 15,92
16720
1720
W 8 20,80 20,00 20,30
20,30 21,70
20,00
19773 21,00
21,20 21,80
R o 16,20 16,60 15,40 15,70 16,20
16,45 16.80 15,50 15,80 18 00
1600 16,80
15,80 14,70 17,40 18,20 15,50 16,85 14,00 17,75
18,46 18,00
H 16,50 16,60 14,80 15,50 15,80 15,40 16,50 16 00 14.00 16 92 16,20 16,30 17,50
17,63 15,50
erste.
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20,10 20.50 20. 50 20,40 20.90 21.70 21, 50 20,60 21,00 20,00
22700 g g e a.
16,75 15,40 15,80 16,40 16,30 16,50 16,80 16,80 16,50 16,00 18,25 16,00
16,00 14,80 17,50 18,30 16,00 17,00 18,25 14,00 19.60
17740
a'! e r.
17 ,00 14 80 15,60 16,10 15,60 15,20 17.30 16,00 15,50 17,20 16,60 16,60
16,_00 18,06
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20,80 20.90 20,50 20,50 20,90 21.90 21,50 20,80 2 1,00 20,00
22,00
16 .75 15,60 16.40 16,60 16 30 16,00 16,80 17,10 16,50 16,25 18,25 16,00
16,00 15,00 18,00 18,50 16,00 17,30 18,25 14,30 20,00
17740
»."
17,00 15,00 16,10 16,30 15,60 15,60 17,30 16,50 15.50 17.20 16,80 16,60
LFO 18,06
Kaiserlickscs Statistisches Amt. van der B orght.
Kernen (enthüllte: Spelz. Dinkel. Fesen).
30 20
11
100 95 40
28 2
7
16,55 14,30
498 16,60 294 14 70
169 15,40 10 924 15,39
1 550 15,50 1 330 14,00 659 16,69
456 16,29 35 17,50
123 17,63
15,00 15 20
15,00 14,00 16,60
16, 40
r Verkau swert auf voi]: Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnitköpreis wird aus den unab erundeten Zahlen belehnt.
eriÖt fehlt..
Deutscher Reichstag. 204. Sißung vom 11. Februar 1909, Nachmittags 2 Uhr. (Beruht von Wolff! Telegraphi1chem Bureau.)
Zur ersten “und event. zweiten Beratun steht zunächst der Entwurf eines Geseßes, betreffend die est tellun?"etnes sechsten Nachtrags zum Reichshaus altSetat ur dax Rechnungswhr 1908.
Abg. Speck ( oniyx: Die hier vorgeschlagene Maßnahme zur weiteren Krediterbö ung ietet reibt eigentlich ein Bild unserer trost- losen Finanzlaße im Reiche. Unter den obwaltenden Umständen können wir frei ich die Reichskaffe nicht im Stiche laffen; aber auf das bedenkliche Auwa sen des Scha anweisungskredlts muß aus diesem Anlaß hingewie en werden. 18 8 wurden davon ganze zehn MiUionen angefertigt; 1888 bis 1897 war der Umlauf von Scha - anweisungen so gut wie Null. Aber 1 on 1900 hatten wir 12 , 1905: 356 1907: 379 Millionen. 1908 aben war den vollen Kredit von 475 Miüionen ckchon am 31. Dezember erreicht und ertschöpft. Diese Steigerung fä t mit der Einführung der deutschen We t- und Kolonialpolitik zu ammen. Zur Verzinsung der Scha anweisungen wurde schon 190 das Etatssou um 11 Millionen berschritten! Auffallend und charakterist1s ist, wie gerade in diesen le ten 10 Jahren er Bedarf an Schaßanwei ungen so enorm in die Ihr ge angen ist. Diese Art der Steigerung der schwebenden Schuld des eiches, für die keine Deckung vorhanden ist, können wir nicht billi en. Ursprünglich handelte es ch dabei nur um eine vorubxrgehende er- siärkung der Mittel der ' eichshauptkaffe; seit 1903 können wir aber damit uberhaupt nicht mehr auskommen. Die Ursachen dieser Er- cheinung liegen auf politischem Gebiet; man sollte auch die Matrikular- eiträ e nicht überspannen. Es kommt noch hinzu, da die Zoll. einna men einen Rück ang aufweisenxau die Mittel für die * esoldungs. iulagcn sind noch nth edeckt. Das eich partizipiert ja freilich an dem Ueberschuß der' ei shank, aber damit werden die Bedenken gegen
die Inanspruchnahme des Geldmarktes durch Schaßanweisungen nicht be- seitigt" der Kurs unserer Reichs- und StaatSanleiben muß dadurch un-
mittel5ar ungünstig beeinflußt werkzen. Wir haben anderseits die
Verp ichtung, das Reich über Waser zu halten; es ist der Zwang, die ot, wenn wir der ersten Forderung des NachtragSetats zu- stimmen. Die andere Forderung ist eine vom Standpunkte des Budgetrechts des Reichstages aus nur zu begrüßendr; qndernfaUs hätten wir demnächst eine entsprechende EtatSubers rettung gr- nebmigen müssen. Der Nachtragsetat läßt fich ohne ommissions-
beratung erledigen.
Aba. Ortel (ul.): Auch wir werden dem Nachtragßeta't ohne Kommisfionsberatung zustimmen. Es dränßt sich bei der Stetgerun der Inanspruchnahme des SchaßanWeisungs redits die rage auf, 0 nicht anderweit, etwa durch Schaffung einer Reitbsdepo tenkaffk, Ab“ hilfe geschaffen werden könnte. Es läßt sich auch daran denken, den Reichskriegsx'chaß, der mit 120 Millionen Gold im Juliusturm in Spandau lagert, als Unterlage für eine BanknotenauSgabe etwa im Betrage von 360 Millionen zu verwenden.
Staatssekretär des Reichsschaßamts Sydow:
Meine Herren! Auf die letzte Frage möchte ich folgendeß ant- worten: Da der Kriegsschaß vollständig festgelegt ist und eine Ver- fügung über ihn außer im Falle eines Krieges nicht möglich ist, so halte ich es für wirtschaftlich nicht gerechtfertigt, ihn als Unterlage für auszugebende Schuldscheine des Reichs oder Schaßanweisungen anzusehen. Ein Vorstblag, der auch angeregt wurde, den Reichs- Kriegsschas flüssig zu machen und das Geld sozusagen in der Reichs- kaffe arbriten zu lassen, würde keine Aussicht auf Erfolg haben. Denn ist auch der Schah im Vergleich xu den Mitteln, die im Kriegswlle gebraucht werden, nicht sehr erhebliad, so ist doch die Möglichkeit, über die 120 Millionen verfügen zu können, von außxrordentlich
großem Wert in besonders kritischen Zeiten. Dann aber mache ich
auch darauf aufmerksam, daß gewiffermaßen als Gegengewicht dazu die Reichskaffenscheine schon da find; fie stehen ohne weitere Deckung diesem Goldschaße auf der anderen Seite gegenüber.
Abg. Kaempf (fr. Volk»): Die an sich ganz richti en Aus- führungen des Abg. Speck enthalten nichts Neues. Wir aben für dauernde Außgaben keine Deckung egeben. Daß 600 Miüionen Schavanwüsungen etwas außerordent ich Abschreckendes wären, kann ich ni t zu eben. En land, Frankreich verfahren ebenso; England verkauf a e paar onate einen großen Betrag von Scha wechseln, die nichts anderes sind, als unsere Scha anweisungen. Au sind leßtere nicht so schädlich, wie der Ab . Spe meinte; ein Druck auf unsere Staatspapiere wird durch iren Verkauf nur in th beschränktem Maße außgeübt. Vielfath muß au die Reichs nk einen Druck auf den offenen Markt ausüben, um die öhe des Diskonts auf dem offenen Markt mit dem Bankdiskont in Uebereinstimmung zu halten und die Kontrolle über den Geldmarkt nicht zu verlieren. Die Idee der Reichsvepositenkaffe ist in der Banken uete als undurch- führbar erklärt worden. Sie würde von der Reichs auf keine Zinken bekommen, während sie den Deponenten solche zahlen mii te. Es wäre alßo ein schlechtes Gclchäft. Die Fruktifizierung des 120 illionen- scha 60 11 dem Sinne, w e es der bg. Ortel vorgeschlagen hat, ist ein nding ; es ist unmöglich, auf diesen Vorschlag einzu ehm. Eik Zusammenhang zwischen dcm Kriegsschatz und den 120 Mi onen Mark ; ctchskaffens einen besteht jedoch nicht. Im alle eines Keie s,we1m die 120 Mill onen Gold dem Verkehr zugefü rt werden, beiben die 12l05lZ1tMlliok11en Mark Kaffenscheine nicht nur bestehen, fir mussen sogar er wer en.
Abg.Freihe1r von GampÉRp): Die 120 Millionen des Funak- turmes. müssen unter allen Umst nden reserviert werden, um ink: tischer Zeit verWendet zu werden. Dem Gedanken einer Reichödepositenkaße ße ich nicht so unsympathisch gegenüber wie der Abg. Kaempf. Er sel stand dem Gedanken früher auch fwundlicher gegenüber. Viele Uu seinen FreUndcn haben auch die Einführung von Reichsvofts rkakm empfohlen. Sehr angesehene Banken sind zusammengebran und
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