1888 / 224 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 02 Oct 1888 18:00:01 GMT) scan diff

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Um 11 Uhr begaben Sich Se. Majestät der Kaiser sodann nach Potsdam und sahen_ um 2 Uhr den Botschafter, Grafen Solms, uni Frühstück bei Sich.

WNad mittags 5 Uhr empfingen Se. Majestät den Fürsten zu ie .

Heute Vormittag nahmen Se. Majestät die Vorträ e des Unter-Staatssekretärs Grafen Berchem und des Wir lichen Geheimen Raths Dr._ von Lucanus entgegen, empfingen den_ Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Grieckzeiiland, ert eilten dem diesseitigen Gesandten in Athen, Le _Maistre, un dem Bildhauer Professor Siemering _Audienzen und empfingen sodann den diesseitigen Gesandten im Haag, Freiherrn von Saurma, welcher zur Mittagstafel befohlen war.

_ Ihre Majxstät die Kaiserin und Königin Augustg wohnte gestern dem Gottesdienst in der Friedens- kirche bei und ertheilte einige Audienzen. "

_ Die "eier des Sedanta es in der Hauptstadt fand grftern in er herkömnilichenWeise Zart. Flaggenschmuck an öffentlichen und privaten Gebäuden gab Kunde von der T_hetlnahme an der Wiederkehr des_ruhmreichen Gedenktages. Ems frohbewegte Menzchenmenge eriüüte vom Morgen an die Straßen. MUMJS' 12 Uhr fand vom Rathhausthurm c"Litmusik statt, welche eine zahlreiche Zuhörermenge herbei- ockte; auch der Erleuchtung des Rathhauses am Abend wohnten viele Hunderte von „_Juschaurrn bei, während das Abhrennen eiiiss Holzsiyßes an dem Kreuzherge diESmal untérblieb. _Jn den Lrhranstalten war das Gedächtnis; an das roße historifche Errigiiiß bcreits am Sonnabend durch einrn (estqktmgeseiert worden, deHgleichen hatten die Krisger- und patriotiichen Vsreine Fesilichkeiten veranstaltet.

Von aunärts_iie, en iiber die Feier drs Tages folgsnde Telsgramme des „W. 1. B.“ vor:

Köiiigsbxrg i. Pr., 2. Septembsr. „Der Sedantag wyrdehier so isstiich wie in allen Vorjahren begangen. Asie öffentlichen und Viele Privatgebäude trugen Flaggetiichmuck. Am Abend fand eine g'änzrnde Beleuchtung 5cm Schloßthurms statt. In den_ Schulen war die vaterländische Feier bereits gestern mit Fritakten begangen worden.

Bre_slau, 2. Séptkmher. Zur Feisr drs Sedantages prangt die Stadt in reichem Flaggenschmuck; die öffentlichen Denkmälrr sind mit Lauhgewinden festlich dekoriri und mit Illuminationskörpern yerjehen; an vielen Schaufenstern befinden sich die Büsten des Kaixers und der Kaiserin, drr Mitglieder ds Kaiserlichen Hauses wwieder beidkn verewigten KaiserWilhelm 1. und Frirdrich. _Von_12 bis 1 Uhr erklang vom Rat hausthurm Jestmustk. Die _hiengen Turnvereine hatten zur orfeier des Sedantgges bereits gestern Abend einen imposanten ackelzug durch dre Stadt nach dem Odertbore veranstaltet, we cher mit der Absmgung der „Wacht am Rhein“ und einer-patriotischen Ansprache schloß.

Müiichen, _1. Se tember. Zur Feier des Sedantages waren die städtischen ebäude heute festlich befla t; vom Balkon des_ Rathhauies ertönte Morgens Festmquz. Zahl; reiche Vereine begingen den Ta durch Vorträge und Mufikauffiihrungen. Die HauptTeier fand in dem Zroßen Saale des Bürgerbräukexrs statt, wo nach _em Vortrage patriotischer Muiik- und Gesangstücke eine Festrede gehalten wurde, die mit Hochs auf den Kaiser und den Priiiz:RegentSn schloß. Insbesondere wurde auch drs Feldmarschal1c3_(§rafen Moltke gedacht und an denselben em Telegramm mit dem Außdruck der Dankbarkeit und Vér- ehrung abgeiandt. Mit dem Abfingen der Nationalhymne und der „Wacht am Rhein“ schloß die "eier.

_ Dr_esdxn, 2. September. Der «edantag wurde hier au_is Feitlichite_ begangen. Die Stadt ist Wich mit Flaggen gexchmiickt. Mittags_icind auf dem Altmarkt vor dem festlich YichmücktenGerniatiia:De11_kinal, eine Musikaufführung statt.

in Nachmittage hewexite sich ein Festzug, an dem sämmtliche Vereine, Korporationen und Schulen 1hei1nahmen, vom Fer- dinandsplaß an dem _Königiichen Schlosse vorüber nach dem großsn (Hehegr, wofslbyt der Landtags-Ahgeordnete131“. Mehnert eine Ansprache Ziklk. _ Leipzig,_ . September. Anläßlich dcr Sedanfeier er: tontrn hrute irüh um_ _6 Uhr_ in den Straßen der Stadt Weckrufe_ durch vier Milttärtyuiikcorps. Um 61/9 Uhr erfolgte die Bekränzung der Gedenktaiel an der Friedenßeiche im Essen- thale, _unter Geiang des Thomanerxhors; dann folgte eineAnsprache des Diakonizs Schuch. Zn sämmtlichsn Kirchen der Stadt wnrden Jestßottesdiemre abgehalten, an welchen die Spißen aÜer

ehordeii theilnahmen. In den__ Vorniittagsstunden von 10172" bis 12 Uhr fanden auf öffentlichen Vlähen Musik- aunuhrungeii stati. (Heger) 2 Uhr bewegte sich der Festzug, an welchem icimmtliche Vereine und Korporationsn thrilnahmen, vom Augustusplatz na_ch dem Markt, wo am Kriegerdenkmal Seitens des Haupt:Fe1_tausschuffe§ iowie durch Korporationen uiid Vereine Kränze niedergelegt wurdrn, und von hier durch die von zahlreichen Menschenmassen dicht besesten Straßen iiach dem neiien _S_chüßenhause. Des Abends wurden die OÉYtlixhketn Plaße festlich beleuchtet. Die Stadtist aufs Reichste ge mu .

quunichweig, 2. Se_ptember. Zur Sedanfeier fand heute Mittag Sui Frstakt auf dem Altstadtmarkt staxt, bei 1v_rlchem_der _Reichstags-Angordnete Retemeyer die Festrede hLth, die_ __mtt emem__hege_iitert aufgenommenen Hoch auf S?. Ma]e_1_tat den Kcziier ichloß. Zn geordnetem Festzuge begaben 11ch daraiif )ammtliche Schulen sowie viele Korpo- rationexi und VEL'LM? durch die Stadt nach dem Festplaß, wo al1_x_iem€_me Volksbeluytigungen stattfanden. Die Stadt ist reich

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_ 2131| Vera_n_laffu_n des _Staatssekrstärs des Jtinern in im Karierli_ en GeiundheitSamt eine Llu- leitung_zi_ir GesundheiteZpslege an Bord von Kauf- fahrteiichiifen bearbeitet, welche kiiiiftighin von dem Führer 1ede__s demichrn Kaufxahrteifchiffes auf aUen Seereisen mit: ßefuhrt werden _und m de_n Navigationsschulen als Leitfaden

eim Unterricht in _der Geiundheitspflege dienen soll.

_ _Diefeibe hat m_ der nunmehr vorliegenden Fassung die usiimmung 1ammtlrcher_betheiligten Bundeßre ierun en ge- nden und _ le t soniit m bemerkensweriher eise Zeugnis; afiir ab, Wie, ehr die Bundeßregierungen bemüht si d, der

_öafßexintlichen Gesundheit-Zpfiege ihre Fürsorge: «gedeihen zu

_ Der erste Theil der Anleitung behandelt insbesondere die_ GesundheitsYlege an Bord (VerhütunF von Krank- heiten und dxreit _eitewerbreitung). Hier ha en auch die Vorschläge für einheitliche Regelung der Schiffs ost ihren Platz gefuxiden. ür rößere Seereisen wird eine bereits als zweck- mäßig wdhl ewä rte _ im Wesentlichen die neue Hamburger _ Speiserolle zur Einführung empfohlen, die einzelnsn Nahrungßmitxel, auch die zum Ersaß heimischer Lebenemiltel im Auslandem rage kommenden werden eingehend besprochen. Es_ folgen Rath chläge zur Erhaltung der Schiffswannschast im geiiinden Zustande und Vorschrifteix zur Abwehr der dem See- mann gefährlichen seuchenartig auftretenden Krankheiten, wie Skorbut, _Gelbfieber, bösarti es Sumpffieber u. s. w. Hervor- zuheben ist, daß die Mit ührung und Veranögabung von Citronensast a_uf längeren Seereisen obligatorisch werden soll.

_Zm zwxitep Theil werdrn für solche Fälle, in denen ärztliche Hülse nicht zu erlangen ift, Vorschriften zur Pflege und Behandlixng etwai er an Bord erkrankter_oder verlehter Perionen ert eilt. Diesem Abschnitt irt ein ?eiicrues BerzeiYniß des Inhalts der von den Kauffahrtei- chifseii i_mtzufü renden Medizmkiste beigefügt. Außer gewissen Arzneimitteln, _ deren mitzunehmende _Mengen nach der Größe des Schiffes wechseln, find DesinsektionSmittel, Ver- bandgegenstände und ur Krankeiipflége geeignete stensmittel aufgeführt. _ Zn beson eren Anlagxn werden die Bestimmungen, betreffend die gesundheitßpolizeiliche Koiitrole der einen deutschen Hafezi anlaufenden Seeschiffe und die im Deutschen Reich erlasienen Instruktionen zur Desinfektion von Seeschiffen wortgetrru mitgetheilt.

Das im Verlage von Julius Springer hirrselbst erschiensne Werk (199 Seiten mit mehreren Abbildungen 80) ist im Buchand€l zu dem Preise von 1 „77: 10 „ck käuflich. *

_ _ Hat [ixi dem Verkauf und der Auflassung eines Grundixücks der Verkäufer dem Käufer die unwahre Thatsache o_orgripiegelt, daß sämmtliche Zinsen der auf dcm Grundniick eingriragenen Hypotheken bis zu dem Quartal der Auflassung gezahlt seien, währsnd thatsächlich noch aus den vorhergegangeiien Quartalen Zinsrückständebrsiaiiden, für weiche das Grundstück haftete, so ist, nach einem Urtheil des Rerch§ger1chts, 11. Strafsenats, vom 20. April d. I., der Verkäuicr wegen Bhtruges zu bestrafen, selbst wenn er s äter die ZinéZrückitände bezahlt oder dsr Käufer durch

uriickhaitung oder Verrechnung der von ihm noch nicht ge- zthte'n Kaufgelder _sich gegen die ZinskückstäUdL decken kann; die_ _zur Strafbarkeit des. Betruges erforderliche Vermögens- schadmung _würde auch dann vorhanden sein, wenn der Käufrr das Grundstück unter dem Werrh gekauft hat.

_ In der_Ersien Beilage zur heutigen Nummer des „R. u. St.:A.“ ist eme_Bekanntmachung des Ministers für Landw. 2c., _1)r._Fre1herrn von Lucius, ,vom 28. August d. J., veröffenilichi, in welcher die Veränderungen, welche 11) Being au1_ die Namen und Wohnorte der Vor- sißenden, itellvertretetiden Vorsitzenden, Bei- 11Her Und stellvertretenden Veisißer der fiir die landwrrthschgftlichen Berufsgenossenschaften in Preußen errichteten Schiedsgerichte seit Erlaß der Bekaiintmachiing vom_ 17. April 1888 (Extra-Beilage zum Deut1chen_Ne1chs-Anzeiger vom 30. April 1888 Nr. 115) ein: gstreten smd, mitgetheilt werden.

__ Der Kaisxrliche Bois after in London, Staats-Miiiistrr Gras“von_§aßieldt:Wil enburg, hat einrn ihm AÜer- hochst bew_i 1gt_en Urlaub angetreten. Während der Dauer der ?_lbweyenheit desselben von seinem Posten fungirt der LeggimnS-Nath Graf von Leyden als interitnistischsr Ge- ichäitstriiger.

_ Der KaisérlickeBotschafter am österrrichisch:ungarischen Hofe“, Prinz Reu_ß,__ ist vom Urlczub nach Wien zurückgekehrt und hat die Geichafte der dortigen Botschaft wieder iiber: nommen.

_ Der Kaiserliche Gesandte am Königlich niederländischen „O_ofe, Freiherr von Saurma-Jeitich, hat einen ihm Aller: hochst hxrmüigten Urlaub angetretrn. Während der Abwesen- heit de§1elben vom Haag fungirt der Legations-Sekretär Graf _H__enckel von Donnersmarck als interimistischer Geschäfts- ragsr.

_ Dsr Bevoüniiichtigie zum ViiiidSSrath, Großher*oglich sächsische GeheimeStaatErath ])1'. Hesrwart, ist von iDeinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt.

_ Ter Jnipécteur der Kiisgsschu1en, General:Li€utsnant von Mischke, GxiiéralAdjutqnt Sr. Majestät des Kaisers. und Konigs, hat nch zur Jnipizirmig der Kriegsschule zu Kaffsl dorthin begehen.

_ _Tér Gynerdl-Lißuteiiant von Hellfeld, Inspecteur der___4._zz*uß:ArtiUerie:Jnip_ektwn, hat Berlin nach Abstattung per1milicher Meldungen Wieder verlaffsn.

Kiel, 3, September. (W._ T. B.) Die Manöver- f_lo__tte izntrr dsm __Co:1tre-Adtiiiral Knorr! hat heute den hiengen Hasen verlanen, um sich in die Nordsee zu begehen.

_.Ydiiiburg, _2. September. (W. T. B.) Jhre Maßitatdie KaixsriirJriedrich traf mit Ihrer König- lick)en Hoheit _der Priiizciiin Victoria gestern Mittag um 121/?_ Uhr im h_ienarn Königlichen Sckxlosse ein und émpniig kurz darum die Besuche Ihrer Königlichen Hohsiten drs Prmzenron Weile“; und der Prinzessin Christian zu_ Schlsszw :g : Holstein, mit denen AULrhöchstdieselbe um 11,2 Uhr eiiieirAuSssug unternahm. Abrnds kur mich 6 Uhr trat die Kanerm Friedrich mit der Prinzessin Éictoria iiber YkUUksUkta. M. die Rückreise nach Berlin an._Die Fürstin Sbismßrck Ut nach längerem Aufenthalt heute Nachmittag (: gerei .

Balzern. Nürnberg, 2. September. (W. T“. V.) Der G9neral-zeldnxar1chal1 Graf Blumenthal ist heute Nach: mrttag iiach Wurzburg abgereist.

effen. _Darmstadt,__1. Scptember. (Darmst. Ztg.) Der rbgrosherzog hat 11ch heuts mit den Truppen hie- Üger GM_UUQU zu den Detachemeiitsübungen und dsn Divi- iioiisinanovern 11ach Rheinhessen begeben.

ElsaßZLothriiigeu. _Straß bu rg, 29. August. Die „Landes:Zenung fur Elsaß = Lothringen“ veröffentlicht nach- nehende Bekan ntmachung:

„Nachdem mit der Einführung des Reichégeséycs vom 24. Juni 1887, betreffend die_ B e it e__ue rung des Branntw eins (912752251. S 253), der Untrrfcbied szchen der innerhalb der Staatrn der Branntwein-

entsprechend nur_ aus dcn hierfür _bestimmten Straßen und unter Be- ohachtung _der fur den Yerkxbr mit übergangsabgabepfiichtigen Gegen- standen beziehenden Vorjckxriften erfolgt.

Zu diesem_Be_bufc wtid bestimmt, das; vom 1. September 1888 ab unter _vollstandiger Beseyung der Grenze gegen Luxemburg ein Branntweinsieuer-Grenzkezirf gcbildkt wird, innerhalb kcffen alle aus Luxemburg eingehenden oder in der Richjuna von der luxemburgischen Grenze nach Orten im Gebiete der Branniwrinsteuergemeinscbaft fich be- wegenden Waarentranöporte behufs der Feststellung ob dieselben etwa Branntwein enthaiicn, der Revision unterworfsn Werden können, und in welchem a_uch fiir Branntweinmengen von mehr als 2 ], welcbe in andercr Richtung befördert werden, drr Nachweis der Abstammung _aus deixi_freten Verkxhr der Branntwcinsteuergemeinsckyaft beizubringen ist. Diejer Nachwxis kann _durcb amtliche Bezettelungkn geführt wer- den, _derrn Ausfertigung bei den von dem Generaldirektor der Zölle und indirekten Struern zu veröffentlichenden Stellen kostenfrei er- folgen wird.

Ergen Waarknführcr, Welche Branntwrin aus Luxemburg auf anderm als _den vorgeschriebencxi Straßen oder mit Unmehung der an demelbcn errichteten ',“!cbcrgangsitcixekstéllrii cinbringen. findet Einleitung des Strgfversabrciis nach den Bestimmungkn des Gesrßes, betreffend die ZuwrderhandiungZU _grgrn die geschlichen Vorschriften über den Ueberganxsvrrkebr init iteuerpflichtigen Gogensiändrn vom 30, Juni 1873 ((G.-Bl. S. 129), itatt.

Straßburg, den 26. August 1888.

_ Y_kinistkrium fiir Elsaß-Loihringen. Akiheiliing sur Finanzrn, Laiidwirthsckyaft und Domänen. Ter Unter-_Staatssekrciär: von Schrank. '

Oesterrciäx-Unggrn. Wien, 1.Septemher. (W.T.B.) Der Kaiser von O_e_1rerreich traf heute Mittags 121/2 Uhr 311111 Besuch dsr Karieriix von Rußland in Gmunden sm und wurde am Bahnhof von dsm Großfürsten:Thronfolger und dem Herzog von _Cumherland, welche Beide österreichische Umform trage.", Empiqngcn. Drr Kaisér trug rusfifche-Uni- form. _Bei der Ankunft auf Schloß Cumberland empfing die Hsrzogin Wiz Cumhcrland den Kaiser im Hauseingange, wäh- rend dre Kaiierin voii Rußland, demsslben auf dér Treppe ent- gegen ging. Der_Kaiier beiuchte auch die Prinzessin von Wales. Um 1 _Uhr vsremte di? Fiirstlichkeiten ein Diner, an welchxm de_r Kurier Fraxiz 30167, die Kaiserin von Rußland, die ver: iyittwete_Königi_n Maria von Haiinovsr, der Großfürst Thron- xolger, dre Großfürstin Xenia, die Prinzrssiu von Wales mit ihreii drei Tdrhtern und das Herzogliche Paar von Cumberland mit ihren beiden ältesten Kindern theilnahmen. Der Kaiser kehrte _um 3 Uhr Nachmittags wieder zurück, mährsnd die: Kaiserin von “., r- :- .:. .; «“"-*:c gshsiikr,

Kaiser __FWUZ “.*-or. ?:érNswoiksrUiig iiheraU enthufiaitiscb b1,*z'x"“*_ :. _ _ DLL" Er - ;;,- ssarx. "7111757174 iiriiii Gramhiin,

welche Nachmr...» 3.3.13 Yi-rliii ; :*:Tirkkshrteix, '.“siireii Ahrnds nachPrerau, ;;._.: 5:1181511 mii de." 5.145(Hiiimideneintreffenden Kaiixrinron Rußlatid,_ dem Großfürsten:Thronfolger und der Großiiir1t1n_?ceiiia zuiamnienzutreffen. Nach halbstiindigem Vrrweilen m Prérau werden die russischen Herrschaften die Reise na_ch Rußland fortießen und der Erzherzog sowie die Erzherzogin nach Wien zurückkehren.

Gmunden, 2._Sep_temher. (W.T.B.) Die Kaiserin von _Rirßlcrnd 11t_ init dem Gi0ßfiirsten-Thronfolg9r, der Großiiiriiiii_?ceiiici_, ionxie d__em Gefolge in leßter Nacht von h12r_angWL1t. Tie Priiizesim von Wales mit ihren Töchtern, 101016 _der Herzog und_die Herzogin von Cumberland und Don 211191110 mit_ Gemahlin gaben drr Kaissriu das Gsleit nach dem Bahnhoie.

Wien, 2. S_eptemher. (W. T. W.) Die Kaiserin von Ry_ßla_nd _111_ mit dem_GroßfürstenThronfolger und der Großfürstin „Xenia hsuie iriih hisr'durckmereist und am Bahiihoie von mehreren Mitgliedern der russischen Botschaft begrußt wordeii. Zn Prerau, wo der Hofzug gegen 10 Uhr Vormutags eintrai, war_ Erzherzog Karl Ludwig zur Be: grüßung erschienen. Derielhe verweilte bis zum Abgange des Zuges iiii Salonwageii der Kaiserin.

_ Der_Kaiser von OcytErreick) ist heute friih in Protivin eu-igxtronen, von dem Statthalter und dem Bürgermeister empfangen 11115 von der stölkerung mit stürmischen Slava: ruf_en begrüßt worden. Auch in Pisek wurde dem Kaiser Seitens der Bevölkcrung ein sehr warmer Empfang zu Théil. _Das aus Anlaß des___Rßgierungsjuhiläums des K_aiisrs VJc'instaltete Feitjchießegi begann heute Vormittag in1t_e_iii€_i_n Jeiizuge, an _welchem iich die inländischen und auslaiidiich-sn _Schiißexx Mit ihren Musikkapellen und Fahnen, der hieiige Biirgeriiieiiter sowie Drputationen des Gemeinde- raths und des_Centralc0mitéc3 betheiligten. Der Zug bewegte fich vom Rgthhame iiber den Ring in xis Hofburg, woselbst der Kronprinz Rudolf 111 Vertretung des Kaiserß die Huldigung des Schüßrncorps enigegrnnahm. Nach dem Festbanket im Prgker, bei dem der Bürgermeister den ersten Toast auf das Kaiierlixhe Haus ausbrachte, [irgann das Schießen auf der Militärichisßstiitte.

Toblach, 2. Septetxiher. (W. T. B.) Der König von Srrbixn hat heute iriih gegen 7 Uhr Toblach verlassen i_iiidbegiebi iich iiber Adelsberg, wo derselbe die Grotten be- 11cht1ge11 n_)ird, nach Ahhazia, um dasexbst einen mehrwöchent- lichen Auxenihalt zu nehmen.

__Frankreich. Paris, 31.21ugiisi. (Köln. ,tg.) DLT ra7ident d_e_r Nepxiblik tritt am nächsten ontag von ZFVUTMULNSÜU ieme Reiie nach Cherbourg, Havre, Rouen und Elbheusan und wird am 15. Séptémber in Fontaine- hlrau_zur_uck sZiri. Zhu begleiten der General Brugäre, der Oberii _Lichtenjtxm, der Fregatten-Kapitän Cordier, der Major Chamoin un__d Or". Arrividre, sein Privatsekretär.

Die _Koriigiii von Serbien ist gestern Abend nach Bukarest abgereist.

_ 1. September. (W. T. B.) Bei einer gestern von dem __Gem__einderath zu Toulon zu Ehren des MiiiiiterWrafidetiten Floquet veranstalteten Festlichkeit in_elt derselbe _eme Rede, in welcher er an die Einig- ke1t__der Re ublikaiirr gegeniiber den Bestrebungen der mon- archijchen estauranon urid einsr abenteuerlichen Diktatur appellirte. _ Floquet mird morgen früh nach Parißzuriick: kehren; er forme der Marine=Minister Kranz statteten Vor-

!iéucrzemeinschaft zur Erhehung gciangsndcn Abgabe von Branntwcin

mittags dem spanischen Geschwader einen Besuch ab,

und der iuz Großherzogthum Luxemburg bestehenden Branntweinsteuer sich erheblich ver-ztößert hat, liegt die Gefahr einer Schädigung der Inteteffen_der erstgedachten Staaten durcb heimliche Einführung von Braxmtwem aus Luxexnburg mit Umgehung der nach den bestehenden Besttmmungen_zu entrichtenden Uebergangs- bezw. AuSgleicbungsabgabe nahe, und wird dcshalb cine eingehende Konirolc darüber nötbig, daß der Uebergaxi-i von Brgnniwän aus Luxemburg in das Gebiet der Branmwemneuxrgemetnickiait den vertragsmäßigen Vereinbarungen

welches die Gäste mit einem Salut von 19 Kanonenschüffen begrüßte.

Rußland und k*Doleu. St. Petersburg, 1. September. (W. TV.) Das Ge ey, nach w"elchem in_den Kreis_Tschere- powiß éGouvernement Nowgorod) eme Regrerrzngß- kommis ion abzudelegiren ist, welche für die Maximal- dauer von 3 Jahren unter temporärer Außerxrastsehung der dortigen Kreislandschafts-Jnstitutionen diePftichten und Voklmachten derselben übernimmt, ist veröffrntlicht.

_ 3. September. (W. T. B.) Der Kaiich hat gestern Ahend Iljinskoje bei Moskau verlassen, um hierher zurück- zu ehren.

Italien. Rom, 2. September. (W.T_,B. Der König und der Kronprinz wohnten gestern in avrnna de_r Enthüllung des sogenannten Märtyrer-Deykmals bei; der Bürgermeister und der Depuirrtr Baccarim hieltcn_ An- spracheii UeberaU wurden dem König u_nd dexn_§_1rorip_r1nzen enthusiastische Ovationen dargebracht. Die Munizipalität von "Ravenna ab der Bevölkerung den Dank dees Königs fiir den ihm zu TZeil gewordenen Empfang kund.

Türkei. Konstantinopel, 2. September. (W.T.B.) Der Prinz Mahmud Djelaleddin, ein Vetter dec.“- Sultans, ist gestorben.

Rumänien. Bukarest, 2. September. (233. T. B.) Die Königin Natalie von Serbien traf in der lehten Nacht hier ein und nahm bei ihrem Schwager, dein Fürsten Ghika, Wohnung.

Bulgarien. Sofia, 1. Septrmher. (W. T. B.) Bei Tubnißa wurdrn neuerdings drei Per1on€n von Räubern gefangen und forigeschleppt.

Schweden und Norwegen. Malmö, 2. September. (W. T. B.) Der König wurde, als er auf der _Riickreise_aus "Berlin hrute hier eintraf, von der Bevölkerun , dxesichzuriqlen Tausenden auf den Quai?» eingefunden hatte, äu erii enthusiastisch begrüßt. Bei dem von den Notabilitäten der Stadt zu Ehren des Königs veranstalteten Dejeuner hieß der Bürgermeister Ahlström den König Namens allcr Anwesenden in brredten Worten willkommen und brachte ein 01) aufden König aus. Der König erhob sich darauf und mchte 6111611 mit lebhaftem Enthusiaswus aufgenommenen Toast auf den Deutschen Kaiser aws, in welchem er etwa Folgendes sagtr: Jm Schwedenlandy, wo die Gastfreundschaft von jxher L_U jeder Heimstätte Sitte gewesen, könne man (1111 beiden die Gefühle würdigen, von denen er bei der ÖLikahr111s€M Land beseelt sei, nachdem er im Schloss des Deutschxn Kaisers und in der Hauptstadt Deutschlands die herzlichxte Gastfreundschaft genossen. Alle hier Anwesenden ieirn sicherlich im Stande, die Dankbarkeit zu vérstehen und mitzuiiihxen, die er für den ihm gewordenen so iiberaus herzlichen Empiang empfinde und dem er in, 917191?! Trach 5127“ 5511 Deutichrn 571741181,“ “!?-1,1 1735715. 21:5:1-11111 Oi 5156321.“ IZ." Kai1er hahe: dcidmch, 170.7"; rr drm xi-xixiiéhdrcnéi'. Vriiizxxi nicht mir séiii-gii (::-sé) 510111110) NMUN“; hxigélsgi, 50.117; dsmsclhon 5ka'; 111€Ö§1ch11Zßl1ch 9451221911011? Namcii 5511191, i;411-.*.iiici;i1*1ixs:, i!):ii iiW-kixi 217111) 06111 1731781111011“?! Köiiig 18111). dixix-x'; Thcxercii und hochscyahbaren Beweis seiii_er freund- lichen Gesinnungen gegeben. Er sei überzeugt, daß aUe An- wesenden seinem Toast auf den mächtigen Herrscher des Deutschen Reichs, der jetzt auch dem Verbande der schwedischen Streitmacht angehöre, in solcher Weise zustimmeci würden, das; der Toast auf der anderen Seite der OstsLZ lebhaften

, Widerhal] finde. Alle Anwesenden stimmten jubeind in das

Hoch des Königs ein.

Zeitungsftimmen.

Anläßlich der Veröffentlichung der le_tztwckiixzen _Auf- eichnunger_1_ Kaiser Wilhelm's 1. äußert die „Kolnische

eitung :

An dem Tage der Taufe seines fünften Sohnes hat Kaiser Wil- helm 11. durch seinen Haus-Minister dic leßtwilligen Aixszeixhnungen seines Großvaters , des unweracßlichen und underganglichen Kaisers Wilhelm 1. , verö_ffentlichen lassen. Dieiclbcn sind sonaci) zu e'mem Vermächtniß des Kaisers WiWelm ]. an sein gesammte? Volk geworden. Die _Aufzcichnungen_ lassen uns einen Einblick in das Vor den Menicben ebenso_ 7811: wie vor Gott tiefdemiitbige und fromme Gemüth kes entsch1as€nciquiscrs thun, der ergrsiit und rührt. Kaiser Wilhelm 1. blieb iich gleich in ieiirm Gemüth zu guten und zu bösen Stundrn und er war ergeben gigen Gott und dankbar gegen 0112 MensÖen, die ihm wwhlaerhan _und Wohl- gewoÜf, selbst unter dem frischeii Eixidreick von Ercigniiicn, die ein minder starkes Gemüth von den Mcii]chcn abgekchrt Uiid mit Er- bittcrung erfüÜt haben würden. In dem frommen Gottvertrauen und selbst in den Formen, ihm Ausdruck zu geben, ist Kaiser Wilhelm 11. wie in so vielen andern Beziehungcn der echte Erbe i_eines Groß- vaters; ganz unverkennbar in die Verwandtschaft des Geistes, der sich durck) die bisherigen Kundgebungen Wilhelm's 11. zieht, mit dem, der in den bedeutungsvollen Aufzeichnungen Wilhelm's 1. weht.

Z Aus derselben Veranlassung schreibt die „Weimariiche eitung“: -

Der EnkelKaiscr Wilhelm's1., Kaiser Wilhelm11., hat in dank- barer Erinnerung an seinen heimgegangenen _Großvater die laßt- willigen Aufzeichnungen desselben veröffentlicheii lassen, _als ein „Denkmal zur Ehre des Entschlafenen, em Vorbild für Mein Haus und Mein Volk.“ In der That die_ schlichte (Größe Wilhelm's 1. tritt uns in diesén Auszeichnungen in lebendigstcr Weise entgegen. Jene herrlichen Eigenschaften des Gemüths, die aucb der dem Throne fernstehknde Bürger des Reichs an dem Kaiserlichen Herrn bewundern mußte, die ihm die Liebe und Verehrung Aller gewonnen und in denen der Zauber seines Wesens, die Fruchtbarkeit feines Wirkens beruhte, die warme Vaterlandslie e, die tiefe Wahrhaftigkeit, die edle einfach-natürliche Frömmigkeit dcs läubigcn Christen, das feste Gottvertrauen, die dankbare (Gemnung für Alle, denen er fich vrrpflicbtet erachtete, für seine Vorgänger auf dem Throne, wie fürdie Mitarbeiter an seinen Werken, sein Pfiichtgefühl, die unendliche Liebe für das Volk _ alle diese Züge cinch Fürstlichen Charakters von unvergleichlicher Schöne, Würde und Größe finden in den nachfolgenden Aufzeichnungen einen ebenso rührenden wie er- hebenden Außdruck .....

Niemand wird ohne tiefe Bewegung diese Niederschriften gelesen haben, in dknen der Kaiser sein Herz vor Gott aushrcitei, Es iebt nichts Schönerrs als den Einblick in eine reine, edle Menschen eele, die sich faltcnlos, flcckenlos vor uns ausbreitet, wie er uns hier ge- wäbrt ist. Am Sterbebette Kaiser Wilbelm's find wir alle tief- trauernde Zeugen geWesen, wie der Gerechte stirbt; hier aus diesen Aufzeichnungen rntrollt fich vor uns in vollerKlarbeit das Geheimniß des Lebens des Gerechten.

.Die le twilligen Aufzeichnungen Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wil elm 1., Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters, enthalten ein herrliches Zeugniß erhabener Seelengröße und edlen

frommen Sinnes, dessen Kenntniß Ick Meinem Volke x_iicbt vorent- halten will. Ich habe deshalb an dem heu_tigen, für Mein Haus be- deutungSvolien Tage beschlossen, den beikotximenden Auézug aus diesen Aufzeichnungen bekannt zu geben, als _ein Denkmal z_ur Ehre des Entschlafenen, als ein Vorbild für Mein Haus und fur Mein. Volk.“ So lautet die KabinetSordre, in dcr Kaiser Wilhelm 11. die Veröffentlichung dieser Aufzeichnyngen angeordnet hat. Das deutsche Volk schuldet dem jungen Kaiier unendlichen Dank für diese Veröffentlichung: ein herrlichercs Denkmal als dieses kann _Bem heimgegangenen Kaiser nicbt errichtet werden. Und auch dafür durfen wir dankkar sein, daß es am Tage einer naiionalen Feier von so großer Bedeutung, wie es der Sedantag für uns ist, enthüllt wgrd. Denn in der Wesenheit Wilhelm's 1., wie sie _uns hier in seinen Aufzeichnungen in bedeutsamsten Stunden stiUer Einkehr in fick) 161511 und der Demüthigung vor (Zott ent egentritt, verkörpern fich1ene Eigenschaften, deren das deut1che Vol bedarf, u1_n_ fich zu erhalten, was es unter der Herrschaft dieses Patriarchen-KaUers errungen hat.

_ Die „Neue Preußische Zeitung“ schreibt zum 2. September; _

Die Feier unseres nationalen Festtages gewinnt in diekem Jahre eine besonders ernste und hohe Bedeutung. Mit tiefer Trauer denkt Deutschland heute aufs L_ebhafteste an den Heimgang des edlen, ehrwürdigen Kaisers Wilhelm, deß Siegers von Sedan, des Helden, dem es Gott gegeben, das Deuticke Reich in nie geschauter Herrlichkeit aufzurichien, _und_ ?ck so bald darnach ck_iolgten Heimgangs dcs tapferen Kaisers Friedrich, der an den Kämpfen und Siegcn der großen Kriengahre einen 1017errorragcndcn Antbeii gehabt [):-t, der insbesondere auch bei Sedan seine Feidhcrrsntiirhtigkeit fo herrlick) bezeugte. _ _ _ _ _

Die große niedliche Frucht jener Kriegszeiten drs Druischen Reichs hat in diesem Jahre eine ernste Probe zu hcstcixrn gehabt. Weinml mußte unsér deutscbcs Volk und Land tranarnd a_n dem

rahe eines geliebten Kai:,“ers ste_hen, _ und sirhr, dieie _.chwcre Heimsuchung hat in kcinerWeiU, ja nicht im Allergeriiigiten den festen Bestand des jungen Kaiserreichs zu_ erschüttcrn rerniocht, Ju Wunderbarer Ruhr find jene ernsten Kri1en vorübergegangen. Wir glauben nicht, Laß etwas Aehnliches in irgend einem anderen_Lande möglich getresen wäre, und ohne Zryeifel dürreii_wir (19? diese Erfahrung die Hoffnung gründen, da,; das Deut1che Reich feste Wurzeln geschlagen hat und auf eine gedeihliche_ Entwickelung rechnen darf. Auf dem Schlachxfelde von Sedan i1tDeut1chlands Einigung und des Kaiierrcichs Auxrißhtung gewonnen worden _ aber im Frieden wird dasselbe sich weiter entwickeln, das dürfen wir nach der ernsten Preh: dieses Jahres hoffen; _ _ _ _ _

Den größten Dank ichyldet Dei171chland seinen Furiten, _die 1151) einmüthig um den jungcn Kaiser geichaart haben und durch ihr per- idnlichcs Erscheinen bei der Eröffnung des Rcicthages uud bei dem feierlichen Regierungsaiitritt dcs jugendlichen Kaixers bekundet haben, daß fie treu und fest zum Reiche stehen wollsn. _ _ _

Das deutsche Volk dars dies Verhalten der deiiiscöcn Furiéen 1116 ver essen und soll denselben Von Herzen danken und 11? darum detto me r 6111611 und lieben. _

Treue um Treue, _ das sol1 gélien. (Hanz beioridexs von Bayern und Sachsrn war dies reichötrcue Nuitrrtcn tröitlich und höchsten Dankks werth. __ _

Und wie viel hat KaUer Wilhelm's Meerfahrt zur Hebung _des Naiionalycfühls bLigetragen! Welches dcxitsrhe Herz schl_ug 111ch1 lauter bei dcn Berichten vhn jenc-r majeitathchcn, wahrhaft Kaiser- lichen Fahrt nach den nordi1chen Höfen. _ _

Der Sicg von Sedan mit seinen großen Folgen wl] uns nicht hochmüihia machen, wohl aber das Naiionalgxiühl bsleben und heben und das Vertrauen auf des Reichs Bestand 11ärken. Als eincn be- sonderen Segen der politischen Entwickelung unserer Zeit_ betrachten wir es, daß die monarchifche Gesinnung unseres Volkes eine sehr be- deutende Förderung crfahren hat. Bei Sedan hat der revolutionäre Cäsarik-mus die Waffen gestreckt vor der legitimen Monarchie, das Cäsarentbum von Volkes Gnaden vor dem Königthum von Gottes Gnaden, und die nachfolgende Entwickelung entsprieht dem vonom- men: In Deuschland ein mächiigcs Wachsen _der monarchischen Gesinnung durch die jreue, von Gott geicgneie, Weil _n_ach (510!th Willen geführte Regierung unscre's tbeueren_ Kariers Wilhelm1„ in dessen Fußtapscn der erhabene Enkel tritt, _ in Frankrcicb wachsende Zerrüttung und ein bedenklicher Niedergang in jeder Bczichung. Es ist höchst lrhrreicb für die Vhlker, hirr_neben cinandcr zi: sehen den Segen eines festen König11chen_Regiments und den Fluch cinrr redolutionären Republik. Wir meinen, _so[cke Lehre könnte nicht unbeachtet blciben, und vor allem wüten die, welche noch immer ein parlamentariscbes Regiment erstreben, doch etwas aus diesen wahrlich deutlichen Zuständen [ernen. Aber freilich giebt es Leute, die nie etwas lernen _aus der Geschichte, sondern in ihren verkehrten Gedanken ich einspinnen und in ihren alten Doktrinen sich so festfahren, daß ie nicht wieder berauskhnnen.

Ein unbercchenbarer Segcii für unier Volk und Land iit es, daß die großen Helden von 1870 und 71, der große Kanzler und der geistvollc Schlackpiendenker noch im_me_r auf dem Maxie find; ihrer 1011 das deutsche Volk am heutigen Tage mit beionderem Danke gedenken und Gott [oben, der uns diese Männer _so lange erhalten hat. Es ist wohl unerhört in der Weltgeschichte, daß drci KönigZ-Gcnerationcn die großsn Rathgebcr _in KUZU und Frieden glciéherweisc ehren und in ihrem vollen erkkn [1111211 und ihrcs erleuchteten Rathes sich mit vyliem Vertrauen bedicncn. Das ehrt die Könige und _ehrt die Mannxr ihres Vertrauens. Ohne Zweifel gelten die begeisterten Reden diexes Tages dgrum dem Kaner und den deutschen Fürsten, wie auch diejen treubeirahrten Helden im Mathe und im Streife. _ _

Möchte dicser Tag uns A(len eme Mahnung sein, alles Partei- gezänke fahren zu [affen und des Vaterlandes Wyhl in Ein- miithigkeit zu fördern, der Führung _unseres mannhasten, theuren Kaisers folgend. Dann dürfen _mr getrost den kommenden Tagen entgegensehen. .Wir Dcuiiche fürchten Gott und sonst Niemand in der Welt' _ dies schöne KÜNZlékWOkt soll unsere Losung sein. Wir dürfen auf rieren hoffe_n, jedoch nur, wenn wir allczeit gerüstet find zum Kamp. Das wird uns unsere Stellung unter den Völkern Europas erhalten und zugleich auch die Mannhaftigkeit und Tüchtigkeit bewahren, ohne die _ein Volk nicht lange bestehen kann. M_an schelte doch iiicht uber die Lasten, die uns solche Rustung auferlegt; 11e_ werden reich und üherreicb belohnt und aufgewogen durchdie fiitlickieix und materiellen Vortheile, die uns die voUeWehrhaßigkcit giebt. Uxiierem tapferen Heere, unserer guten Wehrhaftigkeit verdanken wir nächst Gott den Sieg von Sedan mit all 1einen großen und segenßreichen Folgen; dieselben Kräfte werden uns auch den theucr erworbenen Segen rr- balien. Nur ein mannbaftes und wabrhaitcs Volk kann Be- stand haben; wo diese erhaltenden Krästr fehlen, tritt innere Fäulniß und Zerrüttung ein. Der fri1che, frohe Glauben, die fröhliche Gottesfurcht, fie gedeihen besser unter einem männlich starken Volke, als unter einem Verivéichlicbten, nur dem materiellen Gewinn und Genuß zugewandten. _ Es sei der Gott, unser Herr, mit dem Deutschen Volk und Reich und mit seinem tbeuren Kaiser und seinen Fürsten allezeit und erhalte uns noch lange die Früehte des blutigen Saatfeldes von Sedan!

_ An die zxvischen Sr. Majestät dem Kaiser und dem General:Feldmar1chall Grafen Moltke gewechselten Schriftstücke anknüpfend, bemerkt die „TiineS“:

Der neueste Posten, welchen der Kaiser dem großen Feldmarschall übertragen hat, wird Leyteren in ziemlich enger Verbindung mit der militärischen Politik des Reichs haitcn. Es wird anscheinend keine Sinecure sein, denn der Kaiier sagt außdrücklich, daß der National-Vertbeidigungs-Ausichuß gegenwärtig der Initiative ermangele, die der Marschall hineinbringen soÜe. Es kann aber kaum angenommen werden, daß die_ deutschen Pläne der nationalen Vertheidigung überhaupt unvoUständig sind, und wir müssen die Worte des jungen Kaisers eher als einen neuen Ausdruck seines Entschluffes

auffassen, die Wirksamkeit der Armee unter (i_llen Umständen auiretht zu erhalten, was es auch kosten möge. Inzwischen hat Se. Majesxat soeben einen merkwürdigen Beweis 1eix1es Wunsches gegeben, die Em- heit der Gefinnungen innerhalb des Reichs zu_fördern, denn er hat den wichtigen Posten als Gouverneur der Provinz Hannover Herrn von Bennigsen, dem Führer der Nationalliberalexi, Übertragen. Wenn dies ein dem LiberaliSmus gewährtes Zugestandznß _bedeutet, dann muß zugegeben werden, daß der junge Souveran die Crivartungen der ganzen Welt widerlegt. Im Ganzen genommen scheint Kaiser Wilhelm 11, ein ausgezeichneter Herr1cher werden zu_ woÜen, enerxyscb und unparteiisch und zur Aufrechterhaltung _des_Friedens entscblonen, indem er sich beständig für einen Krieg bereit halt.

Gewerbe und Handel.

Bei den Abrechnungsstellen der Reichsbank find im August 1888 1 3071610(0 «MQ abgerechnet worden gegen 183800 122 500 „44 im Juli 1). J. und 1127 203 300 .;“; im August 1 7.

_ Vom oberschlesischen Eisen; und Metal1markt berichtet die ,Schle_1'. Ztg.“: Die Robeiienerzeugung schlief den Monat mit dem Betrieb von 27 Kokstocböfen, welche i_cb auf die Cinzelwerke wie folßt vertheiien: Königshütte 6, Lanrahutte 4, Juliénhütte 3, Borsigwerk, Bethlen-Falra-, Donner?marc_k-,_Frtedens-, Hubertushütte je 2, Antonienbütfe. Kgl. Hüttenamt Glexwgß, Reden- und Tarndwißerhütte je 1. Die Reparatur der h_sschadigren Gas- kanäle des neuen Hochofens der Falvahütke iit brrndit u_nd die Aufsteüung einer Dampfpumpe _iiic bexdc Oefen im Gangr. Mit der cesieigerten Rohkiienprodukiion hat aiich die Unternehmungslust für stärkere Erziördsruxig fixh gshoben, _und crfolgt dementsprecheid crack) die Zufuhr von Cixenerz und Eisenstemen, zum Theil auch aus Nicdersckplesien, iii erweitertem Maßr. Die; Ab- fuhr von Roheisen nach den heimischen Verbrauchsxtättcn cntwracb vollkommen dem stärkeren Ausbringen dsSselbrn, und die Preise be- hielten ihre Festigkeit. Hochivertbige Schmeizvrodukte_gai_ten 6- 6,30 „16. _ Die Eisengießereicn sind hinreichend heickéästigt und ishen eincr baldigén Herahminderung ihrer Thatigkeii umidweniger rntgrgen, als noch weitere BeiteUungen_ in _Aizsficht stehen. Größere Maschinentheile, Schwungräder, Riememcbeiben, Signal- ständer 2c. find in Arbeit, und die Appreturwcrkixätren find mit drr Ablieferung kleinerer Objekte reichlich in Anivrucb genommen. _ Dcr Walzeisennzarkt bekundet andaUrrnd eine r-ortheilhaite Tendrnz. Der Puddelörenbltrieb über1chri1t zsitweiie das normale Maß, die Rohschirnenstrccken vrrmorhtrn ichiaiik ihre Auf- träge zu erledigen. Stab- und Sorteneisen, namentlich 1t_ärker_er Kalibrirmig, behielten guten Markt; au_c_5 der Vertrieb _Übcr die Oyt- gienze ließ sich gegen dcn Vormonat hciier an. Die geiteigrrte Bgu- thätigkeit bedingtr eincn ansehnlichen Abzug von Schmxedeenen, Einfachen wie doppelten Trägern xc. Aach die Blrchwalzwerkr warezi in !:rhem Grade in Anspruchckézenommen, um Mit den zum __Tbeil dringlichen Aufträgen nicht rx": tändig zu werden. Ein Herauiiehen der Preise konnte dementsprechend durchdringen. Jm Bxxeicb des nächsten Absatzgebiets kewertheie sick) gewöhnlichxs Staberien mit 14-14,25 „FE: Qualitätsriskn 15,50-16,50 „FC: Krkéblcche 16,50- 17,50 „FC: _ Der Metallmnrkt beobachtete eine fesie Haltung. In der regen Ablieferung von Zink und VW, zun] Theil noch alte Aufträge, fand die Produktion guten Ahzag. Beit: 117. U. Marke bedang 35,80-36 „x_ß, andere gute Marken 33,80-34 „76, und dem Bezugsquantum entivrechend mehr. _

_ Zuckerhericht der Magd eburgerBörse, dei“. 31.21uguit, Mittags. Robzucker. In der aslgemrinen Lage des Marlies hat fick) im Laufe der letzten acht Tage nichts geändert. Von dajciender Waare 1. Produkts wurden nur wenige Pöitchen angeboxen und zu unveränderten Preisen __ 24 „M für 92er und 23 ““. fur 88er _ verkauft, leLtere fast ausicbließlich zum_ Exporx. Die Lager in erster Hand find is auf einzelne kleii-e Partien _ger_aumt, so daß da? Ge- schäft in Zucker alter Campagne tbatsachlich als ahgejchlosien zu betrachten ist. Der Umsatz in effektiver Waare helguit fich auf ca. 39000 Etc., aröfztentheils aus Nachprodukten bestehend. Auf Lieferung per neue Campagne wurden im Laufe der ieytrn Monate iheils zu 7211211, mehr aber noch zu laufenden Preiieii ca_. 582 000_Ctr. abseschloffcn. Raffinirte Zucker. Das Gchhait iii raffinirtexn Zucker erfuhr während der verfioffenen Woche keine Y_erandrrung; die Tendenz unseres Marktes blieb eine ruhige, aher reite und fanden die offekirten Brode, sowie gemahlene Zuckerxzu !ehr gut behaupteten, vdrwöchentlichen Preisen _Nchmer, Alb Stationen: Granulated- zucker, inkl. _,_-ji, Krvstaslzucker, 1., Über 98 “),/o _,_ „jr, do. [1., über 98 % _,_ „16, Kornzucker, exkl., 92 Gd. Rendern. _,_ „M, do. excl. 88 Gd. andem. _,_ „xs, Nachrrydukre, ech. 75 Gd. chdem. 15.20-18.70 =“: für 50 kg. Bei Poiten aus erster Hand: Raffinade, ffein, ohne Faß 29,25 «„ do. fem, ohn? FW 29,00 „x(, Melis, ffein, ohne Faß 28,75 „44, Würselzucker, 1., niitFiste _,_ „46, do. 11., mit Kiste 30,00 „16, Gem. Rafßnade, 1., mtt Sack _,_ „44, do.11., mit Sack 28,25 «16, Gem. Melis, 1., mit Sack 27,25_ 27,50 „46, do. [1., mit Sack _,_ „44, Farin mit Sack _,_ „16 iiir 50 ge. _ Melasse: beffere Sorte, zur Cytzuckerung geeignet, 42_43 Grad BS. (alte Grade) ohne Tonne_2,80_3,25 «16, 80- 82 Brix, ohn.- Tonnr 2,80-3,25 “44, geringere Sorte, nur 1: Brennzwecken passend, 42_43 (Brad BS. (alte_(Hrade1_ ohne _Toane 2,20_2,60 „76 Unsere Mslaffe-NNirungen vcriichm _1icb aUs__alxe Grade (42 Gr. : 1.4118 spec. Gewicht). Die A2itc1ten der Kauf- mann*chaft. _ _

Aungurg,1.Septen'-ber. (W.T.B.) Geivinnzichung der Augsburger 7-Fl.-Looic. 3000 F1.Ser.1548 Nr. 53,600 Fl. Ser. 718 Nr. 88, je 100 Fl. Ser. 837 Nr. 6, Ser. 837 Nr. 95, Sek. 100 Nr. 42, Scr. 100 Nr. 74, Sec. 1293 Nr. 80, Ser. 1417 Nr. 73, Ser. 1519 Nr. 52, Sec. 1519 Nr. 88, Ésr. 1548 Nr. 30, Sek. 1548 Nr. 91, Ser. 1601 Nr. 39, Ser. 1601 Nr. 51, Sec. 1633 Nr. 22, Scr. 2030 Nr 9, Scr. 2030 Nr. 68, je 50 Fl, Ser. 100 Nr. 5, Ser. 117 Nr. 84, Scr. 504 Nr. 35, Scr. 504 Nr. 36, Ser. 728 Nr. 69, Ser. 837 Nr. 48, Ser. 1293 Nr. 100,.-_ Ser. 1519 Nr. 15, Ser. 1519 Nr. 73, Ser. 1601 Nr. 93, je 40 Fl, Ser. 100 Nr. 76, Ser. 117 Nr. 52, Ser. 117 Nr. 57, Ser. 718 Nr. 57, Ser. 1293 Nr. 10, Ser, 1548 Nr. 60, SLT. 1601 Nr. 21, Ser. 1633 Nr. 97, je 30 Fl. Ser. 100 Nr. 29, Scr. 100 Nr. 66, Ser. 117 Nr. 50, Set 504 Nr. 29, Sec. 718 Nr. 98, Sek. 728 Nr. 4, Ser. 728 Nr. 67, Ser. 1293 Nr. 29, Ser. 1293 Nr. 53, Ser. 1417 Nr. 39, Ser. 1519 Nr. 7, Srr. 1519 Nr. 26, Ser. 1548 Nr. 33, Sec. 1548 Nr, 46, Ser. 2030 Nr. 51. _

Hamburg, 1. September. (W. T. B.) Gewiniiiiehung der Hamburger Prämienanleihe von 1846. 10.100.1Mk-Bco. Nr. 63230, 10 000 Mk.-Bco. Nr. 20117, 500) MUNLV. Nr. 27361, je 3000 Mk.-Bc0. Nr. 3657 83449, je_ 2000 Mk.-Bco. Nr. 75771 57615, je 1500 Mk.-Bco. Nr. 39721 47298, je 1000 Mk.-Bco. Nr. 50833 91733, je 600 '.Ut'kaw. Nr". 62833 36792 23428, je 300 Mk.=Bco. Nr. 81834 63149 66687 47912 26571 62812 17208 17231. _ _

Wien, 1. September. (W. T. B.) Zixbung der öiter- reicbifcben Kreditloose„150000Fi.fi_elcn a_us Nr. 46 Ser. 2318, 30000 Fl. auf Nr. 90 Ser. 2318, 15 000 ck51. aus Nr. 41 Ser. 1097, 5000 F1. auf Nr. 39 Ser. 1012 und Nr. 21 (Ser. 1266. Ferner sind folgende Serien gezogen worden: 10, 336, 494, 690, 1224, 1228, 1607, 2074, 2107, 2120, 2136, 2857, 2977, 3218, 3803.

London, 3. September. (W. T. B.) Die Getreidestr- fuhren betrugen in der Woche vom 25._bis zum_ 31. August: Eng- lischer Weizen 645, fremder 42 373, eng111che_§§3eritc_1, fremde 7186, englische Malz-ierite 18 015, fremde _, eng117cher Paier 79, fremder 55 972 Orts. Englisches Mehl 10 743, fremdes 60 515 Sack, 105 Faß.

Glasgdw, 1. Sxptember. (W. T. B.) Dix Vorrätbe von Roheisen in den _Storrs belaufen sich aus 1009215 Tons gegen 916 206 Tons un vorigen Jahre. Die Zahl der im Betrieb befindlichen Hochöfen 86 gegen 85 im vorigen Jahre.

Washington, 1. September. (W.T. B.) Die Schuld

der Vereinigten Staaten hat im Monat August um