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?auptschuldners an den Bürgen halten kann“ insbesondere ann fich der auplbürge so ort an den Rück'bürgen halten, wenn der Haupt chuldner zur. ett des vom auptbürgen gel- tend gemachten Anspruchs m t mehr im nlande belangt werden kann.
_ In einem Waarengeschäft wird zur Beförderun von Waaren aus dem Keller nach dem erster) Sto - werk ein Fahrstuhl benußt , welcher durch dte Kraft der ßädtis en Wafferleitun bewegt wird. Der Ge- brauch des Fahrstuhls, wel er früher jedem der 50 An- gestellten des Geschä s freigesianden hatte, ist da in ejn- geschränkt, daß eine ersonenbeförderung auf demsel en mcht mehr stattfindet, und daß die Bedienungxes Fahrftuhls zum Zweck der Waarenbeförderun durch_zwe1 Personen erfolgt: einen Hausdiener, der die aaren 1m Keller auf den Fahr- stuhl schafft und den Fahrstuhl in Bewegung fest, und emcxn Handlungsaehülfen, der die Waaren im ersten_ Stock m Empfang nimmt und den Fahrstuhl zum Steheqbrmgt. Das Reichs-Versicherungsamt hat anläßlich emer Kataster- beschwerde unter ' dem*8. “September d.'I.,(Nr. 620) den be- zeichneten Betrieb für verficherungSpfltchng erklärt und_ fich dabei über die “rage der Verficherungöpftichngkett hÉpraubscher
ahrstühle im [lgemejnen dahin auSgesprochen: a. 111 hydrau- ischer FaZrstuhl stellt 1ich unter allen Umständen als em Tneb- werk im ““We des §. 1 Absatz 3 de's UnfaÜverficherungsgeseßes und zwar als ein dyrch elementare Kraft bewegtes Werk, welcheö seinerseits TranSportarbeiten verrichtet, dar. „13. Stets verfichert find gewerbliche Fa?rftuhlanlagen, das e1ßt solche, die der gewerb4mäßigen Be örderung von Pe onen, oher Sachen in der Weise dienen, daß die Anlage eme felbstänhrge Einnahmequelle bildet. Bei anderen Anlagen, z., B..e1ner Xahrstublanlage in einem Privathause zur Bequemlrchkett der Bewohner, oder in einem Waarenhau_se zur Herberschaffung von Waaren u. s. w., kommt es daran] an, ob, nach Lage. der Verhältnisse des Einzelfalls darin em „Vetyeb“ 1111 Smne der vorangesührten Gesehesstelle zu erbltcken 111 toder 111 t. 0. Nur die be1 drm Fahrstuhl beschäfttgten, ni t auch die trans ortirten Personen . smd. ver: fichert. Da, wo eine erfo_n nur ge1egentl1ch mrt der Bedienung des Fahrstuhls be1aßt MW, 111 der anrechnung?- fähige Lohn in Gestalt eines Bruchtheils _des Gesammxtage- lohns nach Maßgabe der Dauer der täglzchen Ve1chäft1g11ng am Fahrstuhl festzusteuen (vergl. Bcfchetd 315, „Amtltche Nachrichtcn des R.:V.=A.“ 1887 Seite 121). (1. Träger der Verficherung sind nach dem maßgebenden BundeSrathsbeschluß vom 21. Mai 1885, „Amtliche Nachr1chten des R.:V.:A.“ 1885 Seite 143, die Eisen: und Stahl-Berungxnoffenschaften, soweit nicht der Fahrstuhlbetrieb _ als Bestanhthetl oder Nebenbeirieb eines verficherngßpflichtigen Hauptbetrtebe-I _ zu einer anderen Verustenoffemchast gehört. In Anwendung Hes zu (: auégesprochenen Grundsaßes wurde 111 Hem hetreffenden Emzel- falle bezüglich der Umlageberechnung für d1e ZW- während welcher die Benußung des Fahrftuhls _jedem_ Bedtensteten des Ge- schäfts freigestanden hatte, dahm ent1ch1eden, Haß nur pte- jenigen Angestellten als im Betriebe beschäftt te_ Athener angesehen werden können, welche pen Fahrstuhl edtent, d. “h. in Bewegung gese t und zum Sullstanp gebrachthaben. Fach bezüglich dieser Ar eiter war indessen mcht das ganze Gehalt, sondern nur derjenige Theil des leßteren der Beitragsberech- nung zu Grunde zu legen, welcher als Vergütung für d're Beschäftigung in dem _ von drm Gesammtunternehmen allem verficherung§pftichtigen _ Betrrebe des thrstuhls anztrsehen war; denn nur während der Dauer dteser _Beschäfttgung trug die Genoffenschaft das Rifiko eines etwa1gen Betriebs-
unfalls.
_ Anläßlich der Seitenzs eines Genoffenschaftsvorstandes angeregten Frage, ob die aus Kosten der Berussgenoffenschaft erfolgte Ausbildung eines verleßten rentenbezugsberechtigten Arbeiters zur thrnehmung von Obliegenheiten, 311 deren Erfüllung der Ve1chädigte vor dem Unfalle_ nicht befähtgt war é- ein als gewöhnlicher Arbeiter beschäfngt gewesener Ver- eßter hatte seine Ausbildung zum Werkmerster auf Kosten der Berungenoffenschast bei dem Vorstandx derselben beantragt _), als eine Veränderung der Verhältnime tm Sinne des §. 65 Absaß 1 des UnfallverficherungSgeseßes angesehen werden könne, hat fich das Reichs-Versxcherun Samt unter dem 18. Oktober 11. I. (Nr. 621) dah1n_ausge prochen, daß über diese Frage zwar lediglich im Einzelmüe im vorgeschriebenen Instanzenwege eine Entscheidung zu treffen sein werde, das; indessen, wenn die Ausbildung thatsächltch mit Erfyl durch- geführt ist, die Anwendung heß §. 65 a. a. O. jedema s nicht grundsäßlich angeschloffen set.
_ Der Königliche Gesandte in Oldenbur , Graf zu Eulenburg, hat einen ihm bewilligten Ur und an- getreten.
_ Der General - Lieutenant Freiherr Roeder von Diersburß, Kommandant von Dgrmstadt, ist zur Abstat- tung persön icher Meldungen hier emgetroffen.
Sachsen. Dresden, 24. November. (Dr. I.) Der König hat in einer gestern dem belgischen Gesandten, Baron Greindl, in der Königlichen Villa zu Strehlen er- theilten besonderen Audienz dessen Beglaubigungsschreiben entgegengenommen.
Baden. Karlöruhe, 24. November. (KarlSr. Ztg.) Gestern Mittag traf der Erbprinz vo n Y_n halt in B a d en :B a de n ein und stieg „"im Europäischen Hos daselbst ab. Der Erbprinz wurde von dem Großherzxpg und der Groß : her 0 gin empfangen. Se. Hoheit 1pe1fte Abends bei der Gro herzoglichen Familie.
Oesterreickpllugarn. Wien, 25. November. (W. T. B.) Das „Fremdenblatt“ schreibt bezü [ich des seit wenigen Wo en in Wien erscheinenden Wochen lättchens „Schwarz-
el, “, über welches fich einige deutsche Blätter wegen eines rnkels mit unqualifizirbaren Invectiven gegen Deutsch- land und das österreichi1 :deutsche Bündni heftig aus- ließen„ daß die zweite umme: dieser 0 enschrif1 mit dem 111 den deutschen. Blättern behandelten Au saß von der SxaatSanwaltschaft mtt Beschlag belegt worden sei. Hieraus set Zu ersehen, weshalb dte von den deutschen Blättern so ern genommenen Emanationen des Wochenblattes, hinter welchem Niemand |ehe_ als dessen Unternehmer, hier ganz txnheachtet und une1w1dert geblieben seien. Als charakte- rrfnsch laubt das „Fre1ndenb1att“(erwähnen zu sollen, daß dteses ochenblatt ausschließkch m der ftanzöfischen und
rusfischen Presse eine reklameartige Vertretzmg gejundßn habe, und daß speziell der Artikel welcher dte Inmgnanyn der deutschen Blätter hervorgeru en, unix der_ Kenntmß des österreichischen Publtkums durch das Ems re1ten der Staats- anwaltschaft recht eitig entzogen worden„ chqn am nachftxn Tage vollinhaltli in dem amtlichen „Dnjewmk Warschawskt“ abgedruckt worden sei.
Spalato, 24. November. (M.T-B.) Das deutsche Schulgeschwader ist heute Vormutag unter Salutschüffen in den hiefigen Hafen eingelaufen. ContrßAdmtral Hollmann, der Schiffsstab und der Militär-Attaché ber der dxutschext Bot- schaft, Major von Deines, landeten und befichngten m, Pe- gleitung des Statthalterei-Raths TruHa, des Hafenkaptxans und des deutschen V1ze-Koonsuls den om und d1e übrtlgen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Rückkehr an Bord erfo gte uit)? 3 [?thr Nachmittags, worauf das Geschwader nach Cattaro a amp e.
ara, 25. November. (W. T. B.) Das deutsche Ges wader ist, von Spalaw kommend, _heute früh 9 Uhr in die Bocche eingelaufen und hat vor Meljme geankext. *
Pest, 24. November.“ . B. Im Frnanz- ausschuß des Ab eordnetenhau'ses wurde heute Abend das Wehrge es vom finanUellen GefichZSpunkte aus berathen. Im Lauf der Debatte erklärte der M1n1|er für LandeSverthrid' ung, jervary, eine Erhöhung des Fnedetxs- standes sei 111Yt in Ausstcht genommen; in Folge der tm Geseß vorgesehenen Reform würden nur die,budgetmäßtgen Yieden-andres vollständig vorhanden sem; dtes wxrpe kerne
hraußgaben verursachen, da solche durch admtmstratzve Verfügungen auL-geglichen würden. Das Gesetz werde mcht eine Erhöhung des Friedensstandes zur Folge haben, sondern biete nur die Möglichkeit hierzu. Aus der Erhöhung des Rekrutenkontingents [affe fich das Recht 'zur Erhöhung des Iriedensstandes nicht ableiten. S_ollte 11126 der gemxmsame riegs=Minister für nothwendig bennden, so werdx dreser es vor den Delegationen motiviren. Hterauf wurde 1316 Vorlage angenommen und beschlossen, die Erklämng des Munstßrs in den Bericht aufßunehmen, daß aus dem Geseß keme weiteren Mehrausga en als die in demselben aufgeführten er- wachsen werden. , ,
Das Abgeordnetenhaus nahm. mtt überwregender Majorität die Geseßentwürfe über 1112 Schcxnkgexälle und die Regalienablösung als Grundlage 1ür dre am Montag beginnende Spezialberathung an.
Frankreich. Paris, 24 November. (W.,T. B.) 'In dem heutigen Ministerrath theilte der Kmegs-Mjmster de Freycinet mit, daß er gestern die mit der Vorberathung des außerordentlichen Kriegsbudgetjs betraute Syb; kommission aufgefordert habe, den Berrch_t 1chleun1g1t zu Ende zu führen, damit noch vor JahreNchluß das Pro- gramm votirt werden könnte. , „
Der Quästor des Senats und ehemalrge Genrral-Drrektor der Posten, Rampont, ist heute gestorben.
"11 der Deputirtenkamm er brachte heute dßr boulan- gistis e Abg. Laisant einen Antrag em , , du- Ueber- refte des m 2. Dezember. 1851 gefaklenen Deputtrten Baudin in das antheon 'zu übertrkgen. Der Radikale Barodet konstatirte, daß er einen gleichen Antrag bereits gestellt habe. Floquet gab seinem Erstaunen Ausdruck, daß dieser Antrag nunmehr von einer Kammerstaktion ausgehs, welchc? mrt den Vonapartisten verbündet sei, denn Vaudin sei Republtkaner ge- wesen. Floquet bes1ätigte zugleich die AngabeBaropet'H mrd nahm für dessen Antrag die Priorität und dte Drnxgltchkea in Anspruch, im Uebrigen gehe der Antrag „Barodet m_etter, als derjenige Laisanl's, denn er erstrecke fich auch auf dre, Ueber- reste von Hoehe und Marceau. Laisant trat 1111 du». Prio- rität feines Antrags ein und sa te, er frinpublrkaner, aber von der gegenwärtigen Republi nicht bcsnedtgt, welche durch die Orleanisten geleitet werde. Floquet erwiderte, er habe niemals in irgendeiner Verbindung mit dem Grafen von Paris gestanden. (BeifaU.) Die Kammer bewilligte dem
Antrage Barodet die Priorität und lehnte mit 470 gegen 21 .
Stimmen die Dringlichkeit des Antrags Laisant ab. Die Berathung des Bud ets wurde darauf fortgesetzt.
Wie die Blätter me den, beorderte der Marine-Minister Kraus auf Antrag Goblet's ein zweites Schi1_f _zur B'e_theiligung an der Ueberwachun der osta1r1ka- n11chen Küste behufs Verhinderung des klavenhandels.
Nach einer Meldung aus Saigon hat der Kolonial- rath auf Antrag des General-Gouverneurs eme Vorlage angenommen, betreffend eine Anleihe von100Mtllio- nen Francs, die, garantirt durch Cochmchina„dazu bestimmt ist, emen Beitrag für die Kosten der ersten Emrichtungen in Tongking zu gewähren.
_ 25. November. (W. T. B.) In einer_ von der Patriotenliga heute Nachmittag im Wagrammale ab- gehaltenen Generalversammlung hielt Dérouléde eine Rede, in welcher er fich vorwiegend mit der inneren Politik be- schäftigte. Unter Ruhmeserhebungen auf _Boulanger und heftigen Angriffen gegen Ferry, Floquet, dte Oppo'rtunisten und „das Parlament führte Dérouléde aus, daß die PatNoten-Liga zwar stets eine patriotische, aber vor Allem eine mehr wie jemals Boulanger ergebene Vereinigung sei. Boulanger sei nicht der Angreifer, sondern ' der Vertheidiéer. „Wir wollen die Republik, den Forts rut, Gerechtig eit, Freiheit, die Nevifion und Neuwahlen. ir vergessen nicht die Befreiung des Gebiets, aber wir wollen ni t den Krieg, wir woklen die nationale Vertheidigung. ' Nie er mit der Jrlamentarischen Republik, es lebe die nahonale Republäk!“
oulanger wohnte der Versammlung mcht bei. Die Ver- sammlung verlief und schloß ohne ernsteren Zwischenfall.
Heute Abend fand in dem in der Nux Rtchelieu belegenen Restaurant Lemerdexey ein Boulangtstenbanket statt. Von 8 Uhr ab hatte die Poli ei den Wa enverkehr in der genannten Straße untersagt. s hatten fi nur wenige Neu- gierige eingefunden; drei oder vi_er Pert onen wurden verhaftet,weil fie „es lebe Boulanger, meder mtt loquet“ stufen hatten. Um 9 Uhr begannen die Theilnehmer am Ban et ein-
utreffen. Die Ankunft Boulan er's veranlaßte keinen Zwischen-
?all, überhaupt fanden keinerlei uhesiörungen statt. Um 111/-_, Uhr Abends traf Boulanger wéeder in seiner Wohnung em; die in den Straßen, welche Boulanger pasfiren mußte, aufge- stellten Polizeibeamten verhinderten jede Kundgebung. Zahl- reiche Mitglreder der PatUoten-Liga, welche ,die Place de la Concorde hatten verlassen müssen, nahmen mdeffen Wagen, umringten mit denselben den Wagen Boulanger's und brachten dem General Ovationen dar, als er den Industrie: Palast pasfirte. Während des ganzen Abends nxurden _etwa 40dPer1onen verhaftet, von denen jedoch die me1sten mteder fretgelaffen wurden.
_ 26. November. (WT. V) Bei den ge “en Erfah- wahlen zur Deputirt'enkammer tm artement Cätes-du-Nordwurden 2Konservat1ve ewählt, bei der Stichwahl im Departement Var fisgte Clu erxß
Bei dem gestrigen Banket hielt Boulamger eme Rede, in welcher er gegen die allgemein verbreilketen Anfichten protestirte, daß er aggressive Hintergedanken habe, und _an die Worte erinnerte, welche er 1886 bei dem Feste 1m Hipvoxrom sprach:" Jedes Volk, welches leben wolle, müsse stark sein. In der gegenwärti xen Laß;2 Europas, angefichts der von asien Nationen getro ffenen aßnahmen, würde Frankreich weniger in Sicherhett lehen, wenn es weniger gerüstet, weniger vorbereitet“ als seme „ Nachbaren wäre. Frankreich sei wohl eifersüchtig auf seme “Recht?, trachte aber doch nach dem Frieden und schütze dre Arbeit. Er seinerseits , mehr Patriot als Soldat,
wünsche sehnlichst die Aufrechterhaltung des Friedens, es gebe aber zwei Arten des Friedens: den Frieden , um welchen man bittet, und denjenigené welchen man durch
eine feste und würdige Haltung au erlegt; der “leßtere sei allein derZenige, welcher den Franzo en gezieme. Boulanger fra te als ann, ob Jemand wagen würde, ezine andxre SpraZ: zu hren, und verwünschte die gegenwärnge Polttzx, wel die Kräfte des Landes zersplittere und den trügernchetz An: schein von Schwäche erwecke _ er sage, einen txügertschen, denn jeder Appell an das Vaterland würde. dle, innerezr Zwiß1gkeiten aufhören machen. Bqulanger grxff h1erauf dre Politiker heftig an, welche, um dre Flttter .emer vorüber- gehenden Gewalt zu erhalten, _fast dienstferng das Mitletd des Auslandes anstehen. Ansp1elend auf „Ferry, behauytete Boulanger, das Volk habe den wrrkltch Schuldtgen an den Pranger gestelXt; derselbe habe, obwohl er die Ge- fahren, die rankreicb bedrohen, gekannt habe, Soldaten, Schiffe und eld in Tongking verschleudert. Schließlich bx tonte der Redner die Nothwendigkeit, 'das Uebergewicht der materiellen Interessen zu bekämpffen, dre gn Stelle von edlen Triebfedern getreten seien, und orderte seme Anhänger auf, der Patrioten-Liga Beistand zu gewähren.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 24. November. (W. TV.) Das „Journal de St. Pétersbourg“ weist auf die Kundgebungen herzlicher Symp_athie hin, deren Gegenstand der Groß1ür1x- T ronsolger während seines Aufenthalts in Verltn Seitens Sr. Majestät des Kaisers, des gesammten Hofes und der Be- völkerung gewesen sei und bemerkt dazu : Man ist glück- li bri uns, diese Kundgebungen vzrze1chnen zu können, ob chou keineswegs überrascht davon, angefichts der persön- lichen Liebenswürdigkeit des Großfürsten -_Thronfolgers _und bei den innigen Beziehungen. per Freunwchaft, die lzwi1cben den beiden Kaiserlichen Fannlten estehen. Das B att kon- statirt ferner den friedlichen Charakter der vom Kaiser Wilhelm
gehaltenen Thronrede.
talieu. Florenz, 24. November. (W. T. B.) Der Gro fürst und die Großfürstin Sergius von Ruß- land find von Brindisi hier eingetroffen.
Schweiz. Bern, 24. November. (W. T. B.) Der BundeSrath hat den Beschrüffen der internationalen .Kon- ferenz, betreffend die Herstellung einer Karte des Boden- sees, seine Genehmigung_ertheilt. „
Der - Bundes-Prä1ident Hertenstein mußte nch heute wegen Aderverstopfung einer Amputation des limken Beines, oberhalb des Knies, unterziehen. Die Operation ist gelungen, der Zustand des Patienten befriedigend.
_ 26. November. (W. TV.) In der gestern im Kanton Bern stattgehabten VolkSabstimmung wurde die Frage: ob eine partielle Revision der kantonalen Ver- f as 1 ung vorgénommen werden solle, mit 28820 gegen 23183Stimmen verneint. _ Im Kanton Zürich wurde gestern bei der Wahl eines Mitgliedes in den National- ratk) der radikal-demokratische, von der Arbeiterpartei unter- stüßxe Kandidat, Redacteur Locher, mit 8845 gegen 5597 Stimmen, wel e für den gemäßigt-liberalen Kandidaten Bert- schinger abgege en wurden, gewählt.
Rumänien. Bukarest, 24. November. (W. T. V.) Das_ Ministerium hat fich wie folgt rekonstituirt: Theodor Ro1etti, Minister-Prkxsident, Carp, Minister des Aus- wärti en, Stirbey, Minister des Innern, Vernesco, Justiz- Mini 1er, Alexander Lahovary, Domänen=Minifter, Marghi- loman, Mirxister der öffentlichen Arbeiten, General Mano, Kriegs-Minifter, MajoreSco, Minister des Unterrichts, Germani, Finanz-Minister.
_Tänemark. Kopenhagen, 25. November. (W.T.B.) Anläßlich der Rede des Präsidenten des Folkethings gegen die Tbeilnahme an den Jubiläumsfestlich- keiten des Königs hat die Rechte des Folkethings gegen die von dem Präfidenten „im Namen des Folkethings“ ge- thanen Aeußerungen einen Protest eingebracht, der am Dienßag in der Kammer zur Erörterung kommen“ soll.
Zeitungsftimmeu.
Die „Staatsbürger-Zeitung“ schreibt:
In der Tbronrede verdient solgender Y,?ffus eine ganz besondere Beachtung: „Als ein themes Vermächtniß eines in Gott ruhenden Ferm Großvaters bgbe Jeb die Aufgabx übernommen. die von Ibm
egonnene sozialyolittsxbe Geseßgebung wrkzufübren. Ick gebe Mich der Hoffnung, mcbt hm, daß durch gesetzgeberüche Maßnahmen die Noth der Zart und das men1chliche Elend fich aus der Welt schaffen lassen, aber Ich, erachte es doch für eine Aufgabe der Staats- gewalt,_ auf dre _L_mderung vorhandener wirthkcbaftlicber Be- drängntne nczcb Kraxten binzuwirken und durch organische Ein- richtungen dre Bethatigung per auf dem Boden des Christen- tbuxns erwachsenden Nachstenltebe als eine Pflicht der staatlichen Ee1ammtbeit zur Anerkennung zu hringen.“ Mit diesen Worten hat der Kaiser den Standpunkt des ab1oluten Gebenlaffens und des radi- kalxn Hmauöwenens der Staatsgewalt aus den wirtbscbastlicben und soztalen Fragen abgelehnt uny anerkannt, das; der moderne Staat auch seinerseits initwirkeq mu , dte Lagx der weniger bemittelten Klassenzy verbessern. Hierin tft unt Recht eme Pflicht der staatlich“en Gemein- schaften und die vornxbmste ideale Aufgabe des deutschen National-und Kulturstaates zu erbhcken. Wir wissen sebr wobl, daß auch für den Staat die Möglichke1t der Einunrkun nur eine beschränkte ist, daß an der fortschreiterxden Lösung der gro en Kulturfragen der Gegenwart und der Zukunft die Einzelnen, dteÖemeinnüßigen Vereinigungen aller Art, die krrcblichen Verbände, die emeinden 2c. mitzuwirken caben ; abu wir erkennen am!) an, daß es weite Gebieie giebt, auf welchen nur die Reichngseßgebung und die Reichögewalt, als Vertreterin der gesammten wtrtbschaftlicben Interessen des Volks, einzuwirken ver-
mag und einwirken muß. Darüber muß die ganze deutsche Nation
einig sein, daß das Reich fich grundsä sicb einer sol en Kulturart a nicht entziehen Hark, daß nur dann dux3 soziale Fried? und eine txt ix: nationale Entmckelung geficbert ist. .
In dem entschlossenen Vorgehen des Kaisers, wie es in der Tbroyrede zum Anodruck kommt, erblicken wir ein neues großes Verdmxft desselben 1_1m Deutschland. Jene Definition des Liberalismus, welche zu der Verrymderung der Aufgaben des Staats, in der aus- schlteßltcben Verwnsun des “Emselnen auf die Selbstbülfe, in der Verwerfng aller wtrt [cbaftltckoen' und sozialen, öffentlich rechtlicben Orgqmsanonetz dxn Frexfinn erbltckt, welche den Freihandel mit der p.oltttfcben Fretbett gemffermaßen idmti zirt, welche in wirtbsckaft- luden Dingen dxn Staat nichts. thun la en will, weil er nicht alles tbu'n kcznn, - dtese Art von L_tberaliSmus ist mit Recht durch die Karserluhen Worte ganz entscbreden verdammt worden. . . .
_ Unter der Ueberschrift „Hamburg und die nationale Produktkan“ lesen nur in der „Deutschen volkswirth- schaftl1chen Corxeépondenz“:
Als die' neue W1rt_schaftsvolitik in Deutschland durch, das be- kannte Sebrethen des_Rctchskanzlers an den Bundeßratb vom 15. De- zember 1878 mauaurtrt wurde, dessen leitende Gedanken Verminde- rung der dtrekten Steuxrlast durcb Vermehrung der auf indirekten Abgaben bxrubenden Einnahmen des Reichs und Schuß der natio- nalen, Arbert Waren, urzd als auf Grund dessen das Prinzip der all- gememen Zollvflxcbttgkett aller über die deutsche Grenze eingehenden Waarxnarttkel „ms Auge, gefaßt worden war, wovon nur die fur dre anufine nothwendmen'Robstoffe ausgenommen werden sollten, welche 111 Deutschland gar mcht_oder_ in nicht genügender Menge erzeugt werden - „da wgr es 111 erzter Linie die Kaufmannschaft Fambyrgs, lecbe 11ch mtrgryßem Elfer gegen eine Aenderung der tsbertgen Wtrtbscbaftspobttk m Deutschland aussprach, indem fie den Untergang des deutschen über1eeischrn Handels durch Erhöhung und Verxnebrun ,der'ZoUnbranken süc_befie;1elt hielt und den Ruin der deu_t1chen “eejcbt abrt und mit ibm denjsnigen der deutschen Hansestadte vorausmgte. „_
Nichtß yon alledem ut eingetreten. Im Gegentbeil, Deutsch- lands _See1cb1ffabrt bat fich zu großer Blütbe xntfaltet; die deutschen See lczße haben an dem Ayffebwrane der deuxschen VolfSwirtbscbaft selYt m umfaffendster 'Wene Thul genommen und drr dsutsche über- seet1che Handel bat eme große Außdebnung erlangt, wie man es früher 111cht_zu abnen wagxe. Allerdings bat siti) die deutscße Industne wett schneller ent_w1ckelt als der Konsum im Jnlande; hier- von abxr haben upfere großer; Exvortvxäye gleichfalls einen erheblichen Vortbe1l_gehabt, mde_m 112 _1ur den Abloy der heimischen Crzeugnise auf den aux'landrschen'Markten'rmmer m:bc cintrrren konnten, während unsere Industne 1edem_Wm'ke, w_elcher ihr von den Seepfäßen zur Erhohung der Cxportfabrgkett z„ugmg,_ brreitwiÜig folgte, sodaß fich zrrztscbrn Großhandel und G:oß1n_ru1tr:e uach und nach eine auf gegrn- fettige? Vertrauen gestüßte Annaherung angebahnt hat, welche ebe- mals 111 Deutschland vergebltch gesucht _wurde, nunmehr aber nach den; Apscbluß _unserer bezden grrzßrn H1n1estädte an das deutsche Zoll- gebiet tbren Etnfluß m 1egen§rerch11er Weise geltend machen wird.
, In der leßterexxHoffnung werden wir erheblich bestärkt, wenn von; die Handelsstaxntrf Hamburgs zur Hand nehmen und einen Ver- glerck) axntrllen zw1schrn der Emfubr Hamburgs aus Großbritannien zmd denentgen_aus dem dxutschen Hmterlande sonst und jest. Es ist xa bekannt, 1111sz man ficb m_Hamburg ehemals mit großrr Vorliebe dem Vertriebe etxglt1cher un_d aucb sranzöfifcher Waaren widmete, Welche auf dem Seewege leicht zu bgzteken, 1_m Auslande große Achtun gmoffen und 151111 drsbalb ganz_ be1onYers fur den Handel eigneten. euerdinas bat 1ch dies wesentlich geandert, naxbxzem die deutschen Erzeugnisse auf d_em Weltmarkt wegen der Solidaat und des Geschmacks ihrer Aus- frrbrung „bedeutend an Ansehezt gewonnen und 111411 alLein den eng- ltscben _Etsen- und Texttlfabrrkaten nichts mehr nachgeben, sondem aucb m1t den sogenannter] Parrser Waarxn vielfach in die Schranken zu treter als wohl geetgnet fich erwie_1en haben. Welchen Einfluß aher x_xe1er UmFtand nach und nach aus die Hamburger Importver- haltm11e angeubt_bat, rnag man aus folgenden Angaben entnehmen. , amburg? Emfubr'm Millionen Mark: un _ urchschmtt tm Von Großbritannien land- und tm Jabre Gamen und Irland flußwärts 1846-50 409,2 129,7 158,5 1851-60 670,2 200,1 266,7 1861-70 996,6 329,3 410,8 1871-80 1727,8 473,6 773,7 1881-85 2121,5 430,5 1114.8 i. J. 1886 2080,7 394,6 1090,8 i. J. 1887 2285,8 _ 417,1 1177,1
D1e_Etnfub_r Hamkzgrgs gewahrt ein Bild von seiner Ausfuhr, dg nur ern verhalxmßznaßtß kleiner Theil der nach Hamburg impor- ttrten Waarxn da1elb1t.k9n1umirt wird. So ergiebt skb, daß am- buxgs Vertrieb von,br'1t1schen Waaren seit Mitte der vierziger abre (1111 das ZZfache, derxemgen deutxcher dagegen auf fast das Achtfacbe ft'teg. Ist_fer11er dre_Zuful)r brrttscher Waaren nach Hamburg neuer- dmgs betrachtlich zuruckgegangen, so hat sich diejenige deutscher Waaren fast konstant vermehrt. "Jm Jabre_1887 machen die deutschen Waaren drm Werth nach sogar uber dre Halfte der ge1ammten Hamburgischen Etmuhr _aus, dre britischen Artikel betrugen hiervon nur ungefähr: 1/5, m den funf, Jahren 1846/50 dagegen bxiief fich der deutsche Antbetl an der Ernfubr Hamburgs nur aus* 38,8 0/c1, derjenige englischer Waaren auf 31,7 %. Offenbar find dre1e Verbältniffe derartige, daß unse_re Jndustne wohl damit zufrteden sein_ kann; wenn man nun erwagt, daß _der xoebxn zur T_batsache gerejste Zannscbluß Hamburgs emeqnocb wett guysttgere Gestaltung d1e1er Verhältnisse in fichere Außncbt stellt, sy 11t _qu wiederum eine Errungenschaft unsrrer natio- nalen W1rtbscha1t5polmk, dre wahrlich korb angeschlagen werden muß.
Jmtsblatt des Reichs-Postamts. Nr. 48. _ Inhalt: Verfugungen: Vom 20. November 1888: Zulässigkeit von Post- packeten tm Verkehr nut Süd-Australien.
Statistislhe Nachrichten.
_ Ueberücbt über, die Zahl der Studirenden auf der Kontgltchen Untversrtät zu GreifSwald im Winter- Semester 1888/89. BorläufigeFeststellung. 4.Jm Sommer-Semester 1888 find tmmatnkulirt gewesen 1049. Davon find: 3. ver- üorben -, 11. abgegangen mit Exmatrikel 379, c:. Weggegangen, obne fich abzumelden und daher gestrichen -, 11. gestrichen auf Grund des §. 13 der Botschaften für die S_tudirenden xc. vom 1. Oktober 1879 _, s. gestrichen aus sonnigen Gründen - zusammen 379. Es find demnach geblieben 670. Dazu sind Zn diesem Semester gekommen_ 190. Die Gesammtzabl der immatrikulirten Studirenden betragt daher 860. Die tbeologi che _Faxuxtät zählt 5Yreußen 243, Nichtpreußen 57, zusammen 300. ie juristtscbe Fakultat zahlt Preu en 60, Ntchtpreußen 3, zusammen 63. Dte medizinische Fakultät zäht Preußen 374, Nichtpreußen 31, zu- sammen 405. Die philosophische Fakultät zahlt a. Preu en mit dem Zeugniß der Reife 69, b. Preußen ohne Zeugniß der Rei e_, xtach §. 3 der Vorschriften für die Studirenden der LandeSuniverntaten vom 1; Oktober 1879 16, a. Nichtpreußen 7, zusammen 92. 8. Außer diesen immatrikulirten Studirenden haben die Erlaubrzt zrzm _ören der Vorlesungen vom Rektor erhalten: nicht immatn ations gbige Preußen und Nick) reußen 12. Die Gesammtzabl der Berechngten tft tt_ntbin 872. on diesen Berechtigten hören Vyrlesungen: 44. von ?m immatrikulirten Studirenden: in der tbeologrschen Fakultat 300, m der juristischen Fakultät 63, 'in der medizinischen Fakultat 404, m der philosophischen akultät 91„ zusammen 858. Vorn Hörezt der Voxlxsungen diSpen 1rt smd: in der theolo ischen aku_ltat -,'1n der
ilLiiscben Fakultät -, in der medizinisZen Fa tat 1, ,m- der Ob sopbkscben Fakultät 1, zusammerr 2. 1313. Von den Yrbrtgen be- rechtigten Personen: Nicht immatrikultrte Preußen und Ntchtpreußen,
welche vom Rektor die Erlaubniß dazu erhalten haben, 12. Die l;?esYömtzahl der Berechtigten, welcbe Vorlesng hören, ist mit- n . -
- Die Nr; 423 (Noyember 1888) der .Mittbeilungen der Grq herzoglrcb bessi1chenCentra1fielle für die Landes- fiatt tk“ hat folgenden Inhalt: Morbtdität in den Heilanstalten im Großherzogtbum Hessen 1887. - Handwerker- und Kunstgewerbe- Scbulen tm Großherzogtbum Hessen 1887/88. - Meteorologische Beobachtungen zu Darmstadt Oktober 1888. _ Meteorologische Beobachtungen zu-Scbweinsberg Oktober 1883. - Meteorologische Beobachtungen zu Kassel Oktober 1888. - Vergleichende metwrologiscbe Beobachtungen Oktober 1888. _ Preise der gewöhnlichen Verbrauchs- gegenstande Oktober 1888. - Sterbücbkeitßverbältniffe Oktober 1888.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Der vorliegende fiebenunddreißigste Band der im Verla e vog S. Hirzel in Leipzig erscheinenden „Publikationen aus degn Konig_lr'ch, preußischen StaatSarchiven“ enthält die von dem Komqltchen Rath und Bibliothekar zu Hannover, Dr. Eduard Bodemann, _berauSgegxbenen Brief der Kurfürstin Sophie von Han_nover an dre Raugrafinnen und Rauarafen zu Pfalz. Auf dem „ebeltcben Leben d_e_s Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz, des Bruders, der Kursurstitz Sophie, lag ein dunkler Schatten. Seine Gemablm Charlotte, dre Tochter des Landgrafen Wilhelm von Hessen- Kaffe_l und _der _bocbfinnigen Amalie, erwiderte die Liebe des Kurfursßen mtt Kalte und stolzer Zurückhaltung; ibre Launen- baFttgkett und tbr widerétrebender Sinn ließen kein harmo- ni1§bes Zusqmmenleben ankommen. Zuleßt mehrten sich die Mißverhaltmffe derart und ward die' Abneigung des Kurfürsten gegen [eme Gemahlin_s_o stgrk, daß er seine Neigung dem anmutbigen und rxtxbegabten Hof1raulem derselben, Luise von Degenfeld, zuwandte zmd d1e1_e sogar am 6. Januar 1658 al_s zweite Gemahlin, mit dem rhr verluberzeerßtel .Raugräfixx zu Pfalz“, sicb auftauen ließ. Aus dieser zwan tgjahrtgerr morganat1_1chen Ehe entsproßten 14 Kinder, von Yenen xedo 6 _m „stuber Kindbett verstarben. Mit schweren Sorgen uber dre Zukunft ihrer Kinder war die Rauqräfin Luise gestorben und batte noch auf dxm S_terbebxtte dieselben derFütsorge der KurfürstinSopbie von Hanuyver 1nntg1t empryblen. Als dann Kurfürst“ Karl Ludwig am 28. August 1680'starb, bmterließ er diese Kinder ohne gesicherte Sub- 11stenzmtxtel, da er tn Betreff ihrer Versorgung unentschlossen und wandel- bar geblteben war. Da war es die Kurfürstin Sophie von Hannover, xvrlcbe fich ker unglücklichen verwaisten Kinder ihres so geliebten 1el_1gen Bryders als ein wahrer Schutzenßél, erbabrnen Herzens und um _gnxrmuxltchxr_(5)roßm11tb annahm. iese Liebe und Fürsorge der ._Kursurnm fur d1e1elben zetgen die vorliegenden, seit dem Todesjabre ihres Bruders anmdie Narzgräßnnen uyd Raugrafen gerichteten Briefe. Dte_ Art und_ Wene, wre 11e ihre Hülfe bot, die Einkleidung, wekche src tbrrUÄ (_He1ck1enken gab, um mcbt (_mf irgend eine Weise ihre „Herz- lteben Baken und Neff'en' zu demütbmen, zeugen von einem sehr edlen Hrrzen. Aber _guch tn andern Beziehungen find diese Briefe von großem Zyxerene und Werth. Btexen xieselben auch keine groZe renz _poltt11che Auxbeute 11nd_ Aufschlüne, so doch wertbvo : Bextrage zgr_ ©e1ch1cht_e „171111111111 bedeutender Persönlichkeiten jener Zett und [mern uys em tnterenantes und in hohem Grade unterrich- tendes Kulturbrld jenxr Tage. Besonders auch das Leben und Treiben an den deutschen Füxnenböfen am Ende des 17. und im Anfange des 18. Jahrhunderts trrtt uns aus ihnen anschaulich entgegen. Ein re1ch26 Matertal _bieten „di.: Briefx für das Leben der Kurfürstin Sopbre und geWabrxn xmrgx höchst interessante Einblicke in deren Charaktxr 11:11) Per'1önlrcbkett; “lebeysvoll spiegelt fich ihr Zanzes Wesen m d1e1en_Yrtefen ab; wre dre im 26. Bande der „Publika- ttorzex! aus dxn Kontglub preußxscben Staatsarchiven' beraußgegebenen Brme art 111re_n Bruder, "syruben von Geist und Humor, launiger Munterkett, W113 und krasti1cher Ausdrucksweise.
- Als Nachxrag zur 18. Auflage des Buches .Der Dienst des Jnfantertß-Unterof_1izier§' von F. G. Graf von Waldersee, Komgltcb preußnchem General-Lieutenant, ist soeben in R. _Gaertner s Verlag _(Hermann Heyfelder) zu Berlin (ZW„ Schonebrrgerstraxx 26), er1ch1enenx ,Ererzieren und Garnison- wachtdtenst ur d_en Infanterie-Unteroffizier“. Der vorlxegende Nachtrag 511th 'die Kapitel Tl? und 8711 in neuer Be- arbeitung nach dem Exerzter-Reglement für die Infanterie vom Z. O1k8188er 1888 und der Garnüondienstvorschrift vom 13. Okto- er .
Sanitätsy Veterinär: und QuarantäneWesen. _ S panien.
Zusolge einer in der . Gareta de Madrid" veröffentlichten Bekanntmachung drr General-Dzrektion des spanischen Gesundheits- amts vym 14. November 1888 M in den spanischen Häfen gegen die Provemenzetx von der Insel Santa Cruz de la Palma (Kana- rtsche Jn1eln) wegen Ausbrucbs des gelben Fiebers Qua- rantane angeordnrt worden.
Getverbe und Handel.
Bserlin,24.Noyeuzber._(WochenberichtfürStärke,Stärke- fa_brrkate und Hul1ensrüchte vo_n Mar Sabersfy.)1a„ Kar- tonelmxbl 28-29 „se, 14. Kartoffelstärke 2711-2811 „46, 118. Kat- toffelstar1e_ und _Mehl 26-21? .“, feuchte Kartoffelstärke loco und„Par1t_at Berlm emzelne Waggons je nach Lage der Absaugs- statton hoher bez. 13,75 „46, gelber Syrup 28-28:_1 „44, Capanr Export 31-312“ „16, do. Syrup 30-301- „14, Kar- toffelzucker Caprklar 29-30 .“, do. gelber 27-271; «ki, Rum .' Couleur 36 __40 „FL. Bier-Couleur 36 - 40 „15, Dextnn,_gelb uyd Weiß, 18. 37-38 „44, do, sekunda 31-32-4é, Wetzrnstarke (klemsk) 37-39 „46, Weizenstärke (großstück.) 43-44 .“, HalZUcbe und Schlesis ck1e_ 43-44 „44, Scbabe-Stärke 32-36 .“, Mais- Starke 34-36. „“, Rnsstarke (Strahlen) 45-47 „64, do. (Stücken) 42 _44 „is, Victorta-Erbsen 20-2234, Kocherbsen 19-21 „44, grüne Erbsen 19-21 „46, Futtererbsen 15z-16 .“, Leinsaat 21z-23 „44, Mai:? loco 1411-15 .“, Linsen, große _44-56 „14, do. mittel 32-44 „14, do. klenze 24-30 „44, gelber Sens 16-22 „34, Kümmel 46-52 „FE, Buxhwmen 15-16 „46, inländisckpe weiße Bohnen 211-22? „FQ, brette Flachbobnen _ „Fi, ungarische Bybnen 211-221,- «14, galiziscbe und rusfi1che Bohnen „19-20 „jk, Hanskömer 1711-19 .“, Leinkuchen 16-18 „M, Moba, wyßer 40-44 „44, do. blauer 37-40 .“, Raps- kuchen 16-16FM, Wetzenscbale 10,20 „44, No genkleie11,00«-4, Hirse, wrtße 18-22 „14 Alles per 100 kg ab abn bei Partien von mmdestens 10000 kg'.
- Das Kuratorium der Preußischen Renten-Versicbe rungs-Anstalt m'ach_t bekannt, daß Her durch Beschluß vom 6. Juli 1886 berabgeseste stmß für Spareinlagen bei der Anstalt vom 1. Januar 1889 ab dabin abgeändert wird, daß Einlagen nach F 6 „4 des Reglements jährlich mit 2,76 % (monatlich 0,23 9/0),
Zulagen nach .6 13 jährlich mit 39/9 (monatlich 0,25 0/11) und Ctnlagen nach ..6 0 des Reglements jahrlich mit 3,24 0/0 (monat- lrcb 0,27 0/o) verztnft werden.
- Der Aufficbtßratb der Stärke-Zucker-Fabrik Aktien- Gesellsckxaft vorm. C. A. KöblmannckCo. in Frankfurt a/O. bat bejchloffen, für, das am 30. September 1888 ab elaufene Ge- schäfck1abr ueber) rercblichen Abschreibungen den Reserve onds auf die 110le statutenmaßige Höhe zu bringe_n und die Vertheilung einer Dtvtdende von 1219/11 der Generalvenammlung vorzuschlagen.
London, 24. November. (W. T. B.) An der Küste 5Weizen- ladungen angeboten.
- 26. November. (W. T. B.) Die Getreidezufubren betrugen m der Woche vom 17. bis 23. November: Englischer Weizen 3784, fremder 72 141, englische Gerste 1414, fremde 53 551, englische Malzgerste 16 068, fremde -, englischer Hafer 304, fremder 33 407 Orts. Englisches Mehl 20 991, fremdes 22 072 Sack und 1540 Faß.
Gxasgow, 24. November. (W. T. B.) Die Vorrätbe von Robetsen in den Stores belaufen fich auf 1028914 Tons
egen 936 783 Tons im vorigen Jahre. Die Zahl der im Betrieb ßefindlichrn Hochöfen betrug 80 gegen 84 im vorigen Jahr:.
Matelgnd, 24. ,Novxmber. (W. T. B.) Die Einnahmen des Jta11en11chen Mtttelmeer-Etsenbabnnetzes während der z Joe : te n F) e ka d e „des Monats November 1888 betrugen nacb proviso- , nscber Ermxttelung: tm Personenverkehr 1 265 330 Lire, im Güterverkehr 2011298 Lire, zusammen 3 276 628 Lire gegen 3161828 Lire in der glercben Pertode des Vorjahres, also mehr 114800 Lire.
New-York, 24. Novemlzer. (W. T. B.) Der Wertb derkn der vergangenen Wgcbe etngefubrten Waaren betrug 8885 797
vll., davon fur Stoffe 1819 225 Doll. Der Werth der Einfubr
n der Vorwoche betrug 8 490 997 Doll. , davon für Stoffe 1 524 927 Doll.
Submissionen im AuSl-mde.
Oesterreich. , 12. Dezember, 11 Uhr. Wien. Verwaltungßratb der K. K. pcw. Lemberg-Czernowa-Jaffy-EUenbabngrsellscbaft: & 'Lteferurzgxon Er en-, S_tabl- und Metallwaaren, Erd- und Stemmatertaxten, Wolb, Po1amentier- und Seilerwaaren, Tapeten, BFF.“ ZaukxjcbukH LedFr Cuhnd _(ukHllaswaarFTn, tFetter1,0Fackeltr, Firniß, , ar waaren un emt aien. auion 5 . ' Ort und Steüe. /0 Naheres an Spanien.
,1) 20. Dezrtnber, 2 Uhr. Direeciou Genera] (18 (301-1605 ! YTLfefYrath'rzs 11361111: Lederkullcn als Reisefäcke, Brieftaschen, kleine ,2) 21. Dezexnber, _2Ub_r. 131181201011 061121111 119 00111303 ! YZFZSZW KWZzleackerrt-WQÜFH Tür Tie YU und Abfuhr der 02,581 [urs urn oen rrY."" ' Stadtbriefkasten. y z MUMM" an den
3) 27. Dezember, 10 Ubr. Qboratotio ()eutwl (18 1118111011111611- 1:93 116 831116311 winrar 1111111111: Der Bedarf an Medizinal- und Kynsumarttkela und Rohmaterialien für den Gebramb der Armee wahrend des Etatßjahres 1885/89.
4) Ohne Datum. „11111111 (18 JämiuiNncion )' 114138105 (181 413611111 118 13 031121011: Vrrsbiedene Materialien für die 1., 2, und 5; Abthetlung de? Ar1enals. Voranschlag 303494 Pcsetas. Kaution 151 Pe1etas. Naberes an Ort und SteUe.
Verkehrs - Anstalten.
Hamburg, 24. November. (W. T. B.) DerPoftdamp“er ,?„llxmanßa' _der Hatxrburg-Amerikaniscben Packetfabxrt- ASrtt1enge1ell1chaft 111, 13011 Hamburg kommend, heute in
. Thomas eingstroffen.
_ 26.November, _(W. T B.) Der Postdampfer,Gellert'. derH_amburg-Amerrkant1chen Packetsabrt-Aftrengesell- schaft [)?-t.- wn New-York kommend, gestrrn Nachmittag 21151: Ltzard pamrt. *
Theater und Mufik. Im Berliner Theater gelangte am Sonnabegd Richard
Voß' SÖauspiel „Eda' zur Aufführung. E: in kein ti '- finntges Problxm, denen Lösung er hier versucht, sonéern in FRI: ernes -dram.th11rten Romgnchbildert er uns mit packender Dar- [i_ellunzxskuyn dre _See1snkamvfe, tn'welckxe die Leidenschaftlickokeit und ,Hchwache _ker men1chl_1chen_5)iatur eme Reihe lrbenswabr gezeichneter thuren fuhrt. Graf Dubren bat 71111 in eine Spekulation einge- la11en, durch deren_ Fehlschlagen alle daran Betheiligten mehr oder mmder schwer geschadxztyerden. Da er dabei nicht ganz korrekt Ver- fahren, , 91th er_ sub „1elbxt den Tod. Seine Tochter Eva ist mit dem xungen Grafen Eltmcr perlobt; als fie aber kie Schuld ihres Vaters erkennt und namentlzch den Fabrikanten Johannes Hartwig, xmen bravrn Menschen, der 11ch mühmxn emporgearbeitet bat, durch ihren“ Vater 111 _Srbande und Bedürftigkeit gestürzt steht, da giebt fie, emer, augenhltckthen Regung folgend und von Mitleid für Hart- wtg ergrxffen, tbren erg_entltchen_Bräutigam auf und wird die Gattin de? Fabnkgnten, der fur fie eme hoffnungslose Liebe gehegt bat. Dteser seltxamex EnUcbxuxz Eva's hat viel Unwabrscbeinlicbes an fich, rock) berrtbt am 15:11 dre Fortentwickelum der Handlung. Wir finden 1111 zjxettxt) Akt Cya _als Gattin des biedern Hartwi wieder; aber 11e_11t mcht „glua'ltrb, 1:12 gedrückten, ihrer Erzie ung und eren81n1chauu11g mcht e_11t1p_rechcndrn Verhältniss sagen ihr nicht zu, der Aufenthalt m der HaqutÖkeit wird ihr durch die im Grunde ihres Herzxns gut?, (zber wuyderltäxe und verbitterte alte Mutter des Gatten yerletdet; a_n threm Perzrn_ nagt die Neue über ihren damaligen un- u,berlegten Ennckzlyß. GraßEllmax hat fie nicbt vergeffen, und end- l_1ch vermag er 1e_1ner Sehmucbt, 11e wiederzusehen, nicht zu wider- geben;__er sucht 111 aus, 111111 u_m der) Seelenfrieken der unglücklichen Frgu11tes_ge_1cheben, _Ste genes)! rbrem Gatten, daß fie ihn nie 92118111, T_ag 111: auch 1e§t n_och _rexn früheren Anderer zugetban ist. Emport Uher tbre Herzlongkext, „stößt Hartwig fie aus dem Hause, ur-d ße, _1m Vertrauen „ans dre weben erst noch vernommenen chbe§1vchwure,(§lrmar's mmmt _zu_ kiesem ihre Zuflucht; aber hier barrt threr ezne furchtbare__Enttgu1chung. Elimar ist ein Roué, der nyc zu bald threr ubrrdxumg MW und sie wohl zur Geliebten, aber n1cht zur Frau. bahen mochte“ seine_ Leidensckoaft für fie weicht bald der Gle1chgulttgkezt, dem 118 rrdruß; Ueber seinen wahren Charakter wrrd Cya aufgekxart durch den Bx1uch der Toinette, eines jungen, vo_n Elrmar verfubrtcn urd vrrlanenen Mädchens, das in denselben Raumen wohnte, welche Eva 1eßt inne bat. Empört stellt Leßtere den Grqfrn zur Rexe, und gls er dure!) seine verleßxnden Reden sie zur Ver- zweiflung treibt„ erschießt fie ibn. Der fünfte Akt führt uns in ein Gefangenenbosvttal. Eva, welcbe vier_ Jahre im Grfängniß zugrbracbt, „erlebt den Tag rbrer Freilanung und zugleich ibrer Yuslqkung: m den Armen thres_fie koch immer liebenden Mannes, der 11e wxeder aufzugebmeyberett i1t, haucht sie ihr Leben aus. - Man 11851, Voßar'bettet mlt starkrn Mitteln, und die Seniation, auf 1_r_elche xc bmneltr, batser errercbt, sein Schauspiel ist ein Sensations- 1tuck mrt allen Elgenhetten und Fehlern eines solchen. Der Wirkung halber rperdenpbter außgrordentliche Ereigniss in rascher Abwechslung u_nd m 1bre_n xzolgen zu1ammengestellt. Ein Falliffement, die Trennung emes Verlobntffxs, d1e_ Vermab_lung einer Aristokratin mit einem Hanywerker, dre Lö_1".1ng dj_e1er _ Ehe, _die Ersck'ießung des Grafen„ der Tod xm Gesangxnß - das liest fick) wie die Ueberschnften aus emrm Subwriptionskoman. Aber dennoch myß man „drm D1_chter Gere_chtigkeit widerfahren lassen. Dre Charakteristik der emzeltzen Perwnen ist eine trefflickoe, es smd Ztguren nach dem Leben gezetcbnet, und ihre Anschauungen und Ge- 1n_nungen entsp_rechen, ab_ge1ek,*en von einigen Momenten, wo der Drehter der grqßeren' Wtrkung „Halber übertreibt, der Wirklichkeit. Dze Handlung ut reich an Jetßtg beobachteten xsyckwlogischen Fein- betterx und zetgx, daß der Dtcb'ter die menscbli e Seele studirt hat und rbre Empnndungxn zu, scbtldern vcrstebt. Die schwache Technik de? Werks. das etgxntltck) mxr aus Bildern besteht, welcbe Sttuanonen aus versebtedenxn Zertpunkten bringen, tritt zurück vor der packenden dramaxtschen Kraft, welche Voß in jeden Akt zu legen verstanden hat; er retßt den Zuschauer mit fort und läßt ibm kerne Zrit, den_kalt berechnenden Vrrstanx über die Empfindung des Auge'n- bltcks obmgen zu lassen. Erst „bet späterer nüchterner Ueberlegung, 1119 der Zuschauer dargn gebt,_d1e Handlungsweise der in dem Schau- sptel auftretenden Perjonen na_her zu betrachten und auf ihre Ent- stehung und Folgen _111 prxrfen, wird er bemerken, daß der Dtchtxr web_r a.n sem Gesubl als _ an sein kritisches Urtbeil appelltrte, ,xvud thm_ aber gern zuae1teben, daß es ihm vollauf gelungen M, zu ruhren_, zu erschüttern und, wenn auch mit ckng gewaltsamen Mrtteln, anzuregen und zu unterhalten. ?Fretltcb bedurfte es. auch außgezeicbnetec Darsteller, um einen o_lche„n Erfolg zu erztelen, und drese fand Voß in den Vertretern der 1vrchttg_sten„Rolle_n. „Hr. Barnay Was aus dem biederen Ebegatten Harjwtg eme prachltge Cbarakterstudie. Ganz so konnte man fir!) den
durch eigene Kraft emporgekommenen redlicher. kleinen Fabrikanten