1888 / 320 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 20 Dec 1888 18:00:01 GMT) scan diff

Ministerium der geistlichen, Untxrtichts- und Medizinal-Angelegenhenen. * Am Schullehrer-Seminar zu Homberg ist der räparanden- lehrer Sand er daselbst als Hülfslehrer angeste t worden.

“Bekanntmachung.

11 Gemäßheit des §. 4 des Gesetzes. yom 27. Juli 1885, betre end“ Ergänzung und Abänderung etmger Besttmnxungen über Erhebung der auf das Einkommen gexegtetx dtxekten Kommunalabgaben ZGeseß-Samml. S. 327), mtrd hiermjt zur öffentlichen Kenntni gebracht, daß dgs tm laufenden Steuer- jahr kommunalabgabepflichtige Rememkommen aus dem Be- triebsjahre 1887 . _

bei der Peine-Jlseder Etsenbahn ans 40615,84 «(6 festgestellt worden ist.

Berlin, den 18. Dezember 1888. . . - Königliches Eisenbahn-Kom1mssar1at. Benken.

YithtamtlicxjeH. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 20. Dezember. Se. Ma1estät der Kaiser und König arbeiteten gestern 111 den Morgen: stunden allein und empfingen um 11 Uhr den Katserltchen Gesandten, zreiherrn von Rotenhat). __ _

Um 3 hr begaben Se. Ma1estat'S1cb nach Potsdam, nahmen an der Mittagstafel bei dem Offizxer=Coxps des 1. (Harhe- Regiments z. z . Theil und wohnten dqrauj emem Krtegsspxel nebst daran fi schließendem kme Egeschjchtbchen Vortrag bet.

Die Rückkehr nach Berlin erJolgte um 101/2 Uhr Abends.

_ Jhre Majestät die Kaiserjn und_Köni in Au usta ertheilte gestern dem ehemal1gen s'pamschen' ot- schafßer, Grafen Benomar nebst Gemahlztx eme Abschteds- Audienz kund dem neu: ernanpten rumamschen Gesandten Ghika die erbetene Antritts-Audwpz." _ ' , _

Gestern Abend sah Ihre Ma estat Ihre Könxgltche Hohen die Großherzoginutler von Me lepbyrg-Scbwerxn zum Thee bei Sich und stattete Ihrer Kömgltchen Hohen heute tm Schlosse einen Abschiedsbesuch ab.

_ Die Mitglieder der_Magistxatsdepuxationen in preußischen Städten, gleichmel, o_p dtese Deyutattonen „bloß aus Mitgliedern des Magistrats oder aYS bxzdxn GettZetnde- behörden oder aus le teren und aux"- snmmfaht en Byrgern gebildet sind, sind na einem Urthetl des Net Egerzchts, 17. Strafsenats, vom 12. Oktober d.'J., als dem Magtstrat unter eordnete Beamte „im Smne des Strafgeseßhuchs zu era ten, und die Beleidtgung gege_n em Deputattons- mitglied ist auf den Strafantrag des Magtstrats zu verfolgen.

_ Aer tli e Rezepte sind nach einem Urtheil des Neicthericzhts,ck 11. Strafsenats, vom, 12. Oktober d. J., Yrivat-Urkunden, welche „zum, Bewerse vox: Rechxen und

echtsverhältniffen von Erhebltchkett find, und ckck Falschung ist als Urkundenfälschung zu bestrafen.

_ Das einem Holzarbeiter vqn seinem Axbeitgeber „xür den häuslichen Bedarf gewährte fre1e Brennholz xst, nach emer Entscheiduna des Reichs = Verstchßrungsamts chm 28. September d. I. (Nr. 633 als_ em Naturalbezug tm Sinne des §. 3 Abs. 1 des Un aÜvexstcherungL-gefeßeö zu be- trachten. Dafür, daß das Holz ledtgltch als Geschenk von Seiten des Arbeitgebers hingegeben „worden _ware, wxe be: hauptet wurde, fehlt jeder Anhalx. Vtelmehr 1st anzunehmen, daß die Gewährung von xretexn Vreynholz, „weng an nicht ausdrücklich ausbedungen, st1llschwe1gend be1d'9rse1ts bet dem Arbeitsvertrags voraUSgeseßt war, und 5er Kluger ther mit Grund darauf rechnen koxmte, zumal m Holzgeschaften den Arbeikern der Holzabfall melfach ohne Entgelt" Überlassen wird. Die Minderwerthigkeit des hem Kläger'gewahrten, aus Abfällen bestehenden Holzes ist bet „dex Ermtttelung des an- rechnungsfähigen Betrages zu berückstchngen.

_ Dem Kreise Wehlau im Regierungsbezixx _Königs- berg, welcher den Bau einer Chaussee vor) der Komgsberg- Gumbinner Provinzialftraße bet Taxtau b1s zur ernze des Forstreviers Greiben inter Neuendor beschlossen Zar, lst durch Aaerhöchste Kabinets- rdre vom 5. Dezember 1), . das Ent- eignungSrecht für die zu dteser Chauffxe xrforderltchen Grundstücke, sowie gegen Uebernahme der fünfngen chauffee- mäßigen Unterhaltung der Straße d_as Recht zur Er- Fbung des Chausseegeldes „aux derselben nach den

estimmungen des Chausseege1d:Tar1f„-s vom 29. Februar 1840 ((H.-S. S. 94 ff? einschließlich der m de_mselben enxhaltenezr Bestimmungen 11 er die Befrßiungen, sowxe der sonsngen, d1e Erhebunn betreffenden zusäßlrchey Vorschrtsten „_ vorbehglt- lich der Abänderung der sämmtljchen voraufgxführten Besnm- mungen _ verliehen worden. Auch sollexx dre dem Chaussee- geld-Tarif vom 29. ebruar 1840 911gehangten Bestmxmmz- gen wegen der C aussee-Poltzetvergehen ans dte gedachte Straße zur Anwendung kommen.

_ Durch Allerhöchste Kabinets-Qrdre vom 5. Dezembex d. Z. ist enehmigt worden, daß die dem ChauffeegelYZTarrf vom 29. ebruar 1840 ((Heft :Samml. S. 94 ff.) qngehangten Bestimmungen wegen der haussee - Poltzegvergehßn auf die im Kreise Neuhcxldensleben, Regtxrungsbeztrk Magdeburg, belegene Chaujsee von der demngenNeuen- bofer Chaussee über Hillersleben bis zur Kreuzgrenze m der Rich1ung auf Meseberg zur Anwendung kommen.

_ Der General-Lieutenant o,on Lettow-Vorbeck, bisher Commandeur der 4. Infanterte-Bmgape, welcher zum Kommandanten von Thorn ernannt worden, ck zur Abstattung persönlicher Meldungen hier eingetroffen.

_ Der Regierungs-Affeffor Neumann u Mützster ist an die Königliche Regierung zu Schleswxg xmd „ex Re terungs- Assessor von Wehrs zu Schleswig an 1112 Kdmglt e Reme- rung zu Münster verseßt worden.“" .

Die Regierungs-Referendare Longard aus Köln, von Klißing aus Merseburg, Bönisch aus Oppeln und v'on Meer aus Minden, sowie der Landrath 1)r. zur. von Zander

„Prinzen Alexander im

aus'- Königsber "kk“ Pr..., haben am *-15. d. M. die zweite StaatSprüfung-gfüx den hö, eren Verwaltungsdtenst bestanden.

* _ S. M. eu * oreleyl“, Kommandant Kapitän- Lieutenant Fr Zz v:?n“Lyncker, tst am 18. Dezember er. in Konßantinopel eingetroffen.

Bayern. München, 19. Dezember. (Allg. Ztge) Der rinz-Regent empfin heute den neuernannten belgts'chen Yesandten, Baryn rei-ndl, in Gegenwart des Staats- Ministers des Könißkichen ?auses und des Aeußern, Fretherrn von Crailsheini," im Thron'aale des Hofgartenbaues zur Ent- gegennahme seines Beglaubtgungsfchretbens.

Württemberg. Stuttg art,18.Dezember. (St.:A.f.W.) Der König empfin?) am Sonntag m Ntzza den Besuch des Großherzogs un der Großhexzogtn von Meckl'en- burg-Schwerin, welche gegenwarng m Cagnes verwe1len. Die“ Großherzoglichen Herrschaftexz txgbmetz m1t dem Herzyg Georg von Leuchtenberg dgs Fruhftuck ber Sr. Majestat em und kehrten Nachmittags- Meder nach Cannes zuruck. tg.)

Heffeu. Darmstadt, 18. Dezember., (Darmst. _ Der Großherzog empfing heute den dsterre1ch1sch-ungar1 chen Gesandten, Freiherrn von Hßrbert = Rathkeal, behufs Entgegennahme feines Beglauhxgungsschrexbens.

Die Ueberführung der Le1che des Prtn enAlexmxder von dem Palais auf dem Lomsenplaße na der Stadtkwche fand heute Abend zwischen 7 tznd 8,Uhr uxter dem vor- gesehenen Ceremoniell statt. Expe d1 tgedrangte Mensche'n- men e halte die Straßen und Platze be est, durch welche steh

d r u bewe te. ,

“e _g19. Dgezember. (W. T. V.) Heute NachtmttagZ Uhr

fand die feierliche Beise ung der Letche des ausoleum auf der Rosen-

Von fürstlichen Personen

" o ramm emä statt. hohe prg a ß der Großherzog und

wohnten der Trauerfeier bei: die nächsten Angehörigen des Versioxbenen, _Yerner

rinz Heinrich von PreußYU, ,dte Großsursten

ergius und Paul von Rußland,.Prmz thhelm von Baden, Prinz Hermann von Sachsen-Wezmar, Landgraf Alexis von Hessen-Philippstbal, die Landgräfin von Heffey, dxe Erb: prinzessin von Anhalt Herzog Adolf und Prmz Ntcolaus von Nassau und der F rst von Hohenzollern.

Oesterreitb-Ungaru. Wien, 18. Dezember; (Wien.,Ztg.) Jm Budgetausschuß erklärt; der Unterrtchts- Mtntfter Dr. von Gautsä) heute, er habe mcht das fortgeseßte Smken der Frequenz der Wiener Hochschule fux„Bode,n- ku [tur übersehen; auch die auslänmsthen Ansjaxten 161611 germg fre uentirt. Ge enwärtig vermöge er über 518 Zukqnst der An falt keine estimmte Meinung abzugeben. Dt.? pom Abg. Zeithammer beantragte Ern'euerung der vor]ghrtge11 diesbezüglichen Nesolutionzwurde m1t 13 gegen 12 Sttmmen abgelehnt. *“ «' ' *

_ 19.' D ember. (W. T. V.) Dte Veryrdnung des Gesammt -Miniteriums betreffs SUSpendxrung, der Schwurgerichte in fünfzehn unter dem Yuarch1sten- geseß stehenden Gerichtssprengeln wuxdegxyAbgeord- netenhause genehmigt, nachdem der MxnorUatSantrag auf sofortige Aufhebung der Verordnuing xmt 142 gegey 122 Stimmen abgelehnt worden war. 5018 nachste Stßung tft un- bestimmt.

Großbritannien. und Irland. L o n d o n , „19. Dezember. (A. C.) Die Königin trat gester11„ beglextet voz1 der Kaiserin Friedrich und der_en dret Prxnzessmen- Töchtern, von Windsor die.Re1fe nach Osborn? auf „der Insel Wight an, wo der Hof [US Ende Januar verwerlen Mrd.

Dem Parlament wurde vorgestern. der Wprtlaut des dem General Grenfell von stan Dtgmg ubersandten Schreibens sowie der betgefügte Berxcht OSmgn Salih's im Wortlaut vorgelegt. Sn: E. Barmg hatte betde Schriftstücke telegraphisch an Lord Salisbury gesandt. Der vom 10. Safar 1306 datirteBerrcht Oswgn Salth' s lguxet;

„Im Namen des großen Gottes :c. DLULS ist vom geringsten Knechte Gojtes an seinen Herrn und Ober-Kbalrfen Ze. Wtr gmgen mit den Dampfern und der Armee vor, erre1chten d'te Stapt Lado, wo Emin, ker Mudir des Aequators, Weilt. Wik erreichttn diesen Ort am 15. Safar 1306. Wir müssen den Offizieren und Manmchaften danken, welche diesen Sieg leicht, vor unserer „Ankunft, machtm. Sie nahmen Emin und einen bei ihm befiydltckxen Retsendenge- fangen und legten fie in Ketten; Die O_ffiztere und Mannsckasten weigerten sich, nach ngpten mtt den Turken zu gebZn. Texvfik sandte Emin eincn Reisenden, deffen Namen Stanley tft. DteYer Stanley brachte einen Brief von Tewfik an Emm, dattrt 8. Iemal Awwal 1304 Nr. 81, worin „er Exnin aufforderte, _mit Stanley zu gehen und den Uebrtgen die Wahl, zu (aßen, nach Kairo zu ziehen oder dort zu bleiben. Dre Soldaten weigerten fich, dem türkischen Befehl zu gehorchen, und empfingen 1an mit Freuden. Ich habe viel Federn und Elfcrzbem gefunhcn'. Ick sch1cke mit diesem Schreiben an Bord des .Bordatn' dte Offimxe und de,n Oberschreiber. Ich schicke aucb den Brief Tewfik's an Emtp und dte den Türken abgenommenen Fahnen. Ich höre, Haß da noch ern anderer Reisender ist, welcher zu Emin gekommen xst, erfahre abcr, Yaß er wieder fort ist. Ick schaue mich um nach 1hm. 'Wenn er zuru'ck- kommt, werde ich ihn fichcr abfaffen. Aae Hauptlmge der Provjnz urd rie Einwvhner haben uns“ begeistxrt empfangen. Ick habe alle Waffen und Munition konfiszirt. Schtcke bttte d1e_Osfinexe ux1d'den Oberschreiber zurück, Wenn Du sie gesehen gad. tbnxn dre notbtgen Anweisungen gegeben hast, Weil fie mir sehr nuyltcb sem werden.“

_ 20. Dezember, Vormittags. W. T. B.) Nach einem Telegramm aus Suakim hax eneral Grenfell, mlt 4000 Mann englischer und egypttscher Truppen dte femd- lichen Ver1chanzu1xgen am_Morgen mtt Sturm ge- nommen. Die engl1sch - egypnschen Verluste smd germg. Der Feind, hat mehr als. 1000 Matxn verlyren. Der Sieg war ein vollständt ex und, _bmpen enxer hglhen Stunde errungen., Ein K_ava „erteangrtfs führte dte völltge Niederlage der Feinde herbet. Dteselben zogen stch nach Hajcheen und Tamai zurück; die Truppen Greufell's halten dte 1emd- lichen Verschanzungen befeßt.

Frankreich. Paris 19. Dezember. (W.T.B.) Der Senat begann heute die ud etberaxhung. Challxmel- Lacour sagte, es handele fi [Le.ute mcht mehr uxn dre Zu- kunft der Finanzen, sondern um 1eZukunft„Frankre1chsselber. Redner tadelte die Politik der Regtexung m der Schulfxage, durch welche in das Leben der Familte yerlevend ettzkgelgmffen werde; die Ursache des Uebels liege aber „m hem_Rad1 a1Smus elbst, der die alten Begründer der Republxk mlt Zemem ver- ol e und unerfüllbare Versprechungen ema t abs., nd nun

T onarch1e gebrochen

a “e Frankreich, das mit der ruhmreich ten ' , en. Das gegenwärnge

habe, dem ersten besten Manne zu

Kabinet, welches die Verve ung nach dem Abgrmzde hm auf-

alten müßte, ftürze das und tm „Gegenthetl m denselben Zinab. Es sei Zeit, zu einer Pollttk der gesunden, V?x- nunst zurückzukehren. Der Redner" appelltrte fchlteßluh an die Rechte , fich mit den Mannern, 'der Ordnung und der Freiheit von der Linken zu veremxgen, um das Vaterland zu retten. Diese Rede wurde mlt begetstertem Beifall aufgenommen; alle Senatoren exhoben |Z. Léon Say beantra te, die Rede drucken, und 'm allen emeixtden öffentlich ans la en zu lassen. DtetAbsnmmung uber dtesesn Antrag wurde is zur nächsten Stßung verschoben und dte egenwärtige Sißung sodann für urze Zett unterbxo, en. Jtach Wiederaufnahme der Stßung ergrtfj der Mtxn er- Präfident Floquet das Wort, um zungchst verschtedene Ausführungen Challemel-Lacour's, ngmentltch aber 'dxffen Appell an die Rechte zurückzuwetsen. Der Munster, welcher vielfach unterbrochen wurde, erklarte' sodantx,_ er habe sich um die Gewalt nicht beworben, dteselbx ser Lhm vielmehr aufgenöthigt worden; er hqbe „persucht, „mnerhglh der Linken eine Konzentration „herhetzufuhrenx d1e„Pol,1nk der gegenwärtigen Regierung set eme „vorfichtme, 111 mtr!- lich republikanischem Sinne refoxmatortsche. Er habe_ so: eben erst den Entwurf wegen Wrederhersthlung des EmzeZ- skrutiniums eingebracht, um den Kampf fur dte K_onsoltdu rung der Re ublik fortzufeßen. Léon Say gab semer Be,- wunderung ür die Rede Challetpel-Lacour's Aus_druck *.*."d bedauerte, daß Floquet's Red? _mehr auf der gletchen Hohe sich bewegt habe. T o [ ain verthetdtgte unter andauernder Unruhe die radikale Politik des Ministeritch alles Uebel komme von der Weigerung der Konservativen, fich der Republtk volx' upd ganz anzuschließen. ' loquet erklärte, er werd's, wexm notbtg, die Geseßgebung zu ülfe rufen, „um gegen 'dxe Gefahr, von welcher Challemel gesprochen, zu kampfen. Dre S1ßung wurde sodann unter lebhafter Bewegung aufgehoben. ,

_ (Köln. Ztg.) Der Ausschuß der, Deputtrten: kammer zur Vorberathunß des Antrags, Fratzen dgs Wahlrecht für die Han engertchtx zu verlexhen, wnd in seiner Mehrheit für diesen Vorschlag emtreten. '

_ 20. Dezember. T. B.) Mehrere republr: kanische Blätter machen dem Senqtor Chaxlemel- Lacour den Vorwurf, duxch seine .gesthen Ausführungen gegen die radikale Partei dte Republtk sel st angegrxffen zu aben. Das „Journal des Débats“ hebt Hagegen lohend ?ervor, daß Challemel den Muth gehabt habe, dre Fehlersemer eigenen Partei aufzudecken. ,

Die verschiedenen Gruppen des Seyats, werden fich heute vor der Sißung versammeln, um stch über" den An- trag Léon Sa 's w_egen Drucklegynsg und offentl1chen Anschlags der Cha emel'xchen Rede schlustg zu machen,

Italien. Rom, 19. Dezember. ' _(W. T. B.) . n der Deputirtenkammer legte der Mtntster der o fent- lichen Arbeiten heute einen Geseßentwyxf, betreff§11d Vorkehrungen zur Verpflegung Hes M1lxtars _betm TranSport auf den bereits tm Behne!) befindltchen Etien- bahnen, vor, verlangte die Dringlichkeit für denselben, und beantragte die Ueberweisung de;"- Entmuxfßn an „dt? mtt der Vorberathung der außerordentltchen Mxlttarkremte" betraute Kommission. Die Kammer sttmmte dtesen Antragen zu.

Schweiz. Bern, 19. Dezember. (W. T. B.) Der Nationalratl) und der Stäyderath heschloffen überqm- stimmend, die jeßige ordentltche Sesston mx rühlmg fortzuse en und dem" BundeSrath den Zettpmxkt der EM erufung zu über affen. Der Ständerath genehmxgte m1t 24 gegen 9 Stimmen den Handelövertrag mtt Oesterrexch- Ungarn Und nahm den Zusaßyeytrag zu dem Handels- vertrage mit Deutschland emsttmmtg an.

Rumänien. Bukarest, 19.Dezemher. (W.T.B.) Dte Deputirtenkammer berieth heute dre Adresse an den König. Das Amendement pqxt N1cola§ Joneßco, welchés eine absolute Neutralttat und, eme_Un1on der Balkanstaaten verlangt, , ferner dl? thte an den König enthält, nur eme von der ganzen Nation gebiÜigte Politik, 'zu befolgen, wurde ab- gelehnt, nachdem der mesxex des Aezx'ßern, Carp, wiederholt ausgeführt hatte, daß dre außere, Pohttk den Kampfen der Parteien entrückt bleiben müsse, dgmtt mcht gesagx werden könne, daß die Uebernahme der Regterung durch dtese pder jene Partei auch den Triumph der entsprechenden auswarttgen Politik bedeute. . . '

Der ehemalige Krie s-thstex AngeleScu tst wegen Erpressung zu einer efänan1ßstrafe„vqn 3 Monaten, 3000 Fr. Geldbuße und 30000 Fr. Entschadtgung an den KriegS-Minister verurtheilt worden. '

Zeitungsstimmeu.

Die „Landes-Zeitung für Elsaß-Lothrmgen“ reibt:

sch Auch das im Reichstage am vergangenen Donnerstag e_incr ersten Beratbung unterzogene Gefeß, betreffend die Erwerbs- und thtbscbafks' genoffenschaiten, bat eine fozialreformatorisckye Bedeutung. Wre die Ve_r- sicberungSgeseße die Existenz der Arbeiter tm Faslle von Krankbett, Unfällen, Invalidität und Alter ficherstelley, so tft das Genossen- schaftsgese vornehmlich ein (Gesetz für pte Wahrung und Hebun der wirt schaftlichen Jntereffen des klemxn Mr_tteljtandex. Au in diesem Stande zeigt sub, wohin mr hlrcken, mel Nytb und Elend. Dcr Einzelne, auf fich allein angewtesen, ist oft "mehr im Stande, fich vor den Widerwärtigkeiten des Lebens zu schußen; wenn ihm für die Bedürfnis? des täglichen Lebens zu hohe, mit fernen Einnahmen in Widerspruch lebende Preise abgenommen werden, wem! er, um sich zu heben und zu fördern, Geld braucht uyd dem Wucherxr in die Hände fäUt, vermehrt sich zusehends das soktaxe Elend. Dre genoffenschaftlicbe Vereinigung kann ihn texten und cbußen. Aber es liegt auf der Hand, daß hierfür das rinztp des Zwan s, ryelcher ke" Industriearbeitern und Arbeitgebern au erleY werdezt mu , fxme Anwen- dung finden kann. Auf diesem Gebiet bat die elbstbulfe noch tbre Berxcb' tigun , freilich nicht die Selbstbülfe des Einzelnen, sondern dte Selbstbulf? von ereinigungen, welche sich durch gleiche Jnterejsen und Zwecke verhun' den fühlen. Der Staat aber kann und mu dle" Regeln yorscbrekben- in welchen sich die genoffenfcbaftliche Se'bstbulfe betbaxigen kann. Es geschah dies zuerst durch das &eußtsche Genossemcbaftögeses vom 27. März 1867, welches die rundlage des Bundesgeskßks vom 4. Juli 1868 bildete. Dies Gese hat sich :xdeß fur die Pflege des Gedankens der genoffxnschast eben Selbstbulfe nichk als förderlich genug erwiesen, hauptsachxtch, weil es den Grundsa ?“ unbeschränkten Haftbarkeit aller Mttglteder gegxnüber den [an- bigern der Genoffenschast hinstellte, wodurch vtele wohlhabendere Elemente von der Betbeiligung zurückgeschreckt wurden. Das neue Gase will hauptsächlich diesem Man el abhelfen _und nebey M unbe chränften Solidqrbaft auch Geno enscbaften mtt bescbranklek Haftpflicht zulassen. Klaffen, welche nicht unbemittelt smd, verlcmk;en

ihrerseits mit Recht, an den-Vortbeilcn der genoffenscbaftlichen Yffociatwnen tberlzunebmerz, und können anderseits durch den Beitritt zu einer solchen den zvemger bemiltelten Genossen durcb Bestß und WFM von Nahen sem. „Aber geraxe ste werden durch die unbe- schr nkte Haftpflich- wobet fie mit ihrem ganzen Vermögen für die Schulden der Ge'noffenscbaft haften, vyn der Betheiligung abgeschreckt. Daß aber auch dre _Sickmheit der Gxaubiger sicb mtt einer milderen KastlforznbeJiielsen laßt, Wird durch die Lage der Genossenschaften im as an e e en.

M*frübxrer Zeit warxn die Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht em Dogma der ,Jortscbrittler und des fortschrittlich Vaters, des Genoffenfckyaftswe en's Schulze-Delißsch. Aber wie viele fortschrxktliÖe Ideen, so hat auch kxiese jest ihre Macht verloren, und die ,Vervandlungen „kes thcbstages beweisen, daß der insbesondere von koyfervanver Sxtte vertretene Gedanke der be- schränkten Haftbarkett _zu allgememex Anerkennung durchgedrungen isi. Erst hierdurch, wud, das Aufblxtben des GenoffenschaftSWesens auf einer durch dte werteten .Bestxmmungen des Geseßes sicher- gestellten gesunden Grundlage mögltck) sein. Nach dem Jahres- bericht des AUgemeiney Genoffenschaftßverbandes für 1886 existiren außer den spezifisch landxichen Genoffepsckoaften im Ganzen 4438. (Js sind aber _ wre (s 111 einem Kapitel des kürzlich erschienenen „KatechiSmus 5er Soztalrxform' mit Recht beißt _ ihrer 30000 bis 40000nnötheg, wenn die wirtbschaftxichen, sozialen und sittlichen Zwecke erfullt Werden. sollen, denen 1ie dienen sollen. 'In jedem kleinen Dorfe baust em Wucherer, u_m ,der Bevölkerung das Blut auszusaugen, aber es konnten, hauptsachlich wegen der abfchreckenden Solidarhaft, seit eth 30 ngretx e_rst in einigen hundert Ort- schaften auf dem. Genossensäoastsprmztp beruhende und so segens- reicb wirkeyde Ratffetsen'xcbe Darlehnskassen ins Leben gerufen Werden. Wenn in jedem Orte ertl)schaftsgenoffenfxbaftcn für die verschiedensten Zwecke bxstehen, erst dann Werden dem _wtrthsckyaftlicben und sozialen Elend seme „Haupt uelLen abgegrabey sem. Ganz besonders ist hier- von auch die Er altung und Starkung des kleinen und mittleren Bauernstandes zu erhoffen., DaS_ GenoffenscbaftSwLsM hat auf dem Lande_ schon emen bubschen Anfang genommen. Neben den exwabgtxn' DarlehnYkaffen-Vereinen zur Befrie- digung des Kre'dttbedursmffes dxr baucrlichen Bevölkerung existiren landwirthschaftlnhe Jogsumvereme zum gemeinsamen Bezug der Bedürfmffe an Kunftdunger, Saatgut„ Viebfutter und dergleichen, Genossenschaften zur Beschaffung landwtrtbschaftlicher Max'cbinen und Eerätbc odxr zuxn gemetnsamen Halten von Zuchtvieh, Produktiv- und Magazmvereme, wte nqmentlich Molkerei-, Winzer- und Hopfen- bau-Genoffetzschafxen. Die bcabficbtigte Erleichterung der Be- dingungen bet Grundung vgn Genossenschaften wird wesentlich zur Besserung 'der Lage, derxbauerltchen Bevölkerung beitragen. Die große Masse 'der Ntchtbenkxenden _muß' auf den rettenden Weg der genossemcbafKtltchen Selbstbulfe lnngxmeen werden, damit fie der rettenden Hulfe der k'voblbabenxeren Klas1en theilhaftig werden kann. Nur so wtrd dem_ wtrthschaftltchen Nothstand in dem kleinen Mittel- stands ein Hemm1chub angelegt werden können. Wir onen hoffen _ und in dieser Hxffnung txerden wir durch die bisherigen Reichs- tagSverhandlungen ubxr W M Rede stehende Gesetz bestärkt _, daß der Reichst'aa Verstandqtß genug für die Sozialreform auch auf diesem Gebtete bat, um jenen Weg ebnen zu helfen,

_ Das „Deutsche Tageblatt“ brmgt 1olgende wirth- schaftltch-s Betrachtung:

Am 15. Dezember kyaxen eZ thn Jahre, daß Fürst BiStnarck durch seinen Weihnachtsbrtef das Stgnal für den Uebergang zu der jeßigen Wirtbscbafts- und" Steuerpolitik_gab. Jahr für Jahr hat fich Herr Eugen Richter bemubt, das vollstandige Fiasko dieser BisMarck- schen Politik vor versammqltem Kriegsvolk außzuschreiem Wenn er in ncuerer Zeit darauf verztchtet, . die bekannte Rede mit dem noch bekannteren Schlusse: Fort Mit hem System BiStnarck! immer wiedcr aufs chxe zu halten, so „jst der Hauptgrund wohl der, das; er daran eunnert zu werden befurchtet, wie er selbst mit seinen Getreuen nach den Septennatßwahlen für die Bewilligung von solchen Außgaben im Interesse dex Eryaltung der_Wehrfäbigkeit und der Sicherheit des Deutschen Reichs emgetreten itt, die gar nicht hätten gemacht werden können, wenn _fich nicht in den leßten zehn Jahren die eigenen Einnahmxn des Reich in _dem Maße vermehrt haben würden, in welchem, dus vom Fürsten B1Smarck im Jahre 1878 als unb.dingt nothwenxtg vorausgesehen wurde.

Daß der lettend: StaatExnxmn damals die einzig richtige Direktive für die Gesaymtpoltttk des Deuxsäxen Reichs auSgab, wird aber auch dadurch m eklatantesteyWeije erhärtet, daß es im L;:ufe der, Yeßxen zehn Jahre gelungen :|, in sozialpolitische; Be- thhung djexenmen Schulte zz: xbun, welche den arbeitenden Klassen unt der Zeit das Bewußtsein 1bres Zusammenhangs mit der Ent- wickelung des Staatslebens zurückzugeben versprechen. Ebenso wenig wie es denkbar erscheint, daß das Deutsche Reich die Rüstung hätte bestreiten köyqen, welche es zur Behauptung seiner Stellung inmitten des ne1d1fchen Europas anzulegen gezwungen war, ebenso wenig wäre es m'öaltch gewesen,. daß das Reich und die Industrie oder die Land- wmhschaft al]e dje Lasten, welcbe dix Sozialreform ihnen auferlegte, auf tbre.Schultern zg nehmen fick) batten bereit finden lassen können, Zenn mcht' durcb “(?!? Jnaugurirung der neuen Wirtbschasts- und Gteuxrpolitxk diejenigen Bürgschaften für den Schuß der nationalen Zärbett end11ch gegeben worden wären, welcbe es der Industrie ge- statteten, ihre Hochöfen unauSgeblasen zu [affen und der Landwirts- schaft den Konkurrenzkampf mit den unter glücklicheren Bedingungen wtrtbschaftenden Außlandsrivalen wenigstens zur Noth auszuhalten.

Em weitexes Moment, welches hier nicht unbeachtet gelassen xvexden kapn, :st entschieden dies: da durch den Uebergang zu der jeßtgen Wtrthfcbafts- und Steuerpoliti ein sehr gewichtiger, um nicht zy sagen der größte Theil der deutschen Bundesstaaten ohne Frage in enzem so hohen Grade an das Deutfckoe Reich gekéttet und mit der Emigung Deutschlands durch Preußen versöhnt worden ist, in welchem dzes auf anderem __ am wenigsten aber auf dem berühmter: mora- l1schen „Wege _ mmmer-_möglich gewesen sein würde.

Die Bewetsführung für das Gesagte könnte uns durchaus nicbt schwer fallen. „Wtr beschränken uns darauf„ an das Königreich

achsen zu ermnern, ,in welchem der Parttkularismus seit dem Jahre 1878 ,so gut tyte ganz ausgerottet worden ist und in welchem ?lx ebenso retcbsfreundltcben wie von dem entschiedensien Staatsbewußt- mn get'ragenen Bestrebungen d_er Ordnungsparteien zur Bekämpfung Ixissozéakn Demokratie entschtedcn die „größten Fortschritte aufzu- en (1 en.

_ Dre „Germania“ bemerkt: _

Der zebnjäbrigx Jahrestag des BiSmarck'xchen Briefes vom ]5. Dezember 1878 1st von ver1cbiedem'n Blättertx zum Anlaß einer Betrachtung über die seitdem im Deutschen Reick) emgebaltene Wirth- 1chafts- und Steuerpolitik genommen worden. Selbstverständlitb Jchm_dabei die Urtbeile in extremster Weise auSeinander. Von der Warfften ,und unbedingtesten Verurtbeilung auf freifinniger Seite bis Fur urxbedmgtesten Bewunderung jenes „Ergebnisses genialer Intuition“ des Fursten Bismarck auf gouvernementaler Seite sind aÜe Nüancen des Urt'beils vertreten ......

Wu freuen uns auch Heute noch des Werkes, das im folgenden Jabra 1879 dann begann und zu dessen Vollbringung das Céntrum und “"ck die .Germania“ speziell fo Vieles bat beitraYn können und zu dissen Verjbeidigung wir alle die Jahre auf der Schanze gestanden aben und ums) wetter stehen werden. Unser Erwerbsleben ist vor dem Ruin bewahrt geblieben, die arbeitenden Klafien find in Arbeit und Brot geblieben, die ZoUverträge hahen wejentlich mitgeholfen Wk Besserung der Staatsfinanzen und ter und da auch zu Steuer- Ylastungen _ von den prophezeiten en Folgen, der Umkehr der

lrxbscbafts- und ZoUpolitik aber ist Manches gar mcht und Manches nur m nicht nennenswertbem Grade eingetreten.

""Die „Deutsche volkswirthschaftliche Cor- kesp ond en z bemerkt über die Entwickelung der Konsumtions-

kraft in Deutschland:

Daß die wirtbscbaftlicbe Krifis der üebziger Jabre keineöwegs nur eine Börsenkrifis, sondem in hohem Maße auch eine Gewer_be- krifis genusen und ebensosebr das legitime Waaren- unx Geldgeschaft, wie den mühelosen spekulativen Enver!) getroffen bat, rst Jedem klar,

der die gewerbliche Entwicklung Deutschlands in den Jahren der Stüm-

dungen, in denen der folgenden Krifis und ,dann. in denxn des,?luf- schwungs verfolgt hat Was hierbei namentltzb dte Großmduftrte be- trifft, so wurde dieselbe kurz nach Beendtgung „des französischen Krieges, mitten in ihrer technischen Ausbtldung begnffen, durch einen vlövlicb großartig-ansckywellenden Waareybedatf xu uUßerordentlicber Erweiterung ibm, Geschäftstbätigkeit verfubrt. Mix der Koblen- und Ei enindustrie begmnend, dehnte fi die Bedarfssxetgerung im natür- li en Verlaufe der Dinge bald an auf alle übrtgen Genosrbßzweige aus. Ueberall dachte man damals nur gn schleunige Erweiterung der Werke, Verxnehrung der Produktion, Grundung neuer Unternehmungen, weil der Abjaß wirklich lohnend war und man der rtefigen Nachfrage genügen wollte. _

Als'nun die goldene Zeit plötzlich ein „Ende nahm, die Arbeits- löbne wteder auf ein normales Maß, hm und wieder auch unter dasselbe zurückgingen und die große Masse der Arbeiter mit dem allgemeinen Rückgange der Löhne an Konsumtionsfäbigkeit einbüßte, gerietben etst die erweiterten und neu gegründeten. dann alle übri en Werke in eine schwierige Lage. Vordem nicht im Stande, die fa el- baften Anforderungen des Konsums zu erfüüen, blieb jetzt der Bedarf hinter ihrer Leistungsfähigkeit zurück: in kurzer Zeit samnzelken fiel) bei dem aügemeinen Rückgangs des Verbrauchs sebr betrachtliche Vorrätbe an Waaren an, welche den Niedergang der Preise beschleunigten und die Unrentabilität der Produktion befiegelten, eine Beweaung, die noch unterstützt wurde durch die fast unqehindcrte_ Freiheit der Bewegung, welche man der ausländischen Konkurrenz ans dem deutschen Markt gewährte.

Erst durch Beseitigung der le teren, durcb Wiekereroberung des inne_ren Marktes für die heimis e Industrie, durcb weise“ Ein- schrankung dxr Produktion der letzteren, durch einx allmähliche Steige- rung der Ausfuhr ist nach und nach eine Ge1undung eingetreten, welcbe fich in einer erfreulichen Verbrauchssteigerung von al1en Er- zeugnissen unserer Großindustrie äußerte ux1d endlich auch eine Besse- rung der Preise dieser Erzeugniffe herbeizuführen Vermocht hat.

Archiv für Post und Telegraphie. Nr, 22. _ Inhalt: ]. Aktenstücke und Aufsäße: Die Post- und Telearaphenscbule in Frankreich. _ Der telegrapbische Verkehr zwischen Berlin und Rom während der Anwesenheit Sr. Majestät des Deutschen Kaisers in 0Ktalien. _ Das Weckerrelais. _ Betriebsergebniffe der preußischen StaatS-Eisenbahnen für das Jahr 1886/87. _ Die Breslauer Post- bäuser und das neue Reichs-Post- und Telegrapbengebäude in Breslau. _ 11. Kleine Mittheilungen: Die 10 000. Reichs-Telegravbenansta1t. _ Der Anschluß vyn Hamburg und Bremen an das deutsche Zoll- gebiet. _ Der fünfzehnte Verwaltungshericbt der japanischen Post- verWaltung. _ Das Feldtelcgraphenwewn in Belgien. _ Nansen's Forschungßreise durcb Grönland. _ 111._ Literatur des Verkehrswessns: Technisches Wörterbuch für Telegraphte und Post. Deut1cb-englisch nnd engliscb-deutsck). Von F. Hennicke. _ Zum 3. November 1888. Von Gleim. Geheimer Ober-Regierungs-Ratk). _(Archiv für Eisen- bahnwesen, Jahrgang 1883. Heft 6.) _ 17. Zeitycbriften-Ueberschau. Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits- amts. Nr. 51. _ Inhalt: Gesundheitsstand, Volkskrankheiten in der Berichtswoche. _ Gesundheitsstand in Niederländiscko-Jndien. _ Dex 18. Jahresbericht des Landes-Medizinal-Kollegiums über das Medtzmalwesxn im Königreich Sach1en 1886, _ Sterbefälle in deutschen Stgdten von 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl. in größeren _Stadtcn des Außlandes. _ Erkrankungen in Berliner Krankenhausem. _ DeGg1. m_deutschen Stadt- und Landbezirken. _ De'r öffentliche Gesundbettszmtand U. in Leipzig 1886. _ Sanitäts- bertcbt des K. K, Lanch-Sanitätöratbes für Mähren 1886. _ Witterung. _ Veterinärpoli eiliche Maßregeln. _ Medizinal-Geseß- ??ebung 2c. (Preußen.) S ließunxz von Schulen bei ansteckenden rankbeiten. _ Epidemiscbe Genickftarre. _ Wöcbnerinnen-Asyle. _ Vermischtes. (Preußen. Berlin.) Gebeimmittel. _ (Bremen.) Untersuchungen des chemischen Laboratoriums 1884 bis 1886. _ (Louisiana?) Desinfektionsverfahren bei dem Quaraytäne-System. _ Geschenkli te. _ Bevölkerungsvorgänge in deutjchen Orten mit 15 000 und mehr Einwohnern im Jahre 1887 und im Durchschnitt der Jahre 1878/1887.

Statistische Nachrichtem

Im Anschluß an die bereitS“ Ende Juli 1). Is. erschienene

]. Abtheilun?)k von Band 35 neuer olge der „Statistik des Deutschen eichö“, enthaltend die . chiff5unfäl1e an der deutschen Küste im Jahre 1887“, den „Nachweis der im Jahre 1887 als ver- unglückt an ezeigten deutschen Seeschiffe', den „Bestand der deutschen Kauffabrteichiffe am 1. Januar 1888 und die Bestandßveränderungen während des Jahres 1887", hat das Kaiserliche Statistische Amt nun- mehr die 11. Abtheilung dieses Bandes veröffentlicht. welche ein- gehende Angaben über den Seeverkehr in den deutschen Hafen- plgyen und die Seereisen deutscher Schiffe im Jahre 1887 ent- halt und die Statistik der deutschen Seeschiffabrt für das Jahr 1887 vervollständigt. _ Der gesammte Seeverkehr in den deutschen Hafenpläjzen zu Handelszwecken stellte fich im Jahre 1887 auf 119737 aRekommene und abgegangene Schiffe mit 21501953 eg.-T., gegenüber 114042 Schiffen mit 20122 348 Reg.-T. tm Vorjahr. Es ergiebt dies füx das Jahr 1887 eine Zu- nahme des Schiffsverkebrs um 5695 Schiffe und 1 379 605 Reg.-T., und zwar bat zugenommen der Seglerverkebr in den deutschen Häfen gegen das Vorjahr um 2076 Schiffe und 154 276 Reg.-T., der Dampferverkebr um 3619 Schiffe und 1 225 329 Reg.-T. _In Bezug auf die drei Hauptverkebrsrichtungen ergiebt die Vergleicbuxxg sol- gende Resultate. Es vergrößerte fich im Jahre 1887 gegen dasVorjabr: 1) der Verkehr der deutschen Häfen unter sich um 2705 Schiffe und 391 349 Reg.-T., 2 der Verkehr mit außerdeutschen europäischen Häfen um 2919 S iffe und 646 335 Reg.-T, 3) der Verkehr mit außereuxopäiscben Häfen um 71 Schiffe und 341 921 Reg.-T„ Von der Ge1qmmtzahl der ein- und aus egangenen Schiffe waren 60,4 % Segelscbtffe und 39,6 % Damvfstbi ?, und von je 100 Reg.-T. der vexkebrenden Schiffe kommen auf Segelschiffe 22,0 0/0, auf Dampf- scbtffe 78,0 0/0. Der Flagge nach waren unter den sämmtlichen Schiffen 73,7 o/c- deu! che und 26,3 c'/c-frem1)e,in Bezug auf den Tonnen- Rhcxlt fte11x fich das erbältniß der deutschen Schiffe zu denen fremder attonalttat wie 52,2:47,8. Den bei weitem bedeutendsten Seeverkehr unter den deutschen Häfen hat sowohl Her Zahl wie auch dem Raum- gebalt der ein- und ausgegangenen Schiffe nach Hamburg, demnächst fo_lgen naeh, der" Gesammtzabl der verkehrenden Schiffe die Häfen Kiel, Stettm, Lubeck, Norderney (fast nur Watten- und Fährvetkebr) und Neufabrwaffer (Danzig); nach dem Raumgebalt sämmtlicher vexkebrenker" Schiffe dagegen Stettin, Bremerhaven, Neufabrwaffer, K1el und Lubeck._Die Gesammtzabl der von deutschenScbiffen emacbten Seereisen betrug im Jahre 1887 66551 und der ent- pxechendx Tonnengebalt 20 302 566 Reg.-T.; dies ergiebt im Vergleich nut den jm Jahre 1886 nachgewiesenen Rufen eine Zunahme in der Zahl der Seeretfen um 3034 und eine Vergrößerung des Gesammt- raumgebalts um 1696 079 Reg.-T. Werden die im Ballast oder leer fabrexxden Schiffe (zusammen 12 559). außer Betracht Zelaffen und nur die be_ladenen berückficbtigt, so bextef fich im Jahre 1 87 dix Za? dcr RetHen deutscher Scbtffe zwxschen deutschen Häfen aus 27 88 mit 15 7 119 Re .-T. (26 943 Reisen mit 1 379 842 Reg.-T. jm Vorjahre), vom Aus ande nach deutschen äfen auf 8439 mit 3 554 114 Reg.-T. (7708 Reisen mit 3293 521 e .-T. im Vorjahre), von deutschen Häfen nach dem Auslande auf 315 mit 3077872 Rx?.-T. (6763 Reisen und 2870 007 Reg -T. im Vorjahre) und zw: chen außerdeutschen Häfen auf 10 450 Reisen mit 9652 721 Reg.-T, (9879 Reisen und 8696191 Reg.-T. im Vorjahre). Dabei

ist selbstverständlich jedes Schiff so oft gezählt, als es die betreffende Reise machte.

Knast, Wissenschaft - und Literatur.

Kriegßgcsckpicbtlicbe Einzel (_brifteg. Heraus egeben vom Großen Gen_eralstabe, Abx etlung „fur Kriegégechicbxe. Heft 10: von Clau1ewitz. .Nacbrtchten'uber Preußext in seiner großen Katastrophe“. Mit 2 SktzzM. E. S_Mkttler u Sohn, Königliche Hofbuchhandlung,“Berl111'187712, Kocbxtr. 68- 70. (Pr. 2,25 .“) _ Die Abthexlung fur Kriegßgesckptebte des Großen Generalstabes veröffentlicht m Hem soxben erscheinenden zebnten Hefte ibter „Kriegsgeschichtlichen szelschrjften' Aufsässe des Generals von Clausewitz von höchstem Werthe: .Nachrichten über Preußen in seiner großen Katastrophe.“, Eine erhebende Vaterlands- liebe, Schärfe und Stcherbeit des Urtbetls und ein edler, gewaltiger Schwung der Darstellung vereinigen *sich hier zu einem klassischen Werke, deffcn Geaenstand uns dasselbe dovpelt wertbvoll macht._ Die Ursachen der Niederlagen, welche das einstmals fridericianiscbe Preußßn im Kriege gegen Napoleop erlitt, werden in_ einer Cha- rakteristik der einzelnen leitenden Per1oncn, in einer Schilderung der Heereszustände und in einer Kritik des Feldzugs von 1806 mit (152!- zeugender„ bewundernswerther Klarheit dargelegt. Diese Sicherheit des UrsHetls urxd die begeisterfe Vaterlandsliebe, weche die Dar- sieUung durchdringt, bewirken, daß die Offenheit, mix welchsr die Schwachen der Heeresorganisation und oAUSrüstung, die Fehler der Politik und Kriegführung kargelegt werden, nicht im min- desten verleßt. Wie das kürzlich erschienene .Krieaerleben des I. v. Borcke (1806-1815)“ durch die ergreifenden Erlebnisse eines einzelnen Osfizicxs, spricht auch dieses Werk, in einer (Besamml- beurtheilung un1eres damaligen Staates und Hekres mahnend und [ebrend zu uns Nachkommen, unabläsfiq unsere Kräfte_ zu üben und zu mehren, um kamvfbereit für des Vaterlandes Bektand und Heil einzustehen. _ Für die Geschichtsforschung befißt diese Publikation den Werth emes Quellenwerks ersten Ranges; die .Kriegßgeschickne von 1806 insbesondere ist durch dasjelbe endgültig klargestsut und ab- schließend beurtheilt. . _ _

_ Der häusltche Berns und wirtb1chaftliche Erfah- rungen ron Lina Morgenstern. Studien für Frauen und Mädchen, Handbuch für Haushaltungs- und Fortbildungsscbulen. Berlin, 1889. Verlag der „Deutschen HauFfrauenzeitung“, ow- pla 14. (Elea. gebunden 3 „;ck 50 45.) _ „Dieses Werk wird schxr vie Segensreiches und Gytes in den Weitesten Kreisen stiften" 1,0 lief; Ihre Königliche Hohett die Großherzogin yon Baden der Ver- fafferin schretben, als die hohe Frau nach Kenntnißnabme des Inhalts die Widmung des Buches annahm. Die Verfafferin sagt: Dje Frauen- besirebun en unserer Zeit haben keinen Werth, wenn fie sich nicht als höchstes iel stecke die Sittlichkeit und Reinbeit des Familienlebkns und die Erziehu zur Arbeit und Pflichttreue als Grundlage des Sxaatslebens; Sie wiÜ daher; in Vorliegende! Schrift einen Weg- weiser zum bausückoen, Glück bieten durch Feststellung der Wirksam- keitsspbäre dex Frau tm Hause, Welche in sclbstloscr Liebe, Kenntnis; der BerufSpfltchten und Versfändniß dcr wirthschaftlichen Verbältniffe zu _bestxben babe. AUF dem überaus reichen Inhalt heben wir folgende Abxchmtte bervo_r: Dre Grundpfeiler wirthschaftliÖer Wohlfahrt. Die Erletchterung bau§1icher Arbeiten. Häusliche Erziehung, Gesundheits- uer Krankenpflege, ferner die ausführlicbsn praktischen Anleitungen zur Etnxichtung der Wohnung, zu sämmtlichen Häuslicben und Hand- arbeiten, zur Erziehung der Dienstboten u. s. w.

_ DemJugend-Albumvon Julius Lwhmever: „Deutsche Jugend“ (Neue 'Folae. in Bänden nnd Monatsheften, Verlag von Gebrüder Kröner m quttgart) gebührt gegeyüber der ankrängenden Flath von minderWertbtgen Erscheinangen aus dem bochzubaltenden Gebtet der Jugendliteratur die Anerkennung eines altbcwäbrten, ge- diegenexx Jugendwerks von künstlerisch edlem Gehalt in Wort und Bild," m Unterhaltung und Belehrung, das den besonders für die (H„emutk-s- und Geschmaxksbildung _ibrer Kinder besorgten Eltern wtederbolt zu empfe_blen irt. Das 121): urxtecbaltcnde, inhaltsreiche Dezxmberhest enthalt neben einer Poeti1ch _werthvollen Jugend- Erzablung: „Dre Heimkehr in der Chrittnacht', von Julie Ludwig , _ unt skbjr reizvollen Illustrationen von Hermann V'ogel, cm anmuthtges Z).)éärchen von Frida Schanz: .Der meenfrqnzlf. mit prächtigem Farbcndruck nach einer Aquarelle dcs- selberx Künstlers, eine Weihnachts-Humoreske von B. Renz mit aUexltebster JÜurxration von E. W. A_l]ers, Weihnachtddicbtungen von Julxus Lohmeyer und Georg Lang, ferner vielfache Anregungen zu büb1chex1 Werhnacbtsarbeiten von A. Fränckel und M. Laudien, und eine Fulle von VcrstandeSaufgakxen, _Knackmarzdeln, Rätbseln und dergletcber). (Das Abonnement aus diexes für Knaben und Mäkchen von91400 JUL 15 Jahren bestimmte Jugknd-Album beträgt halbjährlich „sé .„ .

_ Die am 22. d. M. erscheinende Nr. 2373 der .Jllustrirten

eitung' entbält u. A. folgende Abbildungen: Die-Zuckerdüte, Tach einem Gemälde von„Anton Dieffenback). _ Durch Dick und Dünn; Nach einem Gemalde von Jaxoßlav Véfin. _ TranSport der Ktrchenglocken nacb dem neuen St. Andreastburm in Hildesheim. _ Alte Weibnachts-Pfefferkuckzenformen. In Nürnberg aufgefundenen Holzsormen nachgebildet. 5 Abbildungen. _ Madonna. Nash einem Oelgemälde von Professor Theodor Grosse. _ Bildxr aus Tirol: Schloß Taufers. Julius Köstlin. _ Die Krippendarjtsüung in der Pfarrkirche zu Plantlünne. _ Karl Zejß. _ Studienkopf von Franz von Defregger. _ Zwei Vignetten zur Weihnachtsnovelle.

Gewerbe und Handel.

Die B,erlin„er' Dampfschiffahrts-Gesellschaft kat am 4. d. M. :brx Ltqurdatton beschlossen.

, _ Ueber dle oberschlefische ink- und Bleiproduktion wird 111 der von ])1'. Bernhard Ko mann verfaßxen Festschrift für die FFW. Hauvtoerfamylung des Vereins deut1ch2r Ingenieure zu Breölau: .Oberschlenen, sein Lgnd und seine Industrie“ mitgetheilt: Der, ober'schlesscbe Rob'zmk empfangt zwar vom Londoner Markt seine Preise, ptmmt aber gleichwohl daselbst und zugleich für den Welt- markt etne'maßgebende Stellung ein, de_rselbe geht in alle Welttheile, nacb Amertka und „Ost-Jndien, wo bewndere Marken ausschließlich gekannt xmd abfaßfabtg find. Zinkbleche haben in den letzten J::ch eme welt_aebende Verweqhung und Versendung gefunden. as obexschlcfixche Kaufblei nt wegen seiner reinen Beschaffenheit berubmx und _daher zur Verarbeitung auf andere Ganz- xrzeylsyxmffeUsebr gejucbt, ir) Blechen, Röhren für Munition gelang: es m u erseetjcber Ausfuhr tn aÜe chttbeile. Rußland bezog in 1887 an oberschlesischem Blei 4838 t, Oesterreich 265515 zusammen 7493 t, d. l). 33,6 9/0 der gesammten Produktion. _ Ueber Roheisen, Gußwaaren und Walzwerkfabrikate meldet dieselbe Schrifx: 'De'r AbsaZ von Puddelrobeisen beschränkt fick) nahezu auf den xrnbetmtschen !Jdustriebezirk; nach Oesterreich ist neben der Robemfuhx durcb dre Zollerböbung auf 1 Fl. 20 Kr. pro 50 kg m, 1881 der Weg _ verlegt und nach Rußland ist sie durch dte m1t dem_ 1. Marz 1885 in Kraft getretene Er- höhung des ZoUs _aus Roheisen“ völlig_ unmöglich gewokden. Dre hoben rusfifcben EmgangSzHlle aus WalZeijen batten Anfangs dieses Izlbrzebnts eine Anzahl diesseitigcr „Werke (Königshütte, Friedens- butte, Falvabütxe) vergnlgßt, auf rusjifcbem Gebiet Filialwerke anzu- legexj, welch nut dichiLtgem Roheisen Versorgt wurden. Auf dixse Wetse ,wakr eme Aqöfuhr von etwa 60 000 !: Roheisen jährlick) angebahnt. Vor Cmfubrun de_r testen ZoUer_böbung vermochte man zwar die Filial- werke noch au langere Zeit mtt Roheisenvorrätben zu versehen. so daß das_ Jghr 1887 noch eine Ausfuhr von 25 700 t namweist, auf die Rentabtxjtat jener Filialwerke blieb aber die bezeichnete Maß- regel mcht obne Einfluß. Dcr Eingangßwll ist in 1887 auf 30 Kop. Gold pro Pad, alFo cuzf 2,80 „M pro Centner erhöht worden. Das ylzerscblefisÖe Gießeretrobetsen, welches man in sehr brauchbarer Qualitat darzustellen gelernt hat, _findet außer auf oberschlefischen Werken vorzugswxife nacb Nteder1chlefien, in geringeren Mengen auch _na_ch Oesterre1ch_und Polen Absatz. In Niederschlefien würde es Der btlltgeren Frachtfaycn der Konkurrenz der leichtfiüsfigen englischen

!