1932 / 42 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 19 Feb 1932 18:00:01 GMT) scan diff

Neltkk- mtb Staatsanzeiger Nr. 48 n- 19. Februar 1932. s. 4

das Gesch nicht erst ein Jahr, sondern schon drei Monate nach der Verkündung in Kraft treten zu lassen, und zivar aus den schon in den Ausschüssen gegebenen Gründen.

Dcr ostpreu'ische Vertreter Freiherr von Ga yl war g'icich- falls der Auffasizung, daß das Geseß nur wirksam Werden konne, wenn die Ausnahme des „ck“ 1 Ziffer (* gestrichen werde. Er der- zicbte allerdings auf einen StreichunÉzaytrqg, weil er aussichislos erscheine, stimme jedoch gegen diese korjchrist.

Ein Vertreter des Reicbsjustizministcriums erklärte", die von Preußen beantragte verkürzte Frist fiir da:: In- krafttrctcn diefes Gcscycs crschciiic auch der Rcich5rcgicrung gc- niigcnd.

Der stellvertretend? Vcoollmäcknigtc der Provinz Hannover, Vorleger Dr. J ("1 n e ck €, stellte erneut den Antrag, die Abonnenten- versicherung dcr Tageszeitungen zu verbieten.

Der bayerische Gesandte Dr. von Prcger erklärte, [eine Regierung halte die längere llcbcrgangsfrist von einem „ab)" tmnrcntlick) im Jntcrcssc dcr Vorzcllmtindustrie fiir so wichtig, daß sie sich vorbcvaltc, bci Annahme des prcußiscbcn Antrages" gcgen da:; 17:11:50 0501» ZU stimmcn.

Tei" V c 1' ! 11" t c 1“ dcr Provinz Pommern (“Zi'nf B c h 1“ schloß sii!) dcr Erklärnng ch ostpreußischen Vertreters mt.

“Tor V ck 1“ t 1" c t c r B a d c 11 beantragte vcrmittclnd, die Friit flll' daz inkrafitrctcti ch Gcscßcs auf 1; :))c'mmtc zu be- 11.100811.

Dcr Z ä n e ck auf

Tageszeitungen

:'( 11 t i' a „a D 1. Verbot dcr Il110jincntc"vorsichcrnng der fand nicht geniigend Unterstiißimg.

Tor prcnßiscbc Antrag, die Ucbcrgangsstist bis zum In- krafttrctcn dcs Gcscßcs auf nur 3 Monate zu bemessen, Wurde mit 30 gegen 30 Stimmen angenommen. Dafiir stimmten außer dcr preußischen Ztautsrcgicrnng sämtliche Provinzen und die“ kleineren Länder, dagcgcnBayern,Sachscn,Württem- barg, Baden, Thüringen, „Sossen nnd “)]kccklcnbiirg-Schwcrin. Wegen dieser Verkiirzung dcr Uobcrgangsfrist Wurde dann die Gssathrlagc gcgcn die Stimmen Von Bayern und Sachsen angcnommon.

Dcr Emtcimimg bisherigen HilfSrichtcr-Z beim Rcicbsgoi'icln, Öbcrlandcsgcricknsrat Dr. Zicglc r, zum Rcichsgcrichtsrat stimmte der Reichsrat 511. Dom sächsischen Bäckerinnnngsvcrband Saxonia in Dresden ivnrdc dic Rcchtsfäbigkoit Vorliohon.

dcs

Preußißher Landtag. 270. Sitzung vom 18. Februar 1932. (BcriOt d Nacknickytcnhiiros d. Vcrciits deutscher Zeitungsverleger)

Zn Erledigung kleincr Vorlagen beschäftigt sick) der Landtag in seiner Heutigmt Plcnarsißung zunächst mit den sozialdcmokratischkn Anfragen und An- trägen, in denen von der Vermendung landwirtschaft- lichcr Genosscnschastsmittol fiir parteipolitische Zivecke in Pommern sowie über den Zusammenbruch des Verlages „Pommersche Reichspost“ gesprochen Wird, die ferner das Urteil in dem Prozeß gcgen Direktoren und Angestellte der Pommerschen Hauptgenosscnfchafk betreffen sowie von einem Korruptionsskandal in der Pommerschen Spiritusvkerr- tungs-Goscllschaft sprechen und Bekämpfung des Terrors des Landlmndcs bei Bildung einer sxcn. Not: und Schicksals- gemeinschaft in Pommern verlangen.

Der Landwirtschafts-Ausschuß beantragt, die sozialdemokratiscbc Anfrage für erledigt “'u erklärkn, m der behauptet Wird, die Pommersche Landbun genosscnschaft habe Genossenschaftsgcldcr u. a. durch Beteiligung an der nun zu- sammengsbrochcncn „Pommcrsch-m Reichspos“ zu partei- politischen Zivcckcn vcrjvcndet.

Abg. Hartwig-Stctiiu (Foz) (Wgriindet die Anträge scincr Partei, in dcncn von „9011111111011?sfandalen der dc'utsch- nationalen pommcrsckwn L-Üii-dbnndstcllc die Rede ist. Dcr eine Dcr Anträge erklärt sick) Unbefriedigt von einem Gcldstrafcnnrteil, das _qegxn "Direktorcn nnd ?lnqßstellte der Pommerschen Haupt- genomsnéclzgft von der Strafkammer Stettin gefällt Wurdé, Weil stY die Gxsamtlwit dnrxl) géscßwidrigc Schisbnng-cn geschädigt 0011211, (Yin wcixcrcr :'[ntrag fprickzt von einem Korruptions- ]k-qiidal in dcr Spiritnx";:VcrwcrtnngS-Gcscllsckpaft, bei dem Reich:?- nitxtel zn-dmitsäwiationalen parwipolitisch-cn Ziveck-en verwendet wor_dcnv seren. Bereits im August 1931 habe die StaatßanWaLt- sck;a;t_emz Verfahren gegen d_ie Direktoren dEr Pommerschen Haupt- gsnoswmjckmft Wegen Unterjghlcife mit Einfiihrsckzeinen eingeleitet. „In der Hauptvilendiung kei i'cstgestellt, daß Durch diese Schie- biinqon das Reich um 176000 Reickßmark geschädigt Wurden sei. Das Gcldstraxcnurteil (100011 die Täter, die zur Avant arde Hugen- berqsxxmd thlerks geHörxen; Werde in »der Oeffentli )keit als un- bxfz'ieytgcnd bczcxchneß' Bsi diesem Pioch habe sich gezeigt, Wi diejenigen a1is1ehcu, die dci? jetzige Regime bekämpfen, die, wi Herr von Rohr beim V01k§bcqehrcn sagts, vom „erw-achenden Vienf-ren“ sprechen. Schieber seien diese Leute und sonst nichts. Em _hesowderer Korruptionsikandal habe sich durch ein Schreiben entbullt, das der LandeZVorsitxendc des deutichnationalen Landes- vxrk-andes qumxrn, von Zitzewiß, an die Rittergutsbesißer rixbtc'tc. Dnr:11_ Hieß 99, der Landrat Von Bismarck habe mit den lei„cr_1*den Personlicbkett-en der Spiritns-Vcrivertimgs-G-ex'ellschaft Ruckiprczcbe' genommen, Diese sei bereit, selbst unter großen Eckxwterqueiten eine einmalige Ueberiveisnnq fiir das Jahr 1932 1111 den Landecxverbany der Partei zu ihren Lasten vorzunehmen. &;an genaus Kizlknlatton habe ergeben, daß es notwendig ist, daß fur 19. 100 zu ste_Z01'ndc Liter Spiritus 10 Pfg. Sonderbeitrag be- zahlt Werduen mußten. „Von uns aus“, so sage das-Schrciben 10011017, „konnen wjr se1bstVerständlick) die Verechnnng für ihre Spiritusmenge und Hamit die Berechnung der Beitragssumme U1ch1 vyryohmen. Drewes will liebenswiirdigerWeise das Büro der Sp11"ltnstUV011unn „iiberncbmen“. Der Redner erinnert daran, das: auf diese Weise Reicbsgclder, Die die Spiritusgesell- schc1ft erhalte, der Dentsckvmtionalen Partei zugeflossen seien, und f()rdcrt Vorxxxben „gegen diesen Korruptionsskandal“. Es liege btex anch ntcht etiva ein Einzelfall Vor, sondern ein System sc1)11mp1ster Korruption. So habe nämlich die Deutscbnationale Ixartyt Pommerns auch bei den Reich§tanwghlcn 1928 einem L*cxxretxx dcr Spiritnsinteressenten ein sickwres Mandat auf der 9_1_91c_17“§1111e acg-cn Zahlung von 40000 RM überlassen, Den 0511091 dontscbnationaler Sabotage bedeute ein Rundschreiben des Vomxnßrick'cn L_,an'dbnndes, das zur Bildung einer Schicksals- gemetnxchaft antfoxdert und unter Terrordrohnngen zu erreichen v_crs11c1)t, Y_afx erst [1111121 allen anderen Ausgaben die Steuern ent- rrcbtct 1111110211. Das Rnndfckseibcn eines pommerschen Kreis- lnndbun-des lasse die Steuern und Ausgaben sogar erst Hinter d-c'n L;)ndbund- und Parteibeitxägen rangieren. éLebkmftcs Hört, 150111) Auch der Vommemche Landbnwd habe 7511) hiernach dcr Anfrorderung znr Verletzung der bestehenden Gesetze icbukdin ge- macht, wie divx"; schon andere Landbiinde getan bätfcn. Der hierzu Vorgelegte Arama der S. P. D_. Verlange VLkämpfung des Terrors mit allen Mittoln, Die dLlltZck)UMLiOUüicn Landbundleute Wollten zWr dem Staat die S:e1iern vermeigern, verlangten ab?); g(eicld- zeixig immer arösZLre finanzielle Unterstiitzung vom Staak Viele onimersche Krvise könnten infolge der gemeinqefäbxlichcn Steuer- abodage der Dcutschnationalen und der Landbiindler Nicht ein-

mal me r die [interstüvun an die WohlfahrtserWexbslojen zahlen (Hört, hört! bei deri! _Soziakdémoquten) und _rtchteten Hilferufe an die preußische Regteryyg. „Esxset txahxr grobe Dema- gogie, wcnn n:an_„das System“ 111; die .Hchwrextgketten verant- wortlich mache. Mit Auénahme eines Falles m Mecklenburg- Streliv habe sicb in Teu21chlax19 bisherökein _StaatÉanWalt ge- funden, der gegen die staatsgcxahrltche, Steuerjgbotage und_ dyn Terror oorgcgangen wäre. Nicht einmal die Burokratte in Pommern schiive dic kléinen Landwirte „vor dem „Terror der Teutsckmationalcn, Bishcr habe die Regierung Zu duen Korrup- tionsfällcn dcr Tcutscbnationalen nur sehr milde _kalarungen ah- acgcch, die nicht qenügten. Tie Regierung_mii1e endlich,.mu starker Hand ;ugreifen, wie es die SPD. in thrxzi Antragen im Interesse der schaffenden Bauern Fordere. (Vcixall bei den Sozialdemokraten.)

Abg. v. Rohr (D. Nat.)_ meint, die'sozialdemokratischen An- träge seien ein Schulbcispicl fiir den heutigen Leerlauf der Parla- mente, (Lachen bei den Sozialdemokraten und Zurufe.) Vor cinigxr Zeit hätten die Sozialdemokraten auch im Fa_ll dex „Pommerschen Reichspost“ so große Töne geredet; Jute seien ste dariiber still gekoorden, Weil schon im Ausschuß ihre ehauptun-gen in dicser Angelegenheit kläglich zusammengébrochcn seien. Der Rc'dncr Wendet sich ge en die Angriffe der Vorredner auf An- gehörige dcs Pommers cn Landbundes und der Deutscbnationalen Partei. Gorichtlich sci fcstgcstc'llt Worden, daß dem angegriffencn Direktor jede gewinnsiichtige Absicht serngclegcn habe. Der Rcdncr fragt, ob nicht in der Domänénbank zur Zeit des Finanzministers Klepper. Wechselstemp-elsteuer hintcrzogcn sei und wie man denn das ncnns? (Lärm bei den' Sozialdemo- kraten.) Der Fall einer Bankübechisung an die Mutsch- nationale Partei, die der Vo-rredner ur Sprache gcbracht habe, Werde hier als unzulässig bezei net. Wénn es sich um eine ngicrun-gspartei handele, betrachte man () etWas dagchn als ganz selbstverständlich. Ter Pommcrs 8 Land- bund habe mit Recht gesagt, daß jeder aus seinen Reihen aus- zuscheiden habe, der auf Ziyangsverstcigérungen das Eigentum landwirtschaftlicher Berufsgenossen an sich bringe. Tic Re- gierungspartcien, besonders die Linke haltcn eine derartige Be- reicherung nicht für anriichig. Tiefe Leute könne mmt der Linken lassen. Von allen Vorwürfen des Abg. Hartwi bleibe nur eine klcine, elegante, Yarmante Fäl'chunéz von ighm selbst iibrig. (Lärmcndc Zurufe ei dcn Sozial emo raten.)

Abg. Kirchmann (Soz.) erklärt, das Wort „Fälsch-ung“ sei von dem Vorredner doch Wohl in etWas zu Weitem Umfang angewendet Worden. Skandale seien heute in Deutsclland am laufenden Bande u sehen: Wenn man den Sklarekproze anfiihre, so müsse man an den Rais eisenskandal nennen, der viel größeren Umxan gehabt habe. (- iderspruch rechts.) Vom Landbund Kas el ?ci dazu aufgkfo'cdert Worden, entgelkzen den Beschlüssen des Landtags die Maße und Gewichte nur (1 e 4 Jahre anstatt alle 2 Jahre cichen zu lassen. Die (Herverkschaften wiirden ihre stärksten R-erexven bereithalten, um den Kapitalismus und die mit ihm verbundeten Dcutschnation-alen zu beseitigen. Dcr Redner kritisiert _di-e Rede des Abg. von Rohr auf dem- deutschnational-en Parteitag M Stettin, auf dem dieser den Regierungsparteien, vor allem auch dem Zentrum, die Betätigung händlerisch'en Geistes vor- *eworfen habe. Abg. von Rohr sei gar nicht berechtigt, für die eutschcu Bauern u sprechen. Er nehme es auch selber mit seinen Behau tungen 111 t allzu genau. «11 einer Landbundversamm- lung_ achlbg. v0n Rohr geHa t: ie ganze Osthilfe ist ni ts als eine Wu t-e _Quälcrei. Er a 2 auch davon gexprockzen, daß ie prcußtschc eßicrung Nomaden chißde, die den gleißtgen haßten und den Deußchen verrieten. Der e ner polemistert weiter gegen

einzelne Aenßerungcn des Abg. von No r und gegen Aeuß-erungexx und Haltung des Stahlhelms, der as sozialreaktionär zu be- fiir Senkunée der Löhne auf den

_ Dcr Landbund [ei

or-krte ssxand. Die Sesbsthtlfe des Stahl elms Wolle in der-

selben easeWanderarbetter haben wie frii r. Abg. von Rohr

hab.? sogar 1111 Winter polniche Landarbeiter beschäftit und

dafur deuYsche Arbettcr entla en. Nationalsozialisttsche erufs-

Tenosscn hatten Herrn von Rohr als Ver-räter bLJiiYnLt' der fiir 1)

Jichnen sci.

ie erledigt sei. Der R-edn-er Wirft dem Abg. von ): wiederholt _ invahxhaftigkcit und Unehrlichkeit bor. (Unruhe und Wider- ]pruch bei den Deutschnationalen.)

Die Außsprache wird zur Vornahme der Abstim- mungen iiber die zur Ziveiten Preußischen Sparverord- nung gestellten Anträge unterbrochen.

Die Anträge der Dcutschnationalen, der Deutschen Fraktion und der Kommunisten au Aufhebung der Spa r - v e ryxd n u n 9 Wurden mit den timmen der Regierungs- parteten ab elehnt. Mit dem gleichen StiMManerhältnis ivurdc bosch offen, die zWeite Sparverordnung zur Kenntnis zu nehmen. Annahme [finden Anträge des Hauptausschusxes, Worm das „Staat?:miniterium ersucht wird, im Falle es Erlasses Weiterer Spar- bzw. Notverordnungen dem Landtag und'Staatsrat vor Erlaß derselben Gele enheit zur Mit- axbett zu. geben, soßrn nicht zwingendes eichßrecht daran hindert; tm Falle er Aufhebung der staatlichen Kunst- akadoemxe'n in Breslau, Königsberg in r. und Kaßsel dort xe ctxnge Mcisteratcliers bestehen zu affen; um ie T h e a t e 1: m_ Kassel und Wiesbaden - Wenn auch in anderer Form als Ytshcr - aufrecht erhalten zu können, in den Haushalt fur das Jahr 1932 für die Theater in Kassel und" Wiesbaden den Betra einZiseßc-„n, der ür Beamten- gehalter, aus noch laufen en erträgen un für Unter- haltungskosten aufgeWandt Werden müßte, Wenn das Personal Weiterbeschäftigt Werden würde.

. Beim Abschnitt „Pädagogische Akademien“ Wird der Aussthußantrag angenommen, der die Regierung guffordert; an Stelle der an gelösten Hochschule Zür Leibes- xibungext mnSpandau eine entralstelle für Lei esiibungen M Berlin moglichst zu schaffen. *

Der deutschnationale Antra , die Simultan- Akadxmie in Frankfurt/ . aufzulösen, wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen, kleiner Rechtsporteicn und des Zentrums abgelehnt; dev zWeite Teil des deutsch- naxioitalen Antra es, der fiir die simultane Akademie eine Weitere evangelis e Akademie aufrechterhalten Wollte, wird Yetchfalls „abgelehnt, und zWar ge en die Stimmen der

eutschnattonalen und der Deuts en Volkspartei soWie kleiner Recht53gruppen.

Anträge des VerfassungZauZschussezZ, die au deutsch- volksparteiliche Uranträge zurückgehen und die e ierung erjuchen, den Erlaß des Kultusministers über die 5 lan- Wirtschaft im mittleren und höheren Schul- w es en ersx dem Landtag vorzulegen e e eine Entscheidung erfolgt,]oime emen Nachjveis über dte ahl der abgebauten Studien'assessoren vor ulegen, Werden in nament- licher Abstimmung mit 257 timmen der Rechtsparteien, chs Zentrums und der Staatspartei gegen 133 Stimmen der Linken angenommen.

Ein deutsch-volksparteilicher Antrag, der unter Hinweis auf die Herabse?ung der Altersgrenze für Lehrer den Kultusminiter ermächtigen will, Ausnahmen von der ZWangspensionierung der Lehrer beim 62. Lebensjahr zu- zulassen, wird mit 161 Stimmen der Rechtsporteien und Kommunisten gegen 212 Stimmen der __Regierungsparteien

! Wurde, 'der Schmähungen gegen Hindenbur ausstieß . dem man dann Schlagring urr-d Revolver iii

K

abgelehnt. Ein im gleichen Sinne gehaltener deuts

nationaler Antrag wird in einfacher Abstimmung abgeleh

.- .LLnnahme mit gro er Mehrheit findet dagegen ein Er? schlie ungsautrYz dx; egierungsparteien, der die Regieru *“ ers_u t, beim orlte en besonders schWerwie ender Härte beiZWan spen ionierungen der ehrexnat den neuen orschriften Beihilfen zu gewähren. ck

um Kapitel „VerWaltun sreform“ findet de Ausf ußantrag Annahme, der die egierung ersucht, bei der Neuregelung auf die spätere Rcichsreform Bedacht r nthcn, vor „Entscheidung die örtlichen usw. Instanzen Zu horcn „und dte Leistungsfähigkeit der VerWaTtungs139:ijn entscheidend sein zu lassen. ““ e ' Zum Kapitel „GehaltSkürzun en“ erklärt Haus (Zuf Antrag des Ausschusses die Niiznderlasse überdz'lT Durchfuhrimg de'r dritten „Gehaltskürzung bei Beamten und Lehyern, uber die Durchfuhrung der versorgunchreckuuä)en Bestmimungexi aus der Sparverordnun vom 12. September 11er aber d_tc Durchfiihrung der drtttcn Gehaltskiirym bet. den Vcrwrgunngezügcn durch Kenntnisnahme für eri ledjgt. „Angenommen wird ein dcutsch-volksparteilichcr An- txag, dre Bestimmungen über die Abführpflicht von Neben. einnahmen einer erneuten Prüfung zu unterziehen, ine“:- beson_dcre bei den staatlichen Mcdizinalbeamten cine UMF, ZangsregelunZ zu trcffeit. -- Weiter findet Annahme cin ntrag dßy «taatspartei, zu verhüten, daß die Einkommen der staatlichen Angestellten und Arbeiter unter den Stand vom 10, Januar 1927 gesenkt Werden. Hinsichtlich der Beamten Wird der staatsparteiliche Antrag in dcr ?[usscsmß- fassung angenommen, Wonach die Regierung die prcußischsn Sparveroxdnmtgen alsbald so ändLrn soll, daß jede SckxlechternellunZ der preußischen Beamten gegeniiber den Rerchsbeamten cseitigt Werde. Auch soll die'. Notlaqc dor sxellenlosen Lehrperwnen und Schulamtsbcwcrbcr duick) ge- ejgnente Maßnahmen behoben Werden. Speziellcre Beamtin- antrage Werden dem Beamtcnausschuß überwiesen.

_Zum Abschnitt „Oeffentliche Fürsorge, leistunn ge 11“ Wird ein Aus chußantrag angenommen, dcn Durchfuhrungsexlaß Yom 16. «eptcmber 1931 nachzupriifen, Zip: gar zu große Harten bei skiner Durchfiihrung zu Vcr-

u an..

Zum KapiteT e,Gew€1110.aufsickzt-ésämtcr und B e r g 1" e v t e r e“ fmdet der AuZschußantrag Annahme, wo- naJ die „Aufhebung Yon“ 9 Geiverbeaufsichtsämtern und 4 - eerevieren dann ruckgangig gemacht werden soll, Wenn durch te Aufhebung eine Verminderung des Arbeitnehmer, schutzes erfolgen würde.

Die Anträge zur verfügten „Aufhc () ung der K ul_t u r b auu a m t e r“ Werden dem . anptausschuß znriick- verwiesen, Wahrend-zum Abschnitt „S u tz d e s in ne ren Frtxdens“ L?emaß dem Aus chußantrag kommunistische Antra 2 auf ufhebung von emonstrattons.- und Ver- samm ungsverboten abgelehnt Werden.

Bezüglich der Abstimmungen iiber die Pädaqo i' ("u Akahemien ik?- festquellen, daß es bei den BeschliiffZnstliZer Regierung b erbt, Da also von den 15 geplanten Akademien niir 6 aiifrechterhalten werden. Insbesondere Wurden nuch dre Antra e mehrerer Parteien (1 gelehnt, die die Aufrecht- erhaltnng er Padagogüchen Akademie in Hannover forderten.

. Daiitit sind 'Zdie Abstimmungen beendet. Das Haus scßt die Aus1prache uber die sozialdemokratischen Anträge, betr. die Pommersche Landbund-Genossenschaft usw., fort.

Abg. Grob i s (Komm.) nimmt egen die Uiitcrstiißqu dcr L_andbundgenosjen']cl)afte_n_ durch öffentl?che Mittel Stellqing. Dxircb dte_ Unterjchlagungen Wen die Laydbundgenosscnschaften völlig zU'xammengebroihen, un-y_ di-e lan-dtvrrtschaftlichen Genossen seien betrogen_un-d" ihrer ExrjtYn-z 'beraxtbt. Die SozialdeMokratie sei daraii mrt Schuld, derizx sie [Zab-e .die Znschiisse ans StMermitkeln an ,die Landbundgcnon-UUchasten mit bewilligt, Mit der Er- iyxrbung "des Gebqix-dcs de_r „Pommerschen Reichspost“ in Stattin fur 490000 .“ hatten „die Sozialdemokraten ein gutes Geschäft gemacht, x_denn „da?- Gébaude .]ei viel mehr Wert. Die Sozialdemo- kraten ehcxtten kerne Vexanlasmng, sick) über die Korrupiions- sfandale "|_o “sehr zu_-cntrustcn„ ?dcnn ihre Leute iäßen ja mit in der preußischen Regierung. Die habe aber niemals etivas dagcgcn unternommen. DW, Sozrgwcmqkraten “Wollten aber gar nicht ée en dre Korruption einschreiten sondern vor den bevor- t_e endxn Wahlen nur etWas Wahiagitation treiben und aiif dxe klemen andxivirte Eindruck machen. Disse sollten auch fur die *deut;schnattonale Propaganda &us-genutzt Werden. Der 11cm ommer|che Landax-b;e*itertarif Werde auf :den „geschlossenen Wider: txuxd ider _Landarveiter stoßen. Die Sozial-demokratösche Parte! e) „interes iert an der Aufrechterhaltung des korrupten kapita- lrstrscheu “ystems.

Abg. Grzimek (D.Staatsp.) erklärt, die Rede des Vox- r'edner„s zeige, Wie die Kommunisten der äußersten Rechten m die Funde grbeiteten. Lärm "bei Den Kommunisten.) Emo un- lau' liche'überhe'blickxe ouart habe sich wieder in 'der Rede dx? eutschnationalen Sprechers gezeigt der so tue, als ob er aller'? Yersiändn-ts „und Liebe fiir den Osten e achtet habe. T_übU saßen Doch “die Deuts nationalen wirkklickiI Lekbst im Glaquvten, Wie :die Korruptionsfä e in ihren Reihen bewiesen. Why (90,1ka *eget) das System vertrage sich anch nicht mit dem Äerkan? 'le

Ebäu-de in ommern an 'die freien Gewerkschaften. Dl? Met oden des errn von Rohr, der es sogar wäqe, allen (xndkken als 'en Deuts nationalen Haß gegen den deutschen OW," 4" unterstellen brauche man nur im Otgebi-et zu veröffentltckxkn-

* um “dem Osten 'das VeWerfliche sol er Methoden darzulegM

Herr Von Rohr, habe qesa-gt, das Land'volk bättg kein Vertrauen mehr zum heutt en System, aber namenloses Vertrauen zu de]! Männern des (1 ten Systems; 'das sind, so sagt der„Re*d11er, „W vor kur ein auch noch die Herren Schlange und Schiele JAWS? Heute eßen die Deutschnationalen gegen Schlamge 11110 SCM.“ ?'limmer als ge. en Marxisten. Vor kurzem taten ste 11V?!) 19- a s ob ste namen oses Vertrauen zu Hindeyburq hättexz und Wie schallt es jeßt a:us ihrem Blätterwald? Dte'Folgen 'dW'ser H„e“ sind, daß in einer Ver-jam-mlung bereits em Mann IWM

H r "iCeZOas sii? iii Frückyte der deutschnationalen eße ampa-gne.' r wa ixer Staatspartei.) Sie (zu den Deuffcbn-attonaleiz) PLLWZ'; Vertrauen nur .zu den Männern die hundertprozentig tim? JIM Jhre ParteiBeamten verlanlgen. as de_utsche Volk l_ebnt M “Udet Yoßen Mehrheit eine so che Tät-r-gkett a'b. (Beüfall bel 't-aatspartei.)

Damit schließt die Aussprache. (Fortsehung in der Ersten Beilage.)

Verantnwrtlich für Schriftleitung und Verlag: Direktor Menaerina in Verlin-Pankow Uschi!"- Druck der Preußischen Druckerei und Verlags-Akttenakie Berlin, Wilhelmstraße 82.

. Vier Beilagen . (einschließlich zwei Zentralhandelöregisterbetlagen).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Prenszischen Staatsanzeiger

Berlin, Freitag, den 19. Februar

193Y

r. 42.

(Fortjesung aus dem Hauplblatt.)

» “*inem Schlußnwrt Wendet sicb Abg. a rtwi (Stettin) . F*Lc'skonders gegen den Abg. vgn Rohr ( .Nat.). Wenn Herr ““Rot" Hm, dem Redner, Falschung vorgeWorfexi hqhx so ;"W [5109 ich eine schnoddrige Junkersre hett. (Bikeprast ent “_*„„„n];9ff mf: deri Redncr 5111 Ordnung). * ch frage, o sagt, der Zricr ven Aufsichtsratsviyrßißenden der „é-[omntZUchcn inché- ]“ „_„Zcrrn von Rohr: Trift es 11, dgß die Aufncbtsratsnvung ;.: -Pk,"11nerschen Reichspost“, in er uber den Verkauf des Ge- biß» d.;x „Reichspost“ ver andclt wurde, von 8_„u_1_;r abends__his [Uik morgens dayerte_u_nd von Rohr den _scbarnten A11_grts_sen Wesch war, daß Brier? vorlqgegx v_on _prommenten Pcrwnltch- 11in der xwontmxrschxn„Landivtrnchast, ln denen bekla-gt wurdc, (.; mm'. die natronalrsmche Truybiiäq, das Hach dcr „Pommer; ck,?" :Uchspost“, an die marxistiswu chvkrk1chaficn Verkaun „den soll? Herr von_Rohr hat ]1ch als oller ehrlicher Makler «Wxnmxn und don ?rctcn (Herolrkichxaften den Zn_sc1;1.1,1 gcgcben, M c:* von ihnen 10000 (11 mehr fur das Grundjmck bekam als

„„ anderen. (Heiterkeit und Hört, hört!)

ch sozialdemokratischcn Anträge gehen" dann in die Auzsaziissc. Die Großq Anfrage der SPD. ubcx dßn Fall der „Pommerschen Reichqus wird dem AuSWußantrag ,nxsprcc1)ond für erledigt erklart.

Es" folgt die Aussprache iiber den Bericht des Vor- [zffungsansMusses zu dem deutschnationalen Antrag gxgcn dii Vcrleßupg der Mcmelland-Konvention durch die lttauische Regierung. In der vom Verfassnngsausschziß bcschlosssncn Form verlangt her Antrag, da?“; das Staathmrstcrium beim Reich alle moglichen Maß- naymcn gcgen dcn litauischen Rechtsbruch im Mcmclland cr- wirken moge.

Abg. B u 9 d a h n (Soz.) erklärt, der Antrag des Verfassungs- zusschusscs gehe Weit iiber „den Partcirahmen hinaus. Diese En't- chxjcßxmg sci schlechthin em Protest des Deutßchtums 96 en die itanischc BergeWaltigun . Gegenüber den Gen cr litams en Ve- &cbungcn müsse mit (1 em Nachdruck festgestellt Werden, daß das .orgchcn Litauens cine eklatante fcbWerc Verleßung der Meme!- 1171021111011 ist. (Zustimmung.) Die Gründe, die Litauen für die Maßnahmen und für die Internierung des Präsidenten Böttcher anfiihre, seien schr fadenscheinig. Ich betone das mit Nachdruck, „fährt der Redner fort„ Weil unsere Parteifreunde im Memel- imd im Direktorium bisher nicht vertreten waren und oft eine oppositionelle Haltung gegeii das bisherige Direktorium haben einnehmen müssen. Aber gcjtcrn bei der Besprechung im meme!- ländischen Landta hat der sozialdenwkratifche Sprecher erklärt, daß dicNaäwriifung er Angelegenheit Böttcher nicht eine Angelegen- heit der litauischen Regierung sei, sondern daß das ausschließ1ich richnzqclcgciiheit dcs memelländischen Landtages sein könne. Wenn 111711 die bisheri e Opposition gegen das Direktorium Vömbcr sich jeyt encrgis dem Protest anschließt, so macht das diesen Protest besonders Wertvoll. Jm memelländiscben Landtag den «1118 Parteien mit Ausnahme der vier Nationalliiauer gegen ie Vcrgcwalti ung protestiert. Ick unterstreicbe besonders, das; fckyduntcr der chrheit auch die Stimmen der Kommunisten be- «men. muniKtiscb orientierten Arbeiterpayjei in Memel hat die Ver- gewaligun Imaßnahmen am schar 11211 von allen Parteien «riickgcwiÜn. (Erneuter Widersprn bei den Kommunisten.) Ju eme! sind die allgemeinen Menschheits- und Frei citsrechte un- geheuerlich verletzt. Die PreJe steht unter einer 5' orzensnr, Wie wir sie nur im vorigen Jahr undert gekannt haben. Wenn wir den Antrag annehmen, () deshalb, Weil im Mcmelland Zustände bestehen gegen die die eichsregierunß mit allen nur möglichen Maßnalimen eingreifen muß. Es han elt Lich hier nicht nur um einen Fall Böttcher, der über kurz oder ang vor dem Haager Sihiedsgcricht erledigt wird. Es ilt darüber hinaus, einen Ge- Ubrenherd schlimmster Art ?u beßeitigen. Solche Gefahrenherde 'ben wir seit den unmößlchen Staatskonstruktionen von 1918 eme ganze Reihe. Wir sin als Sozialisten Ge ner aller Getvalt- maßnahmen bei AUSeinanderseßungen der V5 ker. Der Protest, den wir erheben, ist ein Teil des Kampfes, den wir ur Befriedung Eyropas und der Welt fiihren, den wir unter der arole fiihren: NWWichr Krieg! (Beifall bei den Sozialdemokraten.)

Abg. Pingel (Zentr.): Wir stcllen mit Gßnugtnun-g fest, dai'm diesen [onst [Lider so zerrissenen ZeiL-en das deutsche Volk qust-cns eint-g ist in dsm flammenden Protet gegen die ab*- cheu11che GeWalttatLitauens an unsersn deuts en Brüdern im eiitelland. Wenn es Litauen auch leugnet: Das Memelland ist WM!) und seine VeWohner ssind deutsch na Abstammung, Kultur UUd_Sprache. Wir haben chmerzlich empunden, daß durch den Ver1arller Vertrag mit brutaler GeWalt das deutsche Memelland vom Mutterland abgeschnitten Winde, und“ das; es nach einsm Riinbnbcrfal1 der Litauer eine Autonomie unter litauischer Flkhrung erhrclt. Die Garantie fiir die gewissenhafte Einha[tung des M*enwlabkommens hat der Völkerbun-dsrat übernommen. Troßdcm mußte die Bevölkerung des Menoollandcs [an e Jahre kinduxck) die Gewalttaten der Litauer aushaltixn, bis das org'ehen rLitau-er jeßt gekrönt wurde durch eine ganz klare Verletzung sMemclabkommens. DiZe Ha-ndlung Litauens ist ein Angriff "UfTr-eu und Glauben im erkehr der Völker.. Ick) unters reibe, W M Vorsitzende des M-emellandbundes auf einer Profe tkund- kbunß sagte, daß Litauens Handlung die eines kleinen ver- chkagen2n_ Gelegen itsräubers ist. Wir legen schärfsten Protest 8111811 cm. Mit ank erkennen wir an, daß die Reickßregierung ereits o_usgcsprochen hat, daß sie nicht nur die Pflicht, sondern F1ch_das Rxecht habe, vom Völkerbund zu Verlangen daß der eckbe1111) 1111 Memelland wieder gutgemocht werde. Wir haben Zur Reichsregierung des Rei skanezlers Brüning das feste Ver- kÜUL21.„daß sie alles tun wir , um das Unrecht am Memelland "0101119011. Welche Mittel anzuwenden sind, überlassen Wir der nil ZrMeran . Vom Völkerbund erwixrkon wir, Wenn er Ech Mk [9111| au,-gcben will, daß er eine Entscheidung trifft, ie r-cht und Gerechtigkeit sichert auf der Grundlage der Mensclken- ischte _und_Menschen-gefeß_e. Im Namen meinLr Freunde erk äre S.-dü13„1vrr_ alles unterstüßen Werden, Was Ruhe, Ordnun und ichNchett rm Mem-elland gewährleisten kann. (Beifa - im antrum.)

Aba. von PlehWe (D. Nat.) -- von den Kommunisten Mich hohnische Zurufe emp augen _- erklärt, als geborener MZMLler Wohne xc am östli sten Punkt “des deutschxn Volkes. litan,babe dort immer Wied'cxr mit Wachsender Empörung den hättmsthen Rechtsbruchen zu eéehen, die am 6. Jahr_uar begonnen wesen, Im November 191 ei er zum leßtenmal txt Memel ge- auen, nacOdem er mit seinen Truppen Yen bolscheivrstrschen _Em- i-b abgewehrt habe. Die Franzoxenihatten dann mit Zmem

“MUMM, vor den eindringende_n Lttauern Has Fel-d geraumt. dier Vylksrbixnd habe das Memel1tatut_garannert; er habe f_e_t landPfi-“cht' einzugreifen. Noch nie sei tn Preußen ztnd Deut] - die' M12 derartige Frechheit be an en quden, Wte' cHetze yon WLW Zigeunervolk. Werde die 2 at mch1 ener„gts_ zuruck- MFM?" nnd rückgän ig gema 1, dann sei die naturliche ?Jqlge seie 91911qu Ostpreu ens und *anzigs durch Polen. Repre_s alten 11 U 031 Sinnx einer vaterländischen Abivebr unbedmgt e_rxorper- Eiiis &[1011 die Schließung der Deutschen Grenze gsJen [ttaursche Uhr bedeute eine solche RepressiVmaßnahme. (Larmende ZU-

(Widerspruch bei den Komm.) Der Vertreter der kom-'

rufe bei den Komm.) Der Redner Weist ai? die Provokation der Hissnng der litauischen Fahne durch den itaniéchcn Konéul in Tilsit hin, Der crklärt baby, er flagge nur, 10c_il Sonntag sei. Einem so frech provokatori1chen Verhalten gegenüber müsse man sein echt preußisch-deuxschcs Nationalbewußtsein betätigen. Abg. Schulz-Neukölln (Komm,) bestreixet, daß die kom- munisti1che Fraktion_in Memel mit den SoxtaldcmokaLcn und den Bürgerlichen zuizxmmen gegangen sei. Es gebe tn Memel ar keine Konnnunisnéche artet. Tie Memechn'cn seien qc en en Willen der dcuts en Werktätigen kasen und er Werktätigen in Memel gezogen worden. Die Koimnunistcn erkennen das Memc1ftatut nicht an, insondcYeit anch nicht die darin festgelegte Unantastbarkeit dcs rivateigentums. Ein Recht 2Hum Protest ge cn die Unterdrückung der Werktätigen evölkerung im Temelgcbiet hätten nur die Kommunisten, aber Nicht die Soziaxdemokraten und ihre chierunngenoffen, die auch in Dcutéchland die iverktatigcn Massen auf das schlimmste uritcrdriicftcn. Dcr Redner bring“t einen Antrag seiner Fraktion cm, der das StaatSmtnisterium cr- sucht, auf die Reichsregierung im Sinne des Austritts Deutx'ch- [und?- aus dem Völkerbund einzuwirken, Er nennt den Völ er- bund den Zuhälter dcr imperialistischcn Räubcrgesellschast im Fernen Osten. . _Abg. Steffenxx (D. Vp.) erklärt, es sei erfreulich, wenn in emer Zeit der aroßten Zerjplitterung ein Volk sich als einig eriveise_nnd der Landtag ge1ch1offen gegen das rechtswidrige Und cham10l|e Verhalten der litauixcben Regierung Front mache. Das Zeme1and se-t egen das Selbstbestimmungsrccht von Deutschlantd 1o§gertssen Wor en. Wir klagen Litauen an Wegen Litauisierung und Schikanisierung einer unzWeifelhaft deutschen Bevölkerung. DJ,»? Memelgbkommen ist gebrochcn Wordcu. Man verbreitet Faljchiingen uber die Nationalität der Mcmelländer. Sie sind in uber1v1egender Mehrheit, nach Geschichte und Ik'ultur, deutsch und wollen es bleiben. Der Redner dankt den Memelländern, daß sie beim Mititerland au-Zbalten. Wir wünschen keine Anwandlung der. Schwach? in der Behandlung dieser Angelegenßeit durch das Reich, Es ist schoii viel zu viel Riicksicht genommen worden. Litanßn hat uns mit Ynkxank belohnt. Es muß Schluß damit sein, Schwache _und Nachgiebigkeit wurden jetzt ein Verbrechen am Volkstum 1ein und die großte Sünde gegen das staatliche Dasein. (Lebhaftes Bravo! rechts.) Die Reichsregierung hat die Pflicht, dor aller Welt der Entrüstung des deutschen Vokkes zu sekundiercn 11111) _xilles zur, Erreichung des Zieles zu tun, daß die mem-el- lczndtxche Bevölkerunq mit ihren politischen Rechten geschützt und die deutsche Kultur dort erhalten wird. (Lebhafter Beifall rechts.)

Abg. Go ldaxu (Y. LandvolkLQgibt namens seiner politischen Freunde folgende Exklarung ab: as Deutsche Landvolk gibt auch von der Tribüne iztxses Hauses und damit vor dem Lande und der gesamtxn Wcltofsentlickzkeit seiner tiefsten Entrüstung iiber. die Vergewalttgimg der verfakssungs- und völkerrechtsmäßigen Rechte des memellandtschen Dire foriums durch die litauische Regierung Ausdruck. Wir stellen fxsx, daß die litauische Regierung durch das Vorgehen gegen den Praxidenten Böttcher wie durch andere Maß- nahmen und Versuche einen zWeifelsfreien uud 110113117;th Bruch der Memellankyskonvention verübt at. Wir verlan en und er- Warten, d'aß die Reichsregierung a 2 Mittel anwcn et, um die ve_r enmlttgten Rechte der deutschen Mehrheit des Memellandes wre exherzYYxllen iind zu sichern, zugleich aber auch um eine an- JBLMMML Ouhne fm; den mutivillrgen Rechtsbruch der litauiicben

egterunJ 'zu erreichen. Wir verlangen weiterhin, daß das Deutsche Lerch, wenn iiicht eine klare Wiederherstellung des Rechts tm J.)écxne1lande unk) eine Bestrafun des Rechtsbruchs mit größter Bcsxchlcumgung- gesichert „wird, si zur Anwendung aller Re- premivmaßnahnzcn entschließt, die i r gegeniiber Litauen zu Ge- bote stehen. Litauen muß sich end ich daran gewöhnen, daß das deixtsch0_Volk auch nach déyAbtxennung des Memellandes vom Reich die dxutschen Bruher nz diesem Lande, die ihrerseits ihren thchtexx Litauen, gegeztuber 1mme__r nac2gekommen sind, nicht im «„ttch laßx und s1ch mtt a_lletz Krusten afür cinse en wird, daß die bescheidenen Rechte, die ihnen die Memelland ouvention ge- lassen hat, auch geachtet Werdjenx Von der preußischen Staats- reHicrung fordern nxtr, dg ste ihren Einfluß im Rciche dahin qe tenh macht, daß dre Rei sre icrung un esäumt Und mit Nack)- druck mr Sinne dieser Unserer rklärung andclt.“

_ Abg. zeim'ek (D.Staatsp.) "Hebt hervor, “daß am Memel“- 1trom Zern wirklich -deut[]chosoVolk lebe, das von Deutscher Klliiitk nnd Sitte durchdrungen _set und gar keine Lust habe, einem andermcii Volk zu nntxrstqhen. Er erinnert Diwan, Das; 1990 ein fr'qnzomcbcr B9Vollmacktvgter im Memelland mit einem 1101- nx“]chen Dolinct1chex nichts anfan-gen konnte, Weil poliri'ck) dULt n1cht 1701110110911 11111111, sondern nur “deut“fck), Er we'vw-ciit "dann dgrauf, daß dre Bevolkerung des Memelkandes sich zu 100 vH fiir Deutschland ausgesprochen habe, und schildert Weiter. den Histo- rtjchen Verlauf 13er Abtrennung des Memcllandes von Deutschland. Litauen, dcm se_me eigexte Hau-ptsm-dt Wilna genommen fei, sollte gayz genau Wissen, Wie die Völker untcr édexr-crsrtkchn Unter- "druckungen leiden. Dcr Redner “spricht 'der inu'stergiiltiqcn Haltung der deurschen „ReersentantenFm Memelland seine, Veivun-dcrnnq aus und ve-rstchert das Deut1chtum dcs M-emelland_es unter Dom Beifall “dxr Abgeoxdneten jekder Unterstüßunxq in 1se*mexn Kampfe. Zn Deiit|chlon1d standen alle auf dem Stgndpunkt, dasz Mt Memel- and xtichx Recht zu Unrecht Werden dürfe. Die Reichsregierung un-d dre hinter ihr ste'bendq Staatngierunq verdienten Dank für die Schnelligkeit und Energie, mit der sie die Memelfrage vor den Völkerbund gebracht Laben, Den Litauern, so schließt der Redner, rufen wir zu, Haß ieses kleine Land awge-ivieXen ist auf ein gut-cs Verhältnis zum großen Ngchbarlgnide aucb _m Fragen internationaler Weltgeltun-g mcd hinsichtlich des [iranischen Ver- hältnisses zu anderen NaschDarLändern. Von Deutschland “Wird nur Schuß zu erivarten 1em, wenn das. Dcutscbtu-m tm Memel- land nicht nnterkdrückt wird. (Beifall “bei [der Stiwatspartci.)

Abg. Hestermann ?Wirksch.P.) Weist “darauf hin, daß

das Memelgcbiet nicht litaui ches sondern “de_utsckxes Laird ist. Nach 'dem Rechtßbruch von 1923 haéiie Dre Botächaft-erkomerenz voll- kommen versagt, Das Mem-elstatut von 1924Zbabe dem Memel- land wenigstens die Autonomie ugesichert. Seitdem HaGe Litauen sortgsseht versucht, dies Memelitatut zu durchbrcckx'en. Wenn die ü'brvgen Drei Garanten des Memclst-atuts nicht fur Wrßßerher- stellung Des Rechtszustandes eintreten, dann rst, so erklart der Redner, aucb DeukschlanB nicht mchr daran gebunden UND muß die Frage deutlich regeln. Denn 90 vH der Memeler Vevolker'wng in?; “deutsch. Die MemeLkonventio-n könne nicht von dem klemen itauen über den Haufen geworfen werden. Des1ve ext fordern wir, so erklärt der Redner, daß,?)as Unr-ecbtsdeZ Ver ailler Vcr- tra-ges wieder gutgemacbt und eme Vol'ksabstrmmunxx veranstaxtet wird, damit das Memelland wieder zu Denkst!) und such!- kommen kann. Wendqstens d'ie Androhun-g von Re xessalien ware die einziae AntWort auf die litauischen Uwver's amthetten ge- wesen. Auch der Staat Litguen verdankt deutschen Soldgten seine Entstehung. UnFere Brüder im Mxmelland m en in dieser Stunde versichert sein, daß wir sie memals ver-ge en werden, ebensNvenig wie alle von der slgviffch-en Flut lbedro ten Grenz- landdeutschen. Ter Redner sch1teßt mit 'dem Ruf: Los Von Versailles!

Bei der Abstimmung wird ngcb Ablehnung des „Yommu- nistischen Antrages außAustritt aus dem Volker,- bund der Antrag es Verfassungsausschuffes gegen die Kommunisten einstimmig angenommen.

Ohne Aussprache stimmt das Haus noch einem Initiativ- Geseßenthrf dcr Zentxumsfraktion zu, der den Berg- arbeitern cinen größercn Schutz gegen Ent- lassu ngen aus Anlaß von Erkranknngcn gewähren will.

Ein 1) e u t [ck 11 a t i 0 n a l e r Antrag, der die chicrung ersuchen ivolltc', Erneut Verhandlungen mit dcm Diakon:- verein aufzunéhmen im Interesse des W e i t c r 1) c ft (* h e n s der-c1)irurgischen Klinik in der Ziegelstraße zuBorlin wird gcgen die Rochtsparteicn abgochnt. Tagcgsn erklärt das Haus, entsprechend dom Antrag ch Verkehrz- ausschusses, dic PoliZcivcrordnnng iiber die Adandcrimg dcr Rhein-Schiffal)rtspolizci:Trdmmg Vom 1. Januar 1913 diirch Renntniniahme für erledigt. '

Annahme fand noch ein Antrag des ÖÜ111121111öjkj111ffCZ, Worin das Staatsministcrium L1's11cht wird, 1101011111143 zu prüfen; ob von cincr Schließung des Zcivillc'r- T h c a t c r s in V e r l i n Abstand genommen 101310011 kam:, da durch die SckUiLßlMg kaum irgcndnwxch Ersparnis? 511 crivartcn seien.

Nach 5% Uhr vertagt sich das Hach auf Ticnstag, dcn ]. März, 13 Uhr: Land")irtschafts-Anträgc und Llutriigc 11091" das Disziplinarrecht an den Hocksckwlen sowis dic Zrndcmcn- unruhcn.

Parlamentarische Nackxrickxten.

3111 HaushalKSausschuß des Reichstags wurde der Entwurf einer Verordnung iiber die E i 11 g r u p p i e r u n g o o n W a r t e- geldentpfäugcrn am 13. d. M. bchancht. Tieior Entwiirf War bereits im März 1028 dym :)1ciché«iag Wrgélegt ivordmi, konnte aber infolge der Reichstagsauflösnng nicht mehr erledigt Werden. Seit dem 1. T-ktobor 1097 wch-cn die Bezüge, die in dem Entnmrf vorgesehen sind, [*crsits gezahlt. Ter ?liissäynß timmtc dem Vcrordnungßenthrf iibcr dic Eingruppicrnng vou Wartegcldempfängcrn 3a und Vertagty sich auf den 19. chrxmr.

- Dcr Strafrechtsausschuß des Reichstags nahm am 18. d. M. zunächst den F 325 über den Verrat von Privxitgchcim- nissen in der Fassung der Vorlage an. Er will die Verletzung des Bcrufsgcheimnisses mit Gefängnis bis zu sech§ Monats" oder mit Geldstrafe bedrohcn, falls nicht ein bercckztigtcs Fiitcrcssc fiir die Verlesung vorliegt. Wird jedoch ein Privatgchcinmis (11:5 cwinnsiichti cn Motivei: odcx, um jemand einen Nachteil 511511- iiiigcn, offen art, so soll Gefängnisstrafé 011118 Begrenzung 01.11- trcten. Der Ausschnsx nahm dann den Ndsckmiit „Jack)bcschädi- gung“ in Angriff. Muck) dicser Adscbnitt wxirde obne Wesentliche Llendernngen vom “3111599111; angenommen. Weiterbxratnng am 19. Februar.

- Der Kriegsbeschädigtenausschuß des Reichstags beriet am 13. d. M. Petitionen. ?[iißcrdem fand eine AUSWMÖL iiber die durch die 4. Nowerordnnng eingefiihrte Anrechnung von So. ialchtcn Mf die Kricxisvvrsorgung statt, die von allen Zeiten in 121" jetzigen Form als :meriräglick) bezeichnet Wurde. Die dort

verschiedenen Vartoisn vorgelegten Aenderungsanträge befriedigten

jedoch „[eichfalls nicHt, Annahme fand dc5h11lb ein Vorschlag des Abg. »Joßmann (Soz.), in einer gmncinsamen Beratung mit dem Sozialpolitischén Aus:“ckmß Lösungßmöglichkciten zu suchen.

Der Wohnungßaussthuß des Reichstags scßtc die 31119111" L*:sniig dcs Städtebaugcseßes in seiner Siizung am 18. d. M. fort. Die Vcrfahrcnsvsrschriften fiir die Entsignnng Wurden im wesentlichen nach denBesckUiiLen erster Lesung bc- siätigt, und zwar zumeist gegen die 5 Stimmen der Deutsch- txationa1exr der Wirtschaftspartei und der Deutschen Volkspartei. § 61 erhielt nach einem Anfrage des Abg. 11. M n m m (Chr. Soz.) einstimmig folgende Fassung: „"Bei Streik iiber die Höhe der Ent- schädigmig fiir eiiie Enteignung entscheiden die Vchaltunch- gerichte; cine Ansscksicßung des Obersten Verwaltungsgcriayts eines L*.LUÖEZ dnrch Landßsgcies ist nicks zulässig.“ Dann nahm der Ansichuß dsa Absckmiir iiber das Vorkaufsrecht unverändert track) den Beschlüssen erster Lesung an. Er gibt unter denselben Voraussctzungen wie für die Enteignung dsn Gemeinden auch ein Vorkauf-Zrcéht fiir alle Griindixiicke, *,“Nvohl die b?baMen wie die mibeöauten.

Handel und Genterbe. Berlin, den 19. Febmxar 1932.

-- Nack) deut Jaßrxsbetichr der E1chbaum -erger- Brauereien A.'(H-x Worms, iür 1930/31 b1eibt em 0106- gewinn Von 819 363 RM, biervon find_*21b|chr€ibuna€n zu, kürzen in Höhe von 506170 RM. Von dem ei111chließlich desGewmnvottrags vom 1. Oktober 1930 in Höhe von 133 488 RM zur Verfügung sishcnden 446 682 RM sind zu verwenden: 7 vH aas _die Boraras- aktien - 525 RM, 5 vH auf die Stammaktie-n = 325 000 RM, als Voitrag aut nsue Rechnung bleiben 121157 NVL. Die ersten vier Monate des [aufendcn Fabrss haben in unserem Bezirk cmsn Weiteren starken Rückgang im Abfaß gebracht.

-- Der Aufsichtsrat derVereinigte Zünder- 11. Kabel- 111€ rke 21.455, Meißen, hat in der am 17. Februar abgebaltsncu Sißung beschlossen, der für den 21. März einzuberufcpden (Hknkral- vsriammlung die Verteilung einer Dividcnde von 9 vH i;: Vorichlag zu bringen.

Speisefette. Bcriäpt der Firma Gust. Schulßc & SLL)", V e 1: li 11, vom _17. Februar 1932. B u t t_ e r : "Die Ausland'smatkte habc'n fich wetter versteift und find die Preise standig tm Stctakn b.c- ariffen. Dänemark Hat nicht nur nach England 1011DL1'11 auch nac!) Frankreich und Belgien sehr guten Absatz und war'nicbt m der Lage, die Aufträge restlos auszuführen. England [)at 1315 [48 511 bezabl't. In Malmö ist die Ware auch sehr knapp. Entivrechend haben die Forderungen für die Randstaatenbutter angezogen und dabkr 111.11 auz'h Berlin gestern gezwungen, eine weitere Erhöhung von je'b YUM 1a: alle Qualitäten vorzunehmen. Der Einzelhandel, de_r bxs 168] teme Preise den gestiegenen Notierungen noch nicht rickma angepaßt bat, klagt über einen sehr staifen Rückgang des Bytixrabsahes. Au„sxcx- oxdentlicb knapp und gesucht find billigere ngntaten, dxe fast vollig fehlen. Die Verkaufsvteiye des Großhandels smd beute (ip 1-Zentner- Tonnen pro 100Pfund): Inlandsbutter 1. Qualität 190 115 1532112111, 11. Qualität 143 bis 146 RM. Aus1andsb_uttkr. danische 156_ bis 159 RM, kleinere Packungen enttvrecbender Auficblag.- Ma rga r 111 e: Unveränderte Nachfrage. -- Bericht der Fitma Gebr. (Haute, Berlin, vom 17. Februar 1932. Schmalz: Dex Markt erfuhr zu Beginn der Berichtswoche zwar eine leichte Abscbwacbung, foxmte fich dann aber durch zunehmende Kauflust der Spekulation wieder bei anziehenden Preisen befestigen. Die Konsumnacbkraae Wax besser. Die heutigen Notierungen find: Prima Westexnrchmalx 31,50 „& amerikanijcbes Pure|ard 39.00 bis 40,00 «M, Berliner Bratkmcbmalz 45,00 .“, deut1ches Schweine|chmalz 50,00 ..ck, Listenscbmalz 48,00 .;“.

“_