&
von jeder seitens einer Zivilperson an _ forderung zum Vertriebe von Druckmerken oder Waren thren Vorgeseßten Meldun
zum Kommankeur
halb von Truppenteilen oder Behörden - seien es ihre eigenen oder fremde -- zu be affem.
Den Unteroffizieren und annschaften ist zugleich befohlen, sie ergebenden Auf- zu erstatten. “ Berlin, den 4. “ pril 1909. _ _
Dcr Kriegsmmxfter. von Etnem.
Ministerium der geistli' en, Un'terrichts- und Medizinalange egenbe11en.§
Der bisherige Gymnasialoberlebrer Dr. Hgns Duden- hausen aus Vocholt ist zum Kreisschulipspektor m Oppeln und der bisherige Oberlehrer am städttschen Rcalgymnafium
zu Neisse Jos eph Vogel zum Kreisschulinspektor m Gleiwiß
ernannt worden.
Evangelischer Oberkirchenrat.
Seine Majestät der König haben den Anschluß der deutschen evangelischen Kirchengemeinde_ in den Pikaden Moinho, Anta und Boa V1st_a (N10 Grande do Sul, Brastlien) an die evangelische Landesktrche der älteren
Provinzen der preußischen Monarchie Allergnädigst zu ge-
nehmigen geruht.
Personalberändernngen.
Königlich Preußisthe Armee.
Offiziere, Fähnrich: usw. Ernennungen, Beförde- rungen und Ver1eßungen usw. Neues Palais, 1. April. Zur FrübijrSreise der Hoch1eeflotte an Bord eines Sch1ffes nacb
nordnung des Chefs dieser Flotte kommandiert: Schwarte, Bronsart v. Schellendorff, Oberstlts. und Abteil. Chefs im Großen Genera1stabe, v. Heydebreck, Wilckens, v. Fabeck, Majore im Großen Generalstabs, Scheele, Major und Art. Oxfizier vom laß iu Swinemünde, Stark, Major in der 1. Ingen. Insp. und ngen. Offizier vom Play in Friedrichßort.
Prinz Ludwig Friedrich zu Solms-Hobensolms-Lich, in der Armee, und zwar als Lt. im Kurbeff. Jägerbat. Nr. 11, vor- läufi obne Patent, angesteüt. '
Zdenek Palais, 2. April. Held, Gen. Lt. und Kommandeur der 4. Div., in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Ver- leihung des Charakters als Gen. der Inf. mit der geseßlichen Penfion zur Diop. gestellt. Kolewe, (Hen. Major und Kommandeur der
75. Inf. Brig, mit der Führung der 4. Div., 0. Wullfcrona,
Oberst und Kommandeur des 2. Niederschles. Inf. Re ts. Nr. 47, mit der Führung der 75. Inf. Brigq - beauftxagt. rage, Oberst und Kommankeur des Lauenburgiscben Jagerbataillons Nr. 9, des 2. Niederschles. Inf. Regis. Nr. 47, Ebeling, Major und Vats. Kommandeur im Inf. Regt. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Ostfries) Nr. 78, zum Kom- mandeur des Lauenburg.Iäge1bats. Nr. 9, Köhler, Major beim Stabe des Inf. Regts. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschiveig (Osifries) Nr. 78, zum Bals. Kommandeur, -- ernannt. Stolle, Major, aggreg. demselben Rekw zum Stabe des Regts. übergetreten. v. Frankenberg u. Ludw gsdorf, "Gen. Lt. und Kommandeur
“» der 30. Div., in Genehmigung seines Abschiedßgesuchs mit der efeß-
lichen Pension zur Diop. aeste1lt. Frhr. v. der _Golß, Gen. Tajo: und Kommandeur der 9. Ins. Orig., mit der Fubrung der 30. Div. beauftragt. 1). Falk, Oberst und Kommandeur des Gren. Regis. König Friekrlch Wilhelm 1. (2. Osjpreuß.) Nr. 3, unter Beförderung zum Gen. Major zum Kommandeur der 9. Inf. Brig, v. Bonin (Hugo). Oberst beim Stabe des Gardefüs. Regts, zum Kommandeur des Gren. Regis. König Fliedrich Walheim 1. (2. Ostpreuß.) Nr. 3, - ernannt. v. Holleuffer, Major und Bals. Kommandeur im 5. Garderegf. :. ., zum Stab: des Gardefüs. Regis. Versetzt. von Stein - Lieben teln zu Barchfeld, Major beim Stabe des 5. Garderegts. 3. F., zum Bats. Kommandeur ernannt. Aubert, Lauptm.stil111; Großen Generalstabe, mit der gesetzlichen Penfion zur 19 . ge 8 .
pNeues Palais, 3. Awril. Frodien, Major und Mitalied der A11. Prüfungskommisfion, als Bars. Kommandeur in das Rhein. Fußart. Regt. Nr. 8 versevt. Seroaes, quptm. und Mikglied der Art. Prüfungskommisfion, zum Major, vorläufig obne Patent, befördert. Erdmann, Hauvtm und Baltr- Cbef im Hohenzollern. Jußart. Regt. Nr. 13, als M1tglied zur Art. Prüfungokommission, Ludwig, Hauptm. im Genermstabe dcs Gouvernements von Meß, als Batik. Chef in das Hohenzollern. Fußart. Regt. Nr. 13, Schniewindt, Hauptmann im (Großen Generalstabs, kom- mandiut zur Dienstleistung beim Generalstabe des Gouvernements von Mey, in diesen Generalstab, - versetzt. Scheid, Hauptm. der L-mdw. a. D., juleßt in der Landw. Inf. 1. Aufgebots (Straßburg), die Erlaubnis zum Tragen der Uniform der Landw. Inf. Offiziere des Landw. Bezirks Straßburg erteilt.
Beamte der Militärverwaltung.
Durch Allerhöchstes Patent. 13. März. Profeffor Dr.
Reb rm (: nn, Obekstudiendkrektor beim Kommando des Kadettenkorps,
der Charakter als Geheimer Regkmngörat verlieben. Durch Allerböchsten Abschied. 13. Mär:. Den Ober- jablmeistern: Radtke vom Kür.111egt. Königin (Pomm) 911.2,
Saß vom Inf. Regt. Herzog von Holstein ( olstein) Nr. 85, bei ihrem Ausscheiden aus dem Dienst mit Pen on der Charakter als
Rech-«ungßrat vetlieben.
Durch Verfügung des Kriegöministeriums. 16. März. Kobler, geprüfter Jntend Registratmanwärter, als “Militärintend.
Diätar 511 der Jnjend. der militä ischen Institute'angesjeüt.
19. März. Krug, Hänert, Kandidaten des höheren Schul- amts, unter Ueberw-imna an die Hauptkadettenanstalt in (Groß- Licbterselde bzw. an das Kadettenbaus in Wablstatt xu Oberlehrern
des Kadette1-korps, Vogel, Garn. Verwat. Insu. auf Probe in ernannt.
Geheimer Rechnungßrat„ Geheimer Registrator im riegöministerium, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand
Strasbuxg i. Wcstpr. zum (Garn. Verwalt. Insp.. -
Yoffmann,
ve-seZ .
den Intendant-nen des 71. Armeekoxps bzw. 7111. EsteUt.
mit Pension in den Ruhestand verseßt. 23. März. Dr. Dog, 111. Armeekorps,
Wirsiß ve1s- st.
24. Märk. Hackenberger, Musikmeister im 2. Niederschles. Inf. Regt. Nr. 47, als Zweiter Armee-Mufikinsvizient angestellt. Vlömecke, Militärbauregistrator beim Bauamt 111 in Mainz, zum 1. Juli 1909 zum Bauamt 1 in Koblenz versetzt. Rennekamp. Festunglokerbauwart bei der Fortifikation Königsberg 1. Pr., auf :
inen Antmz mit Pension in den Ruhestand verseyt. 25 März.
Tl., 1117. und 11171. Armeekorps ernannt. 1"- Bat. Inf. Regts. von Soeben (2.5 bein.) Nr. 28,
t
2. März. Maydorn, Rebscb- Kanzleidiätare auf Probe bei Armeekorps, an- Schellack, Zablmstr. vom 11. Bat. Inf. Regis. von Won: (1. Rhein.) Nr. 25, auf seinen Antrag zum 1. April 1909
Jntend. Affeßor von der Intend. des die nach esucbte Entla ung aus dem Militär- verwaltungSOienste erteilt. Pfefferkorn, Remontedepotoberveterinär vom Remontedepot Kattenau, zum 15. April 1909 zum Remontedcpot
Sawan, Wasserkampf, Schüler, Müller,
“ ,11 t 1 ) blunästern bebu 1.5zn1 17111, von Conradi n mah ms r, zu Z.: olk, Zablmstr. vom um
1711. Armeekorps, Holländer, Zablmstr. vom 11. Bat. Ho en-
wllern. Fu nt. Regt. Nr. 18, mm 117. Armeekorps, - versefvt. von Gar sen, Zablmslr., ou enilt der 11. Abteil. 2. Wst äl. Feldart. Reg". Nr. 22, in eine ablmeiskersteüe des 711.A1meekorps eingereiht. Scheibner, Oberveterjr-ä im Regt. der Gardes du Corps, auf seinen Antrag mit Penstpn den Ruhestand vetse t.
26. März. Reske, außeretaimäß. Obexveterinär im 3. arde- feldart. RM., zum 2. Gardeulan. Regt. verseßt. -
Durch Verfügung des Generalkommandos. Binner, Zahlmstr. vom 11. Bat. Inf. Ne“ ts. von Boyen (5. Ostpreuß.) Nr. 41, zum, 1. Bat. 2. Masur. f. Ne ts. Nr. 147, Spyra, Zablmür. vom 11. Bat. 2. Oberelsäff. In- Regts. Nr. 171, zum 111. Bat. 2. Bad. Gren. Regis. Kaiser Wilhelm 1. Nr. 110, --
verfeyt. .. * Königlick) Sächsische Armee.
Offijiere, Fähnriche usw. 29. März. Die Unterosfiüere: Leschke im 8. Inf. Regt. Prinz Johann Georg Nr. 107, Witt- kowski im Fußart. Regt. Nr. 1 ,' Mehnert im 1. Tratnbat. Nr. 12, - zu Fäbmicben ernannt.
2. April. Wackwiß, Major beim Stabe des 3. Ins. Regxs.ier9t1r. 102 Prinz-Regent Luitpold von Bayern, diesem Regt. a rea .
gg Die Hauptleute: Garten, Komp. Führer bei der Unleroff. Schule, zum Stabe des 3. Inf. Regts. Nr. 102 rinz-Regent Luit- pold von Bayxrn, v. Wutbenau, Komp". Chef m Schüßen (Füs.) Regt. Prinz Georg Nr. 108, als Komp. Fuhrer zur Untexoff. S.Oule, Wagner, Komp. Führer bei der UnLeroff. Vokschule, als Komp. Chef in das Schützen-(Füs-)Negt. Prin) (Gema Vr. 108, Hering, Oberlt. im 4. Inf. Regt. Nr. 103, als Komp. Fuhrer zur Unteroff. Vorschule, -- verseßt.
b 1511. tPortatius, Lt. im 1. Jägerbat. Nr. 12, zum Oberlt. : r er.
Im Sanitätokorps. 27. März. Die Oberä1zte: Dr. Lißner beim 8. Feldart. Regt. Nr. 78. unterm 31. März d. J. von dem Kommando zur“ Universität in Leipzig enthoben und zum 7. Inf. Regt. König (Georg Nr. 106, Dr. Wolf beim 6. Feldart. Re 1. Nr. 68, unter Belaffun in seinem Kommando zur Unioetfität in Zeiv1ig,zum 14. Inf. Regt. r. 179, Dr. Cbilian beim 2. Feldart. Regt. Nr. 28, unterm 31. März 5. I. von dem Kommando zum Jobanriiterkrankenhaus in Heidenau enthoben und zum 3. Feldart. Regt. Nr. 32, - ver est, Dr. Mey er beim 6. Feldart. Regt. Nr. 68, unterm 1. pril d. I. zur Uniwersität in Leipzig, Runge beim 14. Inf. Regt. Nr. 179, unterm 1. April d. I. zum 5. Felrart. Regt. Nr. 64 verseßt und zum Jobannkter-Ktankenhaus in Heidenau, - kommandiert.
Beamte der Militärverwaltuna.
Durch Verfügung des KriegSministeriums. 26. März. Den Intend. Sekretären: Erler, Finke, Schloßbauer b-i der Intend. des F11.(1. K. S.) Armeekorps, R1 tstein bei der Jntend. kitty 4. Div. Nr. 40, - der Titel .Obermilitarintend. Sekretär“ ver-
e en. 1-
Dke Zablmeister: Pavmabl im 10. Inf. Regt. Nr. 134,
f??)tifler im 8. Feldart. Regt. Nr. 78, - zu Oberzablmeistern be- r er.
29. März. Neumann, Rechnungörat, Kakfisr im Kriegs- zablamt, auf seinen Antrag unterm ]. Juli d.'J. mlt Pension in den Ruhestand verseßt. Abel, Kandidat des höhexen Schulam1s, unterm 1. April 1). I. als wixsenscbaftlicbxr Hilfslehrer am Kadetkenkorps in
Dreßden angestellt. 1. April. Richter, Stabsveterinär des 3. Ulan. Regts.
Nr. 21 Kaiser Wilhelm 11., König vonxPreußen, der Charakter als OberstabSVeterinär verlieben.
2?“ Yiehlamtkiches.
Dentsches Reich.
Preußen. Berlin, 6. April.
Laut Meldung des „W.T.B.“ ist SM. S. „Sleipner“ vorgestern in Bari(Apulien) cingctroffcn und hat an demselben Tage die Reise nach Venedig fortqoseßt.
?. M. S. „Hamburg“ ist vorgestern in Venedig ein-
etro en. g S. M. S. „Lorelet)“ ist vorgestern von Haifa nach Beirut in See gex augen. „ _
S. M. S. „Zuchs“ ist am 3. Aprtl in Futschau einge- troffen und geht am 14. April von dort nach Amor) in See.
S. M. Tpdbte. „8 90“ und „Taku“ find am 3. April in Tientsm eingetroffen und chen am16.Ap11[ von dort nach Tschifu ab.
S. M. Flußkbt. „Tsingtau“ cht heute von Kongmoon (West laß) nach Shamshui ab. _
. M. . „Leipzig“ M11 dem Chef des Kreuzst- eschwadcrs und S. M. SS. „Arkona“ und „Jaguar“ md gestern in Apia eingetroffen.
Potsdam, J6. April. Zn Gkgynwart der Kaiserlichen Majestäten und des Hohen Elternpaarcs, Jhrcr Königlichen 0081th des Prinzen und der' Prinzessm Friedrich Leopold,
& Hrer Kaiserlichen und Königlichen ohciten 0-9 Kronprinzen und der Kronprinzessin sowie der uhrigen Ffirstlichsn “Vél- wandten und anderer geladener (Gäste fand, „W. T, B.“ ?u- Lolge, gestern vormittag in der thex-Pauls-Kirche z11N1kols oe ie Konfirmation Ihrer Kontglichcn „Hoheiten der Prin en Friedrich SiegiSmund und Friedrich Karl von zzPreußen statt. Nach einem Vsalmgesang des Chors der Potsdamer Erlöserkirche hielt der Pfarrer Basscng8 eine Ansprache und Vollzug die Emsegnupg. Im Anschluß an die Feier fand im Jagdschloß Klein:©ltenicke Familientafel statt.
Deutsche Kolonien.
Zur La € auf Samoa wird, „W. T. B.“ zufolge, amtlich geme det:
Die yon dem Chef des Kreuzergescbwabers gemeinsam mit dem Gouverneur Dr. Solf ein.?eleiteten Maßnahmen haben nach einem gestern aus Apia eingetroffenen Telegramm zu dem Erfolge geführt, daß die Rädxlofübrer der unrubögkn Samoaner obne Anwendung von G-waltmaßregeln gefangen genommen worden find. Das gesamte Geschwader wird nunmehr eine Rundfahrt um die I'lseln vornehmen, von welcher der (Gouverneur und der Chef des Kreuzergescbwaders die Sicherung des wiederbergestellten Friedens erwarten.
Großbritannien und Irland.
Im Unterbause machte gestern der Kriegßminister Haldane in Beantwortun verschiedener Anfragen über lenk- bare Luftschißfe auf em Festlande, „W. T. B.“ zu- folge, nachs1eben 6 Mitteilungen:
Soweit er unterrichtet sei, beabskchtige Frank-eich fünf SchU - ballen für lenkbare Luf1schi : zu bauen; in Deutschland sollten se o Lufxscbiffe gebaut sein uud echo weitere ebaut werden. Die englische Regierung erwäge den Bau einer zweten Schußballe in Aldershot außer der bereits vorhandenen.
Türkei. -
_ Die Peputiertenkammer überwies in der gestri .. S1ßung, mte das „W. T. B.“ meldet, die Regierungövorlage 171 er ein neues Vudgetprovrssorium für den April und den Mai der Budgetkqmmiswn und nahm unter heftigen Am gr1ffen auf das Kabxnett einen Antrag an, eine Interpellation an den Großweftr * zu richten, wegen Verzö erung der Einführun von Reformen in den Miniterim Nach einer Hause ging das Haus. in geheime: Sisuna zur Beratung des österreichisch-ungari ch- turkischen Protokolls über. Die Debatte verlief el)- stürmisch. Mehrere Ab eordnete verlangten die Vertagung der Beratung auf heute. 5 us Verlangen des Kabinetts, das die Fextrcsmensfmge stellte, wurde: jedoch beschlossen, die Debatte or zu 6 en. protoko 11111 136 gegen 46 Stimmen an. 18 Abgeordnete enthielten (:ck) der Abstimmung.
Amerika.
Das amerikanische
Schließlich nahm die Kammer das Entente-
Repräsentantenbaus bat, W. T. B.“ zufolge, gestern mit 193 gegen 178 Stimmen _'
ßeschwssen, die Zahl der Abänderunanträge zur Tarifbill
auf die zu beschränken, die das Komitee für Mittel und Wege
ei"gebracht hat, sowie auf die Säße für Bauhoß, äute it auf » "
Malz und Gerste. Die Abstimmung über die Bi
Freitagnachmittag festgeseßt.
Asien. „.; Nach einer MeldunTsder „St. Petersburger Telegraphen-
aus Täbris t der von der Regierung bestellte
Yentur“ ouverneur Mokhtoscham es Sultane!) von dem
Führer der Fidai Fermeros Khan verhaftet worden.
_ Mit dem gestrigen Tage ist in China ein neue)) NaturalisationMcseß in Kraft getreten, in dem, “W-T-B.“
zufolge, bestimmt wird, daß Angehörige des chinesischen Rcichs
nicht mehr das Bürgerrecht eim's ausländischen Staates aw nehmen dürfen., Das neuchseß jrifft ferner die Bestimmung, daß :“ Chinesen, 016 [ns dahin Untertanen und Bürger anderer Staaten
geworden smd, dennoch chinesische Untertanen bleiben. Viele
Chinesen, namentlich solehe, die in Hongkonésals britische ec
U:.tertanen eingeschrieben sind, werden von d r Maßregel
betroffen, unter anderen auch eine Anzahl hoher Beamter tm
In- und Ausland.
Koloniales.
Besteuerung der nichteingeborenen Bevölkerung im Gebiete der Karolinen, Palau, M Marschallinseln.
Eine Verordnung des Gouverneurs yon Dcutsch-Neuguinea vom 30. Juni 1908 bestimmt, daß jcde männliche über 16 Izbre alte Person, die im Gebiete der Karolinen, Paiau, Marianen und Marschall- inseln ihren Wobxefiß hat und 111121 als Eingeborener zu b:trachten ist, eine persönliche Steuer im Betrage von 40.44 jährlich zu entrichten hat. Die Steuer ist mlt Beginn des vom 1. Aprtl jedes Jahres laufenden Steuetjahres faÜkg. Die Verordnung ist am 121131111919 in Kraft getreten. Die Verordnung des Kaiserlichen Bezirksamtmanno in (F"„jvan, betreffend die Kopfsteucr und die Arbeitöleistung im Jussäéebikte der Marianen, vom 17. Januar 1990. die Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns ker MarschalLinseln, betreffend Einführung 0011 Steuern, Vom 29. August 1898 nebst Verordnung des Bezirksamxs Ponape, betreffend Abänderung der Verordnung vom 29. August 1898 über die Einführung von Steuern, vom 28. Ja- nuar 1907 treten außer Kraft, soweit sie sch auf Weiße und ihnen gletchsjebcnde Rassen erstrecken. (Deutsches Kolonia1blatt.)
Statistik und Volkswirtschaft. Die Gewerbeinspektion in Preußen im Jahre 1908.
Das Wkrtschaftsjabr 1908 war durch die andauxrnd ungünstige Die Verteuerung des ((Feld-s, “011 .F.“;
Lage der Indusnie gxkennjeich1et. im Voraufgegangkpen Jahre den Beginn des industrieÜm Niedergang“ berVorgerusen batte, War zwar nicht von langem Bestande, die nach- teiligen Fol.,en aber einer durch GeLBsÖcvierigkeiten eingeschänktn
W „=) “
arkanen und „
.1' 7
Unternehmungolust und Kaufkraft konnten fast das xanzc Ber ck 41211! - "
hindurch beobxckxket Werdrn. Auch Ländern batte dem zu großen (Geldbcdatf der Industrie die stark ver-
Betstbät 1 wurde die Ungunsi
mindej te Nachfrage nach deren Erzeugniffen entgegenßewirkt, sodaß deutsche „,
Fabxikate etschwerten Eingang xanden.
dir Gefchä1181age noch durch die Furcht vor kriegerischen Verwicklungen
und die Preispolitik der großen Robstoffoerbände, die der Krist; dies-
mal ein besonderes Merkmal 941). Das dauernde Mißve1bältnis bock)“
gehaltener Rohstoffpreise zu fallende); Fabrikatpreisen bat die da1un11!
leidendeJndustrie mrbr als je geschädigt, und selbst da, wo 1ie Syndi- - .
kate fich 111 PreiSnachlässen Verstgnden, trat dieser Außgleicb xu spätem wenn nicht gar bei einer Auflöjuna der Syndikate der darauf folgende Preissturz die? vorher teuer eingekauften Vorräte an Rob material in emem
Maße entweytete, daß hieraus oft die fch1Xe1sten Vcriuste hervor-
gingen. Mit einer erheblichen Einschränkung der Bautätixkeit sank der BeschäftigungSgrad 1ämtlicher für BedarfSartikcl bestimmten In-
dustriezweige wesentlich und dies beeinflußte alle verwandten Z"- “
dustrien. In der Robeisenindnstrie gaben die ständigx Einschränkung der Erz'ugung an Rohsisxn. die StillegMg Von Hochöfen und da] Anwach1en dec Roheisenvorrätx sowohl in D-utschland als 111 alLe! Inkustctelänkern den augen1äüiqsten Maßstab für die uberal herrscheude J:)dustriektifis, deren FoYJen sich für die Atbe116r1chchk 1" der Verminderung des Arbeitövsrdienstes 11111) des Bc1chaf 1,4110)!“ takes sebr füblvar geltend machten. Yabresbexichten dxr Kön1911ch preußischen R-gierungs- und (Getre'be- täte uno Be1'gbkbötden für 1908, die wieder ein umfangre1chck Material für die Bemteilurg der Lxge der Industrie und der wlkk schaftlichen Verhältniss dec Atbkt-rzrvölkerung bieten, haben dk! Lobmäße im aUgemeÖnkn eine beträchtlrcbe Herabsxvurg nicbt erfuhr“ das Ecvkommen der Arbeiter hat s1ch aber dadurch gegen das vorau-
gegangene Jahr wesentlich verringwt, daß in fast allen Indusxkbkx
zweigen infolge mangelnder BefÉäftigur-g nkcbt nur die fru häufig geleisteten, meist böber bezahlten Ueberstunden fortse- falien sind sondern am!) Verkürzungen der ArbeitS)eit und FM“ schichten n(cht zu vermeiden waren. Der hierdurch hervorgerufen“ Lohnausfall bat die Arbeiterschaft um so härter getroffen- die notwend1gsten Nabxungömittel den in den Vorjahren erreicht“ boben Preisstand bisher fast ungeändert beibehalten haben. Dies“ Teuerung haben viele Gemeinden und Firmen durch die ck schaffun? und Lieferung von Nabrungömittcln und Heizmaterk zu bil] gen Preisen sowie durch den Bau von Wzbnbäasm'“ die Gewährung von Miet41uschüfsm Stiftun von Pe-slons- 11" Invalidenfonds und mannigfache Woblfabrwe nr1chtungen 11191911 ibrer Arbeiter Rxchnung getragen. Eine Maßnahme der Uckeim' fürsorge, die besonders erwähnt zu werden verdient, ist die Ge-väbrukl von Urlaub unter Weiterzablun des Lohnes, oder unter BewiUk-UU von Urlauösbeibilfen unter beßimmten Vorausseßungeu. D:: “ bertgen uten Erfahrungen, die mit den Bentlaubungen ge!“ worden 11119, laff n hoffen, daß die er)? beginnende, aber schon 4111! das Ve1suchsstadium hinausgekommene Bewegung weiter fortsrbk und fich allmählick) auf alle Industriezweige ausdehnen wird.
in dxn für die Ausfuhr w (5091)! ,
Nack) den soeben erxcbienenek __
11: Beurteilung der LaJe der Industrie bieten die fir die
einze neu Industriegruppen erm
Betriebe und" die
zwar befanden
wachsene männ11che Arbeiter
ttelten Zahlen über die vorhandenen
in ihnen beschäftigten Arbeiter ein wichtiges Material. Die Zahl der revkstonopflnbtlgen Fabciken und der Kiesen glejchgestellken Anlagen war im Bertchtsjabr um 2370 höher als im Jahre 1907 und be1ief fich inSgesamt auf 146 369. Die Gesamtzahl der Arbeiter betrug 3019 137 (gegen das Vorjahr - 50 361), und
fich darunter
225 974 (+ 278) jugendliche
2 230 381 560 309 Ärbeiter von
(_
(_ 47 261)
er- Arbeiterinnen,
2791 14 bis 16 Jahren. darunter 75 093 (- 477) weiblichen Geschlechts, und 2473 (+ 587)
Kinder
unter 14 Jahren- In den 49 001 (+ 1891) gewerblichen Betrieben, die auf Grund der vom Bundeskat gemäß § 1206 der G.-O erlassenen
Vorschriften zu beauffichtixen
sind, aber nicht zu den Fabriken 2c.
gerechnst wevden, belief sich die Zahl der Arbeiter auf 113 448
(4- 1517)
Salinen und
Nach den in den 2215 (_ 58) der Aufbereitungöanftatten
Ber1chten
der
Bergbehörden Aufsicht unterstehenden Bergwerken, 671310
wurden (+ 47 900)
erwachsene männliche Arbeiter, 10174 + 94) Arbeiterinnen, 25 316 + 2513) juaendlkche Arbeiter yon 14 is 16 Jahren, darunter 685 (+ 50) weiblichen Geschlechts, und 18 (_ 12) Kinder, inSgesamt
706818 (+ 50495) ersonen beschäftigt.
Die Verteilung der
revifionspflichtigen gewerblichen Anlagen sowie der in ihnen be- schäftigjen erwachsenen Arbeiter und Arbeiterinnen, der jugend- lichsn Arbeiter und Kinder männlichen und weiblichen (Geschlechts auf die- einzelnen Industriegruppen ist aus folgender Tabelle ersichtlich:
Bezeichnung der Industrie- zweige
Anzahl
der
gewerblichen Anlasen
Zahl der
| männ11chen| Arbeite-
Arbeiter
rinnen
jugendlichen
Jahren Kinder unter 14 Jahren
Arbeiter von 14 - 16
Bergbau, Hütten- und Salinen- wesen . . .
Industrie der Steine und Erden
Metallver- arbeitung .
Industrie der Maschinen, Werkzeuge, Instrumente und Apparate
Chemische In- dustrie . .
Industrie der !orstwirt- „ cbastl'tcben Nebenvro- dukte, L ucbt- stoffs,S1-ifen, Fette, Oele und Fieniffe
| Textilindustrie
Papier- industrie . .
Lederindustrie
Industrie der Hol]- und Sebnißstoffe
Industrie der Nahrungs- und Genuß- mittel
Bekleidungs- und Reini- gungSgewerbe
VaugeWerbe
Polygra- vbische Ge- wetbe . . .
Sonstige In. dustriezweige
(+ 808)
' (+ 2223)
(+ 279)
2174
(+ 43) 6686 (- 36)
1923
(+ 33) 1449
(+ 15)
15777
45574
27365 2935 (+5Q 4069 (-+ 83)
191 (+ 2)
(+ 49300)
(- 16643)
(_ 5540)
880171
317354
282887 (- 6059)
441535 (* 9344)
75728 (+ 1345)
39749 (-1 582) 170807 (--4112) (
47519
(+ 413) 37976 (- 950)
183868 (* 5219)
249840 (+ 5587) (
48059
(+ 504) 58506
64250 (+ 817)
3442 (- 42)
(_ 1267)
(-- 1269)
(- 143) ("- 127)
(+ 438)
(+ 953)
(+- 160)
(+ 201)
14795 (+ 219) 11
35631 +
25939
4107 (-85) 158952 - 5936) 28528
248
11644 82963 -x 2925) 138811 360 0-40
18583
1684
(+ 2456)
36466
20796 (+ 701)
35294 (+ 85)
8312 95 (" Zl) (* 38) 2742 28 (-198)1(-»44)
“13110
ck 104 (+ 89) Z 1
(+ 4)
) 1 1 1
23676 297
(-+ 2332)1(- 94)
| 1 25102 ) 219 (-+ 439) .(- 14) 3826 11 (-420)(+-O
) | 1
8661 115
(- 1441)Z(-« 18)
329 ' (+ 24) !
Die RevisionStätiakeit der Gewerbeinspektoren und Berg- bebörden ist wie im Vyrjabre, so an:!) im Berichtsiabre äußerst um- Es wmden 152 391 (+ 3471) Revifionen gewerb- 11cherAn1agen vorgenommen, darunter 2341 (+ 96) in der Nacht und
fangreicb gewesen. 4158 (- 363)
an Sonn- und Festtagen.
Zw:imal wurken 11319
" 194) Betriebe, drei- oder mkbrmal 6881 (- 119) revidiert. Die abs der revidierten Fabriken und der diesen gleichgestelLKen Anlagen
elief st (146 369)ch
_ 30 80 177 652
fabrkkm
** 1609)
äßisen
auf 70090 (+ 279) oder Betriebe. 1 erwachsene Arbeiter, 437465 (* 8491) Arbeitcxinnen, jugendliche Personen von 14 bis
Da in
47,9 0/0
der jknen
aemmten 1 867 688
16 Jahren,
darunter 55 667 (_ 2034) weiblichen Geschlechts, und 1972 (- 533) Kinder unter 14 Jahren beschäftigt Waren, ersirkckte sich die Inspektion anf 2484 777 (_ 41434) Albeiter odrr 8239/11 der überhaupt ge-
iäblten Arbeiter.
Von den unter der Ausficbt der Bergbebörden
stehenden 2215 Werken wmden 2098 (+35) xder 94,7 0/0 11111 670 671 (+ 48 020) erwachsenen männlikt'en, 10170 weiblichen, 25 30.- (+ 9520) jugendltchen A1beite1n, darunter 685 ( + 50) waiblicben Geschlechts,
und 18 (_ 12) Kindern, zusamm Arbeitern oder 99,9 0/5 aller ergarbeiter revidiert. Hüjten und Salinen (42832) abrungs. und Genußmittelindu
B werken,
teine und
trie (
in Dienst Die meisten Rev ficnkn fanden in den Berg- in den Betrieben der 5335), der Industrie der Erden (13931) und der Industrie der Holz- und Schals-
und
3
en mit 706161 (+ 1,0618)
Lohn stehenden
stoffe (11312) statt, nächstdem in den Werkstätten des Bekleidungs-
und Reini un 9 Industrie 9der95
Industrie (2612), der Jnkusi!
Leuch1stoffe, Seifen, Fette a"11ewerbes (2156) JUN (+ 1851) nicht *
Bundeßrat besondere Vorschriften erla 3829) Anlagen mit 28 791 (+ 6174)
le vom 13 782 (+
ewerkes (9937), der MetaUveratbeitunq (9156), der ascbinen, Werkzeuqe und Instrumente (9096),
Textilindustrie (5956) und der poly rapbischen Gewerbe (376 ); "l“?" der Zahl der Revisionen na
der es
die Betriebe der chemlscken
le der ' forsiwirtsckoaftlicben Nebenprodukte,
:c. (2396), der P pierindustrie (2213), kes und der Lcderindustrie (1425). Von den zu den Fabriken 2c. [äblenden Betrieben, für
sind, wurden
111 s'xltbxitern revidiert.
AUßer den Revisionen fanden 23 757 (+ 1600) Unfaüuntersucbungen
statt.
Wie in einzelnen Berichten der Gewerbeinjpekwten bewor-
Féboben wird, wird in Versammlungen immer noch öfters behauptet, Tek die Gewerbeaus cht|beamten den Arbeitgebern Mitteilungen über Z'“ ihrer Revi onen oder über die Namen der Arbeiter zugeben
ließen, die bei (knen Bescbwerde über Mißstände in den Betrieben ge1übrt hätten. Solchen Bebauptunaen gegenüber muß immer wieder festgestellt werden, daß unter keinen Umständen irgend jemand vorher eine Mitteilung über laufende Rcvtsionen erhält Nur wenn die Aufsichtsbeamten von anderen Behörden als Sachverständige zu Lokal- terminen zugezo en werden, oder wenn Je irgendwelche Untersuckoungen vornehmen mü en, zu denen besondere Vorkeceitgngen notwendig sind, oder wenn fie von einem Unternehmer zur Räckwracbe über eine be- stimmte Angelegenheit gebeten werden die fich am besten an Ort und Stelle erledigen läßt, findet notwend1gerweise eine vorherige Benach- richtiIng statt.
in Bedürfnis zur Leistung von Sonntagöaroeit ist durch die Vuscblechterung der Geschäfislse nur in geringem Umfange hervorgetreten. Demgemäß haben an die auf Grund des § 1051" der G.-O. bewilligten Anonabmen gegenüber dem Vorjahre eine erbebliche Verminderung erfahren. Dieser RückJang tritt jowobl in der Zahl der Betriebe, denen Sonntagöarbeit gestattet worden ist (711 gegen 836 im Jahre 1907), wie besonders in der Zahl ker b!- willigten Arbeitsstunden (428170 gk en 662 507) und der an Sonn- und Festtagßarbeiten beteilkgken rbeiter (40 555 gegen 63 212) m die Erscheinung. Am auffallendsten ist die Sonntagfarbeit in d-n W_alz- und Hütten1vejken zurückgegan en; während im Vorjahre fur 26 Betriebe dieser Art an 85 onn- und Festtagen AuSnabmen und 152 262 Arbeitsstund-_n bewilügt wwden fino, ist im Berichts'jabr nur für 13 Betriebe an 29 Sonn- und F4s1tagen und für WMWMWWSWMnWMtWOMnWMmAMMMW Waren an der Zahl der bewilligten Arbeitsstunden die Robzucker- fabriken und Zuckerraffinerien 561211151, auf 106 (ge en das Vorjahr + 5) Betriebe entfielen 131670 (- 5894) 521154119 funden. Nächst- dem kommen die Industrie der Maschinen, Werkzeuge, Instrumente und Apparate und die Industrie der Nahrungs- und (Genußmittel mit 64 (- 11) resp. 58 (+ 8) Betrieben und 51494 (+ 95) resp. 40 580 (+ 7529) Arbeits funken.
Zuwiderhandlungen gkgen die Sebußg-seye und Verordnungen, betreffend die Beschäftigung ju*€ndlicher Arbeiter, wurden im Berichtsjahr bei den Revifionen n 6465 Anlagen gegen 7052 im Jahre 1907 festgesteüt. Die Mehrzahl der Uebertretungen betraf Vorschrifkten fotm-ller Art, insbesondere die Bestimmungen über Arbeitskucher, Anzeigen, Verzeichnisse und Aushänge; Vergeben gegen die materieÜen Vorschriften wurden 1402 gegen 1607 im Vorjahre ermittelt, und„zwar 271 (+ 40) Fälle geseßwidriger Beschäftigung von Kindern, 498 (»- 162) Zuwiderhandlungen gegen die geteßltche Beschränkung der Arbeitkzeit jugendlicher Personen, 407 (_ 88) gegen die festgeseßte Dauer der Pausen, 99 (+ 13) gegen das Verbot der Nachtarbeit und 127 (+ 8) gegen die Bestimmungen über die Sonntagkarbeit. Bestraft wurden Weg-n Uebertrctung der Schuygese : und Ver- ordnungen 1187 (»- 109) Personen, während 1104) 55 trafverfabten schweben. Wie aus Yen Berichten der Gewexbeinspektoren hervorgeht, stößt die Durchfuhrung des Kinderschußgeseßes, besonders bei der Beschäftigung der eigenen Kinder, immer noch auf Schwierigk-1tcn. Die bisher auf diesem Gebiete er- zielten Erfolge find nicht zum geringsten Teil der Mitwirkung der Lehrerschaft zu verdanken. Es gelanq-n nicht nur durch die Schule zahlreiche Verstöße gegen die Schußbestkmmungen zur Kenntnis der Behörden, nicht selten werden auch auf Antrag der Lehrer die außgesteüten Arbeitékarten wegen mangelhafter Leistungen der Kinder auf Grund des § 20 des Gesetzes zurückgezogkn. Um durch die Mitarbeit der Schule bei der Durchführung des Kinkerscbußes kia guten Beziehungen zwischen ihr und dem Elternhause nicht zu gefährden und bei der Abstellung von Geseßwidrigkciten Mißgxiffe und unnötige Härten möglichst zu Vermeiden, dürfte |ck) eine Maßregel empfehlen, die neuerdings für den Regierungsbezirk Düsseldot getroffen ist. Die für jede Schulklasse aufzustellenden Verzeichnisse der gewerblich beschäst19ten Kinder werden dort nicht mehr wie bisher der Polizeibehörde. sondern durch den Kreisscbulinspektor dem Gewerbeinsvektor zugestellt. der seinerseits obne Bezugnahme auf die Sebule als JnformaiionSqu-Ue der P2111e1 dixjenigen Fälle be- zeichnet, die wsijere polizeiliche ?eststellcnzen oder die Herbxifübrung elner Bestrafung angezeigt erfchc nen lasen.
Die bel der Zuwiderhandlungen gegen die Geseße und Ver. ordnungen zum Schuße der Arbeiterinnen, die von den waerbe-
.inspxktoren im Laufe des Berichtsjabres ermittelt wurden. ist von
3911 auf 3398 gesunken. 2357 (;;-gen das Vorjahr -266) Fälle bktrafen Verstöße gegen Bestimmungxn über Anzeigen und Aushänge und 1041 (- 247) Fälle Uebertretungen materieuer SÖWVorscbriften. Die mristen Zuwiderhandluvgen wurden in den Wexkstätten der Kleider- und Wäschekonfektion sowie im Bekxeidungs- und Reinigungs- gewerbe, nächstdem in den Ziegeleien, in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel, in den Meiereien, den Betrieben zur Sterilisie- rung von Milch und in den Anlagen zur Anfertigung Von igatren festgxsteÜt. Die Zahl der Anlagen, in denen gegen die ge eßlicben Schußbeslimmungen gefcblt wurde, hat sich um 476 gegen das Jahr 1907 vetmindert, die Zahl dsr wegen Zuwiderhandlungen be- straften Personen ist dagegen (unaerccbnet 46 noch schwcbende Straf- ve1fabren) dieselbe geblieben. Rxcbt erheblich ist der Umfang der Be- willkaungen von Ueberarbeit infolge der ungünstigen Geschäftslage zurückgegangen. Es jvmde von den Verwaltungsbehörden fur Wochentage außer Sonnabend 401 (- 78) Betrieben mit 21097 (_ 8127) Albeiterinnen in 552 (+154) Fällen für 6164 ( » 1827) Tage und an Sonnabenden 65 (+ 34) Anlagen mit 4646 (- 6789) Arbsiterknnen in 114 (_ 280) Fälle-n eine Beschäftigung über die normale ArbeitSZeit erlaubt. An diesen BewMgungen find die Industrie der Nahrungs- und Genußmittel, die Textilindustkie, das Bekleidungs- und Neinigungkgewexbe, die Leder- und die Papierindustrie mit den höchsten Stundenzablen beteiligt.
Im Vergleicbzum Jahre 1907 ist auch eine beträchtliche Verminderung der Unfälle eingetreten. Dieses günsßge Ergebnis dürfte sum Teilaus dem mit dersch1echtcn Geschäftslage verbundenen geringe11Arbeiterwechsel, aus der Abnahme der Gesamtzahl der Yrbeiter und der durch Feier- schich1en verminderten Betriebsintensitat, zum Teil aber auch aus der sinkenden Tendenj des Verhältnisses der Unfall- zur Arbeiterzabl zu erklären sein, die bereiks seit mehreren Jahren beobacbxet worden ist. Besondere Aufmerksamkeit haben die Gewerbeaufficbtskweamten im BerichWjabre den Unfälien an Stanzen und Pkeffxn so- wie deren Verhütung gewidmet. Nach ihren Ermlttelungrn find als U1s0chen der Unfälle in elftkr Linie das Eirleaen und Halten der Arbeitéstücke bei kontinuierlich arbeitenken Maschinen, dag Heraus- nehmen der fertigen oder der mißratxnen Gkgenstände während kes Ganges und dus zu frühzeitige Einrucken der Maschinenkr..ft anm- seben. Ein kemexkenöwerter Unterschied in der Häufigkeit der Unfälle hat sich bei den männlichen und weiblichen Arbeitern nicht gezeigt, dagegen haben die schweren Un'ßüe, entsprechend der fast aus- schließlichen Beschäftigung von Mannern an größeren und gefähr- lichsten Maschinen, nur das männléche Geschlecht bktroffen. Auch da[ Alter spielt bei der Unfaügefabr keine auffällige Rolle, weil agend- licbe Arbeiter in der Regel an den atfäbrlkcben Pressen und tanzen nicht beschäftkgt werden, und ältere Personen an diesen meist keinen genügenden Vetdienst finden würken und fie deSHalb im allgemeinen meiden. Es scheint indessen, daß mit dem Ueberschreiten des Alters von 16 Iab1en eine häufigere Verwendung von jugendlichen Arbeitern an Fre en und Stamm einsevt obne NMUN auf körperlkcbe ntwicklung und geistige Fähigkeit, da die Zahl dieser Unfälle in diesem und dem nächst höheren Alter fich1bar zunimmt. Zahlrekche Un'äl1_e find auch auf Unachtsamkeit und Sorglo gkeit der Arbeiter zurück-ufubfen, wie fie sicb leicht bei der eknförm gen und abstumpfenden Tä1i,)keit und als olgen der meist üb11chen Akkordarbeit einsteüen. So betrat bkksvke zweise in einer Pteßkoblenfabrik ein Arbeiter trkß wiederholter eingehender Ver- warnung die Umgitterung einer schweren Riemen'cbxtbe. Er wmde erfa t urd getötet. Ein Augenzeuge dieses Unfalls verlor etwa eine Wo e späfer in einem abmad etriebe die Hand, als er eine Schraube an der im Gang besndli en Pje eanziekev Wollte. In einem ankecenBe- jriebe wmde einem Arbeiter der Kopf abgerissen 1er sw zum Schmieren einess weren Antriebriemens jwbchen Schwungrad und dessen Schuvumwe rung geklemmt batte. Oft wurden auch vor-
handene Schuvvorrichtungen 1451115th an er [215 der Erringung des höchstmöglichen crdienstes hinderlich waren.
(ederbolt wurde den Vorrichtungen, die den Betrieb der Stanzen und Pressen von der Benutzung beider Hände abhängig machen sollten, dadurch die Unfaüficberbeit genommen, daß statt der einen Hand ein Bein oder Fuß in Tätigkeit trat, und die nun freigeWordene Hand dem Spiel des niedergrhenden Stempels beim Einlegen, Nachbrlfen und
erauSneanen der Axbeitsstücke wieder schutzlos preisgegeben war.
_ie Bemubun en, die Unfälle an den Preffen und Stanzen zu ver- buten oder do wenigstens zu vermindern, stoßen in vielen Fällen auf etheblickoe Schwierigketten, die einetseits durch den Wechsel der Arbeits- stucke nach Form und Grö !, anderseits durcb Beeinträchtigun der Leistungsfähigkeit gegeben ab, aber auch in der Verschiedenen) keit der Bauart der Maschinen begründet find. Als beste S us- vortichtunxen haben fick) die selbsttätige Zuführung des Arbeitsmückes und die Einrichtungen erwiesen, die beide Hände des Axbeiters in Assspruch nehmen, wenn die Mafchine in Betrieb geseßt werden soll; fie sind aber bei den meisten Arbeitern und mehrfach auch bei den Arbeit- gebern nicht besonders beliebt, weil sie in vielen FäÜen leicht eine gerirge Verzögerung des Arbeitsproxeffes "ünd eine geringere Leistung des Arbeiters in der Zeiteinheit verursachen.
Kitksamkeit gesevt, wei
Zur Arbeiterbewegung.
Die Arbeitgeber im Bauklempnergewerbe Berlins (Vgl. Nr. 81 1). Bl.) hielten am Sonntag eine Versammlung ab, an der sich auch Vertreter des Arbeitgeberkaxteüs im Berliner Baugewerbe beteiliaxen. Die Kartellvertrster sicherten, wie die „Voss Ztg.“ berichtet- den Bauklempnermeistern jede Unterstü ung in dem gegenwärtigen Kampfe zu. Vor auem sol] 1831 nicht auf d e Fertigstellung der durch den Kampf esiörten Arbeiten gedtängt werden und die Arbeit nicht an andere innen vergeben werden. Der Aussperrungobeschluß wurde aufrecht erhalten. Die geringe Zahl der Außaesperrten erkläre fich aus der großen Arbeitslosigkeit im (Gewerbe, nicht aus der mangel- baften DiSziplin der Arbeitg-ber.
Die Schneidergehilfen von Elberfeld und Barmen haben, der „Köln. Ztg.“ zufolge, in getrennten Versammlungen die Authebung des aussichtslosen, gegen den Willen des Hauwtoorstandes begonnenen Ausstandes beschlossen und gestern die Arbeit wkder auf- genommen,
In Hamburg find nacb demsklben Blatt: die Damenscbneid er und -Schneiderinnen, etwa 600, seit Sonnabend wegen chn- streitigkeiten im Ausstand; namentlich die Maßarbeit ruht. Vor dem Gewerbegericht jouen EinigungsNrbandlungen erfolgen.
(Weitere .Statistisckx Nachrichten“ s. i. d. Ersten Beilage.)
Kunst und Wiffeusckxaft.
Der Verein für deutsch_es Kunstgewerbe e. V. in Berlin, BelleyUtstraße 3 (Künstlerhaus), schreibt eincn Wett- bxwerb aus fur Entwürfe zu Zimmermöbekn. Zur Wahl fux die Ververbung stehen drei Gruppen von Möbeln, nämliä) ein Bufett und eine Kredenz, oder ein Bü,;hcrscbrank und ein Dirlomaten- schreibtisch, oder ein Speisetksch und ein Sofatisch. Aukgeseßt find ein erster Preis von 600, ein zweiter Packs von 400 und ein dritter Preis von 200 „M; außerdem werden 24 weitere Entwürfe mit je 60 .“ angekauft. Es gelangen also im ganzen 2640 .“ zur Ver- teilung. Die Einsendung hat bis zum 7. Mai, Nachmittags 3 Uhr, an den Verein zu erfolgen.
Literatur.
Jm Verxage von F. A. Brockhaus in Leipzig is in Buch- form ein außfubrlicher Bericht über die Forscbupgskeise erschienen, die Ludwig Amadeuß,VOn Savvven, erzog der Abruzzen, im Jahre 1906 _jur Erxorschung der Ramenz rikette unternommen hat. Das Buch fuhrt den T11el.Der Ruwen1_ori, Erforschung und erste Ersteigung seiner höchsten Gipfel“ und ist auf Gmnd derTagebuckxer und sonstigen Aufzeichnuvgen des HerwgSLudwia Amadeus von Dr. De Filippi zusammengesteUt und herausgegebrn. Es enthält alchLobacbtu-lgen und tatsächlichen Angaben, die di! Grundlaue für die ge0grapbischen und naturwlffenscbaftlichen Ergebyisse der Expedition bilden. (S_s galt in erster Linie die Topographie der Rumkmorkkette, die sich ijoliert zwischen den weiten sumrfigen Ebenen von Uganda und den unermeßlicben Urwäldern des Congo,)ebketes erhebt, festzu- stellen, die Höhen der Berge, die sich bis über 5000 m erheben, zu messen und zuglekcb Forschungen über Geopbyßk, Meteorologie und Magnetißmus vorzunehmen. Dkk Herzog war auf seiner Reise von dem Kapitän ). Umbetw (Tag"), dem Leut- nant 1. S. Edward Winspeare. dem Alpinisten unk Photo- graphen Vittorio SeUa und dem Marincoberarzt 2115111: CaV1lli Molinöllk begleitet; außerdem nahmen zwei Gletcherfübrcr und zwei Träger aus Conrmajcur im Tal Von Aosta (Sükabbang des,Monte Rosa) an 161 Erpeditkon 1011. In eiqem einleitenden Kapitel wird von der Entdeckung der Kette durcb Stanley im Mai 1888 und Von den bis zum Jahre 1906 dorthin untkrmmmenen (Fx- Yedttionen berichtet, dann fest der eigentltche ericht uber die Expxdition des Herzogs ein, die im September 1906 11011 V eapel aus angetreten wmde. Sie führte 1153: den Victoriasee, Entebbe und Fort Portal nach Bujongola, wo die Gebkrzstouren begannen. ka Herzog und skinen Begleitern, mit Auknabme dcs LeutnaxW ). S. Winkvcare, d“r kraxk 111 Mombasa zurückbleiben mußte, (,eLang cs, 1ablre1chz Gtrfel der Kette,. darunter den Ruwenzori elbst, zu besteigen und die Kette txvogravbisab fest- zulegen. Zuwächst wurdrn die Gipfel im Hintug'anke dss 114954101413 in Angriff genommen, dann die der chtralgryrre. Diese Karxxel erzählen anschaulich von hervorraaenden bochtonri)"11'"cker'. 8411111115611 unter oft äußerst schwicrigen Verbältnéffkn und rür'txu du Interesse namentlich in den Kreisen dxr leéxißen mssen. Die 'L.chkußkapktel 0111) der Schildermg ker 9157015351 ker ErreIM-ou gewidmet, die am 16.211111 1906 0011 21130041 1:15:5an war. und am 24. August 946 akr1kawische E:?e wieder 8811125. _ Das „71:1 ihr gewonnene wiffensÖaktlicbx Material "171. in einer 111413: (“0.1 An- hängen yera1be1tet, 1155111211141) mitgeteilt 'Im 4111311 A*“ 5.17“; 155: ?"“.Ö Dr. L Hugues über das Mondgebirsc ker G-czr;v§2: kes Owl 131184 und die Ruwenwrikette aus. Die Fmsöber waren kxkznnt1ich im Streit darüber, ob des Ptolemaios“ 2118113211119: mit dsa: KilimandsÖaw-Kwia oder 111171 Ruwenszi i:en:i“ch sei. Der Vw- faffrr vertritt mit Stanley dle A::swbr, dax": rer 1121112405211 Anspruch auf diese chntitär habe. Im merten *.*»ng find die astronomischen, aevdätiscken, meteowlosi'xken und magnetcheu Beobachtungen der Expedition vcrarreiret. Ver.:“cb ißt der de- obachteten neuen Gattungen, Arten und Unterarten von Ténm und den während der ForschungßrcäKe gesammelten Pßanzen ",:ka ck11! sorgfältkg gearbeitetes Register Ölkeßtn das wertvoUe BUQ. ka! xe- bunden12446kostet, ab. Hervorgehoben seien nod kit ;a11rkscden auSgezeichnetm Abbildungen nach Kameraauknabmen 211113110 SMM die dem Leser ein packendes Bild von der großamgea Ber;- nnd Gletscherwelt des waenzori und seiner Tradantkn déeten.
- Lebenskumt. 800 Aphorismen 11111?!wa von Ilse ranke- Leirzig, Theosopbifabei VKUFQW Dr. O.:»; 249111511. 1). 3 „44, geb. 2 .it. -- Jive Fear)“. k): vor eiaéxxeu Jahn! mit
einem Baxd Gedicbre an 171:- Oekkntiwhkrit settetm 177. die ein ent- schieden über das DuQ'Önimmaß 171-41ngan 1211146 Tahar verrieten, entbüüt uns in den»! weleeae-den Buck ekne neue 'Seite ibm reichen Begabung. Wett? wé- m 136111831111“: küssen, went sv innerlich bedeutsam ßnd meist kak Argedui! eixek langen und _ Lebens zu sein. Ilse tanke „xder baden i_dn jungen Isdn *!* daran aebinkett. tiefe [icke in di! Mtnsöenmle vnd ix bei “9416: u 11111, und ste wei uns kak, mu e innnlU Wia"! .avper, eigenauiger rägun ju ükm-tteln. Ihk Ws“- in vielen Fönen 7111 intuitivuar nnen von Wahrheiten. die OWM!!! Wms (bd uddem man durw desen Mamu ck71: nüt u]! "