Dcr Landricbter von Braunschweig in Magdeburg, der AmtSrickner Wende in Glogau, die Rechtsanwälte und NotareIustht Fisch ,in Tecklenburg, Justizrat Pause in Erfurt und onmes in Husum, die Rechtsanwälte, Justiz: rätc Dr. Bcn-Jsrael in Koblenz und Hünerbein in Elberfeld find gestorben.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
_ Den DomänenpächternLücke zu Borschüß im Regierungs- bezirk Merseburg und Zanders zu Schmeisdorf im Re- gierungsbezirk Oppeln ist der Charakter aks Königlicher Ober- amtmann erliehen worden.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts: Und - ; _ Medizinalangelegcnbeiten.
Dem Bibliothekar an dor Universitätsbibliolhek in Mar- barg Dr. Kopp ist der TitelObcrbibliotHekar beigelegt morden.
Angekommen:
Seimx Exzellenz der Ministe'rialdirektor im Ministerium dex geistlichen, Unterrichts: und Medi inalangelegenbeiten, Wirkliche Geheime Rat 1). Schmarßkopif, aus Karlsbad.
Yichsamtliches.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 24. April.
Die vereinigten Ausschüsse des Bunde-Zrats für Zoll: und Sieuerwesen und für Handel und Verkehr und der Ausschuß für Zoll; und Stencrwe'scn 1)1i'[1é'11 heute Sißungen.
In derÉieii vom 1. April 1908 bis zum Schlusse des Monats ärz 1909 sind, nach dcm „Zentralblatt für das Deutsche Reich“, folgende Einnahmen des Deutsc!) en Reichs an Zöllen,Stcucrn und Gebühren abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw. sowie Einnahmen der Reichs:P0st- und Telegraphenvcrwaltung und der ReiYseisenbabnverwaltuug zur Anschreibnng gelangt: ölle 583 797 443 916 (gegcn das Vor'ahr + 97 113 913 515), Tabanteuer 11201316 915 (+ 262 15 ck15), Zigaretten- steuer 17 120990 «16 (+ 1915308 516), Jucksrsteuer “151828 973 „14 (+ 3858 783 „is), Salzsteuer 57 829 226 «16 (+ 734 701 „W), Branntweinsteuer: 8. Maischbottichsteuer 15 735 831 916 (+ 316 335 815), i). VerbrauchSabgabe und Zuschlag 129 032 002 «14 (+ _1 494 995 816), 8. Brenn- euer 2 145 253 816 + 5 052 215 816), Schaumweinsteuer 5896 934 „16 (+ 90 9 „M), Braufteuer 47 666 201 «15
L- 3322134 916), Uebergangsabqabe von Bier 4804 518 «15
+- 474 260 „462, Spielkartenstempes 1 909 588 276 (41 12 335 516),
„ „... 1049kM1ch „w (___: (82T ow, R»: „ „“DFB-(65,811? 11. Ueberweisungssteuern:)11vonWeic apieYen 27 517 860 845 (+ 3087 008 «(H), 13. von Kauf: und onftigen AnschqffungSgcschäften 12 070 751 «16 (+ 2 829 783 „(H), (ck. von Lottertelosen: &. für Staatslotterien 29 210 800 35 (- 2246748 515), 1). für Privatlottericn 10 622 170 «16 (+ 764636 816), 11. ReichNigene Steuern: .4. von Fracht- urkunden 14321731 515 (+ 1 638 420 916), Z. von Personen- fabrquten 17 994 921 „46 (+ 987 281 «(H), (). von Er- laubmskarten für KraftfahrzeuFK 891 810.78 (+ 273 006 „(H), 1). von Vergütungen an itglieder von AufsichtSräten 3 280 571 „16 (+ 1 009 422.15), Erbschaftssteuer 29 259 160 316 (+ 3 599 583 516) , _ Statistische Gebühr 1474 605 516 (+ 97 349 „W), Reicbs-Post: und Tclc raphenverwaltung 623189295514 (+ 26 099 080 518), Reichsei enbabnverwaltung 116 356000 „15 (+ 4835000 916). *
, Die zur" Reichskasse gelangte Zsteinnahme ab Üglich der Ausfuhrvcrgutungsn usw. und er Verwaltungskoien beträ t bei den nachbezcichneten Einnahmen: Zölle 541 139 772 + 101878 405 816), Tabaksteuer 10 733 957 515 (+ 266 264 «is),
tgarettcnste'uer 15 679907 «16 (+ 3013 980 845), Zucker- rleucr 144 161 126 „15 (+ 5 646622 516), Sal steuer 57 618 729 „76 (+ 146944 816), Branntweinsteuer: 8. ai ch: botttchstcuer 10 732 363 „15 (+ 158 675 516), i). Verbrau s- abgabe und Zuschlag 107 988 386 „(H (+- 4 643 559 „(H), (3. Brenn- steuer _2 145 253 916 ( _+ 5032 215 516), Schaumweinstcuer 5539826 „(6 _(+ 87 220 016), Brausteuer und Ueber angs- abgabc von Bier 48 057 525 916 (+ 3 116 614 .)5), Spiel arten: stempel 1779130 «16 (+ 15 822 916), Wechselstempelsteuer 16 405 965_ «(6 (+ 931824 „FH), Reichsstempelabgabem [. Ueberweisungssteucrn: .4. von Wertpapieren 26 969 788 «16 (+ 3027 553916), 13. von Kauf- und sonstigen Anschaffungs-
cichäftcn 11 826 004 816 (+ 2778 485 „(L), 0. von Lotterie-
osen: &. für Staatslotterien 29 210 800.76 (+ 2246 748 516), _b. füx Privatlotterien 10 472 273 95 (+ 757 689 516), 1]. Reichseigene Steuern: „4. von Frachturkunden 14 035 296 „16 (+ 1 605 653 «(H), _ Z. von Personenfahrkarten 17634980 516 (+ 967 578 515), (ck. von Erlaubniskarten für Kraftfahrzeuge 1 854 003 «(6 (+ 267 546 „(H), 1). von Ver ütungen an Mit-
lteder von AuffichtSräten 3214 960 916 ?+- 989 233 „(6 , yrbschaftssteuer 29259160 „46 (+ 3599 583 516), Statistis e Gebühr 1 457 520 „16 (+ 74 570 916).
Dcr_ Königlich niederländische Gesandte Baron Gevers hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der LegationSrat Jonkbeer van Vredenburch die Geschäfte der Gesandtschaft.
Laut Meldung des „W. T. V.“ ist S. M. Flußkbt.
„ Tiingtau“ gestern von Sainaw am Westfluß nach Schuihing :
Und Wutschou abgegangen.
S. M. Tpdbte. „8 90“ und „Taku“ find gestern in Wcihaiwei eingetroffen und geben übcrmorgcn von dort nach Tsingtau in See.
? Unruhsn in Adana angeordnet wurden. . schlossen, die Vcrhandlung übkr dic Sthun nahme gegenüber „ dsm neuen Kabinett zu vertach. ; heute in San Stefano statt.
In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Rei 8- und Staatsanzei ers“ werden im Kaiserlichen Statistis en Amt zusammengekiellte Nachrichten übex den Saaten- stani) im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats April 1909 veröffentlicht.
Oesterreith-Ungarn.
Das „Armeeverordnungsblatt“ veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers Franz Joseph, wonach er aus Anlaß der mannigfaltigen patrioiischen VeraystaltungeUALUr Erinnerung an die hervorragenden weltgeschtchtlichcn affcntatcn des Jahres 1809 den Heldenberg bei Weßdorf in Nieder- österreich der Armee zum Geschenk macht mit der Bestimmung, daß dort alle Angehörigen der Wehrmacht, die sich durch be- sondere Leistungen vor dem Feinde oder (():-«| um das Vater- land verdient emacht haben, eine pietätvoli gehütele Ruhe- stätte finden so en.
Großbritannien und Irland.
Großbritazmien Hat gestern, _ nach einer Meldung des „W. T. B.“, die Un abl) än g igkeit Bu [ garis n s anerkannt.
Fraukreith.
Der Ministerrat hat gestern, „W. T. V.“ _zufolge, beschlossen, die Effektwstärke der Besatzung des S auxagebiets um dreitaufcnd Mann zu verringern. Die (He eyesvorlage des Marineministers, betre end dre Rekrutierung der Marine, wurde gutgeheiszen. Der inister des Auswärtigen Pichon sprach hierauf über auSwärtige Angelegenheiten.
+ Cypriano Castro ist gestern abend in Paris ein- getroffen.
Rußland.
Die russische Regierung Hat sich, nach xinexr Meldung des „W. T. B.“, an die fremden Regierungen Mit einer Zirkular- depesche folgenden Inhalts gewandt:
Vom Generalkonsulat in Aserbeidschan waren Mitteilungen ein- geJangen, daß in dem von den Truppen des Schabs belagerten Tabris eine HungerSnot ausixebrochen sei und dem russischen und anderen Konsulaten, ebenso wie den russiscksen und fremden Be- wvbnern dieser Stadt scitens dcr Gexxner des Schal)s, die den Kampf mit den Trupvcn der Regierung führen, wie auch seitens der durch Hungcr zur Verzweiflung gcbcachten Ortsbevölkerung ernste Gefahr drohe. Deshalb war der russische Geschäftsträger in Teheran an- gewiesen worden, dem Schah zu erklären, daß die russische Regierung, falls die persische Regierung nicht unwerzüglich Maßregeln zur Sieber- stellung der Proviantquihr für die Konsulate und die fremden Unter- tanen in Täbris wie au für die friedliche Ortsbevölkerung ergreift, sicb genötigt sehen werde, eine Akilitärabteilung nach Täbris zu entsenden, um die Konsulate und die AuSländkr ju schiiizen und um ihnen und der Bevölkerung die Proviantzufubr zu sichern. Troß des Verspreckpens des Schabs, dem Kommandeur der per- fischen Truppen, Prinzen Ain ed D&uleb _ zu befeblcn Pxoviant- zufubr nacb Täbris zuzulaffen hat der Pr nz die Zufu r mcht zu- gelassen, und Konsulate und Äusländer verbleiben iomit in ihrer ge- fährlichen Lage. Angesichts dieser_ Wendung der Dinge bat die russische Regierun beschloxsen die- dem Schah angekündigte Maßregel außzu- führen. inemu fisÖeeruxpk“ kteilung ist nunmehr der Befehl gegeben worder), ay! Dtsch-„YKN „z,;Täbris auszurücken. Die Ziele, die diese AbteilunFYerfo t, ..an oben», erwäbnt. Sobald in Täbris ZXTFÉMUH wk-iexexrizßitxr Uk! IRR?" (undUEigexiium der Koösular-
. » ; . 1 m) n er anen sind, wird die Abteilung bil'ijiufen werdZä') “"ß“ es“!"
Spanien.
Di: Deputiertcn-“kammer hat gestern, wie das „M.TB.“ meldet, einen Antrag Morcls, in der Angelegenheit der von dcm Auditeur Marias gegen das Marinemiyisterium und die Regierung erhobenen Beschuldi- gurlran teme Untersuchungskommission zu ernennén, ab: gc e 11,
Türkei.
„ Der gcstrigeSelamlik verlief normalund ohne Zwischen: fall; der Sultan wurde, wie immer, mit Zttrufen bcqrüfzt. De'r (Gr 0 ßwcsir teilte dcn anwesendkn Diplomaten, „W. T. B.“ ufolge, mit, daß ein Tclcgramm aus San Stefano von dem Präsidenten der Nationalvcrsammlnng eingelaufen sei, das treue Erasbenbcit gegenüber dem Sultan vsrsichert. Ferner gab der Marschall Kampk) () evenchascha den Ankasendcn im Namen des Saltans bckannt, daß dsr Kommandeur des ersten ._Korps _Mahmud Schcwket telcgraphisck) sein Erstaunen Uher dre Gerüchte ausgedrückt habe, die mazedonischc Armee set gekommen, um den Sultan abzuscßM. Der Zweck des Vorgehens der Armee sei nur die Wicdsrhcrsteüung dcr Ord- nung und die Bestrafung der Anstifter der leßten Unruhen.
In der gestrigen cheimen Sißung 021" National: versammlung, an er etwa 220 Dcputierte und
19 Senatoren teilnahmen, wurdc, „W. T. B.“ zufolge, mit -
150 gxgcn 8_Stimmen die Ybseßung des Sultans be_schlos1en. Die Hauptßrage seiJZsßt, ob der Scheich ül Islam sem Fetwa erteile'n wer c; die achrichten Über seine „Haltung lauteten widersprechend. Wie nach dem genannten Bureau vcrlautet, war bis zum Erscheinen der Kriegsflotte die Stimmung der Versammlung für den Sultan nicht ungünstig; sie schlug aber um au! die Nach- richt, daß die Marine der Freiheit?:armee ick) anschließe. Mahmud Schcwket Pascha, der der Si ung beimohnte, erklärte dcr Versammlung, daß er infolge er Revolte des Konstantinopelcr Korps mit Abteilungen doo zweiten und dritten Korps, über die er das Oberkommando übernommen habe, zur Wiederherstellung der Ordnung [)eranrücke; wer um Pardon bitte, werde begnadigt, die übrigen würden bestraft werden. Er sei aber nicht gekommen, um den Sultan zu ent- thronen. Nach Durchführung des Programms möge die freie Nationalversammlung beschließen, mas sic für gut halte. Im weiteren Verlauf der geheimen Sißung teilte der Präsident mit, daß das Protokoll über die türkisch-bulgarischen Verhandlungen eingebracht worden sei. Troß der anderen Aufgaben, mit denen fick) die Kammer befaßte, wurde beschlosk'en, das Protokoll in Beratung zu ziehen und es einer Kommis ion zuzuweisen. „
In der öffentlichen Nachmtttagssißung der National- versammlung wurden Protestdepesckzen aus den Provinzen und Glückmunschdepescbcn der Walis von Monastir und Angora verlesen und Eine an die asiatischen Walis zu sendende De- pescbc verfaßt, in der Maßnahmen zur Vcrhütung weiterer
Weiter wurde be: „
Die mi ste Sitzung findet _
'-
Die mazedonischÉArmee hat am gestrigen Ta ed Vormarsch gegen die Hauptstadt fortgeseßtg WTF m_ehrere Vorortc beseßt. „Die Truppen wurden überall von den Einwohnern freudig'begrußt. Gegen 61Wr Abends erreichte die Sptße der Vorhut die Pcriphsrie der Stadt und geriet in einen Kampf mrt den Mannscha_ften der Kasernen von Dani: Pascha und Ranzys Misrwir, die sich weigerten, sich zu ergeben. Dex Beginn des Kampfes wurde sofort den anderen Kasernen mitgeteilt. 5000 Mann aus den Kasernen von Stambul wollten den Mannschaften der angegriffenen Kasernen zu Hilfe eilen,.wurdenxxedoch vom Kriegßminifter zurückgehalten. Die Truppen _m den „Kasernen von Vera blieben neutral. Von den TruppZn tm Yildiz hofft man, daß fie der Sultan vom Kampf zuruckhalten werde. Der Bahnhof der Hauptstadt ist ebenfalls schon von den Belagerun Struppen bessßt; Bisher smd etwa 8000 Mann mit der Wa 11 aus San Stefano ein: getroffen. Weitere TranSporte laufen noch ununterbrochen ein,so daß_1m Laufe der Nacht die gesamte Stadt von den maze- doxnschen Truppen beseßt sein wird. Der frühere Berliner Mtlitaraitaché, Maxor Enver Ber) hat zum Schuße jeder diplomatischen Mission eme Kompagnie Infanterie bestimmt, In ocy Stabi hsrxscht Panik. Seit Anbruch des heutigen Tages? ist heftiges Gewehr: und Geschüßfcner aus der Richtung des Yildiz vernehmbar. Wik eine heute vormittag eingelaufene Dxpesche des „W. T. B.“ meldet, hat sich die Besaßung des Yildiz der Belagerungsarmee ergeben.
Weiter wird gemeldet:
Konstantinopel,24.Apri[. DieGarnisontruppenzieben sicb in der Richtung auf Pera zurück. Sämtliche den Yildiz beherrschende Kasernen sind in den Händen der mazedo- nischen Truppen. Einige Soldaten, die in das französische Hospital flüchten !voÜten, wurden dicht vor den Toren niedergescboffen. Es heißt, daß die Kanonen des Yildiz auf die majedoniscben Truppen gefeuert haben.
Rumänien.
Der „Handelsvsrtxag zwischen Rumänien und Oeftcrrxtch=Ungarn ist gestern, „W. T. B.“ zufolge, untcrzcxchnet worden,
Amerika.
Der amerikanische Senat bat wie das „W. T. B.“ meldet, cine Resolution angenommen, in der der Fandelsstkretär ersucht wird, dem Kongreß vergleichende Tube en Über die von Deutschland, Frankreich und den Ver: einigten Staaten erhobenen Zölle auf Töpfermaren, (Glas, Papier, Mol]- und Baumwollwaren, Zucker u. a. vorzulegen.
+ Durch ein Dekret des Präsidenten von Vene: zueln werden, obiger Qucüe zufolge, alle die in Freiheit qeseßt, die aus Anlaß des Sturzes Castros verhaftet worden ind, einschließlich der Personen, die seinerzeit an der Ver: chwörung zur Ermordung des Präsidenten Gomez beteiligt waren. Dsr Vizepräsident Velutini Übernimmt in nächster
Zeit vertretungswcise die Präsidentschaft.
gestern,
Parlamentarisckxe Nachrichten.
Der Bericht über die gestrige Sißung des Reichstags befindet sich in der Ersten und Zweiten Beilage.
+ In der heutigen (70.) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Minister für .andel und Gewerbe Delbrück beiwohnte, gclangte zunächst er Gefes- xntwtxrf iiber den Bergwerksbetricb ausländischer ]Uklstlscher “Personen und den (Geschäftsbetrieb außerprcußtschcr (Gewerkschaften zur ersten Beratung.
Der (Heseßentwurf schreibt vor, daß ausländische juristische Personen sowie .die (kaerkschaften, die in einem anderen deutschen Staat ihren Sitz haben, zum Erwerbe von Berg: werkscigcntum und zum Bergbanbetriebe, die Gcwerkschaften auch _zum Erwerbe von Grundstücken der staatlichen G?- nehmrgunq bcdiirfen.
_ _“- ur egründung des Gesetzentwurfs nahm zunächst der Mxmter für Handel und (Gewerbe Delbrück das Wort, de_sjen Rede am Montag im Wortlaut wiedergcgeben werden Wird. Nachdem dann noch die Abgq. von Kessel (kimi),
Luscnski) (111) und Dr. von Woyna (freikons.) für, der ck
Abg. Dr. Hage!) (Zenta) gcgen den Gesetzentwurf gesprochen hqtten, wurde die Vorlage einer Kommission von 14 Mit- gliedern zur Vorberatung Überwikscn.
(Schluß des Blattes.)
_ Dem 9_keichstaqc ist der Entwurf eines Gesehes, betreffend dte_zol[w1drtge Vcrwendnng von (Gerste, nebst Bc: grnndnng zugegangcn.
Nr.17 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“- bekausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 23. April hat folgenden Inhalt: ]) „KonsulaLWesen: Ernennungen; Ermächtigunqen zur Vl)!“ nahme von. Zivilstandsbandlungen; EHSquaturerteilung; Todesfall. ““ 2) Handels- und Gewerbewesen: nsehung der Mediziniscb-Lko' pädeutischen Abteilunx: bei der Univetsiiät zu Münster als Mediziniiäik Fakultät im Sinne bci; § 3 der Prüfungsordnung für Zabnärjks- “ 3) Miiitärwefm: Gesamtveizeichmts der zur Ansieüung von Militär- anwärtern verpflichteten Privateisenbabmn. + 4) Finanzwesen: Nach- wei ung der Einnahmen des Deutschen Reichs für die Zeit W 1. ' pril 1908 bis Ende März 1909. + 5) Marine und Sobiffabrt- Bestimmungen über die gegenieiiige Anerkennung der Schiffsitußbkiefe in Deutschland und Italien. + 6) Polizeiwesen: AuSWeisung W" Ausländern aus dem Reickßgebiete.
Nr. 13 des „Eisenbahnverordnungsblatts“ bermll; Lekzeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 19. Äpril- 71“ ogenden Inhalt: Bekanntmachung des Reicbseisenbabnamts VN" 23. März 1909, betreffend Ergänzung der Nummer )()(Kll'dk' Anlage 13 zur Eissnbahnverkebrsordnung. + Bekanntmachung Reichskanzlers vom 27. März 1909, betreffknd Aenderung der Militär“ transvortordnung. + Lickanntmackyung des Reicbseiscnbahnamts W" 1. April1909, betreffend Aenderung der Anlage 0 zur Eise" hn- verkehrSordnung. + Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiter: vom 9. A ril 1909, betreffek-d Amtsbezeichnung der Königlichen Eise" babndirekt on in (Saarbrücken. + Nachriäpten.
._.-
Wohlfahrtspflege.
“ Die Gesellschaft zurBekämpfung der Säuglings. sterblichksit in Berlin veriendet- den Bericht über ihre Tätigkeit im Jahre 1908. Sie war die ersie E:scüscbaft ihrer Art in Deutjch. land und besteht seit 5 Jahren. Auch im Berichtsjabre wurde wieder eine große Anzavl _ Von Merkblättern für Säuglßngspflege an Wöcbnertnnen bxrteilt, Stawwerwaltunaen ' Uf Wanja) znr Verbrekkung zur Veriügung gestellt, so. ale Bshörden, Vereinen und PxiVatperionen i.“! vielen Fällen ; Auskuufi Über Einrichtung und Arbettßweise dcr_ Beratungsstelle der Gesellschaft etteilt. Diese Siekie isi an jedem DienStag und eritag von 11+1 Uhr geöffnc-t. Ueber jedes der Geiellfchgfx FULL- . (übrie Kind wird ein Personalbogen angelegt; es wird arztlich unter- such gewogen und angelegt und die Nabrungßavfnabme mit der ;Wag'c kontkoUiett. Die gleiche Koniwlie wird wöchenuich einmal : wiederboU- solanae, dzs Kind imter _Aufsicht der Gesells aft bleibt. Aux!) das Prinzip der Sttllpramicn hat sich bewäxt. Mütter. Die ihre Veduxftigkeit nagbweiset), erhalten von der (Gesell- (Haft eine SriUprämie von dmciyychnittitcb „2 „16 in der Woche, sy. lange sie selbst stiÜen und ii)! Kind rSgolnxäßtg einmal wöchentlich zur Kontcoiie, bcingcn. Aerzte gebkn iimen ber VSU Besuchcn die nötixen „_ AnweisUkali für die eigene Körvxip kqge sowik Berbalturngmc-ßregeln )* für die Pfisge und Ernährzmg der angiinge. In Erganzung dieser ? ärztlichM Beratung teilt die Geseüscbcxsi. dcn Hilfesuchenden zngleich . die mitigzn Heilmittel uncnigxltlicb zU uno Versorgt sie mit - den 311? Pflege erforderlichen Arjikeln (Seife, uker,_ Saiben) „' m,» Kräktiaungmittzln (Tropon, Zeanin, kalzvraparaten). Z I" der: Fälien, in den-xn eine Untzrernährung festge- 4 mat wikkdk, taten aucb kostenlos virabfolgte Nahrungsmitiel die “? bestéii Dicnstc. Wo die häuslichen Verhäljnisse dc'r Hilfesuchenden “_ besondrrs ungünstig Waren, konnte die Geieüscbcxft öfter du7ch Unicr- bringunß von Krguken in Kliniken und Krankenhäusern, durcb Ueber- L wejsung älterer Kinder in Fürsorgeanitaltcn und anf andere Weise ÜF bcisend Eingreifen. Bzsondere Bemühungen wurden gemacht, den hilfesuckxxnden Frauen eine ihrer Vorbildang und ihrcm (Gesundheits- .- Zustank angemessene Arbeit zu werßchaffen. „ “ Dic Fürs orgestelle wurde in: Berichtswbre Von 372 Frauen Z» mit Säuglingen (1907: 256) in Anspruck) genommen. 24] Frauen erhielten Stillprämien im Betrage von 4219 ..)-6 (3796 516); -' Pflegeartikel wurden im Werte von 380 (111) «16 Verteilt; zn " Weibnackytrn _erbielten 60 Frauen Gaben im Werte Von 680 „46. “ Von 0611 Hilfe sucbxnden Kindern waren 226 «bclickx, 15 Unibeiich; 213 Frauen bxsucbisn mit „ihren Säuglingen die Berainngssisiie länger als eine WOÖL; die dnrchschnittliche Be- Ü «baÖtUn-gszcit betrug 10,2 Wochen, bis durchschnittliche Gewichts- _ zunahme !*„cr Säugiinge1,320 x,. + An Cinnabnmn hatte die Gessilschai! im Berickotsjabxe 17 617 „76 zu wkrz-Zichnen, die mit den 521133357, bki cinem Saidoiwrtrag ['on 3139 „16 baiaNcieren.
Kunst und Wiffenfehaft.
Téic Y,;xssiellung Von Porträts ält_erer Meisiex aus Privatbefiß in der Akademie errkgt in allen kiwstircundiickycn Kreiscn daUcrnd kin io lebhaftcs Interesse, dos; der Kaiier Friedrich-Musknms-
' Verein sich entschlossen hat, irn anfänglich auf den 30.2158! fest- geseyten Schlußtermin noch etwas hinauszuschieben. Dixrck) das Ent- gegenkommxri dsr Besißer werden die private" Kuwsiscbaßx, die jkßs
, in den Räumen der Akademie am Pariser Piaxz vereinigt siiid, Noch
- bi? “Syn.";iag. rm 9. Mai dem Publiknm zugänzlicb bleiben.
Von neuen Bahnen des Weltwerkebrs berichtete in dcr
; Apiilfachfixiung der Gesellschaft für (Erdkunde Dr. Richard " Heinig. Jeder Monat, so leitete der Redner seinCn Vortrag ein, _ bringe neue Projekte. Da sei es sehr schwer, den BkfißstaUd unserar Verkehrsmittel an einem geaebenen Zeitpunkt festzusteUen, Er wolle Deshalb nur Von den am Beginn des laufenden Jahres bestehenden M*. in Bcnußung genommenen, im Vergleiéh zu einer kurzen Ver- qangenbkit „neu* jU ncnncnden Verkehrswegen sprechen, und in Kürze nur die ernsthaft gefördcrxen wjzkte kennzeichnen. Von technischen und wirtschaftlichen Enzelbciten Werdx er absehen, 1.1 in den zu zeigenden Lichtbildern grundsavli'ch Venicht auf Landsrlpaftlicbes leisten, so dankbar Cs auch mcist aufgenommrn Werde. Dieser Absicht entivrgchend werde Fr in knapper Eriasiimg seines Tbsmas somit nur Kaxtenikizzen'zeigen und zu weitersr Vereinfachung Von Europa überhaupt nicht reden, das nahezu eiienbabngesätttgt sei und ii: den 168th Jahren geringen “ Zuwachs solcher VerkehrSwege empfangen habe, die als „Welt- VkaWrIbUann' anzuspreäoen seien. Diesem Programm _ ent- [Urach ber Vortraa, der die Hörer zunächst nach Ajien fuhrte. Aus dem beben Norden, von der sibirischen Eisenbahn, hier ein- geslbloffex: der vom Amur durÉ die I)ianbschurei bis Port Axthur Ybrendc, Durch den russisch-iapanischen Krieg bxrübmt geworden? ckSchiencnweg, Von der Polar-Ura[-, der Beringsbabn gcleitete dcr
, densr in die weniger unwirtlichen (Gebiete Mittelasiens, wo Riiß'
land Gtkßes im Bahnbau geleistet bat, nämlich die Transkaspische Bahn und die Linie Orenburg-Taschkent [Md Taschkent---Varnau1, dix? biz an das Glacis dsr Indien im Norden begrenzenden Gebirgx führt und früher oder spätkr für den Verkehr mit Indien wichtig zu Werdext verspricht. In einem gswiffen Gegen- iTL iu dicicn derSegnunaen guter Vnkebrswsge txilbafttg gewordenen Landerx'. sicht China mit ssinrr fast unübeiwindliäyen Abneigung gegen Bübnyn, dix anscheinend jedoch in nicht ferner Zeit einem Umschwung zum Gegenteil Platz machen wird. Wenn Ust die deutschc Schaniung- [Wm (seii1901). die Yangtsebabn, die Pekiiig+-Hankow- und die Hankow-Canton-Linirn die ungeheuren Vorteile zeigen werden, die sich aerade das dicht bevölkerte Land Von Eiicnbabxien Ver'sprcchen kann. Wahrscheinlich ist die Zeit nabe, wo (China Usc'csüchitg darauf sein W, seine Eisenbahnen nur als nationale zu bguen und Kon- lkifiomn an Fremde gam Versagen witd. Allmablicb wird uns das Reich der Mitte um ein Bedeutewdes näbsr geruckt sein. Wie iMac isi es doch ber, daß Kiautschou uns von Berlin_aus erst in 4- Ta?cn erreichbar war, während Heute 15 Tage geringen? Der Sedan e, mit Hilfe der Gobibabn yon derKüsie bis ins erijinas "' kürzester Frist zu gelangen, mutet Wie ein Zaubermarchen an. Kaum anders sieht es um die Bagdadbabn. So langsam es damit aus Geldmangel der Regierung und mancherlei politischen “nikkgen weitergeht, schon die fertige Streck:- bis Konia 54! neues Leben in diese Gebiete gcbracht, und die nu_r zu einer Mirage ewordxne Weiterführung nach Bulgurlu, ElKelis, Bagdad, aiima w rd den Verkehr an Gütern und Posten nach und von Indien Um ein Erhebliches beschleunigen. Aus ganzvndcren Motiven ist ein Weiter wichtiger Babnbxu in der Türkei gefördert worden, nämlich der nach den heiligen Städten in Arabien, bei dem ebenso sebr religiöse als strategische Gründe mitgewirkt haben. Wie immer die wa reit Grunde lautejen, der Weltverkebr akzepiiert dankbar die zunäehsixrsi die Link der heiligen Städte, Medina, erreichende Bahn; dere'n vernunftkgs Entwicklung wird ohne Zweifel dazu helfen, sie auch _bis Mekka zu iubken. [Ya wahrscheinlich bis Aden, und den unerläßltckoen Anschluß bekiuste en naeh der Bagdadbabn einerseits uxid andererseits trov dcs Sksenwärtigen Sinai-Konflikts, der nur als eme Episode anzusprechen lst- nzm Roten Meere und nach Aegypten. Großartigetes noch als die Ausfubrung dieses asiatischen Babuneßes voleiebt sich in Afrika. Die Absicht Cecil Rbodeö', einen den schwarzen Erbteil von Suven "“ck Norden kreuzenden Schienenweg berzusieUen, geht schnell ibkkk Verwirklichung enigxgen, 1a sie auf großen Strecken „(reits außacfübtt. Gewaltig ercbeint der Plan, die ungeheuren chioriawasierfälle am Zambesi auf weite Strecken die elektrische kast für den Bahnbetrieb liefern zu lassen. Auch diese Arbeit ist im Werke, und die Bictoriafäüe, die es mit der Hergabe von Kraft “Zit dem Niagara aufnehmen, haben Vor diesem den Vorzug, "Utnals einzufrieren. Dis große und schwierig „lösbare Frage der Weitejfübrung dieser Bahn vom Kap zum“ Nil ist die', “b 8: durch den Congosiaat oder durch Deutsch-Osiafrika
zu leiten ist. Lrßteres wäre der könnten sÖöne Wechsélbejiebungen bergesieüt werden zwischen Schienen- und Wafferwegen, eiinnert man, sick) der von den dtei großen Seen, Nyaffa, Tanganjika und chtoria-Nyansa gegebenen Möglichkeiten. Ein böchst interessanterPlan, streckenweise auch von den Franzosen schon verwiiklicbt, ist die Trakssabara-Babn nacb Timbuktu und zum Tsckjadsee. Sie legt uns, den Ausbau von Bahnen in Togo, wie in Kamerun so nabe, daß dicse wobl kbznso wie der Ausbau wichtiger Bahnen „ in unseren Kolonien Südwest- und Ostafrika nicht lang: auf ck warten lafien werden. Das Eldorado für den Eisenbahningenieur ist i-Z jenseits des Atlantischen Ojeans Canada; denn seine allseitige Ersthiießuzig ist mit Rücksicht auf seinen Reichtum an Landesprodukksn „_ Wetzen, Holz, Erz + so boffnungareickp für eine gute Rentxxbilitat anzulegender Eisenbahnen, daf; troß der enormxn zu überwalligenden Entfernungen die Er- schließung des Landes bis Alaska und bis zur Huksonbai, in Angriff genommen 1886, 'mit neuem Aufschwung seit 1903 geföxdert, tatsächlich aUsettig im Werke ist, unier- stüßt durch nicht übermäßig schwierige Terrainbexbältnissc, wenn auch gehindert durch lange anhaltende Winter. In beiden Punkten besißtPanamerika, so hier bezeichnet im (Gegensatz zu Briiisch.Amexika und za den Vereinigten Staaten. die “ls Eisenbahngesättigt aus Vor- liegender Betrachtung ausscheiden, " iciis günstigere, teils un- günstigkre Verbältniffe. Den ungunstigen Terrainverbältnissen, infolge hoher Gebirge und auf Mise Gebiete sich er- streckenden valkaniSmus geseUte sich, einer weitsichtigen Verkehrs- politik icindlich, nock) rie Zersplitterung, namentlich Mittelamerikas, in eine Menge kleiner, aufeinander eifersücbliqer Staaten xu. Dennoch bat die [eiiie Zeit den Anschluß Wichtiger Bahnlinien an die mexicanisckyen bis Tapacbula und Guatemala und bis Port Limon (Lima) czesxben. Andere Bahnen Mittelamerikas smd für den Landes- vcrkebr wichtig, obne doch als Bahnen dks_Weltt)erkebrs gelten zu dürfen. Manchen derselben wird nach Ausfuhrung der Atlantik und Pazifik Verbindenden Kanalbauicn einmal diese Bedeutung zukommen, sobald sie mit Panama und Tebuanlevecin Verbindung sind. Wieförder- lich cin großes Staatswesen dem Bahnbau ist, bekundet Argentin ien, das seine Haxtptsiadt mit großen Verkehrslinien bis hinauf zu 50 s. Br. in Vcrbindung aeseßt hat, (10811 Gebirgen, schmierigen Tunnelbauten, Erdbeben, selbst Revolutionen zum Trotz. Nur die richtige Ueber- landbahn, Südamerika yon Meer zu Meer durcbquerend, fehlt noch in ihrer Vollendung, des hohen GebirgSWallcs wegen,. Aber auch für sie sind vielverspxecbende Anfänge gemacht: Buenos YireS+Uyuni nach Mollendo, Ariea. Antofagasta, und dieÜLokomotive fahrt hier auf Strecken, die bisher bestenfalls dem „ Maultiere j'uganglic'b waren. In naher Zeit wird auch das chilenische Santiago tmt dem argentinischen Mendoxa über den Paß von Uspallata durch Eisen- bahn verbunden sein, wobei Höhen von 5000 und 3700 m zusuber- schreiten und enorme Tunnels zu durchfahren sind. Am verhaltnis- mäßig ungünstigsten ist 170.1 allen Erdteilen Australien bßdacht, seine Einordnung in den Weltberkebyist aucb bescnbers sYwicug. Nichts- destoivsniger Verkürzen sich die Yasu, in denen bieser jungste, geologisch älteste Erbteil von der alten 3 elt aus zu erreichen isi, immer mxbr. Die Dampferfabrt von Colombo auf Ceylon bis Sydney nabm„ftuber 18+22 Tage in Anspruch, sie hat sich jest bis zur ersten Berubrung mit dem australischen Kontinent auf 10 que und Von da bis Sydney auf 3 und 2 Tage Verkürzt. Eisenbahnlinien ost-westlicher Richtung
geradcre Weg, und es
fehlen noch, weil z. Z. ker Hauptwerkebr des Erdteils sich im 80.-
Nord und Süd sind mit einigen Umwegen 1088 und 171.1 km in Verbindang Strecken über Land Sydney
desselben zusammenziedt. auf Sirecken Von 320, geießt, während die längeren mit dem 370 km entfernten Port Darwin und mit rem 2900 8111 entfernten Derby Verbindet. Der Redner gab am Schluß seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß man allseitig gut tue, sich mehr, als es bisher geschieht, mit den gxoßen Verkehrßunter- nehmungen aufdem Erdball Vertraut zu machen, 01? einen so wichtigen Teil der praktischen Erdkunde bilden. 4. 14".
Ueber die Kunstwerke im Kaiserlich jaYJanischen Schatz- bäuse Shzsäin xu Narasprach amMiltwoch r. PttoKummel aus Berlin Vor den Mitgliedern des Vereins fur Deutschkes Kunstgewerbe im Künstlerhause. In das achte Jahrhundert fallt die Blütezeit des 552 in Japan eingeführten BuddhiSmus, ganz be- sonders unter dem ihm sehr ergebenen Kaiser Sbomu. Als er 756 starb, schenkte seine Witwe dem großen Buddha in der alten Kaiser- siadt Nara ai1e Schätze des Verew gien. Durch diese verdienstltche
andlung glaubte sie der Seele des Verblichenen den Piad zur ewigen
errlichkeit um so sicherer zu erschließen. Die Widmung der Kaiserin und das Verzeichnis der Stiftung sind auf einer 15 m langen, 30 am hohen und mit 489 Kaiserlichen Siegeln bedcckten Papierrolle, datiert Vom 22. Juli 756. noch erhalten. Die Zahl der im szß'xin überlieferten Objxiie beträgt mehr als 3000. Keine iürstlicbe Schatzkammer mid kein Kirchensckxaß Europas Yönnen sich also mit diesem japanischen Scha hause, an Alter und Reichtum des Bestandes messen. Der Name käsßm bedeutet ursprunglich allgemein Schaßbaus, bat fick) aber allmahlich auf dieses eine be- rühmte al1ein bescbkänkt. Es ist ei entlich niemandem zuganglich. Bis zur Mitte des dreijcbnten Ja rbunderts wurde es nur etwa alle 25 Jahre geöffnet, Von da ab noch viel seltener bis in die Mitte der achtziger Jahre des 19. Jabrbixnderts. Seitdem wird es jährlich einmal im Herbst sorgfältig geluftet und alles nachgesehen. Stets aber muß ein persönlicher Vertreter des Kaisers zrscheinen, um das Haus unter großem eremoniell zu eröffnen. Dr. Kuzumel, der im Auf- trage der Berliner éuseen Japan bereist bat, um fur die Ostasiatische Abteilung des Museums in Berlin zy sammeln und ostasiatisäoe Kunst zu studieren, hat das seltene Gluck gehabt, dr_ei Tage lang die Séhäße des Sbäföins eingehend studieren zu durfen. Die Kunst- werke, die das Sböiäin umschließt, bekunden eine "ganz eigenartige Stilrichtung und Technik. Entstanden sind sie, daruber besteht kein Zweifel, (111: im achten Jahrhundert. _Sie sind also durchwe mehr als 1200 Jahre alt. Da finden sich Scösthirme, die nicht emalt, sondern in dem bekannten Batikvnfabren hergestellt sind, Teppiäpe mit auffallcnd symmetrischen Mustern, Kästen, die _mit Farben be- malt sind, die man aus Bleioxyd «„ewonnen und spatex nicht wieder hergestellt hat. Die Muster dieser Kasten, Vlumetx. Bluten, Pflanzen finden sich in der japanischen Kunst spaterer Zeit mcht wieder. Altertümliebe Musikinstrumente, insbesondere Lauten von außerordentlich feiner Form sind aus Sandelholz gefertigt, mit Perlmutter und Schildpatt eingelegt; Jagdszenen, Mandarinenenten, an den Peaasus erinnernde Pferde, Kameelreiter erscheinen in den Mustern. Lederschaäteln sind schwarz gelackt und in den Lack Cin- [aßen aus Perlmuiter und untermaltem Bernstein oder aus Silber und Gold eingedrückt. Diese Technik ist auch herangezogen, um die Rückseiten von Bronzespieaein zu verschönern. Doch finden sich gucb Vronxeipiegel, deren Rückseite ein gegoffenes Relief trägt. Dieses Relief erscheint ganz so, wie auf Spiegeln der gleichzeitigen chinefiscben Tangdynastie. Schwerter mit gelackien Scheiden und gravierten Stichbläitern weisen ebenfalls auf chinesische Kunst und Technik bin und ein Spiegel, aus Silber und Gold ge- fertigt und in Zellenschmelx farbig dekoriert, bekundet" eine Vollendung in der Technik, die im 8. Jabtbundert äußerst ubertascben muß. AÜcm Ansckpeine nach sind die Slbäve des Shöxäin zum Teil Import, zum Teil von Chinesen bergesteüt worden. die in den Kunsthand- werkstätten des Kaiserlichen Hofes zu Nara täii waren Solche Kunstverkstätten für Metallarbeiten, Webexei, La kxmst, Emailkunst haben bestanden, das ist Tatsache. Aber die dort tatigen chinesischen Meister haben anscheinend die Gcbcimniffe ibrer Techniken nicbt vreißgegeben, denn sie gingen den Japanern nach kurzer Zeit wieder verloren. Daß dagegen im achten Jahrhundert leb- hafte Beziehungen zwischen Japan und China bestanden haben, steht fest. China aber unterhielt wieder rege Verbindungen zu Westasien. So kam es, daß es in (eine Kunst und sein Kunst- gewerbe zahlreiche westländifcbe Motiv:: aufnahm. So zeugen aucb
) (Gläser westlichen, sogar christlichen Charakters und Stoffe mit versi-
schen Webcmusiern und dergikichen im Sbösöin von dem Einfluß des
Wxsiens. + Der Vortrag wurde durch Lichtbilder und eine große Zahl von fzrbigen Abbilxmngen erläutert, die japanische Zeichner nach den Originalen des Si;0„zins in natürliäyer Größe farbig gxfertkgt hatten. Außerdem bgiten die Bibliothek des Kunstgewerbemuseums neu erivorbene Japanische Holzschnitte und die Firmen 3- Salomonfen, R. Wagner un Albert WMA!) in Berlin neuere japanische Erzeug- . nisse aus-ibrkn Beständen in großer Zahl ausgestellt.
Veränderungen bayerische] Seen in historischer Zeit. Daß das Aussehen unserer Erdobeiiläcbe sich stetig verändert, ist zwar seit Lyells Tagen- jedem Naturkundigen geläufig geworden, aber in welchem Maße Veränderungen auch in unserer Zeit Vorgehen, darüber“ fehlen meistens konkrete Vorstellungen. Einen iebr empfindlichen An- zeiger geologischer Umgestaltungen bilden die Seen. Genaue Beob- achtungen an diesen [affen erkennen, in wie kurzer Zeit Wandlungen dcs Landschaftsbildes bor sich geben können. So konnte H. Walser aus einer sebr genauen Karte Vom Jahre 1660 nachweisen, daß Von den damals im Kanton Zürich Vorhandenen 149 Seen sich nur 40 bisher unVeränkert erhalten haben, 16 haben sich stark und 20 etwas weniger verkleinert; 73 kleinere Seen ind ganz ver- schxvunden und an ihrer Stelle finden sich --nur no Spuren von Sumpfen. Bei einem Vergleich alter Karten, namentlich der Apianischen Karten Vom Jahre 1568 und der Riedelschen hydro- grapbischen, Karten vom Jahre 1807 hat nun Georg Brew gefunden, daß ähnliche Verhältnisse auch für die Seen der bayeriicben Alpen und des Böhmerwaldes und Fi'ehtelgcbirges Vorliegen. Die Zahl der in, den leßten Jahrhunderten ganz verschwundenen Seen tit, wie die .Umfchau' (berauSzegeben von Dr. Bech- bold. Frankfurt a. M) mitteilt». sehr groß. Es sind er- loschen 43 Seen und Weiber in Südbayern, 34 Seen und Weiber im Fichtelgebirge und Böhmerwald, 19 Teiche in der Umgebung von Bamberg, die jedoch zum größten Teil in früheren Jahrhunderten kiinstlich angelegt Waren, und 4 Seen im übxigen Nordbayern, die 1834 noch yorbanden waren. Die grYn Seen im Gebirge Süd- baycrrzs, 1218 der Königssee und der alchensee, haben sich weniger verkleinert als viele Vorlandseen, wie z. B. der Chiemsee der Kochel- see, der Absiorfetsee u. a. Der Vermoorungsprozes; boäziebt sich bei den Moränenseen viel schneUer als bei den Gebirgsieen. Bei manehen der ZYoßcn Seen, z. B. dem Staffelsee und kam Kochelsee, sind bereits die ände der ehemaligen Wanne überall unter den Anichwemmungen verschwunden, und das ganze Seebecken besteht nur noch aus einer zentralen, Von den Halden des Deltas und der Uferbank eingefaßten horizontalen Ebene. Die Zahl der kleineren Seen Bayerns, die i ren Spiegel in den letzten 300 Jahren sehr bedeutend Verkleinert haben, beläuft sich auf ungefähr 25. Die zentrale Ebene ist bier durch die fortwährende Zufuhr von Schlamm boch aufgeschüttet worden und befindet fich in gleicher Höhe mit der Uferbank. Sie meffen nur noch einige Meter Tiefe.
Literatur.
Jm Verlage von OueUe und Meyer in Leipzig erscheint ein: Sammlung yon Einzeldatstellungen aus allen Gebieten des Wifsens (jeder Band 125 516) unter dem Gesamttitel „Wissenschaft und Bilduna“. In dem Vorliegenden 66. Bändchen schildert der Privat- dozent Dr. Curt Hennigs .Die Säugetiere Deutsch- lands“, ihren Bau, ihre Lebensweise und wirtschaftliche Be- deutunJ. Die Schrift ist aus Vorlesungen hervorgegangen, die der «Zerfaffer an der Techniscken Hochschule in Karlörube gehalten hat. Nachdem im aUgemeinen Vom Bau und von der Tätigkeit des Säugetierkörpers gehandelt wurde, werden die Fledermäuse, die Kerijäger, die Nagetiere, die Raubliere und die Huftierc im einzelnen behandelt. + Im 65. Band derselben Sammlung befchreibt der Oberarzt und Privatdozent in Halle Dr. A. Menzer den „menschlichen Organismus und seine Gesunderhaltung“. Auch diesem Buch liegen Vorträge des Verfassers zugrunde, die er im Halleschen Volksbildungsverein hielt. Seine Betrachtungen gründen sich auf eine Darlegung des Aufbaues und der Funktionen des menschlichen Körpers. Nach einer Schilderung der ihn bedrohenden Schädlichkeiten werden dann die Forderungen einer der Gesunderhaltung dienenden Lebensführung aufgestellt. Zahl- reiche Abbildungen sind dem Text beigegeben.
Der Deutsche Verein für Schulgesundbeitspflege hat das Verhandlungsbest seiner Darmstädter Tagung im Jabra 1908 als Ergänzung zur Vereinsseitschrift „(Gesunde Jugend“ im Verlag bon Teubner in Leipzig im Druck erscheinen [affen (5 36). Es enthält zunächst drei Referate iiber die Fra e der Hygiene der höheren Mädchenschule n von dem irektor Dr. Wehrmann, von Dr. med. Alice Profe“) und dem Sanitätßrat Profeffor Dr. Sckuxidt- Bonn. In allen Referaten wird neben der Hygienx der Gebaude auch die des Unterrichtsbetriebes, der Unterrichtsfacber und des Stundenplans beleuchtet und Mittel und Wege gezeigt, die Hygiene des Mädchenschulwesens in gesundcre Bahnen zu lenken._ Als jwetter Gegenstand stand auf dem Programm der Darmstadter Tagung das Thema: Vorzüge und Nachteile der Internate. Auch diese Frage wurde von drei Referenten, dem_ Professor Dr. Boeffer-Karlsrube, dem Seminaroberlebrer Dr. Friedruh-Scbnee- berg und dem Obermedizinalrat Dr. Erler-Meißen behandelt. Wäbxend dabei der medizinische Referent die Vorzüge der Internate gegenuber der amiliekaerxiebung betonte, stellten sich die Internate nach _den Aus übrungen der pädagogischen Redner als eig Noibebelf gegenuber der Erziehung innerhalb gesunder Familienverbaltnisie dar. + Die
. weiteren Referate behandeln die Themata: Einheitliche Gestaltu n g “des höheren Unterrichts von physioloJTifcben uud bygie-
nischen Gesichtspunkten ausbetrachtet( eferent: ProfefforDr. Griesbacb-Mülbausen i. E.), Zahnpflege in der Schule (Pro- fessor Dr. Jessen-Straßburg) uud Mundatmung der Schulkinder und deren ortbop dische Behandlung in der Schulzabn- kl in ik (Zahnarzt Schröder-Caffel). Das Heft bringt an seinem Schluffe das Ergebnis der unter dem Vorsiß des Geheimen Regie- rungs- und Medizinalrats Dr. Leubuscher in Meiningen ab ebaltenen Tagung der SchulärthVereinigung, die "sich anl leich der 9. Jahresversammlung des Deutschen Vereins fur Schulae undbeits- pfiege in Darmstadt bildete. Jedenfalls enthält die Publikatiqn manYerlki Jutereffantes und Anregendes für Pädagogen jowobl wre für erz :.
Kurze Anzeigen neu erschienener Schriften, deren Besprechung vorbehalten bleibt. Einsendungen sind nur an die Redaktion, Wilhelmstraße 32 ju richten. Rücksendung finde! in keinem Faüe statt.
Die Stadt Posen unter vreu ischer Herrschaft. Von Moritz Jafféz. Verfassung und erwaltungSorFanisation der LStädite. DZ. ckBand.H(PFlußen: (U,). Zweiter Tei. 10,20 ..“.
ei za, an er 11. um ot.
pNeuer Pharus-Verkebrs lan Groß-Bcrlin1909. _Der vielfarbige Plan bat nachstehende *" egrenzung: nördlich Tegel, östlich Köpenick, südlich Teltow, westlich Potsdam. Uebersicbtliche Angabe der Verkehrsverbindungen, Post- und Gemeindegrenzen, dE bebauten und unbebauten Geländes, fahrbarer und projektierte: Straßen “:e. Nebst Vollständiqem Straßenberzeichnis 2c. 2,5036. Berlin 8117. 68,
Lindsnstr. 3. Pharus-Verlag.
Land- und Forstwirtsihaft.
Unter Dem Titel „Mittel und Wege zur Beschleunigung der Seßbaftmachung von Landarbeitern' ist im Verla e von Paul Parey, Berlin, eine Schrift des Königlichen Bgurats ucian Pitsch in Wolmirstedt erschienen, die Anregungen fur eine Be- schleunigung der Seßbaftmachung von Landarbeitern geben will._ Der Verfaffer geht davon aus, daß als wichiigste Vorbedingung fur das Gedeihen einer Landarbeitersielle eine sorgfältige Auswahl des Ansiedlers und seiner Frau anzusehen ist. Er wii] für die Ent-