der Wahl dcs Obcrlchrcrs (111 dem Königstädiiscben Gymnasium in Berlin, Professors Dkailom zum Direktor des Köllnischen(Hymnasinms daselbst die' Allerhöchsik Bestätigung zu crtciler: und
infolgc dcr 11011 der Stadwcrordnetcnoersamm1ung zu Crefcld gctrof-fenen Wahl dcn bisherigcn Stadtsyndikus Dr. Freihemx Ferdinand von Hausen in Altonq ais besoldcten Beigeordneten dsr Stadt Crefeld fi1r dic 1“1esc'ßllck)e Amtsdauer von zwölf Jahrc'n zu bcsiätigen.
Ministerium der gcistl1chen, Unterrichts: und Mcdizinalangclegenheiten.
In der Königlichen Landcsturnansiqit biersclbst wird zu Anfang Januar 1010 wiederum cm sechsmonatiger Kursus zur Ansbildung von Tuxnlehrern eröffnet werden. Es wird beabsichtigt, auch diesmal 202391r19rber
mehr als in den frfihe'rcn Jahren einzuberufen. DW Konig-
Das König: liche Regierung . _ licheProvinzialschulkollcgiu "wolle daher die Meldungen ge- eigneter Bewerber 1un11chs1 fordern.
Für den Eintritt in die Anstalt sind die Bcstimmungcn vom 15. Mai 1894 maßgebend. Bei der nach § 4 dieser Bestimmungen abzulegenben Aufnahmeprüfung werden auch folgende Uebungen verlangt: ,
am Reck: Schtvungkippe, auch 111 Verbindungen, Felg- aufzug; am Barren: Schwungstemmen am Ende des Rück- schwunqs, auch in Vsrbindungen, Schulterstand aus Grätschfiß hinter den Händen; am Pferd: die einfachen Siüxzsprüngc aus Seitstand wie Flanke, Kehre, Wende, „Hocke; im Springen: Hochsprung mit 21111an 1,20 111, Wcitsprung 4111; Dauerlauf: 10 Minuten; Stabsprnng: 1,50 111 hock); Kugelstoßen (Steinstoßen): 10 ](J 4 111.
Die Königliche Rrgierung _ 11 se
Das Königliche ProvinzialsckznlkollrgiUm VLM] (11 diesc Anordnnng in ck11er Vcrwaliungsbczirkc 111 geeigneter
Scinem Weise bekannt 11 machen, besonders auch auf die' Ver: mehrung der ZaJ Ueber
ich,
1 der Kursxistcilnchmcr hinzuwciscn. die dort eingehenden Meldungen ist vor Ablauf 1305 Sep- tember d. I. unter kurzer, möglichst bestimmter gutachtlichc-r Aeußerung zu den cinzc'lncn Bemcrbrtngrn zu berichten.
Auä) wcnn Aufnahmegrsnchc dort nicht eingebcn foÜten, erwarte ick) Bericht.
Jedem Bewerber ist ein Excmplar der Bestimmungen vom 15. Mai 1804 unter Hinweis auf die nach Vorstehendcm bei der Aufnahmrprüfung verlangten Uebungen mitzutkilen; die anmeldende Behörde hat sich von der genügsndcn Turnfertigkeit des Anzumeldenden Ueberzeugung zu verschaffen, damit nicht etwa aufgenommene Bewerber wogen nicht genügender Turnfcrtigkrit Wikdkk entlassen wcrden müsssn.
Indem ich noch bc'sondcrs auf den §6 der Bestimmungen
vom 15. Mai 1894 verwcise, veranlasst“ ick) ZFSYZLTWYT Regierung . .. , ,. . _ Prooinzialschu1k0Uegium dic Unterstußungsbcdurftrg- keit der Bewerber auf Grund amtlicher Unterlagen sorg'fältigst zu prüfen, sodaß die bezüglichen Angaben ,in der durch meincn Erlaß vom 20. März 1877- [11117840 »- vorgeschriebenen Nachweisung als unbedingt zuverlässig bei Bewillung und chessung dcr Unterstüßungcn zu Grunde gelegt werden können. _
Die betreffendrn Lehrer smd ausdrücklich auf die mißlichen Folgen ungenauer Angaben hinzn: weisen. Auf der Nachwe1s1mg ist_ auch anzugeben, ob der Angemeldete ledig odcr verheiratet ist.
(»Zugleick) sind dic Bewcrber darauf aufmerksam zu machen, daß 19 persönlicheu Reisekosten nach und von Berlin von ihnen mit in Rechnung gkzogen wcrdcn müssen, und das; 120 «1/1 bei 13811 gesteigertcn Wohnungs: und Nahrungsmittel- preifen auch 591 groszkr Sparsamkeit kaum mehr für einc'n Monat ausreichen. Bcfonbcrs ist darauf zu achten, daß bc: üglick) der Beurlaubnngs; und Stellvcrtrctungsverbälinissc ?owie darüber, wsr die Kosten für die Stellvertretung trägt, keinerlki Zweifcl bssichen bleiben. .
Die Lrbcnsläufe, Zcugnissc :c. sind von ]cdcm Bewerber zn eincm bcsondcrcn Hefte vereinigt vorzulcgcn.
Zn Spalt? „Bemcrknngkn“ auf frübcrc Nachwcisungcm Berichts, dcn Bcgioitbericbt 11111) dor Meldung beiliegende “Zeugnisse 21". zu vcrwsisen, ist unzuläfyig. Dis genannte cMalts ist dcr Ucbcrsirht Entsprechend kurz und bkstimmt cms: zufüllen.
(11111crsci1rift.1
An die' Königlichen ngicrungcn und das Königliche Provinzialschulkollkgmm bier.
Abschrift vrhält das Kbnigliche ProvinÉialschulkbllegium zur Nachricht und glsichmäsziqen weitcrcn cranlassunq be: 31": lick) der „111 Seinem Geschäftskrcisr gehörigen Unterrichts: anßialten.
Wicbcrboit bctmrke ich, ders; es in hohem Maß? crwünschi ist, eine größere Kahl missenschnftliche'r Lehrer, WLlÖL für die Erteilung dcs annu1116rrichts geeignet sind, durch Teilnabnu' an dem Kursus dafür ordnunqsmäßig zu bcfäl11gc'n. Von neuem Misc ick) anch (mf die Notwendigkeit bin, den Turn- untrrricht in den L€1)rcrscm1:1arcn Überall bon Bolstern erteilen zu lassen, mc1chcdaz1tbcs0ndcrs vorlrbilbct unb bcfäbigtsind. Wo die Entsendung von Seminar rl1rcrn za dcm KUrsus auf Schwierigkcitcn stößt, mnpfrcbit es sich, 111 der Wkisc für die Zukunft vorznsorgcn, das; Präparandenlehrcr zur Ausbildung hierher gesch1ckt wrrdcn. Im Hinblick auf bis nicht gcringsn Anforderungen an die körperlich? Leistungsfähigkcit, wslckw in dem Kursus gcstcllt wrrdrn müssen, ist es auch im Interesse der Tcilnebmcr erwünscht, wenn diese möglichst jung rtntrctcn. Ich mache darauf aufmcrksam, daf; dcr Aufcntbalt an der hiesigen Lanbrsttrrmanstalt strc'bsamen LChkkkn 111annigfache Gclsgenbcit zur Fortbildung 1:1uci) cms andc'rcn Gebictcn gibt und dab-cr nicht bloß ihrem späteren T1rr11untcrrichte zugnte kommt.
Berlin, den 22. April 1000.
Dsr Minister drr 1191111101911, 0111911111516; und Medizinalangslcgcnlxitcn. Jm Ylnfiragc: “ch'iscbc',
An die 115:11§"111c1)711 Wr0bixiziaischitikwiirgi111 01111) 211311111).
Evangelischer Oberkirchenrat. Zum Pfarrer der deutschen evangélischcn Gemeindq zu Braila in Rumänien ist der Pfarrer Hartung rn Friedrrchs; brunn (Oslharz) berufen worden.
n der Dritten Beilage zur heuti cn Ausogabc des „Nei s: und StaatSanzeiger“ 1si_ eiue ,cnehrni ungs: Mkunde, betre fend eine Anleihe der Stadt rom: berg, veröffentli t.
Yichlamtliche5.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 27. April.
Der Kammergerichthräsident Dr. Lisco ist von scincr UrlaubSreise nach Berlin zurückgekehrt.
Laut Meldung des ,W. T. B.“ isi S.M.S. „Lorcler)“ am 24. April von Merfina nach Konstantinopel in See gc- gangen.
S. M. S. ,Seeadler“ ist am 24. April in Lindi cin- getroffc-n und gebt heute von dort nach Zanzibar in See.
S. M. S. Flußkbt. „Vorwärts“ ist 1111124. April von Hankau abgegangen, an demselben Tage in Kiukiang einge: troffen und geht heute von da nach Wuhu ab.
S. M. SS. „Stettin“ und „Lübeck“ sind vorgestern in Malaga ein ctroffen und seßcn nach Koblcnübernabme die Reise! nach Ma ta fort.
Potsdam, 27. April. Seine „Kaiserliche und 516111 liche Hoheit der Kronpr1nz isi, „W. T. B.“ zu: folge, kbeute mntag aus Wien bier eingetroffen.
Qefterreich-Ungaru.
Der Deutsche Kronprinz Wilhelm ist, „W. T. B.“ zufolge, nach heZlkickM Verabscbicbung vom Kaiscr Franz Joseph und den itgliedern des Kaiserlichen Hauses gestern 11112111) von Wien abgereist.
---- An den Vertreter OcsterrsickxUngarns in Sofia sind, nach einer Meldung des K. „11. Telcgraphcn-Korrcipondcnz: bureaus, gestern Weisungen Über die Anerkennung dcrUn: abbängigkcit Bulgariens ergangen, da durch das türisch:bulgarisck)e Uebereinkommen, in dem die Türkei die neugcschaffene Lage anerkennt, und das offiziell zur Kenntnis der österreichisch-ungarischen Regierung gebracht worden ist, die Interessen der Orientbahnen vollkommen gewahr! erscheinen.
- In der gestrigen Sißun des ungaris en Abge: ordnetenhauses teilte der,- VYnisterpräsrdent r. cherls dcn nahezu voUzä lig ve'rsammelten Abgeordneten die Demission des Ka inetts mit. Ueber den Verlauf der Sißung berichtet das „W. T. B.“, wie folgt:
Un?“ großer Spannung teilte der MinisterpräfibcntDr. Wekerlc mij, daß die Demission des Kabinetts erfolgt sei, weil die Verband- lungsn mit der ösierkeichifchen Regieruna ergebnislos gewesen seien und die Mitglieder des Kabinetts bezüglich der weiterem Schritte in Nr Bankfrage zu keinem (Findeiständnis hätten gelangen können. Der Ministerpräfidxnt ersuchte das Abgeordnetenhaus, fich bis zur Klärurg der Lage zu Vertagen. - Der Abg. Hoitsy Von der Kossutbpartei erklärte hierauf, daf; dis Kossutbpariei nicbtdurch Starr- finn die Lösun der Krise Verbindern wolik, aber ihre Nachgiebigkeit babe gewiffe renzen, über die hinaus stk nicbt acben werde. _ Der Handelsminister Koisuti) erklärte sodann, das: der Rücktritt des Kabinetts bkrbeigefübrt WVTÖCU sci, weil die Solidarität der Mit- glieder in der Banksrage aufgehört babe. sZkVisÖMkuf: Die Koalition bat aufgcböri!) Der Redner Verwabrte sicb daqeqc'n, daß die Krismb- partei mürbe werde. Die Partei imd ibre Führer 1eien wr dem Lande und Vor drr Krone 1111 ihre Uebrrzcuguna mannbaft eingrtreten.
Dic U nablzängiqkeitsWrtc'i drückte in ihrer“ gcstrigcn Partcikonfc'rc'nz 11;an Fiihrrrn Fran?) „1101111111 und dcm Grafen Apponyi 111 einer fcicrlichcn Knndgo 11119 1111“ nncrschüttcrlichcs Vertraukn aus. (chichzcitig wnrden dicFsihrcr damit betraut, einen Vorschlag zur Lösung dcr Krise ?11 machen, dcr den JntLreffcn des Landes und drn Prinzipirn 1er Partei entspricht.
Großbritannien mod Irland.
Jm Unterhaus? wurden _gci1crt1 Yimfrcrgrn iibcr den Einspruch Englands bei der ck111Lsschk11 chicrung mr_qcn dcr Canton----Ha11kau:Bal)na11leil)1' an ch Staats: sekretär dcs Auskuärtigcn Amts gcricbtrt.
Nach dem Bericbi des „W. T. B.“ rrklärte der Parlomenis- untersekreiär des Auswärtißen Amts Mc Kinnon Wood in Er- widerung auf die Anf.agen, die Antwort der ch1rcsischen Regierung sei am 14. d. M. eingegangen. In dieser berteidiße die Regierung im allg-meinen ibre Hxltung, berühre aber garn1ch1 die Behauptung der englischen Regierung, das; der Ab1chlusz der Anleihe unter Be- dingungen, die keine (Garantien für die angemessene Verwwdung der Gelder gäben, dem Sinne nach einen Bruch des Abkommens von 1905 bedeute. Die chinesische Regierung sci bieraui hingewiesen troxden.
'Im weiteren Verlauf der Sißung slclltc dcr Abg. Ress an den ersten 33011) der Admirslität die' Anfragc, bb irgcnd eine Mitteilung zu erwarten scx iibcr die Absicht Ocstor- rcich-Ungarns, scine Flotte nm vier odkr mehr Dreadnongkzis zu vcrmcbxen Mc „Kenna antwmictc bcjahend. S0 (11111 wurde in dritter Losung di(*(-§1cscßesv0rlage zur Einführung von Reformen 111 Indicn angenommen. Bezüglich des 1111 Obkrhause gcgen ch Willcn der Regierung angenommenkn Antrags auf Strqlcbmlg (“MLS Znsaßrs wird mit dem Oberbausc cin Kompkonnß [10ki'kig1'11111r1 werdcn.
Frankreickx. Dcr Präsident Falliirrss nahm, „W. „T,. B.“ zufolgr, 111 Bcgleiinng ch „Herzogs “11011 1511211111] 11111) dcs Prinze" Nasbimoto grsicrn vormittagdic“41.010110 iiber das 111 Villa- franca vor Anker gcgangc'ne 110110ij(&;«Wdzx 01, 11111) pmpfinq, 1111109113511 zrtrück9,kkkl)kk- ÖM NOWY) ÖW K'ÜUÜKS
“' dcr Belgier, 5111 er bald daranf 611111111'111'. 2111121118115 fimd
0111 Frsinmbl stalt, 1161 drm zwistbcn drm! 5101111130110?" 11111) drm 311111111 dsr Vrlgicr Trxnfsprfxche 1121119111111! wurdcn.
Türkei. Die Lage ist gegenwärtig gckcnnzcichnct durch die Wc, sirafung der an dsm Militäraufstand Schuldige» Unter den bisher Vsrhaftctkn befindet sich, nach Meldungen
des „W. T. B.“, eine große Zahl hoher Hofwürdenträgexx ;
darunter der Staatssckretär der Finanzkn, der erste Sekrriäx desSultans Ali DschewadBey, der Kommandant von 11011.- stantinopel Tahir Pascha und Nadir Aga, der ein persönlichcx Freund des Sultcms ewese'n ist. - *crnerwurdcn der reaktionäre Führer, der Kurdc Aichd Tschank ck), der während des Aufstandes die Truppen auf dem Platze Sultan Achmed befehligt hatte,
achthundcrt Polizistrn, die unter dem alten Regime als Spions ,
gedient hatten und zum Teil große Geldmittel bei 11 führten, und sndlick) zahlreiche aus dem Mannschaftsstande bsrbor, changcnc Ofßziere verhaftet. Mehrere KrisgSgerichtc sind 1111: _er Untersuchung befaßt. Dic Füsilierungen foUen zahlryjcé) sein, doch ist die Zahl _von mehreren undcrt, übertrirbcn. Unter den ?üfilierten bcfrnden fick) auck) mechodschas. Einer strengen Betrafung geht insbesondere das vierie Bataillon ber Salonikier Jägkr entgegen, dessen Mannschaften truppweist gebunden unter sci arfer Bewachung abgeführt werden.
Nach Anga c des Minister?- des Aeußern hat 0111- Wunsch des Sultans vorgestern abend ein mazedonischcs Bataillon den Yildiz beseßt. Der Oberstkommandicrcndg Schcwket Pascha erklärte auf (1118 Fragen bezüglich d(s Sultans, die Auxgabe der Armee sei er ül1t, wc'nn dir Ordnung und Ru € wiederbergesicllt und dre Schuldigen bc: straft sein wcrden. Sache des Parlaments werde es sem, zu beurteilen, ob auch den Sultan an den [8:3th Vorgängen Schuld tres 2. Solange dies nicht erwiesen, seien alle hikWUi bezüglichcn Gcrüchte haltlos.
Das Kabinett bat, „W. T. B.“ zufolge, vor ('sik'l']: sowohl dem Sultan wic anch dcm Parlamrnt seine (Hcßami; de 111 iss 1 0 n Überreicht.
Die Nationalversammlung ist gestern früh 1111111" militärischer Bebrck'ung aus San Stefano nack) Konstantinoprl ur1'1ckgckehrt und hat einc aebcime Sißung abgehalten, in dcr Hic", dis Mitteilung des (Hroxtvcsirs von der Demission drs Kabinetts erörterte und ich mit drr Fra_ e cines evcntucllcn Tbronwechseis beschäftigte. Da Mahmu Schewket Pa1cha der Versammlung mitteiltc, daß er für sein: militärischrn Operationen noch 2-1 Stunden benötix, wurde die Vescblnfz Fassung bis chte aufgeschobcn, Aus cmselben Grunde wurdc as Kabinett ersucht, noch bis heute im Amte zu bleiben.
Bei der Pforte smd Meldungen eingelaufen, 13111111 zufolgk in Erzerum eine rkaktionäre Militärerbc'bang unter ganz analogen Verbäitnisscn, wic in Konstantinopel, aus: gebrochen ist. Dis Mannschaften kncbeltcn die Offiziere 111111 bc'rlangtcn die' Wiederbrrstcüung des Scheriatrechts. T'li“ chierunq wendet alle Mühe an, den Ausbruch von Wirrrn zn Ukrhinbern.
- Der Austausch der Ratifikationen des 11:10 wick)isch-ungarischÉürkischen Entcnieproiokolls bat, „W. T. “i“.“ zufolge, gestsrn vormittag stattgrfundcn.
Amerika.
Wie die „Associated Prcfz“ aus Port of Spain 1111-1111, hat der Präsident bon Vcnczucla dic Prä1idcn1sc11a11 zeitweilig dcm Vichräsibcntcn Vclutini Übkrll“00„“3!1 und cine Erholungkzrcisc angetrctcn.
Asien.
Nack) cincr Meldung der „S1. Vctchburger Tclcgrapdcn: L
agentur“ finden in Bagcschab taglich Ministerbxratungcn statt, in wrlcben dic Einzrlbcitcn der Konstitution erörtert wcrden.
Afrika. Nack) cincr Me1d1m_ des „W. T. V.“ lagerte 1.111: 22. b. M. eine starke MaJalla der Beni Micr drci “11110.- stundcn von Fes entfernt. DLT“ sick) allgemeim'r Belicbtbitt crfrcucndc Sche'rif Mular) abb Eslam cl Omrani [)(11 71.11), zn der Mahalia bcgebcn, um bis 210111 Micr mit dem “1121111103 auszuibbncn.
Parlamentarische Nachrichten.
T-t'r Sci)luf;bericht Übcr dic- gvstrigc Sißung dcs Rricbs- tags nnd der Vcricht Über die geistige Sißung dcs 111111115 dcr Vlbgcordnvtcn bkfindcn sich in der Ersten und 311111071 Beilage.
Das Hcrrcnbans 11111 [)mitc um 21/2 Uhr wird?!" 121 011181" Sißnng zusammc'n, um die Bcsoldungßvoria 11971 Ür dic Staatsbcamten, dic Gcistlickwn und die Volkssci)ni11'i1rck ifowic dic Deckungsvorlagen auf (Hrnnd dcr Kommissions- 11crichte zu beraten.
In der lwniigcn (72) Sißung des Hauses 1"?! Abgeordneten gelangte zunächst dc'r (Jescßcntwurß bk treffend die Erweiterung des Stadtkreises DussW dorf und die Organisation der Amtsgerichte “.'-*** Düsseldorf, (Gerresheim, Nous; und ?)kati11gc-n„_,1L1-T zweiten Beratung auf (Grund des Berichts dcr vcritaritc's (chcindckommission.
Nach „Ö; 1 sollen mit Wirkung vom 1. April 1111001117 mit Düsseldorf vcrcinigt wordcn [. vom Landkreise Dasselboz'i dic Landgcmcinbc- Himmslgcist, Teile der Stadlgi'MikMNl' (Herrcshsim, dcr Landgrmc'indc Eller, Ludcnbera, 5111111), Lobanscn sowie die Ortschaft «tockum, 11. vom 911111111111? Nkllß Teile der Landgcmeinde Hccrdt. 21111161911le werdcn 111111) J; 2 Teil? der früheren ()leij
Wkrstcn von der“ Stadt Düsseldorf abgczwcigt l_md 111"
dcm Landkreise Düsseldorf vereinigt. _- Nack) § Ii b“
halten die Amtsgerichte (Hrrrcsbeim, Neuß und 211111111101 ihk" Durck) Königliche Vcrordnuxls -
bisherigen Bczirke bci. * 1 können die mit Düsscldorf vcrcinigicn (Gebietsteilc dem ck ",
dcs AmterriMs in Düsseldorf zugelegt und Grenzch )": ] .'.
gungen 7,11 schon den Brzirkcn der Amtsgerichte Düsskldokf UW D11sselb0rf;(510rresl)cixn vorgcnmmncn werden.
Die Kommission, die im iibrigkn dir, Voriagc nthk-
Dic Progressistcnpartci gewinnt sichtlich an Erfolg. '
ändert angknontmcn, hat Hierzu bk11Zus11ß gemacht, dsf; ""
FaUc dcr Vcrcinignng drr mcbt cmzrrgcmcinbcndrn (519111919 J
Wii? mit cincr zn eincm imdcrkn Amtsgorirbtsbczirke gchZT'Ö-Fxé
acricblsgrcnzc dnrch Königliche 511crr1rbnnng auf eincn sPälcrrn *
(511'mc111dc das Z'nkertirctcn dicser Aenderung der
Tag als den dcr Eikigcmcindnng [)(“sLiMMs wcrdcn kann-
Nachdr111 Aby. Ecker-Winsen (nl,) über die Kornxnxlzszßtéxljgcxxk; ,
bandlnmnn nnd -befch1üffe und über die cinxxrgangenen
;;
referiert, dic Ueberweisung der Pctition drr Stadt Hilden Um Er-
* richtung eines eigenen Amtsgewcbts in Hilden an die: RegierUng zur
Erwägung empfohlen bat, bLMlet __
Abg. von Brandenstein (kons.): Wir werden den Kom- misfibnsbeschlüsscn mit der einzigen Außnabme beitreten, daß wir der Eingemeindung der durchaus ländl1chsn, Acker“ und (Gemüsebau treibenden Gemeinde Himmelgeist unsere Zustimmung versagen. Wir find nicbt der Meinung, daß die Ausdehnung der Großstädte don der Regierung und drm Landtaße noch besonders begünstigt wcrden sol].
Abg. Linz (Zentr): Wir erklären uns mit den Kommissions-
besckxlüffen, die Von 6111er sebr großem Mehrheit gefaßt find, einbcr- tar. en. s Abg. Dr. Beumer (111) erwähnt eine Schmäbschrift, die an das Haus gelangt fei und in der der Vlbg HauSmann, der Vorsixzende der Gemeindekommisfion. beschuldigt werde, er habe am Telephon auf die Frage, ob er der Graf Spee sci, geantwortet: .ch, der bin ich“. Der Abg. Hausmann telegrabbiere beute, es sei eine Lnge, daß er: fich eine Verwechslung mit dem Grafen Spee babe gefaüen lassen. Der Eingemeinduna bon Himmelgeist sokle das Haus, abgesehen dabon, daß die Bewohner selbst und ebenso die Verwaltung des darin ge- legenen Arenbergscbcn Grundbcsißes sie wünschten, schon um des schönen Namens w111en zustimmen.
Abg. Marx (Zenn) meint, das Dementi des Abg. Hauömann werde bei dem freundlichen und liebenswürdigen Charakter dieses KoUegen wohl nicht so schroff aufzufassen sein, wie es klinge. - Der Redner befürworjet die Einberleibuna einiger gn die Stadt Neuß an- grenzenden (Gemeinden, die mit Neuf; schon ganzlich bkrwacbsen seien, in diese Stadt. *
Unterstaatssekreiär Holy: Sollte sich die Notwendigkeit dieser Eingemeindung nachweisen luffen, so würden seitens der Regierung Bedenken nicht erhoben “werden. Für die Eingemeindung von Himmel- geist nach Düsseldorf sprechen ja überwiegend kommunale Nücksichten.
Mit cincr kurzen Bemerkung des Abg. Marx schlteßt die Diskussion. ' _ _ ,
Dic Eingemeindung von .Hrmmclgmft rmrd gegen dre Stimmen der Konscrvativen und_ cines Teiles des Zentrums brfchlosscn, die übrigen Kommissronsvorschläge gelangen fast cinstimxm zur Annahme.
Die IYetition von Hilden beantragt Abg. Gottschalk- Solingen (nl,) der Regierung nicht zur Erwägnng, sondern zur Bcrücksichti ung zu Überweisen.
Geheimer O erjustizrat Geißler spricht sich gegen die Annahme dieses Antraas aus. . ' ' _ ,
Mit schwacher Mehrheit rmkd dic Petition drr Regierung znr Berücksichtigung ubcrimescn.. -
Darauf 19131 das Hcms dic Vsratung des _Etats des Ministeriums der geistlxchcn, Unterrichts: und Mcdizinalangelcgcnheitcn und zwar die am Montag begonnene allgcmcrne Besprechung “1191 dem Titel der dauernden Ausgaben „(chalt des Ministers“ fort.
Statistik und Volkswirtschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
In Bonn brscblofx, der ,Rb.-Westf. Ztg.“ zufolge, der Zentralverband christlicher Baubandwerker und Bau- biifsarbeiter, der dort bei Verschiedenen Vauunternebmern starken Widerstand bei der Durchführung der tariflichen Lobnbereinbarung 1111111, in einer großen Arbeiterversammlung, den Kampf gegen dirfe Arbeitaeber mit all-r Schärfe aufzunehmen. Aus der Erörterung ergab sich, daß der Verband sib in dieser Bewegung der Sympathie derjenigen Arbeitgeber erfreut, welche die Tariitreue Wahren.
In Maxamet sind die Wollkrempler scit Wochen aus- ständig (Vgl. Nr. 93 d. Bl.). Im usammenbang mit dem Ausstand dürfte ein Brand sieben, der, wie . . T. B. meldet, in der Nacht zum Montag eine Wollspinnerei einäscherte; zu gleicher Zeit explodiceten zwei Dvnamijpatronen an den Toren Meier Woll- kkcmpeleien. ,
Aus Freiburg (Schweiz) wird der ,Frkf. Ztg.“ gemeldet: Trr Schweizer Eisenbabnarbeiterberbanb faßte eine Re- solution gegen den unbefriediqenden Entwurf für ein neues Be- ioldungsxxsseß. Er verlangt für die Streckenarbeiter ken Zebn- siunden1az und für die Werkstätten die Abschaffung der Akkord- arbeit.
TVohlfahrtspfiege.
Pensionsanstait Deutscher Journalisten und Schrift- steller (VersicherungWerein auf Gegenseitigkeit) in München. Ueber 111 erfreuliche Enlwkcklanq des Unternehmens Verbreitet sich der ?ssben erschienene Geschäftsbericht für das Jahr 1000. Wir entne'bmen ihm, das; die Anstalt im berfloffenen Jahre eine (Gesamt- 81:1nabme Von 205 0.30 „46 zu verzeichnen hatte, daß sie an Pensionen 1111d Zusckvüssen 211100 „js aukzablte und nach Deckung 1111er kasan,;smäßigen Verpflichtungi'n und Ueberwcisungen an die dcrschtedenen 1101112; mit einem Ueberscbui; von 22400 „16 abschloß. Das e- jomte Vkrmögen der Anstalt beträgt zurjeit 1700 000 1/16. GünsJig 111 das Verhältnis * 470/11 - der RlsLrVLU zu den rechnerischen Vcrpricbtungen. Der Bcricht, der aus;:r den Re nungsabschlüffen eingehende Ausführungen des Vorstands und Aufsi WWW und ein (baiacbten des Vcrsicheruncxstechnikcrs Professor Dr. Wolf 111 Leipzig enthält, kann, wie die übrigen Druck|achen der Anstalt, jederzeit kostenlos Vom Bureau der Anstalt, München, Max Iostpbstraße 1/0, bezogen werdkn.
Kunst und Wiffenschaft.
Dic diesjähric Große Berliner Kunstausstellung wird am 1. Mai, Na mittags 2 Uhr, Vor gkladcnen Gästen eröffnet Werden; Von 4 Uhr ab ist die Ausstellung dem Publiknm zugänglich. Am Eröffnungstage beträgt der Eintrittspreis 1 W.
, /i. 11'. Dic Deutsche Gesellschaft für Vorgeschich1e erfreute sich in ihrer drittem Sißung nacb Erledigung der gescha11- lichen Eingänge zweier Vorträge, die recht augenfällig bewiesen, wie die Vertiefung in SpeziaYitäten, so anscheinend intereffelos fie bei oberflächlicher Betraihtung dem Laien au zuweilen dünkcx), die Wichtigsten Er ebnisse liefert, sodaß die Wffcnschaft dsn Mannern gar nicht dan hat genug sein kann, die in mühsamsten Detailunter- iukbungen die sicheren Grundlagen schaffen für künftiÖe zusammen- fassende Betrachtung der Menschengsschicbte. Professor oeve, einer der besten Kenner jener dunklen Jahrhunderte des, Mittelaltets, die man „Merowinger Zeit" nennt und die sixh cr- sireckt von der Vöikerwanderung bis ins achte Jahrhundert, itand seit lange vor dem Problem, welche Kulturreste aus dem 6- Jahrhundert in Italien den Langobarden, welch: dcn (Goten zu- zuweisen seien)“ Beide aus sehr Verschiedknrn Teilen Nordeuropas stammendm germanischen Völker waren in diesem Jahrhundert in Italien erobernd und hxrrscbend aufgetreten, unbekannt aber war ge- blieben, was bon dc'n (Erinnerungen aus dieser Zeit als gotiséb, was als langobardisch anzusprechen war“.“ Dxa batte Prof. Goetze den k1chiigen deanken, an den S1811e11Nach10rschungen 311 baltcn, wo _Vor ihrer Wanderung nach Westen die GOM wahrscheinlich Ubkbnndertekang gesessen haben, nämlich in Sudrnßiand, und 11111 Erfolg war, das; er 111 Katakombkn _bon Kertscb Rciicfbildrr und 9" anderen Stellen Schmuck und Waffen, u. a. eigenarUge Helme, fand oder als dort gsfunden 111 Maseckn und Priwaljmnnilunqen sal) ""dpboto,1rapbiertr, deren Vrmieicb mit auf dem Vbdcn Jtalicrs Mmach1rn Fundrn ihm nun mit ailkr C??chkrbei1_ 1esizus1eUe11 erlanbt, MS von leßteren gotisch 111. Damit Übkk bangt 1111111] zusammen
die Wüxdigung dcr Lcistungen und der Kulturstufe beider deutschen Stämmr. " In 1105) böberem Grade hat ein ähnliches Vcr- fabren, das 111 vieljäbrigen Untersuchungen der Gcneraloberarzt Dr. Georg Wilkc-Cbemniß einschlug, z'r Feststellungen der über- rasckyendsten Art geführt, die in weit entlegens Zeitpn zurück- gehen. Jabrelanae fortgesrßie AuSgrabungen von Urnenstldern in Siebenbürgen, Ungarn und BoSnien haben dem Vortragenden die Urberzeugung creaebrn, daß hier zu einer gewissen Zeit zwei be- sonders charakteristisch: Schmuckformxn, das Mäander- und das Spiral- Ornament der Tongefäße, nicht nur allgemein angewandt, sondern zu hoher künßleriscber Vollendung entwickelt worden find. Nun finden fick) entfernte Anklänge an diese Verzierungen aUerdings auch in Scherben einer Keramik, die nicht der neolithischen, sondern einer weit älteren Periode der Steinzeitangebört; aber fie gestatten di? An- nahme keineswegs, das; diese Ornamente etwa fich allmählich aus jenen Anfängen entwickelt haben können, dcnn es fehlen alle Zwischen- stufen. Man wird deshalb annehmen müssen, daß an einem Zeitpunkt der neolitbistben Periode di: Ornamente frei erfunden und alsbald wegen ihres gefälligen Aussehens AÜaemeingut der steinzeitlichen Künstler sworden sind. Das seyt nun zwar voraus, daß sie 1echnis herzustellen, n1cht aÜzu schwierig sein durfte. Daß dicse Vorausseßung gegeben war, legte der Vor- tragende dar, indkm er an einer gro en Anzahl im Lichtbilde bor- geführter, mit scheinbar komplizierten ' käander- und Spiralmustern versehener Scherben und Tongefäße zeigte und für die aufmerksamen Zabörer überraschend bewies, auf wie unsäglich einfa-be Wrise al]: diefe Muster herstellbar fin), wenn man für Hersteüung des Mäandqr- masters die beiden Hälften von Quadraten oder Rbomben, die in einer Diagonale oder einer Mittellinie geschnitten sind, gegeneinander vérschiebt, für das Spiralmuster aber dasselbe mit einander berührenden Kreisen tut, die in den ihre Mittelpunkte verbindenden Durchmesskrn geschnitten werden. Voraussetzung der Entstehung des Musters ist in beiden Fäüen, dF konzentrijch und in lei mäßigen Abständen voneinander andere ierecke bezw. Kreise ine ngezeicbnet sind. So entsteht z. B. ein schönes Spiralornament, wenn man 2 einander berührende Kreise von 7 bis 11 am Durch- meffer, von denen der eine 7, der andere 11 konzentrische Kreise im gegenseitigen Abstande von z 0111 zeigt, in angedeuteter Art im Durch- meffer schneidet und aneinander um 1- 0.111 oder Vielfache dcs halben Fentimeterß bxrschiebt. Es dürfte zuzugeben sein, das; diese “ iöglicbkeit, bübsche Must:r in großxr Mannigfalti - keit herzustellen, sehr einfach ist und die Nachahmung se : erleichterte. Immerhin seßt die Erfindung an 1111) eine bemerkensWCrte JnteUigenz voraus und nötigt zum Respekt vor den Erfindern und Entwicklern der Idee. Wer waren diese und zu welcher Zeit wurde die Erfindung emacbt? Der Vortragende beantwortet diefe FraHen dahin, das; die iÖdee wohl der Flechtkunst entlehnt war, die, obglech ibre Zeugni _: sich nicht erhalten haben, bei dem Völkern der Steinzeit s1cher ebeno vorhandrn war, wie wir sie heute noch bci Naturvölkern in Zum Teil kunsiVoUer Ausbildung finden. [echt. arbeit ergibt don selbst Zickzack- und gewundene, in jedem Fa dem Auge woblgefäilige Linien, die zur Nachahmung in der Keramik angeregt haben mögen. Die Erfinduna aber ist höchst wabrsche1n11chan der SteUe gemacbtworden, wo wir fie auffäüig oft und auffällig gut auSaefübrt sehen. „Daß sie sich von bier aus Verbreitet, daß sie auch in Mitteldrutschland haufig geübt wurde, wie die (Grab- funde beweisen. ist noch kein Beweis dafür, dak; dixse Kunst bon bier ausgegangen sei, um so weniger, als mit ein KLk Wabrscbeinlicbkeit Piäander- und Spiralkeramik nicht früher als im dritten Viertel des dritten Jahrtausends in Mitteideulschland geübt worden ist, während die siebenbürgisch-ungarisch-bosniscbcn Funde bis zur Mitte dieses Jahrtausends zurückgehen. Generaloberarzt Dr. Wilke entscheidkt cb deshalb dafür, daß es die indogermanijchen Bewohner der Län er rechts und links der mittleren Donau waren, wxlckxe als die (Erfinder anzusprechen sind, Und da von bier aus etwa um 2000 die indo- germanische Einwanderung in Griechenland crfolgtc, so sieht kr in der Tatsache dieser Erfindung einen Beweis mehr für die Höhe geistiger Bkgabung der ältesten Vorfahren des griechischen Volkes.
Profe or Gottfried Merzbacber hat 1881 seine Tienschan- reise abge chlossen. Ueber die räumlich sebr ausgedehnten Züge des Forschers im Sommer 1). J. macht der .Globuß“, iiiusir. Zeitschrift für Länder- und Vöchckunde (VerlO-g bon Vieweg in Braunschweig) folae'ndc Anaaben: Es galt durch mehrmaliges Ukbcrsckpreiten der den östlichen Tienschan bildenden Ketten ein Bild von dem Bau disses Gkbirgsteiles zu erlangen. Mcrzbacher wurde dieSmal yon dem Geologen Dr. P. Grocber, cinem Tiroler Bergführer, drei Russen und Linigen Kirg1sen und Sarten beglcitet. Der Aufbruch bon Kuldscha. wo überwintert worden war, konnte erst am 27. April erfolgen.
unäcbsi wurde das große Längstal Kungeß, das Haupttal dcs ““ li, bis nahe zu seinem Ursprung im H::zen des östlichen Ticnscban durchwandert, von wo Merzbacber über die Hoch- päffe Tai-affu_ und Dagüt südwärts zum Kleinen Juldustal binüberqing; Kleines [md Großes Juldustal bilden das in gewisser Beziehung 1ebr merkwürdige größte Talgebiet des östlicbxn Tienschan, das von dem bei Karascbar 111 den Bagraschsee mündenden (Cbaidük durchströmt wird. Die Expedition zo. im Kleinen Juldustal 15011111 aufwärts bis in sein Qqeilgebiet, übchcbritt den Kotüipas; und wandte sich im Tal des Kotülfluffes südwärts nach Karaschar, das am 20. Mai erreich1 wurde. Im Kotültal fand Merzbach“ 1e1nefrübereAnnabme Von einer gewaltigen Entwicklung der : emaligen Vereisung des süd- lichen Ticnschan bestätigt. Bon Karaschar begab sich Merzbachrr nach Kutscher, um bon bier nordwärts den östlichen Tienscban in seiner größten Breite quer zur Strichrichtum] der Ketten zu überschreitcn. Diese Reise führte durch noch gänzlich unerforschtes Gebiet und war mit außerordentlicbkn Schwierigkeiten und (*Icfabren Verknüpft. Der Marsch führte durch das Queriai dcs Kiukönik und dan!) ei11 morpho- logisch intereffarikes (Gebiet bereits angetrockneter oder in der Aus- trocknung begriffener Sten, ferner über die bobs Kok-tcpe-Kette zum (Großkn Juldustal. Dieses kommt dem Kokyu nabe, an dessen Oberlauf Merzbacher im Vorjahre ein großes Konglomerat- gebirge aufgefunden hatte. Er steUte nun _durch einen Ab- itecbr nach Westen den Anschlus; an seine vorjabrigen Aufnahmen im oberen Koksugebiet ber und gewann mehr Klarheit über die Art der Entstehung jenes GchirgsS. Auch für die Kenntnis der früheren Veraletscberung jener Täler war der Abstecher 115111 Bedeutung. Darauf zog die Expedition im Kleinen Juldustal aufwarts und bog hierauf nordwärts in das Quertal des Dunde-kelde ab, auf dem gleichnamigen Paß die Iran-Cbacbutfette ]um System des Manas;- fluffes überschrcitend. Diese groß?, reich ver letscberte Kette bildet das Rückgrat des östlichen Tien ckan; : zeichnct sich, wie alle Ketten des östlichen Gebirges, dur äußerst geringe Schn- tuna aus, hat also keine leich1en Uebergänge. Durch das präch1ige Cborgoßtal und dann durch das Koi-aschutal ziebend, ermichte die Expedition am 22. Juli die Stadt Manas; und bald darauf Urumtscbi. Die schwierige U:berfchreitung war also ge- lückt. Am 31. Juli brach Merzbackper von neuem auf zu einem uge in die östlichste der großen drrqletscbxrten Tienscbanketten, in die Bogdo-OLa-Kctte. Von dem OrtFnkan fubrte ihn das groß:Q.rertal Bogdo-Ola in das zentrale Bogdo-Ola-Gebiet. D,:s Tal ist in seinem Unterlauf in mächtig entwickelte, koblenfübrende sogenannte jüngere Bildungen eingeschnitten. Groeber fand aber hier Fosßlkk-„U- dk? das Alter dieser Bildunacn wobl erbsblkcb böber binaufrücken durften. „Auch in diesen, dem Rande der (Gobi so nahe gerücktrn Vorkettrn sind die Spuren diluvialer Eiszeit in sta-unenswert mächiiger Entwicklung vorhanden.“ Nach vyrsckzicdenen Zügen im Bogdo-Ola erre1chte die Expedition am 25. 211111110 wieder Urumtscbk, Der Rest des Reisejabres war westlicbercn W?Wldkn gewidmet. Em Versuch- von Sbicbo (westlich don Manaß) das Gebirge von neuem zu durcb- (1.1rr1'11 und in die QLLLUJEJMÖTU dcr “Täler bon Kascb und Kungef; zn asiangen, fchlug 11-191. Ekf011Ul1che1 war ein Versuck) bon Dschincho Zwritcr westlich) aus. Dank der Beihilfe eines Torgouten. 111111111111,» wnrde das Kaich1nl erreicht. Diessr Weg bot tekéonisch lx'brrxicbc Erschrisnxcgkm und Wunderbar deutliche
Aufschlüsse über die Phasen der cir-sli-„1en Veralstsckzerung. Es wurden vorzüglich erbaltena unterkarbonisckze Fossilien gesammelt. Die parallelen Längsiälcr Kungcß und Kosch 1'1eliten einst ein gemein- sames Becken dar, dessen thbuna mit den durchgreifenden Störunaen, denen die heutige (Hritxlt des Tienicban zu danken ist, im engster: Zusammenhang steht. Zur Erkundung diessr und andsrkr wichtiger Erscheinungen wurde das Kaschtal bis zn seinen höchsten QanM durcbwandert. Die Vergletscberung war bier geringer, als erwartet wurde. Die wenigen Talgletscber batten keine bedeutende Außdebnung, und ihre Zungen befanden sich ausnahmslos im Stadium erheblichen Ruckzuges. Das Forschungsprogramm, das M*!) einen Vorstoß zun; Quell» gebiet des Kungeß enthielt, konnte hier leider nicht Vollständig erledigt werden, weil mit dem 21. Oktober die bis dahin groß: Gunst des Wetters aufbörte und der Winter urplötzlich bereinbrach. So mußte Merzbacher 1111; zur Rückkehr nach Kuldscba entschließen, das er am 5. Nobember erreichte. Er begab sich daun nach Dxutschland, während Groeber noch im Kascbgarbcckcn arbeiten wollte. Zu den Erzgebnissen dieser Ruise Merzbachers gebbren,unter anderem mehrere na ezu voüsiändige geologische Quervrofile des Tienscban, eine Fruchk der Verschiedenen Durchquerungen des Gebirges.
Litetaéme.
Von der bei B. G.Lcubner in Leipzig erscheinenden Sammlunc; wiffenschafiliQ-gemeinverständlickper Darsteüungen „Aus Natur und Geisteswelt“, auf die an dieser Stelle schon wiederholt bin ewiesen wurde, ist wieder eine ganze Reihe neuer Bändchenerschienen. unäcbst seien einige b_erborgeboben, in denen das Leben und Lebenswerk be- deutender Manner in kurzen Monographien geschildert wird. Im BW?) 146 bert cs OSWUld Külbe unternommen, den Leser mit Immanuel Kant und seiner Philosophie bekannt zu machen. Die kleine Schrift, die in Zweiter Auflage borliegt, ist recht verdienfjvol]. Die ganze Arbeits- und Schreibweise des Köni sber er Philosophen erschwert das Verständnis seiser gewaltigen Gui iesarJeit selbs! dcm Rebmann; wie viel mehr hat der Laie mit dicsen Schwierigkeiten zu kämpfen, die ibn nur zu oft nach ersten, schüchternen Versuchen da- von abschrecken, fich mit der Philosophie Kants aus dessen Schriften bekannt zu machen. Eine einführende Schrift, die in populärer Form über die Vorausseßangeri der KantischenPbilosopbie und die Arbsitsweise des Philosophen unterrichtet und zugle1chse1nePbilosopb1einibren Grund- gedanken kiarlegt,_ kommt daher einem vorhandenen Bedürfnis durchaus entxsu-gen. Der Verfasser hat sich seiner schwierigen Aufgabe mii Ge [Dick und Sachkenntnis entledigt. In den 13 Kapiteln seiner Schrift behandelt er die geschichtlich? Bedeutung Kants, die vorkritische Zeit. das kritische Problem, die Grundgedanken der kritischen bilosopbie, Raum und Zeit, die Kategorien und Grupdfäße, die Aprioritat als Subjektivität und den Pbänomenalismus, die Beschränkung der Erkenntnis auf“ mögliche Erfahrung, die Ideen und Prinzipien, als Sitteng-seß und die Postulate sowke das Reich der Zwecke. Nachrichten über die leßten Lebeysjabre des Philosophen und eine Schilderung seiner Gesamt- personiichkeit schließen das Büchlein ab, das alien Laien, die sich mit Kant beschäftigen wollen, zur Einführung und als Vorstudium zu der Lektüre seinerUWerkc empfohlen werden kann. - Jm Band 245 behandelt in abnlicbexr Weise Dr. Karl Schwarze dcn Engländer HerbertSpencer. Er Verknüpft mit einer knappen die wesentlichen Stufen seiner Entwicklung aufzeigcnden Lebensfkizze Spencers die all- gemeinen Grundlagen seines Denkens, seine Pbilosopbie im cngeren Sinne, seine Auffassung des natürlichen_Weltbildes, seins Biologie, seine Anschauung Von dem Wesen des m9n1chlichcn (Geistes, feine Psycho- lo ie, seine Darstellung der menschlichen (Gesellschaft, seine Soziologie U11 Ethik, O_arwin und sein Entwicklungsprinzip beschäftigt jetzt, im Darwin-Jubiiaumsj'abre, wieder weite Laienkrsifc. Diese werden die Bekanntschafx mit cmcmeilosopben aern annehmen, der, im wesent- lichen unabhangig von seinem großen Landsmann, dieses Entwicklungs- prinzip zur Grundlage eines umfaffenden philosophischen Systems ge- macht und auf ihm ein eigenartiges Weltbild ge1e1chnet bat. » Yestaiozzi, sein Leben und seine Ideen hat der Marburger
rofeffor Dr. Paul Natorp im 250. Bä11dchen der Sammlung darkzcsteili, der als ang-zeicbneter Sachkenner bier zum ersten Male Ver uchi bat, eine volisjändige Systematik der Lehren Pestalozzis zu geben. In der trefflicben Sch1ift werden nach eimm über den Lebens“ qm; und die „Entwicklrtpgsgksckoichte seiner Zdeln unterrichtenden apitel dit rtnzipien dcr Pestalozziscbrn Pädagogik (Spontaneität, Methode, An ckanung, Gleichgewicht der Kräfte und Gemeinschaft) dargelegt und dann diesc L'xrziebungslkbre in ihrer praktischen Be- tätigung gezeigt (s'tttliche Bildung in Haus 1111dSch1rle und durch Re- ligion; Verstandesbildung durrb Matbemmik, Formuntcrricbt, Sprach- unterricht :c., ybysifche und Kunsjbildung). *“ Von den anderrn neu- erschiencnen Bandchen, deren jedes dauerhaft gebunden 1,25 «“ kostet,. seien noch einige genannt, die sich mit naturrviffznschaf1lichen Frage'n beschäftigen. Jm Band 253 schildert der Privatdozent an der Univmsität München Dr. R. Goldschmidt .Die Fort- pflan_1ung dcr Tiere“. Das Büchlein ist mit 77 Abbleungen geschmucxt und aus einer Reibe von Vorlesungen berdorgegangen, dir der Versaffcr im Münchener Volksbockpschulverein gehalten hat. Aus der ungeheuren Fülle der biologischen Erscheinungen auf diesem inter- essanten Gebiet konnte im Rahmen einer kleinen Schrift naturgemäß nur eine klsine Aquabl geboten werden; der Verfasser hat es aber Verstanden, aUe_ Grukpen bon Erscheinungen, die mit der Fort- pfianzung der Tiere zu ammenbängen, zu behandeln. Nach einem ein- leitenden Kapitel über die Bedeutung der Forspslanzung wcrden deren Verschiedene Formen (ungeschleckztliäzc, geschlechtliche, gemischte Fortrfianzurm) gckenmcickonet. Jm zweijrn Teil der Schrift werden die Mittel der Nachkommentcbaft, Erhaltung und Verbreitung zu sichern, geschildert (passive und aktibe Vruipfiegc). - Lieber dis Stammesxxejcbichtc unserer Haustiere unterrichtei im 252. Bändchen der PWfCZUk Dr. (C. Keller. Einleitend wird dic (Geschichte der modernen auslierforschung skizziert dann wird dcr zeitli_che Vrrlauf der Haustierwerdnng und die AnbaiiungSerfcbeinungen bei Haustieren als Folge der Domestikation geschildert. Im weiteren wsrdrn Abstammung und Bildungsberde der Einzelnen Kaustiere dar- gelcax. Am Schluß wird auf den Enyerb, dkn der * kenscb in dkr freilebcnden Tixrwelt zu machen verstand, in tiergeograpbischer Hin- sicht und im Hinblick auf die Kulturentwicklang der Menschheit hingewiesen. - Endlich sei das 240. Bändchen erwähnt, in dem der Leipziger (Yrofcffor Dr. Bruno Peter „Dic' ianctrn' behandelt. »,r bat die einzelnen Körper unseres Planeten- vßtems beschrieben, ibre Bahn, ibrc (Erscheinung für“ das bewaffnete und unbewaffncte Auge, ibre pbyfikalisckpcn Eigenschaften sowie die sie begleitenden Trabanten. Wo es anging, ist der Weg angegeben, der zur Erkenntnis der Beschaffenheit der Himmelskörper geführt bat; dabei ist das Gebiet der auf exakter Bcobackotung beruhenden For» schung nirgends Verlassen und auf die Lücken in unserem Wissen hingewiesen. Wo das Interesse ts bos, hat auch die bisioriscbe Seite Bcrückfichtigung gefunden. Da der Stoff ein abgeschlossenes Ganze bildet, bat er in erschöpfender Volisiändigkcit bebandslt werden Zäunrßrni. 18 Figuren im Turf unterstützen und Erleichtern das Ver- an n 5.
Mit astronomischen ragkn beschäftigt s1ch anch ('in im Verla dcs ,Konos', (Gesellschat der Naturfreunde 111 Stuttgart (xs 1,80, erschienenes Büchlein von Dr. Wilhelm Meyer, das R .Der Mond, unsere Nachbarwelj“ bctitklt. Es werden zun chi die wechselnden Stellungen des Mondes zur Erdc beschrieben, die ond- pbastn, dic Sonnen- und Mondfinsicrnissc erzcugen; dann lernt der Leser die (Entfernung und Größe des2111111dcskennrn und wird darüber unteirichtct, wie weit Fernrohr und photographischer Apparat uns brbiifiicb sein könnsn, die charakter stischen Landschaften des Msndes im Eciiie zn besncben. Die Gebirgswxit dcs MOndes baut si vor ibm auf, die Kratrrfrage wird crörtrrt imd jene andere, ob es «sik! nnd Luxt auf dcm Monde geben Das führt zu der bcute kaum noch siiber Verneinicn Frage nach drm anf dcm Mondl Etwa bor- banbcurn Lrbrn. Das Büblcin 171 rich, zum Teil mit Original- 111011dlan11chaitk11, 1111111rirrt.