»-«--«-«*«--»...--._.- , „» «.... _ “*.-...*. ._.__ ___„___
Jm übricxen finden die Vorschriften des Bürgerlichen Gesevbuch über die Veri hrung Anwendung. _ 15.
Der Ersaßberechtigie verliert die ihm auf Grurd der Vor- schriften dieses Geiktzes zustehrnden Rechte, wenn er nicht spätestens innerhalb zweier Monate, nachdem er von dem Schaden und der Person des Ersavpfticbtigen Kenntnis _erbalten hat, dem Ersatz- pflicbtigen den Unfall anzeigt. Der ReÖtGVerlust tritt nicht ein, wenn die Anz-ige infolge eines von dem Ersaßberechtiaten nixbt zu Vertretenden Umstandes unterblieben ist oder der Ersaßpflichtige inner- halb der bezeichneten Frist auf andere Weise von dem Schaden Kenntnis erhalten hat.
_ § 16. *
Unberührt Zielben die reichsgeseßlichen Vorjrbriften, nach“ welchen der Fahrzeughalter für den durch das Fahrzeug verursachten Schaden in weiterem Umfang als nach den Vorschrtften dieses Geseßes haftet oder nach welchen ein andsrer für den Schaden Verantwortlich ist. § 17.
Wird ein Schaden durch mcbrere Kraftfahrzeuge verursacht und find die beteiligten Fahrzeughalter einem Dritten kraft Gesetzes zum Ersatz: des Schadens Verpfiicbtet, so hängt im Verhaltnisse der Fabr- zeugbalter zueinander die Verpfiichtung zum Ersaße ?owie der Umfang des zu leistenden Ersaßes 5011 den Umständen, insbesondere daVon ab, inw'u'weit der Schaden vorwiegend Von dem emen oder dem anderen T*:ile verursacht worden ist. Das (Gleiche gilt, wenn der Schaden einem der beteiligten Fahrzeughalter entstanden ist, von der Haft- pÜicbt, die “für einen anderen won-ihnen eintritt.
Die Vo; christen des Abs. 1 finden entsprechende Anwenduna, wenn der S aden durch ein Kraftjabrzeug und ein Tier oder durch ein Kraftfahrzeug und eine Eisenbahn verursacht wird.
„6 18.
In den Fällen des § 7 Abs. 1 ist mal; der Führer des Kraft- fahrzeugs zum Ersaße dss Schadens nach den Vorschriften der §§ 8 bis 15 Verpflichtet. Die Eriaßpflickyt ist ausgeschloßen, wenn der Schaden nicht du1ch ein Verscbuldsn des Führers verursacht ist.
.Die Vorschrift des § ]6 findet entsprechende Anwendung.
Ist in den Fällen des § 17 auch der Führer eines Fabrjeugs Zum Ersaße des Schadens verpflichtet, so finden auf diese Vsr- pflichtung in [eincm Verhältnisse zu den Haltern und Führern der anderen beteiligten Fahrzeug?, zu dem Ticrbalter oder Eisenbahn- untkrnebmer die Vorschriften drs § 17 entsprechende Anwendung.
§ 19.
In bürgerlichen Reckptssireitigkeiten, 111 wclch311 durch Klage oder Wderklaße ein Anspruch auf (Grund der Vorschriftrn dieses Geseves eitend gemacht ist, wird die Verhandlung und Entscheidung leyter ?Fnstanx im Sinne des § 8 des Einführungsgeseßcs zum Gerichts- Verfaffungsxzesexze drm Reictherichje zugewiesen.
§ 20.
Für Klagen, die auf Grund dieses Geseßcs erboben werden, ist
auch das Gericht zaständig, 111 dessen Bezirk das schädigende Ereignis
stattgefunkrn baf. 111. Strafwrschriften. 9“ 21.
Wer den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherbeii auf den öffentlichen Wegen odcr Pläßen erlassenen polizeilichen Anordnunaen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zuwiderba1-dlet, wird mit Geld- strafe bis zu einbundertfünfzig Mark oder mit H.:" bestraft.
Z' 22.
Der Führer eines Kraftfahrzeugs, der nach einem Unfalle é§ 7) es unternimmt, sick) der Feststellung des Fabrz-ugs und seiner Person durch die Flucht zu entziehen. wird mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark oder mit (Gefängnis _516 zu zwei Monaten bestraft. Er bleibt jedoch straflos, wenn er spatesstens am nßchstfolgenden Tage nach dem Unfall Anzeige bei einer inlandischen Pvlireibehörde erstattet und dir:
“Feststellung des Fahrzeugs und seiner Pusan bewirkt. .
Vcrläßt der Führer des Kraftfahrzeußs eine bei dem Unfalls ver- levte Person vorsätzlich in hilfloser Lage, so wird er mit Gefängnjvs bis zu 6 Monaten bestraft. Sind mildernde Umstände vorbandén, so kann auf Geldstrafe bis zu dreihundert Mark erkannt Werden.
§ 23.
Mit Geldstrafe bis zu dreihundert Matk oder mit Gefängnis bis ju zivei Monaten wird bestraft, wer auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ein Kraftfahrzeua führt, das nicht yon cer zuständigen Behörde zum Verkehre zugelassen ist. ,
Die gleiche Sirafe trifft den Halter eines nicht zum Verkehre zugelaffcnen Kraftfahrzeugs, wenn er vorsätzlich oder fahrläffig dessen Gebrauch auf öffentlichen Wrgen oder Plätzen gestattet.
§ 24.
Mit (Geldstrafe bis zu dreihundert Mark oder 11111 (Gefängnis bis zu zwei MONITOR wird bestraft:
11 1) wer ein Kraftfahrzeug führt, ohne einen Fübrsrscbein zu bk- 131311;
2) Wer ein Kraftfahrzeug fiihrt, 0111110111 ihm 1718 Fahrerlaubnis entzogen ist;
3) Wer nicht seinen Fübrkrscknin der Bxbörde, die ihm Hie Fabr- eriaubnis entzwgsn hat, auf ihr Vsrlangsn abliefert.
Die glsichk Strafe trifft den Ha113r des Kraftfahrzmtgs, wenn er vorsätzlich okey fahrlässig Eine? Person zur Führung des Fahrzeugs besteUt oder crmächtigt, die fich 11"cht durch einen Fübr-rfcbein aus- weis?" kann oder der die Fabr:rlaubn16 entzogen ist.
§ 25.
Wer in rech18widri11er 215111171
1) ein Kraftfahrzeuß, für Welch€s Von der Polizeibehörde ei11 K1n11zrichen nicbt aqu1-c1-J1811 oder zugelassen worden ist, mit einem ZL1ch€11 5e1fiebt, 111lches geeignet ist, den An- schein dsr 110111911111) angeordnrtcn oder zugelasscnen Kknn- zeich1.1111g_ hervorzurufen,
2) ein .Kraslfabrzsug mit cinrr andrrsn als der Polizyilich fiir das Fxbrzeng «"Wegebenmi oder 31,111elaffe11en Kknnzkichuung wkrsiebt;
I;) das an Einem Kraftfahrzeuge gsmäß polizrilichkr Anordnung at1gch1achle Kennzricben vkrä1dert, beseitigt, vkkdkckt oder
_ _ sonst 111 seiricr Erkennbarkeit bkcinträchtigt, wtrd, yofern nicht nach den Vorschriften 525 Strafgesetzbuch eine böbsre Strafe Ve1wirkt ist, mit Geldstrafe bis 111 fünxbundcrt Mark oder mit 6391511165 bis zu drei 2111011111811 brstraft.
D:e_ gleich: Strafe trrfft Personen, welche auf öffentlicbcn WWE" oder Plas-n 11011 Einem Kraftfahrzeng Gebrauch machen, von dem fis wissen, daß ki? Kenn1e1ch1111111 111 dsr im Nb!) 1 unter Nr. 1 bis 3 bez€1chnetk11 Art ßefälscbt, vrrfäiscbt oder 1111191615111 worden ist.
S' 26. ' Tiefes Essex- 11111 1311161111111) kkr Vorschriften übrr die Haft- Pfltcht -- Teéi !! -- 17111 Nm ]. J1111i 1909, im übrig-n mit dem 1. AVril 1910 1: 9.212.
1115111511 1111121: 11111er1 .HdchsteigenhändUen Unterschrift und b€1gedr111116m K011€L11chLk1 3111181181. (Begeben 2111711191511, 9,0151, 0611 3. Mai 1909.
(1.. B'.) Wilhelm. 751111111011 Bülow.
Mit dsr 111111115311 Vrüfurmz zum Schiffer auf großer Fahrt wird 111 Altona am1.Z11n1und mit den nächsten Seesteuermannßprüßmgem in Apcsnrade am 11. Juni und in Alkoréa am 22. ;111111 1909 599111111211 werden.
im Monat April1909. Nach den Angaben der Direktivbehördm.
gern unter e verblieben
Jm Kalendsrmonat Avril 1909 Wurden
zur steuerfreien Verwendung
Verwaltungs- abgelassen
bezirk: erzeugt *
ck Versteuerung in den freien Verkehr gesekt
im ganzsn
darunter
volXständig
denaturiert Am Sch1uffe des KalMdermonaks 2112911909 sind in den La und ReinigungSanélfalten steuerlicher Kontro Jm Rechnungömonat April1909
find na
Hektoliter Alkobo
|
0“!
Preußen. Osßyreußen . . Wé'tPreu en . . Branden urg. .
2 274 63 994 114 659 6 428 203 694 17 042
'*188649“*"“** 8652 245 366 8 127 233 058 22 770 149 312 15 634
10 367 5 166 19 482 7 715 11 234 13 221
2 494 10 555 10 338 9 925 13 739 7 135 17379“ “““““ 16877 24 127 23 823 17 222 15 961 5 920 3 374 3 462 1 875 1 105 9 817 1 7 38 882 19 028 685 46 1 954 2 003 *- 6 403 3 804 11899 5 926 162 23 330 14 473
. 369 014 103 446 81564 1 269 548 133 587
22 932 8 592 5179 55 715 7 706 18 461 7 628 4 038 91780 9 593 6 242 2 491 351 10 032 3 382 Baden . . . . 5 336 5 477 2149 27 086 3 341 Z; en . . . . 2621 1577 335 4483 2763 ecklen5urg . . 4 330 952 778 27 804 2 386 Thüringen . . . 906 520 145 7759 1840 Oldenburg . . . 1079 22 „„ 261 1 186 BraunschWeig . 2 256 1 226 1 058 878 1 227 Anhalt . . . . 2 883 111 *- *- 189 Lübeck ..... 165 441 -* 239 490 Bremm . . . . 201 145 518 1336 Fa bur . . . 1474 1 349 43 006 4 835 ls.-Lotßringen . 612 255 800 2 129 D e uts ck es Steuergebiet
DageJZn im Aprill 8 . . 427899 155833 119613 1416466 169026.
Mit Anspruch auf Steuerfreiheit wurden ausgeführt im Monat April -
Branntwein roh und gereinigt 549 111 A. ck...) Vranntweinkabrrkate . 1019 „ „
*) Hierunter find auch enthalten die Alkoholmengen, welche zur Erlangun der Steuerfrei eit nach dem Freibafengebiete Hamburg aus- kxefübrt, a er «us &ck&. is „? quer zurückgenommen wurden, um von da n verarbeiteter! ,.:“ustar. : wieder aus efubrt 11 werden. _ Nicht aber find darunter ');.1 Kewiefen Branntw 11 und 5 ranntWeinfabrikate, die gegen Steuerfreibet auf Ausfuhrlager (Bft. O. „6 58) gebracht wurden.
Berichtißunqen: In Bayern wurden im Monat März 1909 bergesteüt 27 3 2 111 Alkohol (nicht 28 728 111). - Ja Braunschweig wurden im Monat März 1909 steuerfrei abgelassen: im ganzen 1765 11] Alkohol (nicht 173 111), darunter voüständig denaturiert 1644 111 (nicht 52 111).
Berlin, den 12.211111 1909.
Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borghi.
15 630 32 204 59 250 54608“ 71 354 74 265 15 543
Sacksen. . . . Sch eSw.-Holst. . Innomr . . . tfalen . . . Ke en-Naffau . einland . . .
Preußen . . Bayern .
Sachéen. ) Z Z Wür temberg. .
1012
438 572 134 232 96 609 1 539 909 175 990-
Königreich Preußen.
Auf den Bericht vom 22. März 1). I. will Ich der (518: meinde Mechern1ch, quipruncxobkzirk Aachen, auf (531111111 des Gcseßcs vom 11. Juni 1874 ((Hrfcßsammi. S. 221) hiermit das Recht verleihen, das in drr zurückfolgenden Hand: Lcichnung mit roter Farbe kenntlich gemacht?, zur Ertveitcrung
cs Schußgebicts für die Wassergewinnungsstrlle drs (Hrnppcn:
wasserwerks der Gemeinden Mcchcrnick), Roggendms, Strcmpt 11111) VussechrgHrim erforderliche Grundeigkmum im chc dcr Entkignung zu erwerben odrr, sowsit dies auNeicbt, mit einer dauernden Beschränkung zu belasten.
Neues Palais, den 29. März 1909.
Will) e l m 11.
Delbrück. von Breitenbach. von Arnim. anlcick) für den Ministkr der geistlichen, Unterrichts: 11111) Mcdizinalangcleqcnhcitcn.' von Moltke.
An die Ministcr für Handel und (Hrwcrbc, der öffent: lichen Arbcien, für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, des Innern" und der gcistlichen, Unter: richts: und Medizina(angelegenheiten.
Bekanntmachung.
Dem Steinbrucharbcitcr Theodor .He'nncböhl Um. aus Rüthen ist der Erlaubnisschein zum Brsitze von Donarit cnt- zogen worden,
Lippstadt, dkn 11. Mai 1909.
Der Königliche Landrat. FreiJerr von Werthern.
YishsamflitheS.
Dr.rtschcs Reith. Preußen. Berlin, 18. Mai.
, Der Bundesrat versammelte sich heute 11 einer Plenar- s1ßung; vorher hielten die vereinigten AusscZüffe für Justiz- wesen und für Handel Und Verkehr einc Sjßung.
Branntweinerzeug'ung und Branntweinverlorachxs
"“Z““Lam Méföung 11:11 1113. “'I? “217-111“ S'.“ “911“.“S27H1'uxb «ck
vorgestern in Beirut eingetroffen und gestern von dort nach Haifa in See gegangen. » '
S. M. S. „Tiger“ ist gestern in Kiukiang (Yangtse) eingetroffen und geht heute von dort nach Hankau ab.
S. M. S. „Leipzig“ geht am 28. Mai von Avia über Naury (Pleasant:Jnscl) nach Ponape und Truck (Oft- karolinen) m See.
Elsaß-Lothringeu.
* Bei der Beratung von Anträgen über die Einführung eines obligator1schen französischen Spra unter: richts in,allen elsaß-lothringischen Volks ulen, die gestern im Landesausschusse stattfand, gab vor 'ntritt in die Beratungen der Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulack), „W. T. V'.“ zufolge, namens der Regierung nach- stehende Erklärung ab:
Es liegt der Rrgierung durchaus fern, prinzwiell dem Unterricht in der französischen Sprackse Schwierigkeiten zu bereiten. Sie erkennt an, daß in den gxmkscbten Sprachgebieten und in den an der Landesgrenze gelegenen Orten, deren Eknwvbner mit franzöfischen Nachbarorten unmittelbar in Verkehr treten, die französische Sprachs --in den Volkchhukew-xupfxege111--isi,*-1md---ba-T- dor? bereits immer auf solche praktischen Bedärxxiffe Rücksicht ge- nommen. In 470 Elementarscbulen mit 994 Klassen wird dort schon der französische Unterricht ertxilt, obgleich in den VolkSscbulen jenseits ker Grenze, wo ein gleiches Verkehrsbedärfnis bestehen dürfte, deutscher Unter1icht nicht erteilt wird. Ganz Elsaß Lothringen als ein (Grenzgebiet zu betrachten, hält die chierung f r unrichtig, und ein allgemeines Bedürfnis nach franzöfiscbem Unterricht 1111 ganzen Lande erkennt die Regierung nicht an; ein solcher würde die gründliche Ausbildung beeinträchtigen und zugunsten einer Minderheit dieses Gebiekes, die die franzöfiscbe Sprache im späteren Leben praktisch Verwerten kann, unnötig be- lasten. Die Regierung lehnt es daher bestimmt ab, zur Einführung des französischen Sprachunterrichtö in dan Elementar- schulen des deuticben Sprachgebiets die Hand zu bieten, sowohl dann, wenn dieser Unterricht einen für alle diese Schu1111gemeinsamen Charakter tragen, als auch wenn er nur für einzelne Schulen nach dem Wunsche der Gemeinderäte e111g€r1chtet werden solle. Das Be- dürfnis der Ausbildung von befähigten Schülern in der französichen Sprache erkennt die Regierung an, ebenso das; dafür durch Mittel- und Fortbildungsschulen gesorgt werden müffe. Das; dies geschieht, wird nach wie vor Sorge der Regierung sein.
Nach dieser Erklärung beantragten die Antragsteller die Ueberwrisung der Anträge an eine Spezialkammrsfion von 18 Mitgliedern. Diesem Anfrage schlossen sich die Vertreter aklcr Parteien mit der Bemerkung an, daß man hoffe, mit der Regierung noch _zu einer Verständigung zu kommen. Die Forderung entsprmge Lediglich wirtschaftlichen, nicht politischen * edürfniffen.
Oesterreich-Ungarn.
Der Kaiser Franz Joseph _ist, „W. ,T. B.“ zufolge, gestern abend aus Budapest wreder 111 Wien emgetro en.
- Jm AnnexionSagL-schusse ab gestern ge egentlich der Verhanplung über dre boSU'iscZe Agrarbank der Minist'erprästdent Freiherr von Blenertl), obiger Quelle zufolge, nachstehende Erklärung ab:
Die Regierung sei nach eingebendster Beratung im Ministerrat zu einem einstimmigen Urteil gekommen. Er sei aber nicht berufen, die dem gemeinsamen Finanzminister zufallende Verantwortung zu tragen, dem gegenübrr er wiederholt erklärt babe, daß er seinen Standpunkt zu vertreten nicht in der Laae wäre; denn der Reichs- finanxminister sei ohne die gebotene Rücksicht auf die östeneichischeu Interessen selbständig Voraegangen, weil er die österreichische Regierung, wenn auch nicht Vor ein Vollständiges faiß 30001111311, so doch wenigstens Vor eine im Wesen bindende Erklärung gefiel]! habe. Für den öitxrreicbisckoen Standpunkt übernehme die Re- glerung 110111“, Vzrantwo1tung. Die Regi-runa sei, wenn auch nécht 191111811, so doch dem Wesen nach dem Beschluss: des Abgemdneten- bauics nachgxkommrn und. habe eine xabezu Vollständiae Parifät der Bank .berbe1,1efübrt. Er werde die absolut parixätiscbe Znaörenz Oestrrrcicbz auf die Vrrwaltuna 219611111111 Voükommen s1chcr xu steUen suchen. Er hoffe, das HMS 11131118 nicht zu einem scharfen Urteil über das Verhalten kkk ngierung gelangen.
Nur!) Weser Erklärung beantragte Biclohlawek einc 9181511111011, 11101111 dem gcmcinsamen Finanzminister Baron Burian wegen einseitigerHandlunngcich zu Gunsten dsr ungarischen Prwatspekulation tiefste Mi billigung ausgesprochc'n Wird.
In der fortaesestrn Verhandlung t1at-311 Tie SüdslaVen Bukovic und Laainia für Unbedtngke Kmetenablösung auf staatlichem Wege ein. W 111131111 verlangte die formelle Yunniliernng der dék bosnischen Agrarbank zuacbilliUten Landesqarantécn. Kramar, Nemec 11115 Seiz erklärten, „es gehe nicht an, die gesamte Verantwortung auf dr'n gemeinmmen Finanzminister Burian abzuwälzcn, und 5110111811, daß _ die österreichische Regierung ebenfalls mit Verantwortlich sei. (Graf Kolowrat-Krakowskv erblickte 111 dem Vkrbalten des gemeinsamen Finanzministers eine Verleßung d-s boLni1chcn erWaliun-gkgescßcs, da sich Baron Burian über die Rechte beider RÜÖSÖÜÜNU binweggeseßt babs, und beantragte eine entsprechende Aenkmrtng dkr Resolution Bieloblawck. Tr. vaester beantragte cine Reioiution, es möchte sobald wie möglich ein (Gesetz, betréffend die Verantwort11chkeit dcr gemeinfamen Minister, vorgelegt wer16n.
Großbritannien und Irland.
Jm Unterhausc richtete Zlcstcrn der Ab . Bonsdale (Kons.) an den Premierminister 5 squitb die nfrage, ob die von dem 1")1terrcichisch9u11gar11chcn Marineminister aus- gesprochene Absicht, „Kric'gsschiffc 11011 modernstem Typus zu bauen, einc nem" Tatsache in dor 9.11ari1171age sei, die es für Enaland nötig 111111110, dic vier Eve111ualschlachtschiffe sofort auf Stapel „111 legen. Nack) dcm Bericht des „W.T. V.“ erwiderte der Premierminister, daß er seinen früher abgegebenen Er; klärungcn nichts hinzuzufügen habe. Eine längere Debatte entspann sich darauf über eine Rksolution, betreffend verschiedene neue (Hrurrdsteucrn,
Der Finanzminister Llovd- George und andere Redner wiesen dabei auf das yon mehreren größeren SLädtcn Deutschlands ange- nommene Systcm eincr We1t|uwachesie11er bin. Gegen die von der Opvofition erhobene Kritik vertrat Lloyd-George die gemackoten Vor- schläge als besonders zkveckmäüig nnd durchfüvrbar. Schließlich be- aniragte er umer lebhaftem Widerspruä) der Oppofitkon Schluß der Debatte. Der Antrag wurde mit 296 gegen120 Stimmen, und darauf die Resolution mit 330 gegen 120 Siimmen angenommen. Austen Chamberlain, der dann das Wort erhielt, griff Lloyd-(Heotge sebr heftig an und warf ihm Vor, den Antrag auf Schluß der Debatte aesjent zu haben, um dadurch den (Erwiderungen auf die Einwände der Oppofition aus dem Wege 111 geben.
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Frankreich
Im gestrigen Ministerrat teilte der Minister Bartbon 511: ihm bisher zugegangcncn Meldungen übrr den Stand der Ausstandsvewegung in Paris und in der Pro: vknz mit. Der Ministerrat verfügte darauf auf Vorschlag Bartbous die sofortige Entlassung von 221 Beamten und Unterbeamten, die dem Minister von den Vorständen namhaft gemacht worden waren. Nach den “Angaben, Barthqus vol_l: ziebs sick) der Post: und Telegrgpyendwnst b_1sk)er 1,11 normaler Weise, ohne daß es xrotig geworden ist, auf die für den Stceikfa11_ von der Regtcrung vorgesehenen Mas - nahmen zurückzugrerfen.
Wie das „W. T. “B.“ nseldér“, feßkteü?*'näch““1111111111“B27111)?'
des Unterstaatssekretärs Simyan, gestern nachmiitag 5 Uhr von etwa 12 000 Angestellten 465. Telegramme ausToulousc, Rouen, Names, Nancy, Amiens, St. Etienns, Havre“ und “Tours melden geringe oder gar keine ArbeitSeinftellungen. Jn Bordeaux sjreikt die Hälfte der Beamten. _ „ Dic amtliche Behauptung, paß der Post: und Telegrapben: dienst in normaler Weise v_or s1ch gehe, _wird, obiger Quelle zufolge. von dcn Ausständtgen _als unrichtig bezeichnet. Jm Fariscr Hauptpostamt, wo 11111Tc11 der Drucksachenboten streikt, md aushilmeeise Jnfantericsoldaten und Munizipalxardisten tätiq. Auch die Zahl der streikenden Fahrpostbea111tsn1ol1 eine
“311711111611 "bdeen-de“1'cin."*-“A1n meisten hat die Streikbewegung
bei den Werkstätten: und Streckenarbeitern der Post, Tele: araphen- und Telephonvcrwaltung um sick) gegriffen. Ju Regierungskteifen äußert man ziemlich allgemein die Ueber- eugung, daß der Streik als gsschettert angesehen werdcn 1511119. Die Soldatcnablcilungcn, die zur Bewachung der Postämter aufgeboten wurdc'n und daselbst auch ihre Mahl: „eiten einnahmen, hatten bisher nirgqnds Anlaß rinzuschreiten. 22111 ananseriercgiment sowie zahlrerche (Heniesoldaten stehen bereit, um im Ernstfalle zum Post- nnd Teicgrapbendicnst Herangezogkn zu werden. Die Pariser Handelskammer hat. wie schon bei dem ersten Postitrcik, einen eigenen Briefbsfrörde: rungsdirnst für die (Hsichäftslcute eingerichtet und zu diesem Yveck eine Anzahl Automobils gemietet. Dock) scheint diese “" aßnahme vorläufig mehr den ersck zu habsn, dic Streiklust dcr Postbeamten zu dämpfen und ihnen 311312111211, daß sie. nicht Unentbchriick) sind. Auch das Syndikat der Hoteliers Hat bc: schloffcn, für die Fremden einen Briefbsfördcrungsdienst _cin: zurichiem. Die Bricfe sollen durch brsondkre Botennack) Brüxsel 1111d von dort weiter cxpsdiert mrrden. Gastern abend hielten in Paris Etwa 6000 ansständige Postbeamtc Line Versammlung al) und nahmen cine Tagesordnunq an, in der es heißt: Die Anmkscnven, dic entschlossen sind, fick) mit Gewalt die Freiheit der Meinung, die ihnen abgesprochen worden ist, zu verschaffen, stimmen dem Ansstande zu und Vürp111chtc11 1111), alle's zu tun, 11111 die Ausbrritung der Bswegnng zn fördern.
Das Exckutivkomitke der radikalen und der Zozixxlistisch:radikalen Partei hat 111 einer gesternnacht abgehaitkm'n Versammlung einc Rcsolytion angenommen, 111 der das Komitee dcn Ausstand dcr Postbcamtcn mißbilligt, 59.11 Parlamentariern der Partei es Überläßt, nachdem Endc Des Ausstands in einer Jntkrpellation die allgemeine Politik der Partei hervorzubcbcn, und jede Solidarität mit dem Kabinett ablehnt, dessen Regierungsmcibods der: Parteitradition widerspreche. . '
Die Vereinigung drr Arbeitersyndckate des Departements Seine hat Einen Antraq gngenommen, in drm fie sick) vcrpflichtct, die im Ausstand benndlicben Postbeamten 511 untrrstüßen, cnentucll durch Crklärnng des Generalstreiks.
Italien.
Der Kaiser Wilhelm und die Kaiserin Auguste Vixtoria cmpfingc'n gcstcrn, „W, “T. B.“ zufolge, nach ihrer Ankunft in Brmd1si 111123011) drr „HOHL11zollcrn“ den Be- suck) des italicnischrn Königspaares, dyn sic: bald darauf an 25011) des „Vittorio Emamtclc“ crwidcr'tcn. Bei der Fri'ckisiiickstafcl daselbst tranken dic bciden Souveräne auf 151 gcgsnsc'itich Wohl, (1111 da!; ihrer .Häuscr nnd 111161“ durch 0811 Droibund 9691111111611 Bänder, 11171111 Bündnis drci Jabr- 51111110 Hindurck) sick) als Friedc11§1wrt 6115101611 1111110. Dcr Kaiskr chachts 111 101112111 Tloast nochmals [wsondcrs dcs schmcrcn Unglücks, das Sizilicn bklkOffCU, 11115 111111 drr Bmmzndcrung Für 1111“ aufopfernde Téiligkeéit Ausdruck, dic 1111511511111 11111) 1111“ Königin bci dicser (HÄLJNUHCÜ 1111 dcn Tag gelegt 116111211. 111111) drr Tafel 111611111 dic Majrstätcn Cercle ab. Am Nack): mittag gab das K*aise'rpaar 1111 Bord der „Hobsnzollern“ dkn Tec, zu dem der König 11111) die 511111111111 mit (cholgc geladcn Wären Um 1“) 11111“ krfoigtc dic “1111511111 1196 „111111616 1111?) 11er „(**-11111111 11116) Pola.
Spanien.
Jm Senat 1'rflc'1'1'tc, „“18."T,V.“_“ „7,11f0111c, gestern der Ministcrpräsidcnt Maura (1111 cim- “11111111116: _111cnn _111111) die Enlscndung dcr (81111115111111111 11116.) Fkxzmkcin 0111651116 gehabt 5115131018611 diespa11isc1xmi110kkc11111(benBxkzichunqcn darum doch nicht abgkbrockxn. Ter 7116111111111111191 Jabra 1111151th ("1116 Jnte1pellatio11 11501 (110 9111110110131111111 1111.
Türkei.
Mc Pforte 11111, 511 „anqnicÉ „1160111045111 türkischen Botschaftern die Weisung (1111111, 1161, 11011 2112111111611 dagrgcn Einspruch zn erheben, das; 511“ 311111151 Fsrdmand _drn T116l „König der Bulgaren“ 011110111116, "1111 a1111_111cs1*111T1tcl Zwistichiten bczügiick) dcr Biiigarcn 01101111111111116r Staats: angehörichit entstehen könnten. „ _
Dic chclnng der Oriontbal) 1111*agc 311111111611de Türkei und Bulgarisn ist, nach cincr 9110111111111 11113 “W.“-T",B*“- nicht weitcr gcdiehcn. Gemäß dc11121§sck1111s1 ch 2111111111'r1ums 111 eine Kommission unter dcm 21111113 51'5-1141115116111'611 hes StaatSrats gebildet worden, die mit 591“ Orict1ibc111nduxckt1011 in Konstantinopel darüber vcwlmndslw soi],_ 013 smc g11111chc .;)r'cge'lung ohne ein Sck)iengcricht möchh ser. ' _
--- Die Kammer hat in dcr grstxrgen S1ß1111g dw rrste Lesung der Verfassunqsrcvision bcct1der 11115 einen Antrag angenommen, der bahin goht, das; 516 3111 c1111men: ?cßung des Senats derart erfolgxn solle, daß zwei Drittcl dvr Mitglieder von der Nation erwablt werden und de'chst von dem Sultan ernannt werde. Der Antrag, alle Prmzcn Senatoren zu crm'mn'n, ist
des Kaiserlichen Hauses zu _ _ [mt ferner cmcn 13011 LMM.“
abgelehnt worden. Das Haus . Nroßen Anzahl Abgeordneter_ unterzelchnctcrz Antrag an: genommen, an die asiat1sck1c'r1 Provtnzen einen Aufruf zu richten, in dcm drc Mohammcdancr und Christen zu einem brüderlichcn Zgsmpmenlcbxn aufgefordert werdcn. Hrute findet in einer Gcbctmstßung dre Vsraiung des _111rkiici1-bulgarischen Protokolls statt.
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, o .
_ T 'Das Amtsblatt veröffentlicht Depeschen (1116 dem thaxet Aleppo, denen zufolge im ganzen Wilaxet Ruhe herrscht. Ferner veröffentlicht das Amtsblatt eine Depesche des W011 111 Adana vom 10. d. M., die besagt, der Kom- mandant des englischen Geschwaders habe den Wali besucht, der ihm erklärt Habe, daß seit dreizehn Tagen im Wilaxet Ordnung hemscbc, und daß an die Opfer Unterstüßungen ver- teilt würden. Der Kommandant habe erwidert, daß er dies selbst festgesteüt Habe, und erklärt, daß das Geschwader am 11. Mai Mersina verlassen Werde,
Bulgarien. Als Nachtg1g_„„zu ,„dexn chx_if„t*l„iche11“Ansuchon* an alle Wroßn'käcössum Aufhebung 11er besteHendeF““Kbpijülations: rechte und um den Abschluß von Konsular: und Aus- lieferungsverträgen mit Bulgarien wird die bulgarische Regierung nach einer Meldung des „W. T. B.“ allen Mächten fertige Entwürfe für dre genannten Verträge über- senden. Ein eigener Rechtshilfevertrag wird nicht abgeschlossen werden, jedoch sind die einschlägigen Bestimmungen in den Konsulcxrvertragßcntmurf aufgenommen worden.
*- Einem Beschluß des Ministerrats entsprechend wird aufd allen Staatsbahnen der Zonentarif eingeführt wer en.
Amerika.
Im amerikanischen Senat besprach gestern im Laufe der Tarifdebatte der Führer der republikanischen Parrei „Hale den ausländischen Wettbewerb und führte, „W. T. B.“ zufolgs, aus:
Deutsch1ands Bemühen, in die amerikanischen Märkte einzudringen, sei nie stärker beworgetreten als jetzt. Fast jeder amerikanische Fabrikant begeane dem entschiedenen Eindringen und der Konkurrenz der dxujsch811 Industrien.
Parlamentarische Nachrichten. Der Vrri 1 Über die gestrige Sißung ch Reichtags
aUses
und der Schlu bericht über die gestrige Sißung des weiten
der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Beilage.
** Das Haus der Abgeordneten scßte in dex Heutigen (86) Sißnng, welcher der Minister des Innern von Moltke brimohnie, die dritte Berasrmg des Staatshaushaltsetats für das Ikcchnungsjabr 1909 und zwar z1111ächst die Be: sprechung des Spezialetats des Ministeriums des Innern
ort.
Abg. Dr. Schröder-Caffel (ul.) lenkt die Aufmerksamkeit des Ministers auf 1611 neu begründetenSparVerband in Wiesbaden, der bisher eine sehr se11ensreiche Tätigkeit entwickelt habe, und bittet, diesen Ver- band nach Möglichkeit zu fördern. Der Rednsr verbreitet sich 13111111 über die Fü1soraeerziebung und ten Plan der Bildung von Kom- missionen zur Ueberwachung der Fürsoraeerzirl)ung._
Abg. Freiherr don Zedllß und Neukirch (1reikons.): Um die drohende Defizitwirtsäzaft zu vermeiden, müssen wir auf Ersparniße [)inarbeiien auch dann, wenn es nicht gerade Dinge Von großer Be- deuturm sind; denn auch Kleinvieh „trägt zur Bereicherung des Ackers bei. Z. B. 19111: man bet den Prüfungen für die Einjährig - FreiwiUigen, die in einem Regierungsbezirk jährlich MW 3000 «16 kosten, bist Gebühren erHeben. Ach) beim AusbebungsNrfabren könnte man sparen. Die Heranziehung eines Gardemajors, um zu prüfen, welcher Rekrut sich für die Garde ekgnet, ist ein 3on ailerscbiimmster Art. Der Major stiehlt dem lieben Gotx dcm Tag ab und verursacht eine Menge Kosten. » Die Gesetz- gebung über die Bildung yon ZweckVerbänYen müßte wesentlich er- weitert werden. Ich denke dabei hauptsachlich an die Großstädte in ihren Beziehungen zu den Vorortxn. Bei der je 1 beliebten Form der Einverleibung der Landgemeinden in die Groß takt ist CI 111511- verständiiä), daß die Großstädte nur diejenigen GLMÜUÖM (1111- 11cbmen, deren Aufnahme in ihrem Jntereffe liegt. Für Berlin möchte ich die Form _der Grafschaft L011do11 als Muster empfehlen. A11ch das Dentscbe Reich ist eigentlich ai»;1 ein großer Zweckverband anzusebsn, in dem völlig selbständi e, souveräne Staaten zur Lösung gemeinsamer Aufgaben Vereiniat nd. Obwohl Prensxen an Größ: aUc anderen Glisdstaaten des Reich zusammen übertrifft, hat es im Bundesrat eine weit unter der Mcbrbkit likgende: Stimmenzahl; als Entgelx führt es den Vorfiy, es Hat auch die ent- scheidende Einwitkung auf die Exekutive des Reiches. Diese Ein- richtung bat fick) 11011 bcwäbrt. Man könnte ebenso komrnunale Ver- bände (Groß-Berlin, Groß-HannoVer'und Groß-Cöln schaffen. Dazu sollte die Regierung möglichst bald dre Klinke der Geseßgebung in die Hand nehmen. „
Abg. Dr. Lohmann (111) wendet fick) gegen die A11§1üh11111ge11, dic drr Abg. Von Pappenheim in bezug auf das Fürsorgecrzübungs- gesetz gcmacht hat. Das Kammergericht babe den Brgriff der völligen fittitchen Verwmbrlosung durchaus korrekt aufgefaßt,
Abg. Dr. Seyda (Pole) beschwert s1ch über die Unterbringung polnischer Kinder in deutsch?" Familien, wo fie keine Gelcgenbeit hätten, ihre Mutiersprackye zu [Prechem
Abg. Hirsch-Berlin1Soz.) Verbreitet sich über die „Spitzel- wirtsÖaft', die angeblich speziell in Berlin von der Kriminalpolixei in sozialdemokratischen Vcreinen getrieben werde. Die Polizei werde aus den Mitteln der Steucrzabler unterhalten, und diese Pkiti-lwürden auf diese Weise wergcudrt. (Einer der Polizeisvisel „habe leider auch eincn Pgrteigenoffen und Bezirkssührcr zu Spißelemi Verleitst. Er Vermute stmk, daß das Ueberbandnebmen der Spitzel in 8111 sozial- demokkalische'n Vereinrn e111_e Errungenschaft des Vereinögeseses sei. Die Polizei gebe systematiicb darauf aus, die Sozialdemokraten zu Gerwalttaten za vrranlassen. Det Redner wendet fick) dann 111 611 die Ausführungen, die der Abg. Stroffer bei der zweiten 9114111111 gemacht bat, 11115 wirft ihm vor, daß er das Bebelsche Buch „Unsere Ziele" lesch zitiert baby,. um nach- zuwsisen, daY die Sozialdemokratie zu GeWalttätigkettcn greifen onr. Tals ch1ich habe die Sozialdemokratie niemals zu Ver- schwörungen und Putschen aufgefordert. Die Straßendemonstrationen, auch bei Gelegenheit dcs Einzugs des Königs Von England, seien Von ganz barmlosrn Menschen Veranstaltet worden, xvie dic Prvzrsse exgeben hätten. Der Rednrr beschwert fich writer uber die' Handhabung des Vkreinßgeseßes gegen Sozialdemokratcn. (8111 Konzert sei 111111 der Polizei für eine öffentliche Versammlung erkiart und die Veranstalter seien bestraft worxzen. „In einzelnen Städten habe die Polizei die Genehmigung zu Umzugen am 1. Mai b::eits erteilt, aber anscheinend auf Anweisung von Berlin seien diese Genehmigungen obne Angabe von Gründrn nachher wieder zurückgezogen worden. Wenn wir beute in der Uebsrlragung des g-beimen, außemeinen und direkken Wahlrechts auf Preußen nicht weiter seien, 1) liege dies iedißlicb an den Frßifinniaen. Aufgabe der Sozialdemokraten sei es, die Mas: anfzuklären, dann werde schließlich das Dreiklaffenwablrccbt verschwinden. Seine Fre'unde würden owobl diesen Etat wie den gesamten Staatshaushalxsemt ablehnen, um damit der Regierung ibr unbearenztes Mißtrauen außzusvrecben.
Abg. Heckenrotb (konf.) wendet s1ch ßegen die vorgestriaen Ausführungen dcs Aba. Schmedding und die bxutigen drs Abg. Schröder übcr dic Fückoraecrziebuncxsfrage in Westfalen. Erlbabe im Vorigen Jahre betont, daß seine Partei der Famtlten- erziebung vor dcr Anstaltserziebung bei der Fürsogxeersiebung unter (111111 Umstämdcn den Vorzug gebe, und in diejem Sinne babe
er das Verfahren der rheinischen Verwaltung kkkkkßkkt- Das Recht,
seine Frkunde unter keinen Umständen nehmen.“ Seine Ausführungen hatten sich nicht gegen die Person des Landeskats Schmidt, sondern“ gegen das System gerichtet.
(Schluß* des Blattes.)
Statistik und Volkswirtschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Die BeWegung in der Hagener Eisenindustrie (oas-Nr. 108 1). Bl.) nimmt immer größeren Umfang an. Infolge der Weigerung
zuführen, find, der ,Rb.-Westf.Ztg.' zufolge, in 8 Fabriken jest über 600 Mann angesperrt bezw. geknndigt. Hierzu erfährt die .Voff. Z1g.“, daßderArbeitgeberverein für die KreiseHagen-undSchwelm estern beschloß, falls bis 111111 25. Mai eine Einigun mit den treikenden Arbeitern nicht zustande komme, 30 v. H. al?“ Arbeiter in der gesamten Metall- und Eisenindustrie des Bezirks ans- xnsperren. Nack; weitereti “acht Tagen sollen weitere 20 v. H. folgen.
Kunst und Wissenschaft.
4. 17". In der Maifißung der Gesellschaft für Erdl nde gedachte der Vorstßende, Geheimer Bergrat Wabnschaffe dreier irlt1 den
__ letzten Wochen durch den Tod abberufener Mitalieder, unter ibnen__
des Ehrenmitgliedes Herrn Marcel in Neuiily bei Paris, bekannt durch hervorragende kartographische Leistungen. Den Vortrag des Abends hielt Profeffor Dr. Karl Sapver aus Tübin en über .Neu- Mecklenbura und seine Nachbarinseln, au? Grund eigener Reisen und Beobgchtungen“. Profeffor S. hat schon wiederholt in der Gesellschaft fur Erdkunde gesprochen, zuleßt über das Vulkan- aebiet Von Guatemala. Er erfreut sich des Rufes eines auogezeichneten Tropenkenners._ Die von ihm 1111 Februar 1908 über Colombo und Samarsay (Brttiscb-Neuguinea) anoetreteneReise nach dem BiSmarck- Artbiprl war 2011 der „landeskundlichen Kommisfion zur Erforschung des dextschen Schußgebietö“ angeregt worden. Sie war bestimmt, eine L1_1cke in u11serer„Kenntnis dieses Teils unseres Kolonialbesivos auszufullen. Denn, wahrend mehrfach Berichte über Kaiser Wilhelms- land und Neuvommern vorliegen, ist Neu-Mecklenbura mit seinen Nachbarinseln bisber ziemlich unbekannt geblisben. Als der Vor- jragende am 27. April in Herbertshöbk auf der Gazellenhalbinsel Neu-Pommerns eintraf, die er vor einiaen Jahren schon besucht, empfing er den Eindruck des gedeihlicben Foriscbrittes dieses si zu einem Künftigen Hafen entwickelnden Maßes. Vom eere aus_ gesehen, gewährt Herbertsböbe mit seinen am Steilufer im (Grun der Kokospaimen Verteilten Häusern einen freundlichen Anblick. Neu-Mecklenburg, das bakenartig die Gazellenbalbinsel umschließt, ist Von hier (1116 sowohl ostwärts als nordwärts zu erreichen; im ersteren Falle ist eine Meerstraße yon etwa 50 km, im andern von etwa 100 1ch111 zu durchqueren. Es wurde der leytere Weg gewählt und 111 Tamartanai, der schmalsten, kaum 7 1chm breiten Stelle der Insel, ?elandet, wo siä) Professor Supper Von ssinem andere Zwecke ver- oigenden Gefährten, Hauptmann Friderici trennte. Der südliche, genauer südöstliche Teil Von Neu-Mecklenburg (früher Neu-Jrland genannt) ist etwg _70 11111 breit und 100 11111 lang und läuft, die Richtung seiner Küsten ändernd, gegen Nordwesten in den nur etwa ?; so breitsn, aber 300 11111 langen Nordteil der Insel aus, der aebirgiger, in seinem nör511chen Ende yon der bis zu 2000 m aufsteigenden Sckpieini -K_ette*. ausgefüllt und in vielen Beziehungen von dem Süd- teil der 111el recht verschieden ist. Das (Gesamtareal der Insel ist etwa 56111 des (Großherzogtums Mecklenburg-Scbwerin leich. Vor dem Nordwesfende Neu-Mecklenburgs lie t, von ihm duch eine Meer- straße Von 60 11111 getrennt, die kleine nsel Neu-Hannover, 67 auf 35 11111 mefsend ULD ganz auSJefüU! von dem StosÖ-Gebirge. Die Meerstraße - der Steffens-Kanal -- zwischen beiden Insen entvält eine beträchtlich“: Anzahl kleiner und kleinster Inseln. Das Klima dieser fich zwifcßen dem 2. und 5. Grade südlicher Breite :cs1reckenden Inselgruppe 111 sebr Warm und bei geringen Temperaturschwankunaen recht ermattend. Der kälteste Monat ist der Juli, veffen _niedri fte Temperatur im dreijährigen Dalch1chnltt aaf + 19,890. ÖLJTWMU worden ist, während das Jahresmaximum + 33,7“ nicht Übersteist. Selbst in den Gebirgen 5:1 1200 111 kommt die TageSwärme nicht unter 17“ herab. Hier klagten die Einarboxcnen bitter über Kälte, und auch Profkffor Sapvkr empfand, wie !kbnell man fich vrrwöbne. Die geo- logische Bildung der Insel läßt erkennen, daß fie zweimal in langen Zeiträumen ties untergetaucht gewesen ist. Ihre gegenwärtige Gestalt !cheint fie unter einer Von mächtigen Erupticn'rn begleiteten bede'utenden Hebung gleichzeitig wie das Vulkanrciche Neuvommsrn in der Tertiär- U11 empfangen zu haben. Es liegt nabx, daß bei dieser Entstehung!- gescbichte Gesteine und Schichten der verschiedensten "2111 sicb vvrfinden: Lava aus den jüngsten Phasen, Kalk, Kreide, Sande, Mergel, selbst eine Koraüenscbiäpt 11011 10-12 111 Mächtigkeit und Braunkohle ist vor- handen. Das Ergebnis für die anbau1äbige Oberßäche liegt als ein meist recht guter Fruchibodk11 vor. Das feuch1e Klima begünstit den Pflanzenwuchs in hohem Grade. Der Vortragenrc lernte die : SLM des insularen Klimas zu seinem Schaden kennen; denn die Regenzeit, die 1111 worigen Jahre außergewöhnlich zeitig begann, hielt fast während der ganzen Zeit seines Aufenthalts, z111:i Monate länger als gewöhnlich, Vor, sodas; er nur einen Monat trockenes Wetter batte. Wafferreiche größere und kleinere Bäche eilen von den Bergen dem nahen Meere zu; deffenungeacbtet gibt es viele (Gebistc, wie das .1119 edebnte Hochplateau am Nordende von Neu- Mecklenburg, das zuze 1€k1 Wassermangel leidet, weil alle Nieder- 1ch1ägeschneli 111 den überaus vorösrn Boden Versinkexé. Gegen die tropischen Regengüffc, wie stk (1111 Bismarck-Arcbipxl niedergeben, und die häufig cintretcndc Notwcndigkeit, Gewäffer 111 durcbwatcn, hat der e1trovä1sche Rcisende 11111 scine'r komplizierten Kleidung, die troß Schirm und Zeit immer naß ist, geringcrcn Eckyuy als der fast unbe- kieidet gebende (Lingeborene. Es rrgnet sozusagen von 0116" Seiten, sodaß es z. B. auch schwierig ist, quzeickonungen und Tagebücher vor Besckzädigrmgen zu 1chü8c11. Erst 1111th fand der Reisende in einer von den Cingsborcnen aus zusammen- aenäbtcn Paltnblättcrn ber,;eftkütc11Sckounand und Zeltveckc genügenden Schuß gegen die Nässe. P1'ofc'ffor Sapper lernte da! Land teils im Wege der Küstensckpffabrt, txils durcb a119grdebnte Wavderungen 161111811. Für [eyiere erwiesen sich 11911 der Kolonialregierung angelegte Wege und Unterkunftsbäuser zivar sebr förderlich, doch Wußte der Reijende aus anderen Erfahrungen in dcr Tropenwclt, daß zur gründ- lichen (Erforschung des Landes die meist recht engen und befchwcrlicben Pfade benutzt werden müffen, die 1301111111 Eingeborenen aUein durcb öfteres Betreten hergesieilt sind. Er hat von ihnen ausgiebigen Gebrauch gemacht, um Flora, Fauna und Menschen kennen zu lernen. Neben der Banane find als “1111855111117, Kokus- und Sago- palmen sebr Verbreitet, Kautscbukbäume Verschiedener Gattungen, vor wenigen Jabrkn erst angcvflanzt, gedeihen anscheinend sehr gut, die Wälder enthalten schöns Laubbäume in großer Zahl und keaftigem Wuchs, und die australisckpen Kasuarincn find Vorhanden, im Gebirge findet man Baumfarm'. Für 11:11 11o:1 der gebabnten Straße ab- gebenden Reienden sind die übermäßig üvvkg wuchernden dornigen Rotanggebüs : häufig ein schweres Hindernis der Fmtbewegung. Die Versuche, Baumwolie anzupflanzen, sind wieder aufgegeben worden, wogegen ersichtlich die guic Bodenbeschaffenbett die verschiedensten, Kulturen gestalten würde. wenn man erst mit Rodungen in großem Umfange vorginge. Die Fauna der Jnselaruppe 111- von Vögeln ab- gesehen - merkwürdig dürftig. Von größerenxSäugetieren in, außer einigen Nagern, eigentlich nur das Verwilderle Schwein erwähnenswert. (Giftige Schlangen find nicht vorhanden, dagegen kommen Krokodile in den Binnengewässern vor, und im Meere verhindert das bäupZ: mGommen des Hakfiscbes das Baden an unqeschuvten Stellen. F1
gibt es 111 den Binnengewässern in großer Menge und vielen Gattungen. Sie bilden den Hauptteil der animalischen Nabrun der
Eingeborenen, web gibt es darunter Arten, deren Genußs dlkch-
von diese§“srun11äß11chen StandpunkfFüs"Kéi'iikßs'ü'öéüs11éß'e11“?1ch“"""“*"“"' '
“derSchmiede, sog.--*.Slre1kaiöe11““ vom Gtüiffäikr“ CisénMrkäusä" ' '“ *