1909 / 123 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 27 May 1909 18:00:01 GMT) scan diff

Jichlamtsiches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 27. Mai.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag im Neuen Palais bei Potsdam die Vorträge des KriegSmimstrrs, Generals der Kavallerie von Einem, des Chefs des Gmrsralstabs der Armee; Generals der Infanterie von Moltke und 13013 Vsrtreters des Chefs des Militärkabinetts, (Hencraimajors von Oerßen.

In der am 26. d. M. unter dem Vyrsiß des Staats- ministers, Vizepräsidenten des StaatSMinift-zriums, Staats: sekretärs des Innern Dr. von Bethmann Hollmeg ab- gehaltenen Pienarsißung des Bundesrats wurde dem Entwurf eines (510101302- gcgcn den unlauteren Wettbewerb in der vom Reichstage bcsch1offenen Fassung die Zustimmung erteilt. Angenommen wurdcn fcrncr dic Vorlagc, betreffend die Ausfiihrungsbestimmungen 311 den Münzgeseßen, die Vorlage wegen Aenderung von Tarasäßen und die Boriagc, betreffend Aenderung der Bestimmungen über die Bcwiiligung von Teilungslagem an die Kaiserlichen Marinevcrpflegungsämtkr. Mit der Ueberweisung des Freund- schafts-, Handels: und Schiffahrt§vertrag€s zwischen dkm Deutschen Reiche und :dem Freistaate Venkzuela und des Ent- wurfs eines Gescßes, betreffend die Feststellung einos Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1909, an die zuständigen Ausschüsse erklärte die Versammlung sich ein- verstandcn. Schließlich wurde über mehrere? Eingaben Be-

schlUT; gefaßt-

Dcr Präsident des Köniqiickicn Statistischen Landesamts, Wirkliche Geheime Obrrregierungsrat Dr. Bicnck ist von der Dienstreise zurfickgskehrt.

Sachsen.

Gestern vormittag traf, „W. T. B,“ zufolge, Seine KöniglichcHoheitderJnfant-FerdinandvonSpanicn, "Prinz von Baysrn, in Dresch ein und wurde auf dem Bahn: hof von Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Johann Georg von Sachsen empfangen und 111 das König: licixResidenzschloß geleitet, wo 01“ von SeinerMa1estät dem König in Anwesenheit eines Vertretkrs dss Ministeriums der ausivärtigen Angelegenheiten in feierlichsr Audienz empfangen wurdc. Abends fand zu Ehren des 11011011 (51011011 ein Fest: mahl statt, bei dem zwischen Seiner Maxkstät dkm König und Seinsr Königlichen Hoheit Nm Jnfanten Trinksprüche ge: xvschselt wurden.

Anhalt.

(Hostern nachmittag hat in Dessau die Vermählung Seiner DUrch10Ucht des Prin,0n Friedrich zu Schaumburg-Lippe mit Ihrer obeit der Prinzessin Antoinette Anna von Anhalt tattgefundsn. DerHaus- und StaniSMinistcr von 5001110115 vollzog, „W. T. B.“ zu- folge“, die siandeSamtliche Eheschließung. Trauzeugsn waren Seine Hoheit der Herzog von Anhalt und Seine Durchlaucht der Fürst zu Schaumburg-Lippc. Daran sckiioß sich die kirchliche Trauung im großen Saale des Rcsidevzfchiofscs DU“ Eheschließung wohnten u. a. bei Ihre Majestäten der 1101119 und di? Köni in von Württemberg, Ihre Königlickxn Hoheiten dcr GroßJerzog und die (Groß- 1)crzogin von BMW, Ihre Hoheiten der Herzog und die Herzogin von 2111111111, der .Hkrzog und die 1311300111 0011 S0chscn=Alienb1irg, JHre Durchlaucbien die regierenden Fürsten umd Fürstinnen von Sch011mburg:Lippe und 311 Waldeck und Pyrmont, Zhrc Hoheiten der Ervgroßbcrzog von Mecklenburg: Strelixz und der Landgraf von „Hessen.

Ocsterreich-Ungarn.

Der Fiern des neuen chierungsvorschlags, den der ungarische Ministerpräiidcnt Dr. Wekerle in Wien zur Diskuision gestellt hat, betrifft, dcr „NEUEN Freien Presse“ zu: folgc, die Verlängerung des chcnmärtigenZoll- und .Handolswertrags zwischen Oesterrmci) und Ungarn Über das Jahr 1917 hinaus bis zum Jahre 1927 und zwar um den Preis Wirtschaftlicher und militärischer Konzessionen an Ungarn. Die Verpflichtung zur Ver- längerung dcs AUSgicichs bis 1927 soll in cincr bksondcrcn Form gefsiziick) fcstgelcgt werdcn, sodaß alle zukünftigen Regio: rungen unbedingt daran gebunden sind.

- Jm Budx ctausschuß des österreichischen Ab- gcordn 010112011100 erörterte gcsicrn dcr Justizminister Dr. von .Hochcn urger bei der Verhandlung des Zustizefais eingehrnd die Notwendigkeit der geseßlichcn Regelung der Sprachenfrage, da deren Lösung im Verordnungsöwege mannigfache Nachteile, insbesondere" Hinsichtlich des Prüfungs- rechtcs 001: Richter fiber die Giiltigkeit dcr Vcrordmmge'n nach 1 10 e. sch 95.11? das „M. T. B.“ berichtet, betonte der Minister, daß bei Richterernennungen, insbesondere in Böhmen, ausschlisßlich die Sprachem kenntnisse maßgebend seirn, und rrklärie, er wiirde niemals die Ver- leihung ciner RichtersteUe zum Gegensiande eines Poiitisckyen Zu- geständnisses machen. Die in a.“..dersspracbigen (Gerichtsbezirken amtierenden Richter müßten 7111; besonders Ressrde auferlegen und den notwendigen 1101101131111 Takt bekunden, damit das Vertrauen der Be-

völkerung in die Rech1sprcchung nicht erschüttert werde.

Der Minister kündigte für dcn „Herbst die Vorlage eines neULn Strafgeseßes an und betonte die Notwendigkeit einer Reform des nichtstreiiigen Verfahrens sowie des Konkurs- verfahrens. Hierauf wurdc die Verhandlung abgebrochen.

Großbritannien und Irland.

Zn dcr gesirigcn Abendsißimg dcs Unterbaused lenkie der Kapitän Craig die Aufmerksamkeit des „Hauses auf die an ebiick) abweichenden und gcgensäßlichcn Meinungs- äUXJerungkn verschieden0r Kabinettsmiigiiedcer Über die maritime Verteidigung des Landes. und schlug, Laut Bericht des „W. T. B.“, folgende Resolution vor:

Das Haus wüide mit Beunri1bigun;1 jede Aenderung dss Zwei- mächie-Standards ansehen, wie ihn 511101111) am 12. und 23. November

über die vereini ten Streitkräfte der beiden nächstßärksien Mächte an Schiffen ersten anges, wer und wo diese Mächte auch sein mögen.

Auf die weitere orderung Cratgs nach einer eingehenden Darlegun über die tellunq de_r V"ereinigten Staaten in der erechnun? des Zwetmachte-Standards er- klärte der Premiermin ster ASquith:

Soweit die Regierung in Betracht kommt, haben wir keinerlei Schwenkung vollzogen und die von unseren Vorgängern befolgte Politik in keiner Weise geändert. Für die praktischen Pläne dcs Augenblicks ist die Frage rein akademischer Art, denn w::„lcbe zwei Mächte Sie immer nehmen mögen, ihre VereinigteAggressivsiarke bleibt gegenüber England weit hinter unserer Defensivstärke zurück. Ueber den Zweimächte-Standard ist sehr viel törichtes Zeug gesprochen worden, als ob es etwas wie das (Gesetz der Schwere wäre. In Wahrheit ist es nichts als ein aus der Erfahrung geschöpfter Satz, ein zweckmäßiger Arbeitsplan unter Bedingungen, von denen wir nicht wissen, wie lange sie in Geltung bleiben. Ich würde mich vor der Verantwortung scheuen, wenn ich in die Zukunft untertauchen und voraussagen wollte, daß die Formel des Zweimächte-Standards in einigen Jahren zweckentsprkchend oder auSreichend sein würde. Es wäre eine sehr gewagte. Sache, unsere Zukunft -- ich spreche nicht von der nächsten Zukunft, sondern von der ferneren - auf diese oder eine andere Formel festzulegen. Alle diese Geseße foUen Mittel zu einem ereck sein, und diesen Zweck müffen wir im Auge behalten. Ueber diesen Ziveck, England unter allen denkbaren Verhältnissen gegen alle möglichen Gefahren eine unantasibare maritime Uebersegenbeit zu sichern, uns die völlige Herrichaft zur See zu verschaffen und jeden Versuch einer Unterbrechung unseres Handels mit irgend einem Teil - des incheo unmöglich zu machen, besteht nach meiner Ueberzeugung schlechterdings keine Meinungsversckyiedenbeii. Ick nehme an, China baute eines Tages sechs oder acht Dread- nougbis; kein vernünftiger Menjcky würde diese Schiffe für die: Bcieähnunaen des Zivsimächte-Standards und die Möglickeiten eines gemeinsamen Angriffs auf England ebenso einstellen, wie wenn sie Deuischland oder Frankreich gehörten. Natürlich würden die An- griffe nicht immer in den beimis en Gewässern erfolgen, aber das Wichtigste. Worauf wir zu (1 ten haben, 111 die Sicherheit unserer Küsten, und wenn wir mii cincr Seemachi zu tun hätten, deren Operationkbxsis 3000 oder 10 000 Meilen ent- fernt liegt, obne Koblensiationen dazwischen, so würden wir sie nicht 11) ansehen wie eine ebenso starke Flotte, deren Häfen 300 Meilen entfernt sind. Darum würden die Vereinigten Sjaaten nicht als eine von den chi Mächten in Rechnung gezogen werden, obwohl sie eine mächtige Flotte haben, zurzeit an zweiter Stelie unter den Flotten der Welt stehen und mehr Schlachischiffe haben als Deutschland. Denn für einen Angriff kämen sie nicht in demselben Maße in Betracht wie Kutsche, französische oder österreichische Schiffe. Wir müssen unsere Maßnahmen von Zeit zu Zeit den fortwährend Weckpselnden Schiffsbauten anderer Länder, ihrer Politik und ihren Br- strebungen anpassen, wir müffen diese unablässig im Auge b1balien 111d immer bereit sein zu den Opfern, die unser Zweck er- fördert! Wenn wir abcr die Vereinigte Effektivitärke von zwei mög- licherweise feindlichen Flotten bcrecbnsn, müssen wir bedenken, daß zwei Flotten Versrhiedkn und im Angriff wie in der Verteidigung nicht so wirfssam sind wie eine glCicbariigL Flotie unjer einem Kommandeur. Man it auch zu dem Ergxbvis gelangt, das; der Standard nur nach

stimmten Kreuzern berechnet wordcn sei. Das alles kommt für die praktische Anwendung des Zweimäckpie-SiandardI in Beiracht.

_ Asquiib führte dann noch weiter aus, England dürfe sechn Gesichtskreis nicht auf Europa bsschränken, aber wenn es sich um hie Effektivstärkc zweier Mächte fiir Angriffszmeckc 11011010, 11111110 man die gkographischen Verhältnisse in Betracht ziehen. Zum Schlusse sagte er:

Man wird nden, daß die Admiralität immer nach diesen Grund- Yen gehandelt abe, die auf den elementaren Geseven des gesunden enichenversian* berußßn.. Er nehme nichts zurückvon den früheren Erklärungen; ge , sei11111:“ZYeimächte-Standard unter den gegebenen Verbältniffen unvkn Vernünftiger Außlegung eine praktische Formel für die britische Flotienpoliiik, aber man möge ihn nicht als sakrosankte und unabänderliche Autorität behandeln. Er glaube nicht, daß in dieser Angelegenheit eirc nennenßwerte sachliche Meinungsverschieden- beit zwischen den Parteien bestehe, und es wäre für 0112 eine Krcsxe Genugtuung, Wenn diese Fragen derMarinevchr1valt11ng um jeden Preis

der Kontrodsrse entrückt würden.

Nach dem Ministetpräsidenten ergriff dsr K011ser1301100 Lee? das Wort und sagts, er sei jeßt über kesien Sieüung zum Zweimäcbtc- Standard ganz im unklar-xn und müffe um eine genaue und endgültige Erklärung bitten.

Darauf brachis Sir William Collins einen Antrag ein, in dem es heißt, das Haus möge erklären, es habe die Darlcgungen des Ministers mit Vertrauen entgegengenommen,

Hiergsgen wandte sich Balfo u r (k0111.), der die 1681011 Ausführungen des Ministers gegenüber den klaren und nicht mißzubcrstebenden frühersn als unklar und verschwommen bejeichncte. Der Minister habe jetzt auf einmal die geographische Lage der einzelnen Länder zu England mit in Betracht grzogcn und gesagt, der Zweimäckyte-Standard bestehe für die Verteidigung in den heimischen Gewäffern. Dies sei eine äußerst gefährliche Einsckzräniung, ein 0011110110111“ Wech1el in der Politischen Haltung und [affe die ganze Marincpolitik im unklaren.

Nach einer Erwiderung des ersten Lords der Admiralität Mac Kenna wurde die Rssolution Craig mit 270 gegen 114 Stimmen abgelehnt, der Abänderungsantrag Collins mit 272 gkgen 106 Stimmen angenommen. Nachdem schließlich alle Viidgetrcsolutionen angenommen worden waren, brachte der Schaßkanzlcr Lloyd George das Finanzgeseß formell cm.

Frankreich.

Dcr Minister des Aeußern Pickwn Hat grstern vormittag, „W. T. B.“ zufolgk, dic marokkanische Gesandtschaft, die ihm von Regnault, dcm französisckwnGosandtcn in Tanger, vorgestellt wurde, empfangen.

In der gestrigen SiJung dsr Dcputicrirnkammcr wurde 11er den Gesetzentwurf verhandelt, der das Ueberein- kommen zwischen dem Staat und den 11105511J01'1115 111 111111111115 ur Bereitstellung ihres Dampferdicnsics fiir Interessen 0013 1001013 genehmigt.

Wie 1309 „W. T. B.“ berichtet, kritifierte der Abg. Berry den C1111vurf, d(r der Gesellschaft thcile einräumr, die in keinem Ver- hältnisse ständen zu den Verpf11chiun0en der (GeseUscbaft, deren wirt- schaftliche Lage überdies nicht befriedigend sei. _ Der Finanzminister Caillaux verteidigte den Beiiritt des Staats, der das Aufsichtßrecht erwerbe und als Arq*1it)aleni für die gewährte SubVeniion an dem Verdienst der Gesellschaft beteiligt werde. Ueberdies folge die Re- gierung mit ihrem Vorgehen dem BeispielDeuiscblands und Italiens.

Die Kammer vcrtagte sick) sodann auf nächsten Mittwoch.

--« Die Heercskommission des Senats hat gestern die im NegierungSeniwurf vorgesehenen 120 Geschüße fiir ]edes Armeekorps bewilligt, aber den Wnnsck) auSgedrücki, diese Zahl möchte auf 144 erhöht werden gemäß den zur Verfügung stehenden Mannschaften und, .ii'rednen. Die geforderten drei Artillerieregimentcr für 101100 Armeekorps hat die_K0m- mission abgelehnt 11110 zwei 1121111111111, im ganzen 42 Artillerie-

dcn Sch1achischiffem nicht nach den zum Schuß des Handels bx- _,

Türkei.

. Die Deputiertenkammer verhandeltßin ihrer gestrjg

„S*TUUI über da_s Streikgcseß und nahm einen Antraqa

m em_ die Regierung aukfgefordert wird, einen Geseheniwu über die Arbeitersyndi ate auszuarbeiten.

Der Antrag winde, wie 1705 „W. T. B.“ meldet, von x

Minister des Innern Ferid Pascha in längerer Rede bekämpft d die Kammer Warnte, sozialistische Bahnen zu cketreten, die fiir 11 Tüikei verhängnisvoll werden müßten. Mehrere Armenier 1001111

sich gegen die Ausführungen des Minis ers, indem sie die sozialistjs. Themie verteidigten und die Annahme es Antrages empfahlexz . * Das Haus hörte sodann den Bericht der Unie

kuchunkzskommission Über die geflüchteten albanesj (hep 5.) bgeordnctcn Ismael Kemal und Mufid, , Bericht, der fiir die Abgeordneten ziemlich belastend ist, «1, unter andrrem die Gerüchte wieder, daß Sabah 01311111 ".J., Kemal m griechischen und itqiicnischcn Diensten 111111111111 ?äiten. Nach lebhafter Diskussion, in der auf sciten Kemal esonders die Albanesen und Hods as standen, die die BMW

ffir die Ankla 0 nicht aUSreichcnd anden, wurde die Weite. beratung auf 01:10 vertagt.

- Der albanische Zentralklub in Monastir 111111

Namen der Mohammedaner und Christen Südaibanicns 119 der Regierung und dem Großtvesir auf telegraphischem W111 Aufklärungcn über zahlreiche Verhaftungen gefordcrt, 1111111] die Zivil- und Militärbchörden im Einvernehmen mit 119, Komitee vorgenommen habsn. Dcr Klub erklärt, daß “111 Aibancsen in diesem Borchen einc Werle ung der 011111111 Verfassung gewährleistetcn Freihciten erbiii cn. -

Bulgarien. Gestern nachmittag überreichten, wie das „TV. 31.11 meldet, die Gesandten Italiens und Serbiens, 0711111) Boasso und Simitsck), unter dem Übiichen Zeremoni111 111 König Ferdinand ihre Beglaubigungsschrciben.

SchWedem . Dir Parlamcntsscssion ist, „W. T, B.“ zufolge, (11111 geschlossen worden.

Dänemark. 4 Nachdem das Ergebnis dsr Wahl in Odense 111111119 1110, „W. T. B.“ znfoigr, der Kandidat der Rechten 1111111 Ywähit wnrde, zählt die Rcchie im neuen Folkctlsng zwanzi- ' 1130.

Amerika. Der brasilianischc Krirgsministcr Rodrigucs da Fon seca ist, „W. T. B.“ zufr-ige', von skincm Amt zurück eiretrn. 51111 seine Sicilc wird der Gynsral Mendes 1

5 oraes tri'tcn. Australien.

Bri dei“ g-*sirigcn Eröffnung dss Parlaments 1111 der (stcralgonvkrneur Earl of Diidicr) 0111? 910130, 11111 01“, „W. T. V.“ zufoiqk, erklärtc:

Ungeachtet ei110r Vcrmindcruxg der ZoU- undPos1einnabm1 würdsn die AlierIpenfionen Vom 1. Juli an zur AuSzablnnßß- 101111011. Die großrm finanziellen Verpfliäotungen, die in naher 3111111" eingegangen werden mußten, erbciscbien eine sorgfältiae -* achtung der dem Parlament unterbreiteten Voricbiäze, betreffsnd di Si1ber- und Papierwäbrnt-g in dem (Commonwealth. In 1 mg aui" die beworstebendc Rrickpsvrrteidigungskonferenz in London :- sa 10 der Gcneralgouwerncur, dem Bau Von drei Torpedoboot zertörern in Australien und der Ausbildung der nötigen Schiff mannschaften zuzustimmen.

In der Einleitung zu seinkr Rede erwähnte der Grnera gouverneur auch, daß eim' gemrinsame Kommission 0111111113 sei, um die Grenzen zwischen Papua und Deutsch:Neug111n1 zu bcstimmrn.

Parlamentarische Nachritbteu.

Dcr Bcricbt über die gestrige Sißung des Hcrrcn 1101110511110 der Schlußbcricht Übor die gestrige Siizim des Hauses der Abgeordneten befinden sich 111 De Ersten 11111) Ztvcitcn Beilage.

-Dns Haus drr Abneordneicn nahm in der 1101111111 (97) Sitzung, 111Llchcr der Minister der öffentlichen Arbeite 11011Breitenbachbeim0hnic,zunächst Berichte der 511111111 prüfungskommisfion (1110011011. ,

Dic Wahirn der Abgq, B11chtcm_ann_ (fr. VolkaYlU Wagner (fr. Volksp.) im Wahlkr0110 Hirschberg - 1911101111“ werden nach dem Antrqq dci“ Kommissron bcansiandet, und wird beschioffcn, iiber eine Reihc von Protestiwhaupiungc Beweis zu erheben,

Bc 1101111) der Wahlen der Abgg. MeyerMotlmariiisdok 010101119), 2901161010011 (10111) und Karow (10111) 111 dk Stadtkreis Danzig und den .ii'rrisen Danziger 1311110 11:1 Danziger “.Uiedcrung beantragt „1110 Kommission (3511111111111 erklärung sowie folgende Resolution:

.die R(gikrung aufzufordérn, darüber Erhebungen zu 1111 anstaltkn, ob im KreiseDanzigerNiederung den vereinigten Parteik des Zentrums und der Kynfeivaiiven gestattet war, Abicbrificn 11 Wählerlisten zu nehmen, während dies dcr liberalen Partei 121 wxbrt worden ist. SoUte sich djkö als r1chiig erwkisen, 11) 11113 U nachgeordnetm betr. B(bö den iür die Zukunft mit Anwcii1111111 berieben, die eine so ungieicbc B.hai.dl11ng der Parteien unmosii machen.'

Abg. Dr. Gotiscbalk-Swlingen (ni.) tritt der Auffaffami 111 gegen, der sowohl der Landrat des Kreises"; Danziger Niederung 11 der Regierungspräsident in Danzig dabin A112druck gegebsn bai, W die Amicriigung Von Abichriften dec Abteilungslisien für die 1111130111? zum AbgeordnetenbM'e durch fremde Personen, sei es im Bureau k Landraisamis, sei ks außerhalb desselben, mit Rücksicht (1111 die daw Verbundene Preißgabe der Sieucrderbäliniße der einzslncn Urwäbik unzuläisig sii, uad daß ein Nackwrüfungßrrcht nur den W111 berechtigten des brtreffenden Urwablbejirks zuiiebe. .

Abg. Dr. Hager (Zrnir) ist ebenfalls dcr Meinung, daß di amilicbe Verfügung ch Regierunqépräsidenten nicht d(m Geiste d GeseJ-s entspreche; jeder wabiberechtigie Preuße habe das Recht, “"' die Wahllisten eines fremden Wahlbezirks einxuseben.

Abg. Sirosser (10111) widerspricht dieser Auffassung. Auch d' Ministerium des Innern sei Von der Ansicht ausge11angen,_ daß nd die Wahlberechtigten des betreffenden B?]irks das Recht bailey- Abteilunaslisien einzusehen, Diese Einschränkung sei mit_R11ckfi" auf die Steurrverbältniffe dcr Urwäbler auch durchaus bearurxdkk- .

Das Haus beschließt nach dem Anfrage der WahlprUfUU-Ü kommission. _ ' _

Dann folgt der Bericht dcr Gesc!)(istsordiiungskommlss10 iiber das Ersuchen dcs Untersuchungskommissars n der Königlichen Regierung in Breslqy 111110511111lec

ciner Abschrift bezw. Ucbersrndung der Petiiwn des Pollz

regimenter, Lerner ]0 zwei Régimcntcr'schwrre und (310001113- artillerie, so dcr Gesamtbestand sick) auf 46 Artillerie-

1908 dargelegt bai, nämlich alk; tire ijnpwzeniige Uebetlczenhcii

regimenier, sechs mehr als bisher, beläuft.

sekretärs Arndt in Breslau.

DieGeschäftSordnungskommissionbeantra tden Beschluß, daß gegen die Herauögabe der Petition keiLIL Be- denken bestehen.

Abg. Kirsch-Düffeldorf (3011113) beantra t an0ei ts der schwachen Beseßung des Hausts die Abseßung diefEFGégensixZes von der Tageßordnung, da die Entscheidung des Hauses Prajudizielie Be- deutuAn baTbe. (1 V

1]. raeger r. oiksp.) stimmt diciemAniraße zu da diese außerordentlich wichtige Prinzipielle Angels,;(nbeit in einém , wa beseßien Hauie nicht entschisden Werdsn dü1fe, so sch ck

Abg. von Brandenstein (10111) hält es für nicht unbedenklick), die Sache binaußzusrbieben; die Budgeikommisfiyn und die (Geschaftikordr-ungskommission bätien darüber beraten, und die le “tere habe „einstimmig beichloffen, daß die ' Heraiisgabe der ctiiion ganzlich unbedenklich sei. Deshalb könne 1111) das Haus sofyrt scbluifig machen. Der Reickystag babx in einem ähnlichxn Faiie der Staatßanwallschafi die gewunschten "Schriftstuäke ubergeben. Die Untersuchung gegen den Polizeisekreiar Arndt sei schon um 4 Monate wxricboben worden, um die Entschcidu11g des Hauses aszWarten; solle sie nun noch weiicr, vielleicht um ischs Monate vkrschobsn werden“?" Man klage übcr die Laqgsamkeit drr Behörden, dies wäre 01311 (111 Vom Hause gegebenes Beiipiel, wie es bei Behörden kaum zu finden sci. Wenn die Herren bier Prinzipien hätten, so könnten sie diese bei anderer Gelegenheit VNÖLAÜZJMD M [1 B

g. r. 11 er- erlin (fr. Voikßp.) bemerkt, da es um die wichtige Frage bawdle, ob das P(iiiionsreckzt prengsYeben simäßrden solle, und daruber könne man 111111 vor einem Hause verhandeln, das auf dem Sprunge sich?, ,in dke Ferien 111 geben. Wenn die Regieung das Haus um Mijteilung (iner Petition ersuche, wkrde der Name be:0u§ge„schnitten und die Petition der Regikrung nur ohne Namen ausgebandigt.

_ Mit (rin e_r Mehrheit beschließt das Haus gegen die Stimmen cr 610211 kon ervatven Parieion die Abseizung des Gcgenstatidks 0011 d(r Tachordnung. '

(Schluß des Blattrs.)

_, '*Dcm Reichsiagc ist 01110 Dknkschrift 11er die Wirkung des Dicnstaltersstixfcnsystcms auf die B0- soldungsverhäitnissc der mittleren Beamicn 11110 dcrUnterbeamtcndrr N01ch5:Post-1tndTelegrapbcn: verwaltitnq_ u der vom Reichstage bei dcr 310011011" Be: raiung des 3101 shaushaltsetats für 1909 gefaßten Resolution zugegangen. Zu dem das Ergebnis dsr angesiciltcn Er: Lirtstrluxgen zusammenfassenden Schlußwort dcr Dénkschrift 01; c :

Die: Ernzittelungsn darüber, welche Wijkung das Dienstalicrs- stufensvftem im Vkrgieickp 111111 früheren Besoldnngssystem auf dc'n Gcbnltßbezug der Beamten 0u§,1rübt hat, sind schwierig und in ihren Ergebmffen 111117111701“. Aber 01111) 11301111 05 möglich wäre, einwandfreie Ergebnisse zu gewinnen, mus; es doch als ausgesch1osien gelten, daraus jest_noch Folgerungen für dic mecssung der Ycsoldimgen zu ziehxn. Ungunstiger (115 beim frühnen System können unter dem Dienst- aiterssiuiensvstem 1111 aiigsm01nen nur solche Beamtenklaffen stehen, bei denen (1116111101111 starke Sikilenzugänge stattßnden, oder dis gls DurckygangsstrUen fortgesetzt einen großen Abgang 0011 (ilteren Bthen babm. Da unter dem alten System für Zed: 1111101310110 der Durcbichnitissaß des Gebalts im Etat aus- gebracht, dext neu eintretendcn Beamten aber meist nur das Anfangs- gebal? gewahrt "Wurde, konnte jkdesmal der Unterscbied zu Gehalts- aufbefferungen fur_dte schon yocbgndenen Beamten der Klaffe Ver- wandt werdcn; inioigedeffen g(noysen dies€ Vor minderbkgünsiigien andern Klasen derselben Verwaltung und insbesondere auch Vor gleich- artmen Klaffen anderer Verwaltungen den Vorzua, daß sie bis zur Er- reichzma ch Durchfchnitisgebalts vieifacb ungewöhnlich rasch im Gehalt auiruckten._ Aehnlich lagen die; Verhältnisse bei den Durchganqsstelien. Daß s1ch fur die beim früheren Systrm besonders begünsiigtcn Beamten- klaffsn unter dem Dienstütersstniensvstem der Empfang der Zulagen Ver1011,;samen würde, war Vo1a1tsgcseben, 10111110 axer nicht für unbillig exachici 111110011. Deyn einmal handelt (11 Mb 11111 111151111]: Vorteilr, für deren Foribrsteben keinerixi (51011151): vorbanx'en 11121: *- tatsächlich bat svätrr die SicUenver111ebr1mg m-bxfalh (*,-„*ftocki' “; dann aber war es nicht (1111111119111, rsn Bkamtrn die VNxeilc 005 11811011 Systems zu- 3111111'11den und 11111111 111.111ka" die des alten Sysisms 111 erbakten. Der frübsre Staatssekretär des Reichßi'cbaßantw, (Graf 111711 Poiadowsky- Webnsr, bat sick) hierüber bei der Beratung über die Einführung des Dienstaliersstitsensysiems in 1:01 Reichstagsfißung Vom 12. März 1895 wie folgt ausgssprochen:

.Alle die Beschwerden, die gegen das Dir:“.sialterssiufensvsiem geltend gemacht sind, geben eigentlich daraufhinaus, das Benkfixium des biSberigen Systems dss schnelleren Ausrückens im Gehalt zu verbinden mit dem Benefizium des gegsnwäriig einzuführenden Systems, welches den Beamten einen Anspruch auf ein fcstes (G0- balwquantum nach einer vvrber bestimmten Reihe von abren sichert. Es ist nicht (111 un1n11101barer kSchadcn, drn di: Beamten, die sich'beinnen beschweren, leiden, sondern ein 1110111111 00555115 (skbr richtig!), das heißt, die BMnten haben nur unter der _Voraußseßung Schaden, daß in den einzcinen Ressorts, 111 denen ein besonders großer Stcllmizugang anäbrlich er- folgte, diesrr Stküenzugang ami) iortgeießt ein so großer bleiben würde, und der Refforicbef infolgedeffen über gleichgroße Ersparniffk an Gehältern wie bisher Verfügen könnte. Wenn die bet Ihnen Voxstellig werdenden Beamtcnkate'gorien auf der einen Seite die Benefizien des bisberiz1en Svsicms weitergenießen und auf der andern Seite die Rechtssickcrbeit dcs chigen Systems sich er- balten wollen, so liegt darin ein Anspruch, der meines Erachkcns 11ichtzu r(alisier(*.1111. (Sehr richtig!) Die Vorteile des alten Systems zu Verbinden mit den Vorteilen des neuen Systems, ist eine 001111-111110110111 31110010. (Schr richtig! r(chts.) Run (10. stehe ich zu, daß es für einzklne Bcamimkatcgoricn empfindlich sein mag, die günstigeren Aussichten, welche sie bisher batten gegen- über den AngesieUten anderer Ressorts, die durch das i(ßige System besser gestellt werden. in Zukunft zu verlieren. Darüber dürfen Sie , sich indes nicht im unklaren sein: Wenn Ihre Re- solutwnen Von den Verbündeten R-gierungen angenommen werden, wenn einzelne Beamtenkateqoricn, dic fich für besonders be- nachteiligt halten, durch die Erhöhung ihres Minimal- oder Maximal- gebalis eniscbädigt werden sollen, so wird das wahrscheinlich den Anstoß geben zur Aufbesserung der Beamtenxxebälier überhaupt. Denn jede Kategorie, die Sie aufbessern, rückt ab Von einer anderen paraUelen Beamtenkaiegoric, die nicht beffcrgesieüt wird; und wenn Sie eine Beamtenkategorie aufbessern, wird sick) eine große Anzahl anderer auf ihrem (Gebaltßsaß verbleibender Kategorien durch das neue System benachteiligt finden gegenüber jener Kairgorie, die hierbei eine Aufbesserung erfährt.“ ,

Diese Ausführungen treffen auch beute noch zu. Wenn in einigen früher begünstigten Beamtenklaffen das Aufrücken im (Gehalt unter dem Diensialtersstufensystem langsamer erfolgt, so findet dies seinen Auöglcicb in der Sicherheit, mit der die Beamten auf die Zulagen rechnen können; sie sind imstande, Betrag und FäliiakeikUai] dxr ZU- lagen im voraus zu berechnen, und können ihre Wirtschaftsfubrung danach einrichten. Auch durch seine sonstigen Bestimmungen _ Mit- nahme des Gehalts beim Ueberiritt in andere Besoldungsklassen, Be- rücksichtigung der Vordienstzeit *- bat das System den Beamten große Vorteile gebracht. Sch1icßlich isi berdorzubcben, das; die Beamtkn, die noch unter dem alten System etatßmäßiq angesielik sind, 1311t in der Mehrzahl auf den höheren Gehaltssiufen stehen; die jungeren aber, deren Aussichten sich zum Teil verschlechtert haben, find erst

allen Seiten anerkannt bat “ck das Diensialierssiufensysiem durch- aus bewährt und als eine geiunde und richtige GkUkadZage für die waäbrung der Gebaltözulagen erwiesen.

Dem Reichstage ist ferner der Entwurf 011100 Gcseßes, betreffend die Verrechnung, Prüfung und Kontrolle der in den NechUUUJS]ak)ren_190-3 bis 1907 aus Aniaß des Eingsborenxnaufiiandcs im Südwest: afrikanischén Schußgebtetk 911811101011 2111130011011, zugegangen.

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Statistik und Volkswirtsckzaft,“ ; _

Zur ArbxiierbeWegnng.

Jn Saarbrücken verlangen, 11111 die ,RH,-Westf„ Ztg.“ be- rich101, die organisierten Maurer eine Lohnerhöhung 001112 - 15 0/0, Sie 10011111 einen Sjundeniobn 00115841 für Maurer (1111350052 6) 11111) 0011 45 „5 für Tagelöhner (bisher 33 „_1) fLsigeseizi wiffen. Ferner stelien sie die Forderung, Montags 11111) eine Stunde später zur “11111011 kommen und Sonnabend?) eine Stunde früher aufhören zu 01111011, diese beiden Stunden sollen ihnen aber 17011 bezahlt werden. Jm Hinblick auf die'ungünstigs Lage im Baugewerbe, die fich ;;egxn das_Vorjabr wesentlich Ver1ch1echtert hat, hat der Arbeit- geberberband iür das Baugewerbe im Saarrevier diefe Forderungkn entschieden abgelehnt. Sollte es daraufhin zu einem Streik der Arbxiter kommen, so will der Verband mit einer Aussperrung ant- wor en.

In Viersen hat, wie die „Köln. Zig.“ erfährt, eine Lohn- ibsetivegunÖx41nJ Yuxandéxbrki, ddasßzlbizeiÄdFlit r0cht stark beschäftigt

,am .. . azugeur, & ( reterau allend BausJieiieENdiesArFit t():insFeUteni. W T f MWM 11 ar ei e auert,1ve . . .J.“ bkricbiet, derAustand der eingeschriebenen Seeleute fort (091. Nr. 122 d. 231). Vier TorvedobootSZerstörkr sind dort eingetroffen, um den Postdienst nach Algier, Tunis 11110 Korsika zu fiebern.

Wohlfahrtspflege.

Eine der wichtigsten Aufgaben praktischer Kleinarbeit in den Osi- marken ist die fachtechnische Ausbildung des deutscbeix ostmärkischsn Handwßrker- und Gewerbesiandes. Um diese auch den unbemitteltczn osimarkifoben Handmerkern zuteil werden zu lassen, hat der Deutsche

stznarkenverein bereijs im Iabre1891; einen Stipendienfonds gegrundxt, der mit den inzwischen hinzugekommenen drei Stiftungen zurzeit uber ein fest angelegtes Kapital 0011 rund 97 000 „16 verfügt, drffen Zinsen zweimal im Jahre Verteilt W(rden. Der Verein ist in der Lage gewesen, bisher insgesamt rund 50 000 „16 an 272 Stipendiaten zu Vergeben; darunter an 10.)- Handwrrker aller Art, Kleinkaufleute und bauerlichc Wirte, an 91 ungebendeVolkssckpuliebrer (Präparanden und Seminaristen), an 40 Baugewerköscbüler, Tiikeliorationsteäpniker und dergleichen, an 36 Studierende, und zwar 17 Mediziner und Yerarzte, 7 Philologen, 4Jurisien, ZTbeoiogen und 5Polvtechnikern. ©0111 Hauptaugenmerk richtet der Verein freilich darauf, Hand- werkern", Gewerbetreibenden und bäuerlichen Wirten die Moglichkeit zur Erlangung einer guten fachtecbniscbcsn Ausbildung zu (1111711, weil gerade hierfür ksineriei andsre Fonds von staatlicher oder prwaier Seiko zur Vrrfügung stehen. Zum Besuch 0011 böbereii wiffenschaftlicben stranstalten werden Siipcndien nur in 0u9nabmsweisen Fällen gewährt, und zwar 1140111111111; mit Rücksicht auf die großen Schwixrigkeiten, die sich drr späteren Nieeraffung dieser Stipendiaten (Aerzte, Tierärzte, Rechtsanwäitc) und ihrem wir11chaZ11chen Fortkommen 111 der Ostmark entgegeristeüen. Die Statistik zeigt, daß die akademischen Berufsstände dsr Aerzte, Tierarzie, R0chtsanwälte meist Überfülit sind. Es fehlt also keineSwe 6 an deutschen Vertretern dieser Berufe. Es besteht nur die große chwierigkeii, fie zur Niederlassung in den Osi- marken zu Veranlafsen, iveil die wirtschaftliche Existenzmöglickykeit für eiiien deurscben Arzt, Tierarzt oder Rechtsanwalt inmitten einer über- wwgend Polnischen BePlfernng sebr sckZwie'ri-g isi. Und bieran kann auch die schriftliche Verpiitckyiung nichts andern, die jeder Stipendiat eingeben muß, nach seiner Ansbildung mindestens fünf Jahre lang in dxn Osimarken tätig 111 sein. Gesuche von Präparandkn und Semmmristen metdsn neuerdingxz garnicht u1xbr berücksichtigt, da der Vercin d(r Ansicht ist, daß es bei seinen Verhältnwmäßig gkringen Miiwln nicht 511 seinen Aufgaben K_ebören kann, dafür zu sorgen, daß der Staat iich genüge11dr__Leb_rk1afte für den Osten sichert. Kon- fessionen? Ziele verfolgt dcr Verein nicht; unter seinen 272 Stipen- diaten befinden sich nicht Weniger als 40 Katholiken. Da die vor- handknen Miitel natürlich aber bei wckitem nicbt auSreichen, um (111011 Anirzrderungen 111 genügen, so_ muß der Osimarkenverein fortgesetzt bemubt sein, das Kapital des Stipendicnfonds zu vermehren. Ein- malige größere Zuwendungen oder laufende Jahresbeiträge Werden daher erbeten an den Stipendienfonds des Deutschen Osi- marketwereins, Berlin W., Augsburgerstraße 1.

Kunst und Wissenschaft.

Die Ausstellung von Arbeiten aus englischen und ameri- kanischen Kunst- und Fachschalen im Kunstgewerbemuscum muß mit Ende dieses Monats geschlossen ive'rden; fie 1111111051 am Pfingst- montag Von 12-6 Uhr geöffuet.

Neue Untersuchungen über die Entstehung des Knalles. Nach dem vor mehr als einem halben Jahrhundert Von O_oppler aufgestellten Prinzip ist der Knall physikalisch dadurch zu er- klaren, daß eine scheinbare Veränderung der Schallchenlänge eintritt, we'rin während der Aussendung dcr Wellenbewegung die Entfernung zw1sch0n der Quelle der Bewegung und dem Beobachter verändert wird. Der Bresllaueerysiker Professor Lummer bat jeßtfür dic Akustik den Weiteren Saß aquesiellt, daß immer dann, wenn ck die Tonqueüe schneller bewegt als der Schall, ein Knall entsteht. () beobachtet man, wie 1111 „Prometheus' (Berlin, erlag don Rudolf Mückenber er) ausge- fuhrt wird, eine bedeutende Erhöhung der Schallqeschw ndigkeit in der Schußrichiung, wenn die Geschwindigkeit des Geschosses die normale Schallgesäpwindigkeit yon 340 m in der Skkunde bei 16 0 übertrifft. Wie dem langsam oder schnell dabi111ch1vimmenden Schwan oder einem sonstiaen schwimmenden Vogkl und drm in Bewegung befindlichen chiffe am Bug die Stauwelle Vorauseilt oder sich gewissermaßen Voragsscbiebt, genau so reißen nämlich auch die: Geschosse eine VrrdtcbtungNr-elle mit sich, die standig am Vorderrand: des fi (genden (Geschosscö haftet und Schallwellennatur besi t, Also mit der (Hesckpoßgefckvwindigkeit fortschreitet. Infolgede en bört man bei Ankunft des Geschosses am"Ziel einen Knall und spätcr die Explosion der PulVergase als Gesckxutzdonner. Der durch einen einzigen Erschütterungssioß, eine Explosion, erzeugte einfache Knall Yami sich somit durch eine einzige Weile fort, die aus woraitsgebender

erdicbjung und nachfolgender Verdiinnung besteht. Von einer zerschlagenen luftleeren Glasbirne hört man nur ganz in der Nähe einen Kgall, in weiterEnifernung schreitet die Luftbewegung nicht mehr mit aenugend großer Geschwindigkeit sort. Aus demselben Grunde knallt der 23118 in der Nähe, in der Ferne donnert es. Lummer hat auch von einer knallenden Peitsche kinematographiscbe Aufnahmen aemacbt und daraus festgestellt, daß die knallende Schnivpe an der Peitschenscbnur eine schnellere BewegunY ausführt als die normale Foripflanxungö- geschwindi keit des challes. Auch die'. schnellfabrenden Meteoriten, die gleich aus eine stationäre KohWeile mit sich führen, knallen. Ueberall_also, too sikb, wie bei'Ezwlofionen, plöylicko luftleere oder luftve'rdunnte Räume öffnen und dadurch zur schnellen Fortpflanzung

nach dem Inkrafttreten des Dienstalterssiufeniysiems angestellt oder überhaupt erst in den Dienst eingetreten. Im ganzen -- das wird von

von Luftwellen Veranlassung geben, entsteht ein Knall. Daraus dürfte Ick auch das Knallen in den nordsibirischen Ländern erklären,

FFF" fich plößlicb Riffe und Spalten im hartgefroreneu Erdboden en.

Land- und Forstwirtschaft.“ Saatensiand und Getreidebandel in Rußland.

Der Kaiserliche (Gen'eraikonsul in Warschau berichtet unterm 21.75. M. Die Vegetation ist infolge der andauerndenxkalten und trockenen Wiitxrung sebr zurückgeblieben. Der Stand der Winter- !aaten wird im allgemeinen als bkfriedigend bezeichnet. Sowohl 310119111 als auch Weizen haben in den meisten Gegknden gut ubcrwiniérrt. Doch haben _in einigen GouVernements, wie Petrikau und Plock, die? Saaten inwige dsr in der ersten schnee- armen Hälfte des Winters bxrrschenden trockenen Fröste gelitten. Winterrgips mußte an Vielen SteUen umgepfiügt werden. Die Frubjabrsbestelliing der Felder konnte erst spät in Amiriff genommen werden, da der Erdboden gefroren war, Es "machte sich eixt großer Mangel an Arbeitskräften fühl- bar, da, ahnlich wie in 11111):an Jahren, auch in diesem Ja_bre eine [i_arke Abwanderung Von Feldarbeitern nacb Deutschland, Danemark, Schweden, Frankreich, der Schweiz und Amerika statt- gefunden_ hat. Der Stand der Klee- und Grassaaten ift mrtjelmaßig.

In der W(icbselniederung hat das H0chwasser bedeutenden Schaden angerichtet.

Die Getreidedreise stellen sich am 17. Mai, rvie folgt:

Es w11rde_gezab1t für das Pud :- 16,33 kg

fnr Roggen 098-100 Rbi. . Weizen 1,40-1,50 . (Gerste. 083-100 Hafer . 0,95-1,07 ,

Gesundheitswesen, Ticrkrankhcitcn nnd Abspemngs- maßregeln. .

Schweden.

Nach einer Bekanntmachung des Königlichen Kommerzkoilcgiums vom 18. Mai treten außer den bereits bestehenden Beobachtungs- und Quarantänesiaiionen (Känßö, Fejan und Helsingborg) folgende nene Bexzbachtnnqustationen in Tätigkeit: Arkösund in den Scharen won Oiierzötland, Västra Hästbolmen (Haßlö) in den Schären 110.1 Ka-lskrona, Juniskären 111 den Schären von Sun“- 13011 und der Hafen Slite auf Gotland.

Verdingungen im Auslande.

(Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim ,Neicbs- und

Staatsanzeiger“ auslix'gen, können in 01-11 Wochentagen in de en

Expedition wabrend der Dienststupder; von 9 bis 3 Uhr 011190er0- werden.

Oesterreich-Ungarn,

Spätestens 9. Juni 1909, 12 Ußr. K. K. Nordba ndirekiion Wien: _Ausfübrung des Unterbaues der Hochbauten und h(**;"infriedi- gungen fur die Errichtung, der Station Bubis. Näheres b0i der vor- genannten ungarischen Direktion, Direktionßabteilnng 111, 11. Nord- babnstraße 50, im 2. Stock und beim „Reickaneigec'.

. 15. Juni 1909. K, K ScwaskliäurefabrikIderwaliung in Wien: L1§ferung 0011 1,400 (] sizilianiscbkr Robscbweiel. Näheres bei der er- Wabnten Direktion 1111?- berm „Reichxnzeiger'.

15. Juni 1909, 12 Uhr. 51. K. Staatsbnbndirekiion Villach: Bau eines Yeamtenwbbngebandes 111 der Station Klagenfurt. Näheres bei der eawabnten Dtrektion imd beirn .Reichßanzeiger'.

153111111909, 311171“. „x_KK. Staatsbabndirekiion Villach; Bau eines Bediensicienwobngxbauch in der Station Klagenfurt. Näheres bei der cervabnken Direktion und beim .Reickosanzeiger“.

18. _Juni_ 1909, 12 Ubr. K K. Nordbabndirektion Wien: Offert fur dt: Babnbofrestanraiwn in Mäßrisch-Osirau-Oderfuri Näheres bei der rrwabnten Direktion und beim Reichsanzeiger'.

Belgien.

91311111 1909, 11 Uhr. 5001011“? 1112110111110 (105 0110111105 (16 101 7101111111): 111 Brüsyel, Rue dc 10Sciencs14: Bau einer Neben- babn Von Tronchienne nacb Nebels. 1591-50 Fr. Sichkrbeitsleistuna 15 000 Fr. Cingssrbricbene Angebote- bis 311111 8. Juni.

11. Juni, 1909, 11 Ußr. 111100111111 (105 1101115 01 0118115517415 -

(111 1311158111 111 St. Gilles b. Brüffel, (5110111100 re Cbarleroi 174: Siraßsnbau 254876 Fr., SickyerbeiiSieiimng 20 000 Fr. (15 100 1155 011511385 Nr. 32 0,50 Fr„ Pläne 21 Fr. 111 brzieben in Br 1, Rue des Augustins 15. (Fingeschriebkne Angebote bis 7. Juni. , 18. Juni 1909, 11 libr. [1110011011 (105 1101115 Sd 0111111556013 111 Mons, Rue des ArbalétriUs 54: Straßenbau 94000 Fr., Sicherbe119121siun11k9400 Fr. 8811111 (105 0111111405 Nr. 45 0,30 Fr. zu beziehen in Bruffel, Rue des Angustins 15. Eingescbriebene An- gebote bis 14_, Juni.

7. Zum 1909, 12 Uhr. Station Anders, 01310 051111510, ,Antw0rpen: Pflasterung und VW cincr Laderampe 30 368 Fr., Sichkrbettslcisiung 2800 Fr. 0011101“ (1115 011131-J05 Nr. 136 und 136 101' kostenlos. Eingeschriebene Angebote bis zum 3. Juni.

11. Juni 1909, 12 Uhr. (."-0110911101110111 ["'071116181 in 9MLV'W1: Wegemrbefferung 50662 Fr. Eingkichriebene Angebot: bis . «51111 .

Bis 15. Juni 1909. Gemsindevcrwaltung dsr Stadt Cbimav

nimmt Angebote entgegsn 011,1 Uebrrnabme der Gasbeleucbtung der Stadt für einen Zeitraum Von 35 Jahren. 15.J11111 1909, ZZUbr. Gemeiydebaus in Watcrmael-Weits- fort (Brabant): 21011 011105 Hospitals. Eingesibriebene An,».ebotc am 12. Juni, 17. Juni 1909, 10 libr. 1010011011 (111 5011100 51160181 11015 0010 in Ostende, Rue WeÜington 34: Ausführung des Swin- belags an 81118111 511111111111". 57 1723111. Sicherheitsleistung 5700 Fr. (71111101 (195 011811105 Nr. 5 0,30 Fr. Pian 1,60 Fr. Zu babén Rue13des Augustins Nr. 15 in Bcüffel. Eingescbriebene Angebote am .

18. Juni 1909, 10 Uhr. 1)11'S('.11011 (105 p011i5 01 011111155005 in Lüttich, Place: de Bronckart Nr. 1: Straßenausbkfferung Pflasterung, Anlegung 11011 „1001101101181: Rinnen 33 978 Fr. Sicher- beitSleiskung 3500 Fr. 0811101" 1105 0111111105 Nr. 37 40 CM Pia" 5,90 Fr. 311 haben Rue des Augustin 15, Brüssel.

18. Juni 1909, 11 Uhr. 1010011011 (105 1101115 01; 01151155065 (111 1310110111 in St. (Gilles b.Brüffe[, Cbauffée de Charleroi 174; Große Ausbesserung einer Straße 349078 Fr. Sich€rbeit§leistung 34 000 Fr. 01111101“ 1105 01151005 Nr. 133 40 (Frs. Plan 1,20 Fk. Zn haben in Brü el Rue des An.;usiins Nr. 15. Eingescbriebene Angebote am 14. uni.

19. Juni 1909, 11 Uhr. l)1k'6311011 1105 1101115 01 011151155605 in Namur, Rue P(pin 38: Verbesserung und PJasierung Von Straßen. 146 000 Fr. Sicherheitsleistung 15000 Fr. 0311101" (105 0111117405 Nr. 15 60 Cts. Pläne 360 Fr. 311 haben in Brüssel, Rue des Augustins 15. Eingcsckzrirbkne Angebote am 15. Juni.

21. Juni 1909, 11 Uhr. 1010011011 (105 1101115 01 011011550135 in Antwerpen, Rue Gönörax Van Mkrien: Ausbcfferung einer gxpfiasierkn (Chaussee uud Her111'111111g von Steinbelag aus einem Seitenweg. 201822 Fr. Sicherbkitslcisiung 20 000 Fr. 0311101- (105 ()11arg05 Nr. 41 30 Cts. Zu babkn in Brüffel, Rue des Augustins 15.

18. September 1909, 10 Uhr. 1010011011 (165 th-Z 01; 0111111551505 in Brügge, Rue Traderfiöre 28: Ausbau eines Kanals. Sicherbeitklcistu111 1500001712 0811101' (105 ("burgss Nr. 72. Ein- geschriebenc Angebote am 14. September.

Kreta. 1)11'0('11011 5111160101110 (10 1111116119111 in Canea: 3. Juli 1909, 10 Uhr „Vormittags: N(ucrlichc Vérgebung der Lieferun eines

Baggers mii Greifer zur Reinigung der kretischen Häfen. La enbeft 1'01111 „Reicböanzeiger'.