1st. Eine Stunde von Trier erhebt sich 111 großartige , schon durch Goethe bekanntq 70“ hohe _Denk- mal der Secundincr. Von den 1"1bx1ge1_1 K11nst1chciycn 111 Tricks Umgebung sind noch die Mosmke m der römzschcn Villa bei Fließen und der 50“ lange , 33“ breite Mosmkfuß- boden 111 Nennig (bei Saarburg) erwähnenswerth. VU Neu- magen (Koyiomazxug) sind von Kaiser Konstantin's berühm- ter Burg nur noch einzelne Trünnncr sichtbar. Der Römer- kessel bci Bcrtrich ist der Fundort rönyscher Säulcntrümmer, die 1111 Kurgarten des Orts aufgestellt smd. '
In Aachen deuten aufgefundene Münzen , Inschrtsten, Bäder und eine Wafferleitung auf den Aufenthalt der Römer in dieser Gegend hin. Der Granusthurm am Rathhause soll auf der Grundlage eines Apoklotempels ruhen. A11 dcpwest- lichen Hauptthür des Doms sind eine Wölfin ux_1d em 1111en- apfel römischen Ursprungs aufgestellt. Im ngdchqn 11m- born bei Aachen findet sich ein römischer chtonstem.
Das Unterrichtswesen in Oesterreich.
]
Dic K. K. Statistische Ccntral-Kommisfion in Wien hat unlängst über das Unterrichtswesen Oesterreichs ausführlrche Zusammxn- stellungen veröffentlicht. Die nachfol ende Sktzze ftiZßt s1ch nn Wesentlichen aukf) die statistischen Ta ellen, wclxhe „11112 111 dem siatistischcn Jahr uche der österreichischen Monarchtc fur das Jahr 1865, herausgegeben 1867 von der genanntmeentral=Kommisfion bei ranch 11. EWald in Wien, finden. Dtese Tabellen, welche bei ieser Darstellun auf den egcnwärtigen Umfang der österreichischen Monat ie zurückgefüßrt wurdxn, beziehen, fich hin- fichtlich dcr Univcrfitäten, der Fach-x Speztal- und Mtttelschulen auf das Jahr 1865, hinfichtlicb dcr Volksschuley und der Schulen für Gebrechliche auf das Jahr 1864. Die zahlreichen Privatschulen Oesterreichs, wie die Knaben-Konvikte der Jesuiten, der Benediktiner und der Cistcrcicnser und die Mädchcn-Penft'onatx der Schulschwesiern, der Salefianerinnen, dcr Urkxulincrinncn, der Clartssinncn, Kanonissm- nen, Augustinerinnen, Nor ertinerin'ncn u. s, w. konnten nicht in Be-
tracht e 0 en Werden. gz g 1 Die Universitäten.
Oesterreich zählt deren ficbcn, und zwar zu Wien, Gray, Inns- bruck, Prag, Krakau, Lemberg u1_1d,Peftl)- d. l). 6111 den cislcithanischcn und eine in dez1 transletthanischcn Ländcxn. „In Innsbruck und in Lemberg fehlt mzwischcn die 111edizinisch=ch1rurg1sche “Fakultät. Im Sommcr-Semester 1865 lehrten an der Univer- 1tät Wien im Ganzen 185 Personen, von welchen für 2559 Stu- dircnde 223 Vorlesungen gehalten wurden ,' an der 311 Gray, welche von 535 Studircnden besucht wurdc, lehrten 58 Personen mit 111 Vorlesungen,“ an der zu Innsbruck Waren 54 Personen als Lehrer für 374 Stndirende 1111t67 Vyrlesungen thätig; die Universität Prag wurde von 1212 Studwenden (von diesen 756 Cecho-Slaven) besucht und zählte 112 Lehrer mit 153 Vorlesungen; an der zu Krakau lehrten 65 Personen, welche für 309 Studircnde (von diesen waren 297 Polen) 91 Vorlesungen hielten; an der zu Lemberg mit 693 Studirendcn (darunter 257 Polen und 305 Ruthenen) wirkten 38 Lehrer mit 81 Vorlesungen; an der zu cstl) mit 1541 Studircndcn (darunter 1494 Magyaren) waren 78 „cl)rer mit 110 Vorlesungen thätig. Die Gcsammtzahl aller in Oesterreich Studircndcn betrug im Jahre 1865 - 7323; davon Waren Inländer 7121 und Ausländer 202.
11. Die Fach- und Spe ial-Schulcn.
1) Die Theologischch Lehran takten. a) Lateinisch - ka- tholische: Oesterreich u. d. Enns: St. Pölten (bischöflichc Lehranstalt); Klosterneuburg (Hausftndium dcr regulirtcn Chorhcrrcn); Heiligenkreuz (Hausftudium der Cifterzienser); Melk (Hausstudium dcr Bencdtktincr); Göttwcih ( ausstudium der Benediktiner); Oesterreich ob d. Enns: Linz (bisch'flicbc Lehranstalt); St, Florian (Hausstudium dcr ober- österrctchischen Stifte); Salzbnrg (theologische Fakultät); Steier- mark; Marburg (bischöflmhe Lehranstalt); Admont (Hausftudium der B9ncd1ktmcr);K ä r n t l) c n : Kia epßwt (btschöflicheLchranxtalt); K r a in : Latbach(bjschöflicheLxhranftalt); 1'1 cnla11d:Görz(erzbi chöflichcsCew tralecmmar); waft (bischöfliche Lehranstalt); Castagnavi za (Haus- ftudmm der ; rqnztswnerY Tyrol u. Vorarlberg: diebi?chöfl.8chr- anstalten zu r1xc11 und ricnt; das Hausftudium der Cistcrzicnscr zu Stams,“ dic Lehranstalten der Jranziöfancr zu Hall, Schwaß, Boßen, Kaltern, Trient und Hic der Kapyziqer zu Trtent, Meran, Bri§en, BoYen, Innsbxuck; Bthxen: dtc b1schöflichen Lehranstalten zu Leit- mertß, Budwets, Köntggraß,„das ngsftudium der Pränwnftratenser zu „Tcplz Mähren: Olmuß (Katscr'l.„Köni?)l. theolo . Fakultät), Brunn (brschöfliche Lehranstalt ,' Gal1zten: ic bischö?lichcn Lehr- anstgltcn zu Przemysl, arn6w und Krakau , das Haus- stydmm für Ordenskleriker zu Lemberg; Dalmatien: Sebe- 111co (Hausftudium der Zranzißkaner), S alato (bischöflickzc Lc_hra.nft_alt), Zara (erzbisch'fliches Central - eminar), Ragusa E1schöfltchc Lchxansfalt); U11garn: die bischöflichen Lehranstalten zu »x'mesvar, Watch, Stuhlwmßcnbur , Raab, Veszprim, Steinamanger,
unfk1rchcnx Neutra, Neusoh'l, No:!enau, Kaschau, Zips, Szathmär, drqßwardem; das ausftudtum der Franziskaner zu Preßburg und Frexftadt; das Haus .udium dcr Kapuziner zu Preßburg; das Haus- tudtum der Benedcktmer zu Martmsberg; endl1ch die erzbischöflichen
Igel das"
Lchrqnftaltcy zu Kalecsg, Grau und Eilan; Kroatien und Sl vqnth: dre. erzbtschyfltche Anstalt zu Agraxn und die bischöf[jchca' D19k9vax; S1cbcnbyrg_cn: 51e bischöflichcLehran|alt zu Karlsbuxöu. M1l1ta1rg1'e„11?ez d1e bxschöfltchc Lehranstalt zu chgg. I'
In den 913 e1tha111schen Ländern gab es im Jahre 1865i allem 42late1111schchathobsche theologische Lehranstalten mit 236 Lehrer;? U11d 1831 Studtrcnden; 111 den translcitlmnisclycn: 25 Lehranstalten unt 124 Lehrern 1111d 873 Studirendcn; in der ganzen Monarchjc 67 Lehranstalten 11116360 Lehrern und _2704 Studircnden. Dic84 Studtrcnhcn dcr b1schof1lchcn Anstalt zu Klagenfurt in Krain Isbörten sam 1111le) de111slovc111schcn Volk6s1mnme an ,' von den 116 Studiren. den des"Ku|cnlandcs waren 80 Süd-Slaven; von den 302 Studiren. dcn Bolxuenö Waren 204 Cecbo-SlaVen; von den 289 Studiren. den Mahrens: 190 Cecho - Slawen,“ von den 690 Studiren. den Ungarns: 451 Magyarcn. l)) Gricchisch-Katl)o[jsche. solcher „ wgretz _m1 Jahre 1865 in allem 5 vorhandc'n Und, Zw.“ d1e b1schöfltche Lehranstalt,» Przemysl in Galizien,“ dic bi- chöf11ch_c Lehrqnstalx zu„Unghvar und das Hausstudium dcr Baß. ltaner 111 Marta Pocs 111" Ungarn; die crzbischöfiichc Lehranstaltzu Blascndorf und dte btschofttck)c zn Szamos-Uzvär in Siebenbür.
gen. Dieselben zählten in allem 23 Zchrer und 225 Studircnde, Von
dez1 leßtercn wqrcn 65 Ruthcyen und 159 Ostroumncn. e) Arme. nzscthathoUschc; solcher g1ebt es nur eine und zwar zu Wien_ namltch das Hausftudxum der Mcchitaristcn, Welche 1865 9 Lehrer und 23 Stud1re11dc zghlte. (]) Griechisch-Oricntalische,“ solcher find 9 voxhanden. Dre thcolo ische Lehranstalt zu Czernowitz in der B Ukowmza; d1e chrtkals ule zu Zara in Dalmatien; d1e theolog1sche Lehranstalt zu Pacrac in Kroatien; die crzbischöfliche Lehranstalt 311 Karlonmß und d1e bischöfliche Lehranstalt zu Plaski in per M1l1ta1xgrenze, dix theologische Lehranstalt zu Hermannstadt 111 Stcbxnburgen; e11d11ch dic Lehranstalten 311 Vcrscc, Arad und Zombor „111 Ungarn. D1e 6 nicbtungarischen theologischen Lchr-An. stalten zahlten 1865 m allem: 25 Lehrer und 329 Studirendc, Von den lehtern waren 20 Ruthenen, 137 Südflaven und 172 Ostromanen. 6)E.vangel1.sche Lcl)ra11|altcn giebt es - abgesehen 11011 der K. K. thxolygtschcn Fakultat zu Wien - elf, und zwar in Ungarn sechs, namltch zu Oedenburg, Preßburg, Epcries, chrcczin, Säros-
Patak und KecSkcmet; in Siebenbür cn fünf, zu Vistriß, Schäßburg,
Kroyftadt, Hermannstadt und Media ck. 1“) Für die Unitarier giebt es eme thxologtschc Lehrapftalt in Klausenburg.
2) Fur das Studmm der Rexchts- und Staatswisscn- schaften bestehen clchchtsakadcmiccn: zu Preßburg, Erlau, Ka- schxru, Großwarßzem, Dchreczin, Kecskcchs, Eperies und Saros-Patak, sammtl1ch 111 Ungarn; ferner zu Agram, Her- mannstayt11nd_Klausenb111'g.
3) Ch1rurg1sche Lehrmzstaltcn find sechs vorhanden: zu Salz- burg, Innsbruck, Olmüß, Lemberg, Pest) und Klausen- buxg; HehammcnLehranstalten 16 und Thierarznei-Jnstitute z1ve1, zn MW und Pcfth.
4) Der polytechnischxn Institute giebt es stehen, zu Wien, Graß,Prag,Ofen,Bri1nn, Lemberg und Krakau.
5) Montan-Lxhranftaltcn giebt es drei, nämlich die Mon- ta11-2l11stalten zu Prtbram, Leoben und zu Schemniß in Ungarn; 111ederde.Bergschulcn findzu ribram in Böhmen, zu Wielicka m (Halrztcn, 311 Nagyag 111 Stcbcnbürgcn und quiedschacht und NagyzB-MUya m Ungarn.
6) Fur Land- und Fyrftwirtlschaft bestehen: niedere Foxstschulcn zu Aussee, Wmßwasscr, Hinterbrühl und Gratz, und z1yc1 Forstakadxmrccn zu Mariabrunn und Schemniß; ferner die höhcrx landwtrthschaftliche Lehranstalt zu Ungrisch-Altcnburg und dte (16) .?lckcxbauschulcn zu Grossau, Jrnharding, Gras, Kolcawca, Rahm, 8161111911311, Chrudim, Kaaden, Hracholusk, Stoéic- Prerau, Dyblany, Czer111h0w, Kcözthelz, Szcnt-Miclös, Kreuß; Weiter d1x(4)Wc1nbausch11lcxt zu Klostcr11euburg,Kre1ns, Leib- 11115 und Ofen; jdn“ (2) (Harten- und Obstbanschulcu zu Brünn und Lemberg,“ dre zwer.Hufbeschlags-Lel)ranstalten zu Gray und La15ach,*_endl1ch 519 Seidcnbauschulc zu,Baicrdorf.
7) Jürjdw chcrer bestehen zwci chcrschulcn in Brünn und 111 Rctchcnberg.
8)J1"1nf höhere Handels-Lchranstalten smd Gratz , Prag, Pxséh und Tri est (Handels-Akadcmie),
9)J-11r Nayttk bestehen, abgesehen von der soeben erwähnten Hgndels-Akadcmw zu Trtcst, sechs nautische Schulen zu Lussin p1ccolo,Zara,Spala,to,Ra„gusa,Cattaro und Fiume.
10) Kun stzAkad c1111ce11 (für Malerei und BildhauerkunftWicbt es Mr: X W1e11,Prag, Gruß und Krakau.
11) ystk-Konsexvatorien sind zu Wien und Prag; außerdem gtebt es Mustskschulen uBeraun, Schla11,P1lscm Roky0a11,_ Tabor, Lettnwriß, rünn, Olmüß und Krakau. ' ]2_)„M1lttairlxhranstalten. „Fier smd zucr zu erwähnen dre M111t91r-Akqdcn11e zu Wiener Neu adt; die Arttllcrie-Akademix zu Wetßktrchcn m Mähren; dic Genie-Akademie zu Kloster Bruck ber Znatm. An diese schließen fich: ,dze Kriegssthule, dic 111edizinisch-chirux- Ysche Jysephs-Akadcmic, d1e 1111l1ta1r-adminiftrative Lehranstalt, dle
avallerteschulc, das Tbierarznct-Jnftitut - sämmtlich Kzuthien; a et en- Jnstttute find 311 HainnöurY, arburg , Eisenstadt und iume; Schu1-Con1pa(g111een fur nfanteric: zu ainburg und [müß- ftzr Ptmnerx zu «2111111, für Artillerie zu Olmuß, Krakau, Prag und Lzebcnau, fux das GenieWesey zu St, Pölten. Die Mtlitair-Er- ßtehungshauser zerfallen 111 obere und untere; die ersteren be- nden fich u. Stxaß (m Stxtcrmark), Kuttenbcrg, Güns, Kaschau und 1ltta1rgrcnze), d1c„lcßtcren zu Fischau, Bruck, Prcrau und
in Wien,
weiter das Militair-Lchrcr-Rnsrit11t Mu Wiener Neustadt.
Kameniß ( Weißkirchen.
Ueber das Poft1vcscn „dcTNorddcutschen Bundes entneh- * men wir der »Prov111z1al_-_Corrcspondenz« folgende M1t111c1lu11ch).
In der Verfassung des Norddeqtschen Bundes ist die Bestimmung etrOffM; daß das Postwcsen für das gesammte Gebiet des Zkorddeutschen Bundes vom 1.3az111ar1868 als einheitliche Staats-Verkchrs oAnstalt e111gertchtct und verwaltet werden so“e*Dnngcnu'iß ist unterm 2. Novxmbcr 1867 das Gesch über das Poftwcscn des Norddeutschen Bundes erlassen worden. _
Durch dieses Gcscß wurden,.abgeschen von der E111be1tlichkeit der Verwaltung, einige wichtige Erlewhterungcn fÜr den Verkehr gewährt. In Folge desselben hört voxn 1. Januar 1868 dxr Poftzwang fÜr Päcke- reien, insbesondere auch für Gcldxr Hollstcxndrg “guf; auch hxnfichtlich der Beförderung von Personen trctt_c1ne Etnschrankung des b1sherigen Vorrechts der Postein; die unentgeltlrcheMitnahme vo11Bricfen ist für die Folge gestattet; endlich haben die bishcrtgen Bestnnmungcn über die Garantie -Ve1'pflicht11ng der Post eine wesentltche Aenderung zu Gunsten des Publikums erfahren. . „ .
Nächst dem Gesetz über das Poftwesen trat dte 1131cht1ge Frage über die anderweite Gestaltung des Pofttaxwesens fur das N01?)- deutsche Postgcbict heran. „ Das Bcstrxben der Postver1val111ng g1x1g dahin, mit einem übereinft1m1nendcn, e111fach gchalFencn T_ar1f zug1e1ck eine Erleichterung des Verkehrs zu Herkynden. Dtx Erre1chunJdeeses Zwecks schien nur möglich bei der Etnfuhrun de? etnfachcn rtef- portosaßes von 1 Sgr,fi'1rfrank1rte r1efe auf alle Ent- fernungen. "
11 Folge des unterm 4. November 1867 erlassenen .Geseßes uber das osttaxwescn im Gebiete des Norddeutschen Bundes 1| dqs Porto für den gewöhnlichen frankirtcn Brief auf alle Entfernungen M Aus- tausch zwischen zwei Norddeutschen Postmxstaltcn
bis zum Gewicht yon 1 Loth mcl. auf 1 Sgr.,
bci größerem Gc1v1cht..... ........ auf 2 Sgr. _. _ festgescßt worden. Der Tarif sur ,d1e Fahrpostsendungen ,halx. d1_e Mitte zwischen dem bisherigen preuß1scken 111111 dxm Postvcrctns-xamf und ist namentlich darauf bercch11ct,_ für" dre 1n1ttlcrc11 und we1te1'e11 Entfernungen eine Erleichterung herbetzufubrcn.. .
Während hiernach 311111 1. Januar 1868 eme durchgrerfende Re- form des Posttarifs in's chen gerufen wurde, find ferner (111 Stelle des bisherigen Poftvcrcins-Vcrtragcs am 23. November 1867 nach- stehende Staatsverträge abgeschlossen worden: - ,
]) Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, Würt- temberg und Baden. „
2) Postvertrag zwischen dem NorddeutschenB11nde, Bayer:), Wurf- temberg und Baden einerseits und Oesterretch anderersc1ts.
3) Postvertrag wischen dem Norddeutschxn Bunde unk), Luxemburg.
Durch diese crträgc ist eine einheitl1ck1e, den vergndcrten Vex-
hältniffen entsprechende Regexung dex Postverkehrs-Bcztehungen 31111- schen den vorbezeichneten Gebteten erztelc worden. . _ Wie im innern Verkehr des Norddezttschcn Postgxbtets, so 1st auch im Verkehr des Norddeutschen Postgebtets 1111tf'Suddeutsfchlqnd, Oesterreich und Luxemburg das Porto Fur den gewöhnbchen frankirten “Brief bis zum Gewicht von 1 53th mkl. auf 1 „Sgr. (oder 3 Kreuzer) normirt worden. Auch im Ucbr1gen [tunnzen dte fur de_n inneren Norddeutschen Postverkehr erlassenen Tamfbestunmungeu 1111t denjenigen für den Austausch zwischen, dem Norddeutschen Poftgcbzet einerseits und Süddeutschland, OLstcrretcl) und„Luxenxhurgt anderersctts mit Wenigen, unerheblichen Ausnahmen vvllstapdtg uberetn.
Außer der erheblichen Er111äßigung des Bmcfportos werden durch jene Verträge Erleichterungen für die Versc11_d1mg 11011 Drucksachen und Waarenprobcn, für dcn Bezug vo_n Zettungey 1111 Wege Yes Abonncnwnts, sowie für die Ucbcrnnttclung klcmcr Gc_ldbcxrage durch Post-AUWeisungcn zwischen dem Norddeutschcy Postgchtctxmer- seits und Süddeutschland und Luxcmbyrg anderersmts [)erbctgcfuhrt. _
Unterm 21. Oktober 1867 ist z1v1schc11 der Postvcrwgltung des Norddeutschen Bundes und der Postverrvaltung dcr VcrcmrgtcnStaa- ten von Nord-Amerika ein Postvertrag abgeschlossen, 1velcher zum 1. Januar 1868 in Kraft tritt und nachstehende Vcrf_ehr§-Erl91ch_tcruu- gen zur Folge hat. Das Porto für den ei11fachcn frank1rtcn Brtcf tst auf
4 Sgr. bei der Beförderung über Brenzcn oder Hamburg,
6 Sgr. bei der Beförderung Über Belgtcn und England festgescßt worden. . , . „ _
Außer der regelmäßigen , z1vc1mal wc5chc11tl1che11 PIstVerbxnbung auf dem Wege über Engkand, findet eine 1ydchxntltche Pqstverbtqfdyng Wischen Bremen und New-York, und fur ]th eme vtexzchntagtge, nachstens abcr gleichfalls wöchentl1che Post-Verbmdung z1v1schcn Ham- burg und New-York statt. _ „
„ ?lie ngafnisation öder f?Torddeutsthcn Postvchaltung lst uberall 111 vo er us ührun egri en. _ „ Dieselbe umfaßtgvom 1. Januar 1868 ab:. 35 Ober-Post-Dtrec- "MM- 3 Ober-Post-Aemter, 1 Zeitungs-Comtmr, 4340 Post-Außalten. Die 35 Ober-Poft-Directionen bef111den fich qnßer m Berlm und xn bisheri en Sißen von Ober - ostdtxectiopen m dcn 25 alten Re- Ztcrungsbezwken noch in Braun chwe1g, 111 Cassel, 111 Darm- adt, in Frankfurt a. M. (für den Reg1erungsbcztxk stbakZen UZLd dße hohen ollernschen Lande), in Hannover, 111 Ktel, 111 Letp- 319 (für das önigreich Sachsen und das Herzogtbum Sachscn-Alten- burg), in O ldenburg (für das Großherzogthum Oldpenburg und Has Udegcbiet), in Schwer 11 (für Mecklenburg-„Scherm und S_treltß). 1e Ober-Postdirection in Erfurt ist zugletch fur das (onßhcrzo'g- thum Sachsen-Weimar, für Coburg- Goxha, Sqchsen-Mcxnmgen, fur dle SchWarzburgischen und Renßischen Furftenthuxncr, d„1e m Magye- b.."W, Zugleich" fur das erzogthum Anhalt, dte m Mtnden zuglen'h ur dte Fürstenthümer aldeck, für Schaumburg-Ltppe und Ltppe' detmold bestimmt.
In den Hansestädtcn Bremen, Lübeck und Hamburg Werden die daselbst noch vorhandenen Postanstaltcn verschiedener deutscher Staaten in je ein Ober-Poft-Amt Verschmolzcn. Das Personal der neuen Ober-Post-Directionen mit Einschluß der Auffichts-Bcamten ist überall bereits 1111 Ort und Stelle,“ 'eder ist mit Uxbcrnghme seiner dienstlichen Functionen an den betre enden Orten be1chäft1gt.
_ Zur wirfsmncrcn Vorbereitung der Verschmelzung des Postwesens mnerhalb des Norddeutschen Bundes ist eine größere Anzahl von Postbegmten (1116 Sachsen, Mccklcnburz, Oldenburg , Vraunschweig und Lubeck vyruberJehend im preußischen Postbczirf beschäftigt gewe- sen; anderersctts fin bisherige preußische Poftbcamte nach den gedach- ten Staaten kommittirt.
. S9 bildet dezm der Zeitraum vom Herbste 1866 bis Ende 1867 emen uberaus 1v1chtigen Abschnitt der Entwickelung des Postwesens.
- Dex K. Archivrath und Archivar am StaatSarchiv zu Münster l)1'. R. W1lu1ans, hüt, vor Kurzem den ersten Band »der Kaiser- 11.1?k1111d en der Provmz Westfalenee herauSgegebcn. Derselbe zer- fallt 111 4 Abthe1lu11gen. D1e ]. Abth. (S, 1-271) enthält 55 Ur- kunden vom Jahre 777--900„2 Urkunden-chestcn und einen Auszu aus dem Herforder „Hebe-Regtstcr. Die_ mitgetheilten Urkunden fin zwar bts auf 2,bere1ts gedruckt, doch l)1cr mit verbessertc111Textc, auf dessen Correcthe1t_ der Heraus eber ganz besondere Mühe verwendet hat, geltefcrt. Stx 'bez1ehen 1ch größtentheils auf die Klöster Corvey 1111d Herford, etmge auf das B1sthum Paderborn, die Stifte Vtshach, Neuenhcersc, . Metelen, Wunstorf und Wildeshausen, s91171e auf„1_11ehrcre Btschöfe von Minden und Münster und c1n1ge_wxstfaUseheGrasen. Auch befindet fich das einzige aus der Karolmgtschen Zett vorhandene Osnabrückchi (om darunter. Meh- rere der„Urk1„1ndcn haben zugleich einen selb ständigen und hohen Werth fur dte Geschtchtx des deutschen Reichs, und es knüpfen fich hxstor1schc und genxalogtche Fragen an dieselben, die weit über die Grenzen dcr_ Pxomnz _ eftfalcn hina11§rcichen. - Die den einzelnen Urkund'en bctgefugten, zte111l1ch reichhaltigen Anmerkun en beschäftigen fich nut der Jrqgc nach der Aechtheit der Diplome, Yo wie mit der Deutung der m 1hnen vorkommenden geographischen Namen und der Erlä11te_rung ihres cschichtlichcn Inhalts. Z11Nr.27 bespricht der Verf. e_mgehend die chenkung der nsel Rügen an das Kloster Corvey. - Me 2. Abtheilung (S. 273-466) enthält 3 Abhandlungen, die von der Gründung der Stifte Corvey und Herford, ferner von dem Zehntenstrcit der genannten beiden Klöster mit dem Bisthum OLna- bri'tck, endlich von den Westxälischen Kirchenstiftungen des sächsischen Heerführers Widukind und _einer Nachkommen (dem Stift Wildes- hausen, dem Bisthum VcrHen, der Abtei Vreden, den Stiftungen dcr Köqigm Mathilde, „dem St1ft Enger, dcm Stifte zu Nordhausen, der Gründung des Strfts Hameln) mehr oder weniger ausführlich han- deln. In der 3.11n5 4. Abth. werden die historisgraphischen und diplo- matischen Bewetsstückc, w_elche bei den behandelten Fragen angezogen Werden mußten, aus mctft bisher nicht bcnußten Quellen und in verbesserter Gestalt gegebe11.-Die 3.2lbtl)eilu11g (S. 469-514) ent- hält Uffing's Lebensgeschichte dcr. heoilrgcn Ida von Heereld, das Leben des heiligen Waltger von erford, eme Grabschrift des 79 gestorbenen Abts Avo, ein Kirchenge ct für den König (1141553 91-0 rLZS), Auf- Zeichnungen über Corvcy'sck)c Reliquien, einen Auszug aus dem Ne- rolog des Stifts Neuenheersc , einen zwischen 865 und 877 verfassten Brief des CorveyerMönchcs Ratramnus an den Erzbischof Rimbcrtvon Bremen und den AbtAdalgar von Corvey, eine im 10. Jahrhundert verfaßte Ge- schichte der Gründung des Klosters Corvey (k"umlabw E01'bkz'16118i8 1110113303- rjj), ein Verzeichniß der" Corvey'schcn Donatoren, deffenVcrfasser 11111 1150 lebte, die gcschichtlicheEinleitung des Katalogs dcr Corvey'schen Aebte und die Aufzeichnung des Corvcycr Mönchs Godfricd über die Ver- luste und die neuen Erwerbungen seines Klosters (1103-1106). - Die 4. 21th. (S. 517-546) bringt anderweitige Urkunden und zwar zunächst zwei bisher ungcdruckte Diplome des Klosters Bleidenstadt 1111 Nassauischen aus den Jahren 882 und 909, dann das Schreiben eines Mönchs Bernhard an den König Lotlckar11„ zwei Urkunden, betr. die Stifte Neucnhccrse und Werden von 890 und 889, 10 Wil- deShausen'sche Dokumente von 872-1294, endlich die Geschichte der Uebertragung des Le1ch11an1s der l). Pusinna aus einem unbekannten Orte Frankreichs nach Corvey ("1'1'm181atio Z. kusinnas vir inis). - Am Schluß find cin qenaucs Register und ein Glossar Feigefügt. Außerdem enthält das Werk noch 2,l1tl)0grapl)irte_Tafeln , welche die Alterthümer dcs Engerschcn Stifts 111 der Neustädter Kirche zu Her- ford darstellen.
Der Westerwald.
In der vorjährigcn Herbstversammlung dcs nat11rh1stor1schen Vereins der preußischen Rheinlandyunsß Weßfa1e1ts cr- attcte [)]-. Wirt en eincn eingehenden Vcrtcht uber setne 1111 Laufe xcs verflossenen ommcrs statt ehabtexUntersuchupg dcs Wester- Waldes, Der Westerwald um aßt als .]eograsphtsche BefttmmunJ das ganze Bergland von der Lahnquc lc brs zur Lahn- 1111 Siegmitndung und ist ein von der Natur g11t ausgestatxeter Land- |rich- der sch einer im Ganzen rcichc11 chctafwn und Vzeler mter- effanten Particen zu erfreuen hat. WU" ermncrn nur an dre Lage von Altenkirchen, an das die Höhen „Weit beherrschende Hachen- burg, an die Umgebung von MarteUberg und an den Glanz- punkt des Westerwaldes, Westerbuxg. _ Nach der Höhenlage können drcr versch1edcne Etagen des Weser- waldcs unterschieden werden: Die untere oder die Etage von Oter-