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Berlin, 5. Februar. Se, _Majeßät der König. haben MWM “ . . . ' * ,dt 1: Berlin die Erlaubntß znr Anlegung BFsdtvxiédeseYßiZs Zon Schweden und Norwegen Majrstät ihnen verliehenen Ritterkreuzes des Wasa-Ordens zu erkheilen.
Personal - Veränderungen.
1.- Ja der Arx?!» „ck Off! ikke, Pékteprck . mri e :c. 11. ErnennungIeu, Beförderungen und Versetzungen. Den 28. Januar 1868. Grell,“ Hauptm. mid Comp. Chef von der Garde-Art. Brig, zur Dienstleistung als Mitglied der Art. Priifungs -Kommisfion, (Horbels, Pr. Lt, von der 7.1 Art. Brig, als Adjutant zur 9. Art. Brig, Lopf , Pr.Lt. von der 6. Art.Brtg., als Adjutant zur 10. Art. BUF, ischer 1. , Pr. _Lt. von der 1. Art. Brig, als Adjutant zur 11. Art. * kté]. kommandirt. Schmelßer, Hauptm. :I; ]a suits dcs Westf. Feld-L rt. Re ts. Nr._7 u_nd Lehrer an der vereinigten Art. und Zug. Schule, untcr Kelass. m diesem Drenst- vrrhältniß und unter Stcllrmg 5 1a Zuitß dcs Hann. Fcld-Art. Regts. Nr. 10, zum überzähl. Major befördert. v. Plessen, Pilsltnschckk v. Wischkau, Schimmelpfennig, v. Graberg, Port.Fah11rs. von der Garde-Art. Brig, Sellmer, Port, Fähnr. von der 2. Art. Brig, Böhmer, Port. ähnr. VON der 5. Art. Brig. Bahn, YFU. Fähnr. von der 8. Art. TJ“, YU außcrri-atsmäßtgrn Écc. Ms., y- neken, Gefreiter von der ar e -A=rt. Brigade, Wakter, Hagen, Schacks ck11 rider, chrgefrei-te vom Sclxlcsnyig -Holftcin.„_Fcld-Art. Regimt. Nr. 9, Schüler, char. Port.,Fah'nrich vo'm Heffksäyrn Feld- Art .chimt, Nr 11 -- zu rt. Fahnrirhs befördert. .H-umnze, rem. Lieutn., aggr. edrr 4. Ar. Brigade, in den Etat- emrangtrt. Zacke, Major a. D., friiher Hauptm. _und Comp. Chef 111135. nf. Regt, zum Vorstandc der Handwerksstätte des Garde-"Fcst. 5 rt. Regis. erncmnt. „ _ . 13. Abschiedsbewilltgungen _2c. Den 28. Januar 1868. v. Verscxi, Sec. Lt., aggr. dem M deb. Hus. Regt. Nr. 10, als _Pr. Lt. 1mt Pens. und der Armee- Uni. ausgeschieden. Grieß, Ma or von der 5. Art. Brig. uder-t. Off. vom, Play in Thorn, mit „swn nebst Ausficht auf Civilvcr- sorgung und der Unif. der 3. Art. Brig, v“. Willich, auptm. und Battr. Chef von der 5. Art. Bri ., als Major mit cnfion nebst Aussicht auf Anstellung in der enda'rm'e'rie und seiner“ bsisheri en Unif, Piep er , Sec. Lt. von der 8. Art. Yrig., mit PW„ -_ cr lesthicd bewilligt. Berker, außerctatsn1.§€ec.Lt. von der 8. Art. Brig, unter dem gescßl. Vorbehalt ausgeschieden. _ Beamte der 'Miütaiér-Mrwaktung. Durch Verf'ügéung „dcs Krie-gs-Ministeriums. Den 18. Januar 1868. Gutsche, Zahlm. beim ]. Vat“. 2. Schief. Gren. Regts. Nr. 11, der erbetene Abschied mit Pens. ortheilt. Den 26. Januar 1868. Schmidt, Jutendantur-Sekrrtariats- Applikant bci'dcr Intendantur des 7111, Armcc- Corps, zum Sekre- tariats-Asfistcnten ernannt. 11. *n der Marine. ffi'z'ieve re. 15. Ernennungen, Befördrrwng'en rc. Den 30.J-an:uar 1868. Stubenra-uch, Schulze, v. Koppy, v. Pawc-lsz, Dittmer, Kocbcke, v. Rrichc, Holzbauer“, vou Kyckbusch, Braunschweig, Becks, Unter-Lts. zur See, zu Liru- tenants zur See befördert.
Bekanntmachung. Dem von uns in Gemeinschaft mit der Königlichen Regierung in Potsdam erlassenen Uiiipfarrnngs=Dckrcte gemäß wird vom 15. d. M. ab derjenige Theil der Feldmark Nixdorf , Welcher nördlich von dem vaikruge und der nach der Hascnhaide führenden Chaussee innerhalb der Grenzen der eMrrgeliseh-cn Kirchcngcincindc zu Dcutsch-Rixdorf bc- lcgetr Und seit dem 1. Januar 1861 dem Stadtbezirk" von Berlin ein- verlcibt ist, zur Parochic zum heiligen Kreuz hicrsclbst gehören, was hierdurch zur allgemeinen Kenntnis; gebracht wird. Berlin, den 3. Februar 1868. . Königliches Konfistoriixxn der[ Provinz Brandenburg. xcge.
Nichtamtliches.
Preußen. Berlin, 5,_Februar. Sc. Majestät der König arbeiteten heute Vormrttag mit dem Gchcimchabincts- Rath von Mühler und empfingen dcn Obrr-Jägrrmeister (Hm- fen Eberhard Stolberg und den Regierungs=Präsidcntcn Frei- herrn von Hardenberg. _ „
» Ihre Majestät die Königin erthcilte gestern dcm neucrimimten Königlich bayernschcn Gesandten dic nacchiricrte Antritts-Audienz und erschien Abrnys mit Sr. Majestät ? cßnf1t Ksönige auf dem Feste dcs Kaiserlich französischen Bot-
a er .
„ ,-_ Se. Königliche Hoheit der Kronprinz nahm gcsicrn nnlitairische Meldungen entgegen, erth'cilte dcm Rittersckyafts- Rath von Pfuel und dem Over-Bürgermeister von Frank- furt “',M-- ])1'. Mumm, Audienzen und erschien Abends in der Sorrse deSKarserlich französischen Botschafters.
geruht: Den PoltxkikHaluxtlmßn von Stück- _
-- ;[m Verlaufe der ? igen Sißuns des A'bégéokkne- kenk'cxu es nahmen 11ach - “nu Abg. Miquéi dris Wort der Präsident des Staatsministeriums, Graf von Blsmarck- SchönLauscn und der Abg. Stavenhagen. '
An den Antrag dcs Abg. Dr. Becker Wurde die SWUUg verklagt. Der Schluß der_leytercn erfolgte um 3 Uhr 45 Mi- nu en. -
-- Die heutige (43) Plenar-Sißung des Abge-Ordneten- Kaufes wurde von dem Präsidenten von Forckenbeck gegen ()*; Uhr eröffnet. .
Das Königliche Staatsnnniftcrjum war vertreten durch dessen Präsidenten, Grafen von Bismarck-Schönhausen, den Finanzminister Freiherrn von der Heydt, den Minister der landwirthfchaftlichen Angelegenheiten von Selchow und mehrere RegierungZ-Kommiffare.
Vor dem Eintritt des Hauses in die Tagesordnung äußerte fich der Abg. von Saucken-Iulienfelde iiber das von dem
inanzminister an den Präsidenten von Forckenbeck' gerichtete 'chreiben, betreffend seine am 14. d. Mis. im Abgeordneten- hause gehaltene, sich auf den Nothftand in der Provinz Preu- ßen beziehende Rede.
Der Finan =Mini|cr Frhr. v. d._He ydt erwiederte- hierauf:
Ich war ei den betreffenden Acußerungén des Herrü Ab- geordneten von Saucken im Hause nicht anwesend. Als ich von diesen Aeußerungen Kcnntniß erhielt, glaubte ich, es dem Hanse und der Verwaltutig schuldig zu sein, die Thatsachen, die hier angebracht waren, näher zu konstatircn. Zu diesem Zwecke bat ich den Herrn Abgeordneten um Auskunft darüber“, wo die von ihm erwähnten angeblichen Anordnungen vorge- kommen, von wem sie ausgegangen seien, um danach die ge- eignete Remedur zu treffen. Der Herr Abgeordnete hat das nicht gethan, syndern mir. grantwortet, 1ch würde aus der Rede ersehen, daß er hinzugefügt habe, daß jeßt Alles in OrdnUng sei. Der Herr Abgeordnete kam ZU nur und erbot sich, mir bezüglichePri- vatbrrefe zin ü-hergeben. Darauf antwortete ich, ich hätte kein Inter- esse an der Prwatcorrcspondenz, sondem nur daran, die Richtigkeit der Thatsachen, die von ihm behauptet wären, im Intrreffe der Verwa'l-trmg zu konstatiren , und ich hätte schon Bericht der Regierung, m Gumbinnen chha'lb erfordert. Ich habe geglaubt", diesen Bericht dem Hause mitt'hexilcn zu miiffcn, und habe damit von meiner Seite nur das gethaU,--was ich von meiner Stelle aus für rccht hielt.
Dre Vcrathung“ des Berichts der Budget-Kommission über den „Entwurf emos Gescßes, betreffend die Ueberweisun von Bestandrzt des vornia'lshaiinoversche11 Domanial-Abl-ZTZungs- und Yemyßcrungs-Fonds an drn provinzialft'c'indischen Verband der Provinz Hannover, wurde nunmehr fortges ßt.
_ Der Reglernngs-Kominiffar , R'cgi'erungßrath Küster, gab emgehezide Erläuterun en. _ .
_ Fur dte Kommisions-Antrc'ige sprachen, hierauf die Abge- ordneten 19. Kardorff, Oppermann 11115131". Braun (Wiesbaden), gegeii dieselben dtc Abgeordneten v. Benda, [)x'. Waldeck und v. Vmcke _(leendorf). _
Der Präsident des“Staaisministeriums, Graf v.“ Bis 111 ar ck-
S ck 6 n [) ÜWs e-n , erklärte:
Ich biné überzeugt, daß hei eiiier, gereauen Prüfmig der stem)- graphischchrrrchte ,fich cm prmzrpieller Unterschied zwischen Yen Aitsmffungcn, dre rmNamen des Ministeriums des Innern uber dir Frage drr Deccntralisation gefallen sind, und zwischen den i_ucmigen, nicht finden kann, denn es ist eine zweifellose Thatizn'lzc, Haß “im Schooße des Ministeriums eine Mcimm s- vcrszincdcnhrrx Über diese Frage nicht herrscht, das; wir [lc dariiber einig sind, dir Drccntralisation in dem Maße, Wie [ck 95 gestern charakterisirt habe, zu erstreben, und auch der Hcrr Mmqter drs Iimcrn ist darüber prinzipiell nicht anderer Meinung., Es rst „mögllch, daß er in Bezug auf die Modalität dcr Aiisxuhrung, in Bezug auf die Bercitwilligkeit zur Ueber- nahme „xnibesolrctcr Ehrcnamtcr persönlich skrptischere Ansichten hat, als sie 1111l_s'xid dem Herrn Vorredner eigen find, das ist e_mc Suchy rcr §1*,«ii)r1i11g; sollten sich die Vorausseßimgen des .KZOZ'L'U'WTU11ÜLL'I des Innern als begründet ergeben, so würde das Vlllli'lcht 331 der Nothzvendigkeit führen, nicht ausschließ- [[ck aiif „gewahlte Chrcnamtcr zu rckurriren, sondern den unahhmigich provmzrrllrn Körperschaften rechts- und sachkmidmc Beamten beizugebcn, wie das früher bei den [aiiYschaftluich Vertretungen sehr oft der Fall grwcicn Ut- Das |in alles Modalitäten der Artsführung, auf W 111211131 111601 6111911le will. Darüber ist das Staats- mimsicrium m ']lch einig, daß cinZustand so bald als möglich
aufhören müsse, in welchen Überjcdcn Zaun, überjedeBrücken-.
bohlc durch fünf Instanzen bis nach Berlin egangen wird und daß, schlirßlrch dir, beiden äußrrften Pole, die ezirks-Gendarmen und drr gclicmirathlichcn Kreise des Ministeriums, die eigentlich Cntscherdcnldcn m jeder spezchen Sache sind. SolchemZustande einc Rcmcour zu schaffen, diese Aufgabe verstehen wtr unter
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Deccntral'xsation. Wie wir fie realifiren können und werden, onan wrr mit Ihnen gern berathen, und keinem Wunsch, kei- ner Bclrhrung unzugänglich sein.
Brun Schlusse unseres Blattes war die General-Debatte noch mcht beendet.
_ Ihre Majestät die Königin hat an das Comité des Bazars zur Milderung des Nothstandes in Ostpreußen folgende Antwort auf drffen Schreiben crtheilt, durch welches die bisherigen Erträge dieses Unternehmens Allerhöchftihr zur Verfügung gestellt werden:
In Erwiederung des Schreibens, welches Sie im Auf- trage dcs gesammten Comité's an Mich gerichtet haben, danke Ich Ihnen, so wie Allen, welche dem Bazar fiir die Nothlcidenden m'Ostpreußen zu einem so großartigen Erfolge verholfen haben, Mit dem Gefühle der warmen Anerkennung , welche der ernsten Bedeutung unserer gemeinsamen Aufgabe entspricht. Ich werde die eingegangene Summe von 52,000 Thlrn. und die noch in Aussicht stehenden Beträge dem Vaterländischen
raucn-Vercin mit der Bestimmung überweisen, daß Über ihre
erwendung in den nächsten 3 Monaten gleichmäßig verfügt werde. Die allscixige Bercitwilligkeit, mit welcher unser Unternehmen unterstüyt wurdc, beweist von Neucm, wie das wahre Mit efr'iht im In- und Artslande das Deutsche Bewußtsein ver inder, und bei entscheidender Veranlassung seine volle Thatkraft- bewährt.
Berlin, den 5. Februar 1868.
, gez. Augusta.
An die Vorsißende und die Stellvertreterin dcs Comités für den Bazar zum Besten der Noth- leidenden in Ostpreußen, Frau Ida v on “atow
und Frau Luise Borsig hierselb .
Aus Gumbinnen. Um die Ausdehnung des wirklicher! Man- gels an Lebensmitteln in den vom Nothstande betroffenen Kreisen zu- verlässtg übersehen und demgemäß weitere Maßregeln treffen zu kön- nen, hat diechierung, nach der »Prov. Corr.«, genaue Ermittelungen der in jedem Kreise vorhandenen und der zur "Ernährunchs Kreises bis zur nächsten Ernte nothwendigen Lebciismittei ]eder Art angeordnet. „ kö Die Ergebnisse werden hoffentlich in Kurzem mitgetherit werden
nnen.
In nächster Zeit ist ein wirklicher Mangel an LebenDnitteln nur hinsichtlich der jenseits der Memel bclcgcnen (Hrmcmden und in einzelnen Kirchspiclcn im Kreise Niederung zu befürchten; doch smd zur Abivcndung solchen Mangels bereits die thunltchften An- ordnungen gciroffen. „ „
In Der übelsten Lage befinden fick) die in der tiefen Niederung hr- [e?enen Ortschaften diescr Kirchspiele. Dieselben find namlich ,beim C' ntritt anhaltendrren Thauwcttcrs von jedem Verkehr abgeschnitten, Weil die sie ringsum mnarbcnden Eisftäaxn brüchig wrrden und auf kciue Wcise pa*firbar sind. Die brtreffendrn Ortsvxorstände fitzd auf den-C'intritt dicérr Evcniimlität auSdriickliw liingewicirn und drixigcnd aufgefordert ivordrn, dafür Sorge zu tragen, daßfur dicseZeitqdcr erfordcrliche Bedarf im Voraus beschafft Werde. Dic Lzmdrathc nnd angewiesen, in dicser Riehtung von alienivnci1gcscß1xchzr: Gebote) stehrndcn Maßregeln Grlirmtcl) zu machen, um zu ycryuten, daß bei längerer Unterbrechung der Communication d-kxc L-avc-nsnnttexi aus-gxhezi. Lllxer-iirgs :| die Gefahr nicht zu verkennen, „daß Vorrathe, die m sol'cher Absicht angesammelt Werden, vor der Zeit angegriffen werden; es giebt aber keinen anderen Weg, der drovendcxrspatcrcn Noth vor- zubeugen und Werden fick) die Bewohner ihr Schicksal sxlbstkzixzmckirit; ben haben, wenn sie beim Anblick größerer Vorrathc die RUcknryt aus die Zirkunft aus dem Auge lassen. . . "
Die allgemeine Lage “hat fich- in dicser Wociyc-„wcnig Verandert. Der GesundheitéZzuftand kann auch cht im Allgemeinen ,als cm* ver- hältniß-mäßig günstiger bezeichnet werden. ' Es sind freilrci) neue Er- krankungen am“ Tiiphus- eingetreten, doch ist dJ Verlauf der,.Krank- heit im Allgemeinen zufriedcnstcllcnd und die Sterblichkeit gering. _ Die meisten Erkrankungen haben in Lorßcn, Rhein und Widnimncn stattgefunden. Nach Rhein ist der KrciSphvfikus 121“. Marcuse niit drin Auftrage-abgegangen, die Vorbandcnm Krankrn in solche Vcrbgltniffe zu bringen, die ihre Wicdrrgenesuyg ermöglichen und der Weiterver- breitung dcr Epidemie möglichst Einhalt thun. ,
Derselbe berichtet, daß unter Beistand dcs Johgnmtcr-Ordcns Z Lazarethe in der Entstehung begriffen waren, urid dic außerhalb'dcr Anstalten bcfindlichcn Kranken, soweit tbunltck), m dii'sclbcn, unterge- bracht-wrxrden. Sie Werden daselbst gutverpflcgt und find blI[)«'l' nur 2 Todrsfälle vorgekommen. .
In einer von dem rc. Marcuse eingerichteten Suppenanstalt wor- den 190-tägliche Portionen gesunder nabrhaftcr Kost Vöka-[chtLbQ . _
Die ungesundestcn Wohnungen sind geschlossen und dk.“ Yaiiizlicii tbunlichft in“ gesundcrcn Räumen untergrbrach1._ - Zur gclwrotge Desinfection wird gesorgt und so find seit Formen Sonnta keine weitere Erkrankungen erfolgt. Die Zahl der “Qyphuskrankcn ctxaqt im Ganzen 23, von denen 18 in den Lazarethen untergebracht-smd; die Unterbringung von 3 anderen dürfte noch erfolgen. . ,
Wiederholt wird mehrfach hervorgehoben, das: dir von der Eyrdrnne zuerst Ergriffencn gcradc-zu Leuten" gehören, welchen es nach ihrer eißenen Aussage weder an ausreichender Nahrung, noch an sonstiger K 'rperpfi-cqe gefehlt hat. ' _,
_:Einefriihcre Notizder«PWVmzial-Corrcspondcnzee uber dchy-
Hhus in Ostpreußen hat dem Abgeordneten Virchow Anlaß zu der _rhauprung gegeben, die Regierung müsse vyn ihren Mcdizinalbeamten wohlmcht gut unterrichtet werden, da in ]cncr Notiz jede Beziehun d'es Typhus zu_ dem Nothftandc in Abrede gestellt werde, was mi einer Veröffentlichung der Gumbinncr Regierung im Widerspruch stehe.
„Hierauf hcmerkt die pProv. Corresp-.«, daß es so wenig ihr, wie den K. Medizinalbeamten beigekommen ist, jede Beziehung des Typhus zu dem Nothstandc zu leugnen.
Was m Abrede gestelltwordcn ist, und mitvollßem Rechte, ist, daß ZFrFthUsÉ' m Ostpreußen als eine Folge der Hungersnot!) aus-
n 1.
, Man erinnert sich des vor einigen Wochen in fast allen Zeitungen Wiederhyltcn _Saßes: bercxts sei in Folge des Nothstandes der Hunger- typhus_ m Ostpreußen ausgeßrochen.
Dieser Annahme gegenuber ist auf Grund zriverläsfiger Berichte nacbgcwxesen worden, erstens, daß der Typhus in Ostpreußen in seiner Enstehung und ersten Vcrbrxitung gar keinen Zusammenhang mit dem Nothstandc gchaht habe, vtclinehr zunächst in Kreisen aus ebrochen set, m wclchen kcme Noth vorhanden war, - zrveitens, daS der so- genanirte Huiigertyphus (der. exanthcmatische Typhus) überhaupt nicht unbvcdtxtgt Mit dem Hunger 111 Verbindung stehe, und fich keinesweges allem in Folge schlechter u„nd unzureichender Nahrung entwickele.
“_ Hirrauf kam es zunachst an, umdie unrichtigen Behauptungen uber die Entstehung und den Charakter des Typhus in Ostpreußen zuruckzuwrison.
Panchen haben die betreffenden Medizinalbeamten hervorgehoben, daß 11ch der m Rede ßchende Typhus nach den in Schießen gemachten Erfahrungen unter, einer hungernden Bevölkerung allerdings leichter und schneller verbreitciz könne, als sonst, - daß elende Verhältnisse, schlechte Nahrung, Kälte 2c. unter diejenigen Bedingungen gehören, unter Welchen anostcckenchrankheiten fich iiberhaupt leichter verbreiten, und Tzaß dal)cr_d1c LindrrUiig drs Nothftandes auch deshalb dringend zu wunsche-n. set, um einer ivri-teren Verbreitung des Typhus vorzu-
beugen.
Sachsen. Weimar, 3. Februar. Nach Ablauf von 3 W9xhen seit Beginn des Landtags fand heute die durch die Geschriftsordnung für den Landtag vorgeschriebei1e Neuwahl dcs“Landtagsvyrstandes statt, in welcher der zcitherige Vorstarid Frrrs als Prafiderit, 'Genast als erster Vicc-Prästdent und Hering als zweiter Vrce-Präsident wiedergewählt wurde.
Hessen. Darmstadt, 3. Februar. Das »Regierungs- blatt“ Nr.. 6 enthält emeBekanntmachung des Großher og-lichxen Ministerrums des Großherzoglichen Hauses und des 'eußeren, die TelegrgP-hen-Ordnung für die Korrespondenz auf den Tele- graphen-Limen. des Norddeutschen Bundes betreffend.
Bayern. Münchrn, 3. Februar. Die »Süddeuische Preffea meldet: Ihre Maxcstät ÖW Königin-Mutter ist in Folge von Erkz'xltung arr. akutem schmerzhaftem Rheumatismus, jedoch nut geringem Fieber erkrankt und wird, demzufolge ihre Ge- mächer längere *Zeit nicht verlassen können.
- Bet dcm demLandt-age vorgelegtenGeseßentwurfe über diechrmarkung der Grundstücke handelt es sicha» schließlich- um die Befriedigung. cines landwirthsäxaftlichen Bedürfnisses, 11ämlich um die in einem großen Theile. des Landes bis jetzt mangelnde Sicherung und Eoidenthaltung des 1andwirthschaftlichen Grundbesich durch eine. entsprechendes und dauernde Grenzvernmrkung.
Nach- Art. 1 des Entwurfs kann die legale Vermarkun cines Grundsti'xcks nur in der_Vorausscßung stattfinden, da drr Grenze; ,desxelben unßestritten und zweifellos feststeht, und das bcrdcrchige: Anerkenntniß der Eigenthumsgre-nze bildet.: hier- 1mch dre rm-erLäßiiche Vorausießung, ohne welche der Grenz- nachbar mcht- genöthigt. wsrden: kann, die V&rmarkung vorzu- 11chmen„u11ck wenn: dorsrlbe-x auf die V&rmarkung. sich nicht ein'- la-ffen wril, indem er die Unbestrittenheit der Grenze in Abrede stellt, so muß eben der Antragsteller die. Grenze vorerst durch gerichtliches Urtheil feststellen lassen. Sodann muß das Ver- langen ciner gemeinschaftlichen;Vermarkung auf einem wirk- lichen. Bedürfnis; beruhen , d. h. das Grundstück muß wegen gänzlichen oder theilweiscn Mangels der Grenz eichcn nicht hin- reichend erkennbar und gesichert sein. Ist dicFe'Vorausseßmig bestritton, so soil die Verwaltungs-Vehärde aufGruud sach- ver-ständigen Gutachtens hieriilyer zu5 entscheiden haben.
Nach Art. 4 soll die Vermarkung in der Regel durch Steine geschehen und-nur ausnahmsweise;Grenz-markexr von dauerhaftem Holz zulässigsein, wcnn die-Bcschaffenhcrt des Bodens das SrYen von. Steinen nichtgeftattet, oder wenn dre Beschaffung der leßteren mit unverhc'iltnißmäßigerr Kosten ver“- bunden wcire. Die-Motive rechtfertigen diese Bestimmung da- mit, daß der praktischeNuYen des Gcseßcs wesetztl1chdadurch bedingt sei, daß es den Grundei enthiimer- berechtigt , dte-Ver- wendung cines, dauerhaften atcrralsvzur Vermgrkung zu verlangen, in weicher Hinsicht nur allern- Grenzzrtchen von Stein als geeignet zu erachten seien. Die meisten m Bayern bestehenden , sowohl älteren, als neueren„Subner-Ordnqngen sprechen auch ausschließlich- nur- von steinernen Grenzerchen, und solche sind auch in anderewdeutschcn Staaten , un zwar in neuerer Zcit-- namentlich durch das-obenerwähnte großherzog-
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