1868 / 39 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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In Betreff der K_osicn fiir die Yczirks ;chyptkaffcn inder

„rovinz Hannover befiirwouisie dxrxx», xgyry', sdenimissar (th. Obcr-Finan :Rath Moclie ZattzZ dr FP-aiz “quantums »im Betrage von 30/50 Thlr. die definitive Beibringung, der yon ,der RWirrung-heaniragten Ausgaben. Nach einer MZkuFsi-dn, “an welcher die Abgeordneten Grumbrccht, von ersten; und Twesien theilnahmen , wurde der Antrag der Stanisregieruyg

angenommen. - »

Der Antrag des Abg.,Vt'. Kosch, daszHaupt-Extra-ordmarium von 400600 Thaiern zzichth „*:,beiyilligen, wurdc _mrt großer Majorität abgelehnt. _ . '

Der Etat fiir das 'Mimftermm für Handel„ Gewerbe imd öffentliche Arbeiten, sowie der Etat fiir das Iusiiz-Mimfterium wurden ganz wie in der Vorberathung genehmigt.

Beim Schlusse unseres Blattes hatte das Haus die Be- rathung der zum Etat des Ministeriums des Innern gefaßten

Beschliiffe und Resolutionrwbegonnen.

-- “Ueber die Zustände im, Regierungsbezirk Königsberg = liegen Folgende weitere Mittheilungen vor:. _ _ . Ein wirklicher Mangel an L e b e n s m i t i ck ("n ist noch in' keinem xhcile des Departements vorhanden, sieht auch "wohl uberhaixptiiicht zii besu17ch- ten, da die Nähe der größeren Handelsplahe Danzig„ Living, Königsberg und Memel, woselbst iiberali noch erhebliche Qnantttaten Getreide auf den Speichern lagern (in Memel aixgenbiixklich ca. 35,000 «chrffcl Rdggcn, ebenso nicht unbetrc'ichllichc Quantitatcn Gerste und Erbicn). Die leichte Verladung zur See, namentlich der Verkehr *nur Stettin, “woher größere Quantitäten fich event. wurdcn ,bixschaffcn lassen, der „schnelle und bequeme Transport auf der von „Königsbcr? aus schon nach vier “Seiten hin die Provinz durchscknc1dcndcn Eienb'ahn und die fich in allen Hanptrichtungcn an dic_se einschließenden Chausseen durften die' rechtzeitige Zufuhr wohi iiberall hinlänglich ficherstellrn, insofern nur die Mittel zum Ankaux- des Bedarfs vorhanden find. „Seitens des Kreises Labiau, wo das Be ürfniß wohl am, größten ist; find, nachdem bereits früher Naturalien durch den Kreisapgc-kauft, »und Depots so- wohl zum Wiederverkauf als zur uncnigxldlixhen Vertheilung an Be- diir tige unter Leitung von KrcW-Kdminissaricn angelegt sind- neuer- iichft dem Militair-MalTazin zu Tapiau 2500 Ctr Roggewcntnonrmcn, und 1th wieder 4000 whalcr zum Ankauf von Naturalien bereit gc- siellt- Das;Ausgchen der vorhandenen Vorräthe nach einigen Monaten wird nur in ÖCUTKkListU Friedland, Rastenburg, dcmnördlichxn Theile des Kreises Rocffci befürchtet, und wird dann all_ch wohl noch, in einzelnen andern Kreisen oder doch mindestens in einzelnen Theilen derselben eintreten. Es wird dann die Beschaffun? von-aus-wcirts, namentlich zur

Saat erfolgcnmiissen, indes; wird an der V öglichkeit der rechtzeitigen Herbei- _

schaffung nirgend gezivcifeli. In einigen Kreisen, namentlich Fried- land und Heitsxberg, wird b.cabfichiigt, Ramrns der Kreise als- bald größere Getreide-Ankäufe zu ,.machen, um mindestens den Be- darf an Brodgetreidc schon „'cht sicher zu stellen und zu verhindern, daß die noch im Kreise onhjandenen Vorräthe mzwischcn demselben entzogen ivcrdcn. Nur in nschung dcr Kartoffeln, namentlich der Sicherstellung des Bedarfs zur Saat, diirften möglicher“ Weise beson- dere vorsorglicbe Maßnahmen zu treffen sein. „_

Der Preis des Roggens seht noch in den nördlichen Kreisen Memel, Fischbauscn, Königsberg, Labiau, Wchlau, Gerdauen, Heili- genbeixl auf 3 Thlr. bis 3 Thlr. 10 Sgr.,pro Scheffel, in' den mittle- ren Kreisen Friedland und Raftcnburg auf;; Thlr., Heilsberg, Pr. Hoüand, Braunsbcrg, Mohrungen, Liilensiem und Osterode„2 Thlr. 20 Sgr. bis Z Thlr., in den Kreisen Ortelsburg und Neidcnburg 2 Thlr. 15 Sgr. bis 2 Thlr. 20 Sgr.

Der Preis der Kartoffeln ist im Krcisqunicl 1 Thlr. 25 Sgr. und fehlt es in diesem Kreise nach 'der Anzeige des LandrathS-Amtcs an käuflichen„Kartoffel-Vorräihcn sowohl in_dcr Stadt als auf dem Lande, in dcniibrigcn nördlichen Kreisen des Departements 1 Thlr. 5 Sgr. bis 1 Thlr. 10 SIR, in den mittleren 1 Thlr. bis 1 Thlr. 5 Sgr., in dem Kreise Osterode 28 Sgr., in den Kreisen Ortelsburg und Ncidenburg 15 bis 25 Sgr. pro Scheffel.

Was die Lage der ärmeren Bevölkerung betrifft, so ist na„ch alle'n vorliegenden Berichten die _thh bcrhältnißmäßig am größten ,in dem kleinen Handivcrkcrstande des platten Landes, namentlich aber der kleineren Landstädte.- Zur Abhiilfe dieses an- wachscndrn Yebelstandcs sind bereits weit umfassendere Maßnahmen in der „Einleitung begriffen.

DieLagedesTagcliihncr-undHandarbeitersiandcsisrbeidcr fich mxhrrndcn Gelegenheit zur Beschäftigung zwar-als einc gedrückte, aber doch immerhin als im „Ganzen noch rrträglichc zu bezeichnen. In einigen Theilen des Bezirks fehlt, _cs «doch an genügender Arbeits- gelegcnhcit. Die eröffnetenLlrbciisstcllen können wegen der Witte- rungs-Hinderniffc leider nicht den wriiischcnsiverthcnUmfang erhalten, namentlich Weiden Erdarbeiten an den Chauffecn nur an wenigen Stellen, besonders im Kreise Mohrungen bei den Kreis-Chauffce- Bauten, jedoch unter einer Vertheucrung der Arbeiten um 30 bis 40 Prozent, ausgeführt.

Der Verdienst des Arbeiters pro Tag |cllt *sich bei den Eisenbahn- und Chauffee-Arbeiicn auf 8 bis 12 Sgr., in den Forsten auf 6 bis 10 Sgr. durcbschnittlich Chgussee- Neubauten find im „Gange in den Kreisen Friedland, Gcrdaucn, Königsberg, Pixohru-ngen, Pr, „Holiand, Rastenburg , Labiqu, Wchlau , Neidenburg, Ortclsbrirg, und sollen in KUJZZU'É? Angriff genommen werden in den Kreisen Braunsberg rm ct ' erg.

Fiir die Beschäftigizn-g der Frauen durch-Spinncn und einige andere Handgrbeiten Wird durch die verschiedenen Wohithätigkeitsq MYLIFE, dic Frauen-Vcrcinc, mit Eifer in großer AUÖÖUMUUJ

Dcr Gesundheitséusiand ist im Ganzen noch, befrirdigcnd Wr „Typhiis.i| .in_*v1ccii.;„Qrt1chaftcii dcr*Kri-isc Rastenburg Uni “ried1_ai,1d„1n mehreren: dcss'TKrciscs Rössel, in einigen des Kreises „llcnftem, M der Stadt Paffenhcim, Kreises Ortelßburg, in-der Stadt Lixbstqdi, Kreisrs Mbhrungcn, in den Städten Zintcn und Heiligen. bc_il,.Krcises Heiligenbcii, und in einem einzelnenEtnblissemeni des-Krcises Jischausen verbreitet. Die vorgekonimcncn Sterbefälle sind jedoch

- uerhältnißmäßig nicht zahlreich , und in keinem Kreise hat er bis: .

her--citie11.„ "eigentlich cpidrmischen Charakter gewonnen.

-3Was-drc ur Abhulfe der Noth getroffenenVeranstaltungen bxtrifftx so gewmnt das Wohlthätzigkcits-Vereinswescn nach allen Seiten hin in- erfreulichevWetse weitere Airsdehnung. *Nacl) dcmVorbildc und im Anschlusse an den Ccntral-Hülfsvcrcin fiir Ostpreußen und den Centzra[=Frauen-Vercin ancrlin bilden sich noch fortdauernd neue Lokal-Vereinc'und, erstreben .die bereits vorhandenen Weitere Ausbrej. Yung.“ Dir in diesen Vereinen thätige Privat-Wohlthäiigkeit, Welche nx die individuellen Verhältnisse leichter eindringt und schnellere Ab, hulfe gewährt, hat außerordentlich vici dazu beigetragen und trägt fortdauernd noch dazu bei, die Gefahr einer schlimmeren Gestaltung der chhlagc fern zu halten, und in es mir zu wünschen, daß diese erfreuliche und dankenswerthe Thätigkeit nicht crmii-dcn möchw

Namentlich hat neben der Gciruihrnng von Arbeitsverdicnst und sonstige direkte Unterstützungen die Errichtung von Suppen-“Anftaltcn zur Gewahrnng warmer Speisen an Nothlcidendc durch Vereine, nnter Gewährung von Zuichiisjcn ssitcns der Kreise und Gemeinden, - cmc-sehr ausgedehnte Vcrbrciiunxi gewonnen.

" Findet eine uznfassendc Hiil c durch Gewährung von Saat-Vor- schus1enund Yiiicrftußung dcr nothlcidcndexiGewerbetreibendcn statt, so ist unter Mitwwkung der zu verhoffcndcn fortdauernden Privatwohlihä- tigkeit wohl .zu er'Wartcnx daß man über die Kalamität hinwegkonmrrn Wird, ohne daß „dieselbe einc unheilvollcre- Gestalt gewinnt, zumal die zghlrcichcn Arbxitsstellen fur das Frühjahr wohl eine mehr als hin- langliche Beschaftigung der Arbeiter in sichere Arissicht stellen.

Sachsen:. Dresden, 13. Februar. Die Zweite Kam-

mer hat heute die Budgetabtheilung iiber den Vauetat beratheu Ü

nnd die Position iibcr fiskalischen Straßen- und Brückenbau M ihrenrinzclnen Nummern erledigt.

*HWeimar , „11. Februar. Das heutige“ Regierungsbiatt publizirt das mit dem Landtage über die Frei iigigkeit ver- embarte und mit dyn Bestimmungen der Verfaésung des Nord- deutschen Bundes iibcr denselben Gegenstand in Einklang gc-

brachte Gesch.

Coburg, 9. Februar. Am 13. d. M. wird der hiesige Sonderlandtag zusammentreten. Die wichtigste Vorlagefiir denselben bildet der neue Staatshaushalts-Etat fiir die nächste Fmanzpcrwdc.

Altenburg, 12. Februar. Nack) eincr:-Bekanntmach1mg

des Gefammt-Minisieri,ums ist die Landschaft-des Herzog-

thxuns nuf den 17. d. M. zur Fortseyung ihrer Berathungen Wieder einberufen worden.

Hexffru. Darmstadt , 12. Februar. Der Großherzog hat dir ErrichtunZ cmÉYheYogiichcn Seminars an der Groß- herzoglichen Landes-Tiniverfttät, mit nächstem Semester begin- nend, zu gxnehmiJen geruht.

- Dic Wa [lisiewzmn _Zollparlament werden nach Ver- fugung Großherzoglichen Ministeriums des Innern dcn20sten [. Mis. in allen betreffenden Gemeinden zu Jedermanns Ein- sicht aus eiegt werdcn.

- ZurYussührung der bereits in diesemIahre ins chen tretenden Militair-Ersah-Instruction ist von Gr. Ministerium des Innern Verfugt worden, daß die Gr. Kreisräthe als Civil-

Vorsihende dcr Kreis-Ersay-Konmiissionen ihrer resp. Kreiscxzu *

fungiren haben.

- „Von Großherzoglichein Ministerium der Finanzen wurde den „Standen unterm Heutigen ein Gescßesentwurf Übergeben, wonach AuSländer, wclche im Großherzogthum wohnen, vom 1. Iamzar 1869 an zur Personalsiener zugezogen werden sollen, wenn sie entweder 3) innexhqlb des Großherzogthums eine mit Erwerb verbundene Befchgstrgung treiben, oder b) ein eigen- thuniliches Haus im Großherzogthum bewohnen, oder 0) schon zwei Jahre im Großherzogthum wohnen.

Baden. der „heuttgrn Sihung der _Abgcordnetenkammer machte der Ministerprasident I oily Mittheilung von der Neubildung des Ministeriums und erklärte dabei unter Anderem: »Ich kann niich ganz kurz und ganzbepimrnt fassen, da unsere Politik mcht geändert, sdndern, Wie ie bisher war, weiter fortgeführt werden soll. S.Wir-werden nni ungeschwächter Kraft, das uns vdrgeftecxte Ziel verfdlgen, _wir werden uns in Verfolgunß dieses Zieles durch Nichts beirren lassen und, so viel an un ist dazu beitrqgen, den großen, aligemeinen deutschen National- Siaa-t zn begrunden ._„unddm diesen Naiidnalstaat „als ein wiir- diges Glied unsererfrits einzutreten, Ich darf Sie bitten, auch dem neuen Ministermzn, welches durchaus die bisherige Rich“ tung verfo'lgjen wrrd, die Unterstiißung, welche Sie dem früheren s'.) bereitwillig gewährt haben, leisten zu wollen.-

-- 14, „Februar. (W. T. B.) Die erste Kammer nahm

in der .grsirigen Abendsißung den Geseheniwurf , betreffend den

Karlsruhe, 13. Februar. (W. T. V.) In '

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Bau der Eisenbahn Karlsruhc-Mannhcim, an, und gc- '

nchmigte 'das ordentliche Budget der Kriegsvrrwaltung in Ueber- einstimmung niit den Beschlüssen der Abgeordnetenkammer.

M?sirttemberg. Stuttgart, 13. Februar. (W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus genehmigte einstimmig das Gesch, bc- treffcnd die Bildung der Schwurgerichie. Die Ausgabe fiir die im Etat des Kriegsministeriums aiigeieizte Stelle eines Ober- kommandanten der Armee wurde mit 44 gegen 41 Stimmen

bewilligt.

Bayern. München, 11. Februar. Die Regierung und der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer haben sich bezüglich

derVeamtcngchaitc dahin verständigt, diejenigen unter 1600“

Gulden mit einer Gesammi'su'mnie von 300,000 Gulden auf- ube ern. 3 ff- 12. Februar. Durch die“ Errichtung der Landwehr- Bezirks-Kdmnmndos ist eine neue Eintheilung, der Komman- dantschaftsbezirke nöthig geworden, welche im neuesten Mili- tairverordnungsblatt angegeben wrrd. , , , - Heute erschien folgendes Bulletin: Ihre Maxestat“ die Kö'nigin-Mutter hat mit Unterbrechung bierStnndrn geschlafen. Fieber und Affection der Gelenke brstehen in maßigem Grade. _ Fürst Hohenlohe ist definitiv 111 dem Wahlkreise ForchheimPegnih-Ebcrmannsiadt-“Kiümbach zum Abgeordneten fiir das Zollparlamen-t gewählt lind hat die Wahl nngcnormncn. - Die Kanmrer der'Abgcordncien hat in ihrer heutigen Siizung zunächst die Nachweisnngcn bezüglich des Baqudcr Staatseisenbahncn im Jahre 1865/66 berathen, und nach einiger Debatte denselben die Anerkennung crtheilt; ebenso den Nach weisungcn bezüglich der Postgrfäiie pro 1865/66. " rathung gelangten hieraus die Antrage_auiAbandnuan des Z, 2 des Gescyes vom 28. Mai 1852, »digDiftriktsrathe setr.« Der desfallsige Antrag des Arisschuffes erhielt die Zustnnmung der Kammer.

Orsterreici); Wien , 12. Februar. Die heutige »Wiener Abcndpost« schreibt: Ueber die Hinterladnngsgewehre hat dieses- Blatt vor einiger Zeit die Notiz gebracht, daß'cs geiimgen ist, die bei der Umgestaltung der Armeegewehre _fiir die Hinter- ladnng wie ailenthalben so auch hier anfänglich vorgekomme- nen Schwierigkeiten zu Überwinden, und daß dieZahi der um- gestaltetenGewchre rasch zunimmt. Seither ist diese Angelegen- heit in ein noch günstigeres Stadiiim getreten, denn die Liefe- rungen umgestaltetcr Gewehre steigern sich v'dn Tag zu Tag und erreichen in einem Monate bei 50,000 Stucke.

Man kann daher mit voller Sicherheit darauf rechnen, daß sämmtliche fiir die Umgestaltung geeigneten Gewehre, deren Zahl ungefähr 600,000 beträgt, bis zum Ende dieses Iahrcs umgeändert sein werden.

Ueberdies wird im laufenden Jahre auch eme sehr betracht- liebe Zahl neuer nach dem Werndl'schen Hmtcrladungsmodelle konstruirter Gewehre erzeugt. Ueber die Brauchbarkeit der be- reits an verschiedene Truppenkörper verabsolgten umgestalteten Gewehre hoffen wir demnächst eine Mittheilnng zu bringen.

Aus Pola, 7. Februar, wird der »Triefter Zeitunge ge- schrieben: Nebst den Panzerfregattcn »Erzh.-Ferdmand Maxe- Und »Ka-iser Max« wird auch die Panzerfregatie »Salaman- dera ausgerüstet.

Siiiiweiz. Freiburg, 9. Februar. Der große_Nath des Cantons Freiburg hat mit 51 gegen 34 Stimmen die Wieder- einfiihrung der Todesstrafe beschlossen. ,

Bern, 9. Februar. Heute Vormittag uni 2,12 Uhr hat der neue spanische Gesandte , Don E v. Cortina, dcm Bun- despräsidentcn seine Kreditive Überreicht.

Belgien. Brüssel, 11. Februar„ ' _ Zustand der Kaiserin" Charlotte hat sich„ wie der »Triester Zeitung«_ gemeldet wird, in der jüngsten Zeit bedeuiend beffer gestaltet. Der tiefen Erschütterung, _welche die Mittheilung vdn dem Tode des Kaisers auf die Fürstin machte, ist eme gunstige Rückwirkung gefolgt. "_ _ Kaiserin bloß von dem Tode ckcm Gemghls zu unterrichten, und die Art, wie der Kaiser Maximilian seiner Mis- sion das Leben opfern mußte, zu verschweigen, aber, der König der Belgier bestand darquf, daß der Kaiserin Alles mitgerheilt werde und auch die Aerzte LM„"W" sich dir Hoffnung hingeneigt zu haben, daß die tiefe Er chriiteriiiig spg- ter vielleicht scinftigend. und klärend auf das Geumt der Kar-

serin einwirken werde. Diese Erwartung “hat sich isher als

richtig erwiesen. Eine hochgestellte Dame, die der mexikanischen-

Kaiserfamilie nahe stand, hat an Ihre Majestät; cin Beileids- schréiben gerichtet, und 'dieser' Ta e von, der Kinserin ein lan- geres 'eigenhändi es Antwortschrei en erhalten, in welchem die- selbe" ihren Dan 'für-die bewiesfenexTheilnahme in eben so “kla- ren "als innigen“ Mörlen" ausspricht.

- Zur Bc- *

Der Gesundheits='

Anfangs walteie die Absichf vor, die'

Gr:.kßbriiqnniéxi nud Jriand. Lbndon, 12.Fcbruar. Der friihere diqffeiti-gc Geschäftsträger am Kniserlich mexikanischen Hofe,„Mr. Middleton, ist gleichzeitig mit dem Pater Fischer hier eingetroffen.

. - Das ncur Panzerschiff «Hercules- kann bés 14 Knoten die Stunde machen und erist besonders ein starkes Schiff, wenn man Defrnfivstarke in Betracht zieht, Umgeben von einem starken Eisengiiriel, der vom Hauptdeck bis 7 Fuß unter die Wqfferlmic hmabgchtk und drei Fuß unter und über der Waffer- linie voile 9 Zoll Starke hai und von da bis auf 6 Zoll an den weniger gizsgeseßtcn Theilen abgearbeitet ist, trägt der »Her- culcs« nnter dieiciiiHarmschein noch massiveres Futter. Die innere Deckung des Panzers besteht durchweg aus12 Zoii dicken Balken aus Teakholz, arif diese legt iich eine innere Hülle von 1Zzölligen Eisen- platten. „Ein 'cisrrncs Rahmenwerk von 10 Zoll Stärke , noch- mals mri 1Zzölligcn Piatten bekleidet , legt sich auf diese Hülle und der Zwrschenraurn ist imt Teakholz verbunden und gestärkt. Das chultat ist eine Schiffswand von 54 Zoll , wovon niehr_als 11 Zoll Eisen. Dabei ist das Schiff auf's Beste ventilirt und besteht 1111 Ganzen aus "74 wafferdirhien Abthei- lungen. Gegen das neue Fahrzeug ist zu erwähnen, daß es nur_fiir drei Tage thlrn einnehmen kann und daß es mit der Last der, ganzen Linienschiff-Takelagc beschwert ist. Bezüg- lich der Stärjkesiit, zu bemerken , daß der »Herkulcsa fiir den Angriff schwacher ist, als Schiffe von leichterer Panzerung. Mii der Armatur von 8 500pfiindigen Geschützen fiir die Vrniscxten und 2 drehbaren Z00-Pfiindcrn auf Vorder- und Hinterihcil und 4_ 150-Pfiii1dern auf dem obern Deck kann er nur eme Breitseite von 6 Geschiiizen, lösen und auf einmal nur 2T0nnen Eisen gegen den'Feind abgeben. Die Länge des Schlffs beträgt 325 und die größte Breite 59 Fuß. Die Maschinen bcsißcn 1200 nominelle Pferdckraft, die bis auf 7200 gesteigert werden kann. _

„Dublin, 11. Februar. Ueber die tclcgrabhisch gemeldeten Gerichts-Verhandlungen gegen die Fenier bringt die »Timesa folgende nähere Mittheilungen. Der Richter Fiygerald eröffnete am“ 10. die außerordentliche Gerichtskommiffion mit einer aus- führlichen Ansprache an die große Iurh (Ankiagejurh). In Vetreff'der Trauerprozeffion fiir die in Manchester hingerich- teten Fenier bemerkte" er, eine Volks = Versammlung werde nach gemeincm Rechte dadurch zu einer ungesehlichen, daß sie zu einem ungeseylichen Zweck oder unter Umständen abge- halten werde, weiche den öffentlichen Frieden gefährden oder unter Ihrer Majestät friedlichen Unterthancn Beunruhigung und Besorgnis; erregen.“ Wenn fich eine Anzahl von Pcrsbnen versammelten , um einen aufrührerischcn Zweck zu befördern, wre uni Unzufriedenheit zu erregen, die Einwohner Irlands zum Haß gegen ihre Mitbürger aufzustacheln, oder den guten Nuf'der Justiz zu be ecken oder ihre Functionen zu erschweren durch'Errcgung von erachtung gegen die Art der Handhabung, so sei eine wiche Versammlung rmgeseizlich und nach gemeinem Recht mit Geld und Gefängniß zn büßen. Ferner, zum That- bestandc eines Vergehens gcgen die Acts, betreffend Parteipro- zrssionen', gehöre dreierlei: eine Ansammlung von Menschen, die einen Aufzug bilden; das Tragen oder Beisichfiihren cines Emblems oder Symbols; 'das Zeigen “dieses Emblems odcr Symbols in einer solchen Weise, daß dadurch Animosität gegen eine andere Klasse der Unterthanen _errrgt wird. Auf die Farbe der Fahne, ob orange oder griin, blau oder-schwarz, kiinnne nichts an. In Betreff der Anklage wegen“ §€(]1t10[1§ ]]bS] (Aufruhrschrift) bemerkte der Richter: , _

»ZLÜÜWUZ iibczia sei ein Verbrechen gegen die Gcfrilichaft, nahe verwandt mit Hochverraih und nur zu oft, ein Voriänfer desselben, Der Begriff sei umfassend undbegreife alle die1eni- gen Praktiken durch Rede, That oder „Schrift , welche dazu an-

cthan oder darauf berechnet seien , die,Ruhe des Siaaies zu Hören und die Unterthanen der Königin zimt Widerstande gegen die bestehende Regierung oder die Gcsehe ,des Reiches oder zum Umsturz derselben zu verleiten. Der Zweck sei, Vewegrmg (oommoöon) hervorzurufen, Miß- behagen und Unzufriedenheit zu stiften, Oppdfition gegen die

Gesche“ und die Regierung zu veranlassen, dchchtspflege m Verachtung zu bringen,“ die natürlichs und schiießliche Tendenz sei, das Volk zur Insurrec'tion, .zur Rebellion aufzuregen. Der Abstand sei ein großer zwrschen erachtung der_ _Ge- sche und offenem Widerstande gegen dreseiben. Sediiidn sei zutreffend definirt worden als ihailichx .Illohalität, und es sei mit Rechi gesagt worden, es sei die Pflicht der Re- gierung, zum Schuhe der- Gesellschaft diesem Verbrechen _im ersten Augenblick entgegen zu„treten, und, es zu ersticken.“ Eine Anklage wegen Sedition muffe dieHTh-axsachen, *dieioffenen Handlungen bezeichnen, in denen die, aufrühr'xfrische Absicht sich kundgegebeu,“ ' in den vorliegendrn „Fäilen bestanden “diese That- sachen'in gewiffen'"ZeitungszArnkeln." Er brauche kaum darauf hinzrtiveisen,“ daß“ ZrirErreichung = horhverräfhrrischcr Abfichicn,

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