Verkehrs-xtnßaum. .
_ „Hamburg, 21. Ja naß QWEZB.) „Der oßdampfer äumwall der am" urge mertkaniseben' acketfabrt- étiev ksell ; .a t ist, von Hamburg kommend, estem in Colon „einaetxo en, der oft'dampfxr .Centra' von verse ben GeseUsxbaft ist, von :kburg kommend, Kern in St.: Thomas eingetr _e_n. _ .'Ianuar. . B.) Der ostdaur *fer . lle- mannia“ der _Hamburg-Amerjkan schen acketsabrt- Zktiexaessältlskbafi hat, von Westindien kommend, gestern at, 125 k.
1 London, 21. Januar. (W. T. B.) Der Union-Dampf'er .Nubian' ist heute auf der Heimreise in Southampton ange- komMen. _ Der Cafxle-Dampfer .Drummond Castle“ bat 'beute auf der Ausreije Lissabon pasfirt.
Theater und Mufik.
Das siebente Philharmonische Concert des Hrn. ])x. Hans von Bü low, welches gestern im Saale der Philharmonie stattfand, bot wiederum eine reiche Anzahl interessanter und wen!)- voller Kunstsenüffe dar. Eine Ochrture, vom Prof. Joachim kom- ponirt und dem Andenken des Dichters einricb von Kluft'gewidme't, er ffnete das Concert. Gleich das er te, von den Klarmetten xn dü. “rxm 6411011 intonirte, ßcb aus* und abwärts ,beweaende Motto s ildert treffend die „von Unruhe erfülbte Seele des „Dichters, deren eteigerxe Leidenfcbaftlicbkeit durcb dre tixf ergreifenden, wilben taccato-Triolen des ganzen Orchesters wtrksam „gesxbildert „wcrd. ine zarte Melodie in Our tönt wie eine ltebltche Stimme dazwischen, bis blieb ein sanfter rubßger Abschluß dje von Leiden gequälte eeée zu erlösen schemt. Yebera'kl tst in Anlage und Durch übrung dieses “Werkes dre Meisterbayd des Komponisten zu erkennen. Racker Beifal] des ungemem zahlreich erschienenen Publikums erfolgte nach dteser Ouverture. Zwei gleichfaUs effektvolle und sehr anerkennungswerthe Orchxstenverke von dém norwegifchen Tondicbter Edward Grieg wurden hterozum .ersten Mal, und zwar unter persönluber Lettung des Komponisten vorge- tragen. Sie führten die Titel: Concert-Ouverturc „Jm ;Herbjx“ und Orchestersuite zu“ „Peer Gynt““. Im ersten Werk xrttt em rbvjbmiscb lebendiges Jagdmotiv sebr winrksam hervor;, eme zarte Cantilene bildet für die musikalische Durchfuhrung einen nZtllkommenxn Gecensaß, bis sich am Schluß das Jagdmotiv mit. Anklajngen an em nomegijcbcs S'chnitterlied vereini t und hiermit dte Schüderung des Herbstes in sehr gelungener Keise vollendet. Dxe Orchester- suite „Peer Gynt“ besteht aus vier Theilen: .Morgenstimmung“, „Ases Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Hane des Bergkögigs' betitelt. Der" Held ist ein der nordiscbext Sa e angebörender, uber- müthi er, fick) wild umbertreibender „reicher auernfobn, der nach einer eibe von tollen Streichen scblteßlich "von den Kobolden des Bergkönigs gestraft wird. Unter ken angefuhrten, durchweg homo- pbon gehaltenen Orchestersäßen find „Ascs Tod“ 'und „Amtrzxs Tanz“ von besonders reizvoÜer Wirkung; nur tritt daduxck), daß m beiden Sä en die Violinen stets aon soräiuo spielen, eme 1Jewiffe Mono- toite der Klangfarbe ein. Die Motive sind origine erfunden und durch fesselnde Rhythmen belebt. Der Tanz wurde auf Wunsch wiederholt. Siürmtscher BeifaÜ xrschol] nach dem Beschluß dieses cnialen Werkes. _ Dcr Tenortst Hr. Erneste van Dyck von der ofoper zu Wien, durch seine künstlerischen Leistungen jn 5«FZayreuth vortheilbaft bekannt, trug eine Ane aus Gluck's .prtgemx“, und eine zweite aus „Joseph in ngpten“ von M§hul vox. Setne um- fangreiche, bis an das zwergestrichene () htnaufretchende Bxust- stimme ist zugleich sebr kraftvoll „und woblklmgerxd. Fretltch ist es dem Sänger, was ferne Vortragswetse betrifft, mehr darum zu thun, seine Bravour zu zeigen_, als in_nerlich zu erwärmen; dock) liebt ja die Mehrzahl im Publjkum diese Art des Gesangs ganz besonders, wie aus dem rauschenden Verfall-' und Hervorruf zu erkennen war. _ Den Beschluß des Concerts bildete Beethoven's k-äur-Symkyhonie, die das Orchester unter„von Bulow's Direktion mit einer Karbeit des Vortxags upd „Feinheät m der Scbattirungsweise ausführte, daß man sub gleichwje bctm Anhören aller anderen klasfischen Werke unter bteser Leinzng wjederum sagen mußte: eine so voÜendete Ausfübrqng tft noch mcht gebbrt wordxn. Nach wiederholten Hervorrufen erschten der Corfcertgxber m (Hemau- scbaft mit Hrn. Grieg. _ Das achte ijlbarmomsche Concert tst auf Montag, den 4. Februar, angxseßt.
_ Die Direktion des Concertbauses _bat seiner Zcit Klaffikerakende eingeri tet, welcbe lediglitb der Aufsußrung der Werke je eines berühmten eisters, gewidmet sind. Diesel en erfreuen ßéh außerordentliche: Belkebtkeit, und die aroße Theilnabme, “welcbe“sie finden, WKM, daß diese Ein'rjötung. welcbe dem veefchiedenen KMK- geschmack des mußklkebenden - ublikums Rechnung trägt, ein Flückliiber Griff gewesen ist. Es ern fand bereits der 7. Beethoven-
bend in dieser Saison unter gefällig“; Mitwirkung von Fr. Pratt und Fr. Betty Waibel statt. Diese Damen traten im zweiten Theil auf, welcher der Auffübmn er Musik zu Goethe's TraUerspiel „Egmont“ mit veWkndendem ext von Bernays gewidmet war. Fr. Pfatt batxe es übernommen, den Text zu sprechen, und ibr klang- voUes Organ eignet fich“au*ch trefflich zum deklamatorischen Vortrag. Die Lieder wurden von Fr. Betty Waibel gesun en. Die Stimme der Dame klingt sympathisch und at „auch “Schule genossen. am besten gefällt sie wohl in der Mund la e, während sie in den oberen Tönen eine gewisse Sprödigkeit be undet. Das Publikum unterhielt sich bei dem Gebotenen. wie es schien, sebr gut und gab feiner Zufriedenheit durcb wiederholten Bei- fall lebhaften Ausdruek. Den Anfang des genußreichen Abends machte die Symphonie Nr. 5, 0411011, welche von dem Orchester präcis vor-
“gejragen wurde und wie immer andächtige Zuhörer fand; aus dem
dritten Theil sei das immer wieder gern ebörte Thema mit Variationen aus dem Quartett z-änr bervorge oben; Marsch und Chor aus den „Ruinen von Athen“ bildeten den Beschluß des Programms. Concertbaus. Morgen, Mittwoch, wird der Komponist Emil Haktmann mit der Leitung mehrerer Extcm-Abende beginnen. Nicht zum ersten Mal erscheint der begabte nordische Tonmeister als Gast an dieser Stelle, denn schon vor zweiJabren erregte er in dem um k- liebenden Berlin ebenso allgemeines wie berechtigtes Aufsehen. Se ne Symphonie „Aus der Ritterzeit' und die,Ouverture „Nordische Heer- fahrt“ hatten ihn zwar seitIahren schon m den Concertsälen Deutsch- lands bekannt gemacht, aber einen wirklich populären Erfolg errang er doch erst mit seinem persönlichen Erscheinen und mit seinen ganz
eigenartigen kleineren Orchesterwerken, unter denen die Nachbildung
skandinavischer Volksmusik obenan steht. Das Mittwochs-Concert zeigt auf dem Programm „Symphonie Nr. 3“ (O-äur), „Skandi- navische Volksmufik“ (Orchester-Suite Nr. 1) und „Im Mond- schein“ (Jntroduktion und Walzer).
_ Jm Dom giebt morgen, Mittwoch, Abend (74,- Uhr), Frl. Henriette Liebert ein Concert, in Welchem fie Mendelsso n's „Höre JSrael“ und Dienel's 55. Psalm finaen wird. Ferner werden die .lHrrn. Nicking, Maneke, Poenitz und Dienel Kompofitjonen für Vio ine, Cello, Harfe und Orgel und ein Mänperchor Königlicher Domsänger vier- und acbtstimmige Gesänge vortragen.
Mannigfaltiges.
Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.)
gestern forFeseßten Ziehung der 4. Klasse
Bei der er Klassenlotterie fielen in
179. Königlich preußis der Nachmittags-Ziehung:
5 Gewinne von 10000 «14 auf Nr. 82 979. 86 326. 137 279. 141 173. 147 458.
4 Gewinne von 5000 «44 auf Nr. 11813. 155926. 164031. 173032.
27 Gewinne von 3000 «14 auf Nr. 5516. 7855. 12 381. 24 330. 39 260. 55398. 56 960. 57 573. 60703. 69071. 78 750. 82 988. 86 884. 95 636. 104 903. 109 232. 111686. 119210. 130 943. 135645. 140087. 156 578. 161020. 167 40]. 176 968. 186 251. 186422.
40 Gewinne von 1500 414. auf Nr. 27 071. 29 900. 31 568. 37 739. 37 935. 42229. 49 395. 54 408. 57 590. 60374. 67 952, 70 260. 74169. 81152. 84674. 90 716. 100 667. 106 272. 107 839. 107975. 108 917. 111299. 122 002. 126 548. 127 229. 131 116. 138 651. 149962. 150 744. 154136. 155979. 158951. 159092. 159 250. 173811. 174 064. 176417. 177 287. 178065. 189393.
38 Gewinne von 500 «15 auf Nr. 1778. 4369. 6551. 13146. 22567. 27 543. 28 453. 29044. 36449. 44910.
om 22. Januar 1889,
M o r g e n s. Friedrßcb.
1 s 1
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„'...LWW. 1:4 96434» . 4 4».
Wetter.
__
Stationen. Wind.
Anfang 7 Uhr.
* TéZiéseraWr
53" G,.
bedeckt halb bed. bedeckt wolkenlos bedeckt wolkenlos
Malia bmore NNO AberdeXn . . SW
Cbristiansund W Kopenhagen . NNW Stockholm . N , Havaranda . str Cork, Queens-
town . . .
«erbourg . r . . . .
hlt ..... burg . . winemünde Neufabrwaffkr ' emel . ..
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beiter bed eckt bedeckt wolkig Nebyl Schnee bedeck! Schnee beiter Nebel beiter bedeckt S nee wo kig bedeckt bedeckt 768 stil1|bedeckt
. . 767 ONO 4 bedeckt Nizza . . . . 755 ONO 4beiter „ Triest . . . . 760 ONO 6 heiter
Uebersicht der Witterung.
Ueber ganz West-Europa ist der Luftdruck hoch und gleichmäßig vertbeilt, am höchsten ist er übcr Jr; land, am niedrigsten über Nordwest-Rußland. Vet schwacher nordwestlicher bis nordöstlicher Luftbetregung “ ist das Wetter über Central-Europa vorwiegend trübe und die Temperatur durchsckmittlicb normal. In Deutschland ist stellenweise etwas Niederschlag
gefallen. . DeutsÖe Seewarte.
5563" 5
Freitag :
M J WWWWUWQ» ÖWUd-U-U-QQN
II S
reitag :
Neumann.
7 & Ubr.
Vouivard.
Theater - Anzeigen. Königliche .Sthauspiele. Mittwoch: Opern- haus. 22.Vorstellung. Martha, oder: Der Markt
zu Richmond. Romantisch - komische Oper in 4 Akten von Fr. von Flotow. Dichtung (theil-
Ali Baba.
weise nach dem Plane des St. Georges) von W. Dirigent: Herr Wkgener. Derr Salomon. Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. Vrautfahrt. Lustspiel in 4 Akten von H, Lubliner
(Bürger). In Scene geseyt vom Direktor Anno.
Donnerstag: Opernhaus. 23. Vorstenung. Dcr Waffenschmied. Albc-rt Lorßing.
Schauspielhaus. 24. Vorstellung. ohaunistrieb. 7SFZuspiel in 4 Akten von P. Lndau. Anfang
r.
Anfang 7 Uhr.
Die Abonnenten des Königlichen Schauspielhauses werden darauf aufmerkmm gemacht, daß für den Monat Januar die Billers nur bis eénscblie [ich 30. zur Ausgabe elangt find. Es werden des alb die §Ilbonnements- illets für den 31. Januar zusammen imr den Billets für den Monat Februar 1). J. ge- fälligst rechtzeitig abzubeben sein.
Deutsches Theater. Mittwoch: Don Carlos.
Donnerstag: Der Pfarrer von Kirthfeld. Freitag: Galeotto.
Berliner Theater. Mitthb: Die wilde
IVb. onnerstag: Cornelius Voß. 19. Abonnements-Vorstcllung. Minna F- Vottb.
"Central-Theater. Mittwoch: Zum 31.Male: Gesangspoffe in 4 Akten von W. Musik von G. Steffensf
Donkerstag: Dieselbe Vorstellung.
von Barnhelm.
Xessing-Thcater. . Jlkcke. Lustspiel in 4 Akten von Oscar Blumen- a
Donnerstag: Cyprienne. Vorher: Die Lerche. Zum 1. Male: Lu tspiel in 4 Akten von Paul Heyse.
Anfang 7 Ubr.
“"'“" Donnerstag und die folgenden Tage: Der dritte Kopf.
Victoria-Theater. Miftwocb: Zum 30. Male: Ausstattungsstück mit in 3 Akten und 7 Bildern von Cb. von Vanloo und Busnacb. Für das Victoria-Tbeater
48530. 54309. 56269. 58092. 60943. 63826. 67441. 69 466. 73 214. 80 513. 92589. 99 330. 107 315. 114 296. 119 877. 122 118. 125 389. 135 023. 147 148. 148 357. 156 297. 159 192. “162 858. 163 864. 164 930. 173 199. 179 232. 180 431.
Bei der heute fortge eßten Zit- 11!" dex 4. Klasse 179. Königlich preußischer laffenlotteme fielen m der Vor- mittangehu'ng :
1 ewinn von 15000 „44 au Nr. 89127.
7 Gewinne von 5000 416 an Nr. 8545. 39 479. 66701, 108813. 111 704. 155 772. 186 529.
39 Gewinne von 3000 „44 auf Nr. 2836. 5364. 8192. 11 703. .11 716. 24614. 29403. 33427. 36821. 50237, 52 379. 57 542. 65 189. 66117. 70358. 71 701. 84137. 87 725. 89 454. 90914. 96 998. 101495. 101 601. 102101. 122662. 129 097. 140 693. 145 873. 157297. 158 348. 170696. 172 963. 173 354. 173 571. 177311. 179 675. 182 291. 187 189. 189 514.
29 Gewinne von 1500 „16 auf Nr. 2520. 6806. 25 660. 29810. 30 318. 37 208. 37 258. 51 117. 53601. 58640. 61040. 68842, 73520. 74598.“ 85133. 113031, 115 544. 120 053. 126072. 134 472. 138699. 149 892. FZZ ZZZ. 166 685. 168 549. 174014. 179775. 181790.
41 Gewinne von 500 „14 auf Nr. 629. 9605. 13124. 13 873. 15 406. 20720. 25 875. 29666. 37 361. 38792. 42088. 43 423. 46023. 46 171. 50959. 53 416. 55459, 70 836. 75 559. 84 652. 86 831. 87 442. 91 106. 91461. 99 085. 104 727. 116 788. 126254. 127721. 128101. 130080. 132 509. 134315. 144064. _147 048. 154150. 163 046. 169 558. 182540. 185 627. 187839.
Heute Nacbmittag 1 Uhr fand in Anwesenbeit Sr. M qjestät des Kaisers und Königs sowie Ihrer Köntglicb'enkYohetten des“ Großherzogs von Baden und der Prinzen Hemrt , Albrecht und Alexander eine Trauerfeier für den verstorbenen Vize- Admiral und kommandirenden Admiral, Grafxn von. Monts, kommandirt zur Vertretung des Chefs der Admnqlität, tm Sterbe- bausc, Leipziger Play Nr. 13, statt. Dte Trauerparade hatte vor dem Trauerbause untcr Befehl des General-Ma'ors von dem Knesebeck, (Commandems dcr Garde-Feld- tttllerie- Brigade, Aufstellung genommen. Dieselbe bestand aus: 1 Ba- taillon 3. Garde-Regiments z. F. mit Fahne, Spielleuten und Regimentsmufik, je 1» EScadron des Garde-Kürasfier-Regiments und 2. Garde-Ulanen-Regiments, dec EScadron dcs Garde-Kürasster- Regiments mit Trompeter-Corps, und 1 Batterie zu 6 Geschüßen- mit Trompeter-Corps vom 2. Garde-Feld-Artillerke-Regiment. Auf dem rechjen Flügekder Infanterie war eine Compagnie Matrosen-AriiÜerie“ eingerei t, Welche zur Tbeilnahmc an der Trauerfeier heute früh von Wilhelmshaven bier eingetroffen war. _ Nack) beendigter Trauerfeier nahm der Kondukt den Weg durch die Link-, Flottwell-, Dennewiyx, Bülow=, Manstein- und Groß-Görschenstraße nach dem Maxtbat- Kirchhofe, wofelbst die feierliche Beisetzung mit militärischen Ebrenbezeugungen stattfand. Die Offizicr-Corps der betderx Marinestationen und der hieß en „Garnison waren daher durch Abordnungen vertreten. Die rdcn des Verstorbenen Wurden durch Offixiete der Marine getraaen. Das See-Bataiüon hatte 12 Unterokfiziere zum Tragen des Sarkes gestellt.
Rom, 21. Januar. (W. T. B,) Nack) bist: eingegan ener" Meldung find in Casola bei Ravenna in Folae ciner rd- senkung 4 Häuser eingestürzt. Aus den Trümmern find be- reits 10 Todte hervorgezogcn worden; ebenso Mlc Personen werden noch vermißt.
Regisseur :
23. Vorstellung. Auf der
zum 48. Male (in deutscher Komische Oper in 3 Aktm von
von A. SuUivan. Donnerstag: Der Mikado.
Wallner. Vorher:
Brandt. . Anfan ?? Ub Donnerstag u.?olge
Vorbereitung geschlossen. Donnerstag :
Hrn. Max Hofvaur.
Mittwoch: Die große -Lencbtkugeln.
Mannsiädt. Uhr Prinzessin Sascha. __
Keine Vorstellung. Schwank in 3 Akten von
Der UM? Görß. Musik von Fr. Rotb-
MW“ Mittwoch, Abends 7 Uhr:
Herrn Emil
roßem Ballet“ ecocq. Text
?eFFeitet von 131". Max Bauer (Rusticus). Anfang Doxt'merstag und folgende Tage: Ali Baba.
„“Friedrich - W1lhe1mßadttsches
Mittwoch: Mit neuer glänzender Ausstaltung, Sprache): Der , Mikado, oder: Ein Tag in Titipu. Burleske "nt Hrn- Operette in 2 Akten von W. S. Gilbert. Anfang 7 Uhr.
Refidrnz-Theater. Mittwoch: Zum 26. Male: Nervöse Frauen. Lustspiel in 3 Akten von Ernest Blum und Raoul Toché, bearbkitet von Franz Jm Boudoir. Scherz in 1 Aufzuge von Franz Wallner und Tk).
r. nde Tage: Dieselbe Vorstellung.
DkUe-IUiance-Theater. Mittwvcb: Wegen
Erstes Gastspiel der Münchener Mitglikder des Königl. Theaters am Gärtnerplatz, unter Leitung dcs Kgl. bayerischen Hofschausptelers Der Prozeßhansl. Ober- bayeri_fck)es Volksstück mit Gesang in 4 Akten von Ludwtg Ganghofer und Hans Revert. Mufik von
„Adolph Erna-Theater. Dresdenerstraße 72. *“ Mittwoch: Wegen Vorbereitung für die Novität:
WaUner-Theater. Mittnwck): Zum 105. M.: Madame Vonivard. Alex Biffon und Antonie Mars. Deutsch von Emil Vorher: Zum 105. Male: Kopf. Po *e in 1 Akt. Mit tbeilwüser Benn ung einer engli chen Idee von Franz Wallner. An ang
Donnerstag: Zum 1. Male: Die junge Garde. Gesangsxzoffe in 4 Akten von Ed. Jacobson und Leop. Clv. Die Gesangstexte tbeilrveife von Gast. Anfang ?ck Uhr. Donnerstag: Die elbe Vorstellung.
Concert-Waus, Leipztgernr. 48 (früher Bilse). „ i 1." Componisten-Abend ""t“ gung“ MYYZZLI FFF TTWLXYJJWFFLM und die Inhaltsan abe zu Nr. 5 des öffent. des Kapellmeiters Hrn. Karl Mevder mit seinem aus 75 Künstlern (12 Solisten) bestehenden Orchester.
Donnerstag: Gesellschafts=Abend. Anfang 7 Uhr.
Familieu-Nackzrichten,
Verlobt: Frl. Melanie von Moldau mit Hrn. Landratb Eugen von Brockhausen (Grünberg bet Theater. Falkenburg i. P._Dramburg). _ Frl. Amanda ** orowski mit Hrn. Gutsbefißer Gustav Hilde- brandt (Königsberg). _ Frl. Antonie Sollors Dampfziegelei-Befi er Mar Dudek (Rybnik). _ Frl. Margaretbe' kummert mit Hrn. Dr. 11166. Josef Franz (Breslau).
Verebelicbt: Hr, Rittmeister Hermann Brecht mit Frl. Ilse LantZ (Mey).
Geboren: Ein Sobn: Hrn. Grafen Bassewiß (Bristow). _ Hrn. Haubtmamx rhrn. von Man- teuffel (Glogau). _ Hrn. or!t-' ßesor Gerhard Wigand (Arnsberg). _ rn. Gymnafial-Ober- lehrer Or. Kröhnert (Memel). _ Hrn. Theodor Münckcr (Uerdingen a. Rb,). _ Hrn, Professor Dr. Otto Staude (Rostock). _ Eine Tochter: Hrn. Vr. Störer (Berlin). _ Hrn. Amtsrichter Matthce (Heiligenbeil). _ Hrn. Hauptmann Ruß- mann (Neisse).
Gestorben: Hr. Unterarzt Dr. mec]. Hans Wießner (Berlin). _ Hr. Strafanstalts-Jnspektor a. D Christian Anton (Berlin). _ Frau Marte Schwar . geb. Ronge (Berlin). __ Hr. Dr. von Dayka Berlin). _ Frau Karolme Rosenow, geb. Lembke (Berlin). _ Frau Geb. Rechnungsrath Dorothea Zebrmann, eb. Heyne (Berlm). _ Hr. Gutsbesißer Auauft Le mann (Storkow). _ Frau Rechjsanwalt Marie Schulz, geb. Schaxffer (Kottbus). _ Hr. Rentier Job. Andr. Mauer (Möckern). _ Frau Förster Praetorius (Bremer- vörde i. Hannov.). _ Hr. Gutsbesitzer Friedrich Severin (Badeborn).
Mufik
Dramatischer
Anfang
Nedacteur: I. V.: Siemenroth. B e r [in: Verlag der Expedition (Scholz).
Druck der Norddeutsch7n,Vuchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin ZW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Beilaqe),
li A i 8 K dit 11 ten 4:33. IIZ; 63.1...4'332-„25'7433 so.?! vom 14. bis 19. Januar 1889.
-
20.
Yiehtamtliches.
Preußen. Berlin, 22. Januar. Im weiteren Verlam der gestrigen (24.) Sißung des Reichstages erklärte bei der zweiten Beratbung de?- Etats das Reich Innern, Extraordinarium, zu Kap. 10 Tit.2: 1450000034 zur Herstellung des Nord-Oftsce-Kanals als dritte Rate der Staatssekretär von Boetticher: _
Meine Herren! Ich bin dem Herrn Vorredner außerordentlich dankbar für dcss lebhafte Interesse, Welches er der Organisation der Bauverwalttmg des Nord-Ostsee-Kanals zuwendet; ich bin ibm nament- lich dankbar dafür, daß er die Müh? nicbt gescheut bat, an Ort und StelLe nach den Dingen fich umzu1eben, wre fie eigentxich liegen. Aber noch dankbarer würde ich ihm sein, wenn seine Information cine gründlichere und den beabficbttgten Verhältnissen mebr Rechnung tragende gewesen wäre. Meine Herren, der Herr Vorredner hat neben manchem Rickztigen auck) manches Unrichtigc und Mißverständlicbe vorgetragsn, und e:“, wird deshalb meine Aufgabe sein, soweit ich Tas im Gedächtnis; behalten babe, ihn zu korrigiren. Vor allen Dingen möchte ich ihm aber saaen. daß ich über das Ziel, welches er als das bei der Organi ation der Bauverwaltung und namentlich der Vervfseaung' der_ Arbeiter zu erstrebende hingestellt hat, voUstän-dig mit ibm emverxtandxn bin. Man muß die Sachen so machen, daß man einen guten, der Bauveertung und vor aüen Dingen auch den Intercffen der Arbeiter Rechnung trazenben ZustaKd herstellt. Da glaube ich nun, daß wir diesen Zustand hergestellt haben und wir haben uns nicht gescheut, dort einen getmssen ZWÜUJ auszuüben, weil wir zu der Ueberzeugung _gekommen find, raf; andernfalls nach Maßgabe der lokalen und der etgenaxtigen Verhält- nisse des Baues eine auskeichendk, gute, sorgfältige Verpflegung des Arbeiters überhaupt nicht möglich ist. Meine Herren, Sie wollen ch gegenwärtig balttn, daß Der Kanal vielfach durcb Wenig bevölkerNe
andstricbe der Provinz geht, daß die Arbeitsßeüen in der Hauptsache sein können an Orjcn, wo die nächsten Ortschaften weit Zavon abliegen, und es mußte dcsbalb Aufgabe der Bauverwaljungsein, dafürzusorgen, daß gerade im Intereffe der Arbeiter möglichst an dieyen Betriebsstellen aucb für eine ausreichende therkuroft und ausreichende und angemessene Ver- pflegung gesorgt sei, Der Hrrr Vorredner hat nun gemeint. er sei an fick) ganz damit einverstanden, daß man Barackxn baue für das Unterkommen der Arbeiter; er hat mit Ben: auf die Einrichtung der Baracken cigcntlick) nur .das Monitum erßbben, daß die Unter- kunftbräume für zu viele Perwnen eingerichtet men. Seiner Meinung nach wäre es richtiger, Wenn maxx statt der Aufnahme von 8 Arbeitern in jedem Raum nur mehr 4 aufnehmen wollte; er hat aber gemeint, das; der Zroang für gewiffe Arbeiter _ iQ bemerke bier gleich, aüe Arbeiter sind nicht gezwungen, in den Baracken zu Wohnen, es sind einmal die mit einem Hausbalt verjebenen nicht gezwungen_ und stveitens Wohnen bie einbeimiscben nicht in den Baracken _; (1111) er meint, das; kiefer ZWang entbehrlich sei. Ja, meine .Herren, wir baben bei diesem Zwana ebenso ,wie bei dem Zwange auf Einnahme des Mitfagé5mabls in den Baracken gerade die Förderung des sanitätlickoen Wobles der Arbeiter“ im Auge gehabt. Wir smd uns wohl bewußt gewesen, daß wir damit auch eine gewiffeVer- antwvrfung übernehmen, das; wir dahin streben müssen, die Ein- richtu:*gen so zu treffen, das; dieses Ziel, also das sanitätliche Wohl dcs Arbeiters auch erschöpfend erreicht wird. Und ich glaube, was die Ausstastung der Baracken anlangt _ in dieser Beziehung bat auck) der Herr Vorredner, wenn ick) nncb recht erinnere, keine Klage erbokcn _ daß die Ausstattung der Baracken nichts zu wünschen übrig läßt.
Was nun den Zwang auf Einnahme des Mittagsmabls anlangt, so will ich gleich von vornherein bemerken, daß von Arbeitern bisher überbqupt keine Klage erhoben worden ist, sondern NY aUerdéngs in dcr_ ersten Zeit nach Dnr_chführung dieser Einrichtung fi einige_ wie sol] ich sagen: einig: Mißstände beraukgesteut haben, die von den Arbeitern empfunden ivorden find. die zur Sprache gebracht find und die ab- gestcÜt sind. Dazu gehört unter Anderem. daß in einem Jau einmal dcm Kock) pasfirt ist, das; er statt einer Flasche Esfig, "oder was es gewesen ist, eine Flasche Sckmaps in ein Gericht gegossen bat. Dar- uber ist Klass geführt. die Leute baben in Folge desen am Mitxag nz1tcirerkaltcn Mahlzeit fürliebnebmen mü en, haben aber dafür dre waxme Mabizcit in untadelbaffer Güte des Abends bekommen. (Es ist ferner pasfirt, das: einmal ein Arbeiter das ganze Gericht da- durckx_ verdorben hat, daß_ er in einen Kessel Schmus geworfen hat; das ut auch passat. Es 111 aber auch diesem Uebelstand für die Zu- kunft dadurch vorgebeugt, daß die Kessel in Zukunft verschloffen find.
' Meine Herren. ich sage, keiner von den Arbeitern hat bisher ezne Klage darüber geführt. Sämmtlicbe Unternehmer, mit Außnque emes'Emzigen, haben auch die game Einrichtung in aUen ihren Details für gut und brauchbar,durchfübrbar und nicbtibren Interessen und den „Jutereffen der Arbeiter widerstreitend erklärt. Em Unter- nehmer 1st allerdings mit der Klage hervorgetreten, daß dieser Zwang ungerechtfertigt sei. Der hat vielleicht die Besorgnis] Sebabt _ da- mals kannte man ja die Höhe der Abzüge, die den Ar eitern gemacht werben nzüsscn, um diese Bedürfnisse zu decken, noch nicht _, daß diese Abzuge eme Höhe erreichen wüxden, Welche die Unzufriedenheit der Arbetter ge enüber den Löbnen, die ihnen gezahlt werden, erregen könnten.. _ ir haben ja die Einrichtung getroffen, daß dex Arbetter in jedem Falle die Selbstkosten der Unter- brmguug und der Verpflegung, wie sie fich für die Kanal- verwaltung stelXen, zu tragen bat. Nach diesem Grundsatz werYen gegenwßrtig dem Arbeiter für Unterbrin ung und Verpflegung tägltch 45 „z m Rechnung gestellt. Ob die Ko ten in Zukunft höher anzufeßerx sein werden, weiß ich nicht, fie können steigen, fie können
ck vermmdern, das wird fick je nach den verschiedenen in Betracht kommenden Verhältnissen bemejZsen. Der Arbeiter verdient je tbeim Kanalbau ju miuimo 2 .,“ 50 „3, und wenn man in Berückfi tigung ztebt, das; er für den Bemg der übrigen Lebensmittel, für welche er keinem Zwange unterworfen ist, im Ganzen für vol1e Verpflegung des Ta es an Unkosten etwa 1 .“ auszugeben hat, so werden Sie er- me en, daß der Arbeiter bei einer täglichen Ersparniß von 1,50 .“ Yeinen Grunb zur Klage besißt. Er bat aucb bis “ckck nicht geklagt; lm _Gegentbetl, wir haben Aeußerun en und haben 1: noch zgleßt am We'bnacbtsfest, bei welcher Gelegen eit wir den Arbeitern um kleine Freude gemacht haben, entgegengenommen, daß die Leute ganz außer- ordentlich zufrieden find.
Der Her; Vorredner hat in seinem Vortrage Ibnen vorgeführt, daß der Italiener anders verpflegt sein will, wie der Norddeutsche, Md schon der Bayer will auch was anderes baben. Meine erren, auch auf den Italiener und auf den Bayer wird Rücksi t e- nommen, und Wir setzen unseren VerpfteYungs-Etat nicht fest, 0 ne anf die Bedürfnisse und Wünsche der cute Rücksicht u nehmen; daß diese Bedürfnisse und Wünscku in allen Einzelnbeiten erückficbjigt werden können, das _ werden Sie mir wohl zugeben _ ist absolut undurchfubrbar. »
Nun hat der Herr Vorredner weiter zu wissen gewünscht, ob diejenigen VervflegungsMaterialien, welche außer dem Mittagöma bl in den Barackxn vertriebext werden, _ ob die für Rechnung der Kanal-Kommijfion oder Für Rechnun der Unternehmer vertrieben werden, da kann ich nun versichern, daß sie für Rechnung der Kanal-
_ Erste Beilage „ zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzciger.
Samts des"
Berlin, Dienstag, den 22. Januar
Korymission vertrieben werden, und es sind nur einige kleine Artikel, die nicht dem allgemeinen Verbrauch unterworfen find, welche der Barackenverwalter für seine eigene Rechnung verkauft. Diese Verpflegungsgegenstände aber _ und wir halten eben darauf _ das ist gerade auch ein besonderer Gegenstand der ürsorge der Kanal- vcrwalxung _, daß aUe diese.Verpfiegunaögegenstande in untadelbafter Güte berabfolßt werden, _ diese Verpflegunaßgegenstände, sage ich, ermöglnben es, daß der Arbeiter ganz nach snnen Bedürfnissen und seiyen Neigungen sicb verpflegen kann. Wenn wir die Einnahme des Mtxtngsmabls obligatorisch gemacht haben, so ist“ außer dem vorbemerk- txn Grunde auch noch der maßgebend gcwesxn, daß wir nur auf diese Weise dre _waäbr befißen, da der Mann eme gute und nabrbafte-Kost wcmgüens zu einer Mah zeit des Tages exbält. Es ist _ (Zuruf) _ ja_dtr Herr Vorrxdner onc mit verzeihen, daß er sagt _ (ZUM!) _ icb babe ja schon gesagt,. daß nach Möglichkeit dafür gesorgt wird; ich will ihm aber weiter folgcn, ich will ihm die Konsequenzen ziehen, die sein Vcrfahren mit sich ziehen würde. _ Freibeit wollen wir ja YUe; ich nicht weniger als der Herr Vorredner. Hier handelt es sich aber darum: Soll nicht die Verwaltung darauf aus sein, daß fie nun wirklich tas materielle Wohl des Arbeiters
' fördert, sol] fie es seinem Belieben überlassen in einer stellennxeisc
wüsten Gegend, wo meilenrveit kein Schankwirik), kein Gasjhaus ist, wo nicbt die geringste (Gewähr dafür besteht, daß er von dem Schank- oder Gastwirtb gute und brauchbare Waare erhält? Ich muß sagen, in__das Prinzip der Freiheit mag es vxeileicbt. streng genommen, mcbt Damen, aber in das Prinzip der Nüsltcbkeit und Förderliabkeit paßt es offenbar, wa§ wir gemacht haben. .
Meme .Herren, der Herr Vorredvcr hat dann noch einige scberz- hafte Bemerkuvgkn über die DiSziplin gexnacbt, “er hat fick) namentlich darüber aufgehaltcn, daß der Stubenältettc und bezw. der Baracken- verwaster Strafen Verbängen dütfe. In diesem Punkt ist ein Irr- tbum: weder der Stubenälteste noch der Barackenverwalter darf Strafen verhängen, sondern Strafen darf nur der Barackeninspekwr yerbäwgen, unkZ dieser Barackenknspektor ist keiner der Unterofffzicre orer Wachtmeijtcr, sondern ein höherer qualistzirter Beamter. (Zuruf: Mojore!) _ J4wovl, auch Maiorc find ganz gut qualifizirt für diese SteUen. _ Ich bin selber Major!
Also, meine Herren, es liegt in der Tbat nach unseren ExfaHrungen kein (Grund vor, mit der gegenwärtig getroffenen (Einrichtung unzu- frieden zu sein. Bis jest ist utns, mit Ausnahme eines einzigen Falles, der uns entgegengetreten ist, auch keine Unzufriedenheit be- annt geworben. Wie sor fälti übrigens die Dinge verfolgt und überwacht Werden. bas erse en ie daraus, daß ich, und zwar zum gxoßen Kummer der K'anal-Kommisfion, anch Heimlicher Weise die Verpflegung der Leute- babe kontroliren lassen, um wir dadurch auf ganz unparteiiscbem Wege die Ueberzeugung zu verschaffen, daß wilk- iiä), unseren Absichten entsprechend, für die Leute ausreichend und gut gesorgt wird, und Wenn Sie nun erwägen, daß der Mann eine gute Unterkunft bat, daß er ein Mahl in untadel-
buster Güte" bekommt, und das, Was nach seinem Geschmack und
Bedürfnis; yon ihm bezogen werden muß, daß er das ebenfalls in untadelkmftcr Güte und zu einem den „ Selbstkosten entsprechenden Preise beim Barackcnverwalter bezixbxn kann. dann wird man wahrscheinlich bei der aralleke zrökfcben dieseux Zustande . und der_n Zustande voller ?reibeit nicht zweifelhaft sein können, aus welche Seite man stch da stellen muß. Rur einzelne (Genuß- mittel, darunter der Branntrvein, ßnd aÜcrbings etwas theurer, allem der Branntwein ist dafür auch sehr viel besser; ich sehe namentlich darauf, daß wir vollständig fuselsreien Branntwein den Leuten ver- (_:brcicben. Uebrigens, was den Branntwein anlangt, so bekämpfen wir jsinen Genuß durcb Zuweisung von schmackhaften Bieren, denen wir bei den Arbeitern Eingang zu verschaffen bemüht sind. und aus einer mir vor_liegenden Ucberfickat ergiebt sich auch, daß dies bis jeßt nicbt ohne Erfolg geschehen ist.
Also, meine Herren, lassen Sie uns ruhig so weiter wirtbschafteu. Die Gefahr fürchte ich am allerwcnigsten, daß die Unternehmer uns unbequem werden könnten, Denn, wie gesagt, mit Ausnahme eines einzigen haben fich" dte übrigen ach mit unserem Verfahren cinvcr- standen erklärt.
Ob die Ersparnisse; von denen der Herr Vorredner im Einganxx seiner Betrackptnngep gerprocben hat, sicb wirklich auf diese Summen beziffern, wie Sie sie angegeben haben, das kann ick) diesen Augenblick nicht übersehen. Meme Herren Mitarbeiter beztveifeln das, fie halten die Zahlen nicht für riwjig Ich glaube auch, man kann zwar die Erwartuns solcber größeren Ersparnisse beute auswrecben, bést'immt wixd man darüber erst urxbeilcn können, wenn eine längere Periode vorübergcaangen ist und wenn wir namentiicb alle Banloose vergeben haben. Wenn wir mehrere Bauloose von zusammen 40 Millionen auf ein Mal vergeben baben, so hatte das seine sehr guten (Gründe, über die ich mich bier jext nicht öffentxicb äußern will, sie beruhen aber wesentlick) darin, da wir durch die Art, wie wir es emacbt baben, im Interesse der Reichsfirxanzen einen wesentlichen TJorjheil etreicbt zu haben glauben. Dmmt begnüge ich mich vorläufig und erwarte die Weiteren Angriffe. '
Abg. Münch: Der Staatssekretär schlage einen Ton an, als ob er ihm (dem Redner)Reichsfemdschaft vorwerfen onte. Gewiß müsse für auSreichende Verpflegung der Arbeiter gesorgt werden, aber warum _w,oÜe man denn die Leute hindern, sich in Familien bzlLtger ,und besser zu ver- pflegen? Neu sei ihm, daß dte verhetratheten Arbeiter das Recht hätten, selbst für ihre'erpflegung zu sorgen. Für die anderen aber seien die Kochemrxchturxgen noch durchaus unzu- reichend, schon weil Hunderte mcht m wenigen Baracken ver- orgt werden könnten. Ihre Mtttaßsstunde , reiche oft kaum ür den Yin.- und Rückweg. Man .atte mehr decentralisiren, die Bara en zerstreut an verschxehenen Orten bauen und jeden Zwang in der Verpflegung besezttgen müssen.
Abg. Lingens: Voll anerketxnen müffe er die Einrichtung der Baracken, die noch auf eme Ansa [ von 30 für über 4000 Arbeiter ebracht werden sollten. n den vorhandener: befinde,fich ach bereits ein Raum Für den Gottesdienst. Es frage sxch, wie er bei den weiten Ent ernuzrgen, in öder Ge end und be: einer aus den verschiedenstenNattonaliläten gemis ten Yrberterbevölkerung ermö licht_ werde. Polnische und vor Allem dte tüchtigen italienischen rbe1ter soYten in großen Muffen dort Zu finden sein. Auf seine Frage, wre es mit dem Gottesdienst atholischer Arbeiter gehalten würde, sei ihm der Bischof von Osnabrück genannt worden, der dafür sorge. Nur die Geld- nz1ttel wolle die Reichs-Regierung “mcht ?ergeben, sondern den emzelnen Konfessionenauferlegen. Ihm cheine'das Leßtere auch Sache des Reichs zu sein. Von den zwei vor ndenen Lazare1?en nehmß er an, daß das eine für evan eli che, das andere ür katholzsche Kranke bestimmt set. Jm eßtexen könnten durch Pernnttelung des Bischofs von Osnabrück dte bewährten katho- lischen Genossenschaften äFür dte „Krankenpflege verwendet Herden. Auf solche Einri tungen könnte dann das Reich, als em auch für andere Betriebe mustergültiger Unternehmer, mit gerechtfertigtem Stolz blicken. .
“ niemals solche Ausgaben in Rechnuna gestelkt sind, daß
1889.
Staatssekretär von Boetticher: .
Ick) bjn dem errn Vorredner dankbar dafür. “'öäß er. mir Ge- legenheit lebt, an über diese beiden Punkte, die er angeregt bat, ein Wort zu Hagen.
Daß bei der meaxtung ein voUes und dauerndes Interesse dqfür bejtebt, daß rte getstlicbe aura bei den Kanalarbeitern in aus- rxichendem und zweckentspreckpendxm Maße bedient wir», dafür giebt dxe Maßregel Zeugniß, daß wir sofort nach dem Beginn der Ar- beiten sowohl mit dem Konsistorium in Kfel Tückficbtlich der evanqelischen Arbeiter als mit dem Herrn Bischof von OSUabrück rücksichtlicb der e_ara für die katholischen Arbeiter in Verbindung ge- treten_ sind. Mix dcm Konsistorium in Kxel ist diese Angelegenheit vollstandig erledigt und nvar, wie ich dem Herrn Vorredner
gieich bemerken wii], obne da?t für die“ Centralverwaltung damit _
irgend welche Kosten vcrknüy smd. wenigstens nicht andere Kosten, als sie stcb ergeben haben aus ker Ve1chaffung und Ein- richtung .der gotteödienstltcben Lokale in den Baracken. Mit dem Herrn Bischof von Osnabrück sind die Verhandlungen noch nicbt ab- geschlossen. Der Herr meof hat der Kanalverxvaljung mitgetheilt, daß'cr obne Beisteuer aus dem Kanalbaufonds n1cht in ausreichender Werse für die cura werde so_tgen können- Die Verhandlungen darüber schweben noch, und 105 bin außer Stande, beute zu sagen, welchen Ausxgezng fie „nehmen werden. Für uns liegt ja die Scwaertgkeit immer darin, so gern ich auch „Mittel dafür vertvenden möchte, daß nach der bisbengen Praxis ke: allen größeren Bauten _ ich habe mich danack) be? dem Ministerium der öffentlichen Axbeiten in Preußen erkundigt,? man me -
mehr fich bisher tmmer auf den Standpunkt gext'eljt hat, daß es Sache dcr beLreffenden Religionsqemeinscbaft sei, die Bedürfnisse, die aus einem so großen Zusammenfluß von Arbeitern in geistlicher Be- ziehung entstehen, auch aus ibren eigenen Mitteln zu decken. Damit ist nicht gesagt, daß wir nicht vielleicht in der Hoffnung, später Indcmnität zu erhalten, etwas mehr thun, als bisher üblich gewesen in. Ich möchte aber in dieser Beziehung kein Engagement eingchen, denn, wie gesagt, ich habe nachbar nicht bloß die Kontrole des hohen Reicbstages, sondern auch die Kontrole des Rechnungshofes zu paffiren, die unter Umständcn noch unangenehmer ist, a]s die des Reichstages.
Was nun dieLazaretbverwaltung anlangt, so haben wir geeignete L_a-arethe auf Kosten der Kanalverwaltung errichtet in Burg und in Oanerau, und außerdem haben wir an vérschitdenen Orten Ab- kommen geschlossen mit den betreffenden Krankenhäusern, resp.Kliniken, welche es uns sicher steücn, daß erkrankte und verleßte Arbeiter dort Arstfnatbme ßnden können. In dieser Beziehung ist also auSreichend ge org . - Was nun die Verpflegung in diesen Krankenhäusern anlangt, so bin ich augenblicklich außer Stande, sagen zu können, wie diese Ver- pflegung «_eordnet ist, ich zweifle aber garnicht, daß fie zMckentsprechend gcordnet ist, und daß namentlich auch auf die Hülfsleistung Weiblicher Schwestern in auskeicbendem Maße Rücksicht genommen ist. Ich werde mich danach aber umtbun und hoffe, bei der nächsten (Gelegen- heit einc paffendere Auskunft geben zu können, als mir augcnblicklicb möglich ist.
Abg. Singer: Gegenüber den grenzenlos schädlichen Zu- ständen in Privatwohnungen der Arbeiterfamilien, die oft noch Aftermiether und Schlafleute hätten, werde überall, wo es möglich ssi, durch Korporationen oder Behörden gesunde Wohn- räume zu beschaffen, für die Arbeiter besser gesorgt sein. Dieser Zwang, den die Kanalkommisfion u Gunsten der Arbeiter auSübe, sei vollständig berechtigt, un aus den Kreisen der Arbeiter werde über diese Einrichtung wohl keine Klage geführt werden, abgesehenvon etwaigen einzelnen Uebelständen. Im Prinzip sei er also für die Baracken. Auch für gesunde, weckentsprcYende Nahrung zu mäßigem Preise könne besser
urch die analkommission in centralifirter Weise gesorgt werden als wenn dte Leute privatim in Budikeu ihre Be- dürfniFe befriedigen müßten. Daß bei der Zubereitung der Kost auf die Wünsche der Arbeiter je nach dem Klima, aus dem fie gekommen seien, Rücksicht genommen werde, freus ihn. Dagegen könnte man wohl andere Mittel und Wege finden, um dte allerdings nothwendige DisZiplin und Ordnung auf- rechtzuerl)alten, als Strafgelder, und besonders gefalle ihm die Art ihrer Verwendung nicht., Darüber bestimme die Kanalkommisston aus eigener Ininative ohne jede Kontrole Seitens der Arbeiter. Es werde behauptet, daß dafür ge- meinnüßige Einrichtungen zu Gunsten der Arbeiter getroffen seien. Welcher Art seien ste? Viellei t solche, daß man Lese- Ymmer einrichte, in welchen die Ar iter die „Norddeutsche
Ugemeine“, die „Kreuzzeitung“ und den neuerdings von national- libsralerSeite so sehr pousfirten „Arbeiterfreund“ zu lesen bekä- men? Dre Arbeiter müßten selbst mitbestimmen über die Verwen- dung der Strafgelder zu gemeinnüßigen Zwecken. Dagegen, daß auch fremdländixche, namentlich italienische Arbetter beim Kanalbau beschä ttgt würden, habe seine Partei prinzipiell nichts einzuwenden, wenn nur nicht durch fie der Arbeitslohn zu Lasten der deutschen Arbeiter herabgedrückt werde. Der
Staatssekretär habe 1 n einigermaßen hierüber beruhigt durch -
die Mittheilung, da der Minimallohn 2,50. „Fü betrage. Wenn dieses dem Unternehmer kontraktlich auferlegt sei, so sei er darüber etwas beruhigt. Er hätte dies wohl nicht gesagt, wenn nicht Vorkehrungen getroffen wärxn, die diesen Minimallohn garantirten. In dtesem Falle gönne er den italienischen Arbeitern den Verdienst, wünsche aber keine direkte Bevorzugung derselben zu Lasten der deutschen Arbeiter. Sodann bitte er um Auskunft über eine Instruktion dsr Kanalkommissron, nach welcher der anarchistischen und sozial- demokratischen Partei atÄgehörige Arbeiter nicht beschäftigt wer- den sollten, mit jedem rbeiter ein Kontrakt abzuschließen sei und“ jeder Arbeiter ein Arbeitsbuch erhalten solle. Ferner soalen ohne Arszündigung solche Arbeitkr entlassen werden, die sich der anarchtsti chen oder soztaldemokratischen Partei zuwen- deten und deren eßrebungen Vorschub leisteten. Jeder Ar- beiter habe an der Mütze ein Ble schild mit der Aufschrift „K.-A.“, KanahArbetUr. Der Herr negs-Minister habe kürz- lich auf eine Anfrage Bebel's erklärt, die Armeeverwaltung müsse sich davor fichern, daß bei “den Bauten, weiche ste ausführen la e, sozialdemokratisthe Arbei“: * be- schäftigt würden. anz anglog dieser Auffassu zom» es, wenn die Kanalkommt sion diese Vorschri- en w- lassen hätte. Er würde fi freuen, wenn der Herr Staatssekretär erklärte, es sei ni t beabZkchtigt, die “sexi“- demokratischen Arbeiter aus us lie en. an sei “ -
F0'ährigem Bestehen des oz ali n eseyes glücksxrherénaik? a
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