1909 / 130 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 05 Jun 1909 18:00:01 GMT) scan diff

Bei Einkommen von mehr als 6500 „Fi, aber nicht mehr als 9500 „14 wird der im § 17 vorgeschriebene Stsuersaß ermäßigt

um eine Stufe, wenn der Steuerpflichtige 3,

., zivei Stufen, . , , 4 oder 5 Kindern oder anderen Familienmitgliedrrn auf Grund eseßlicher Verpflichtung Unterhaltgewäbrt. Fürjezweiweiteresolcber amilien- angebötigen tritt eine Ermäßigung um eine weitere Stufe ein.

Nach diesen Bestimmungen hat also Ermäßigung zu erfolgen: bei Einkommen bis zu 6500 «FC: -

um eine Stuffe bei dem Vorhandensein von 2, zwei Stu en . . 3 oder 4, drei ' | ! 5 ' 6! vier , . . 7 , 8, fünf ' . ' 9 | 10

usw.,

bei Einkommen von mehr als 6500 bis 9500 «14:

um eine Stufe bei dem Vorhandensein von 3, zrveiStufen . . . 4 oder 5,

drei ' ' r ' ' ' 7-

„Vier ' ' ' ' ' 8 ' 9

usw. Unt:rbaltsbedürftigen Familienangebörkgen. . &

11. Im § 20 des Einkommensteuergeseßes tritt an die Stelle der Zahl .9500' die Zahl „12 500“.

U]. Hinter § 20 ist folgender § 209- ein eschaltet: _, Die in den §§ 19 und 20 gewäßrten Ermäßigungen bleiben außer Betracht bei Bexecbnung der zu entrichtenden Steuerbeträge für Wahlmoecke. 17

DM!) Artikyl 111 des Ges? e! ist ferner bestimmt:

Die Vorschriften in Arti el 1 kommen zunächst bei der Ver- anlagung für 1909 zur Anwendung . . .

Insoweit bei dem Inkrafttreten dieses Geseßes die Veranlagung von Steuerpfl chtigen zur EinkoMMensZeuer für das Jahr 1939 schon erfolgt ist, wird die infolge Abanderung des § 19 des Ein- kommensteuergeseßes zustehende Steuerermäßigung dem Steuer- xflicbtigen auf Antrag durch den Vorfivenden der Veranlagungs- ommixsion gewährt, gegen dessen Entscheidung dem Steuer- pflichtigen die innerhalb vier Wochen bei dem Vorfisenden ein- zulegende Beschwerde an die Regierung offen steht. Gegen die Entschei-oung der Regierung ist innerbcxlb vier Wochen die Beschwerde an den Finanzminister zu1a1sig- Der An- trag auf Steuexermäßixung ist innerhalb vier Wochen nach Inkraft- treten ch Gefeves zu «Usa.

Zur Auxfübrung die?:r Bestimmungen ordne ich folgendes an:

1) Insoweit Steuxxpflj tigen das Veranlagungs-Benachrichti- guxgsschreiben noch nicht zugetellt ist, find Veranlagungen für das Steuerjahr 1909, in de-ten die Vorschriften zu [ odcr 11 eine Ab- änderung des nach den bisherigen Vorschriften Veranlagten Steuersaßes bedingen, von Amts wegen zu berichtigen.

2) Durch die Randoerfügung vom 7. Mai 5. J. (11 5180) habe ich angeordnet, daß in allen denjenigen Fällen, wo die Anwxnduna der Vorschriften zu 1 oder 11 in Frage kommt, die Entscheidung auf Ein- sprüche und Bérufungen aukzuseßen sei. Nachd€m die Vexöffenjlicbung des Gesetzes, betreffend die Abanderung des Einkommensteuergefeses und des Ergänzungssteuergeseßes. erfolgt ist, find dießntscheidungen auf die Rech19mittel unter Anwendung der neuen Besttmmungen nun- mehr zu treffen.

3) Die Voxstßenden der Veranlagungskommisstonen erlassen als- bald in denjcmgen Blättern, in welchen die 6 smtliche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärunaen ergangen it (Artikel 54 Abs. 4 und 5 der Anweisung vom 25. Juli 1906), die als Anlage beigefügte Bekanntmachung. in welcher die Steuerpftichtigen aufgefordert Werden, Anträge auf Steuerermäßigung aus § 19 des Einkommensteuergeseßes an den Vorfiyenden der VeranlagungskomWisfion zu rich en. Die für die Anbringung der Anträge im Artikel 111 des Gesetzes bestimmte Frist läuft am 25. Juni 1909 ab.

4) Zuständig zu der Eniscknidung auf die Anträge ist - auch für inzwijcben verzogene Steuerpflxcbtige -- der Vorfißcnöe der Veranlagungskommidfion de! Veranlagunßsoxts. Anjräge, die bei einem nicht zuständigen Votfißenden rechtzkitig eingkben, find Von diesem an den jusjändigen Vorsißxnden abmg-„ben.

5) Der Vorfißende der Vcranlagungxkommijfion trifft auf den Antrag. und zwar, wenn die Angaben des SteuexpfliÖtigen über die

ahl der zu unterhaltenden Familienanaehörigen mit dem erbalte der

taatssteuerliste (Einkommens- und Vermögensnacbweisung) überein- stimmen, sozleicb, andere-FaUs wach Einziehunß der e1fo:derlichen Er- kundigungen, Entscheidung und gibt dem Stxuerpflicht'tgen hierüber Nach- richt. Bei Bescheiden, durch die dem Antrags ntwtstattgegeber- wird, ist die Belehrung bixzuzufügen, daß gegen den Bescheid innekbalb vier Wochen bis k-ei dem Vmfichden der Vzraleungskom-nijfion anzu- bringende Beschwerde an die Regierung offenstsbe. Ebenso ist dm auf Beschwnde erg benden Bescheiden der Regierung im Falle der Z1rück- weisung die Belehrung anzufüxn, das; gegen den Bescheid innerbaib vier Wochen dte bei der Regierung einzureichende Beschwerde an den Finanzministkr aegeben sei.

6) Maßgebend für die Beurteilung der Anträge ist der Familien- stand des Steuerpflickßtig-"n am 1. APN 1909.

7) Der Vorjißende der Veranlagungskommisfion führt über die bsi ibm eingehenden Anträge eine Kontroüe. Das - mö,-lichst einfach zu qest-ltende -- Formufar hierfür zu entwufen, überjasse 111) den Vorfißenden der Veranlagungskommissionen.

8) Von jeder gewählten Steuerermäßigung gkbt der Vors'tßende dem Gemeinde-(GutS-)Vorstands bebuW Betückfichtigung bei der Steuererbebung dura) Mktteilung eines Auözugs aus der Kovtroüe Nachricht. DieJer Auszug dient gleichzeitig als Belag für die Ab- gangsxtjie.

9) Infolge der neuen Fassung des § 19 des Einkommensteuer- gefeßes verlxert die in dem Artikel 1911 der Anweisung zum Er- gänzungssteuetgeseße getroffene Bestimmung, Unter dem Jahres- einkommen im Sinne der Vossehriften im Artikel 19 ] d-r Anw.»!snng sei das Jakeöei kommen nach Abrechnung der im § 19 Abs. 1 des Einkommensteuerzeseßes Vorgeschriebenen Abzüge für Familienmitglieder zu verstehen, ihre (Hsltuug. Für die Bemeffung des Ergänzungsiéeuersaßes in den Fällen des Arttsels 19 der Anweisung ist jortan vielmehr stets der Betrag des auf den Steuerpflichtigen veranlagten Iabreöeinkommens maß- gebend -- ohne Rücksicht darauf. ob auf Grund des § 19 oder 20 des Einkommensteusrgeseßes Steuerermäßigung oder Steuetfteistellung eingetreten ist.

Berlin, den 26. Mai 1909.

Der Finanzminister. Freiherr Von Rbeinbaben.

Bekanntmachung.

Durch das Gesey, bxtreffend die Abänderung des Einkommen- steuergeseßes und des Erganzupgastcuergejtxes, dom . 1909 (“Ges..S. S. ) hat der § 19 Ab. 1 und 2 des Einkommen- steuerg feß-s die nachstehende Fassung erhalten:

Gewäbrt ein Steuerpflichtiger, dessen Einkommen den Betrag von 6500 “16 nicht überst-wt, Kindern oder anderen Familéen- angebötigen auf «rund gcs-ßlicher Verpflichtung (§§ 1601 bis 1615 Bürgerliches (Geseybztch) Unterhalt, so werden die im § 17 vor- geschriebknen Steuersaye ermäßkqt

um eine Stufe bei dem Vorhandensein von 2, zweiStufen . . 3 oder 4,

. dkki ' ' ' ' ' 5 ' 6 derartigen Familienmitgliedern. Für je zwei weitere solcher Famfilienangebörigen tritt eine Ermäßigung um eine weitere Stue ein.

Bei Einkommen von mehr als 6500 „16 aber nicht mehr als 9500 „Fi, wird der im § 17 vorgeschriebene Steuersaß ermäßigt um eine Stufe, wenn der Steuerpflichtige 3- , zwei Stufen . , , 4 oder 5 » Kindern oder anderen Familienmitgliedern auf Grund gescßlicher Verpflichtung Unterhalt gewährt. Für je zwei weitere 1olchec Fatmfilieritangehörigen tritt eine Ermäßigung um eine weitere S u e e n. * Diejenigen für das Steuexjabr 1909 bereits zur Einkommensteuer veranlagten Steuerpflichtigen, welche glauben auf Grund dieser Be- stimmungen auf eine Ermäßigung des Steuersaßcs Anspruch zu haben, fordere ich hierdurch auf, diese Ermäßigung spätestens bis zum 25. Juni 1909 bei mir schriftlich zu beantragen. , Später eingehende Anträge dürfen nach gkseßliaher Vorschrift nicht berücksichtigt wervxn. ....-.den......1909. Der Vorsißende der Einkommensteuer-Veranlagungskommission.

Iustizministerium.

Dem Landgericht§präsiden1em Geheimen „Oberjustizrat Opdenhof in Bochum ist die nachgesuchte Dtenstentlaffung mit Pension erteilt. _ _

Verseßt smd: der Landgerichthat Eckert m Oppelxr nach Firschberg, die AmtSrichter: Dr. Benfey in Gsrreshetm als

andrichter nach Düsseldorf, Dr. Kalthoff 111 Essen als Landrichter an das Landgericht dJZlest/ Dobroschke “in Ynkgséütte nach Glogau und Dr. erlberg in Loiß nach () ga 1.

Zu HandelSrichtc-rn sind ernannt: der Zivilingenieur Ernst Sattler in Königshütte bet chm Landgericht in Beuthen i. O.-Schl., die Kaufleute Sartorms Reinhold und Ernst Wolters in Linden, der Direktor Franz Krause und der Handlungsagent William Boes in Hannover sowie der Brauereidirekwr Richard Müller bei dem Landgericht in Hannover, der Kaufmann (Gustav Ehlers m Königsberg i. Br. bei dem Landgericht daselbst, - wiederernannt: die Kaufleute Oskaréaase und HermannHauscn in Berlin bei dem Landgericht in Berlin, die Kaufleute Adolf Hege- waldt in CHarlottenburÉ, RichardBlumenfeld und Heinrich Neudeck in Berlin, eorg Jackwiß in Dt.:Wilmcrsdorf bei Berlin, die Nentiers Albert Hoffstaedx m Charlottc'n- burg und Hermann. Cohn in Dt.:thmersdorf, der Bankier Moriß Potocky-Nelken und der Kommsrzienrat Gerson Simon in Charlottenburg bei, dem Landgerichx 111 in Berlin, der Kaufmann Wilhelm Mejer und der Sprdrteur Friedrich Gaffkt) in Kannover bei dem Landgericht daselbst, der Kaufmann Peter ichratl) in Cöln bei dem Landgericht daselbst uwd der Kaufmann Wichlm Ancker in Schmelz bei Memel bei dem Landgericht in Memel,

Zu stellvertretenden ?andelsvichtern smd ermmnt: der Kaufmann und Eiswerksbe 11321: Hugo Fournier in Tegsl bei Berlin bei dem Landgericht 111 Tn Berlin, der Kqufmann Arnold Leschnißer in Tarnowiß bei dem Landgcmcht in Beuthen i, O.-Schl, der Bankdirektor Heinrich Teifers, die Kaufleute Robert Dreger, Rudolf Alves und Hermann Werner Nm., der Fabrikant Dr. chem. Karl Schwarz in Hannover bei dem Land ericht daselbst, der Kaufmann Wilhelm von RecklinghaUJen in, Cöln bei dem Landgericht daselbst, der Konsul Fraß Wien 'anönÉgE-berg i. Br. bei d-Zm Landgericht daselbst, - wiederernannt: 'die Kaufleute Franz Solson urxd Wilhelm Lcschziner in Berlin bei dem Laz1dg€r1cht1m Berlin, die Kaufleute Ludwig Sommerfeld m Chaxlotten- bum und Sali Segall in Dt.-WilMersdorf bci Berlm, dér Kaufmann und Ingenieur Erick) Becker in Rcitxikkendorf bei Berlin bei dkm Landasrieht [11 in Berlin, der aivrikbcfißcr Jinrick) Maus in Cöln bei dem Landgeyyicks asylbst, der

rogen: und C()ejnikalienl1ändlcr Etienne RoqneE-Mctten: Heimer in Fx'ankfurt a. M. bei dem Landgericht daselbs.

Die chfügung, durch welche dem Notar Höfer in Kevelaer dcr Amtssiß in Crefeld angctviesen worden, ist zurück: genommen,

Zu Notarsn sind ernannt: die chhtsanwälte Rosen- berg in (Göttingen und Dr. Wedemeyer in Plön,

Ja der Liste der Rcchtc-Zanwältc smd gklöscht: die' Rechts- anwälte Dr. Meidner bc'i dem Landgericht in Brcslnu, Dolezalsk bei dem Landgericht in Hannover, Dr.Icuchtc_11- be'rgcr 521 dem Amtsgericht und dem Laxrdgericht in Licgmß, Herf bei 59:11 AmtSJerickn und dem Landgericht in Aachen und Stürmer bsi dcm Anrngericht tn'Mayen.

Ja die Liste? der Rschlsanwälte smd eingctragcn: die G2richtsaffcss0rcn Dr. Walter Schmidt bci dym Landgericht in Breslau, Schunck bei dem Anrthexicht und dcm_Land: ZFUW in Bonn und Jossf Schmitz 561 dem Atntsger1cht 'm

a M.

1)Der Amtsrichter Loewenson in Wiücnbcrg und der

Rschtsanwalt, Justizrat Schumacher in Cöln sind gsstorben.

Ministerium dcr geistlichen, Unterrichts- und Medizina[angelegenheitom Dem Oberbibliotlwkar an der Königlichen Bibliothek zu Berlin Dr. Walther Schulße ist das Prädikat Pro- fessor und _ _ dem Bibliothekar an derselben Btbliothck, Profkswr Dr. Horßsckzansky der Titel Oberbibltotbckar beigelegt worden.

___-

Die Kreiöarztstelle des Kreises Kosten, Regicrungs- bezirk Posen, mit dom Amtsstß 111 Kosten ist zu besetzen.

Yichlamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 13.311111.

Seine Majestät der Kgiser und König nahmen heute vormittag im Neuen Palms bei Potsdam die Vorträge des Chefs des Admiralstabcs der Marine, Admirals Grafen von Baudissin und des Chefs des Marinckabinetts, Vize- admirals von Müüer entgegen.

Es ist in neuerer Zeit wixderholt vorgekommeU, daß deutsche Waren bei der Cmsuhr nach Schweden von den schwedischen Zollbehordc'n mit Beschlag belegt worden sind, weil an der „Ware oder ihrer Verpackung die Bezeichnung ciner schwedischen Firma _angsbracht war. Es erscheint daher angeze1gt, auf dte zum Zweck

der Bekämpfung falscher Ursprungöbezeichnun en exlaffene schwedis e Verordnung vom 9. November 1 88 hinzuweisen, derzufo ge ausländische Waren, die entweder selbst oder an ihrer für den Verkehr bestimmten Umschließung eine Bezeichnung tragen, welche den Schluß auf HerstellunJ der Ware in Schwedey zuläßt (wie besonders den I amen eines Ortes, eincr mdustriellen An!a e oder eines Gewerbe- treibenden in Schweden), bei der iyfuhr nach Schweden mit Beschlag zu belegen und _zu konftszieren find. Dieser Gefahr kann nach der genannten Verordnung insbesondere dadurch be egnet wexden, daß neben der erwähnten Bezeichnung auf deutli e und le1cht m die Augen fallende Weise die aus- ländische Herkunft der Ware angegeben wird. Die näheren Einzelheiten smd aus der Verordnung selbst, die im Deutschen

andelsarchiv von 1889, Teil'[ S. 128, abgedruckt ist, er-

1chtlich.

. Der Staatssekretär, Wirkliche_Gek)eime Rat Dernbur ist von seiner Dienstreise nach dem Haag zUrück ekehrt un hat die Geschäfte des Reichskolonialamts wieder ü ernommen.

Laut Bericht des „W. T. B.“ cht S. M. S. „Iltis“ heute von Schanghai nac!) Vagoda nchorage in See.

In der Erstsn Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ wrrd eine Zus ammenstellunH2 der Berichte von deutschen Fruchtmärkten für den onat Mai 1909 veröffentlicht.

Württemberg.

In der gesjkigen Sißung dcr Finanzkommission der Zweiten Kammer gab der Ministerpräsidcnt von Wei - säcker bei dcr BeratunZ des Eisenbahnstats laut Veri t des „W. T. B.“ folgen 2 Erklärung ab:

Er habe nicht dieHoffnung, daf: die Güterwagengemein schaft in der nächsten ZEN zu einer erweiterten Gemeknfshaft fübrkn werde. Byzüxlicb eiuer etwaigen Tariferhöhung müffe mcm zunächst mit “den Verwalkunaen der Nachbacstanten in Verbindung treten. Der Erhöhung der Tarife für die vierteWagenklaffe müsse jxkenfalls näher getreKen Werden. Einer Verschmelzung der dritten und vierten Klasse untxr anrundelsgxng eines Saßes 5911 2,5 45 für das Kilometer könne er das Work nicht reden.

Ein Antrag des „?cntrums, die Regierung aufzufordern, einc Rcvision dcr Per onentarife in Erwägung zu ziehen unter Zugrundel-egung dss ermdschs, daß in der Regel eine Deckung der Selbstkosten cinzutrctcn 5555, wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag der Konservativen, wonach eine Erhöhung der Tarife für Sie vierte Wagenklaffc in Erwägung gezogen werden sollte.

Oesterreich-Ungarn.

Das österrsichische Ab eordyctcnhaus scßte gestern die Verhan'dlungen Übcr die ringltchkeitsanträgc, betreffend die B06n1sche Agrarba11k,fort.

*.*-kack) dym Bcricbt des „W. T. B.“ erklärte der Abg. Sramek, der böIxniscb-katbolifche Nationale KlUb teKle kxinkSwe-zs den refig- niextcn Prsfixnismus dss Abg. Kramarz binfichjlich dcr außwättigen Politik, auf dersn Yeeinfiuffung dcr Kxub kéineoweas vmicbte. Troß des dentsckoen Kurses, in der fich di: österretchifche Momrchie bewege, sei seixxe Paktki überzsugt, dus; vie Monarchi-x genug Lebenskraft be- fiße, um binesfaljs zu eénßm Vasallenstaake 11€ch dicker oder jener Seite hinnbzufinken. Bei aÜen l'ultqrMen und nakionaken Sympathien, die die Tschesch7cn dem großen ru1111chr11 Volke cnxtgegsnbringcn, sei ihnen das bökxméx'Öe V:)!fötum und sckne kulturelle und nationale Individualétät viel za ten.».r, um das Volk Böhmens in dlm großen Mesre der Rxxsssn Untexgeben xu [offen. Die T!ch;chcn baute“ feines- faUs auf 55:5 offixé-xlle Rußland, fia müßten aber andexerkekts die vor- gkstern Von dem Abs. DaEzyxxskt an den _r:1ffi'.chxn Zuséärden g-Äbte Kcitik M 5421 emtfthiezenstk zurückweixen. „- Dcr Abg. Bieloblawck erklärte, dix chr11111ch - «izle Partei Wrrkc „:e-gem dcn wahrhaft Schu1digen in dsr A;;raxbankfiage, dkn Reichxffxmlßministek Baron Burian, erbarmungsloz den fchärfsten Kampf führst: und für dke Beseitignng des wucherischen Bank- priv:seoiums cintrcfkn; fie [affe fick! abcr nicht “Dazu mißbrauchkn, die gygenwärtigx Rs.;ixrnng, die :e-«enüber Ungarn Nackenstcife gezeigt und Latsächltchc (*erolae in der Agraxbankfragk erzielt babe, zu sxüzen. Dadurch würke O:“jterteicb in eine Krise vetwicken werden, dke aagxn- schein11ch um so gefährK-er sein würde, als Oesterreich ein starkes Parlament n1cht enWebren könne.

Das Haus beschloß darauf__cinft_immig Hinsichtlich des Antrags dcs Abg-xordncten Sastsrmc dre Dringlichkert, lehnte

&

sie aber bezüglich des Antrags Kalma mxt 201 gegen 194 Stimmen ab.

I;“. 567 weitere:: Vc'rbaydlung des Dcir-glickzkcitéanimgs Susiexfic bktonte der MinisterVräJdent Freiherr von Bickert!) wiederum, daß die Von der Regieng erzielten Zu.;eständniffe nicht als ganz wertlos beseicbnx't werden könnten und d;:ß,*5a dccb die Löjung der AZrmfrage nicht ohne Votum des L.!ndtazxs cr1olgxn könne, gewiß eine 5 eff-rung erzielt w:,"rden würx-e. Bezüglich der wtchtigcn Frage Wegkn eyentucller Hkranzichung Von öffentlichen Landeömineln, die zur Inanspruch- nahme 1er beiden Staaten führen könnte!, sei die Regierung nach- 1rägltch bemüht, ein Künftignks Ergebnis herbeizuführen. Er hoffe, daß es ihm“ schäießlich gelingen werde, zu einem allseitiß be- friedigenden foolge in diessr Fraue zu gelangen. Bezügltcv der einzelnen Punkte drr Resolution Sustersdc bcmcrkte rer Ménister- präsident, daß die Regierung es nicht nn Bsmübungcn babe fehlen lasen, dem einstimmigen Bescblvß des Landes Rechnung zu tragen, daß fie vielmehr vielfach anerkanntermaßen das, was erreichbar ge- wesen, erzielt habe», weshalb dxe batte Form des Urteils der ersten Resolution nack, sciner, des 9)?ini1tcxpräfiden!en, Anfickpt nicht begründet sei. Hinfichtlich der in der zweiten Resolution Verlangxen Anxullierung der Garantießvcrpflichtung würde der Reoicrung jede Par.!)babe fehlen, einer solchen Aufforderung in wirksamer Weise nachzukommen. Hin- fichtlicb des dritten Punktes betonte der Ministerpräsident, daß, wie- wvbl cr dem Inhalte des Antrags, die öffrntlich-r§ch1liche Kmeten- ablösung anzustreben, duxchaus zummme, unter UmUänken das Zu- standekommen eine Verfassuvgssiatutö für BoSnien durch eine unbe- d1nat ablehnende Haltung der österreichischen Regierung überhaupt verbinkcrt werden könnte, und daß durch die Erreichung des einen Zwecks der Bevölkerung BoSniens _ und der Herzego- wina vielleicht insofern schlecht gedient wäre, als dadurch möglicher- Wekse Der andere vereilelt würde. Bczüglicb des AuUpruch des Ab eordneten Dr. Kramarz. daß Oesterreich fich erst einen moralis en Titel auf BoInien ertverben müffe, betonte der Minister- präfident, daß nach den eigenen Erklärungen von Parteigängern kes Aba. Dr. Krumau und außländischer Beurteiler die 30jäbrige Ver- waltung BoSniens allein schon eln moralisches Anrecht auf die beiden

nder gegeben baée. _ Hinsichtliä") der Ausführungen “des Abg. Dr. amarj über das Bundnis mit dem Deutschen Reiche bemerkte der .inzstexpxäfident: „Cine Alliauce. die durch Jahrzehnte allen ölkern dieses Reichs obne Unterßhied, also ' auch den ckckck, den ,Frreden gefickoert und die keines _in seiner ntwkcklung gehemmt bat, birgt schon in fick) selbst so krästige Argu- enté für ihren Bestand, daß die Etsprießlkchkeit kes Bundcs nicht „5 Worte naehgewiesen zu wr-zrdkn braucht.“ Der Ministexpräfident xsicherte schließlich, ba dxe „Regierung der boSnischen Agrarfrage in Zukunft die na drucklichstx Nafmerksamkekt widmen w::de, d bat das W115, ein Votum zu fallen, auf das fich die Regierung dieser FMK? "ULM könne. """ Dkk Abg. Dr. Redlich kritifierte scharfer Weise das Statuk der, boSnischen Agtarbank.

Dem Antrage d'es Präßpenten Dr. Pattai gegenüber, jt Rücksicht anf dn? vorgerückte Zeit die Verhandlung ab- brechen, beantxagte der Abg. Cech, mit Rücksicht auf die Nichtigkeit des. 111 Beratunq stehenden Gegenstandes die Sißung s zur Erleerung des „Antrags Susterfic fortzuseßen“ und amentlick) Hierubpr abzusttmmen. Der Antrag Ceck) wurde in amentlicher lesttmmung mit 221 MM 200 Stimmen an- enommcn. . , '

Der Abg. Dr. Laginxa präztfwrte darauf unter dem leb- affen BeifaÜ semer'Partetgexzoffen den Standpunkt“ der Süd- lawen und schloß seme Agßfuhryngen mit dem Anfrage auf ch1uß der Debatte. Ach) yber dtesen Antrag wurde namentlich bgestimmt. Gleich zu Beginn der Abstimmun kam es zunächst 1: einer Kontroverse zwischen dem Schri?tführer Kotlarz nd den Deutsch-Radikalen. Da auch die anderen Parteien er Linken, insbesondere die Christlich - Sozialen, mit ebhaften, ununterbrochenen Schlußrufen cingriffen, ent- und ein großsr Läxm. Der Präfident, dcr wiederholt ver- eblick) das Glockenzetchen gegeben hatte, sas) sick) infolgedeffen oenötigt, dic Sißung zu unterbrechen. Da er auch bei seinem Miederexscheinen im Saale von ohrenbetäubendkm Lärm mpfangen wurde, schloß er 'die Sißung und erklärte, die F; ächste kn schriftlichem Wege cmbcrufen zu onen.

Frankreich,

Der Senat seßte gestern die Beratung 1":er Prämien Ür dcn Seidsnbau fort.

Nach dem Bkrixbt des „W. T. B.?" eéklärtc der Harxdekßminisür . ruvpi im Laufe der Dévmte, die Régierung halte eme Prämie on 0,60 F:“. 1er das Kilogramm für notwendig und au2r21ch€nd und Zsuckbci; Ten Von kerZonommisfion wocgeschlag€nen Saß v-xn 0,70 Fr. ,. zu: nen.

Rußland.

* In der. gcsjrigen Sißung dcr Ncichduma kam 5er GLscßentwurf Über den Uc'bertritt aus einer Konfession An eine andere zur Beratung.

Gleich nécb dern Referenten ? kläxjc ker Mimstkrpräßdént Stolvvin, lxut Bericht des „W. T. B. , bsi dem Ullgesnsix'en Intercffé, dem die ToleranUeseß-c bcgkgnaten, se": cs notwendia, dcm Stanxpunkt Ter Rexxicrung in F;“agen dé'k Glänbknskreibeit klarzastkllext. Sail zwei Jabrbundntm feier! die szÉbungxn kter bcrtscbsnden Kircbe zu den an?:ermt Konfesfitynen auf aewök-nlichkm, Jeseßgxbcrxftßsm Wege erlekigt woxdev. D5e ercbe müsse gam selbszsndég sein in dk.;xma- Tischen und kanonischen Fragén, sie müsse auch gam autonom in

Fragen der rein kirchlichcn Gesc gabung hande1n, dock) müss der -

Staa? die Frxilycit behalten, die * kzkebungen der Kirche zum Staate zu re-aeln.

Nachdem dsr Ministertpräßdent die Bad:"utunsx d1cskS Verbäxt- néffks zw11chen Staat und „(kirche für M innsren Friedcn [)ertmr- gehoben, wkrjxik-igte cr insöesondch di“? Rckéransmelagk, betreffend den Uebßrtrijt aus einer (kristlicben Konfcj 011 zn eincr Uicbtchräst- lichen. Hierzu 15511: er aus, daß, Wenn nxan auch in kcr Theorie für absolute stiffelxxfreibcit sein könne". es koch dsm Urößéen Zw-xéfel begeank, 05 es notWendig sei, die Frsibcit drs Ueberxritts aus einrr Ötis111ch5n in eine nkchtchr:;1liche Konfesskon gesetzlich zu Uroflamiexen. Ws Beleg für dikfmx Slandpxrnkt Vcrwiks Siosvvin auf die Entwicklung allxr Westxuwräiéckpén (Gefxßgebunacn,

_ die überall EIJCs-Übek kcm Prinxip ker (chviffsnIfrcibeit, dem Volks-

alavan Und dkn Volkölraditionen K0x13e1fi1“113n aM-zäzt hätten.

* Untér anLekeq Bxizpiclen rrwähnle cr, daß in ch-.ßcn der LGRVMLUÖ- * eriheit Ochranken JZ'ZOZTU 1eéen, ixidcm bci (“MU K'VllfésiWnSnEÜZskl

Ax'meldung ktßorderlicb sci UM nock) zwei Jahre §1a1“-g Beit:5„8 cm k-ie 1015818 meeinde gezahlt“ werden müßten; die Kinks: konf-jswnßlsser ElU'rn sexy. dort sogar zur Teilnahme? am Religimrsm-tyrxicßt Vcr-

Pfiichtc't.

Hizranf (,k-g Stokypln au? xix Stcüuna kes 1111ÜscZ'énNolke6 zur Reltxi1on cin nnd fragte, 1119135515 5er (Hekst UI rwsfixcbe'm Volkes Zinc: trockenen, 15111 unvkrständ1icken They'cic „:Um OPf-xr gebracht WMS" swYe, etwa, um einigen zelxn Pcrsoncn, die saw U;:Zestrast Vom Cßxiste-rtum ab.]efuüe'n schu, (efkylich Tie Möglickpkcit 311 Z(“Ökkl, MF»: 5011 der KMK? loszurcißM. Er rvüp1che nicht, daß m dem streng orjbodoxen rxxxfisckycn Staate) in die GMWWUM PkinzWéen Eingang fänden, die in den Wagen B's VQXk-s die weißte Orlbovkxie und Fax! Cbxistrxlwm mit

Nichkchxlstcntum gletchmachte:1. Es sei dies eiue: so LUML ("Gswffsens-

"Mk, 1sz wan ihr nicht Politische Betrwcbkuxégcn bcinriscben L*ürfe.

U?Uls mwffe er fessch-n, daß dke ngkcjung, erek 1echfs noch 11ka abryeichend (&Ugemeink Belvchmg), tmr dkn 611th geradkn, vom Kaiser durch das Manifest Vom „'*70. Oktobek gmxissensn WSJ gebe. Sto'ypin bat miT eéndtinchbcn Woxten, (111€ vorwi-

* WUUsQex; Interessen beijrite zu stellen 1.115 an das gesamts rusfi'ch

Volkzu denken, dessen Lebensbedingunge'n vexbesscr: werden scllen. Ein (“JÜL- das dem Giauben eiNeI jedkn Freibcit aerräbrk, wexdc das Volk selbstvexséäudlick) bkgreifen, dccb nicht ein Ecseß rein reklmne- haften Charakters, das ausspxiäzt, Otthodvxkc unD Cbristxxaum seien kern Heidcnkum, Mobammedanertum und Jadentnm gkeichgesiellk an Schlusse hat der Ministerwäfident um Annahme drr chzierungs- vorlage und" sagte; „Seid kingedcnk; dieses Gcscß wird Wm rusfisckxen Kais“ bestatigt Werden, der für mehr als hundert Millionen seinss Volkes der orthodoxe Kaiser war, ist und sein wird.“

Italien.

In der gestrigen Sitzung der Deputierlenkammer Zedachte der Abgeordnete Cornaggia dcs fünfzigsten “abrcstages der Sck)_lacht von Magenta und der Zapfßren Soxdaten, die m1t ihrem Blut die Unabhängigkeit Jtaltens crkampft hätten. Der [111191s1aatssekrejär des Innern Facta exklärje, „W.T.B.' MUSS. im Name:* der Regierung und dcr Präßdent der Kammer C arcora im Namen des Hauses, daß fie von kunselben patriotischen bmpfindungen, kemn Cornaggia soeben Ausdruck Verlieben habe, eisLELt seien. Facia erklärte znm Schluß, Italien babe nur das eine "ZV“, witksatxt „mitzuarbeiten an der Erba1tang des Friedens und an den erken der Zwilisation und des Fortschritts.

Spanien.

Der Senat und die Deputiertenkammcr Haben sich geste'rn, „W. T. B.“ zufolge, auf unbestimmte Zeit vertagt.

Türkei.

M Die armenische Nationalvcrsammlung hat nach einer cldung des „W.T.B.“ den Bischof von Smyrna Turion „zum Patriarchen von Konstantinopel gewählt.

„'in glückliejpxn Zeiten mit hohem Interesse

Bulgarien.

Der König Ferdinand hat nach eixter Meldung des „W. TB.“ zur Erinnerung an die Proklamterung Bulgariens zum Königreiche einen neuen Orden gestiftet, der den ersten Vlaxz m-ter den bulgarischen Orden einnehmen und nur in sklfMM Fällen für große Verdienste um Vaterland und Thron verliehen werden soll.

Norivegen.

. In einer Darstellung der Ansichten der norwegischen Ne: gterung „über die rechtliche Regelung der Verhältnisse auf S_ptßberqen und der Väreninsel, die als Programm fÜr eme in Christiania abzuhaltende Konfxrenz zur Regelung dteser Verhältnisse dicnen soll, vertritt dl? norwegische Re- gierung, wie „Aftenposkcn“ meldet, das Prinzxp, daß die gegen- wärtigen politischen Verhältnisse der enannten Inseln unver- ändxrt bestehen bleiben sollen, sodaß [Je als" zu keinem Staate gehori betrachtet werden und für Angehorige aUer Staaten offen tehen.

Amerika.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat, „W. T. B.“ zufolge, das Kanonenboot „Paducah“ nach La Ceiba (Honduras) entsandt, wo revolutionäre Unruhen ausgebrochen simd.

- Der amerikanische Senat Hat gestern eine Reso- M Terrakotkenbau We

[UÜM des SLUUWks Lafollette ÜUILUUMMM- in der dk? '“ gewerbes und seine bisher uicht Voxhanden ewesene Betätigung

Präsident Taft ersucht wird, dem Senat die Korresponchz des Staatsdcpartements mit der deutschen Regie- rung oder ihren Vertretern bezüglich dLS deutschen Lokm- bkricht§5 zu unterbreiten.

- Das peruanische Kabinett ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ zurückgetreten; im Lande herrscht Ruhe.

Asien. DiE Vcrtretzxr der Mächte in Teber an haben, wie das „W. T. V.“ Mrttcilungen der perstschen Botschaft in Kon- stantinopkl zufolge meldet, Sattar Khan und den anderen

Führern der Revolutionäre Sicherung ihres „Lebens ver:'

sprochen, we'nn sie mit dom Schah in Unterhandlungcn ein-

sick) jcdock), sick) in Ver andlungen eitKulcxssen, bevor die Russen

das Land VTklUffM Haben. Dic evolutionäre Haben den

gehsn Rußlands Überreicht. Di? stölferung Teherans flüchtct uns der Skadi.

Afrika. Nack) einer Meldung dss „Rcuterschen Burcaus“ hat der

Gkssßgebcnde Rat dsr Kavkolonw dsn Verfassungssnkwu rf Z . [ die Fassaden zu belrk-en, wswn auch zUmcist nur durch zu geomeniscben

für das Vereinigte Südafrika angenommen,

Kunst und Wissenschaft.

s.. L'. Wie ip. fxüberen Jahr:", so auch in diesem, bat dk?! eben '

zu (Ende &e»:angene Monat Mai, 95917133 er fich mit Ausklabme seines levtcn V'e-tels nicbt akrake als Wonnemonat bewäbxte, der

Nakurgknnß Und AÖWTÖUWJ «[[-r Art (;kbraÖT. Dkk zweit: Sonn- tag war drxzt Besuch 5011 Spandau und feinen Ncnanlagxx: gewidmet, der 011116 fuhrt? dre Ge1kU1ch31t nac!) Nauen-Kssin und Parey, dessen

Schlcs; mir seinen zablyeicben Erinnerungen an die Königin Luise ** "auf die Anregunßen zurückzuführen, die durch 'die erste große

Sommeraufentbalt bier besichtigt Wurde. 965511: ein?": Wanderfahrt fchön1ten Wetter bsgünstigt,

km (Hebeaken an ihren häufigen d.“:r vierte cm*lich Lkbnin. Vom

Bunten axkp chend orixntiekendcn Vortxages, den in schatti em L41tb- gartcn Prof ffor Dr. T1chi7ch-Brandenbarg gebaxten, die FZ

altetlicben Bunten [:esY-tigt, wobsi die Herren Pfarrer MÜUU und

zum lcßtcn „Mal.? xx-w-sen Leia. Sie hält die Erinnerungen dieses PlEYkß an die Entwickkum "56: Mark im frühen MkttxlaLter, an Tie 53115119: Kultuxarbeir, “518 hier zeitwsise einen Mtttel- und Angxmgwankt Hatte, mit Rcäzt sebr Wert

durcb kxxltxthxesch1ch1lichs Rückvkicke [md Bcsichxigung dec maleriscbcn, kn ker Zexsxöxung noch schönen Trümmer wie der unvexgle'tckylickoen Portakxe dcr (Genuß von ürpig blühenden! Flieder, schattigem Park

mit_dc-n Brankcnbnczer 1th Treuc1:1)iie8cner Mitgliedern der i(öchll- schch111. Nachher wurde? noch ctn weiter Svaxiergang nach

Eegyuübcx dem der ngi-“ru11g in MW: Beziehung JCMÜÖUU V;)c- dcr Obxrförs'terei durch den WaLd bis zu Liner Stel]: am Seeufer

beliebt, an die s'tcb eine der Sagen dieser überliefcrungkécichen

Gxgend knüpft, in der ein wunderlicvxr Sonntagmittagspuk eine Rolle spiclt. Für Dic nicbt 5eryytmgcnd pbawtafievoücn Kinder des“ 20. JabrbunderU ['*iUkt diese Stelle ctbe111ich mehr Juicrcffe durch * * friekigsnd bezeichnet werden, so bezeugen fie doch übsreinstimmend das ' Bestrxben der Architekten, farbigen Schmuck zu l1efcrn und die An- wxndunß des gebrannxen Tons in neu: Bahnen za lenken. Zu Zboffen und zu wünscch ist, daß unsere Verbxendindustrie er- ;kenne,_ auf wklchem Wess ihre Zukunft liegt und daß ihre ' Werkstätten fich in Kunstwerkstätten umwandLTn, aus dtnen Material

ihre industrieüe St.«ffag: in G stalt dreier gwßen, jenjeits ch Sees a"§1*siedelten Ringofcnxiegekeien und in der (Erinnerung, daß einst die Mönche Von stnin in dieser Seknkette eine Waffcherbindung mit Wexdcr und weiterhin besaßen, dae [):ka durch forjscbreiteénde Ver- sgnkxung der Seen schon recht erschwert 111. Es war noch verhältnis- mäßig fxüh am Tage, als die Heimreise übsr Werder und Potsdam durch das blübenke Land angstreten Wurde.

Kurz vor Pfir-gsjen fand km Vortragésaal des Märkischen Museums eine Wanderbusammsung stat.", exöffvet Vom Vorfitz'nden (Geheim-

rat Friedel durch vkrschkedene Mitteilungen und Vorlagen aus dem ; Mxxseum. Der beworstebende Sommer und besonders die erste Juni- Z hälfte ist durch Versammlungen und Veranstaltungen aUer Art so . 5 „Ersten KriegervereknobauseS“ in der Cbgyffsejjraßs 94. ; diesem enthält es eine Anzahl prächtiger Festjäle uud im Erdgeschoß der Vorstand Vertreter erwählte, d1e ikke Teilnahme im Namen der =

stark in Anspruch genommen, wie kaum je zuvor. Sie interessi-ren die zu ihnen eingeladene ,andenburgia' fa1t ohne Ausnahme, sodaß

Geseüscbaft und künftkae Berlchtetstatlung zugesagt haben. Einige interessante neuew Veröffentlichungen wurden Vorgelegt und besprochen, darunter eine prächtia ausgestattete Festschrift der Rennbahn im Grunewald, eine Schrift kes Geheimen Baurats March „Berlin in seiner, baul1chen Entwicklung“ eine im Sinne des Heimatscbußes poletmscb gehaltene Schrift .Der elektrische Strom im Landschaftsbilde' u. a. In Potsdam ist im Hexbst vorigen Jahres ein städtisches Museum eröffnet. in Rathenow ein „Verein für havellänkische Heimatskuxade' begründet wwxdcn. _ Den Von virlen schwarzen und farbigen Lichtbixdern begleiteten Vor- trag des Abends hielt Dr. Max Fiebelkorn über das Thema „Unser Backsteinbau in Gegenwart und Zukunft mit be- s_on5e*rer Berücksichtigung neuer Berliner Bauten“. ES 112, so lkitcte der Redner seinen Vortrag ein, fieber der aügemeinen

machen dem alten Backftein den Wettbrrverb immer schwerer. Seine Anwendung beschränkt sich mehr und mehr anf Hintermauerunq, au Venußung zur Aufführung gröberer Baulichkeiten oder so1cher in

nach Kéoster '. wurden unter. dem Cit-drwck eines über (Gescßéchte und Sage des Maßes und seiner ich _ " unter denen Vsrs-Ökedcnßrbkge, Klasterte Ziegel, Platten und Fliesen r :, dte . R-stc deH Klosters und di? Verschiedemn noch Vorbankknen mittel- . ; die Bekleikun grcß-E Etx'enbautcn mit Werken der TT“- 'erkunt Lkbr-r Bocbow und Hinßx ausführliche Erläuterungen gaben. Die ; g M f „Brandenburxxia' war hier nich: zum ersten MM uud wird hier nicht 3- -* als anrvendbares Mxterjal farbiges Sleinzeng in fischtreq Formaten - Von Platten und Fliexen Und wstterbestänvigxn Tsrrakotten. In ; der Tat find mit tiefen M;;teri-Ilieu an yxxschirxnen Orten schon und weiß. daß es ihr v-Jn allen Teilxxxbmxcn gedankt wird, MM dke Veranséalfnngen ;? so getwffen werden, wie dkcsmal, wo fich zur Erhebung der Seele . ist auf solcbs Art (M von der 101111 häufigen Verrxach1äsüßunz der ' Höfe abweichendes, srsundlickxeres Gepräge gsgrben. Z'Ier Vxxxragende _ _ _ Z führte Line aanze Meuge Baujen solcher Art in farkigen Lichtbilkem und prachtigchm Sovncnscbkin über der Landkcbaft geseUte. Das 1 Mittagmabl im Gastbof zum vrewßiscbea Axler vereinigxe die Berliner , Leipzkge! Skxaße, das Haus Augsburger Straße* 106, und als ein B:?spicl : für entsprechende Innenarchitektur den Neumannscjdén Festsaal am ' Hackeschen Markt, das Neubaucrscke Hutmagazin Unter den Linden, ? Verschiedene Türumrabmungen, Ladendekorationen und äbrtlichxs, bei

zur Eröffnung *

f . gebaut worden, die zum Teil bereits cmporgekeimt ßnd.

schkechler LIZZ. Sorgfältige“! burgestsllt, mit 91atter ObeeräÖO und

scharfen Kanten, genießt der Backstein als Verblender noch Achtung; aber keinem Zweifel unterliegt es, dyß die Ziegelfabrikation vor einem Wendepunkt steht, und diese Industrie ganz arxdxre Bahnen als bisher zu geben aÜen Anlaß hat. Diese Entwicklung auf ihre Ursachen und Begleiterscheinungen anzusehen, ist so interessaxtt, wie die Untersuchung der Fra e, welche ferneren eränderungen und Entwicklungen wobl beworste en mögen. Der Backsteinbau führte fich in Nordkeaiscbland im 12. Jahrhundert ein. Die ältesten Bauten sind bikr der um 1173 em- sxandene Dom von Lübeck und der um 1200 erbaukeRaycburger Dom. Es V der romanische Stil, in dem diese Bauten noch aufgeführt nd. e«ße zeiaen meist vier Türme in den Ecken und machen einen jern Emdruck. Das wurde anders durch die Einwirkungen der Kreuzzüxe, durch die Vekannjscbaft des Abendlandes mit der heiteren Farben- pracht und der Formepschönbeit der orientalischen Bauten. Elstere War von alters her Eigenart des Orients, wie 11. a. die in Babylon gefundenen, aus farbigen Fli:sen hergestellten Wandbilder des Löwen und 17139 Drucken und das ähnlich hergestellte Bild der Leib- wächter desperfi1chen Königsin Susa beweisen. Sie ,fand im Mittel- aljer kibre ähnltcbsie Nachahmun in der Katbekzrale des heiligen Vafiltus zu Mokkau. ' Die ormensckönbeit morgenländiscber Bauwerke aber gab ntycb tm 12- Jahrhundert dM-Ansioß zurAusbil- dung des gotischen Stils, de_r fick), Von Nordfrankreich ber verbreitend, bald auch im (Gebiet des markiscben Backsteinbaus Wiederholung fand, z. B. in dem RaTbaus yon Tangermünde und in vielen märkischen Kirchenbauten aus dem 13. und dem folgenden Jahrhundert, die bäufi

auch durch Verwendung bunter, glafierter Ziesel orientalischen EZUÜUZ erkennen lassen. Es kam dann"die Zeit der Renaiffance und mit ihr kunst1e11sch2 Wandlung des Töpfer-

für Bauzwwke, die auch in Norddeutsch and bea tensrverte Spuren hinjerlassen hat, wie z. B. am Fürsténbof zu Wißmar. Nach Schluß der Renaiffancexcit geriet der Back- steinbau in Verfall, wesentlich durch die fich einbürgernde U.“.s'ttte, edles Material durch, Paß nachzuahmen. Wie wenig man dem Pußbau die edlen Etgznßckoaftcn des Marmo's Verkeiben kann, zeigt das Von der besten Ausfuhruyg unzertrennlicbe, früher oder später steher ekntxetende Abfaüxn ]Sthcben Passes. Jabrbundertelana sch1en dcr Backsteinbau fast Vekgéffen. Erst um 1825-28 nat, von Schinkel

Veranlaßt, ein Umschwung ein; der Bau der Werderschen Kirche galt

damals als ein Ereignis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts find dann, in Berlin zumas, eine groß: Anzahl beworragcnder Backsteinbauten

ausgeführt Worden. Erst um das Jahr 1896 rollzoq M) ein neuer"

Um1chr19ung. Seétdem find die Architaktkn ständig immer

trctcn WÜden. Der Fr'ößte Teil 'der Revolutionäre meigcrt ? mehr davon zurückgekommen, Backsteink- es sei dM" als V"“

klender für Fassaxen zu Bauten yoxnebmexcn Charakkerß zu Verwenden, so große Muhs fick) Vereme für Heimatkunde und Verehrer dss alter-

Vertretern der Mächte abermals Protestnoten „(1911911 das Vor: tumlichex1BacksTe1nbaues gxxkben babkn, dtesen zu fördern. Fragt man

nach denUrsache11 drs Umscbwunch, fo find diese neben dem

Wettbewerb der neuen Baumatyrialxen, Von denen eimlektend die Rede “* War, wesentlick) auf das Erwaäpen eines faxbknsteUdi-geren Sinns bei

dem lebendcn (HesGl-xcht zurückzuführen. Der An,?wß ist Von Hoüand

: und CuglaxH gegeben worden, u-d überal], wo einzelne Architekten ': bahnbrechend Vorgingen, wie z. B. durch ein in E1fenach ekbautes

Haus, fanden fie viel Beifal] und Nachahmung in ihrem Bsstreben,

Matern gruppierte_ Zisgcl oöcr durch Anwendung farbiger Ztegel. In BUK" rst es StaTtbaUrat Ludwig Hoffmann, dem in dtesem Stadium ker Entwicklung eine Anzak-l Banton dieser Art zu danksn smd, wie das Kühlkmus Luckenwalderx'jr. 3, das Lehrer-

: nobnbaus am Gvnmastnm zu» gkaven Kloster, das Straßknnxini-

guzingpot, 515651211leth in der Pasteurstrasze nnd der Duncker- 11raß-é, das Sch7Uin431che Krank-Ubaus in Moabit, das kawaltungs- gebäude und Béathhaus in Buch und nicht zuleßt das Märkische

, 5 rovinzialmussmn. AUe dixse B::Ufkn, bei denen vielw

„BrandenburQiJ', Gesellsséyaft fü“; Heimatkunds, viel ; P ck auch ; Gebrauch gewacbt rst. ersch-inen indeffen nuxr als Ein Uebechxnz: xu einer ': Bayyeriowe, m der noch 5:21 weitergehende Konzesfioren an die Farben- :“ frendégkcit der Gs'gcnwart durch größere Abwechslung in der Yk?-

nocb won Verklendziczslu, Stuck und Paß zur Erzielung nichst Fassaden

wendung farbigen Stsinkugxs in AuSstcbt stebT. Dkk Betrxgung ist

internalionale_Aussteüuna in LondOn 1851 gesehen wurdkn und die sich bei jeder solgkaden Welrausstellung stärker akzentUierten, besonders 1878 in Paris d:1rch VOYfübrung der Mittel, die zur Herstellung der prachtigen F„.ffade;x Perfiécber Bauten Anwendung gefunden haben,

eine Hauptrvük spielen. Freilich find die_Aufgaben, welcb- die moderne Architektur steUt, rech wcr1chieden kon früheren. Man kcmn nicht gut

ins Auge kaffe", andererseits find farbig? Zi-gel (111 fast zu schwer- fälliges Material, Unanxxcndbar z. B. für meemwände, 11) bskiben

recht géällégx' Fassaden erzielt worden. bei denkn 5-2111155 zUkQJ? tritt, daß der Archxt€kt bemüht War, dem feinexen _Far5ckr*!"1nn der bexxt'raen Genermwn Genüge zu lun. Nack) vielen HD?]eilin wrnebmer Häwer

Vor, 11. a. ein Gebäude in Geestemünde, die mit grünen TerrakoUen ge:":ertc Gemcindeschule am Sxepbansplay, das Haus Der Firma Raddaß,

denen FormsteMe und .Muyvlajten' vielseiüge Verwendung gefunden haben. Müffsu auch manch: dieser Anwenduwgen noch als tastcnde Versuckoe, ja als wenig gelungen und den ästbejifcksen Sinn nicht be-

bervorgebt, geeignet, faxbenfreudige Straßenbilder zu schaffen. --

Als [ester Gegenüand der Tageßordnung war der Bksucb des gYenüber dem Märkischen Provinzicümuseum neu entstandenen .“ karinebauseö' in Ausficbt gxnommen. Unter Führung des Direktors wurden deffen auozxedebnte Räume brfiÖtlgt. Das Haus ist ein Pendant zu dem von den KriegerVereinen Groß-Bctlins begrüFLtiY

le

ein anbeimelndes Restaurant.

Laud- med Forstwirtsckmft. Saatenstand in Rumänien.

Das Kaiserliche Konsulat in Vukar e st bexicbtet unterm 25. v. M.: Einem im amtlichen Organ des rumänischen Handels- und Industrie- miniftetiums „17018. 66 jnkorwatinni 0011161'01818“ Nr. 15 vom

' 15. Mai 5. J. veröffentlichten Bericht über dis landwirtschaftliÖe

Lage Rumäniens ist folgende! entnommen: Die kalte Witterung det

; ersten Hälfte des Monats April bat bewirkt, daß der Boden, der in-

folge reichlicher Niederschläge und teilweiser Ueberscbwkmmungen zn

. naß geworden war, nur schwer trocknete. wodurch fick) die ['.-:*,dwirt-

schaftlichen Arbeiten des Frühjahrs erheblich verzögerten. Das Acern und Säen begann erst gegen Mitte April. Wenn

Aufmerksamkeit nich! entgangen, daß seit zrvei Jahrzehnten auch zu dieser Zeit das Ackerland fit!) für die landwitt1cha1uichm Ar- etwa in der Wahl der Baumaterialien eine bedeutende 'Am-; derung eingetreten ist. Die be:VOrraaenden Eigenschaften des -. Zements und des aus ihm bergestcllten B-tons und der Kuvstsandsiein -_ ? Hafer, Rüben und Futterpflanzen in sehr bedeutendem Umfange an-

beiten in günstigen Vorbedingungen befand, so konnten die Atheiten, da das Viel) lnfolae Futtermangels schwach war, doch nur langsam vor fich geben. In der Welten und dritten Dekade ßnd Roggen,

In der leßten Dekade, in welcbsr slaxke Winde und große His.- die Erde an der

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