1996
9 _ L 11“ „,ch imcnts. Balthasax, _Prcm. Licztt. von der Inf., ck12th 1bexm1 BZW. 2. Landw. chts, n_1s ]. Bat. 95, Lankw. Regis. 13. Abschiedsch1lltgungcn xc.
Den 9. Mai. v. Kaphengst, Hmtptm. u. Comp. Chef vom Kaiser Franz Gardc-Grcn. Regt. Nx. 2, als Major nut Pens. und der Reats. Unif. der Abschied bewilligt. Gr.„S„a„lm-Hocbftractcn, Port. Fähnr. vom 4. (Hardc- (Hrcn, Regt. Komgm, zur Reserve cnt- (aßen. v. Bötticher, Hauptm. u. Comp. Chef vom 3.Ostpr.Grcz1. Regt. Nr. 4, als Major mit Pens. nebst Ausficht (zus Anstellung m der Gendarm. u. der Regts. Unif. der Abschied bewülzgt. v. chdel= städt, Major und Führer der Straf-Abth. in Danz1g, von, dtcscm Verhältniß entbunden und in sein früheres Vcrbältmß als mxt Pens. z. Disp. gcßclltcr Offiz. zurückgetreten. v. (Hrod ki, Rutmsir. zur Disp., zuleßt Comp. Chef im Tmin-Bat. des 1. _ rmcecorps, untcr gleichzcitigcr Vcrscßung in den Ruhestand, dcr bcdmgtc Anspruch auf An cllung im Civildicnst crtheilt. v. chßcll, Obcxst-Ltcut. vom 7. .I'omm. Inf. Regt. Nr. 54, mit Pens. und Yer Umf. dcs Garde- Schüßcn-Bat. dcr Absch. bew. Bar. 1». S o beck, Pr. Lt._vom 2. Ponxm. Ulan. Regt. Nr. 9, als Ritimßr. mit der Armec-Unxf _dcr leschtcd. bewilligt. v. Tiedcwik, Ob.Lt. z. DiSp, zulcßtMa1.1n16.Potz1n1. Inf. Regt. Nr. 49, die Genehmigung zum Tragen der Ums. dtcscs Regis. crthcilt. v. Görscben, Hanptm. und Comp. Chef 1111 4th Brandenb. Inf. Regt. Nr. 24 (Großherzog von Mecklenb. Schrrcrm), mit Pcnf. nebst Ausficht auf Anstellung in ,der Gendarm. und der Regis. Unif. der Abschied bewilligt. v. Dursbuxg', Sec. Lt. vom Brandenb. Füs. Regt. Nr. 35, der Abschied bejvtlltgt. „v. .Kalck- ÜEiU- Ober vom Königs-Grcn. Regt. (2. WcstprE Nr. 7, m1t Pens. und der Regis. _Unif., ollaß, Hauptxn. tznd omp. Chef vom 2. Niederschl. Ins. Re t. r. 47, als Ma], unt Pens.“ nebst AySficht auf Anstellung im ivildicnst und der Regis. Umf., v. trsch, Hauptm. und Con1P.Chef im 3. Nicderscbleß' Inf. Regt. r. _50, mit Pens. und der Regis. Unis, - dcr Abschlcd'bLWtULgt. Prmz Moriß von Hanau, Maj. aggr. dcm Lctb-Kbr. Regß (Schief) Nr. 1," als Ob. Lt. mit der Regts. Unis. der Ab“chtcd chtUt t.. v_9_n Schenck zu Schweinsber , Rittm. u. Esc. Chef voxn cjbeztr. Regt. (Schieß) Nr. 1,u1it Pen . u. der ReJtsUmf. der Abschted benullrgt. Campe, ort. Jähnr. vom ]. _Obersch . JnF. Regt.,Nr. 22, Mr Re- serveentla en. Gr. v.Reichenbach-Goschuß,Ma1. vom 6. 'estph. Inf. Regt. Nr, 55, mit Pens. und der Regis. me. der Abschred be- willigt. Athenstädt, Sec. Lt, vom Hann. Jus, Re t. Nr. 73, der Abschied bewilligt. de Dumas de ['Espmol, b. Lt. vom 8. Rhein. Inf. Regt. Nr. 70, mit Pens. nebst Ausscht auf Anstellung im Civildienst und der Regis. Unif., v. Meßen, Hauptm. u. Comp. Chef vom 3. Rhein. Inf. Regt. Nr. 29, als Ma]. m1t Pens.“ nebst AuSficht auf Anstellung in der Gendarm. und der Regis. Umf., - .der Abschied bewiUTgt. Frhr. Zuysseu van Kattendyke, Sc,c.'Lt. vom Königs-Hus. Regt. (1 hein.) Nr.,7, der Abschied bcw1ütgt.
rhr. v. Eckardstein, Sec. Lt. vom Rhctmschen Kürasficr-Regtn1cqt
r. 8, ausgeschieden und zu den beurlaubten Offiztexen dcr Kavaüerte des 1. Bataillons ( otsdam) 3. Brandeanrgtschen LandWehr- Regis. Nr. 20, v. Jae el , Sec. Lt. vom 2. Rhem. Hus. Regt. Nr. 9, aus eschieden und zu den bcurl. Off. dcr Kav. des ]. Bats. (Bran- den urg) 4. Brandenb, Landw. Regts. Nr. 24, übergetreten. Jack- wiß, Hauptm. u. Comp. Chef vom Magb. Fus. Regt. Nr. 36, m1t Pens. und der Regts. Uniform der Abschtcd bethltgt. Schnarr, pcns. Feldm, bisher im Magdcb. Füs. Regt. Nr. 36, dex Char."als Sec. Lt. verliehen. v. d. Knesebeck, Gen. Ma]. zurthsp, fnzher Brigadie'r der ehemals Königl. Hannov. ]. Infant. Bug., nut scmcr bish. Pens. der Abschied bewilligt. Schwarß , Oberst u. Comxndx. des 3. Westf. Inf. Regis. Nr. 16, in Genehmigung seines Abschteds- gesuchs, mit Pens. Zur Disp. gestellt. Frhr. “.“. Berg, .Hoauptdm. und Comp. Chef vom ldenb. Inf. Regt. Nr. 91, als „Max unt Pens. und der Regts. Unis, v. Randow, Rittm. ck ]a guns des 1, Hann. Drag. Regts., der Abschied bewilli t. b. d. Oelsnitz , Major vom Hess. Füs. Regt. Nr.. 80, mit Pen . nnd der Regis._Unif0r_m der Ab- schied ewilligt. Dctmering, Hauptm. 3. DM)., früher 1111 chemal. Königl. Hannov. Leib. Regt, als Major mit seiner btsbcrtgen ens. nebst Ausficht auf Anstellung im Civildienst und der Armcc-Uni . der Abschied bewilligt.
B_ei dcr Landwehr.
D en 9. Mai. Kretschmer, auptm. n.Con1p.Jührcr von der Inf. 2. Bals. (Schrimm) 2. Pos. „andw, Regis: Nr. 19, mit Pens, Köhler, Pr. Lt. vom Train dcs Res. Landw. Bats. Berlin Nr. 35, Mit Pens. und seiner bisl). Unis, der Abschied bewiUiZit. Schreyer, Pr. Lt. vom 2. Bat. (MagdeburgZ 2. Garde-Landw. e is., der Ab- schied bewilligt, Weber, Sec. Tt. von der Inf. ]. Kats. (Tilfit) "1. Ostpr. Landw. Regis. Nr. 1. v, Schlemmer, Sec. Lt. von der ,Kav. 2. Bats. (Wehlau) 1._O|pr. Landw. Regis. Nr. ], Montua, , Zptn1.v.d.Jnf.u. Comp. Führ. v. 2. B_at.(Oxtelsbt1rg)3.Oftpr.de.Rgts.
r, 4, diesem mit seiner bisher. Umf., ww solche bis zum Erlaß der „Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen wurde, -- der Abschied be- Willigt. v. Eickstedl, Sec. Lieut. von der Kab, 1. Bals. (Anklam) ]. Pomm. Landw. Re ts. Nr. 2, Denzer , Sec.Lt. vom Train 2tcn Bats. (Bromberg) 7. omm. Landw. Rxgts. Nx. 54, diesem als Pr. Lt. mit seiner bisher. Unif., -- dcr Abschnd bcrvtlligt. PZampe, Pr. Lt. von der Kab. 2. Bals. (Küst1i11) ]. Branbenburg. Landw. chts. Nr. 8, mit seiner bisher. Unif., w'c solche bts zum Erlaß der Kab. Ordre Vom 2. April 1857 getragm wurde, 1). Trcbra, Pr. Lt. von der Jnf._2. Bals. (Sorau) 2. Brandenb. Landw. Regis. Nr. 12, mit der Unis. dcs ]. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 8, wie solche bis zum Erkaß der Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen wurde, - dcr Absch1ed chilli,t. v. Burgsdorff, Sec. Lt. von der Kab. 1.Bats. ckFrankfurt) ]. Lrandcnb. Landw. Regis, Nr. 8, Jrcnßcl, Sec. Lt. von, per Inf. dcs Res.La11dw. Bals. Berlin N;. 35, der Abschied bemxlltgt. Sch11eckmann, Pr. Lt. von der Inf. 2. Bals. (Halle) 2. Magdeb. Landw. chts. Nr, 27, als Hauptm, Muths, Sec. Lt.
soll e.
von der Inf. 1. Bals. (Halberstadt) 3. MagdebLandxuchts. NQZZ- als Pr. Lt., beiden mit ihrer bisherigen Uniform, ww solche brs zum Erlaß dcr Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen wurde, der Ab- scbicd bewiljigt. Fähndricb, Pr. Lt. _von der Infanterie 1. Bals. (Sprottau) 1. Nicdcrschlcs. Landw. Regts. Nr. 46, Rcincckc, Sec. Licut. von der Kav. ]. Bats. (Posen) ]. Pos. andw. Regts. Nr. 18, diesem als Pr. Lt, beiden mit ihrer bisher. Uniwrm, wic solcbc bis um Erlaß dcr Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen wurde, der Zlbscbicd bcjvilji t. Tobiscb, Sec.Lt. VM. dcr Inf. dcs Rcs.Land1_v. Bots. Glogau . r. 37, der Abschied bewilltgt. Stuscbfc, Sec. Lt. von der Inf. 1. Bals. (Glas) 2. Schief. Landw. Regis. Nr. 11, Viclbaucr , Prem. Lt. vom Train dess. Vals„ - mit ihrer bisher. Unis. , wie solche bis zum Erlaß dcr Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen Wurde, der Abschied bewilliqt. Köhler, Prem. Lt. von der Inf. 2. Bats. (Schweidniß) 2. Schloß Landw. Regis. Nr. 11, der Ab- schied bewillixt. Kröcbcr, Pk. Lt. Von der Inf. 1. Bats. (Wesel) 5. Wcstfäl. Lankw. Regis. Nr. 53, Wcllcnbcrg, Pr. Lt. von der Inf. 2. Bots. (Paderborn) 6. Westf. Landw. Regts. Nr. 55, Viclbaber, Sec. Lt. von der Inf. 1. Betts. (Essen) 8. Westf. Löw. Rgts. Nr. 57, Frhr. v. Fürstenberg, Pr. Lt. ». d.Kav. dess. Bats, -„ mrt ihrer bish. Unis, wie solche bis zum Erlaß dcr Kab. Ordre v. 2.le1'11 1857 getragen wurde, der Abschied bewilligt. Thyssen, Sec. Lt. von der Infant. ]. Bals. (Wesel) 5. Westfäl. Landw. chts. Nr. 53, Neukirch, Sec. Lt. von der Inf. 2. Bats. (Paderborn) 6. Westf. Landw. Regiments Nr. 55, diesem als Pr. Lt., _ beiden Der Abschied bewilligt. Klein, Pr. Lt. von der Inf. 1. Bals. (Trier 1.) 8. Rhein. Landw. chts. Nr. 70, als Hauplm. mit seiner bisl). Ums, w:o solche bis um Erlaß dcr Kab. Ordre vom 2. April 1857 getragen wurdc, der bschied be- willigt. Filbry , Sec. Lt. von der Jnf. 1. Bats. (Neuwied)3. Rhein. Landw. Regts. Nr. 29, der Abschied bewiUigt. Schervier, Sec. Lt. a. D., zucht Vicc-Jeldw.„im 1. Rhein. _Inf. Regt. 25, die Geneh- migung zum Tragen der Umf. des ]. Rhcm. Landw. Regis. Nr. 25 erthcilt. v. Zschock, Hauptmann von der Infanterie dcs Reserve- Landwehr - Bataillons Frankfurt a. M., der Abschied bewilligt.
Die irische Frage vor dem englischen Unterhausc. (S. Nr. 85 d. Bl.)
111.
Der zweite Theil der Debatte Über die irische Frage, welche erst jeßt zum Abschluß gekommen, trug einen ganz anderen Charakter als der erste Theil. Es handelte sich nicht mehr „blbs um ein wirthschaftliches Problem, dessen Lösung, so, schwurxg und zweifelhaftsicimmerhin erscheinen mag, docbinkemer Welse
ceignet war, die Leidenschaftcn aufzuregen, sondern um dle chou oft ange kiffene und vertheibigte Stellung der bischöflichen Kirche in Jr and, also um emen Gegenstand, über den gar nicht verhandelt werden kann, ohne die wichtigsten politischen und kirchlichen Streitfragen zur Erörterung zu brin en. Dazu kam noch, daß von dem Ausgang der Deba-Tte der ortbestand des gegenwärtigen Ministeriums abhin , daß also eine Partei- fra e 1111 umfaffendstcn Sinne zum ustrag gebracht werden
Man wird sich erinnern, daß unter den vom Ministerium zur Abhülfe der Beschwerden Irlands dem ).lnterhause gemach- ten Vorschlägen sich nur einer von konfessionellem Charaktex be- fand, nämltch der Vorschlag zur Dotirun einer kathqltfchen Universität in Irland. Während das Miniterium damit ver- suchte, den Kampf um das Prinzip zu vertagen, stech thn der Führer der Opposition gerade in den Vordergrund, 111 dem er drei auf eine Beseitigung der irischen Kirche als Staatsanftalt hinzielende Resolutionen vorschlug. Sie lautctxn: 1) Es ist der Ansicht dieses auses zufolge nothwend1g, daß dte irische Hochkirche als r“taatsinstimt aufhöre zu extstzren, jedoch mit gebührender Berücksichtigung aller persbnltchgn Interessen und aller individuellcn Eigenthumsrechte. 2) Gemaß dcm Obigen ist es geboten, die Kreirung neuer Personalbene- fizien durcb Ausübung des in den Händen des Staates fich _be- findenden Patronatsrecbts zu verhindern, und, bis zur“ schlteß- lichen Entscheidung des Parlaments, die Thätigkeit der gelstlxchey Kommiffare in Irland auf dringend nothwendig?) oder mdt- viduelle Rechte betreffende Gegenstände zu beschranken. 3) Es werde, im Hinblick auf die hier angegebenen Zwecke, Ihre Mg- jestät in einer untcrthänigen Adresse gebeten, daß JhreMajestq't huldrcichst geruhe, Ihr Recht bezüglich der Temporalien für dre ,Erzbisthümer, Visthümer und andere geistliche Würden und Benefizien in Irland zur Verfügung und unter die Obhut des Parlaments zu stellen. , . . Die Geschäftsordnung des Unterhauses brmgt es nnt fich, daß der Kampf um diese Resolutionen verschiedene zeitlich von einander etrennte Stadien durchlaufen mußte. Am 20. März kündigte ladstone sic vorläufig cm,“ (111123. brachte er sie em; am 31. begann dann die Debatte über d1c Frage, ob das Hays diese Resolutionen oder einen Gegenantrag Lord Stanleys m Comitéberathung nehmen sollte. Dieser Ge _cnantrag lautete: ,Das Haus giebt zu, daß wescntnche Modi (ationen in den Temporalien der Wischen Staatskirche nach Schlnß der schweben- den Untersuchungen angezeigt erschcmen dürften, ist jedoch. der Ansicht, daß der die Abschaffung oderSäkularistrung besagter Ktrch .
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hezweckende Vorschlag der Entscheidung eines neuen Parlaments vorbehalten werden „sollte.“ Nach viertägigen Verhandlungen, am 30. und 31. Maxz, am 2. und 3. Aprrl, entschied sich das Ha'us gegen das thstcrmm, “indem cs mit 330 gegen 270 Sttmmen Lord, Stanleys Amcndemcnt verwarf, und mit 328 gegen ,272 Stnmncn beschloß , Gladstones Resolutionen in Coere-berathqng zu nehmen. Damit war der Kampf im Prmzlp cntschxcden, aber noch waren die Resolutionen nicht for- mell gcnebnngt. Das Haus vertagte fich zuvörderst wegen der Cbarwocbc und des Osterfestcs bis zum 20. April, und erst zmch btescr Unterbrechung wurden die Debatten am 27. und 30. wxcder aufgenommen, um mit der förmlichen An- nahmebcr ersten Gladstone'schcn Rcsokution mit 330 gegen 265 Stnmncn zu enden. Damit- war zugleich die Frage ge- stellt, ob das Kabinct seine EntlaffUng nehmen oder das Par- lament aufxösen und durch Neuwahlen an das Land appelliren solle. Berettsjam 31. hatte der Premierminisier Disraeli (wie er azn 4. Mm erklärte) der Königin zur Erwägung gegeben, ob fte dqs Par1amenZ auflösen oder, falls sie eine solche Auf- lösung fur unzettgemaß erach'te, die Entlaffung des Ministeriums mmchmen wolle. Ihre Majestät, erklärte der Minister weiter, habe gber dte Auflösung vox der Erledigung der nothwendigcn Gcschaftc gbgelchnt, und könne. somit vor dem Herbst dieselbe mxbt stattfinden. __ In der That trat die Krisis unter so eigen- thymhchen Berhaltmffen „cm, daß sie diesmal nicht so einfach, ww diese Dinge gewöbnbch m England verlaufen, zu lösen war. Das Parlament hat im vorigen Sommer für England eme, tzeuc,_ das Wahlxecht bedeutend ausdehnende Reformbill bewältgt, ist aber nnt der Umge altung des Wahlrechts für Schottland ztnd Irland noch im ückstand. Würde also das Unterhaus ]th aufgelöst, so müßte auch nach den alten Wahl- norm_en gewahlt und daher die Frage, ob das Ministerium noch 1111 Smne des „Landes handele, von den alten Wahlkör- perschaftex), welche dtc Geseßgebung des Parlaments bereits für. todt erklart hat, cntsch1eden werden. Außerdem hätte dieses Parlament doch nur so lange sißen können , um die angefangene Reform der Wahlgeseße zu vollenden, und dann emem ga„nz anders zusammen eseßten Nachfolger PlaZ maxben mussen. So hätten in urzer Aufeinander- folge 3th Auflösungen und zwei allgemeine Wahlen ein- treten muffen._ Außeredem hatte tm egenwärtigen Unterhause noch mcht dte Bc1v1llxgung des ahrcsbudgets stattgefun- den, ohne “wclche ch Regxerung nicht-fortgeführt werden konnte, wxsbalb diese Vorla, en jedenfaxls erst erledigt werden mußten. Eme sofortxge Aufl sung erschten daher nicht thunlich. Von anderer_ Sette wurde, hervorgehoben, daß durch die Erklärung des thfters das 111 England abnorme Verhältniß eintrete, daß „em Kabtnet„ we_lches über keine Majorität im Unterhausc verfuge, doch nut dtcsem dtc Regierung fortzuführen versuche.
Im Allgemeinen sprach sich die Opposition dahin aus, daß das
Ministerium, wenn es 'im Amte bleibe, sich auf die Erledigung der "unaufsMcbbaren Geschäfte, d. h. „auf die Durchbringung des Budgets und der schottischen und irischen Reformbill, zu
beschränken habe, um auf diese Weise mit dem gcringst mög-
lichen Vcrzng die nach der reformirten Geseßgebung konsti- tmrxen Wahlerfchasten in den Stand zu seßen , ihre Aystcht uber die schwebende Frage kund zu thun. D1ese Erörterungen _führten ZU). leidenschaftlichcn Debatten, xvylchc neben der crgentlichcn „Hauptverhandlun Über die mschc Ktrchenfmge nebenherliefen und diese, al Prinzipieü WM, ent_sch1eden,„ etwas m den Hintergrund drän ten. Das thstermm erklartqzwar nochmals, daß es auf ic Resolu- noxxen Gladstoye's nicht eingehen könne, ihnen aber auch keinen Wtderstand wetter entgegcnscyen wolle, und wurden die beiden [eyten alsdann am 7. d. M. ohne Abstimmung angenommen.
„ Was nun dthrage selbst betrifft, aus welcher der con- stttyttbnellc Konfttkt sich" entsponnen hat, so dürften einige stgttsnsche Angabe:) genugen, um die Stellnng, welche die blschofltche Staatsktxche in „Irland einnimmt, zu charakterisiren. In England gab, dte Kömgliche Gewalt den Anstoß zur Um- gestaltung der Ktrche. In dem eigentlichen England schloß ür!) das Volk der Bewegung (511, uyd Gemeinde und Kirche blieben ems,“ m Irlgnd folgxe blos dte Getstlichkeit den Anordnungen des Staates, wähxend d1e_ Muffe der Bevölkerung an dem bisherigen Glauben festhtelt: Ktrche und Gemeinde trennten sich. So ist es gekommen, daß eine kathol1schc Bevölkerun von 4,490,583 Seelen (1861) die UnterbaltunÄskosten für die kir lichen Anstalten zu zahlen hat, welche, ihrer uSd-chnun nach für die Gesammt- beböxkerung des Landes bercch17ct, tatsächlich blos für die reltgtösen Bedürfnisse Lines Bruchthcils (im Ganzen 678,66] Sxeley) vorhanden ist. Dieses v€8tab1i8bmenca umfaßt 2 Erz- btsthner und 10 Visthümer mit einem Jahres-Einkommen von 53,767 Pfund und 1667 Pfarrstellen mit einem Netto-Einkommen pon 393,864 Pfd. Im Einzelnen gestaltet es sich so, daß z. B. 111 dem Ktrchsprel Tullagh, von dessen Bewohnern 44 der an-
gltkamschen Kirchx qngehören und 3723 Katholiken find, ein Getstltchcr „der lnschöxslichcn Kirche als Pfarrer mit 573 Pfd. abgestellt 1st. Im Kirchspiel Kilmichael wohnen 34 Anglika- msche xxnd 4485 Kat'boltkcn und der protestantische Pfarrer ist un BLW. emer Pfxunde von 746 Pfd. In Derrymacroß 14 Angltkamscbc, 1996 Katholiken, Werth der Pfründe 565 Pfd. In „ShRandrum 23 Angllkayische, 2971 Katholiken, Werth der Pfrume 615 Psb. Aehnltch smd die Verhältnisse anf dcm platxcn Lmch UberaU, und es muß aller Orten die ka- tholischcBevolkcrung, dux, weibübcrwiegendc Mehrbxit im Lande, duxch „Zehnten 2c. fur_ dte kirchlichen Vedürfniffe einer Mtxwrttat aufkbnnnen, dxe kaum ein Neuntcl der Gesammt- bevölkerung bxlbet. („Haß cm solches Verhältniß bis heute fortbe- stehey kbynnte, rst erkl'arbch durch dxe bedeutsame Stellung, welche dre brschofltche Ktrche 111 dem Verfasmngsbau Englands einnimmt, durch den scharfen Gegensaß gegen die katholische Kirche, wel- chen geschrchtbche Erfahrungen m das nationale Bewußtsein der Englander emgepflanzt haben, endlich in dem Umstand, daß Irland Jahrhunderte lang von England als eroberte Provinz betrachtet und bxhandxlt wuxde. Die Uebclständc, die ein fol- cher Zustand fur die ryhtge politische Entwickelung des Gesannntyaterlandes nqch stch ziehen mußte, wurde auch von Staatsmannern fruhzemg erkannt, und die Versuche, ihnen abzuhe1fxp, begannen schon, sobald man die Beziehungen des Katholtchmus zum _engltschen„Staate unbefangener aufzu- fassen anfiyg,“ verschtedsene' "Plane, der ungleichen Behand- lyng der Kirche der Majontat, Und _der Kirche der Minorität em Ende zu, „machen, k_amen zu ,vexschiedenen Zeiten zur Sprache. Schon _der 1ungerc Pttt bcabs1cht1 te der. katholischen Priester- schaft eme Stagtsbesoldung auszchsen, kam aber nicht dazu, emen Antrag „tm Parlament zu formuliren. Lord Ellesmere brachte 1825 emen Antrag auf Dotirung der katholischen Kirche Jrlanbs auf Kosten des „Stqats durch das Unterhaus , konnte aber mcht dasOberhaus fur seme Ansicht gewinnen. 1835 gelangte dann dte Approprzattonsklatzsel un Unterhaus zur Annahme, welche vorschlug, dte Ueberschuffe des protestantischenKirchenein- kommens 111 Irland zur Verbesserung des dortigen Erziehungs- wesens zu verwenden, wurde aber ebenfalls vom Oberhaus verworfen. ' ann kam Lord Grey's Vorschlag einer Verthei- lung des ktrchltchen Ergenthums nach dem cingeschäßten Be- steuerungswerth, der ebeyso wemg wie seine Vorgän, er weitere Fjblgey hatte. Ießt bringt yun Gladstone seinen ntrag auf ganzltche Aufhebung der Dbnrun dcr bischöflichen Kirche Jr- lands durch den Staat. Seine er e Resolution verlangt jedoch blos,„daß sich dsgs Paxlament für das Prinzip ausspreche und sch,we1§kt noch aber dte Art der Anwendung. Die zweite und dntte _esoxutton wollen mzrvexhindern, daß in der wischenzeit, wo das Prmztp alsRorqz fur_ dre zu erwartende Ge eßgebung schon anerkannt, durchfem formltches Gesxß aber noch nicht zur Anwen- dung gekommen 111, durch Veseßung mzwischen erledigtcr Pfrün den Luxus Interessen geschaffen_ „werden, die bei “der definitiven Iosung nur schwer zu besetttgen"sein würden. Zur Verhinde- rung 1rgend welchen Schadens fur die Seelsorge während dieses Interregnums befiyt dxe besTtehendeGefeß ebung genügende Mit- tel. Jm Anfang ,berhtelt _, ck das Mint erium gegen die Glad- stoneschen Voxschxagx zuruckhaltend. Lord Stanley erkannte ax), Paß bre irlandtschen Ktrchenverhältniffe der Reform be- durfttg seien, vernned cs gber , auf die Frage, wie zu helfen set, emzu ehen. Dannt rief er aber den Widerspruch der Strengkon crvaxtben hervor , dercn Führer , Lord Cranburne , dcm thstxrium Man el an Entschiedenheit und Neigung, den konservativen Grund äßen untreu zu wcrden, vorwarf, A'm zxvsxten Tage der Debatte sprach sich dann der Staatssec'xetaxr fur das Innere, (Hawthorne Hardy, sehr be- sttmmt fur dte Aufrxxckyterhaltung der irischen Staatskirchc aus, und zum Schluß beka1np_fte auch der Premier-Minifter Disraeli unt großex Entschtedenhett die Gladstoneschen Vorschläge. Dar- ays entwwkelte fich dann der constitutionekle Konflikt, von dem ww gesprochen haben und dessen Lösung noch zu erwar- ten steht. _VJU d_er Arx dieser Lösung hängt es ab , in welcher Form dle trlandtsche Ktrchenfrage vor das Parlament kommt. Nach ben leßten Nachrichten lautete die in der Unterhausfißung vom 12. verlesetxe Antwort der Königin auf die Adresse: “Ick habe Jhxe Adreßc, enthaltend die Bitte, daß ich mit Rückstcht quf M 1111 Wege der. Geseßgebung während der laufenden Ses- s1or_1 zu verhmderndc Verlethung persönlicher Anrechte vermittelst memes Staats-Patronatsrcchtes, mein Ernennungs- und Stell- bcrgebungsrxcht über Erzbisthümer, Visthümcr und andere k1rchltche Wurden und Venefizien in Irland zur Verfügung und m dle Obhut des Parlaments abgeben möge, erhalten. Jux Vertrauen auf die Weisheit meines Parlamentes ist es mem Wunsch, daß mein Stellvergcbungsrccht bei der vereinig- xen Kirche von England und Irland in ermd der Verathung 1rgend welcher darauf bezü lichen, während der Session ein- zubrmgenden Gesexz-Vorschl “ge nicht 1111 Wege stehen möge.-
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