137. Brandl, Vrofeffor (Englisch),_
Hr. Knoke, Professor (evangeltsche Theologie und Hebrätsch) _ „ _
])r. Schertng, Pryfeffor (Mathemattk),
Or. Schwarz, Professor (Mathematik),
Dr. Voigt, Proreffor (Phyük), _ _
Dr. V. Meyer, Geheimer RegierungHWUh und Proxenor (Chemie), _ _
])r. H. Wagner, Protevor (Geographie),
[dr. Ehlers, Geheimer-NegierungxxRath und Professor (Zoologie), _ _
[)x-. Feter _Vroteffor (Votamk), _-
])r. *ievis,ch, Professor (Mineralogie);
8) für die Provixtz Westfalen in Münner: ordentliche Mitglieder:
])r. RothfuchH, Provinzial-Schulrath (Pädagogik, zu- gleich Direktor der Kommission),
Or. Stoxck, Professor (Deutsch, zagleich Vertreter in den Direktionßgeschästen), _
Dr. Lan en, Professor (klassische Philologie),
Or. StaZl, Professor (klasfische Philologie),
Or. Sturm, Professor (Mathematik), _
])r. Kaufmann, Professor (Geschichte und Geograph1e),
Or. Schwane, Profeffor (katholixche Theologie Und Hebräisch), _ _
1)r. Spicker, Professor (Philowphie und Propädeutik),
Or. Hagemann, Professor (Philosophie und Propä- deutik),
])r. Brefeld,
]Zr, Hittorf, (Phynk), _ _ „ __ „ _
Vr. Körtmg, Protenor (Engwch und ,Franzo111ch),
Niemann, Konsistorial-Ratk) (evangelische Theologie und Hebräisch),
Or. Hosius, Professor (Mineralogie),
Dr. Landois, Pro"eff0r (Zoologie),
]))“. Sakkowski, 5Örofeffor (Chemie),
Or. Lehmann, Professor (Geographie);
9) für die Provinz Hesjen-Nassau in Marburg: ordentliche Mitglieder:
Dr._Zincke, Profeffor (Chenne, zugleich Direktor der Kommisnon), _
Dr. Birk, Proteffor (klaffxsche Philologie),
Or. Nei _1'e, Professor (klas11sche Philologie und Geschichte),
Or. Wijsowa, Vrofeffqr ( klassische Philologie), d _Zr. Bergmann, Proyeffor (Philowphie und Propä- eun ,
Or. Schröder Professor (Deutsch und Literatur),
1)r. Lehmann Yrofessmx (Geschichte),
131". Achelxs, «feszsor (evangelische Theologie),
rofeffor (Voxanik), _ __ eheimer Regxerungß-Rath und Proeror
Dr. Web er, Proje or (Mathematik),
Dr. Stengel, Pro effor (Franzöfis ),
1)r. ischer, Professor (Geographie ,
])r. eußner Professor (Phyfik),
])r. öbel Professor (Botanik),
Or. Greefé, Professor ( oologte),
])r. Bauer, Professor (5 :ineralogie); außerordentliche Mitglieder:
Vr. Gxaf von Baudissin, Professor (Hebräisch),
Or. Vxetor, Professor LEUgli] ),
Pfarrer Weber (katholi che Re igionslehre);
10) für die Rheinprovinz in Bonn: ordentliche Mitglieder: ])r. Neuhäuser, Projessor (Philosophie und Pädagogik, zugleich Direktor der Kommxsfion), Dr. Mangold, Konsistorial-Ratk) und Professor (evan- gelische Theologie und Hebräisch), ])r. Schrörs (kaTholische Theologie und Hebräisch), O_r. Usener, Geheimer RegierungH-Rath und Professor (klasfüche Philologie), ])r. Nissen, Geheimer RegierungS-Ratk) und Professor (alte Ges echte), ])r. tt_ter, Professor (mittlere und neuere Geschichte), ])r. Rem, ProÉeffor (Geographie), ])r. L? schiß, eheimer Regierungs:Rath und Professor (MathemaU ])1'. J. B. Meyer, Professor (Philosophie und Päda-
gogik), 1)r„ Wilmanns, Profexsor (Deutsch und Literatur), Or. Trautmann, Pro essor (Englisch), ])1". Dörfler, Professor (Französisch), ])r. ug. Kekulé, Geheimer Regierungs-Rath und Professor (Chemie), Dr. Ketteler, Professor (Physik); außerordentliche Mitglieder: 1)_r. Reus ch, Professor (katholische Theologie und Hebräisch) _ ])1'. Ludwxg, Professor (Zoologie), 1)r. Strasburger, Geheimer Regierungs-Rath und Professor (Botamk), ])1'. LaSpeyres, Professor (Mineralogie). Berlin, den 27. Mai 1889. _ _ _Der Minister der getstl1chen, Unterruhts- und Medizina[:Angelegenheiten. Im Auftrage: Greiff.
Königliche Akademie der Künste.
Bekanntmachung.
Die diesjä rige große akademische Kun t:?lus- stellung_ von_ VZerken lebender Künstler des In: uLd Aus- landes mtrd tm Königlichen Akademiegebäude, Unter den _!Fitzden 38, vom 1. September bis Mitte Oktober d. J. statt-
n en. _ Progrgmme, welche die näheren Bestimmungen enthalten, können bet aUen deutschen Kunst-Akademien und den Lokal-
vereinen der deutschen Kunstgenoffenschast in Empfang ge- nommen werden.
Berlin, den 31. Mai 1889. _ Der Senat, Seknon für die bildenden Künste. C. Becker.
Ju**--“:V?5nißerium, das Yrstßt KY: der ".“ .:' mtögeri in T.:» éxenßurq ux? * . , Paleske in Vreden an *I.=.x-“g-j3'lcht“Ö;L FUL? Der Kaufmann Nr:!» * «;ck, in ,.„?„““' “' ' vertretenden Handelsrichter . 555-119; emx ,VLM1;„„„ Dem LandgemhszmH “ ;;_1“_7*„“én11 111 “Kleve ; ;.. hen ypothekenbewc-Hrernngéx «...-..“.“ " * ““““"- lekZerfeld unHPS Imid! 11T; .. “ enta ung mit e“"?on ertH-eélt. , . «» -- In der Liste '. Necht5aawéßi _ ___-»1'951YÖ d? YZF anwalt Kraß be! dem AMTÉFZCTÖÉT ; *»“I T:.[ÖZÉH “M
***-** anwalt Belles 1. Hei dem 95-75Z5ch€ch .W-
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In die Liste der RechtM-"mjéte 4-2"??thle "T*FL*
RechtSanWalt Kraß auI NQF Nei. 13811“. '- '“JLR ,. „„ N „, '“ („.* 4 . ***)!» .SÜCU". „"C: mann/ der Utax P O hl P,. ..,1144-„1 [';1 .. . . “. .“ . 7
selbst, der RechtS-Mwalt GOTT;1_-1111Ü*t_ (1147 ..,-._„zxx-"l (U E““ *
Athgericht in UÉlar, 5-5! GxxÉÖW-AÉWZJU“ SYLT?! nYnU'-_7"_' bei dem Landgericht in 27335111, dex (Hexichxx-U-W-U “„U-"“““" * bei dem Amtsxzexicht ““;. T-TseerecT, der Fiecß'.713'*xe]“k Kober aus Kr-Texé- 17.9“ (*,-“.?: Amtégerick)? mxd vs. ; * *»Md“
** - * - „ , - „ . , ". “ „ ! “*** “s“ - ger1cht m Elberxex; 79352;- ',“? kek Käm1ni“i'_1111k HÜWQÖUÜWW
Amtsaericht UNT! “.':e I'M“. QQAFZFLÉIÉZL in Namxééxwxg 11. (*.-__ Dem Notar T71epck; :*1 :Z'wavkazlmr 19. M !thWan aus dem JustixyiexÜ ertheLlT, „ _ Der LawgextchkeRach (ZZLQZZYH i:; Hakéxwye“, 5er AmtsZerichts-' "ax. J;7__11.«:17: "..1 LTe-Wc-xßUrg :!:“;5 13-71" "13177125: gerichtß-Rath ;)ilxexIJ-mx “'.: Vx-xx,.'-;e.e "11“ .79s1.-r5'rx,
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Preußen. “3 37,11 7737155 “Z ». :*1!?-_1;'e'-:e_:_ Kaiser und König besichtigten gestern _von 8512: 12 «,; Vormittags auf dem Tempelhofer Felde dte Berlmer Garde- KavaÜerie-Regimenter. _ _ _ _ __
Heute früh arbeiteten AUerhöch1td1e1elben 1m Schlone Friedrichskron mit dem Chef des Militärkabmets und: bexéaben Sich dann zur Befichtigung der Potsdamer GardeKavaÜerw:
Regimenter auf das Boxnstedter Feld.
- In der am 29. Mai d. I. unter dem Voxsiß des Vize:Prästdenten des Staat§:Ministerium-s, Staats1ek_r_etärs des Innern von Boetticher, abgehaltenen Plenarnßgng ertbeiite der Bundeßrath dem _Antrage der Ausschüffe Für Zosl: und Steuerwesen und xür Handel Und Verkehr, betreffend die Ermittelung des Alkoholgehalts des zur steuerli en Abfertigung ' gelangenden Branntweins, dem Entwur einer Verordnung wegen Abänderung beziehungsweiye Ergänzung_der Verordnungen "vom 16, August 1876 und 4 März 1879, betreffend die Kautionen der bei der Militär: und der Marineverwaltung an estellten Beamten, und dem Entwurf eines:“: (Heseßes für Elßaß-Lothringen Über die Erb- schastssteuer, leßterem Entwurf mit den vom Landesausschuß von Elsaß-Lothringen beschlossenen Aendemngen, die Zu- stimmung. Die bereits erfolgte Ueberweisung der Ge- seßentwürfe für Elsaß-Lothringen Über die Hypo- thekengebühren und über Grundeigenthum, Hypotheken- wesen und NotariatsZebühren an die zuständigen Ausschüsse genehmigte die Versammlung. Mit der Vorberathung über die vom Reichstage zur Erwägung überwiesenen Petitionen, betreffend die Herabseßung beziehungSweise den Erlaß des ZoUcZ für ungeschälte Reifenstäbe, Senfsamen, eichene Faßbodentheile und Fuselöl, wurden die Ausschüsse für oki- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr beau tragt. Eine Eingabe, betreffend die ZoÜbegünstiJung der Reisstärke-Fabrikation, wurde dem Vorsixzenden Ü erZeben. Einer Eingabe wegen Aenderung des Ansbeuteverhältniffes bei der Getreidevermahlung für die Zollbehandlung bei der Ausfuhr, dem Gesuch des Vorstandes einer Aktiengeseüschaft um Zulassung von Aktien mit einem geringeren Nominal- betrage als dem geseßlichen Mindestbetrage und der Eingabe einer gräflichen Familie, betreffend die Anerkennung der Befreiung ihrer Mitglieder von der Wehrpflicht, beschloß der BundeSrath eine Folge nicht zu geben. Die vom Reichstage L_enehmigte Deklaration zum Artikel 3 der internationalen
eblaus-Konvention wird zur Publikation gelangen, sobald die allseitige thkraftseßung zum 1. Juli d. J. sichergestelltist. Ueber den Gesetzentwurf, betreffend die Invaliditäts: und Altersversicherung, soll in einer der nächsten Sißungen Ve- schluß gefaßt werden.
-- Die vereinigten Ausschüsse des Vundesraths für ZM- und Steuerwesen und für Rechnungewesen, die ver- eimgten Ausschüsse desselben für ZM: und Steuerwesen und für Handel und Verkehr, sowie der Ausschuß für Zoll- und Steuerwesen htelten heute Sißungen.
- Die thatsächliche, wenn auch civilrechtlich wegen for- mgler Mängel nicht gültige Uebertragung einer Ver- mogenSverwaltung bere ttgt nach einem Urtheil des Retchßgerichts, 117. Strafenats, vom 22. Februar 13. I., den Beauftragten zur Stellung von Strafanträgen Namens des Auftraggebers, wenn die Thatsachen dafür 7 rechen, daß der Auftraggeber dem Beauftragten auch die Étellung von Strafanträgen hat Übertragen woÜen.
- Der General-Jntendan_t der Königlichen Schauspiele, Gxaßvon Hochberg, hat steh heute auf einige Tage nach Gorltß begeben.
Münster i. W., 31. Mai. (W.T.B.) DerMinister des__Jnnern, Herrfurth, hat den neu ernannten Ober- Prasxdenten von Westfglen, Studt, heute in sein Amt emgefuhrt. -; Am Nachmutag begaben sich der Minister und der Ober:Praftdent nach Dortmund, um dort an einer Konferenz übex die Strike-Lage Theil zu nehmen, zu welcher dre Reg1erungs-Präfidenten von Rosen und Frei- herr von Berleps ch, sowie Vertreter des Kreises einberufen waren.
Württemberg. Stuttgart, 31. Mai. (St.-A. f. W.) Heute Vorm1ttag 11 Uhr wurde die Jubiläums-Ausstel: lun_g des Kunstgewerbevereins - eine Konkurrenz- Aus tellung von__dekorativen olzarbeiten 2c. 2c. - dem öffent- ltchen Besuch geoffnet. Punt 11 Uhr fuhren Ihre Majestäten
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W211):»L1éch x:"; «“x'e. w:; 1»*ck:.;;;9U x(:kxwia 110?! :?? ;?«“x11».1,;,*.»§. Staatssekretärs Dev 3.342.511» ILT: .;:1114231, »)». I- 1 des StaatH-Minifters Finger und anderer Vertreter des?- Ministeriuch, sowie der Spißen der übrigen Civilbehörden, des Militärs, der LandekZuniversität, des Kirchenregimenjs, der beiden Kammern der Stände und des heffischenGesandten in Berlin, Neidhardt, zur Theilnahme an der EinweMung der Katharine11kirchke hier ein. Die Stadt war festlich ge: schmückt. Nach dem FestgotteSdienste kehrte Se. Königliche Hoheit der Großherzog mit ?amilie und Gefolge mittekst Dampfboots Nach Mainz zurü . _
Testerreich-Ungarn. Wien, 31. Mai. (W. T. V.) Die unter Führung des Ministers Grafen Yamagata stehende japanische Misxion ist nach einem 14tägigen Aufenthalt in Wien, welcher Studienzwecken gewidmet war, nach St. Petersburg abgereist. _ Der Prinz-Negen! Luitpold von Bayern stattete gestern dem deutschen Bot- schafter Prinzen Neuß und heute dem Oberst-Hofmeäster Prinzen zu H0henlohe=SchiUingsfürst einen Besuch ab.
_ 1. Izzni. (W. T. V.) Die amtliche „Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernennung des Legations:Ratk)s
kolicfanyi von Okolicsana zum Gesandten für Württemberg, Baden und Hessen.
Gmunden, 31. Mai. (W. T“. B.) Der König von Dänemark ist heute Abend zu einer dreiwöchigen Kur nach Wiesbaden abgereist. Die Königin von Dänemark verbleibt während dieser Zeit hier.
Großbritannien und Irland. London, 31.211111. (W. T. B.) Die Königin hielt heute, in Begleitung des Prinzen Heinrich von Battenberg und der Prinzessin Luiée von Schxesxvig-Holstein, im Lager von Aldershot eine Truppen1chau ab. Derselben wohnten auch der Herzog von Cambridge, Lord Wolseley und viele hohe Offiziere bei. Etwa 12000 Mann standen in der Parade.
Das Oberhaus hat heute die Bil] betreffend die Ver:- m ehru ng der Flotte in dritter Lesung angenommen.
Jm Unterhaus e erklärte der Unter: Staatssekretär
Fergusson auf eine bezügliche Anfrage: es finde mi!
Belaien, welches die JUitiative zur Einladung zu _der Konferenz Über den Sklavenhandel ergreifen wllk, em Meinungsaustausch statt. In nicht formeller Weise 191 Wel) mit den Vertretern der übrigen an dieser Frage inter- e111r_ten Regierungenperhandelt worden. Es sei kaum zwe1felhast, daß die Konferenz noch in diesem Jahrezufammen- treten werde.
Frankreich. Paris, 31. Mai. (W. T. B.) Der Prästdent Carnot reifte heute Vormittag 11 Uhr nach Calm?- ab und wurde von dem zahlreich auf dem Bahnhof? anwesenden Publikum lebhaft begrüßt. In Arras wurd? der _Pkäsrdent vyn dem Präfekten empfangen und von der Veyylkerung m1t lebhaften Kundgebungen begrüßt. _an Prasektzxrgebäude fand großer Empfang der Behörden 11411!- Aus eme Ansprache des Corpß-Kommandanten Jamon! erw1_dertc der Präsident, er wisse, daß die Truppen der Negterung ergeben seien und gut geführt würden. „Man könne zu Lhnen Vertrauen haben, wenn die Umstände ]emals xhre Verwendung erheischten. Er wünsche, daß ihre Wfl.? Arbett noch l_ange Zeit die Regierung vor der Nolhwend1gkelk bewahre, an 1hre Kenntnisse und ihre Tapferkeit zu aPPLÜMU' Er fe1_ überzeugt, _daß ihre ruhige Haltung der Bevölkerung gegenüber und_ gle1ch eitig ihreEnergie dem Lande den Frxeden 1m_?nnern wre na Außen si ern werde. Die Rede des Vrzjxdenten wurde mit lebha tem Beifall aufgenommen- Be1_ dem ckm_ zu Ehren gegebenen Banquet im ('?ththszS bestätrgte Präftdent Carnot in einer mit großem Versa ayfgenymmenen Rede den Erfolg der Ausstellung, welcher mcht emer emzelnen Partei, sondern dem Patriotiswus des gesammten Frankretchs zuzuschreiben sei.
Rußland und Polen: St. Petersburg„ (W. T. B.) Gxoßfürjt Peter Nicolajexmts s1ch_m_1_t_ der Prtnzessin Milißa von Mon ver 9 .
Italien. Rom, 31. Mai. W.T.B.) Der KW“ und der Kronprinz, welche heute bend Mailand verlassen- werden_ morgen Mittag hier erwartet. . _ _ Dte K_anxmer forderte leute den Präsidenten und d"? ]emgen Mrtglteder, welche si mit dem Präsidium zur Be-
k.,xßung des _Königs nach_ dem Bahnhof zu begeben ;“oz-„schen, auf, _s1ch_ morgerx Mtttag m dex Kammer emzu: ;,:sz mertant protesttrte dagegen, n1cht aus Mangel _; Ehrfurcht gegen das_ Staatsyberhqupt, sondern weil er die *!*Hexe Politik der Regterung mcht btlltge. (Lebhafte Protest- .«ss Eeitens der Majorxtät.)
Exlxweiz. Bern, 31._ Mai. (W. T. B.) Der *»;x-«veSrath hat der ita11enischen Regterung vor- „x-Zchxagen, die Konferenz über den Durchstich des :Éixxxc;lon in der ersten Hälfte des Juni abzuhalten. - Zn Xe; ",-Légenschaft als Verwaltungsräthe der Gotthard- „,]sz sind von dem BundeSratk) auf sechs Jahre bestätigt "„,-1.111: General-Direktor Massa (Mailand), OberBaurath von Schlierholz (Stuttgart) und Alt:Staat§xath Rossi (Lugano).
Griechenland. Athen, 31, Mai. (W. T. T.) Der Gerichtshof von Lamia vergrtheilke den ehemaligen Deputirten Khoiidas, weil derselbe 111 dem yurnal „Ra:
agaH“ den König beleidigende Artikel ges rteben hatte, zu drei Jahren Gefängnßß. Der Verleger des „Nabagas“ wurde „] contnmuaiam zu stehen Jahren Haft verurtheilt.
Serbien. Belgrad, 29. Mai. Die „Pol. Corr.“ ckreibt: Die Bedeutung der jüngsten Excesse, _an welchen UU?) Schuljungen, Müßiggänger mxd Proletarmt Theil nahmen, werde ÜberXrieben. Ueberdws müsse zuge- geben werden, daß die Exceffe dgrck) MZtglieder der Fortschrittßpartei provozjrt seten. Vewnders i_rr1g )ej die Annahme, daß dW jüngsten Demonstratwnen irgend eine Spiße gegen die österreichisch; unga- xjsche Monarchie gehabt hätten. Als Bewets dafür ' daß das österreichische Konsulatédebäude, welches
Versammlungsort der Fortschrittspartei gegen- über liege, nicht im Mindesten eine Behelligung erfahren. Nichts [teae den gegenwärtigen Leitern Serbiens ferner, als seinen mächtigen Nachbar jenseits der Save zu beunruhigen. Daran zweifeln, hieße an dem Patriotismus, an der staats- männischen Reife, ja an dem gesunden Menschenverstande der leitenden serbischen Kreise zweifeln. Die serbische Regie: rung widme gegenwärtig der inneren Reorganisation, der Ordnung der Finanzen, der Verwirklichung der neuen Ver: fassung ausschlteßlick) ihre Fürsorge. An diesem Programm werde auch die Rückkehr des Exmetropoliten Michael nicht das Geringste ändern. - Von der bevorstehenden Rückkehr der Königin Natalie sei in maßgebenden Kreisen nichts- bekannt; man vertraue vielmehr, daß die Königin, obwohl gesetzlich nicht gehindert, von dem Recht der Rückkehr keinen Gebrauch machen werde, um dem ruhebedürftigen Lande Unannehmlichkeiten zu ersparen.
- 31. Ma]. (Pol. Corr.) Der frühere Metropolit Michael ist gestern Abend hier angekommen. Auf seinen spezieÜen Wumsch war jeder feierliche Empfang unter- blieben; am Landungsplatz waren der höhere Klerus, seine intimen Freunde und einige hundert seiner Gesinnungs- genossen anwe1end; _von der Regierung und der Regentschaft war _Niemankv ersch1enen. Der russische GesandteVer- siam begr_üßte den _Ex:Metropoliten mit den herzlichsten Worten; _eme zahlretch versammelte Volksmenge bildete Spalter; dte O_rdnung wurde nirgends gestört.
- 1. Zum. (W. T. V.) Nach einer Mittheilung der „Pol. Cgrr.“ hat Gams ck011in gegen den ihn betreffenden Haftbe1chluß Reknrs ergrxffen. Die in Zeitungen des AUS- lande? angesprochene Vermuxhung, daß dem Vorgehen gegen Garaychanin ein politisches Motiv zu Grunde liege, wird in maßgebenden dortigen Kreisen aufs Entschiedenste zurück: gewiesen; die Strafprozeßordnung schreibe die sofortige Ver: vängung der UntersnchUngGlMst für des Todtschlages Be- schuldigte vor, Im ganzen Lande herrscht Übrigens voll- ständige Ruhe.
Zeitungsftimmen.
_Die „Leipziger Zeitung“ entnimmt dem ahres- ber1cht der Dresdener Handelskammer für 1888 nachtehende Aeußerungeu Über die allgemeine wirthscbaftliche Lage:
_ Das WM 1888 ist in mcbrsacber Beziehung für das deutsche Wtrtbsxhaftslcbcn boch bedeutend geryescn. Dic ernste politische Lage zu Beqmn des Jahres, der Tod Kader Wilhelm's, die [an e Dauer des Wmtch, eine Reihe von Nakurercigniffen, Welche den oblstand großer Landstriche vernichteten, die abermaligc Erledigung des Kaiser- !brones nach nur kurzer Zeit wirkten zusammen. um die in den leßten Monaten v_cn _]887 bemerkbar ULWOkdknE Besserung der wirtbschaft- 11chen_Verba[1n1ffe auf manchen Gebieten hintan zu Halten. Als aber unser 1unger Kaiser, umgeben von den deutschen Bundesfürjten, es als semeerste _Aufggbe bezeichnet hatkc, des Deutschen Reiches Macht im Verem_ mtt semen auswärtigen Bundeßgenoffen zur Erhaltung des aÜgememen_F_riedens einzuseyen, als die Ausnahme, welcbe er im NorKen wre xm _Südcn bei seinen Besuchen gefunden, es bcthätigte, daß der Ernst dieser Bestrebungen aUseitig anerkannt worden war, begann mrt der zweiien Hälfte des Jahres in beinahe allen Zweigen vpn Handel und Industrie ein Aufschwung, wie er seit vielen Jahren "LÖ! mehr gekannt war. Obwohl in den politischen Verhältnissen, Wklche fett Langem den Befürchtungen eines allgemeinen europäischen Zusamrzkenstczßes zu Grunde gelegen haben, tbatsächlich eine Verände- rung m_cht eintrat, obwohl die Jragm, die im Osten und Westen der Entscbmdung harren, ihrer Lösung im friedlichen Sinne nicht näher gxbrachtw_urden, genügtedoch der eine Umstand, daßfür die nächste Zukunft eme Gefabrdunxz des FriedenS11icht zu erwarten sei, um das zur Belebung der wrrtbschaftlicken Thätigkeit unerläßliche Vertrauen ber- zustellerg. An den Börsen suchten und fanden die reichlich vorhandenen Geldmxttel Verwendung, ibeils zuAnlagen in zahlreichen neuen Unter- nehmungen tndustrieüer Art und in ausländischen Anleihen, theils in Spekulattonen auf dem Cffcktenmarkt. Dic Wenn auch noch nicbt bedeutenxe Besserung der Landwirtbscbaft, in Folge böberer für ihre Erzeugmffe erzielter Preise, mehrte die Kaufkraft des Inlandcs und steigerte die Produktion und den Umsatz der heimischen Industrien im Jnlande; die Ausfuhr nach dem Auslande, obwohl nach einigen Staaten durch alte und neue Zollschranken und verwandte Bestim- mungen erschwert, sowie in manchen Artikeln durch den größeren Verbrauch tm Inlande verrirmert, fand vermehrten Absaß in anderen Zandery; die Bestrebungen der Produzenten, durch Uebereinkünfte uber dte Menge und die Preise der erzeugten Waaren dem weiteren Hsrabfinken der Preise vorzubeugen, Wurden immer zahlreicher und war?" zum Theil von Erfolg begleitet; der Verkehr zu Lande und zu
asser nahm in den le ten Monaten des Jahres einen solchen Auf- sÖWUUI, daß die Verke rßmittel überaü fich ungenügend zeigten und Skkfkacbtcn Wesentlich Theurer wurden - mit einem Wort: Handel "Ud_Ind1_1strie können auf das Jahr 1888, besonders aber auf die znzcxte Halfteim Allgemeinen mit Befriedigun zurückblicken ...... dEnten 13er w:chti sten und folgenschtversten SZritte auf dem Gebiet lerSoztalpolitik at die Reichsxzescßgebung im Berichtsjgbre durck.) Vor- egung des Geseßenttyurfs über die Alters- und Jnvaltdenverficherung gethan, _und auch in dteser Hinficbt wird das Iabr1888 in der deutschen VolkSwtrthschaftsgeschichte stets als ein besonders wichtiges zu kennzeichnen
sein. Möge das Ergebnis; der heißen Kämpfe, zu_welcben dieser Entwurf in der Pre e, in der Literatur, m den Veremen und zuleßt im Reichstage Aula gegehen hat, ein der edlen und _menschenfreund- lichen Abficht seines Urhebers entsprechendes unh seine Ausführung in der Praxis, die, wie wir nicht verkennen, mtt vie_l namhafteren Schwierigkeiten, als die der bereits bestehenßen Soztalgeseßgebung verknüpft ist, eine solche sein, daß der Fnede m unserem Vaterlande dauernd geficher1 werde. Wir meinen diefe Betxacbtungen nicht ohne ein Wort der Mahnung schließen zu soÜen. Dtese Mahnung betrifft die im Laufe der leßten Jahre, ganz _besonders aber seit der in der zweiten Hälfte des Berichtsjabres_ emqetretenen Neubelebung des UnternehmungSgeistes immer zahlreicher Werdenden_Gründungen von industriellen Aktiengeseüsckzaften, weniger durch Errichtung neuer An- lagen als vielmehr vorwiegend durch Erwerbung bestehender Betriebe und Umformungen derselben zu Akttenunternehmungen. Es ist dieser Erscheinung eine gewisse tbaxfäcblicbe Begründung insofern nicht ab- 311sprechen, als in dem stetigen Zurückwe1chen des Zinsfußes, den s1ch immer noch mehrenden Konverfionen der als besoßders sicher betrach- teten Anlagepapiere den vielen in ihrem Einkommen geschmkzlerten Kapitalisten der begreifliche Anlaß gegeben ist, für ihre K_apttalien em höheres Zinserträgniß zu suchen; _ rte Gelegenhet_t _dazu bietet fich ihnen theils durch Betheikgung _ an auslandtschen Anleihen, theils - und dies wä_re an urxd tür fich im natio- nalen Interesse entschieden vorzuztehen - in dcr CrWerbung won Antheilen industrieller Untexnebmungen im Vaterland_e_. Aber es ist nicht zu vergessen, einesthetls, daß doch der_ geschastliche ?_luf- schwung erst vor Kurzem be onnen hat und eme sichere Burg- scbaft für seine Dauer von iemand übernommen Werden kann, andernfbeils, daß in vielen Fällen der Privatmann, der an der Börse Antheile derartiger AktiengeseÜsÖasten kauft, dieselben zu solchen Preisen erwirbt, welche, um nur die übliche Verzinsung und den Ueberpariftand zu decken, eine lange Reihe_ von Jahren vorausseßen, in welchen die betreffende Gesellschaft gletchmäßig hohe Erträgnisse geben muß. Daf; bei der Festsetzung des Aktienkapitals je eine so niedrige Schäxzung der übernomrpenen oder neugeschaffenen Werthe stattfände, daß dadurch eine Werjhsteigerung der Antheile gerechtfertigt würde, erscbetnt außgesckylossen; viel näher liegt die Annahme von mehr oder minder hohen Ueberschäßungen, gegen Welche aucb in den FäUen, wo nach Artikel 20911 _des Aktiengeseyes eine Prüfung des Gründungsherganges durcb Revixoren vorgeschrieben ist, diese Be- stimmung keineregs Sicherheit gewährt. Wie es dann aber möglich sein sol], daß innerhalb einer meist sehr kurzen ZeiT Zeit Bildgng der Gesellschaft der Werth der Antbeile eine so beträäzkliche Steigerung erfahren habe, um dieselben dem Publikum mit namhaftem Aufgeld anzubieten, ist meist nicbt erfichtlick), Und daher die Gefahr eines Ver- lustes an der Ernoerbung der Antbeile sehr nahelßegend. Da man indes; nur zu sehr geneigt ist, Vorgänge ähnlicher Art, welche noch nicht zu lange Zeit hinter der Gegenwart zurückliegen, zu vergessen und nach dem in nächster Nähe lockenden_k)ök)eren (Gewinn zu greifen, ist es um so mehr Pflicht, an dieHe Vorgange und (:n ihre das wirth- schaftliche Leben auf ein Zabrze rzt und länger hinaus lähmenden Folgen noch zur rechten Zeit zu erinnern.
- In einem den Ausstand im rhei1_1_isch-wes1fälifchen Kohlenremer behandelnden Art1kel deS 1ächs11chen „Vaxer- land“ heißt eZ über Ursachen und Früchte der me1ften Ausstände: _
Meist ist der Wunsch, einen böhern Lohn_ zu crzwmgen, des Aus- standes Grund. Aber eine unerbittliche Stanstik lehrt, daß in der Mehrzahl der FäÜe der höhere Lohn enjweder überhaupt nicht oder doch nicht in der vollen Höhe erreicht wird, fakt auérxahmsws aber die Opfer, die zu diesem ereck gebracht werden wüysen, so große find, daß fie zu dem schließlich Erreichten in gar keinem Verhältmß stehen. Die Lohnerhöhung, die selbst bei einem günstigen Ausaang des Ausstandes etwa eintritt, erseßt die vorher erlittene Einbuße in der Regel nicht und verschwindet of! genug bei einer vielleicht bald darauf eintretenden verändertcn_Lage Daß unt ihm auch der Arbeitgeber bezw. das Werk lcrdet,_das 1hm den geforderten höheren Lohn vorentbielt, kqnn dcm Strikenden, dafexn er sich anders von der Vernunft und_ mcht vor] blinder Walk) allem leiten läßt, doch schwerlich e'm Troxt, geschweige denn eme Freude sein. Er zerstört doch nur den Nährboden, auf dem er selber steht, und schmälert nicht nur den guten Willen, sondern ach) die Fähig- keit des Arbeitgebers, ibm zn gewähren, was er verlangt, Ver- luste, die eine größere Fabrik oder ein Werk durch eine länger an- dauernde Arbeitßeinsteüung erleidet, lassen sich nicht immer wieder rasch auögleichen. Das sehen nun freilich verständigc Arbeiter auch selbst ein und mögen daher oft genug selber ungern, nur gezwungen der Anregung zum Striken folgen. Schließlich_entscheidet jedoch der Zwang und jener TerroriSmus, der nirgends 1chlimmer ist als in ;abriken und in dem geschloffencn Bezirk eincs größeren Werks. Wer jemals Fühlung mit den Arbeitern hatte, weiß, was unter solchem Druck der einzelne Arbeiter leidet, wie ein falscher CHr- begriff die Einen erst zu engercm_ Zusammenschluß führt und eine Minderheit frecher und maulferttger Gesellen nach :md nach zu Herren, die übrigen aber zu ihren fast wiUenlosen Sklaven macht. Wer selbst den fortwährenden Yeckxreien und Stichelcien widerstand, der zieht fich endlich vor tbatsacbltchen Bedrohungen und jenen Zu- trägereien und heimlichen Jntriguen zurück, denen ficb tbatscécblick) sehr zum Schaden ihrer selbst upd der vertretenen Sache Werksührer und Vorgeseßte zugänglich erwexsen.“ _Was uns darüber bei Ver- schiedenen Anlässen von berufener Seite in glaubwürdigster Weise mitgetheilt worden ist, ist geradezu hagrsträubend. _Unter_solchem TcrroriSmus der Führer vollziehen NÖ Vielfach beute dteWahlen und kommt der Ausstand zu Wexkc.
Statistische Nachrichten.
Nach Mittheilung des S t a t i st i_s ck en 21 m t s der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standeßamtern in der Woche vom 19, Mai bis inkl. 25. Mai er. zur Anmeldung gekommen: 263 Eheschließungen , 922 Lebendgeborene , 25 Todtgeborene, 582 Sterbefälle.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Das Problem einer internationalen Gelehrten- spracbe und der HelleniSmus der Zukunft. Ein Send- scbreiben an den geistißen Adel deutscher Nation von Dr. jur. Lud- wig Kublenbeck. .eipzig, Verlag von Wilhelm Friedrich. - Der Verfasser betont das Bedürfniß nach einer Weltspracbe, die freilich nicht für den gewöbnlicben Verkehr bestimmt sein sol]. Dem Schleyer- schen .Volapük" gegenüber verhalt er sich ablehnend; er erklärt es für eine Kübnbeit, daß ein einzelnes anividuuxn der Menschheit als Surrogat für ihre mannigfaltigen, von dem Unbewußten der Volks- seele geheimnißvoll gewirkten Naturspracben das Kunstprodukt einer Sprachen-Cbemie-Retorte aufoktroyiren möchte. Da nun das Universal- reicb der Wissenschaft eine Universal-Gelehrtenspracbe erfordert, so_ hält Vr. Kublenbeck es für zeitgemäß. s'1ch, nach _einer solchen umzujcben. Das Latein, Welches in früheren exten _dte Sprache der Gelehrten war, erscheint ihm dazu nicht me r geetgnet, er fällt über dasselbe ein hartes Urtbeil, indem er sagt: „In einem todten Sprecbkörper konnte selbstverständlicb die lebendige, fortschreitenhe Wissenschcht nicht leben.“ An Stelle des Latein Will Verfasser eme andere Sprache geseßt sehen, Von den lebenden Kultursvracben scheint ihm keine recht geeignet, auch fürchtet er, daß der Patriotiömus der einzelnen Nationen fich dagegen auflehnen rpöchte_._ daß eine lebende Sprache als die universale proklamtrt wuxde. _Die politische Machtstellung, Welche das zeitweilige Ueberwtegen_e1ner bestimmten Spracke zur Folge batte, erscheint ihm, al_s von Zett und Umständen abhängig, kein Grund, ein bestimmtes Jdtom zur Weltsprache zu er- heben. Seiner Ansicht nach giebt es nun nur eine Sprache, welche nicht nur die meisten natürlichen Vorzüge der anderen Kulturjpracben ver-
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einigt, sondem in der dieselben sogar ihre gemeinsame, unmittelbare oder mittelbare Lebrmeifterin zu verehren haben, die Sprache, ohne deren vorbildliche Musteraültigkeit auch das Lateinische den lav der Universalspracbe nicht hätte zeiWeilig ausfüllen können, de_wabre Mutter aller zugleich wiffenscbaftlichen und schönen Geistesbtldung: die belleniscbe. Diese Sprache, sagt er, ist nicht todt, wie ihre jüngere lateinische Schvester, sondern lebt noch heute. Es giebt seiner Ansicht nach keine Sprache in Europa, auch unter dea germanischen nicht, die so wenig Spuren des Alters oder fremder Transfuftonen aufzuweisen hätte, wie die bellenische. Diese Ueber- zeugung von der Trefflichkett und Notbwendigkeit macht den Ver- faff er denn auch zu einem eifrigen Verfechter für die Beibehaltung der alten Sprachen an unseren Lehranstalten. Er schließt fick) dem Statut der .PbilbellenisÖen Gefellschaft“ zu Amsterdam an, welche die PAege und Förderung der beÜenisÖen Sprache und des HelleniSmus fordert und zwar zu dem Zwecke, das Hellenische zur internationalen Ge- lebrtenspracbe zu machen.- Tie vorließende Schrift ist für alle Ge- ledeten Von Interesse, am meisten Lebt sie aber die Gelehrten an, welche zu dieser Frage denn auch wok) SteÜung nehmen dürften.
_- Jahrbuch für Entscheidungen des Kammer- gertckyts in Sachen der nicbtstreitigen Gerichtsbarkeit und in Strafsachen, heraußgegeben von Reinhold Johow, Gebeimem Ober-Justiz-Ratb 2c. Achter Band (1889). Berlin, 1889. Verlag von Franz Vahlen (177. Mohrenstr. 13/14). -- In diesem neuesten Bande des bekannten und bewährten Jahrbuchs find die Beschlüffe des ersten Senats_ des Königlichen Kammergerichts von den KammergeriÖts-Räthen Bar1chdorff, 1)r. Olsbausen [mv Schussen- stein bearbeitet. Nach dem Ausscheiden des Kammergerichts-Ratbs Blümel hat Kammergerichts-Ratk) Barsckydorff die Bearbeitung der Beschlüsse des Strafsenats übernommen.
- Von der „Wiener Mode“ geht uns beute das 17. Heft zu. Wir haben so oft dieser gediegenen Modezeitscbrift lobend Er- wähnung gethan, das; wir es bei einem Hinweis auf das Erscheinen dieses neuesten, besonders reicl) auSaestatteten Heftes bewenden [affen dürfen. _Was die „Wiener Mode“ ihren Leserinnen an Toiletten bietet, ikt elegant, kleidsam und von echt wienerischem, vornehm ein- fachem Geschmack.
- Stolp i, P., 1; Juni. (W. T. B.) Der Ornithologe Eugen von Homeyer ist m der vergangenen Nacht hier gestorben,
Sanitäts-, Veterinär- und QuarantäneWesen.
Frankreich.
Durch Verordnung vom 11. v. M. hat der französische Ackerbau- Minister aus Anlaß der in der Schweiz herrscbe1den Maul- und Klauenseuche die Einfuhr von Rindern, Schafen, Ziegen und Schrveinen dortiger Provenienz nach Frankreich sowohl direkt, als im Tranfit Über Italiem bis auf Weiteres vetboten. Dagegen ist die Einfuer von Vieh aus Belgien nach Frankreich („Reichs-Anzeiger“ Nr. 106 vom 3. Mai 1889) durch Verfügung des genannten Ministers vom 17. v. M. wieder gestattet wvrden.
SÖWeden.
Durch eine Königliche Bekanntmachung Vom 29. März 1889 ist bestimmt worden, daß nunmehr unter den Bedingungen in der König- lichen Verordnung vom 15. August1_884(.R.-A." Nr. 197 vom 22. August 1884) auch von den deut1chen Nordseebäfen, sowie von Niederland,_Belgien Und den französtscben Kanalhäfen die Einfuhr von Lumpen ae1ta|tet 111, daß indessen der Ausführung etwaiger aus anderen Grürden erlassener Einfuhrverbote gegen Lampen aus den genannten vier Ländern hierdurch nicht Vorgegriffen werden soll.
gyp en.
Der internationale Gesandbeitßratb zu Alexandria hat 5eschloffem vom 19. Mai 1889 ab die Ankünfte aus Endek), Unter Auxhebang des Quarantäne-Reglements, wiederum zum freien Verkehr zuzulaffen. (Vergl. „Reichs-Anzeiger' Nr. 82 vom 3. April 1889.)
GeWerbe und Handel.
Aachen, 31. Mai. (W. T. V.) In der heute stattgehabten Versammlung der noch strikenden Arbeiter zu Maria- dorf wurde beschlossen, die Arbeit morgen wieder aufmnebmen und die Vkrbandlungen mit der Vereinßgesellschaft auf geseßlichem Wege während der nächsten Zeit fortzuführen. Zur Erledigung der Ver- handlungen wurde eine zweimonatlicke Frist angese t.
Berge-Bor_beck, 31. Mai. (W. T. .) Im ganzen Koblenrevier smd heute die Belegschaften fast ohne AuZnabme volézhäblig eingefahren; der Strike ist somit als beendet (1an e en.
Submissionen im Auölande.
Swanien.
1) Ohne Datum. Junta. äe Jäwjujsdraoiöu )' Prabajoß (181 5r߀ua1 (18 Gartaxeua. Verschiedene Materialien für die 1. Abthei- lung. Voranschlag 1300 Pesetas. Kaution Vorläufig 75, endgültig 130 Pesetas. _
2) Ohne Datum. Die1elbe Behörde. Materialien zur Her- stellung der 8. Abtheilung, “m_ 4 Loose eingetbeixt. Voranfckylag zu- sammen 24 427,58 Pefctas. Kaution zusammen vwrläußg 1220, end- gültig 2440 Pesetas.
3) Ohne Datum, Dieselbe Behörde in Ferrol, Eisenwaarcn für die 7. Abtheilung. Voranschlag 1561 Pesetas. Kaalion vorläufig 50, endgültig 150 Pesctas.
4) 12. Juni 1889. Zayerjncenäenaia (18 18.8 minus (18 aaoZ'ue (18 Ywaäén. Der für das Rechnungsjahr 1889/90 nötbige Bedarf an Eisen und Stahl. Kaution vorläufig 371, endgültig 742 Pesetas.
Näheres an Ort Und Stelle.
Verkehrs - Anstalten.
München, 1. Juni. (W. T. B) Die Lokalbabnbau-Aktien- acseUfchaf! hat heute den gesammten Verkehr aus der neuen Linie Oberndorf a. N.-Füssen (in der Nähe der Königlichen Schlöffer Hohenscbrrangau und Neu-Scbwanstcin) eröffnet.
Theater und Musik.
Deutsches Theater. Morgen, Sonntag, Werden ,Die Stüßen der Gesellschaft“ und am Montag „Die Jüdin von Toledo“ egeben Das Weitere Repertoire der Woche ist folgendermaßen estgesteÜt: Dienstag, 4.: „Der Compagnon“, Mittwoch, 5.: „Don Carlos“ (Don Carlos: Hr. Walter Schmidt-Haeßler a_, G.), „Weh' dem, der lüat!“, Freitag, 7.: .Die (Mühen der GeseÜscbaft', Sonnabend, 8.: .Der Compagnon', Sonntag, 9.: „König Heinrich der Vierte“.
-- Im Berliner Theater gingen gestern Abend d_ie seit längerer Zeit angekündigten einaktigcn Lustspiele in _Scene. Die Auf- nahme der vier Stücke War eine beinahe gleichmäßig freundliche troß des sehr verschiedenartigen literarischen Wertbes, welcher denselben eigen ist. Den Beginn machte „Sokrates und ferne Frau“ von Tb. yon Banville, eine dramatische Kleinigkeit, deren Inhalt uns insofern ziemlich kühl läßt, als wir uns weder für die von der Bühne herab verkündi tc sokratische Weisheit, daß eine aufgeregte zankende Frau das re te Weib für den Pbiloéovben sei, begeistern, noch zu der unverhofft auftretenden Sanftmut Xantbipvens rechtes Zutrauen gewinnen können, Aber die Verse, in denen das Lustspiel geschrieben ist, fin_d [att und elegant, und der Dialog enthält manche gelstvo en und anregenden Wendungen. Frl. Nuscba Buße sprach mit überzeu endcr Natürlichkeit und Klarheit und spielte mit vornehmer urückhaltung. Hr. Krauß-
' neck fand in der Rolle des ,SokrateS' Weniger Gelegenbett zur Ent-
faltung seines schauspielerischcn Könnens. _ Jm „Ritter Blau- bart“ steüt die Bühne zwei durch ein Gitter getrennje Gärten mit daranstoßenden Villen vor. Auf der einen Seite erscheinen zwei Damen und zwe: .Herren auf der anderen, we1chc nach einer seltsam leichten Personenverweäoselung zum
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