1889 / 149 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 26 Jun 1889 18:00:01 GMT) scan diff

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Veränderungen.

§. 66.

Veränderungen der Bezirke der Versicherungöansialten sind uläffig, sofern sie von dem Ausschuffe einer betheilt ten Ver- cherun sanstalt oder von der Regierung eines Bun esstaats,

über de en Gebiet sickÖdie Versicherun sanstalt erstreckt, bean- tra t und von dem undesrath gene mi t werden. Vor der Be chlußfaffung iiber die Genehmigung sin die Ausschüsse der bei iligten Verstcherun sanstalten, sowie die Regierungen der- jem cn Bundesstaaten, eren (Gebiete bei der Veränderung b_e- teii?t sind, zu hören. Bei VersicherungSanstalten für die

ir c weiterer Kommunalverbände find auch die Vertrexungen der ltheren befugt, Anträge auf Veränderungen zu stellen; vor der Genehmigung von Veränderungen der Bezirke _sqlcher Verficherungsanstalten müssen die Vertretungen der bethctligten Kommunalverbände gehört werden.

§. 67.

Scheiden örtliche Bezirke aus dem Bezirk einer Ver- étchcrungsanstalt aus, so verbleibt der le teren in vollem Um- ange das bis zum Zeitpunkt des Ausf eidens angesammelte Vermögen, sowie die Verpflichtung zur Befriedigung aller An- sprüche, welche auf Verwendung von Beitragsmarken diescr Versicherun Sanstalt beruhen. _

Führt ie Veränderung zur Auflösung der Vcrncherimgk- anstalt, so geht deren Vermögen mit _allen Rechtcn mid Yfiichtcn, sofern nicht eine andere Verstcherunchanstali mxt

cnchmigung der bethciligten Lanchregierungcn dicses Ver- mögen übernimmt, auf den weiteren Kommunalverband bc- zicbungswcise Bundesstaat iiber, fiir Welchen dic Vcrfichcrmigs- anstalt errichtet war. _ _ _

Fiir „emcinsame Verstchcrung60mtalicti erfolgt die cm- teilige Ue ernabme des „Vermögens mit allen Rechten und 5 flichtcn durch die beibeiligten Kommunalverbänds odcr Bunch- staatcn, und zwar, ofern darüber eine Einigimg nicht zn Stande kommt, nach Bestimmung des Bunchratbs, odcr, wenn nur Kommunalverbändc eines Bundesstaats bcihciligt smd, dcr Landes-Ccntralbehörde. § 8

. 6 .

Streiti keiten, welche in Betreff der VcUii'o'geneZaZLScinander- icßung zwiéchen den betheiligten Vcrsicherungsatistalicn _ent- ste en, wcrden mangels Verständigung 1":er Zinc schiebs- ri terliche Entscheidung von dem Rcichs-Vcr11chcrimgsamt entschieden.

§. 69.

Auf den Anschluß oder das Ausßhcidcn dcr _:_mch §§. 5 und 7 zugclaffencn Kaffencinrichtungen smdcn dic Boxtimmungcn dcr §§. 66 bis 68 entsprechende Anwendung.

11)". Schiengcrichtc. SchiedsZcrichtc. §. 70.

Fiir den Bezirk jeder Versicherungsanstali wird mindestens ein Schicngericht errichtet.

Die Zahl und der Six; dcr Schicd§gcrichtc werdcn von der Ceniralbchörde des Bundesstaats, zu welchem der Bezirk der Verficherunchanstalt ehört, oder, sofern der Bezirk iiber die (Grenzen Links Bundes taats hinausgeht, im Einvernehmen mit den bctbcilitcn Ccntra[bchördcn von dem Nsichs-Vcr- ficherungsamt bcßimmt. __

. 71.

Jedes Schiechricbt besteht ach cinem stz'jndigcn Vor: sißcndcn und aus "eisiHern. Die Zahl Yer Beistßcr muß aus der Klasse der Arbeitgeber Und der Vcrstchcrten mindestens je zwei betragen. _ _ _

Dcr Vorstßendc wrrd aus der Zahl der offentlicch Beamten von der Ccntralbehördc ch Bnndesstaats, in welchem dcr Siß dcs Schisdsgericbts [Ic_[LgM ist, crnaimt. Für dcn Vorsißcndcn ist in gleicher WcijZ cin Stclivcrtrcicr zu ernennen, wclchér ihn in Behinderungsfallcn vertritt.

Dic Beifißrr werden in der dyrch das Statut bestimmten „- ahl von dem Ausschuss der VcrstchcrungSanstalt, und zwar “11 gleichen Theilen in geircnntcr Wahlhandlimg von den

rbeitgebcrn und den Versicherten, nach einfacher Stimmen- mehrheit gewählt. Bezüglich dcr Wählbarkeit gelten die Be- stimmungen des §. 50, bezüglich der Ablehnungsgründe die: Bestimmungen des F". 60. _ _

Dic WaLl erfolgt auf fünf Jahre. Die Gcmäblicn bleiben Uach Ablauf icscr Zeit so [an e im Amt, bis il)re__Nachfolger ihr Amt angetreten haben. ie Ausscheidcndcn Und wieder

wählbar. __ __ d. 7"...

Name und Wohnort des Sci)icdsgcrichisvorsißcndcn Und seines Stellvertrcters, sowie der BcifiHcr smd von der Lando?»- Ccntralbcbörde in dem zu dercn amtlichcn Vcröffcntlichumgcn bestimmten Blattc bekannt 5? machen.

. 73.

Der Vorsißcnde und dessen Stellvertreter, sowie die Bci- sißer sind auf die gewissenhafte Erfüllung der Obliegenhcijcii ihres Amis cidlich zu verpflichten._ _

Die 1 estfeßun der den Beinßcrn zu gcwährcndcn Vcr- qüiungcn §. 58), owie der baarcn Auslagen erfolgt durch den Vorst enden. __ _

5chrßoncn, welche die Wahl ohne zulassiqcn Grund ab- lehnen 0 er sich der Ausübung ihres Amts obne hinreichende Entschuldigun entziehen, werden vom Vorfißcndcn mit Geld- strafe bis zu ?iinf undcrt Mark belegt.

Kommt eine ahl nicht zu Stande odcr verweigern dic Gewählten ihre Dienstlcistimg, so hat, solange und soweit dies der _Fall ist, die untere Verwaltungsbchörde, in _dcrcn Bezirk der SZ dcs SchiengerichtS belegen i't, die Vcistßcr aus der Zahl der Arbeitgeber beziehungsweise crfichcrtcn zu ernennen.

74

Der Vorsißcnde beruft das Schicngcricht und leitet die Verhandlungen desselben. Durch _das Statut können über die Reihenfolge, in welcher die Beisißer zu den Verhandlungen zuzuziebcn sind, Bestimmungen getroffen werden. _ __ _

Das Schiedsx]cri t ist befugt, Zeugen und Sachvcrytandige, mich eidlich, u vernc men.

Das S )iLdÖZericht ent_scheidet in dcr Bescßun Mitgliedern, unter denen ich ein Arbeitgeber un sichertcr befinden muß.

Die Entscheidungen des Schiedsgerichts erfolgen nach Stimmenmehrheit. _ _

Jm Uebri cn wird das Verfahren vor dcm Schiedsgericht durch KaiserlicZe Verordnung mit Zustimmung des Bunch- ratbs geregelt. _ _ _

Die Kosten des Schiedsgerichts, sowic 0105107th 005 Vcr- fabrcns vor demsclbcn trägr dic Versicheriingsanstalt._ T_as Schicdögerichi ist jedoch befugt, dcn Bcibciligtcn solche Kosten

von drei cm Ver-

des Verfahrens zur Last zu le en, welche durch unbegründete Beweisanträge _derselben veran aßt worden find.

Dem Vorsißenden des Schiengcrichts und dessen Stell- vxrireter darf eme Vergütung von der Verfichcriingsanstalt nicht gewährt werden.

17. Verfahren. Feststellung der Rente. Z. 75.

PeiFoncti, welche den Anspruch auf Bewilligung ciner Jnvalidcn- oder AlterSrentc erheben, haben diesen Anspruch bei der fiir ihren Wohnort zuständigen unteren Verwaltungs- behörde anzumelden. Der Anmeldun find die Quittungskartc sowie die sonstigen zur Begründung es Anspruchs dienenden Beweisstüxkc beizufügen. Handelt es sich um Bewilli ung einer Invalidenrente, so hat die untere Verwaltungsbe örde die fiir den Wohnort des Aniragstellch zuständigen Vertrauens- männer zu cKören und dem Vorstands derjcni„ en im §, 48 Ab- sa 2 bczei neten Krankenkasse u. s. w„ we cher der Antrag- fte er angehört, Gelegenheit “11 geben, sich binnen einer an- gemessenen Trift iiber den ntrag zu äußern. Die untere Verwaltungs ehördc hat den Antrag unter Anschluß der bei-

ebrachtcn Urkunden nnd entstandenen Verhandlnngeti mit

ihrer gutachtlicben Acußcrung dem Vorstandc derjenigen Ver- sicherungßanstali “u übersenden, an welche ausweislich dcr Quittungskartc zu etzt Bciträ c entrichtet worden waren.

Der Vorstand der VcrficZerun sanstali bat dcn Antrag zu

prüfen und, sofern der Antrag ni t ohne Weiteres abzuweisen ist, die früheren Quittungskarten einzufordcrn (§. 107). Er- scheinen die bcigebrachicn Beweisßückc zur Abgabe cincr Ent- scheidimg ni tausreichend, so fin weitere Erhebungen zu ver- anlaxscik. Tic Kosten derselben fallen der Vcrsichcrunchaiistalt “nr „0 t. 0 Wird der an cmcldctc Anspruch anerkannt, so ist die Höhe der anie sofort estzustellen. Dom Emyfangsberechiigtcn ist sodann ein schriftlicher Bescheid zu ertbcilcn, aus welchem die Art der Berechnung der Rente zu ersehen ist. Abschrift des Beschcidcs ist dem Staatskommiffar (§. 63) zuzustellsn.

Wird der angemeldete Anspruch nicht anerkannt, so ist derselbe durch schriftlichen, mit Gründcn versehenen Bcscbcid abziilcbncn.

Z. 76.

Tic Annahme, da[; die Erwerbsnnfäbiqkeii durch cinsn nach dsn UnfallversicherungSgcse 011 zu entschädigcnden Unfall vcrnrsacht ist, begriindet nicht ic Ablcbnung des Anspruchs auf Jiivalidcnrenic. Es ist vielmehr, so_fern im Ucbrigcn dcr Axispruck) crcchtfcrtigt erscheint, die 31100 idcnrcntc festzUstcllcn.

Dic Öcrsicherung§anstalicn sind berechtigt, die vcrpflick)tetc Bcrungcnoffcnschaft wegen Erschs der dem Invaliden gezahlten Rente in Anspruch zu nehmen.

Wird die Verpflichtnng ziir Gciväbrimg cincr UnfaU- cntscbädignng bestritten, so ist dariibcr in dcm dUrci) §§. 62 Und 63 ch Unfallvrrfichernngs cschs vom 6. JUli 1884 vor- geschriebenen Verfahren zu cntßchcidcn. Jm Uebrigen werdcn Streitigkeiten iibkr dcn Ersaßanspruck) von dsm ordentlichen Richter entschieden.

Z. 77.

Gegen den Bescheid, dUrck) welchen der Ansprnck) abgelehnt wird, sowie gegen dcn_Beschcid, durcb welchen die Höhe der Rente festgestellt wird, findet die Berufung auf fcbicdechricht- (iche Entscheidun statt.

Der Bescbei mus; dic BczcichnunL der Bcrufungsfrist und 006 fiir die Berufung zuständigen Schiedsgerichts, sowic Namcii Und Wohnort des Vorfißcnden dcs lcßteren enthalten. Die Berufung ist bci Vermeidbnx; dcs Ausschlusscs binnen vier Wochen nach der Zustellung des B€schcides bei dem Vorsißeiidcn dcs Schicngcrichts cinznlcgcn.

Dic BcrUfung hat keine aufschiebende Wirkung.

§. 78.

Eine Ausfertigung der Entscheidung des Schicthcrichts ist dem Bcrufendexi und dem Vorstands der Versicherungs- aiistalt, eine Abschrift dcm Staatskommiffar (§. 63) zuzustellen.

79

Gegen dic Entscheidung des Schicngerichts stcbx beiden T'bcilcn das Ncchténmttel der Revision zu. Dic Rcvnion hat keine aufschiebende Wirkung. Ist von dem SckziedeZJcricht dcr Abspruck) aiif Ncnie im Widebspruck) mit dem Vorstands der VersichcrunFsanstali anerkannt und nicht gleichzeiti iiber die Höhe der *icntc cnischicdcn, so hat der Vorstan der Ver- fickxrungöanstalt unverzüglich die Höhe der Rente fcstzustcüen und auch in denjenigen Fällen, in welchen das NcchtSmittcl dcr Revision cingelcgt wird, sofort wenigstens vorläufig die Rente zuzubilligcn. (Gegen die vorläufigx Zubilligung einer Rente findet ein Rechtsmittel nicht statt.

80

§, .

Ueber die Revision entscheidet das Reichs-Versichcrunngt. Das Rechtsmittel ist bci demselben binnen vier Wochen nach der Zustellung der Entscheidung des Schicdßgerichts einzulegen.

Dic Remfion kann nur daran cstiißt werden:

1) daß die angefochtene Entf eidung auf der Nicht- anwendung oder auf dcr unrichtigen Anwendung des bestehen- den Rechts oder auf einem Verstoß wider den klaren Inhalt der Akten beruhe“

2) daß das Verfahren a§n wesentlichen Mängeln leide.

81

Bei Einlegung der Revision ist anzugeben, worin die Nichtanwcndung oder die unrichti 6 Anwendung des bestehenden RcchiH oder der Verstoß Wider cn klaren Inhalt der Akten odcr worin die bchauptetenMängcl des Verfahrens gefunden werdcn. Das ReichKVers1chcrungsamt ist bci seiner Ent- fchcidnng an diejenigen (Griinde nicht gebunden, welche zur Rechtfertigung der gestellten Anträge geltend gemacht worden sind. _

Fehlt die An abc solcher (Hriind-e oder ergiebt sick) aus der 5Yriifimg der -lnträgc, _daß die angegriffene Entscheidung nicht auf der Nichtanwendung odxr unrichtigen Anwendung des bestehenden Rechts beruht, soimc daß das Verfahren nicht an wesentlichen Mängeln leidet, und daß ein Ve toß wider den klarcn Inhalt der Akten nicht vorliegt, oder ist die Revision vers ätct cingcle„ i, so kann das Neichs-Versicherungsamt das Nc römittcl och mündliÉc _ Verhandlung uriickwciscn. Anderenfalls hat das Reichs; ersicbcriitigL-amt na mündlicher Verhandlimg zu entscheiden. Wird bas angefochtene Urthcil aufgehoben, so kann das Reichs-Vcrstckzerungsamt zugleich in der Sache selbst entscheiden oder dieselbe an das Schicngcricht odcr an den Vorstand der Versiche_rung6anstalt zuriickverwcisen. Im Falle dcr Zurückvcrwcisung ist die rechtliche Beurtheilung, aiif welchc das Reichs-Vcrfichcrungsamt dic Aufhebimg gcstiiizt heit, bci“ Entscheidung zu (Hrimdc zu legen.

§. 82.

Auf die Anfechtung der rechtskräfti en Enk'cheibun iiber einen Anspruch auf Rente finden die Yorschmern dergCivil- prozeßordnung über die Wiederaucxna me des erfahrens ent- sprechende Anwendung, soweit ni t _ urch Kaiserliche Verord- nung mit Zustimmung des Bundesmths ein Anderes . be- stimmt wxrd.

§. 83.

Bescheide, durch welche der Anspru auf. Rente abgelehnt wird, find, sobald dieselben die Rechts raft beschritten haben, von dem Vorstandc der VerfiZerungsanstalt der unteren Ver- waltungsbehörde, in deren ezirk der Antragsteller wohnt, abschriftlick) mitzuthcilen. H

84

Die Wiederholung cines endgültig abgelehnten Antrags auf Bewilligung einer Invalidenrente ist vor Ablauf eines Jahres seit_ der Zustellung der endgültigen Entscheidung nur dann zulässig, wenn glaubhaft beschemi t wird, daß inzwischen Umstände eingetreten find, aus denen ich das Vorhandensein der dauernden ErwerbSUtifähigkeit des Antragstellers ergiebt. Sofern eine solche Bcscbeinißung nicht beigebracht wird, hat die untcrc Verwaltungsbehör c den vorzeitig wiederholten An- trag endgültig zurückzuweisenÉ

. 85.

Auf die Entziehung der Rente finden die Vorschriften der

§§. 75 bis 84 entsprechende Anwendung.

Berechtigungsanswcis.

Z. 86.

Nag!) crfolgtrr Fcststcilun der Rente hat der Vorstand dcr Vernchcrungsanstalt dem erechtigtcn eine Bescheinigung. (BerechtigungSauswcis) Über die ihm zustehenden Bezüge unter Angabe der mit der Zahlung beauftragten Postanstalt (§. 91) sowie der Zakklungsterminc auszufertigen und der unteren Vcrwaltungschrde, in deren Bezirk der Berechtigte wohnt, iich) die dem chicken zUitchcndcn Bezüge Mittheilung zu ma 611.

Wird in Folgc des weiteren Verfahrens der Betrag der Rente geändert, so ist dem Entschädigungsbcrcchtigten ein anderer Berechtigungsausweis zu crtbcilen und der untercn Vcrwalimigsbehörde scitich Wohnorts von der Acndcrimg Kenntnis; zu gsbc-n.

NcckziiimgsburcaU.

F. 87.

Sobald die Höbc dcr Ncnic endgültig feststeht, ist von dem Vorstandc der Vcrnchcrnngsanstalt eine init der Bescheinigung der Rechtskraft zu verscbcndc Ausfertigung des Bescheides untcr Anschluß der Quittuiigskartcn dcm Ncchmungsburcau dcs Reiche?- Vcrficbcrungßamts cinzuscndZU.

. 88. _ Das Rcckxmngsbiircau hat alle bci dcm Rcichs - Vcr- sicheriiiig50n1t_ nach Maßgabe dicses Gesch?) vorkommenden ??_YULUUHÉMU Arbeiten auszuführen. Insbesondere liegt dcm- 0 en 0 :

1 die Vortheilimg der Rsnicn;

2 die Mitwirkung bei den im Vollzugs dcs Geseßcs her- zustellenden statistischen Arbciten.

§. 89.

Das Rcchnungsburcau vcrtbeilt die Renten an das Rcich und die bctbciligtcn Versicherungsanstalten. Die erthcilung erfolgt, nachdem zunächst der gemäß H. 26 dem Reich in Rech- nung Fu stellende Zuschuß UUSgcschicdcn worden ist, in dem Vorbei iniß dcr Bciträgc, welche den einzelnen Versicherungs- anstalten fiir den Versicherten zu cfloffcn, beziehungsweise gemäß F. 28 zu Lasten des Nsichs Zn lnrechnung zu bringen sind.

. 90.

Die Vertheilung ist den Vorständen dcr bcihciligtcn Vcr- sichcrungsanstaltcn unter Angabe der der Vertheilung zu Grund_c Zelegteu Zahlen mitzutbcilcn. Jeder bet ciligtc Vorstand in

cfn„ t, binnen vicrzsbn Tagen nach der ' ustellung gegen die

Vertxilung Einspruch zu erleben. Erfolgt binnen dieser Frist kein Einspruch, so gilt die crihcilmi als endgültig; wird rechtzeitig EinsÉruck) erhoben, so entscheidet Über dcnsxlbcn nacb Anhörimg der orständc der anderen bciheiligtcn Versicherungs- anstaltcn das Reichs-Vcrsichcrungsamt. Von dcr Entscheidung. werden die Vorstände in Kcnntmß gcscßt.

Sobald die auf die betbciligten Versichcrungsanstalten entfallenden Anibeilc an der Rente endgültig feststehen, hat das ReckHnungsburcau eine Ausfertigung der Vertheilun dem Vor- stan c der _für die Festscßung der Rente zustän igen Vcr- fichcrungsan tali zu ii crsendcn.

Auszahlung durch die Post.

§. 91.

Die Nußzahlun der Renten wird auf Anweisung des Vorstandes der im . 90 Absaß 2 bezeichneten Versicherungs- anstalt vorschußwcisc durch die Fostverwaliungcn, und zwar in der Regel durch diejenige ostanstalt bewirkt, in deren Bezirk der Emp angsbercchtigtc zur Zeit des Antra s auf Bewilligung der ente seinen Wohnsiß hatte. Die Po tansialt ist berechtigt, an den Inhaber des Berechtigungsauchises Zahlung zu leisten.

Verlcgt der Empfangsberechtigtc seinen Wohnfiß, so hat

auf seinen Antrag der Vorstand der Vcrsicherun sanftali, _

welcher die Rente angewiesen hatte, die leßtere an ie_Pos- anstalt des neuen Wohnoris zur NuSzahlung zu überweisen.

(Schluß in der Zweijen Beilage.)

Zwixiie Veilargxe

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

.I./€ 149.

Berlin, Mittwoch, den 26. Juni

1882.

(SMW (Ws der Ersten Beilage.)

Erxtntiiing dcr Vorscbiiffc dcr Posivcrwaliiinch. . 92.

Dis CcntrP-Postbexhörden haben dcm Ncchnungsbnrcau Nach1vcis1111gé1i ubcr dichi _gcn Zahlungen, welchc an's Grund Yer Anweisungen der Erzichcrung§anstalicn gclcistct worden 1111d,__zuzustcllcn. Das Rccbnnngsburcau bat die borgrschoffcncn Betrggc nac!) dym gcmäß §. 89 festgestellten Maßstabe anf dic bcthciligtcn Ver1i_chcrun_g6011sta[ten zn vcrtbeileii 11:10 den chtercn Nachweisungcn iibcr die ihnen zur Last fall-cnbcn Eitizelbcträgc ii Uberscndcn. Epic Yiiacbwcisnng iibcr die dem Reich zur Last ?allci_1_d_c_n Bcträgc Ut dcm Reich-Zkanzlcr (Nciibsiimt des Innern) 5an c 011._

Den_Ccntral-Postbclördcn hat das Rccbnungsbnrcan nach Ablauf 6171092160611 Rc ,)nungsjabrcs mitzuthcilcn, wclche Bc- träge 0011 dem_?)201ch und von den einzelnen Vsrsickxriitigs- anstalien zx: crftattcn sind.

Nach Ablauf _cincs Jahres 0011 dem „Fiikraftrricn dicses Gcscßcs an smd_ dic Ccntral-Postbcbördcn berechtigt, von jeder Ycrstchqrnnchanßalt cinen Bcirichfonds cinznzichcn. Dcrsclbo 111 m vicrteljc'ihrlickxzi Theil'ahlungcn an die dcn Versicherimqs- anstaiien 13011 der Contral- 0stbcbiirdc zu bezeichiicndcn Kasson abzufubrcn imd darf _die fiir die Bcrsickxrnngsanstali im ab: ix_eiaufcncn Rrch11u119§xahrc vorgeschosscnon Beträge nicht iibcr- 1019011.

Dic Ver)[ck)cr1mgsanstaltcxi haben die 0011 den Postver- waltungcn vorgeschoßcncn Bcträgc binnen zwci Wochcn nach Empfang der Sck)[Uß110chiVLisUliJ für “002; abgelabfcnc Rechnung“?- 1al)_r zii crxtattczi. Die Erstattung crfokgt cm*“) dcn bereiten Mitteln der _Annali. S_ind solchc nicht vorhandcn 11:10 bictct auch dcr ?)icxcrbchnds 1olcbc nicht 001“, so hat der weitere Komnmnaibcrband bc_zicbung§mcise dcr Bundesstaat dic rrfordcr- 11chct1 Bsirqgc vorzusbicfzen. Bci gcmcinsamcn Vcrsichcriiiigs- 0111011th erfolgt die Aufbringung dicses Vorschnffcs nach dem im J“. 44 lesaH__2 fcstgcsixizi-sn Verhältniß.

(Hcgcn Vcrnebcrungsansta[ren, welche mit dcr Erstattung der_Bcträgc im Riickstandc blcibcii, ist auf Antrag der Central- ijtbrbbrbc von dem Rcirch-Vcrsick)crunchami dae.“- Zwangs: beitrcibUiingCrfal)rcn sinzulcitcn. *

§. 0.1.

Die Bcstimmnngcn dcr ZF. 79 bis 82, 86 bis 93 findcn auf die nach §§.5_ und 7 ziigclaffcncn Kaffcnciiiricbiichn entsprechcndc Anivcnbumg. Den icßtcrcn ist bei dcr Vcrtlibiliing 001“ 920111011, welche von VcryickxrungMnstaltcn festgestellt sind, die „lcichc SUMME von Beiträgen in Nnrcckxmng zii bringen, 1001 c bei Bemessung der chtc fiir die mer der Versiche- rimg ds_s cht-xnrnipfängcrs bci cincr Kaffemcinricksnnq nach §. 27 m Anrechnung gebracht ist. Die Vcrthcilunß von chtc1i,_wclch-: von einer Kaffemcinrickßung fcstgcstcllt sind, erfoigt, wivsit cin Arisprncb anf dicsclch 011€!) nach den Vor- schriften dicses Gcscßcs bestehen würde 1010 soweit dicselbcn das Maß dcs roichsgcscleichcn Anspruchs nicbt iibcrstcigcn, nach 00111 Vcrlsiltniß dcr dcn Vcrsichcriingsatistaitcn Und dcr ben Kimciicinricbtmigcn ziigcfioffcncn Beitriige, 101310111, sbibLit 110 fiir die (891000111110 11011 Ncntcn in dcr "dnrch dicscs (Hcscß fcstgcscßtcn Höhe. fiir crfordcrlich zii erachten sind. _ Soweit diese“ Kaffcnsiiirickxiitigcn die von ihnen fcstgcscßtcn Rxntcn obiic Burmittchig dcr Postanstalicn selbst aiiszahlcn, imrd ihnen der Rcick)§311sch1_iß0m Schliiffs cinch jeden Rechnungs- jahrbs aiif jcchmaligc Liqnidatibn dirckt iibcrwicscn. Dic Versichcrimgsanstalte'n, auf welche Tbcilc dcr von solchen Kaßeiicinrickßnngcn gczabwcn Rciitcn entfallen, haben diese An- tbcilc nacb dercn Fcstftcllrmg diirch das Rcchnungsburcan den chxrstänch dcr bctbciligtcn „Kiasscncinrichtimgcn jährlich 311 cr- xa cn.

Erstattung von Beiträgen.

§. 95.

_ Der Ansprnck) (Ulf Erstattung von Briträgcn (§§. 80 und 31) ist unter Beibringung der zur Begründung desselben dienenden Bcivcisstiickc bei dem Vorstandc derjenigen Vcr- s1chcrunésanstalb an welchc zncht Beitriige entrichtet worden sind, ge tend zu machen.

Auf das Vrrfahrcn finden die Vorschriftcn der §§. 75 Absatz 2 bis 4, 77 bis 82, 87, 89 bis 03 mit der Maßgabe cntsprccbcndc ancndxmq, das; cine Mitmirknng des Staats- kommiffars nicht stattfinbci und das; die BcrnfUng sowic die Revision aufschiebende Wirkung haben.

„Hisbc der Beiträge. Z. 96. ,_ Fiir die erste Bcitrachpcriodc (§. 20) sind in jeder VU,"- sichcrunanstalt, vorbehaltlich atidcrmcitigcr Festscxzung gemäß §. 98, an wöchentlichcn Beiträgen zu erheben: in Lobnklaffc 1. . . . . . . 14 Pf. 11..........20„ 111..........21„ 17. ...-.....30„

§. 97.

Für bie ferneren Bcitra Hpcriodcn hat der Ausschuß eincr “eden Vcrstchcrungsanstalt naZ) AnbörunY des Vorstandes iibcr ic Höhe der Beiträge nach Maßgabe cr 20, 21, 24 _zu beschließen. Dabei sind Ausfälle oder Ueber chusx, welche sich aus der Erhebung der bisherigen Beitriie re nungSMäßi

heraUSgcstcllt haben, in der Weise zu berück§chtigcm daß dur

die neuen Bciträ e eine AUSgleichunF eintritt. _

Der Beschluß bedarf der Gcnegmrguxig des _Nerchs-Ver- ficherun Saints. Ist die Beitragspcrrode _bls auf _emen Monat abgelau en, ohne daß ein von dem Ncichb-VerstMrungsamt genehmigter Beschluß vorliegt, so hat das Nerchs-VerficFerungs- amt die e der fiir die nächste BeitragSperiode zu er ebenden Beiträge für alle in dcr Verficherungsanstalt versicherten Personen nach Maß abe des €. 24 selbst _festzuxeßcn.

Die Höhe der Öciträgc, sowie ber Zeitpuxi_t, von welchem ab dieselben erhoben werden sollen, ist duriniexenigen Blätter, durch welche die Vekanntmachun en der _erstcherungßanstalt zu erfolgen haben, zu veröffcnt ichen. Die Bekanntmachung

in_uß mindestens zwei Wocbsn vbr dcnijsnigcn Zcitpunki crf0[„t 10111, von welchem ab der Beitrag in dcr fcstgcstcilicn Hö.)8 erhoben werden soll. _

. 98.

Die Vcrsicherung§anstalt ist bercchtigi, schon fiir die crste Bciiragsbcriodc odcr inncrbalbbcrsclben an Stelle der im FH. 96 fcstgcscßtcn Beträge für ihren Bezirk andere Beitrags- säxzc unrcr Bcachinng dcr Bcstimmungcn der HF. 20, 21, 24 u beschließen. Der Beschluß bedarf der Genehmigung des 5 cicl s-Vcrjichcrangsamts. Im Ucbrrgon finden auf derartige Bes lüffc dic Vorschriftcn dcs §. 97 Absaß 1 und 3 eni- sprcchsndc Anwendung. _

Marken.

§. 99.

_ _ZUm Zweck der Erhebung der Beitriige werden von jeder Veryickxrungsanstali fiir die einzeliicn in ihrem Bezirk vor- handenen Lobiiklaffcn Marken mit der B0 cichmmg ihrxs (Held- 1001"th auMcgcbcn. Das Rcicbs-Vcrsi )erimngt bestimmt die nicrschcidrmg§mcrkmal€ und die Giiltigkcitsdancr der Markcm. Innerhalb zweier Jahre nach Ablauf der Giiltig- keitsdaucr können Ungültig gewordene Marken bLi den ziim Markenverkauf bestimmten Stellen gegen giiltigc Marksn um- gctanscbt werden.

Die Marken cincr VcrsicherungSanstalt können bei allen in ihrem Bezirk belcgcnen Postansta[tcn und anderen von der Versicherungsanstalt cinzuricbicnden Vsrkaufsstcllcn gcgen Er: [ching dcs Ncnnwcrtbes käuflich Erworben wsrden.

Entrichtung der Béiträgc.

§. 100.

Die Beiträge des Arbeitgebers und der Versicherten sind 0011 dcnijcnigcn Arbeitgeber zu cntrichtcn, wslchcr den Ver- sickxrtcn Während der Kalenderwoche beschäftigt hat.

Findet dic Bcschäftigmr iiicht während der ganzen Ka- icndcrivockc bci demselben rbbit eber statt, so ist von dem- Öcnigcn 9 rbcitqcber, weicher den 5 crsichertcn zncrst beschäftigt, er volle Wocßcnbcitraq zu c::irichtcn.

_ SoForn die Zahl ber ibatsäcblich verwendeten Arbciisiagc mcbi festgestellt werden kann, ist dcr Beitrag für diejenige Ar- bcitSzeit zn entrichten, ivelche zur Herstcllnng dcr Arbsit an- näbcrnd fiir crfordcrlick) U crachtsn ist. Im Streitfallc ent- schcidct auf Antrag cines heils dic untere Vkrwaltungsbcbördc endgültig. Dic Vcrsrchcrnng§anstalt ist bcrcchkigt, fiir die Bc- rexbnung derartiger Bciirc'ige bésoridcrc Bestimmunqcn zn cr- lziyscn. Dieselben bedürfen der Genehmigung ch RcichZ-Wcr- sichertingeZamts.

Quittungskarte.

§. 101.

Die Entrichtung der Beiträge erfolgt durch Einklebcn cines _enifYrc-chcndcn Y_ctragcs 0011 Marken in die Qiiiitiingskarw ch Vcrstchcrtcn._ Ist dsr Versicherte mit einer Quittungskartc iiicht versxhcn, so ist der Arbeitgsbcr bcrschtigt, für Rechnung des Vcrjichericn eine solche anzuschaffen Und den verauslagten Be- trag bei der nächsten Lob1rzabl1m§ einzubcbaltcn.

Dic Qiiittungskartc enthält as Jahr und den Tag ihrer AUSgabe, die iiber den (Hebraiich dsr Quittun skartc erlassenen Bestimmiingcn (§. 108) und dicStrafvorschri 1 des §. 151. Im Ucbrigcn bestimmt der Bimdcsratb ihre Einrichtung.

Die Kostcii dsr QUitiimgskaric trägt, sowcii sic nicbt fiir Rechnung des Vcrstchcricn zu _b81chaffcn ist (*AbsaH 1), die Ver- sici)crnnchanstali dees AUSJachbczirks.

„. 102.

Jede QuitinngeZkaric bietet Raum zur I(nfnahmc dcr Maricn fiir 47 Bcitrachnvochew Die Karten sind fiir jeden Yersichcrtcn mit fortlaufcnben Nummern zu versehen; die erste fur 1011 ÜLLSJYÜLUW Kari? iyt am Kopfe mit dem Namen der- ]0mgcn Verst crurigSaixytali, in dcren Bczirk der Versicherte zu bicsor Zcit beschäftigt iyt, [LDL fochnde mit dem Namen der- ]emgcn Vcrstchcrungsansta__it, wsl )6 sich auf der Nächstvorhcr- gebenden Karte_vcrrncrkt nndct, zu bczeichncn; stimmt der auf einer spätcren Karte enthalt-enc Name mit dem auf der ersten Karte enthaltenen NÜMLU nicht überein, so ist dEr auf der Ersten Karte cntbaltcxie Name maß ebend.

_ Der Vsrsichrtc ist bers tigt, auf seine Kosten zu jeder Zeit die Nusstc ung einer neuen Quittungskartc gcgen Riick- gabc der älteren Kartc zu beanspruchen.

§. 103.

Die Ausstcilimg und der Umtausch der Quittungskartcn Yoögi durch die von der Lanch-Centralbebörde bpzeichncie

e e.

Die hiernach zuständige Stelle hat die in der znriick- gegebciicn K_arte eingeklebten Marken derart aufzurechncn, daß ersichtlich Wird, wicviel Beitragswochen fiir die einzelnen Lohn- klasscn _d_cm_Jnh_abcr dcr Quittungskartc anzurechnen sind. Gletchzeitig_1st die Dauer der bescheinigten Krankleiten sowie d_er Militärischen Dixnstleistungen anzugeben. Ue er die aus dieser Aufre_ch11ung sich crgebsndeu Endzahlen ist dem Inhaber der Karte eine BefcheinigunZ zu ertheilen,

. 104. _ Eine Quittunqskartc verliert ihre Gültigkeit, wenn sie nicht bis zum Schlusse des dritten Jabres, wel es dem am Kopfe der Karte verzeichneten Jahre Z. 101 saß 2 fol t, 3001 Umtachh cinBereicht worden ist. Ist die Annabme e- gr_u_ndet, da der ersicherte ohne sein Verschulden dcn recht- eitisezen Umtausch versäumt l)c7_t,_ so kann der Vorstand der crrcherxmgsanstalt des BeschaftJungsorts auf den Antrag des Vers1cherten dic fortdauernde anerkennen. §. 105.

Verlorene, unbrauchbar gewordene oder zerstörte Quittungs- karten find _dur_ck) neue zu erseFen. In die neue Quittungs- karte_ finb die bis zum Verlust er Karte entrichteten Beiträ e, soweti dieselben nachweisbar geleistet worden find, in Le- gkaubigter Form zu übertraZenj

. 06. __ Dcr VersiYcrte ist befugt, binnen zwei Wochen na Aus- andigung der escheinigung (§. 103) oder der neuen Qui tungs- arte (§. 105) gegen den Inhalt der Bescheinigung beziehungs-

iiltigkeit der Quittungskartc

xvcisx der Ucbcriragimg Einspruch zu erheben. (Hagen die Zuriickwcisung dcs Einspruchs findet binnen gleicher Frist Rekurs an dic_1mmitte[bar vorgßscßte Dicnstbchörde statt. Die lc tere entf Libet bicriibcr, sowie über andere das Verfahren betre ende st )wcrden cndgiiliig. §

. 107.

_ Dic abgbgebenen Qitiiiungskartcn sind an die Versiclzerungs- 01110111 dss Bezirks zu iierscnden und von dieser an iejcmge Versicbsrnngé-anstalt, deren Namcn sie: tragcn, zu überweisen.

Dcr Buxidcsratb hat die Vorausskßnngcn zu bestimmen, Unter denen die Vcrnichtnng VOU Quittungskartcn zu erfolgen hat.

_ _ §. 108.

_ Tic Emtragnn cines Urtbcils iibcr die üZrung oder die Lentungcti dcs & Uhabch, sowic sonstigs dur iescs Geseß nicbt vorgexchcn0Einiragungxn odcr Vermerke in oder an der thiitnngchic smd unzulämg. Quiklungskarten, in welchen bcrartiqc _Cintragiingcm__oder Vcrmcrkc sich vorfinden, find von 10001“ Bébordc, welchcr 110 311900011, cinznbcbalicn. Dic Bshörbe [)at___d__ic Erycßmig d-crsclbcn dnrch none Karkcn, in wclche dcr zulamigc Inhalt der ersteren nacb Maßgabb der Bestimmung des (Z. 105 JU iibcrncbmcn ist, 511 vcrcmlaffcn.

Dem Arbeitgeber sowic Dritten ist untersagt, die Qiiittungs- karte nach __Emklcbung der Marken Wider den Willen des In- bxibcrs zurrtckziibchaitcn. Auf die Zurückbehaltung der Karten SLLTLUS der zuständigen Behörden und Organe zu Zwackcn dcs Umtauschcs, dizr Kontrolc, Bcrichtigxmg, Aiifrcchnung odcr Uebertragung fmdst disse Bcstimmimg keine Anwendung.

_ __thiun skartcn, welche _im Widcrspruch mit dicser Vor- )(hrist zuriick cbalisn mbrdsn, sind dnrch dic Oerolizcibchörde dem Zitwidcrbandclndcti abzuncl)mcn Und dem Berechtigten ÜLLÖFUHÜUÖLMU. _Dcr erstere bleibi dem chtcrcn fiir alie Nach- 1001 c, wslchc diesem aus der Zuwidcrbandlung erwachsen, verantwortlich,

_ _ Z. 109.

In die Qiiitiungskartc hat dcr Arbeitgeber bei dcr Lobu- zahinizg zu 00111 _nack) F. 100 zu bcrcchncnden Betrage: Marken dcr1cnigcii Art ecnzuklcbcn, welchc fiir die Lobnklaffe, die für 0611 Versicherten in Anwendung kommt (§. 22), und, falls die Beiträgc fiir einzelne Bernfszweigc verschieden bemessen sind (F. 21),_ fiir den betrcffcndkn BcrnfÉ-zmeig von der fiir den BcsckifiigUnchort zustänbien Vcrsichernnchanstalt ausgc_eb6n ist. Die Marlon hat der [rbsitgcber aus cigsnen Mitten zu crwcrbxn.

Dic Miirkcn müssen anf dic Quittungskarte in fort; lanfenbcr Reihe eingeklebt mrrdcn. Der Bunchratl) ist be- fU i, ubrr Entwerthimg von Marken Vorschriften zu erlassen Un ds_rcn Nichtbefolgxin mit Strafe", zn bedrohen.

Die Arbeitgcbcr 1111 bcrcch1igt, bei der Lohnzahlung den 11011 1011611 beschäftigten Pcrsoncn die Hälfte der Beiträge in Iibzng zii bringen. Die Abzü c diirfcn sick) höchstciis auf die fur bib_bsidcn lcßtcn Lok)nza)[ung500riodcn entrichteten Bei- triige crytrecken.

§. 110.

Dic_Er_bcb1_mg dcr Beiträge fiir dicjctiigcn Personen, auf m_clchc dic Vcrstchcrrmgöpflicht nach §. 2 erstreckt worden ist, Wird diirch Bcschluß dcs Bundesraibs gcregclt.

§. 111.

_ DUr Besrhluß dcs Biindchratbs odcr fiir den Bezirk cmeerr ick)crungsanstalt durch dns Statut dersslbcn kann für VLWlchLÜL, welche nicht in eincm regelmäßigen Arbeitsvcrba'lt- miss_zu eincm bcstizzrmtcn Arbeitgebcr stehen, oder fiir einzelne ._Klaßcn solcher Vcrjtchertsr bestimmt werden, daß sie bcfngi Und, die VcrUchcrunngciträge statt der Llrbcit„ eber im Voraus 'n cntricbten. Dom Versickcrtcn, welchcr au Grund solcher

cstinimung die vollen ochenbciträgc entrichtet hat, steht gegeii den nach §. 100 zur Entrichtung der Beiträge Vérp ichtsten

Arbeitgeber der Anspruch auf Erstattung der Hälfte er ent- richteten Beiträge zu.

Einziehung der Beiträge.

§. 112.

Durch die LandeH-Centralbehördc, oder mit Genehmigung dcrselbcii durch das Statut cincr VersicherungSanstalt, oder mit chrchmrgung d_cr höherenVerwaltungsbcbörde durch statutarische BLUUUMUU? eines weiteren Kommunalverbandes oder einer Gemeinde: ann abweichend von den Vorschriften des §. 109 Absaß 1 angeordnet wcrden:

_ 1) daß die Beiträge für diejenigen Versicherten, welche einer Krankenkasse (§.135) an ebörcn, durch deren Organe für Rechnung der Vcrfichcriingsanßalt von den Arbeit ebern ein- MZOIM _Und dW _dcn eingezogenen Beiträgen Ln brechenden 5 arkcn m die Qurttungskarten der Versicherten eingeklebt und cntwcrthct werden;

2) daß die Bciträgc für diejenigen Personen, welche keiner Krankenkasse (§. 135) angehören, in der gleichen Weise durch Gemeindebehördcn oder andere von der Landes-Centralbchörde bczei nete Stellen oder durch örtliche, von der Vcrsicherun s- anßat eingeri tete Hebestellen eingezogen werden. In diZIbn ('Sä en können - cstimmxmgen iiber die Verpflichtung zur 11-

rküeldung und AbmeldunJ_ der Versicherten Jetro en und Zu- t

wierhandlungen mit (Gel rafe bis zu einhun ert ark bedroht wer en.

Someit die_ Einziehun dcr Beiträ e in dieser Weise geregelt wird, sind die Ar eit eber bere tigt, bei der Lan- zahlung den von ihnen beschä tigten Personen die Hälfte er in den beiden chien LohnzahlungSperioden fällig gewordenen Beiträge in Ab ug zu brin en.

Die Verst erungSansta ten sind ver flichtet, den Kranken- ka en oder den anderen mit der Ein ic ung der Beiträ e be- an tragten Stellen die erforderlichen arken gegen Nbre nun Zur Vcrfügun zu stellen und eine von der Landes-Centra - ehörde zu beZimmende Vergütung zu gewähren.

§. 113.

Sofern eine in §. 112 Absaß 1 vor esebene Anordnung gelro _U“: ist, können auf demselben Wege estimmungen dahin geiro ci“: werden daß

1) die Augfteliung und der Umtausch der Quittungskarten' Y§._103 und 105) Yurch die nach Z 112 Absaß 1 mit der

nziehung der Beitrage beauftragten tellen stattzufinden hat;