1889 / 156 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 04 Jul 1889 18:00:01 GMT) scan diff

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den neuen andelSvertrag mit Ve_lgien, welcher_an die Stelle 11 bisherigen Meistbegünsttgungs-Verhältmfses treten soll, unterzetch' net.

Serbien. Bel rad, 3. Juli. (22. T. B.) Der „Polit. Corresp.“ wir gemeldet:_ O_er Mlmster des_Aeuß_erti, Ernie, hat im Namen des Komgs du_rch den ofterre1ch1- schen Gesandten von Hengelmüller_d1e_Gefüble seines lebhaftesten Dankes aussprecherz [affen fyr _519 Versicherungen der Freundschaft, welche der _Kats er qnlaßl1ch_ der Salbung an den König gelangen ließ. _ D1e Regterung hat die Truppen zurückberufen, welche wegen der gemeldeten Ruhestörunaen 111 Novibazar an der Grenze aufgestellt waren.

Schweden mcd Norivegen. Christiania, 3. Juli. (W. T. 23.) Da? Storthing ist heute ohne Thronrede geschlossen worden.

Zeitungsftiunueu.

Die Er_weixexgn der deut)chenHandelsbeziehung en zu den 111111711111 en_Ko[on_1211w1r_d von der „National- Zeitung“ zum Gegenstand_ emxr Be prechung gemacht, 11111in auf die 11111611 l_eYten Jahren1n dieser inébUkY erzielten großen Erfolgeh1ngew181en wird; w1r entnehmen dem rtikel Folgendes:

.Was den deutschen Antbeil am australischen Handel anlangt, so bsträgt derselbe gegenwärtig im direkten Verkehr von Deutschland 11311) Australien ungefäbr 20 Millionen Mark; eine etwas bbbere Samme, so darf man annebrmn, bewsgt sich über England. obwobl 1"1chere Angaben darüber unmöglich sind. Es ist dabei zu 5771891711, _das; eins sebr _ große Menge dsuticber Waaren zwar in Deutickdland anskkcrtigt, xpäter aber, in Vörbindung mit englischer Waare und mit englischér Ausstattung, (115 knglifcbe Waark außßegeben wird. Als frabvantes Beispikl für 1711 [213171711 Modu? diknen z. B. Farbenkasten, Tuscbkasten, Blöistiithuis M. Das Wesentlicbe an der Sache: Fzrben, Näpfe, Bleistifte :c. find gewöhnlich deutschen Ursprungs, die Kasten 11115 die ganze Aufmachung fin_d englischen Ursvrungs, und das gesammte Fabrikat wird in Folge denen einfach 1118 englisch bezeichnet.

_ Für die Befördsruna der deutschen Waaren im direkten Vkrkebr re1cht schon béute die Reicbs-betlinie nicbt mebr aus. Wäbrend urivrünglicb noch etwa zwei Fünftel der ausgehenden Fracht in Ant- w§rpen gsladen wurde, 111111“; gegenwärtig für 2111111171527. schon ein Raum offen gebalten Werden, um die rbeiniicbc Industrie einigermaßan befriedigen 511 können, Obgleich das Frachtangebot vo_11 Vrkmerbaven di? Schiffe mindestens füUen könnte; (“1113 Frachten erit Mr_nate Wäter zur AnnabmeLelangen können, ist fast 11718 der Fabi, Daéqesb: findet statt mit der 51511 von Australien wäbrend der W0U5211(Scptembec bis April). Der ganze Verkehr benötbigt denn aucb größere Scbiffe (Scbnekldampfer), rvelcbe, wie bekarxnt, mit dem Oktober d. J. Seitens des Norddsutscben Lloyd in die auttrglische Fahrt eingestkUt werden.

Die Teuticbe Einfuhr nach den Kolonien umfaßt 1511355113711 un- geiäbr 160 Waarengatiungen, und zwar macht fich das -e1111uiiche Er- gebniß bemerkbar, das; in den letzten Jahren eine Reibe von Wanken größere Einiubrwertbe zeigen, als die gleiche engliikbe Gattung, daß ferner die Zahl der Waarengatiungen erbxblich zugenommxn bat,

eqenwärtig fast aUe Rubriken ker europaischen Erzeugnine um- aßt und selbst auf Gebieten, auf Welckxcn (England bisher den Weltmarkt beberrschte, aümäblicb zur Geltung kommt Als be'sbnders wichtige Einfuhrartikel sind zu b1zeichn1n1 Stiefel und Schuhe, Klaviere, Cigarren, Eisendraht, Maschiner1en, Sprit- fabrikate (Genever), Flaschenbier, Spielwaaren, Kurxwaaren, Möbel, Drapenen, Ubren, Cement, elektri1che Apparate, Porzeüan, Glaswaaren, Druckpavier 21. Der englischen Einfuhr überlegen ist deutscher Asphalt, eine Reibe von Chemikalien, Pianinos, Cigarxen und einige andere. Baumwoügespinnste, -Jutew_aaren und deutjcbe Tuche, vor wenigen Jahren in Australien gar _mcbt Vertreten, zeigen einen erfreulichen und nicht unkrbeblichen Aufilbwung, und es MY besonders betont Werden, daß die Ausstellung 518 lexzterz Jahres dur ihre im Ganzm Vortreffliche Beschickung Seiteqs oeutxcher Gewerbe- treibende: einen wesentlichen chel zur Erwerterung der deutschen Beziehungen gebildet bat ..... _

Als erfreuliche Errungenschaft der neuesten Zeit itt anzuführen, daß die_ Beschickung dks australischen Handelßgebietes, einschließ- lich Nemeelands, durch deutsche Reisende erbeblick; zugenommen hat. Während noch vor wenigen Jahren der deutsche Reisende in Australien 1361111; unbekannt wur, find _gegenwäuig eine R7ib_e gtoßer und leistungsfähiger deutscher Häme: durch besondere Reiiende draußen vertreten. Wir nennen als solche die Mefferfabrikation, die Leder- bearbeitung, eine Fabrik v:“rfilbetter Waaren, Gummi- und Kxuticbuffabrikkn, Sämereienbanclungen u. a. m. Die Erfabnmg, Welche durch solche Rcijende gewonnen wird, kann kaum in anderer Weise 2717131 werden, und es ist dringend wü_nichen§wertb, daß di: bierin s1cb kuprgebcnke Initiative eine we1entlich größere Verbreitung erfahre. Jn derselbkn Weise macht fich ein bedeutender Fortschritt in Rückficht auf den direkien Bezug der auitraliscbcn Wolle geltend. Statt der früheren absoluten Ab- bängigkeit vom engliicben Markt ist seit einigen Jahren bereits_ der dirskte Bezug durcb Vermittslung déutsckyer Einkaufsbäuser in Austra- lien vertreten, und ganz neuerdings begegnet man in Australien direkt binaußgesandten deuts (ben Einkäufern, welche im Auftrage bestimm-

ter Spinnereien an Ort und Stelle uns mit völliger Umgebung des englischen Zwischmbandels den Bedarf decken._ Vertretey finden fich in der lestgenannten Form sächsische und bayertscbe Fabriken.;

_Der „Düsseldorfer Anzeiger“ erinnert m einem Arnkel über die Solidarität der derztschenFürfxen an folgenden Ausspruch des Fürßen von Vtsmarck tm Reichstage vom 12. uni 1882:

.Ich abe, als unsere Verfassung geschaffen wurde, unter dem Eindruck gehandelt, die Gefahr für den nanonalen Gedanken, für unsere Einheit liege in den Ohnaftien. der Anker der Rettung und der Kitt für unsere Einheit liege im Reichéxage, . . aber mein Vertrauen darauf, daß unsexe Einheit auch 111 Zukunft gesichert sei,_ berubt heut zu Tage aus den Dynastien. Die deutschen Dynastien sind heutzutage national gesinnt, fie haben das Bedürfni , Rücken an Rücken zusammenzusteben gegenüber allen auswärtigen ef_abren, aber auch ihre monarcbiscben Rechte, soweit wie fie verfanungsmäßig bestebxn, nicbt untergraben zu (affen; ick) habe zu den deutschen Dynanien das Zutrauxn, daß fie den nationalen Gedanken stets boch- baltcn, das; ste ibrerieits die politische und xnilitäriscbe Cinbeit des Reichs unverbrücblicb bewahren und jeder Verquung Fremder wider- stehen 111715111,“ _

Und ein balbes Jabc vorber, am 28. November 1881, sagte der Reichskanzler gleichfalls im Reichstage:

„Heutzutage muß ick) die Regierungen als die stärkeren Bürg-' scbaften für die Erhaltung und örderun _ixer deutschen Einheit im Vergleich mit dem Parlament, nut dem 1119711173, betrachten. In der Turckfübrung der nationalen Einheit (ebe ich mich durcb die Regierungen gefördert, aber durch den Reichstag gébmdert.“

Hieran anknüpfend fühxt-das genannte Blatt Folgendes aus:

.Der Rcikbstag, zu welÉem damals déese Worte gesprochen wurden, wurde bekanntlibbon der Majorität Richter-Windtborst- Likbknecbt beherrscht. Aus ieine gegenwärtige Zusamm7nfeyung paffen glücklicherweise des Kanzlers Worte nickt mehr; umsomehr finden fie aber 111 Beziebung auf das, was damals von der nationalen Ge- finnung der Dynastien gesagt wurde, beute ihre Bestätigung. Die Wettiner und die Stuttgarter Festtage, _die Anwesenheit des Kaisérs in Dresden und Stuxtgart, iowie die Verlcibung des böcbstea preußischen Ordens vom Scbwarzen Adler an die Minister-Präfidenten von Bavkrn und Württemberg _ das bat uns 2111711311 iebcndigkm Vetrußtssin gebracht, was damals der Kanzler vielen Politikern als 11111 Verkündete und Was auch von Manchen ungläubtg aufgenommen WUrke. AÜe jeux Creigniffe baben die Be- ziehungen kes Reichs zu den Bundesiüxiten und umgekehrt in die keUste Beleuchtung 9211151: nicht als ob 11111 in diesen Tagen erst ein Wandel vollzogen bätte, _ nein, die Verhältnisse lagen schon im Jabra 1881 und 1882 so, wie fie damals der Kanzler charakterifirte, aber jkßt erst sieben fie iür Jedcrmcmn unverkennbar als eine der 1115116711 Frücbie acktzébnjäbriger politiickoer Arbcixim neuen Deutschen Reich da, nachdem fie 7111) in jenen Ereigninen für alle Welt offenbart baben. _

Die Einigksit der Fürsten und ibre nationale Gesinnung, ibr festes Zusammenbalten 5111" dem Boden des Reichs stebt beute (1117381: Frage. Die 1111111 Kämpfe im deutiéhzn Bunkeötage sind nicht wieder ausgelebt, in Eintracht stehen die Füriten zusammen in der Förderung der Reicbsintereffcn, welcbe 111 MünOcn. Stuttgart und DreSden diefeibe Pflege wie in Berlin erhalten haben. Die deutsckxsn Fürsten haben ficb in ihren Staaten zu Haupt- vertretern kes nationalen Gedankens gemacht und_ deshalb in (111111 großen Fragen der incbchseßgebung. in der Jujtizeinbeit, in der Steuer- und Wirtbsäyaftkpolitik, in der Stärkung der Webr- kraft wie in der Anbahnung einer sozialen Reform obn_e Zögern auf den Standenkt des nationalen Interesses 97117111. 21111 der anderen Seite hat die Reichsregierung 71:1) ki? Pflege der Eintracht angelxgen sein [offen und 11715 211116 vermieden, was den zenxrismalen Bestrebungen irgend Welchen Vorschub bätte leiiten können, _ cine 311311117, rvklcbe dem alten Bunde fern lag, aber aus den praktischen,Crfabrung_en deéselben fick) mit zwingxnder Notbwendigkeit als eine gute Lebte für rie Zukunft ergab. S0 111 zwischen den Gliedern ein Vertrauen und ein Cinoernebmen entstanden, welches dis stärkste Gkrräbr voücr und trabrer Einheit und Einigkeit ist. _

Des Kaisers Reiie nach Dresden ynd Stuttgart war das Zeichen des Dankes und der Genugjbuung für die Förderung, welcbe die ncxtionale Sache durch diese beworragenden Bundesgenossen allezeit gefunden, die Verleihung Öks Schnyarzen Adler-Orcens an die Minister-Ptäsidenten von Bayern und Württemberg ein Zeichen der Anerkennung, 12111177 die Unterßüßung der Reichs- politik in diesen Staaten erhalten, Aber ](böner hätte die Einmütbigkeit, die unter den deutschen Fürsten besteht, nicht ausgedrückt werden können, als durch das Wort des Kaisers von der Solidarität der deutscbenJürsUn, welche er bei dem Stuttgarter Festmahl Verkünkcte. Dic1e Sblikarität beweist, das; die achtzcbn ersten Jahre des jungen Reich uns über Erwarten die reichste Ernte gebracht baben, und fie giebt uns die Bürgschaft, daß wir der Zu- kunft, was sie uns auch an inneren odcr äußeren Stürmen bringen mag, mit festem Vertrauen entgegenscben kbnn.n'.

Theater und Musik.

Kroll's Theater.

_ _Eesfern Abend eröffnete Frl. Laura Friedmann ibr ange- kuydigteß Gastspiel als Leonore _ im ,Troubadour". Die Sangeriq ist 111 Berlin wiederholt (ck01: gehört worden und bat mit :brxr gefalligenE11cheinur19 und ihrer wohlgeschulten, außdrucksfäbigen Stimme gestern schnell dre Sympathien des Publikums neu gewonnen.

Als Acmena erwarb Jr. Hein! neue Lorbeetn; es wax wieder fast eine Meisterleistung; denn diese Rolle wird fchausp€eler1s_ch (e_lten so wirkungsvoll gegeben, und das kräftige Organ der Künftlerm mat fiä den großen Anforderungen der Partie durchaus gewachsen. Hr.??cbler gab den Manrico in j der Beziehung anerkennenYwertb und _ Fricke konnte als Graf Luna sei..e schönen Stimmmtttel vortrefflich zur Geltung bringen. _

Pauline Sckpöller vom Hoftheater in München tritt morgen zum ersten Male in Berlin auf als Valentine in Meyerbeer's .Huaenotten', tbr ur Seite sieben Carlotta Grossi als Köuxgin und Hr. Pichler als aoul; den St. Brik- ßnat Hr. 1)!.B711ch,- den Marcel Hr Rietbmann und den Nevers Hr. Fricke. Der Page wird von Frl. Böhm gegeben.

Friedricb-Wilbelmskädtiscbes Tbeatxr. _

Am Sonnabend gebt der „Bettelstudent“ nen einstudikt 111 Scene. Diese Haupt- und Staatéoperette im Repertoire dieset Omrettenbübne ist längere Zeit nicht auf den Brettern erschienen, befißt aber eige unverwüstli e Frische und einen unverfiegbaren Reiz, mu11kalisch wre textlich. Die Berliner werden an diesem 5Ybend die von Urlaub zurückgekehrte Fr. Elise Schmidt in der köttlicben Wiebergabe _der Gräfin Palmatika von_Neuem bewillkommnen. Die Bromslava giebt Frl. Grimm, deren friicbes Talent neuerdings Beschäftigung und An- erkennung gefunden bat.

Friedricb-Wilbelmstädtischer Concert- ark.

Am Sonnabend findet ein großes Parkfest statt, wel es um 6 Uhr Nachmixtags beginnt und um Mitternacht endet. Das Program111_ des Feskes ist von seltener Reichhaltigkeit. Die renommirten M1l1tär- Kapellen, die Kapelle des Friedrich-Wilbelmstädtiscben Theaters und di? Kapelle der Concertballe _ im ganzen vier Mufikcorvs _ _sorgen für den_mus1kalisch:n Theil des Festes. Die SVezialitäten-Kuyftler .die luitige Mirzl“, Zocber und Gebrüker Steidl, die qraztösen Schwedinnen Feiicitas, die Xylophonistin Fernanda treten mtt neuen Vorträgen auf. Eine große Frei-Lotterie mit 30 _Gewinnen_bietet ZelegenÉeit, ein Souvenir zu gewinnen. Jeder Bsiucber erbalt ein

15118- 099.

Mannigfaltiges.

Eine .Anleiiung zur Bmvßung der Bibliothek 1176 Kunst- g_ewerbe-Mu1_e11m§' ist soeben von der Generalverwaltung der Königlichen Muieen herausgegeben worden. Das im Verlag von_ W. Spemann in Berlin erschienene, in der Bibliotbék des Königlichen Kunstqewcrbe-Museums zu 50 „5 käufliche Bändchen unterrichtet _die Besucher ker Bibliothek über den Inhalt dék [eßkeren 11115 die besten Wege zu ibrer Bcnußung. Es beibricbt daber den Bestand _und die Einrickxtungen der B1bliotbek, giebt die nötbigsten Ratbscblage für deren (Gebrauch_ und bietet außeidem von den wesentlichen Kajalogen und VerzeichniUen entweder einen voUstäxdigkn Abdruck oder wenig- stens eine Uebcrficht ibrcs Inhalts.

Der Deutsche Verein für öffentliche Gesundbeixs- Pflege rrird seine diexjäbrige Versammlung in Straßburg im Eliaß, und zwar Vom 14. bis 17. September, abbalten. Den 1111211 Gegen- stand der Taxesordnung 111115 ein einlsitender Vortrag über die bygieniicben Einrichtungen in Eliaß-Lotbringen bilden. Hieran wird fick) die Veratbung der reiÖSgeseZlicbcn V011chriftcn zum Schuße des gesunden Wobnens anschließen, wic fie aus dcn _Beratbungen der auf der Frankfurter Versammlung gewäblten Komunffion hervorgegangen find. Als we'itere Verbandlungsgkgcnitände fi1_1d in Aussicht genommen: Eifenbabnbygiene in Bezug auf die Reißn'oen; Verhütung dec Lungenscbwindsucbt; Rskonvaleécenten;_Anitalfen; Küblbävier in Schlaébtbbsen; Baumpflanzungen in Stakten.

Müncben. Die Zabl der Anmädungen z_um “711. De_uticben Turnfxst ist in der [1131111 Wocbe rasch g_eitiegen und durfte xetzt einscbließlicb_ München schon über 13000 iteben. Bayeux (obne Münaben) i1i hierbei mit 2800, Sach1en mit 2580 und Oeiterrerib mit 1200 Mann vertreten. Außwärtige Anmeldungen liegen o_or aus Belgien, den Niederlanden, (311117111111, Rußland und dar Scbryetz. Aus Sydmxv (AustraZien) soÜen einige Vertreter schon geraume Ze1t unter- wegs kein, ebenio ron Nord-Amcrifa. '

London. .Der schnellste Eisenbabnzug in England ist cht der neu1in-zericbt21e Cilzug zwischen Londori. Edinburgh und Aberdeen. Derselbe legt die fast 540 engitscbe Me11_en be- tragende Strecke zwischen London und Aberdeen 111 12 Stunden 50 Minuten zurück.

Paris, 3. Juli. (W. T. B,) Eine furchtbare_ Katastropbe ereignete fich beute in den Gruben bei Sa'int-Etténne durch wiederholte Explosionen icblagender Wetter, In _die Gruben Waren am Morgen 300 Arbeiter eingefahren. Zahlreiche Leichen smd bkreits berauSgebolt, nur sebr 11171119 Lebende; man fürchtet, daß gegen 200 Personen umgekommey 11115.

_ 4.Juli.(W.T.B.)DieZabl_d_erOp1er der K_atastxoybe von Saint - Etienne anzugeben 11t noch 111151 möglich; 1117 1e_yt find 16 Leichen und 10 Verwundete, deren Zustand hoffnungslos 111, beraUSJebolt. Die Rettungsarbeiteti baben dann wegen [Feber- schwemxyung derGruben von Saint-Louis,welchemrtYenen von VerpiUeux zusammendängen, eingestellt wexderx mussen. Truppen bewachen die Gruben und binder_n das Eindringen der Volksmenge. ZWei Ingénieure, welcbe einkabren wollten, mußten balb erstickt schleunigst wieder (111 Kie Oberfiäcbe befördxrt 1_verden. Yräßdent Carnot und der Minister der öffentlichen Arberten 1andten Hülmeittel.

M

Uebersicht der Witterung. Der Luftdruck ist am niedrigsten, 758 1111111, über

lgnd dauert *cie schwache Luftströmung aus nörd- ltcher Richtung, bei im Westen vielfach beiterem

küblcxem We_t_ter_fort. Im centralen und östlichen Deuticbland 111 btelfacb Regen gefallen, Königsberg

1rübem und

x - Deutsche Skewarw 52, der Vorstellungen 7 us:,

Wetterbericht vom 4. Juli, 8 Uhr Morgens. iHZFÄ ; 1171-53; 770 111111, westlich von 5055. - 1§§„ Stationen. Z "I;: f thd 1 Wetter. ! ZH [| _ “ZZ.": ! i *LOL*?) und mein wärmerem, im Osten ::N ' . : HZZF ? iU“Q Mallagbmore 767 O 4_wolkenlos ' 15 batte Nachts Gewitter. Aberxxen .. 770 ZN 2Zbedeckt ] 13 Cbr11t1aniund : 770 ZNO Ziwolkenlos 14 Kopenhagen . 7 64 N «wolkig ? 17 Stockholm . 763 N 6'bedeckt Z 14 Wranda . 767 ZNO 4|wolkenlok ? 15 .Petersburg 762 O 2iwolkenlos ' 19 Yoskau. . . 761 NW 1bedeckt ! 15 Cork,Queens- | «7171 777 373 77537 77 er burg . * nt " ' elder _ _ _ 7 __ 6 N _ bedeckt 16 Frau Loune v. Pöllmß als Gast.) ylt . . . . 766 NO ] wolkenlos 19 __ _burg . . 765 NNO 3 beiter 18 wtnemünde 763 NRW 3 51115 bed. 17 Neufabmaffer 759 W 2 Regen 12 Memel . . . 759 S 2 bedeckt 14 Münster .. 765 “NRW 2bedeck1 15 ZELM und R' GM“- KaxlSrube. . 765 „SO 2 wolkenlos 19 **“ r ' Kxesxaden . 7711 ;NW stilléwoixxnlos LZ un en . . " 3 wol “g 1 Cbenxnis .. 763 NO 1Regen 14 MYFFUYZZUJÉNÜLÜW 7 Uhr- Berlin . . . 763 'N 4beiter1) 16 Im 8111175112011 P ;, Breslau. . . 763 RM 1 bedeckt 14 4 Mufik-Cowsen “r*“ ___- Gesangs- und Jnstrumental-Künftler. *) Gestern Mittag PLaZregen. """"-_

Theater - Anzeigen,

UUoria-Theater. Freitag: Die Kinder Concert.

des Kapitän Grant. Ausstattungsstück in 12 Bil- dern von d'Ennerv und Jules Verne. Lady Arabella: ments, bengaliickpes Feuer 2c. Anfang des Concerts

„“Friedrich - Wilhelmäädtisches Freitag: Die Fledermaus. Komische Operette in 3 Akten, nacb Meilbac und Halévv, bearbeitet von

Im prachtvollen Park ma 6 Uhr: Großes Elite- Dovvel-Concert. Auftreten sämmjlicber Spezialitäten.

Im Theater: Der Bettelstndeut. physikalische Großes Park = Fest. Sammlung, Ausstellung von _ _ Wiffeuschaftlickjes Theater. aberes ergeben d1e Theaterzettel an den Saulen.

Belle-„AUiance-Theater.

4 Akten von_ Eduard Schacht. Im berrltcben Sommergarten:

nf. 74 Uhr. 6 Uhr, des Theaters 71 Ubr.

Mufik von Johann

Sammlung ,

Scherz-Rebus. Auftreten der Instrumenten,

Kroll's Theater. Freitag: Gastspiel der ! dem südöstliche: Ostfeegebiete, am böcbsten, Übék JJ YLÉLZKTTIMZWTU FZXMZFRFZÉT Verlobt: Norwegen. Ueber Deutsck- (Valentine: Fr. Schöller, Königin: Fr. Grossi, Raoul: Hr. Kammersänger Pichler, a. G.)

S_onyabend: _Der Trompeter von Säkkingen.

Tagltcb: Bet günstigem Wetter vor und nach der Vorstellung, Abends bei brillanter elektr. Beleuchtung des Sommergartens, großes Doppel-Concert. Anfang

Freitag: Zum 5. Male: Gefährliche Mädchen. Lustspiel in

_ Großes Elite- _ Auftxetext sammtlicber Brillante Jllummatton des ganzen Garten-Etabliffe-

_Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. T ZUK?" Ymeerxsz (_FGrtlvsÉs SomYernaLZZ- G __ __ V F L _ B _

ea _ e . -w e _11111- opve- oncert. e tes n- e or en: erw. rau nie von ennig 711. h ler cert des Schwedischen Studenten-Gesan vareins aus Land. Auftreten sammtlicber Spezialit ten.

Urania. 1. Eingang: Invalidenstraße 57/62.

Z-Cingangx Landekausstellungsvark. Täglich geöffnet“ - . v"" 10 Morgens bis 10 Uhr Abends. Sternwarte, Berlrn. mikroskopische

Familien-Nachrichten.

Frl. Marie von Zißewiß mit Hrn. Baron Adolf von Noebel (Txchlipv-Carvin). _ _ Frl. Minna Tbikmann unt Hrn. Rechtßanwalt Adolf Hebner (Wiesbaden). _ Frl. Agne? Ber- necker mit Hrn. Hermann Loeb (Königöberg 1. Pr.). _ Frl. Emma Thiel mit Hrn. Reg.-Baumeister Franz Kucberti (Tiege, Westvr.) _ rl, Anna Meyer mit Hrn. August Nortbe (Esbe ).

Verebelicbt: Hr. Friß Enderwrß mit Frl. Minna Fickert (Breslau).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann von Stosck; (Gleiwiß). _ Zen. Gustav Noelle (Lüden- scheid). _ Hrn. 1)r. ichard Schoeller (Wartba b. Glaß). _ Hrn. Prem.-Lieut, Geßnsr 11. (Han- nover). _ Hrn. Prem.-Lieut. Ulrich von Trotha (Potsdam). _ Etne Tochter: Hrn. Piemier- Li_eut. Max von Schmettau (Berlin). _ Hrn. Pram: Sten el (Neufabrwaffer). _ Hrn. Apo- thekenbefi cr lgnxr (Grottkau). _ Hrn. Rechts- anwalt * udolf Klein (Köln). _ Hrn. Otto Crackau (Elbenau).

Spezialitäten.

Jm bekr-

geb. o_on Laska (Dreßden). _ Hr. Maurermeister und_Htadtratb Robert Tvrocke (Gnesen). _ Hr. Pros. 131. Auxust Petermann (Heriscbdorf);

Redacteur: I. V.: Dr. H. Klee.

Verlag der Expedition (Scholz).

-- -„ Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- PWW“ Anstalt, Berlin 8111. Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen (eänscbließlicb Börsen-Beilage).

W 156.

E- r ft e V e i l a g e zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Auzciger.

Berlin, Donnerstag, den 4. Juli

18Z9.

Königreich Preußen.

P r i v i l e g i u m 1,3?" Ausfertigun auf den Inhaber lautender An-

leibeicveine der Stadt Duisburg im Betrage von 564 750 „Fi vom 12. Juni 1889.

Wir Wilhelm, von Goms Gnaden König von Preußen :c,

Nachdem die Verfretnng ker Staxtgcmeinde Duiäburq in ihrer WW vom 8. Februar 1889 beichlonen_ bat, die für die Enverbung _"Rbein-Rubr- anals erwrderlichen M1ttel im Wege einer Anleihe beschaffen, wollen Wir auf den Antrag der gedachten (Gemeinde- .xretung:

„zu diesem Zwecke auf jeden Inhaber lautende, mii Zinsscbeinen veriebene, Seitens der Gläubigxr unkündbare Anleibeicbeine 1111 Betrage von 564750 „74 au__§ste[len zu dürfen",

fia? biergegen Wekék _im Intexemc der Gläubiger, noch der ckulrnerin etwas zu ermnern gefugiden bat, gemäß des §. 2 des 71":er vom 17. Juni 1833 zur Y_uMeUung von Anleibescheinen zum "ctrage von 564750 „44, in Bucbitaben:

„Fön? Hundert Vier und Sech§zig Tausend Sieben Hundert und

Fünfzig Mark ,

111117 in Abschnitten von 2; 1125 ck 11311) idem anliegenden 1111171 auszuserti en, mit ier Prozént' jäbriicb zu verzinsen 11 irätestens im abre 1935 zu tilgen find, sowie, das; zur Bereit- 11111119 der Mittel hierzu ein Tilgunqsitock durcb anäbrlicbe Zurück- ,;e von wen1_g_stens_Einem Prozent des Kapitalbetrag_es der aus- gebenen Anleibescbxme _untcr Hknzureckonunq von 23111: Prozent 11.1111 von dem zuruckgeitellten Betrage gebildet wird, durch gegen- Zxxjges Privilegium U_nsere landesherrlicbe Genebmiaung ertbeilen.

Tie Ertbeilurg; erfolgt 11111 der rechtlichen Wirkung, daß ein x:: anaber die1er Anlcibeicbeirge die daraus hervorgegWenen 111117 geltend zu_machen bxfugt ißt, obne zu dem Nachweiie 576 1511115111113 verpflichtet zu 1ein.

Durch vorttebendes Privilegium, welches Wir vorbehaltlich der 11517 Dritier ertbeilen, wird_f1"1: die Bexriedigung der Inhaber der nleibeickxeine einc Gewäbrleiitung Seitens des Staats nicbt über-

111111111. U1kundlich_ unter Unserer Höckpsteigenbändigen Unterschrift und sigedrucktem Königlichen Jnfiegel. Gegeben Neues Palais, ren 12. Juni 1889. (11.8) Wilhelm 1)». von Scholz. Herrfurtb.

Regierungsbezirk Düsseldorf. Anleibeicbein Stadt Duisburg der Anlcibe Von 564 750 „716 vom Jahre 1889. (Stadfwappen) r ...........

Zeinrrovinz.

N

über Eintauscnikeinbundert fünf und zwanzig Mark Reich§wäbrung.

AUSgefertigt gemäß des l_andesberrlicben Privilegiums vom ). Juni 1889 (Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf 111 . . . . . . . Nr. . . . Seite . . . und GeseZJammlung für 1889 111: . . . laufende Nunxmer).

Auf Grund des Beichlußes der Stadtverordneten-Versammlung * Tuiéburg vom 8. Februar 1889 wegen Aufgabme einer Schuld *n 564 750 „46 bekennen fich der untexzeichn71e Ober-Bürgermeister «1117 von der Stadtverordneten-Ve11ammlung _bierzu ermächtigte -1111'ch1 Anleibe- und Schulkentilgungs-Kommiificn Namens der 1111 Datch dieje, für jeden Inhaber gültige, Seitens des Gläubigers .kündbare Verjcbreibung zu einer Darlcbnsicbuld von .Eintausend- nbundertiünfundzwanzig Mark“, welcbe an die Stth baar gezahlt 111111 und mit Bier Prozent jäbrlicb zu verzinsen 111.

_ _3511 Rückzahlung der ganzen Schuld bon 564750 .“ erfolgt * eitens im Jahre 1935.

Zur Bereitsteüung der Mittel bierzu wird ein Tilgungsstock ck11: alljährliche Zurücklage von wenigstens Einem Prozent des arita1betrages der außgegebenen Anleibeicbeine 111111: Hinzurechnung 1“. 2131er Prozent Zinsen von dcm zurückgesteüien Betrage gebildet. _züx den FaÜ die Stadtgemeinde dke Anleibescbeine ganz oxer 1111171117 vor dem Jabre1935 zur Rückzahlung kündigt, 1117111711 17117111 mit einem Aufschlag von je 160 „411, 0110 mit je 1285 „16, _Öitablicb Eintauscndztveibundertfünfundachtzi Mark eingelöst werden, _blrend vom 1. Januar 1935 ab die Rückzablung zum Nennwertbe 1,31.

_(851111 etwaige Verloosung geschiebt im Monat Dezember jeden re..

Di? ausgelooiten sowie die gekündigten SÖuldverscbreiburxgen 11711 unter Bezeicbnung ibrcr Bucbstaben, Nummern und Betrage, 1111 _177 Terminé, an welchem dic Rückzahlung_ 7110111311 1011, 11711161) bekannt emacbt. Diese Bekannxmacbung erfolgt iechs, drei, _51 _und 1111711 . onat vor dem Zahlungstermin 111 dem in Berlin 155112111111 „Deutschen Reichs: und Königlich Preußischen tJtY-Auzeiger“, in dem Amtsblatt der Königlicbxn Regierung 1011711071“, dem amtlichen Kreisblatt des Stadtkreüeéx Duisburg 5 111 de_r „Kölnischen Zeitung“ zu Köln. (Hedi eines die1e_r „Blatter „, 11 1171111 an dcffen Statt von der Stadtverordneten-VMammlxng

T_Gxnebmigung des Köni lichen Regierungs-Präfidenten zu DüUel- xk 3111 anderes Blatt beigtimmt. Bis zu dem Ta 7, wo solcher- 11111 das Kapital zu entrichten ist, wird es in balbjä rigen Terminen ' 30._Juni und 31. Dezember mit Bier Prozent jährlich verzinst.

_ Die Außzablung der Zinsen und des Kapitals erfolgt ge_g_en b_lo_ße UÉJQbe _ker fällig gewvrdenen Zinöscheinx, bZziebun Erbeiie dreier Élxlklercbreibung bei dcr städtiscben Hafenkane zu msburg oder

197111 näher zu bcstimmenden ZablsteUen, und zwar auch 111 der ck 17111 Eintritt dss Fälligkeitstermins folgender) 3711. __ _ -M," kek zur Empfangnabme des Kapitals emgerxtcbten «1111115- 1117111511119 find die dazu gehörigen Zinsscbeine der_1pa_teren _Faüig- tZtermme zyrückzuliefern. Für die feblenken 3111811581117 wm) der U08, vom Kapital abgezogen. _ _

Tie gekündigten Kapitalbeträge, Woche innerbalb_dre_1ß1g_ Jahren ck “„U RÜCkzablungstermine nicht erhoben werden, 1011517 die inner- 17 Mk Jahren nach Ablauf des Kalenderjabres, 111 welchem fie "13. geworden, nicbt erhobenen Zinsen verjähren zu Gunsten der "WM Armenkaffe zu Duisbur ,

as Aufgebot und die Kraßtloserklärung vxrloxener oder ver- "_teter Sch111dverschreibungen erfolgt nach Vor1chrtft rer ». 838 __. der_Ctvtlpxozeßordnung für das Deutsche Reg!) vom 305711111111

L_(Rskckys-Eeiesblan Seite 83) beziebun swe1se naé) §. 20 Yes 'siubkußgsgeßßes zur Deutschen Civilproze ordnung vom 24. Marz “9 (Ge1esxSamml. Seite 281), __ _

Zins1che1ne können weder aufgeboten, nocb 11zr kraftlbs erk_lart 11111, doch soll Demjenigen, welcbe: den Verlmt von Zinsscbemen Ablauf der vierjährigen Verjährungsfrist bei de_r Stadtverwaltung '?ldet und den stattgebabteu Beßtz der Zinsicbexne durch Vor- 'UUJ der Schuldverschreibung oder sonst in glaubhafter WUs? dar- t“ PW Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der axigemeldeten FOLK?!" nicbt vorgekommenen Zinsscbeine gegen thtung aus- ' er en.

MU dieser Schuldverschreibung find balbjäbrige ZinSsÖLML bis

zum Sch1uffe de_L; Jabres 1898 ausgeseben; die forneren Zinsscbeine werd7n_1ur zcbnxabrige Zeiträums au§g7geben werden.

_ Die Auéßabe 71an neuen Reibe von Zinsscbeinen erfolgt bei ker stadtiicben Ha enkgffe 111 Duisburg gegen Ablieferung der der älteren Zinsscbeinreibe bexgedruckten Anweisung.

Bc1_m Vexlmxe der Anweisung erfolgt die Aushändigung der neuen Zinsschemmbe an den anaber de: Schuldverscbreibung, sofern deren Vorzx1gung_rechtzeitig geschehen ist.

_ Zur S1cherbett ker bierkurcb eingegangenen Verpfiichtungkn haftet die Stadt unt ibrem Vermögen und ihrer Steuerkraft.

Déffen zu Urkunde baben wir “riese Ausfertigung unter unserer Unterschrift ertbeilt.

. ten ....... 1889

Duisburg, den . _ . Der Ober-Bürgermeiiter, Die städtische Anleibe- und _ _ €(bulkentilgungx-Kommisfion. (Eigenbandig zu vollziehen.) _ (Trockenec Stempel der Stadt Duisburg.) Emgetragen Kontrolbuch Hierzu ist die Zinsscbeinreibe Blatt . . . Nr. . . . bis Nr. . . . nebst An- Der Kontrol-Beamte. _ Weisung ausgereicht. _ _ Der itäkti1che Hafenkaffen-Rendant. (C1genbaadig zu voÜzieben.)

Rheinprovinz. Reibe . . „44 22,50. in s 1" ch ein

_ 8 zu dxr Scbu1dver17breibung der Stadt Duisburg der_ Anleihe von 564150 „44 vom Iabre 1889 Nr. . . . über „Eintauiknbeinbundert- sunsundzwanzig Mark“ zu 4 Prozent Zinsen über 22 „46 50 43.

Der anaber dieses Zinsscbeins empfängt gegen dessen Rückgabe 8

RegierungsbezirkDiisseldorf. . . . .Z1nsscbein.

vom_. . . . . 1 . . ab die Zinsen der vorbenannten Schuldbet- scbreibung sür das Halbjabr vom ....... bis ....... mit 22 „16 50 H bei der itädtischsn Hafenkaffe zu Duiéburg. Duisburg, den ........... _ Der Ober-Bürgermeister. Die städtiicbe Anleibe- nnd (Facfimile ) Schuldentilgungs-Kommisfion.

_ (Facfimile) _ (Trockener Zins1cbcin-S1empel.) Eingetragen Blatt . . . der Kontrole, Der Kontrol-Veamje. Der Hafenkafien-Rendant. (Wenigstens eine Unterschriit eigenhändig zu voklzieben.)

_ Dieser _Zinsscbein ist" ungültig, wexm deffen Geldbetrag nicbt tnéieZbalb _Vldkr Zabren nacb Ablauf des Kalcnkerjabres dcr Fäüigkeit er ;o en 11:11 .

Rheinprovinz. Regierungsbezirk Düsseldorf. _ Anweiiung zum Anleibescbem der Stadt Duisburg ker Anleibe don 564750 „16

vom Jabre 1889 Nr. . . . über .,Eintausendeinbundertfünfundzwanzig

Mark“. Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu der obigen Schuldvericbreibung die . . . . Reibe von Zinsscbeinen

für die zehn Jabre_18 . . bis 18 . . bei der städtischen Hafenkaffe zu Duisburg, sofern nicht rechtzeitig von dem als solchen fich ausweisen- den Inhaber der Schuldver1chreibung dagegen Widerspruch er-

boben wird. Duisburg, _den ............ _ Der Ober-Buxgermeister. Die städtiicbe Anleibe- und (Facsnmle) Scbuldentilguxgs-Kommisfion. _ (Fac11mile.) (Treckener Jinswbein-Stempel.) Eingetragen Blatt . . . . der 'ontrole.

Der Kontrolbeamte. Der Hafenkaffen-Rendant. (Eigenbändig zu vollziehen.)

_Amtsblatt des Reicbs-Posiamts. Nr. 27. __ analt: Veriügung 119111 25. Juni 1889: Sumxnariscbe Ueberwei111ng der Einicbreibbriessendungen im Verkebr zwi1cben den Bahnposten mit Beamtenbegleitung und den Orts-Postanstalten.

Veröffentlichungen bes KaFserlichen Gesundbeits- amts. Nr. 27. _ Inhalt: Geiundbeitsitand. Volkskrankheiten in der Berichtswockoe. _ Cholera (111112111 Pbilippinen. _ Sterbefälle in Berlin 1887 mit Rück1cht aux die Wobnungölage der Verstorbenen. _ Sterbefälle in deuts en Städten mit 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSgl. in größeren Städten des Auslandes. _ Erkrankungen in Berliner Krankenbéiusern. _ DxOgl. 111 deutschen Stadt- und Land- bezirken. _ StatiiiisÖe Mittbeilungcn 9115 Breslau 1887. _ Ge- burten und Sterbefälle in den Herzogtbumern Coburg und Gotba 1886. _ Sanitätsdienst der K. K. Südbaby-Geseüschast 1887. __ Infektionskrankbeiten in Spanien 1888. __ Witteruxg. _ Zeitweilige Maßregeln :c. _ Tbierseucben in Italica, 4. Mar; bis 29. April 1889._ Veterinärpolizeilickoe Maßregeln. __ Medtzinalgesengebung 2c. (Preußen. Reg.-Vez. Potsdam.) Vorratbrgbalten von do?:ten Pulvsrn und von Auflösungen stark wirkender Arzneimittxl 2c, _ ( eg.- Bez. OLnabrück.) Maßregeln gegen die Verbreitung anyteckenber Krank- beiten. _ (Sachiey) Schächten. _ (Baden.) Schafraude. _ (SÖwarzburg-Rudolstadt.) Abwehr und Unterdrückung 131211 Vieb- seuchen. _ (Lübeck.) Schächten. _ (Spanien.) Oenote_chni1_che Sta- tionen zur Unterstüßung des Weinbankels. __ Bekampmng der Dipbtberie. _ (Portugal.) Abgaben für Banntrveme und Al_kobole :c. _ Fabrikationssteuer auf Kunstbutter. _ (Schweden.) Speiieordnuna auf Handelsschiffen. _ (Vereini tx Staaten von Amerika.) U_nter- sucbuyg derSchlacb11biere._ Recßt1prechung. (_ReiÖSJericht.) Gemini“- beitß1chädliches Fleiicb von Küben. _ Kongrene, Verhandlungen von geyeßgebenden Körperschaften, Vereinxn 27. Deutsche Aerzteordnung.

_ Vermischtes. Fakultative Feuerbestattung in Berlin. _ Tbätig- .

keit des chemischen Untersuchungs-Amtes_für Rheinhessen 1887189. _ Niedcrösterreickoiscbe Landesgebär- und Fmdelanstalt. _ Fmdelanstalt zu Rom. _ Geschenkliste.

Statistische Nachrichten.

_ Japans Bevölkerung. _

Das statistische Generalbureau im Katserlicben Kabmxt__von Japan cht im Jahre 1888 den zweiten Jahrgang eines stat1|11chen Abriffes für Javatx mit japanischem und französischem Text berays- gegebext, dem wir sol ende Angaben über die Bevölkerungßverbältmffe des ostasiatischen In elreichs entnehmen. Die Gesammtbevölkerun? des Landes belief sicb danach am 1. Dezember 1886 aux 38 507 17_ Personen. Da für den 1. Januar 1879 die _Einwo nerzabl mtt 35 768 584 Kbpfezi angegeben ist, ergiebt |ck) für die letzten acbtJabre eine durchs§bn1ttltche jährliche BevölkerungSzunabuze _von 0,92%. Das Deut che Reich hatte von 1880 bis 1885 eine jabrlrche Zunabrzte von 070 /_0, von 1875 bis 1880 eine solche von 1,14U/s, mit- bin 171 die japanische Bevölkerung in einer starken Zunahme begriffen. _Das Geschlechtsverbältniß der I aner_ we1cht wesentlich _von dem der europäischen Völker ab, d e mannlicbe

1 ]

Vevölkerxmg ist m_eientlicb stärker vertreten als die wxiblicbe: auf 1000 Manner MTWÜM Ende 1886 nur 980 weibliche Personen; 1819 waren es »zur 11111 972. Der Männerübericbuß bei der Geiammtbevölkerung bat scinsn Grund nicht in einer verbältnißmäßig großen Zabl 11911 Knabengeburten. Für das Jabrjebnt 1866-77 wer- 5111 nur 1_0_4,2 Knabengeburten auf 100 Mädchengeburten verzeichnet, wabxenk 1111.“ Europ.: ungefähr 106, und selbst bei ausscbließlicbec BeruckstÖtigung dék Lebendgeborenen moch erbeblicb mebr 1115105 Znabengcburten fie!) berauéiteUen. Die Urfa-Öe ist vielmebr darin zu 13chen,_kas;_bei einer mäßigen Geiammtsterblichkeit _ die aUgemeine St_crbhcbkeiisziffsr schwankt in den einzelnen Jabren des Jahrzehnts 1817 _86 3wii_ch_en 17 und 24 auf 1000 Lebende _die Kinderstcrblicbkeit glxichsalls maßig und namentlich für die Knaben nicht so bedroblicb iit, w1e 111 der Re_g_el 111 den europäischen Ländern,z B. aucb 1111 DeUticben Reich. _Jn Jaxan, sur welches der statiitiickye Abril; eine einaebende Nachweisung 13er die Bkvblkerzmg nacb (_Gcichlech und Altersklassen liefert, stellt 1111) der Frauenuberscbuß, kann aber dauernd und erheblich, erst im 21111: von 5731111711 beraus. Jm Deukscben Reick) trix! der UeberiibUß ker we1blicb111 Bevölkerung 11.11) einigen Schwankungen irn Altcr von 15 Jabreq bcrvor, 1701721127 Einflaß der AuZwanderUng xmvxrkcnnbar 111 Die Statiitik der Bevölkerung nach Kasten unter- 1cheiket dsn Adel (533 Familisnbäubter und 2897 Personen), die vor- maligen Krieger (424 326 Familienbäuvter und 1 515945 Personen) und _317 gewöbrzlicbc Bevölkerung (7493123 Familienbäuvter und 29 010 353 PLUONM). _ Dis Dicbtigkeit der Bevölkerung ist eiae recht erhebliche. I)er J1äcb7ninbalt kes javaniicben Reichs ist mit 382 416 9111-11 beziffert; das Deutiche R-.ich bat 540 596, der bremßifcbe Staat 348 354 qkm. Auf einem QUadratkilometcr lebten in Japan (Ende 1886) 101, im Deutschm_Reich (am 1. Dezember 1885) 87 und im Königreich Preußen (ebenfaUÉ am 1. Dezember 1885) 81 Ein- wohner. Dte durchschnittlicbe Bevölkezungsdicbtigkeii ist ungefähr dieselbe wie diejenige der Provinz He11en-Naffau. Sieht man von der dünn bevölkerten, im Norden liegenden Jn1el Yeso ab, welche auf 94 012 (111111 nur 226 236 Einwohner bat, Lo 1111151111 im übrigen Jaban auf 7111111 Quadratkilometer eine Einwo nerzabl von 133 Köpfen, also beträchtlich mebr. als in ken yerbältnißmäßig dicht bevölkerten Provinzen Schlefien (102) und Westfalen (109). Central-Nipbon hat bei einer Fläche von 94 793 qkm 14 889 659 Einwobner, mitbin eine BevölkerunßZdicbtigkeit von 157 auf den Quadratkinexer, 111717 1111- gefähr dsr „vickptigkeit der Rheinprovinz (161) entspricht.

_ N15 einer im Mgibeft des chbrgangs 1889 der „Monatsbeste zur Statistik de_s Deut1chen Reichs“ ver- öffentlicbtsn U77:erfich bat fich de_r Ge1ammtbetrag der während des Etatéjabres 1888/89 1m _Deut1chen Reich abgefeßtcn Wechsel- blcxnkejs und Wechselstemvelmarken auf 6888745 „461 be- lamen, 154733 „44 mehr als im Vorjabre. Von den ersteren find für 33 616 „14, von den [theren 1117 6855129 „16 ausgezeben worden. Da von dem angegebenen Gesammtbetkage der Wertb der älteren, zum Zweck ihrer Vernichtung baar ein elösten Wechselstempelzeicben mit 29.744,18r11er die Vergütung an die É-Ms- staaten (2 070 der Einnahmen) 11111 137 774 „46. und die Entschädigung für die Postvsrwaxtunßen (211 6,(11) mit 172218 «46 in Abzug kommen, so find an Wech1e111emvelfteu_er für das Etatsjabr 1888/89 in die Reichskaiie 6578 724 24 geflonen.

._Dieüberieeiscbe AuZwanderung aus demDeutscben Reick; über deutsche Häfen, Anßverpen, Rotterdam u1_1d Amsterdam betrug nach dem Maibeft der „Monatshefte zur Statiitik des Deut- schen Reicbs' im 2110115th1 1889 12836 und in der Zeit von Anfang Januar bis Ende Max 43 975 Köpsz. Von dieier Gefammt- zabl kamen aus der Provinz 1Neu 6533, Weitpreußen 5761, Pommern 4225, Bayern 121th des N 71116 4008, Hannover 3002, SchleSwig-

olstein 2730, Württerüberg 2523, Brandenburg mit Berlin 1780, 5 [1711113115 1627, Baden 1505, Heffen-Namau 1334, Pfalz 1048 11. s. w. Im gleichen Zeitraum der VMjabrF Zanderten aus:

- '. 111111 e anuar MOW M“" 717 Mai einschl.

1888 . . 14 704 48 200 1887 . . 14 375 48 537 1886 . . 11 258 34 690 1885 . . 19158 57 316 1884 . . 21 931 80 104 1883 . . 25 184 80 813 1882 . . 27 537 102 324 1881 29 680 102 519

Bekanntlich war in _1111 Jahren 1881 und 1882 die AuSwanderung ganz außergewöhnlicb groß.

_ Den Mittheilungen der Großherzoglich besfiscben Centralitelle für die Landesitatiitik entnehmen wir Folgendes betreffs der Verhält- niffc ker evangelischen Kirchen im Großberzogtbum Hessen im Ja_bre1887, indem wir bemerken, daß fich die eingeklammerten Zablea ans das Jabr 1886 bezieben: _

1) Die Zabl der von _der evangeliicbcn Landeskircbe (formell) Getrenntxn betrug: Alt_-Lutberaner 1126 (1129), Darbyiten 14 (16), Baytiiten 27. 955, Mttglieder der Brüderversammlung 1c. 23, FreiprotUtanten 3824, zusammen 5947.

2) Im Jabre1887 find zur evang. Landeskirche überge1_1_eten: bon der futbol; Kirche 58 (52), von anderen cbristlicben Konseysionen 65 (101), sonstige 15 (9), zuiammen 138 (162); aus der evang. Landeskirchx_au29etreten; zur katbol. Kirche 1 (7), 311 anderen cbristl.K0111e1fionen 16 (18 , obne Uebertritt 0 (2), zusammen 17 (27).

3) Die Zabl der “ommunikanten war: im öffe_ntlichen Gottesdienst 346 329 (338 921). privatim 5707 (562_Y, zujammen 352 036 (344 550) oder 54,7 (53,5) __an 100 evang. ewobmr, in Starkenburg 35,9 (35,5), in Oberbeßen 81,1 (79,4), 111 Rbeinbeffen 46,5 (45,3). Wird der Berecbnxmg der Prozentzahlen die Zahl der Erwachsenen zu Grunde gelegt, 11) erböbcn fick), da nach den Ergeb- nissen der V91kSzäblung von 1885 die_ Bevölkerung aus 339/71 Kindern unter 14 Jahren und 67% Erwachicnen (Personen von 14 Jahren und darüber) bestand, die angegebenen Prozentzahlen der Kommuni- kanten um beilaufig die Hälfte. _ _

4) Auf 100 bürgerliche Eheschließungen ?_amen 86,3 (85,9) kirch- liche Trauungen durcb evangelrfcbe _Getstlicbe; 111 Starkenburg 86,4 (86,8), in Oberbeffen_ 98,4 (97,2), 111 Rbeinbeffen 70,4 (70,0). Die Zahl der durch _Getstliche_ anderer Konfesfionen voUzogenen Trauungen von Cyangeltscben, alio yamentlicb von Miscbeben, ift Hierunter nicht eriffen und _konnte 111 zuverlässiger Weise nicht an- xgeben werden. benso war die 34111 der nur bürgerlich abgeschlossenen

ben im Jahre 1887 111151 zu ermitteln.

5) Auf 100 Lebendgeborene kamen 88,3 (87,8; von evangelisÄeu Geistlichen Getaufte' in Starkenburg 89,0 (89,2), in Oberbenen 95,5 (94,9), in Rbeiri effcn 77,5 (76,2). .Auch bier fehlen die An- gaben der von Ge11111c_ben_anderer Konfesfion Getauften aus Misch- eben. Ferner kommt bier 1n Betracht, daß die Verbältnißzablen der Getauften zu den Geborenen höher sein würden wenn die in den ersten Wochen nach der Geburt ungetauft gestorbenen Kinder außer Berechnung gelaffetz werden könnten.

6) Konfirm_1rt wurden: aus rein evangelischen Eben 13 518 L? 931), _aus Mtscheben 860 (780), zqsammen 14 378 (13 711).

onfirmabonßentxiebungen smd 4 (4) verzeichnet.

7) Von 13 568 (13 138) ver ftorb enen Evangelischen, worunter