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Zielt am 4. Juli d. I. eine öffentliche SißunÉ zur Feier des
Pr. von Goßler mit seiner Gegenwart beehrte. diesem Tage vorsitzende Sekretär, Herr Curtius, eröffnete die Fest- stßung ,mit. einer Rede, m welcher derselbe das Verhältniß von Lerbm um klassischen Alterthum und zur geschicht- lichen ' Wi en?
neu eingetretenen Mitglieder ihre AntrittSreden. Diejenige des Herrn Kundi wiirde von dem vorsißenden Sekretär der phyfikaltsxh-mathematrschen Klasse, Herrn E. du mond, die der Herren Dümmler_. und KHLler von den vor: 1,1 enden Sekretaren der philosoph1sch:histori chen Klasse, Herren
zollern, & 1a suits des
beauftragt mit Führung der 22. Division, hat Berlin wieder verlassen.
von Wischkau zu Danzig ist die kommi arische Verwaltung des Landraihsamts im Kreise Mogilno, RegierunZSbezirk Bromberg, übertragen worden.
Bis chof'von Pas s au wurde heute von Sr. Königlichen oheit dem Prinz-R'egentxn tm kleinen Thronsaaie der önig- lichen Residenz m Audienz emp angen, um den vorgeschriebenen Eid abzulegen. Der Erdeßlei un wohnten der Minister ])1'. Freiherr von Luß, sowre dre ober en Hofbeamten bei.
von Feixiss Dauer einiger Tage angetreten.
Grundsteinlegung der neuen evangelischen Kir e hielt
der Großherzog Von V b b . Bankett folgende Ansprache; a en er dem “darauf folgenden
Danke:? an Sie zu richten. Es sind heute so viele, fo schöne Worte
außweisenden Inhaber der Schuldverscbreibung dagegen Widerspruch
erhoben wird. „ Beuthen O.-Schl., den . .ten ...... Der Ma istrat. „ , _ Anmerkung. Die Unterschri en der Mitglieder des Magistrats können mit Lettern oder Facfimtlrstemixeln, gedruckt werden, dqcb muß jede Anweisung mit der etgenbandtgetz Nawenßunterscbrtft eines Kontrolbeamten versehen sein. Die Anweisung ist zum Unicr- sÖiede auf der ganzen Blattbreite_unter den beiden letzten Zins chemen mit davon abweichenden Lettern m nachstehender Art abzudru en:
. . ter Zinsscbein. j . . ter Zinöscbeiw Amveisung.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten.
Tem ordentlichen Lehrer am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium in Köln, Dr. Bernhard Brockhues, ist der Titel „Ober: lehrer“ verliehen. _ _
Der Titular-Oberlehrer Hofrath 1)r. Panych am (Hym- nasizrm zu Soest ist zum etatSmäßigen Oberlehrer ernannt wor en.
Bekanntmachung.
Wegen dringender Bauarbeiten werden der Studien- und der Ausstellungssaal des Königlichen Kupfer- ßcihékixsbinets auf einige Zeit für das Publikum ge- ) :) en.
Berlin, den 10. Juli 1889.
General-Verwaltung der Königlichen Museen.
Ministerium des Innern.
_ Dem Ober-Negierungs-Ratl) Schon) ist die Leitung der Krrchen- und Schulabtheilung bei der Regierung in Schleswig übertragen worden.
Nichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 11. Juli. Jhrc Majestät die Kaiserin und Königin Augusta hat, nach der Münchener „Alig. Ztg.“, als Protektorin des Deutschen Frauenverbandes, folgendes Handschreiben an den General - Sekretär des Bayerischen Frauenvereins, Oberst a. D. Kriebel, gerichtet: --
„Ick; habe den Jahresbericht des Bayerischen Frauenvereins nicht ohne die webmüthige Empfindung des schmerzlichen Verlustes seiner hohen Protektorin entgegennehmen können. Da; gesegnete Andenken der Heimgegangenen wird .in dem Verein, deffen Thätigkeit ihrem Scbuye anvertraut war, sich bewahren, wie es in den Herzen aller derer fortlebt, die ihre Ergebung in “schwere Prüfung gesehen und ihre Güte erfahren haben.
Koblenz, den 4. Juli 1889.
AugUsi a.“
- Die preußische Deklaration der Strafbestim- xnungrn bei solchen Steuerdefraudationen, wo das de- rraudirte Objekt Zugleich mit einer Kommunalabgabe be- legt ist, vom 2 . Januar 1828, wonach die durch die Defraudation verwirkte Strafe nicht nach dem Jetta 9 des zu den Staatskaffen fließenden Theils der Ab abe a ein, son- dem nach dem durch Zurechnung des uschlags sich ergebenden Grsammtbetrage derselben abzumeffen ist, - findet nach einem Urtheil des Reictherichts, 1, Straf- sengts, vom 11. April 5. J., seit dem Inkrafttreten des Reichs-Braufteusrgxse es vom 31. Mai 1872 auf Bier keine Anwendung; die efraudationsstrafe ist allein nach dem Betrage der zu den Reichs kassen fließenden Steuer abzumeffen.
- Tie Königliche Akademie der Wissenschaften
eibniz'schen Jahrestages, welche der Herr taats-Minifter
Der an
chaft besprach. Darauf hielten die drei
Bois-Rey- ommsen und Curtius, beantwortet. - Se. Durchlaucht der PLrinÖFriedrich vo n H ohen-
- Dem Regierungs-Afseffor Dr. 'm“. Miesitscheck
Bayern. München, 9. Juli. (Allg. Ztg.) Der neue
Der Kön' liche Staats-Minister des Innern rei err F, hat heute eine InspektionSreife Fufhdie
Bxadeu. Schopfheim, 9, Juli. S m. Merk. Ge- legentlich der am vergangenen Sonntag( [Fer statt e)!)abten
,Ich kann nicht von hier scheiden, obne noch einige Worie dcs
arde-Dragoner-Regiments,- s
Präfi ent Carnot empfing heute Vormittag den griechischen
rathupg des'Budgets. - Die Deputirtenkammer ge- nehmigte dre Vorla e, betreffend
Telephonneßes. 3111
kamen die Antrag, zur B'erathung. Die [an erer Debqtte dre Jaßung der Kommission, welche die ver- urt erlien sinkenden r
mit emschloß, und nahm die
hier gefalierx und insbesondere auch an mich gerichtet worden, daß ich unt einem Herzen voll Dunk aus dieser gro en Ver Lammltmg scheide. und beror ich scheide, möchte ich nen noeb esonders dafür danken, daß Sie mich in Ihrer Mitte haben wollten bei der wichtigen Feier, die wir beute mit der Gnade Gotteß begeben und beenden konnten. Daß die evangelische Gewemde Schopfheim und alle daz): geböri en evangelischen Ge- memden das Ziel erreicht baden, endlich den an der neuen Kirche fich entmckeln zu scherz, ist mir persönlich eine große Freude und Befriedigung. Aber ich erkenne auch sehr dankbar an, daß von allen Seiten in so freundlicher Weise mitgewirkt wurde, das Werk zu Stande bringen zu helfen. Es ist damit einem dringenden Bedürfnisse abgeholfen, wenn nur erst die Kirche steht und wenn der_ Bau durch nichts geüört und unterbrochen wird. Hoffen wir ,das! Aber es ist nicht nur das Bedürfniß dieser rche, das wir ins Auge faffen müssen, meine Yennde! Wir müffen uns wohl bewußt sein, daß unsere evangelische 'rcbe noch eine ganz andere Aufgabe erwartet von uns, und zwar die Aufgabe, von den Freiheiten Gebrauch zu machen, die fie uns gewährt. Freiheit, meine reunde, tft ein schönes Wort, wenn es recht verstanden wird. Sie verstehen es A'lle wir wir in dem Sinne, da es beißt: Selbstbeherr- schung, und diese Selbstbeberrschung muß ndgege en werden durch Thätigkeit. Nochmals sage ich: diese Freiheit muß verstanden Werden, meine Freunde, sie muß verstanden werden in dem Sinne, daß jedes einzelne Mirglied einer. Gemeinde sich verpflichtet fühlt, für das Ga'nze zu wirken und die Kraft dieses Ganzen dadurch zu heben, daß er, in semem„eiaenen Wesen, in seiner'Famiiie, in seinem Kreise dafür wirkt, daß dre Grundlagen unserer Kirche fest gestüst werden. Dann steigt di? Kirche von selber, d. b. die Gemeinschaft, und diese Gemein- schaft Mr_d stark und leistet auch im Staat diejeni en Dienste, die nurselbsiandtgeMänner zu leisten vermögen. Trachten ie also danach, my_nx Freunde, daß diese Selbständigkeit wachse, zunehme und immer kramger werde._Kräftiger auch in dem Sinne, daß die Vaterlandsliebe fich. daran knüpft, und daß wir stets im Auge behalten, ein kräftiges Giied des Ganzen zu sein. Ich meine: des (Ganzen; nicht nur ein kraftiges Glied der gesammten evangelischen Kirche der Welt, sondern auch_ in' der evarzgeliscben Kirche kräftige Glieder derjenigen Gemein- sckZafi, m der wir stark sein mirffen, damit die Gemeinschaft selbst die nothtge Kraft außern kann. Diese Gemeinschaft ist ja stark geworden, 95er tmzner noch thut es notb, immer wieder daran zu erinnern, daß xeder Einzelne dazu beitragen muß, das NationalgefüHl bochzuba1ten aber alle anderen Interessen. Nur dann können wir einer Zukunft, die un? noch unbei'annt ist, enjgegengehen. Ich sage kurz, der Zukunft. Wir wollezi nicbt fraKen, wie diese wird; denn dieselbe ist verschleiert; fie kanxi viel in sich ergen, was uns nicht gefällt, wir haben das erlebt in den leyten Jahren. Aber wir haben auch heute die Worte gehört von berediem Munde, was es heißt, Leid zu tragen. Gehen wir daher zuversichtlich der Zukunft entgegen mit dem Gelöbniß, treu zu verharren auf uxiseren Pfiichten, in Erfüllung auch der religiösen Pflichten, und balterz wir uns stets vor Augen, daß jeder Einzelne genötbigt "."7? verpfitckptet ist, dazu beizutragen mit seiner ganzen Kraft und In- dtvxdizalitat. In diesem Sinne, meine Freunde, schließe ich und nehme Abschied von Ihnen mit der Bitte, einen Ruf er1chalien zu losen, ' drr Jhnerx alien am Herzen liegt: aufs Vaterland. Ich nenne es nicht naher, meme Freunde; denn das Wort „Vaterland“ schließt in sich, was jedem Herzen tbeuer sein wuZ, und daher ein dreifaches Hoch aufs Vaterland: Hoch! Hoch! Ho !“
Oldenburg. „Oldenburg., (Ü.) Zur (“eier des Ge- burtstages Sr. Königlichen, Hoheit des Gro herzogs am 8. Juli war die Stadt' festlich geschmückt; _am Abend vorher fand großer Zapfrnstretch statt. Se. Königliche oheit erließ an den Staats-Mmister Ru strat folgendes Hand cbreiben: „„In Veranlassung meines eburtstages find mir heute aus allen Tbeiirn des Großbetzogtbums viele Glückwünsche zugekommen von Gememd _vori Vereinen, Festversammlungen und einzelnen Per- sonen. D e1e vielfacbxn Beweise von Liebe und Anhänglicdkeit haben mich'fehr erfreut. Leider tft es aber unmöglich, allen Einzelnen eine Erwiderun zugeben zu lassen; i(b bijte Sie daher, diesen meinen herzlichen ank öffentlich bekannt zu machen.“
. Oefterreiéh-Ungarn. „Wien, 10. Juli. (W. T. B.) Die ungarische Delegqtron nahm in derheutigen Sißung das Heeresbudgei, ,die Nachtragskredite und den Okkupatroxrskredtt m der Spezialdebatte auf der Grund- lage des Berichts des Heeresausschuffes an. Gegenüber dem Axitrage, dre Arme e künfng „Kaiserlich und Königlich“, anstatt wre bisher „KgrserlrcksNöniglich“ zu tituliren, erklärte der ungarische thster-Prä ident v o n T i s er, daß eine Aenderung des Titels bei anderen Zwei en der erwaltung nicht durch Beschiiiffe der geseßgebenden örpers aften, sondern durch die Vermittelung der betreffenden Mini ter bewirkt worden sei. Der Antrag wurdemhtxrauf fallen gelassen. Der Antrag der Opposition, die OfstzrerSprüfungen in Ungarn nur in ungarischer Sprache. a'bzulegen, wurde nach den Erwiderungen durch Mitglieder der Majorität ebenfalis zuruckgezogen.
Großbritatrnien und Irland. London, 9. Juli. (21119. Corr.) Die am 27. d. M. stattfindende Trauung der Prinzessin Louise von Wales mit dem Earl von_F1fe wrrd der Erzbischof von Canter- bury _vollzrehxn.“ Auf Anordnung der Königin sol] die Irrer „emen moglichst privaten Charakter tragen. Außer der
ynxgrn und aliexr in England weilenden Mitgliedern der KomÉluYen amtlte werden der König und der Kronprinz von riechen and, der König und die Königin von Dänemark und der Großherzog von Hessen der Hochzeit beiwohnen.
- 10. Juli. (W. T. B.) Im Unterhaus erklärte der Ste_ratssekr'etar drs Krieges, Stanhope, die englische Regierung ser verpflichtet, Egyyten in der Vertheidrgung rxner Grenzen dßizustehen, die britischen Vertreter in Eg pten hatten die Erklarung abgegeben, daß eine Verstär ung absylut nothwendig sei; er Werde morgen dem Hause mit- thetlen, welche Maßregeliz beschlossen worden seien.
. - (Mig. Corr.) Die britischen Militärbehörden rn Egyptep treffer) Anstalten zur wesentlichen Verstärkun der gegen die Derwrsche tm Felde stehenden Truppen. Na einem Telegramm des „Birreau Reuter“ aus Kairo haben 600 Mann des ersten walltfischen Regiments und eine Schwa- dron des 20. Husaren-Regiments unter dem Befehl des Obersten erm Marschbefehl nach Assuan xrhalten.
aukreith. Paris, 10. Juli. (W. T. B.) Der
Gesandten Delyannis. Der Senat begann in seiner heutigen Sisung die Be-
den Rückkauf des weiteren Verlauf der Si?ung betreffend den Amnetie-
A n t r ä ge , Kammer verwarf nach
eiter von DecazeviUe in die Amnestie
wonach dieselben von der Amnestie aUSgeschloffen find.
Fassung der Regierung an,
durchaus gerechtfertigt, fiir die zutreten.“
Italien. Venedig, 11. Juli. W. T. B.) Die Königin und der Kron rinz von .„talien smd hier eingstroffen und von der evölkerung enthufiastisch begrüßt wor en.
Serbien. Belgrad, 10. Juli. (W. T. B.) Von den Gxgnern der Regierung waren über das Auftauchen von Raubern beunruhigende Gerüchte verbreitet worden. In Regierungskrersen werden diese Befürchtungen mit dem Bemerken als grundlos bezeichnet, daß die Regierung, um dem Räuberunwesen vorzubeUgen, die Bewaffnung des 3. Aufgebots mit alien Waffen angeordnet habe, Leßtere Maßnahme dürfte vuxlleicht auch mit der Absicht der NYK- rxmg, nach und nach eme Nationalmiliz einzuführen, in : bindung stehen. '
Afrika. Zanzibar, 11.Juli. (W.T.B.Z [Telegramm des „Reuterschen Bureaus“.] Dre Deuts en be choffen gestern anga und befe ten den Plaß na unbedeutendem Widerstande. er ReichSkommissar, Hauptmann Wiß- mann, befindet fich noch in Panaani.
Zeitungsftimmeu.
Die „ BerlinerBörsen-Zeitung“ hebt als besonders bemerkenSwerth aus dem Bericht der andels: und Ge: werbekamnxer 'von , Clßemniß fo gende Stellen, welche „unserer nationalen Wirth chaftsyolitik und der Fürsorge der Rxgrerung, Haydel und Verkehr zu heben, volle Gerechtigkeit wrderfahren lasyen“, hervor:
.Die deutsche SyzialgejeYJebung „wird ihre Früchte zeitigen, die deutsche quomalpolxtik un1erem,Fle1ß neue Absaßaebiete erringe1.„ unsere nationgie Wirtbschaftsxolttik die heimischen Kräfte zur freien Entfqltung, bringen und gestarkt und gerüstet im frirdlicben Wett- kampse unt den anderen Völkern wirken lassen. Das deutsche Er- werbsleben mm'mt schwere Lasten auf sub mit der Einführung der soztalreformawrrschen Geseße, aber freudig Werden sie getragen in dem Bewußtsein, dem wahren Fortschritt germaniscb-Öristlickker Kultur eme Bahn geebnet zu haben und ,den Völkern des Erdkreises eine Leuchte gewordcn zu sem, deren Licht fich auf die Dauer Keiner zu
* entziehen vermag.“
Und nochmals" kommt der Bericht auf die „Gesammtlage“ des Ermerbslebens zuruck, indem er darauf hinweist, .daß ein frischer Zug durch daß ganze Erwerbsleben gebt, der überscdüsfigen Kraft durch das Anbahnxn neuer Verbindungen im Auslande Raum ge- schaffen wird, wahrend 'die weise Politik Deutschlands beziehungs- weise der_deutscben Regierung im Jnlande und im Auslande feine Sohnrschußi, rrm deren ArhettSerträgniffen den verdienten Lohn fo Zint wie m,ogltch voiiwerthtg zukommen zu lasen.“ „Inteliigente 'rbeit', . beißt es _zum Schluß, „„wird. nicbt so schnell unwertb und dre .nattozrale ertbsebaftsvolittk' gleicht einem stolzen Stamm, an dem Alle ihre Stuße finden“.
Ueber „_die Schwenkung unserer Gegner“ in Bezix auf die Beurtheilung der Wirkung der Schu zöiie 1chre1t dre „Deutsche volkswirthschaftliche or- respondenz:
.Die Politik_der freihändleriscden Blätter unserer neuen Zoll- Leseßgxbung gegenuber ist insofern unverändert dieselbe, als jrne sicb 9r1ge1eßt_den Anschein geben, fie dächten gar nicht daran, eine prin- ztpreli vxranderte Handelöpolitik _bcrbeifübren zu onen. Dabei hört man_ keinen Augenblick aus, die urtheilslose Masse gegen die an- gebliche Vertbeuerung' der nothwendigsten Lebensbedürfniffe auf- zureizen und dann diese, leßtere stets als eine Konsequeni der berrscheqdexi HandelépoltttY binzustellen bezw. sie mit derselben zu rderztifizrren., EH muß hiernach jedem Einsichtigen ohne Weiteres klar sein, _daß die bittere Feindschaft auch gegen die gemäßigtsten und gerechtferttgsten Schuyzölle nicht “im Mindesten nachgelaffen hat, und daß xrack) wie vor xede_ (Gelegenheit hastig ergriffen wird, das Ver- derbltche' der Schußzolle „darzustelien. Schon oft genug Haben wir darauf hingewiesen, daß dieser Eifer um so größer ist, als es zwar eine Zeitlang gelingen kann, das Volk über die Unvereinbarkeit der vor Jedermanns Auge fich abspielendex Thatsachen mit der hartnäckig behaup- rexrn Vertheuerung dcr nothwendigsten Lebenkmittelhinweg zu täuschen, wahrend dies auf die Dauer doch keineSWegs möglich ist. Jene Be- barzptung 'mag noch so unaufhörlich und mit noch so selbstgenugsamer Miene wiederholt werden, so muß sie sich doch endlich Jedem als eine unhaltbare aufdrangen; und um diesen Moment nicht herbei- kommen zu lassen, macht qu auf gegnerischer Seite die krampf- baflesten Anstrengungen, _um dre „neue Wirtbschaftspolitik zu Fall zu bringen, bemubt sich, im „Uebrigen aber durcb Reaktionsgeschrei und dergl. das Volk einstweilen noch in einer künstlichen Aufregung 311 erhalten, damrt es zum Nachdenken über seine wirkliche Lage gar nicht komme.
Nun beginnt aber doch nach einer anderen Seite hin eine kleine Schwenkirng immer wabrnehmbarrr zu werden. Die Thatsache der drelfgcb eingetretenen Besieruyg ist gegenwärtig nämlich eine so offen- kzrridtge, daß man arif gegnerischer Seite doch nicht umhin kann, fich einigermaßen guf dieselbe hin_ einzurichten und auf einen etwa er- forderlichen Ruckzug vorzubereiten. Die gemäßigten freibändleriscben Blatter fqrigen hier und da ap zuzzrgeiteben, daß die neue Zollvolitik ja ryobi sur 'mancke Industriezweige günstig, wenn auch für andere ungunsttg gewirkt" haben könne, imd knüpfen hieran die Weitere Ent- deckung, daß es uberhaupt czuf dte Zollpolitik eines Landes eigentlich mcbt so groß ankymmc, Wie man vielfach meine. In guten Zeiten gebe e§ do_ch gut, tn schlecbtrn doch schlecht, ob nun die Zölle hoch oder niedrig oder wohl ar nicht vorhanden seien.
Das ist offenbar chon ein Schritt zum Besseren. Wir haben
ja auch niemalx behauptet, daß Sebupzölle allein ein Land zu wirtb- schaftlicher Bluthe zu bringen vermochten; wir haben vielmehr in denselben stets- nur den AuSdruck ganz bestimmter Bedürfniffe für unsere Produktion erblickt und sind gern bereit, zuzugestehen, daß man unter bestimmten Verhältnissen auch obne Scl) kommen iönnen. Das Zugeständniß, daß die 36 : an und für sich das Gedethexi oder Nichtgedethen eines Landes nur wenig beeinfluffen, accepttren wir gern; das öffentiiche Gedeihen ist hiernach also fieber- lici) auch bei Schuszöllen möglich, und da letztere uns nun aus ganz
u ölle würde aus-
bestimmten Gründen nothwendig eFchxinY Zolthaltend rsvilrbees efiür ure eraung ere n n-
Die Hypothekenbewegung im Jahre 1887/88 welche
eine Zunahme der Verschuldung der städtischen Grundstücke in
reu en um 566771737 „46 _ und der ländlichen um 034392 „44 aufzuweisen hat, grebt der „Danziger All-
gemeinen Zeitung“ Anlaß zu folgenden Betrachtungen:
„Vergleicht man die Zahlen aus den städtischen Bezirken mit
denen aus deri läydlichen, so kön_nte man leicht auf den Gedanken ver- fallen), daß die landltchen Verhaltnisse gegenüber den städtischen sick) in einer weit besseren 'nge befinden: denn die Vermehrung der Schuldenlast „um 88 Millionen bleibt weit zurück bintec derjenigen von 566,8 Mtliionen Mark. Jndeß es kommt hierbei stets auf den Werth der mit Schulden belasteten Objekte an. Der Bodenwertb
der Städte ist in au erordentlicber Stei erun be ri , i 11 Grundstücke werden ? g g 9 ffen mmer "? ?
ür die Bebauung berangezo en und überdies ist
es Thatsache, da die Spekulation bei dem iliigen Zinsfuß die
Mittel zum An aizf und zur Bebauung von Grundstücken im We e des Hypothekarkredtts aufbringt. Auf diese Ursachen ist es zurüZ-
zuführen, der allein für die Hau stadt Berlin und die Vor- und „(U) en Na barßädte der Uebers uß der Eintragungen über die Lzs ungen 284 Millionen Mark. also mebr als das Dreifache gegen- über den gesammten ländlichen Bezirken betragen bat. Aebnliche Ur- sachen sind auch für die übrigen stadtischen Bezirke anzunebmm.
In den ländlichen Bezirken liegen aber die Verhältnisse ganz anders. Die Schuldensieigcrung gebt hier nicht Hand in Hand mit einer Weribfieigeruna der Grundstücke: tm Gegentbeil, der Werth der ländlichen Grundstücke ift tm Sinken begriffen, was bei dem Sinken der Produktenvreise, der Steigxrung der Arbeiißlöbne, dem Mangel von Arbeitskräften begreiflich ist, auch „eine Vermehrung des Wertbs durcb Neubauten auf dem Lande liegt nicht vor, da die Bevölkerungs- zahl der ländlichen Bezirke sicb mcht wesentlich geboben, in manchen Distrikten durcb Auswanderung sogar abgenommen hat. „
Wenn nun iro des Sinkens der Wertbobjekte in den ländlichen Bezirken die Vers uldung sicb'in einem Jahre um 88 Milliynen Mark gesteigert hat, so ist dies ein sehr ernstes und bedenkliches Symptom. Von der Zunahme der Verschuldung sind die vorzugs- weise ackerbautceibenden Provinzen am meisten betroffen. Jm Bezirk des Ober-Landeöaericbts Königsberg bat sie 10,6 Millionen Mark, im Bezirk des Ober-Landesgerickpts Breslau 18,9, im Bezirk des Ober-Landcßgericbts Naumburg a. S. 18,6 Miüionen Mark'betragen. Wenn in Posen und Marienwerder die Eintragungen Hinter den Löschungen zurückgeblieben sind, so macht sicb hierin die Wirkung der Thätigkeit der Anfiedelungskommission geltend, welcbe verschuldete Güter ankauft und die Hypotheken zur Löschung bringt. _ _
Ueber die Gründe der steigenden Verschuldung in den landltcben Bezirken machen die Gerichte verschiedene Angaben: in verscbtedxnen mitteldeutschen Bezirken wird die wucberifche Ausbeutung, der land- licben Bevölkerung, in Schleswig-Holstein und Sachsen _dte_UngunFi der Produktionsbedingungen und die Steigerung der Arbeitslobne, tn
- den meisten Bezirken aber Erbtheilung und Veräußerung, also die
Eintragung von Erbabfindungen und, Restkaufgeldern als Gruyd angegeben. Da, wo, wie in einigen Bezirken von Sxettrn und KöniJSHerq, die Löschungen ,die Eintragungen iiber- steigen, handelt es fiel) nach außdrückltcher Angabe der Gerichts- behörden nicht um eine Besserung der Lage der Grundbefißer, sondem um Yangsversteigerungen! ' _ '
0 weist denn die Hypothekenbewegung m den landitchen Bx- zirken im Jahre 1887/88 von Neuem in beredter Werse auf_ die mißlicbe Lage der Landwirtbscbaft bin, die um so deutlicher bervortritt, als es fick) hierbei um ein Jahr (1887) gxbandelt bai, welches eine VortrrfflicheErnte batte. Bekanntlich hatte diese Ernte ein weiteres Sinken der Preise im Gefolge! Immerhin dgrf es als xm, wenn auch relativ kleiner (Gewinn betrachtet werden, daß dteNeuverichuldung in “mem Jahre mit 88 Millionen erbebltÖ geringer war als dre Neu- verichuldung im Vorjahre. wo sie 133,2 Millionen Mark betragen hatte. Diese relative Besserung ist ein ZUÖM der Wirkung der Fürsorge, welche der Landwirtbscbaft durcb unserrVerwaltuna und Gesetzgebung zu Theil wird, aber fie enthält auch die dringend? Mak)- nung, mit dieser Fürsorge nicbt nczcbzulaffen: denn, wenn die' Ver- schuldung der Landwirthfcbaft 10 weiter gibt und n9ch wehr zummmi, dann geräib fie in die Hände der stadttfcben Kapriqltsten und sqmtt wird der Bauer schließlich aus einem Besiyer zu einer:) gbhangigen Pächter. Einer folcben_Cntwickelung Einhalt zu thun, Ut tm Inter- effe von Staat und Geyeilsckpaft dringend geboten.“
Statistische Nachrichten.
Die ypojbekenbewegung im preußischenStaatwährend H des Rechnungsjabres 1887/88. 11. _
(Vgl. Nr. 158 des .Reichs-Anz.“)
Viel bedeutsamer als bei den fiäsdiisäxen Bezirken, wenn auch m ihren absoluten Zahlen geringer, erscheint die Zunahme der Hypo: tbekarvelastung auf dem Landx. Zwar befinden fichb1er bei vier Oker - LandeSgerichtsbezirken (namlich tn Marienwerder, Posen, Kassel und Frankfurt a. M.) die Lofcbungen im Vorsrrung vor den Eintragungeri,_ In den erst enannten beiden Bexirken wirkten jedoch zu die1em, von deni esammt- bild des Staats wie auch der übrigkn Provinzezi abweichenden Er- gebnisse augenscheinlich zwei besondere Ursachen mit. Crymai bai die Anfiekelungskommission in diesen Bezirken eberiso wie im Vorjahre eine Reihe kocbbelasteter Güter angekauft und die auf denselben erzi- getragenen Schulden zur Löschmig gebracht. „Sodann ist gerade m den Bezirken Marienwerder und Posen em großer Theil der Lösckrungen sicherlich nur auf Subhakstatwney „zuruckzufuhren, weiche in diesen Bezirken einen gan unverbaitmßmaßtg großen Umfgng em- nabmen. Im Kasseler ezirk wirkt _ noch immer die' An- legung der neuen Grundbücher und die fick) daran schließexide Löschung alttr, längst bezahlter Hypothekeri auf ,die Hohe der LöschungWiffern bedeutend ein. Auch im Bezirk _Frank- furt a. M. wird der Ueberscbuß der Löschungen gewohnlich auf diejenige alter, bereits abgezablter Hypoihekerz u_nd 0qu Eigentbunzs- rorbebalt beruhender, zum Betrage der ruckstandigen Kaufgelder ein- getragener Pfandrechte in den StockbücKerp der vormals Herzogin!) nassauiscben Gebiete zurückgeführt. Ae nltcbe Ursacbxn wirkten tm Kölner Bezirk, wo zufolge des Geszßes vom 24. Mar 1887 ((H.-„S S. 161) die Transskription der Vertrage wegen Uebertragung dcs (Tigeri- tbums an Immobilien in daß Rxgister kes Hypothekenbewahrers m der Regel nicht mehr erforderlich ist. . ' -
In vielen Bezirken ist die Zunahme der Belastung weseniltxl) m dem erleichterten Angebot vori _vaothekenkapital Seitens der Sparkaffen und anderer Geldinstitute zu suchen, welches den Grundbesißern die Umwandelung ihrer Personaiswulden m Hypo- theken erleichtert hat. Ferner werden die ungirnsttgext Pro- duktionsbedingungen der Landwirtbsckxaft, _dte gestt_egenen Arbeits- und Gesindelöbne, die rnedrigen Preise des Zuckers bezw. der Rübesnö des Fettvrebes ais Ur1ache der zu- nehmenden Belastun ange e ,en. ,
Vielleicht ersche§ni die Zunahme der bvpoibekartschen Belasiung des ländlichen Grundbefißes um 80 Millwnen Mark sowohl gegenuber dem gesammjen, auf etwa 7-10 Milliarden zu beztffernden Werth des ländlichen Grundbesitzes wie gegenuber der “Zunahme der Ver- cbuldung städtischer Grundstücke „an . sich nicht als zu hoch.
ber in einem wesentlich ungunsitgerrn Licht erscheint fie, wenn man in Betracht zieht, da die Ernte des, Jahres 1887 die vorzüglicbste war, we che unsere L_andwirtbscbgst seit einer Reihe von Jahren zu verzeichnen baite, wahrend zugleich eine Zunahme des Bodenwertbs, welcbe quemtraaungen m erheb- lichem Umfange hätte rechtfertigen iönnen, fur das [este Iabr kaum anzunehmen ist. Vielmehr wird ber den gesunkenen_ Produktenpreisen, esteixerten ArbeitSlöbnen u. s. w., tenen gegenuber außgleicbende enderungen von derselben Bedeutung kaum naciozuthfenFem werden, im Allgemeinen eher mit einem Sinken deßWertbs landltcher Grund- stücke zu rechnen sein. Ebenso wird yon einer produk_tiyen "Ver- schuldung für Meliorationen u. s. w., dad1_e allgemeinen Verbalimffe fur die Vornahme von solchen keineswegs giinstig war_en, nur_m gertngexn Maße die Rede sein können. Unter „diesen lxmstanden hatte man fur das Jahr 1887/88 einen ganz erkebltchen Ruckgang der Eintragungen und einen starken Ueberschß der Löschgngk!) erwarten mussen. Wenn dem entgegen die Verschuldung des landltchen Gryndbesißes weitere Fortschritte gemacht hat, so eröffnet dies „einen wenig txöst eben Aus- blick auf kommende, nicht ebenso durch die Natur begunstigte Jahre.
Kunst und Wissenschaft.
onrad o mann, Profeffor cm der Ludwig-Martmtltans- Univétsiiät in üfnchen, be cbt in diesem Jahre seinen 70. Geburts- ja . Nicht bloß die Fachgeno en, sondern auch_die ganze wiffenscbaft- li e Welt Deutschlands wird dieses Jubilaums gedenken. öIlZie Schüler bereiten unter der Führung des „Professors Karl Vollm er eine großangelegte Festschrift vor die emtge_ 20 Arbettenxxumiaffen wird und bei Henninger in Heilöronn erscheint. Hofmanns wissen-
cbaftlicbe Bedeutun auf dem Felde der romaniscbezi uud germanischen inguistik ist in Eng and, Frankreich. Belgien. den N1ederlanden,Jtalten, Spanien ebenso anerkannt wie in Deutschland_ Am 14. „Noveznber 1819 im fränkischen Kloster Banz geboren, wirkt er sert beinahe 40 Jabren an der Münchener Hochschule.
- Für die in Heidelberg vom 17. bis 23. September d. I. stattfindende 62. Versammlung_ deutscher Naturforscher und Aerzte ist folgende vorlaufige TageSordnung aufgestellt worden: Dienüag, 17. September, Abends: Empfang und gegen- seitiae Begrüßung der Gäste im Museum. 18. September, Morgerzs: 1 allgemeine Sitzung: Eröffnung der Versammluna. Vortrage. Elm führung und Bildung der Abtheilungen. Abends: Concert tm Stadt- garten. 19. September: SiJianFen der Abtheilungen. 4 Uhr: Fest- effen im großen Saale des u cums. 20. September, Morgens: 2. allgemeine Sihung: Voriräge, Beraibung des vom Vorstande gukge- arbeiteten Statutenentwurf5* ngl dxs neuen Vorstandes, des nachsten VersammlungSortes, der Geschaftsfuhrer. Abeyds: Fest auf dem Schloß. 21. September: Sißungen der Abtheilungen. 22. Sep- tember: Ausflüge in die Umgebung Heidelbergs. 23. September, Morgens: 3. aliaemeine Sißung: Vortrage. Schluß der Versamm- lung. Abends: Schloßbeleucbtung. (Öxin'Eanvfang's= und Auskunfts- bureau wird am 16. September eröffnet im Bayerischen H'of, Rohr- bacherfiraße “2. Anmeldungen für Privatwohnungen „nimmt der Schriftführer des Wohnungscotmtés, Hr. Rathsckoretber Webel (Raibbaus, Heidelberg), entgegen. „_ .
- Neues von den griechi1chen J'nsein meldex die .Ver- liner philol. Wochenschrift“: Auf Andros ist m der Nahe des be- kannten Warttburms ein antikes Bergwerk aufgefunden worden. 'In Delos find zahlreiche Inschriftenfunde gemacht worden: 6 Pro einen- dekrete, eines in rotiert Marmor eingegraben, 2 _archatscbeJns riften, die eine sticdeäou. die andere dustro b€ä011 ge1chr1ebrn, ein anderes Bruchstück von 37 Zeilen, irn Heilig'tFume des_ Serapis' vieie Welk)- gescbenke an diesen Gott und die „heilige Göttin", endlich eine lagge doppelseitige Inschrift auf einem Marmorblock „von 1,20 m Hohe und 0,90 m Breite: fie zählt daßBesithum _emcs Temvels auf. Sie enthält auf jeder Seite 200 Zeilen und scheint auf das Archontat des Kalodikos zurückzugeben. , _
- Am 6. Juli wurde, wie der ,Hannov. Cour.“ erfahrt, von Mr. Brooks in Geneva U. S. ein neuer Kome_t 411 = 3560 51“ Decl. = -90 10“ (im Waffermann) entdeckt; derielbe wird vom Entdecker als „schwach' bezeichnet.
Land: und Forstwirthschaft.
Die Landes-Direktoren der Preußischen Monarchie werden sich, wie die „Kieler Ztg.“ rmtthetlt, in den Tagen vom 14. zum 16. d. M. in Kiel ein Rendez-vous geben, um_von'dort aus Zwecks Information über die Moyrkulturderbaltnrsse der Provinz Schleswia-Holstein eine gemetrzsame Retiednzuireten.
- Ueber die D 1) pp el tanne schreibt Ernst Friedel in der „Natur- wiffenfchaf1lichen Wochenschrift“ folgendes: Es ni „auffallend, wie wenig diese merkwürdige Form der Rotbtgxme oder Fichte, welcbe gui dem Berliner WeibnachtSmarkt als Cbrntbmxm. besonders geschaßt und besser bezahlt wird, in den zu ihrer Wurdtguug beiondcrs he- rufenen Kreisen der Dendrologen beachtet worden ist. Ste erscheint auf den „Berliner Märkten seix der Zugan'gltäomachung des „Harzes und des Thüringer Waldes mittelst der Eisenbahn, d.,b. sert dem Anfang der 50 er Jahre, und ist seitdem der eigent'lrckye Weihnachjsbauin von Berlin, während früher als ]“ oicher die gemeine Kiefer, 13111118 §11788tr15, figurirte. "Die Weißtanne hat. weil ihr Gezwetgrtcbt fo dtcht ist, ais_das der Rotbtanne, insonderheit der Doppeltanne, diese leßteren qucibolzer als Weihnachtsbaum nicht zu Verdrängen gewußt, obwoblfie emedleres und vornehmeres Ansehen hat. Hr. Dr. Carl Bolie-Scharfenberg, einer der besten deutschen Baumkenner, rnßbeWndxte Coniferenkenner, kannte die .Dorpeltanne' noch im Jahre 1884 mcht, u_nd 1ch niyßte ihm erst Hunderte von Exemplaren nachchn, ehe er Pcb von wrer Formbeständigkeit überzeugte. Ick) bade der .Doppeltgnne“ seit vielen Jahren, insbesondere in Tirol, meine Aufmxrksamkett geschenkt und oftmals in Begleitung von naturwrffenschafiltchen Freunden ur)-
ezäblte Tausende vpn Roibtannen an wilden Standorten auf die Beständigkeit geprüft. Bei Innkbruck. wo ich die Waldbaum- bestände sechs Jahre hindurch, jedes Mal Woche:_ lang, durch- wankert und gemusteri, kommt die Rotbtarine und die Doppeltanne im Kalkgebirge wie im Glimmerschiefergebirge an den entlegenstrn und wildesten Stelien volikommen urwüchsig, xe ngch der Geschußtbeit der Lage noch in einer Höhe von etwa 1900 bis 2200 m vdr und verkümmert zuleßt an der Baumgrenze zu Baqmcben, welche_1n der Ferne, wie die kleinen. kegelförmig zugeschnittenen 5i.“)ucivshaumchen unserer Ziergärten aussehen. Der Wuchs und „di? Bengdelung wird immer gedrängter, je rauher, kalter und windiger die Lage ist. Das Entscheidende scheint mir nun_ die Beobachtung, daß diese durchaus von Mutter Natur außgefaten „und verpflarxzten Fichtenwildlinge durcheinander die beiden For'mrxi: die relative dunne Benadelung der gemeinen Rotbtanne und die uberreiche BeriadeluncJ der Doppeltanne zeigen, in lexxterem. Faiie dit [o i_xbxrre_ und dicht, daß die einzelnen Nadeln nicbt 1clten eine leicht1p1raliZe Wendung, einen krausen Wuchs annehmen. _ Lage und Ho 2 des (Gebirges, des einzelnen S_tandorts, 'Bewafferung, Vesozmung, Untergrund macken keinen Unterxcbied: beide Forxnen sieben zrbcrali dicht neben einander und durch einander. Auch ux dem berirbmten Urwald der Wusfina bei Muskau in der O_berlgunßsfand ich um Pfingsten 1888 mit ])r, Volie zusammen die etgrnrltckye Rotbtarine und die Doppeltanne an gleichen Skandorten ncbenemcrnder vor. Dies zwang mich je länger je mehr zu der Annabnze, daß die Doppeitann'e specifisch verschieden von der Rothtanne (kross. 6108188 burns) set. Ob die Doppeltanne aber als eine eigeneFogenannte gute _Art „oder als die Spielart einer anderen, nicht mit Licewexaelsß identischen Tanne aufgefaßt werden sollte, muß ich dem eigentlichen b1e_r_ berufenen Systematiker von Fach, dem Dendwlogen, genauer zu prusen und zu entscheiden überlassen. „ „
Offenburg i. Baden. 7. Juli. Durch die a_ndauerr1de Nässe wurde das Wachstbum unserer Rebe_n tn erheblicher Weise beeinträchtig t, und da dixselbenwhnedreß der schadlichen Witterung im Svätjabre v. J. und imer Kalte bis zu 8 Grad R. im März d. J. außgeseßt waren, _so ist es nicht' zu verwundern, daß die Wurzeln mancher Rebstöcke krankeln und dabmfiechen. Unter der Einwirkung der Witterung ba_ite a'ucb die “Bodenbeqrbetxung zu leiden, sodaß das Unkraut vielfach m schadlicber We'tse_uberband nabm. Das gröFe Uebel aber war der Heuwurm, der m ubergroßer Zahl auftrat. enn obschon ziemlich vtel Saturn vorhandexi waren, xo verfielen doch nahezu die meisten dem Zahne dieses gefraßrgen In- ektes. Ja es giebt auf hiesiger (Gemarkung Rebrn, yon denen kein oder nur ein unbedeutender Ertrag zu erwarten sem wird. .
Weimar. (Tb. C.) Die Erntegussichten gestalten fich'm Thüringen sebr erfreuiicb: Die bereits yoümdxte Heuernte wird als vorzüglich bezeichnet und auch das Getreide, mit dessen Schmtt sebr zeiisttigdibannm 17:7:de (Fk, bexecbftt t zu guten Erwartungen, da- gegen e apöern e e au ge a en. ,
Wasbin ton, 10. Juli. (W. T_. B) Der Bertäyt des Landwirtb Zafilicben "Bureaus fur den Monat um'kon- staiirt eine efferun der Ba'umwollenerxite. Es wrd jedoch allgemein geklagt, da das Keimen und _Wacmen ker Pfianxenodusrch die trockene und kalte Witterung im Mar und im Ansang Juni eine Verspätung erlitten haben. Der allgemeine Durchschmitßstand m den verschiedenen Staaten ist 876/10. Das unt Mais bebaute Areal be- trägt ungefähr 1 Mill. Ach, das gesammte bebaute Areal 77 Mill. Acres. er allgemeine Durchschmttßstand ist 90, der des Winterweizens 92, des Frubjahrwetzens 83, der Gerste 92; derjenige des Roggens ist unverändert.
Getverbe und Handel.
Dem „Deut en andels-Arcbiv' iJizlixHeft) wird aus Genf gesÖKelxeY: Ingeständigem Fortschritt ist die Verbrei-
tung der DeutschenKunstgewerbe-Erzeugnisse in der
Romaniscben Schweiz. Wo früher fast nur die Pariser Aktik'kl Zugang fanden, in Genf, Laufanrie, Neuchatel, Freiburg re., sind in allen Läden die deutschen Erzeugmffe außgesiellt. Luxuslampen, giler- band Phantasie egenstände, Statuetten rc. aus Bronce, Kupferu.1.w., Nippessachen, Keinere Lederwaaren deutscher Abkuzift werden bereits oft als deutsche, oft aber auch noch ais franzosiscbe und e_ngltscbe Artikel verkauft. Es würde sicb gewiß reichlich lohnen, in einer der Hauptstädte der Romanischen Schweiz„ am besten in Genf. xm deutsches Kunstgewerbe- Museum xu errichten. welches als Verkauts- und Vermittelungssielle dienen mußje. T_aufende vor) Fremden aller Länder verkehren alljährlich in Genf, meistens Touristen, die k_aum die Fabrikationsorte in Deutschland besuchen „durften, und, oft u_bcr- baupt nicbt dabin gehen. Sie würden auf diese Werse dre sch_onen Erzeugniffe deutscher abrikation kratzen lernen, die tönen in ihrer Heimatb unter franzö rscbem oder enßltsgbem Numer) verkauft werden, und Adreßkarten mitnehmen, die erfo gretcbxr sxin durften, als mjancbe ZeitungSreklame. - In der bezüglichen Mittheilung wird des Weiteren betont, daß für deutsche Handwerker sowohl, gls (_rucb Kaufleute, Lehrer :c. in der „Westschweiz stch_ Letzt weniger Gelegenheit zur Arbeit bzw. zur Außubung des Berufs als früher biete. Verberratdetxn Arbeitern iet aufs Dringendsie abzurathen, dorthin zu, geben, bexonders wenn sie des Franzöfiicben unkunkig smd, da es ihnen nur xxlten gelinge, em leidlicbes Auskommen zu finden. Junge Kaufleute iollen nur selxen bezahlte Steklen finden, da fich sehr viele derselben als Volontare anbieten, um das Französische zu erlernen. , , Einer Mittheilung aus Santa Elerxa _(Argxntinren) zu- folge sind von den Saladeros und Export1chlachtereten_ m den Pro- vinzen Entre Rios und Corrientes im Jahre 1888 bereits 30 ",./0 des für den Export geschiachteten Viehs nach den neueren Methodexrrscr Fleischkonservirung in Zinnbüchsen als Fleischertrakt, Fleixco- pepton, Fleiscbbouillon, oder als gefrorenes FleisÖ nach Europa in den Handel gebracht worden., In Foige des in Argentinien bestehendcn _Geseses Über Cryortpratmen und erneskm [Hier Zeit ergangenen Geieizes, wonach neuen Unternehmungen eme Zinsgarantie von 5% aux ein Kapital von 32 Millionen Mark für 5 Jahre Seitens des Staats geleistet wird, steht zu erwarren, daß der Fleiscbexvort Argentiniens sich noch h_edcutend heben wird. Die Provinzen Entre Rios und Corrientes ailein wärn im Stande'sein, jährlieb 400 000 Stück Rindvieb zu erdortiren, ganz „Argenitmen aber 800000 und selbst bis 1 Million Stück. Augenblicklick; mczcht eine Gesellschaft, ireiche fich neuerdings mit 4 Miliionen Mark Kapital gebildefx bat, Versuche, lebendes Viek) nacb EUropa und Brasilien zu Verschi en. __
Aus Monterey (Mexiko„Staat Nuev_o Leon) erradrt das .HandelS-Archiv“, daß die (Einfuhr deut1chex Waqxem, namentlich Halbwollen-, Wollen-, Galawterieq Erick.- waaren und Droguen in den letzten Jabrxn m erfreulichen: Zunehmen sei. Dem Geschäft könnt; tnde1'1en_noch'em größerer AufscbWUng gegeben werden, Wenn es gelange,_d1e Lieferzeit abzukurzrn und die lange Reihe von Spesen, Welche aui deutschen, Waareri m den Außgangsbäfen lasten, zu vereinfachen, was 11ch VlkU'eixbt erreichen ließe, wenn die Fabrikanten im Innern fich en1schließen konxiten, Lager in den Haupt-Hafrnpläsen zu errichten imd die Waaren da1elbst „frei an Bord geliefert" zu verkaufen. Ern Reibe don Jazporr- häusern ziehe es vor, von den Vereinigtrn Staaten" von Amerika _zu kaufen, weil einerseits der Zeitverlust geringer und jle vor Allem im Stande seien, sicb den Preis eines Artikels am'K'onfumplatZe genau zu berechnen. Die Preisnotirungen in den Vereinigten Staaten folien fich durchweg bei freier Ablieferung an die Bahn oder an Bord des Schiffes verstehen, wobei Höchstens nock) eme unbedeutende Belastung für den TranSport vom Lager an Bord, außer der Komm11fion_ des Kommiifionärs im Hafen,_ in Betracht komrne, wdaß der =Kaufer Angesichts der Preisliste sowrt im Stande sei, den Koitenpreis de_r Waare am Konsumplaße zu berechnen. - Besondere Aufmerksamkeit verdiene der St aat Coabuila, defferi Entwickelung, durch die (Eisenbahn in ungeahnter Weise beschlextmgt wordexi ser. Derselbe sei namentlich reich an Lagern von [ilderhaltigem Bl'eicrz. Verschiedentlich seien von deuiscben Firmen, welcbe sia“) mri dem Bezuge von Erzen befaffen, Anfragen wegen des Auslaufs von Erzen an dortige Geschäftshäuser gerichtet worden; mdeffen werde nur dann ein Erfolg zu verzeichnen sein, wenn die betreffexiden Irriportßrmen in gleicher Weise, wie dies Seitens der amerikanischen _S'cbmelzwerie goscbrbe, einen Sachverständigen in die betreffenden Distrikte Bcbuis Ankaufs der Metalle entsenden würden. _ .
Berlin, 9. Juli. Bericht rider Kartoffelsabrikdte'wn C. H. Helmeke in der „Zeitschr. f. Spirit.-Jnd.“. Tee .in _rrelen Distrikten während der lesion 8 Tage gefallenen, zum Theil _itarken Negengüffe werden wesentlich _zum Gedeihen der Kartoffeln _beitragrn und manche gegentheiligen Befürchtungen besxingen.“ Auf die Pche der Karteffelfabrifate hat dies alierdirnzß _xme Wirkung in etwas weichender Richtung gehabt, bauvt1ächiich 1111d davon Jarioffelirrxzv und -Zucker berührt werden, deren 521516123 wieder zu_wun1chen ubrig . ließ; auch die Preise der geringeren „_Qualttalrn Starke imd Meil ga en nacb, während die beéseren Qualitaten wentgxr narbtixezlig deem- fiußt wurden. Der Verke r war jedqcb ein de_nerer m 1Lm_rntiichcn Qualitäten Stärke und Mehl. Zu nomen ist sur prima Stque “:*."d Mehl 20-21 «44, für abfallende Primasorten 19-20 4,46, 1y_r 'He- kunda 17-18,50 „44 und für Tertiasorten 15-16,50_«,j(-. (rb Station und je nach Lage derselben. -_ Zu notiren Ui fret Berlin: Prima Kartoffelmebl je nach Qualitax 22-23 „46, Secunda Kartoiiel- mehl 20-21 „46, Prima Kartoffelsiarke 21-22,00 „M, Secunda do. 19-20,50 „sé, Prima weißer Kartoffelsyrup 42 0 promvt_25-25,50.,4é, do. do. ver Juni 25,25 „46, do. gelber prompt 24-24,00_ „44,230. do. per Juni 24,75 «54, do. weißer Kactoffeizucker prompt 23-25,50 „46, do. do per Juni 25,50 .“, do. gelber per Juni 23-24 M:, do. Dertrm prompt 32-32,50 „46, krystaÜinischer Kartoffclzucker 99 % 44-45 „46, krystaliinifches Nachprodukt 80 0/0 23-24 „64 __ .
Loudon,10.Juli. (W. T. B.). An der Ku1te_ 2 We'izcn- ladungen angeboten. - Woilauktion. Wolle fert. PreUc an- ie end. z k)Nerv-York, 28. Juni. (New-Yorker Hdls.-Ztg.) Nach den vom statisti1chcn Bureau in Washington de_roffentitcben Daten hat der Waaren- und Produkten-Erpori1mMatcr._, demerthe nach, den Betrag von 52196 197 Doll. erreicht, circa funf Millionen Doliars mehr als im Mai 1888. Auch der anren- und Pro- dukten-Import hat fich um über acht Millionen Dollar.? gegen den Parallelmonat des Vorjahres gehoben. Als Endergevntß steiit sicb für Mai cr. ein Ueberschuß des Imports von Waaren und Pro- dukten über den Export von 16555 797 Dqll. heraus. An Gold exportirten die Vereinigten Staatrn tm Mat cx. 13 484 783 Dol]. egen 7876 774 Doll. inx Mai 1888, wahrend der Gold- “mport der Union sich aus „753 894 Doll. gegZ-i 319 279 Doll, im Mai des Vorjahres belief. Gold und Silber zu1ammen- genommen, ergiebt sick) im Mat cr. em Ueberschuß des Exporis von Edelmetalien über den Import dyn 15 243 936 Doll. egen 8646167 Doll. im Mai 1888. Die Einwanderung 111 die Dereinigten Staaten hat im Mai cr. gegen Mat1888 recht betracht- 1ich abgenommen - 74 248 gegen 98 439 Personen -; in den am 31. Mai cr. beendeten elf Monaten landeten an unseren_ Gestaden, zur dauernden Niederlaffung im Lande, 392 555 Men1chen gegen 471340 in der Paralielperiode des Jahres1888.- Was den Gold- Er port New-Yorks in der laufenden Wockoe'betnfft, so wurden ins- gesammt 2580000 Dol]. nach Europa geschickt, wodurch der dies- jährige Gold-Crport des New-Yorker Hafens auf 33 414000 Deli. angewachsen ist.
Verkehrs - Anstalten.
Hamburg, 10. Ju1i. (W. T. B.) Die Postdampfer .Suevia' und „Italta' _der Hamburg-Amerikanischen ?acketfabrt-Akttexigeselly(haft haben, von New-York ommend, heute Vormittag Lizard passirt.
London, 11. Juii.__ (W. T. B.) Der Castle-Dampier .Conway-Castie' nt heute auf der Außreise von London
abgegangen. Der Castic-Dampier .Drummond Castle“