1889 / 174 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 Jul 1889 18:00:01 GMT) scan diff

bis..ten....wit...Mark ..Pf. bei derKreiO-Kowmunal- kaffe Y Brieg. ck““ den ' des .Frise's Brieg (Unterichriftm) '

Dieser Zinsscbein ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag “nicbt

insexbalb ivider Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Falligkeit er o en w r .

Anmerkung: Die Namensunterscbriftm der Mi lieder des KreiSausscbuffes können mit Lettern oder Facsimileßempe 11 gedruckt werden, doch muß jeder Zinsschein mit der eigenbandigen unterschrift eines Kontrolbeamten verseben werden.

Namens-

Provinz Schlesien. Regierungsbezirk Breslau. A n w e i s u n g

zum KreiSanleibescbeine des Kreises Brieg

. . . te Au abe, Butbstabe . . . . Nr ..... über . . . . Mark.

Der In aber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe

zu dem obigen'Anleibescbeine die . . . te Reibe von Zinsscbeinen für

die fünf Jahre 18 . . bis 18 . . bei der Kreis:.Kommunalkaffe zu

Brieg, sofern nicht rechtzeitig von dem als solchen ficb ausweisenden Inhaber des Anleibescbeines dagegen Widerspruch erhoben wird.

Brieg, den . . . ten ........ 18 . .

Der KreiSausscbuß des Kreises Brieg. (Untersebriften) _ _ _ Anmerkunéz: Die Namenßunterscbnften der Mitglieder des Kreißausscbuffes önnen mit Leitern oder Facfimilestempeln gedruckt werden, doch muß jede Anweisung mit der eigenbändigen Namens- unt cbrift eines Kontrolbeamten versehen werden. _

'e Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blatibrette unter den beiden letzten Zinsstbeinen mit davon abweichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:

. . ter Zinsscbein. | . . ter Zinsscbein. Anwäsung.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Den Domänenpächtern Schwarz zu Rastenburg und Schümann zu Reimsdorf, Regierungsbezirk Königsberg, ist der Charakter als Königlicher Ober-Armmann verliehen worden.

Jiihtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 25. uli. Se. Majestät der Kais er und König ließen ich im Laufe des gestrigen Ta es an Bord Allerhöchstseiner Yacht Vorträge halten und tra en bei schönem Wetter um 5 hr Nachmittags in bestem Wohlsein vor „Bergen ein. Die Weiterreise nach Wilhelms- haven ist für heute Nachmittag in Aussicht genommen.

_ Ueber die Reise Sr. Majestät des Kaisers und König?- meldet „W. TB.“:

Bergen, 24. Juli, 11 Uhr 20 Minuten,Abends. Heute Na mitia erfol te die Ankunft in Bergen. Se. Majestät der Kai er, A erhöchtwelcbem die Reise vortrefflich bekommen ist, blie den Abend an Bord. Bei der Abendtafel brachte Se. Majestät das Wohl Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Erbprinzesfin vo_n Sachsen-Meiningen aus, deren Geburts- tag auf den heut: xn Tag fällt. Von hier wird die direkte Ueberfahrt nach ilhelmshaven erfolgen,

_ _Der Landtags-Abgeordnete für den 7. Kasseler Wahlkreis (Melsungxn, Kißlar), Gutsbesi er Nöll aus Gudensberg, ist, Wie . T. B.“ aus arburg vom heutigen Tage meldet, in der dortigen Klinik gestorben.

_ Der _RegierungS-Affeffor König zu Wesel ist mit der kommissarischen Verwaltung des Landrat Lamts im Kreise Zell betraut worden. Der Negierungé=Affe or Pampel ist der Direktion für _die Verwaltung der direkten Steuern in Berlin zur Beschäftigung überwiesen worden.

Bayern. n ck en , 25. Juli. (W. T. B.) Der General-Lieuienant, Freiherr M a xi m i l i a n v o n H o r n, ist gestern in M u r n a u gestorben. -

_ Sachsert. Dreßden, 24.Juli. (Dr. J.) Ihre König- lichen Holkeiten der Prinz Georg, Herzog zu Sachsen, die Prinzes in Mathilde und der Prinz Albert find gestern Abend nach Freiburg im BreiSJau gereift.

Württemberg. Friedrichs afen, 23. Juli. Gestern Na mittag traf der Kaiserlich ruf ische Botschafter in Berlin, Gra Paui _Schuwalow mit Gemahlin, einer Einladung Yirff Kbmglichen Majestäten folgend, im Königlichen

o e em.

Das heutige Namensfeft Ihrer Majestät der Königin wurde von Ihren Majestäten in der Stine gefeiert. Jhrr Majestät nahm die Glückwünsche der Angehörigen des Königlichen Hofes some der am _delager weilenden Gäste vor der Tafel ent egen. _Se. Königliche Hoheit der Herzo Albrecht von ürttemberg ist heute Abend wieder na Stuttgart zurückgekehrt.

Baden. KarlSruhe, 23. Juli. Aus_ einem heute Nachmittag ausgegebenen Extrablatt wiederholt die „Karls- ruher'Ztg.“ das Leute erschienene Bulletin über die Er- krankung Sr. öniglichen Hoheit des Erbgroßherzogs. Dasselbe lautet:

„23. Juli, Morgens. Das Befinden Sr. Königlichen Hoheit des Erb roßherzogs ist nach einer durch Husten etwas mehr gestörten acht eute im WesentliYn das „gleiche wie gestern. _Der Krä tezu and sehr gut. as Fieber mäßig. Die örtlichen Ers inungen an den Lungen smd je t in den hinteren unteren. Lungentheilen so lokalifirt, wie es ei dieser Form katdrrbalischer Entzündung ?ewö nlich ist. In der

mken Seite find die Erscheinungen m ückanngzegri en. * . um er.“

Der Leibarzt, Geheime Rath ])r. Tenner, ift geiiern Abend nach Karlßruhe urücxgekehrt, während der Geheime Rath Dr. Kußmaub _eute ormiéklag nach,. einem nochmaligen Be- WnXä'iZömg ichen Hoheit des Erbgroßberzogs von Freiburg

Laut Bekanntwachun des Oberst-Kammerherrn Freiherrn von Gemmingen mird au Befehl Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von heizte an täglich Abschrift des Bulletins über den Krankheitsiustand bes Erbgroßherzogs im Hauptportal des Schlosses zu Karlnuhe aufgelegt werden.

Mecklenlm -SchUeriu. Schwerin,_ 24. Juli. Ye K nigliche obeit die Frau Großherzogin-Mutter d morgen“" “Vormitta von Ker zmxi _Aufen W Heiligendamm bege ., I 8 _Kön iche Jg die Frau Großherzogin Marie, _sowre e Ho eiten die Herzogin Elisabeth und die Herzöge Adolf Friedrich und einrich werden am Freitag, den 26. d., von Rabenfteinfe ebenfalls nach Heiligendamm zum

Aufenthalt daselbst abreisen.

Oldenburg. Oldenburg, 24.Iuli„ (U;) Se. König: liche Foheit der Großherzog hat für einige Tage im Schlo e zu Jev er Aufenthalt genommen.!Y»

«Neuß sj. 2. Gera, 20. Juli. (K. Ztg.) Der Leinb- tags-Aus chuß hat den Rechenschafwbericht des iirstlichen Minisieriums für die Finanzperiode 1884 bis 1, 86, ammt den Haupt-Staatskaffenrechnungen einer eingehenden Durchsicht und genauen Prüfun unterworfen. Es ergab sich dabei die höchst erfreuliche That ache einer durch stetiges Steigen der Ein- nahmen herbeigeführten fortschreitenden Besserung der Lage der Staatsfinanzen. Die Me?)? reinnahmen betruléen 165 626,15 «.“-€ an indirekten eichssteuern und en, 102 075,05 „M an Sporteln, 255 671,52 916 an indirek- ten Steuern, zusammen 523 372,72 „411 Es haben aus diesem Plus 459 112,89 M für außerordentliche Audgaben, für deren Deckun theilweise die Auf- nahme einer Anleihe voraUSge eben war, Verwendung gefunden. Davon kommen 20143661 «111 auf den Neubau des hiesigen Gismnafiums, 80768,20-sé auf den Neubau eines Landtagsaebäu es, 78 651,605jß auf die Elsterbrücke. in Köstris uE1nsd ?ZZWMZ M als erste Nate für die Schönberg-Schleizer en a n.

Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 23.Iuli. (Hann. C.) Ihre Durchlauchten der , ürst und die Fürstin, welche ur eit in dem Jagdschlo e Brandshof am Vückeberge wei en, werden am 27. d. . zur Konfirmation der Prinzessin Elisabeth von Waldeck nacb Pyrmont reisen, aber an dem- selben Ta e zurückkehren. Am 3. August wird sich das Fürstliche llIPW: zur Kur nacb Karlead begeben.

Oesterreith-Ungarn. Wien, 23. Juli. (Wien. Ztg.) Se. Majestät der_Kais er hat heute Nachmittag Bad-Gaftein in bestem Woblsem verlassen und fiéh nacb Ischl begeben.

_ 24. Juli. (W. T. B.)_ Das „Fremdenblatt“ meldet die Ernennung des Dr. Karl Ritter von äger, Ministerial- Raths im Ministerial-Vräsidium, zum Lan es-Prä's identen von Schlesien und bemerkt dazu, der Neuernannte sei gleich seinen Vorgängern de Vacquehem und Graf Herveldt dem Verwaltungskörper entnommen, lange Jahre hindurch in der nächsten Nähe des Minister-Präfidenten Grafen Taafse tbätig gewesen, kenne deffen_ Intentionen und vereinige große Erfahrung mit strenger nat1o_naler Objektivität.

DasselbeBlatt erklärt die Behauptung des „Grashdanin“, daß die österreichische Politik bemüht sei, zwischen Serbien und Bul arien einen Konflikt hervorzu- rufen, inSbesondere, da auf Grund von Aristiftung von Wien die bulgarische Regierung Trupprn an die serbische Grenze geschickt habe, als vollständig erfunden, um gegen Oesterreich zu heizen. _Grrade die Leitung der ößerreichischen Politik sei bemüht, die Regierungen in Belgrad und Soüa über ihre gegenseitigen Inxereffen aufzuklären, um eventuelle Mißverständxiiffe zu beseitigen. Die serbische und die bul- garische Regierung könnten am besten von dieser Thätigkeit Zeugniß ablegen.

Großbritarinierr und Irland. London, 23. Juli.

A. C.) Die Admiralität veröffeiillicht foTlZendes Programm

ür den Empfang des Kaisers ilhelm und die große lottenschau: _

_ Am reiiag._ den 2. August, ungefähr um 2 Uhr 30 Minuten, wird Se. Königliche Hobeit der Prinz von Wales auf der König- lichen Yacht „Osborne' nach dem Nab-Leucbiicbiff segeln, um daselbst die uni 4 Ubr fäliige Ankunft Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm mid seines Geschwaders abzuwarten. Die „Osborne“ wird begleitet sein_von der Trinity-Yacbt und der „Fire Queen“. Bei der Annaherung des Kaisers wird die gssammie britische Flotte die deutsche Fiagge auf dem Hauptmast aufbifsen. Ai]: Schiffe werden zur Begrußung Schöffe abfcuern, und die Rauen xwerden mit Matroien bemannt werden. Nach erfolgter Ankunft der König- [icben Yachten in der Bai von OSborne wird der Prinz von Wales dem Deutichen Kaiser an Bord der .Hobenzoliern“ einen Besuch ab- statten, worauf aucb die Spisen der Marine fia) Sr. Majestät vorstellen Werden. _ Für Sonnabend, den 3 August, find die folgenden Anordnungen _g.ttoffen worden: Der Prinz von Wales wird Jbrc_Majesiät die Königin bei dieser Gelegenbeit vertreten. Die KönFlicben Herrschaften werden aus der ,Alberta' vom Trinity Peer_m owes um 3 Uhr Nachmittags abfahren und sich an Bord der m den _Cowes Road; liegenden Yacht „Victoria und Albert“ begeben. Wahrend der Jnivektion werden sich die Lords der Admi- ralitat an Bord der Königlichen Yacht befinden. Während der Rundfahrt wird die Trinity-Yacbt voransegeln; der „Victoria urid Albert“ folgen werden die Yachten .Alberta', die Admira- litats-Y1cht, das Transvortschiff .Eupbrates' mit dim Hause der Lords und dem diplomatischen Corps und die .SerapiS' mit dem Unterbauie an Bord, sowie das Schiff, auf welchem sich der Lordmavqr und der Londoner Stadiratb befinden. Die Königliche Buch wird vor dem .Collingwood' ankern. Dort werden die Admirale und alle Offiziere über dem Lieutenantörang sicb ver- fanxmelrz, um den Befehl entgegenzunehmen, an Bord der „Victoria und Albert“ zu kommen._ Auf dem Mast des leyteren Schiffes werden sowohl die deut1che wie die englische Flagge weben. _Bei der Ruckkebr nach Osborne werden wiederum die Marten aller Schiffe bemannt und Begrüßungsscbüxse ab- gefxuert werden. _ Am Sonntag Nachmittag wird der Kai er, be- gleitet von dem Prinzen von Wales, die Kriegsschiffe .Howe“, ,Hero', ,Immortaliié", ,Medea' und .Serpent' und wabrscbeinlicko a_uch den .Sharpsbooter' beficbtigen. - Am Montag Morgen wird die bei Spttbead versammelte Flotte in Geschwader gethcilt werden, um die Floitenübur-gen zu beginnen. .

_ 24. Juli. (21. C.) Jm Oberbause wurde gestern die Rrgierun?sv_orlage betreffe_nd die Bildung eines land- wirthscha tlichen Ministeriums zur dritten Lesung zu- Ylassen, nach AblehnunY eines von Lord Denman gestellten

erwe ngsanrrqgeß. er Vorlage fehlt zur Gesc eskraft n_ur no die Königliche Sanktion. _ Im Unter an e kün- Rte Buxton an, er werde in der nächsten esfion die

scha ung des S_chxrlgeldes in allen Elementarschulen des Vereinigten Königreichs beantragen. das Haus mit 230 gegen 76_ Stimmen emen Antrag, welcher daß Schaßami xrmächttgt, für_ den Bau von leichten Eisenbahnen in Irland eme Subvention von nicht über 600000 Pfd. Sterk. zu gewähren und fiir das

Zunächst genehmigte

Kapital solcher Eisenbahnen eine Garantie in Höhe von 20000 Pfd. Sterl. jährlich zu übernehmen. Bis zum Schluß der Sisung bildete die 'Regterungsvorlage, betr. die Reform der Lokalver'Waltung in Schottland, wieder den Gegenstand der Erörterun .

Der Schah wird sZon am 29. Juli in Portswouth eintreffen und an Bord der Königlichen acht „Osborne“ die bei Spithead versammelte Flotte best ligen. Am 30. Juli wird fich der persische Monarch von der Königin verabschieden qu __Zin Bord des eben erwähnten Schiffes nach Frankreich a rei en.

In England hegt man eine hohe Meinung von dem Anführer der vqrriickenden Derwiscbe, Wad-el: Njunn, und hält ihn für einen höchst befähigten Führer. Er war es, welcher _die Araber bei Meiemmeh hexehligte und den britischen _Ojfizieren mehr zu schaffen ga als alle anderen mahdiftischen Generale zusammen. Wad-el-Njumi hätte den Obersten Talbot, welch einen Verwundeten-Trans- port nach der_Schlacht von A u Klea leitete, abgeschnitten, wenn nicht die Garden unerwartet hinzugekommen wären. Wie er geachtet von seinen Feinden ist, so feßenseine Soldaten begeistertes Vertrauen in_ihn.

Aus Minbu in _Birma wird gemeldet, daß der In- surgenten-JHäuptling Ottoma gefangen genommen worden ist. Er war der Nachfolger Bohshawy's nach dem Tode des Leßteren geworden. Ottoma hat fast 3 Jahre _lana einen großen Distrikt westlich des Jrawaddy in Schrecken verseßt. In der leßten Fit war er von seinen Anhängern de_rlaffen worden. In untho stehen die Jnsur enten_ in iolcher Stärke, daß die Bombay: und Birma:Gese_U?chaft21Zre Elephanleii von dort fortgeschafft und die Arbeit iii den äldern hat einstellen lassen.

_ _25. Juli. . . B.) Das Unterhaus nahm gestern die dritte Leiting der schottischen Verwaltungs- bill an. __ Die „Times“ veröffentlicht eine Erklärung Lord SaliSbury's, wonacherin Abrede stellt, bei seiner jüngsten Rede gesagt zu haben, daß Kreta doch schließlich von der Türkei getrennt werde.

Frankreich. Parid, 24. Juli. (Köln. Ztg.) Der König von Griechenland begiebt sich morgen Abend nach London, um der Hochzeit der Prinzessin Luise bei- zuwohnen. .

_ Der „Jntraniigeant“ theilt mit, der Ausfchuß der Nationalpartei werde den von der Regierung wegen ihrer politischen Gesinnung abgeseßten Beamten ihr Gehalt weiter bezahlen „bis zur Siunde, da Grneral Boulanger triumphiren werde“.

_ (W. T. V.) _ Siimmtlicbe Minister werden morgen dem Dankgottesdienst anläßlich des glücklichen AusZarigs des Attentats auf den Kaiser von Brasilien bei- wohnen.

_ Der Kardinal Lavigerie veiöffentlicht ein Rund- schreiben, in welchem er anzeigt, daß das Zusammen: treten der;An11f_klaverei-Kongreises inLuzern ver: s choben worden ist, weil eine Anzahl von hervorragenden französichen Persönlichkeiten wxgen der nahe bevorstehenden allgemeiney Wahlen in Frankreich nicht zugegen sein könnte.

_ 25. Juli. (W." T. B.) Von der Octroi: und Armenverwaltuna und etwa dreißig Beamte wegen Verbinduna mit _den Boulangisten ihrer Posten enthoben worden. Rochefort hat einen Aufruf an die Wähler von Belleville erlassen, in welchem er die Kandidatur für die Deputirtenkammer annimmt. Andrieux macht bekannt, daß er die Gehälter der“ im Arondissemem Forcalquier entlaffenen Beamten bezahlen werde, bis dieselben wieder in ihre Stellen mit Beförderung eing-eseßt sein würden.

Rußland und Polen._ St. Petersburg, 25. Juli. (W. T. B.) Die Herzogin Wera von Württemberg ist gestern Abend zum Besuch ihres Vaters, des Groß: fürsten Constantin Nikolqjewitsch, in Pawlowsk eingetroffen. Die Besserung im Befinden des Großfürsten

schreitet fort.

Serbien. Belgrad, 25. Juli. (W. T. B).? In Regierungskreifen wird das erücht, daß ' istics von eiiiem Schlaganfall betroffen worden sei, als unricbtxq bez_eichnet:_ derselbe sei lediglich von einem rheumatiichen Leiden hrungefucht; sein Zustand habe sich, noch ehe er ins Bad abgereist, bedeutend gebessert.

Amerika. New-York, 23. Juli. (21. C.) Aus Hayti sind hier mittels Dampfers bis zum 10. ds. MLS. reichende

Nachrichten ein egangen, denen zufolge General Hyppo- '

lite zur Zeit egonnen hatte, Port-au-Prince anzu- greifen. Von dem daselbst stationirten amerikanischen Kriegsschiffe sollten Marinesoldaten gelandet werden zum Schuß der _amerikanischen Einwohner. General Legitime hatte sich an den amerikanischen Ge- sandten gewendet und ihn ersucht, mit General yppoiite Unterhdndlungen für die Einstellun der ,eindseligkeiten zwrschen den Sireitkrästen des rivaliirenden Präsidenten anzuknüpfen. Das Staats-Departemen_t

in Washington ist indeß der Ansicht, daß, wenn der ameri- '

kanische Gesandte als Fiirdensveimittler auftritt, die?- seine individuelle Handlizng sem würde, gänzlich ohne die Ek“ mächtigurig der Regterunß der Vereinigten Staaten, welche eS ablehne, irgend eme der eiden Parteien anzuerkennen.

Afrika. _E ypten. Kairo, 23. Juli. (R. B.) Kapf- Lervis belästigt ortwährend _die Verstärkungen, welche zu Wad-e_l-N1umi von Gemar aus stoßen. Ende dieses Mo- nats mird General Sir F. Grenfell genügende Verßar- k_ungen erhalten haben, um _losschlagen zu können, da dann eiiie o_olle britische Brigade in Assuan versammelt sem mird. _

_ Aus Assuan, vom 23. Juli, meldet ein Telegramm des „Reuter'schen Bureaus“:

Der Sekretär von Abdul, Njumi's erstem Unter- befeblsbaber, fand sich gestern in Oberst Wodehouse's Lasik, ein und ergab fich. Er bebauptet, daß 14000 Pers on en mit Njuzm dix Gre n_ze überschritte_n, worunter fich über 5000 kamvffablse Manner befanden, daß aber die gegenwärtige Zahl“ der Kombattanken nur 3000 sei. Er_ bestätigt die Angabe, daß die Einwohner von Bimban m Uebereinstimmung mit den Derwiicben bandeltm._ In Folge dieser Mitxbeiluzig er reifen die hiesigen Be“ hörden tbati e Maßregeln, um die Radelsfü ter zu entdecken uxid_ zu verhaften. in an erer Gefangener sa !, daß Njumi vor mila“ Zeit eine Anzahl Beduinen gefangen na m und sie als Geisel" zurückbieii, um aus Assuan Pferde für seine Expedition zu _ck“ schaffen. Die ierde wurden im Derwiscblager vor einigen Monaten abgelie ert. Dcr cHerwiich-Dyktor, der jüngst m: biesigen Lager ankam, beißt Mohammed Varudi. Er

war früher Koch des Generals Gordon, Stone Pascba's, Raouf Pascba's und des Generals Hickx. „Mit Leßterem machte er dessen 14?“ Schlacht mit, _worauf er !" die Gefangensckzaft der Derwiséie fie. Er sagt, _daß die_Emirs Niumi Gehorsam benebeln, aber daß Viele buzter sememRi-cken sagen, daß fie bei erster Gelegenheit deser- tiren wurden. Einige Inder befinden sich bei den Derwiscben, welche als Doktoren fungtrtn,_sowie ein_Bokbaraner. eule Morgen entspann ck ein Schararußel zwischen einer avallerie- Patroui_ le und, dem Feinde, unweit des Derwischlagers, in welchem vier" Dermsche geiödtet wurden.

Zeitungsstiumeu.

Die revol_uti_onären Kundgebun en des inter- nationalen SoziglifienZKongresses m atis bilden in der Presse noch 1mme_r eiiien hervorragenden Gegenstand der Erörterung. So schreibt die „Kölnische Zeitung“: _

„Von „allen Kundgebungew des internationalen Sozialisten- Kongreffes in Paris, der seine Sivunkzen kürzlich geschlossen hat, ver- dient besondere Beachtuna der Um tand, daß fast alle Redner die ,Kampfbereitsibaft' der Sozialdemokraten für den „entscheidenden Augenblick“ versicherien und _daß die Wiederholung dieser pbrascn- haften Versicherung xedesmal stürmischen Beifall veranlaßte. Wenn- gleich gegenwärtig nur Phrase, weisen und diese Auß!Prücl:e, welche durch die Dreißigkeit, mit der fie vorgetragen wurdcn, verblüffen, doch deutlich genug auf die [eßien Ziele .der Sozialdemokraten bin. Umsturz, Revolution, das ist es, was die Hrrn. Bebel und Liebknecl-Jt, ebenso wie die ausländischen Genoffen, firmen Und vor- bereiten, und zwar Umsturz nicht auf gest lichem Wege, sondem Umsturz durcb Gewalt. Was bättcn sont die Aeußerungen der Abgeordneten und der stürmische Beifal], den sie ernteten, bedeu_ten soUen! Der Schweizer VertrauenSmann erklärte: .Wenn es dereinst zum Entscheidungskampfe kommen sollte, dann werden axicb die Schweizer auf dem Pla e sein.“ Der Vertreter für Ungarn_außerte: ,Die ungarische Bevöl erung wird im Momente der Eniicbeidung wissen, wo sie zu sieben bat ' Der niederländische Abgeordnete betbeuerte: .Die niederländischen Arbeiter werden am Tage der Entscheidung wie ihre internationalen Genoffen entweder siegen yder _sterben.“ Der VertrauenSmann aus Rußland versicherte unter iiürmiichem Beifall: ,Die Großindustrie gewinnt in Rußland immer mehr an Boden; dadurch wird das Proletariat zusammengedrangi _und dieser Umstand wird zur sozialen Revolution führen“ Der italienische und der schwedische Abaesandte erklärten ebenfalis, daß iii de_n von ibnen ver- tretenen Ländern die Sozialdemokratie im enticheidenden Moment kampfbereit sein werde. Wer diese Sprache der angeblichen Ver- treter der Arbeiter böri, wird nicht im Zweifel sein, daß Staat und Gesellschaft die Verpflichtung baben, jenen „entscheidenden Augen- blick“ mit allen Mitteln abzuwenden und auf diese Ankündiaungen mit den geeigneten Gegenmaßrrgeln zu antworten. _Mit Recht be- merkt die „Konservative Correipondenz“, das:, wer bei_!olchen Offen- barungen dcr internajionalen Sozialdemokratie sicb aleichmütbig stellt und dem Staate und der bestehenden Geseüscbaftßordnuna zu dem Kampfe, der ein Kampf um die Existenz sein würde, die nothwendtgen Waffen verweigert, eine schwrre Verantworilichfeii auf sich nimmt, die er früher oder später wird büßen müssen.“

Dasselbe _Blatt tbeilt an anderer Stelle mit, daß _der sozialdemokratische ReichstagS-Abgeoxdnete„von Vollmar in einer Unterredung mit einem Pariser Zeitungsfchreiber emgestanden habe, daß _das Sozialistxngeseß seine Ferris: schwer geschädigt habe. Weiter schreibt die „Kölnische eitung“:

„Als Beweis für die Trefflichkeii der Partei-Organiiaiion führte (in jener Unterredung)Hr. von Vollmar die Kosten an, Welche den deutschen Sozialdemokraten die Reise nach Paris verursache: „Unsere 82 Vertreter kosten uns je 308 Fr., das sind mehr a_ls 24c00 Fr. Ueberdies konnten wir für die Verunglückten in St. Eitenne 1000 Fr. beisteuern und mußten unsern Beitrag zu den laufenden Außgaben, die dcr Kongreß verursachte, entrichten.“

Die „Konservative Correspondenz“ lenkt die Auf- mxrksamkeit auf eine Aeußerung, welche der Bergarbeiter Diekmann aus Dortmund auf dem Marxistenkongreß ge- macht hat: _ _ _ _ _ _

„Diekmann, der über die Vorgange im rbe_inifch-wenfal1schen Koblenrevier berichtete, ließ fich wie folgt aus: .Die deutschen_Be_rg- arbeiter beabsichtigen, sicb jest fest und, eigentiich selbstverstandlich, unter strenger Jnnebaltung der geseslicben Befitmmungen zu orgqm- siren. Sollte dies verboten werden, dann stebe er allerdings nicht dafür, da heftige Unruhen zum qubrucb konimen. Die deutschen ergacbeiter werden seberald einicbey, _daß ihnen nur ge- bolfen werden kann, wenn sie ihr Schicksal jelbjt m _dieHand nehmer), d. b. sich der sozialdemokratischrn Bewegung anschließen.“ Daß die Sozialdemokraten fich bereits alle Mühe gegeben baden, um_di_: Berg- leute zu sich binüberzuziehen, ist bekannt, ebenso, dciß sie,_w1e_1a dureh das Auftreten des Bergarbeiters in Paris erwieien wird, m_dieser Richtung Erfolg gebabt baden. Wir boffen zwar,__daß auch_i_n der Zukunft die große Mehrzahl der Bergleute im the_ini]_ch - wxstialzschen * ezirk den Lockungen der sozialdemokratischen Agitqtion nicht folgen werden; immerhin ist aber Vorsicht und Wachsamkeit am Piave.“

Auch die „Germania“_beschäft_igt fich mit den beiden ArbeiterkongreZen, dem der_ xnterngnonalen Marxisten und dem der gemä igteren Poifibiliften, indem sie schreibt:

.Die ,National-Zeitung' hat nicht Unrecht, wenn sie bemerkt, daß fich die Pariier Verhandlungen in den alten, axßge- fabrenen Geleisen bewegt und keine neuen Gedanken zu Tage gefördert hätten. Das csteram censeo fast aller Redrier war: wirkliche Hülfe für die Arbeiter werde _erst _die sdziale Re- volution bringen, auf welche allseitig bmzuwirken 12:.___Auch das ist nichts Neues, denn das Programm _der auf Mqrxtittscbem Byden stehenden sozialdemokratiscben _Partnen unterscbetdxt scbqn Ziviscbcn Forderungen, die an die gegenwartige, und so_lche_n, die an die künftige Gesellschaft zu fteaen seien. Der revolutwnare Grundton der Pariser Verhandlungen hat daher nichts Ueberrascbendes; vor- aussichtlich werden aber bei den nachsten Soziqltstengesetz-Verband- lungen die Pariser Vorgänge eine große Rolle spielen. _ _

Was übrigens von vornherein zu erwarten war, daß uamiicb der Marxisten-Kongreß ein Weltkongreß, der Posfibiltsten-Kongreß (iber nur ein Rumvfkongreß sein würde, hat sich. vollauf bewahrheitet. Der [estere Kongreß war zulest, nachdem_ immer mehr frrmde Delegirte, darunter auch hervorragende e_ngltscbe, zu den Marxisten übergegangen waren, nur noch ein iranzösiichxengliscbcr Gemerkscdgfts- kongreß, auf dem sich die Deleairten der engliichen sozialdemokraincben ZdFödeÉation Jud des im s7zialistischben Ja?:waffer schwimmenden Tbeils

er rades- nions gcgen eilig ver ten. " _

Wir reaistriren schließlitb noch da! Gesiandmß deZ-JUbg._Bebel, daß die bürgerliche Geseüsäjaft zwar kran_k und verurtbeilt sei, aber doch für den Augenblick noch eine ziemlich feste Kozimtution babe, und daß andererseits die Macht der Arbeiter noch nicht groß grnug sei. einen Umschwung zu bewirken. Unsere Ges_eUschaft _isi alierdmgs krank, vielleicht sogar sebr krank, aber nrxcb ist_ es Zett, durch eine friedliche Sozialreform die Krifis zu überwinden.

Ueber den „Dran in die Städte“ schreibt die

Böhmert'sche So ial- orrespondenz“: _ . Draiig nazcb den Städten ist kein gut_es Zeichen der Zeit. Es ist dem Volkswobl nicht zuträglich, wenn die lqndltche Bevolkermig fick) mindert, die städtische sich in auffallender Werse mebrt. Dexia je mehr. das bebarrende Element im Volk abmmmt._desto wabrsckzeinlicher werden die gewaltsamen Störungen ruhiger Entimckelung. Das Kaviial könnte manches thun, um dizxen Zug nach den größeren Stadien zum Stil]- stand zu brin en. Kapit ifien müßten darauf auSgeben, auch auf dem platten ande abriken |U gründen._ _ Sie könnten das _ um so eher, als die Arbetskräfte bier noch billiger find und an vielen

Orten auch die sonstigen Bedingixngen zum Gedeiben_ einer derartigen Unternehmung dollars gegeben stbetyen. Unsere gngelsaCbfisÖm Baiern baben sich von jeher viel mxbr Mube [; ben,_m Dörfern und klxmen Städten großartige Industrien „iu „scha eu, ja, sie gründen eigene Fabrikftädtibtn, die, wie Saliam in England, Beßbrook in Irland, Pullmann City und Dolgeville in den Vereirxigten Staaten, „geradezu musterbaft eingerichtet sind und mehr Vorbedingungen für em edles, emeinnüßigek, glücklicbes Leben und Streben bieten, als _die größten &iädte. Natürlich müßten in erster_ Linie die Landwirtbe selbst auf Mittel firmen, durch welche sie ibre Tagelöbner an sich fesseln können. Denn gerade fie leiden unter diesem Zustande am empfind- lichsten. Sie zahlen böbere Arbeitslöbne und haben doch in der drän endsten Zeit keine Arbeiter. Sie geben ihrem Gesinde nach und übe eben Vieles, was sie sonst rügen mußten, _und erleben es doch in jedem Jahr wenigstens einmal, da_ß rin Arbe1ier_den Dienst kün- digt und sein Fortkommen in der stadirsÖen Fabrik sucht. Unsere heutigen Landwiribe sind nicht mebr_ die _Herren, das Selbstgesübl ihrer Arbeiter ist nicht geringer als tbr _etgenes,_ _

Furcht vor dem Herrn kennt der beuttgr Arbeiter nicht mehr. Desto wichtiger ists auch für den ländlichen Arbeiigeber, daß er sich die Liebe seines Arbeitnehmers erwerbe. Der Landwirtb muß es so einzurichten suchen, daß seine Tagelöhner auch im Winter bei ihm _ Be- schäftigung finden. Verbufferongey _an Gxgi-id und Boden icines Gutes und Vorarbeiten für das Frubjabr wunen aur!) in der härtesten Jahreszeit rem Tagelöhner täglichen Verdienst geben. Es ist nöibig, daß dieser Verdienst jedeSmal nachj Ablauf _einer gewisien Zeit wachse. wie es ja aucb in der Fabrik üblich ist. Durch Zulagen zum Tagelobn für die Arbeiter, welche schon längrre Zeit im nämlichen Dienste stehen, fiebert sich der Landwirtb einen guten Arbeiterstamm, der auf die Neulinge ein wachsames Auge hat und sie zur Thätigkeit spornt. Auch sonst vermag der Land- wittb Vergünstigungen m gewähren,_ die_ sein Konkurrent _an dem Arbeitsmarkt, der Fabrikberr, m_cbt b1e_ien kam). waabrr er fie wirklich mid sorgt daneben auch die Rrgierung daiür, daß nicht zu sebr centralifirr, also nicht alles Woblibatige und angenebme a_n einigen wenigen großen Pläßen vereinigt werde, so werden fichdte Flutben, die jeizt-nacb den Städten strömen, bald stauen Die_A_rbei_ter werden bald einsehen, daß ein Mensch auch aus dem Lande !etn tag- liches Brot erwerben und glücklich fem kann."

Statistik und Volkswirtbsäjaft.

Die Betrieböergebnisse der deutschen Rübenzuckrr- fabriken in der Campagne1888'89. (D. volksw. Corr.)

Seitens dcs Kaiserlichen Skatistiscben 5L_lmtes sind die Betriebs- ergebniffe der Rübenzuckerfabriken in der Zett vom 1. August 1888 bis 30. April 1889 veröffentlicht worden. Da man annehmen Yann, daß mit le terem Zeitpunkte die Campagne als beendei angeieben werden dar, scheint es vielleicht angebracht, kurz auf die Resultate dersrlben einzugeben. _ _ _

Vom 1. August 1888 bis 30. April 1889 wurden in den Rubex!- zuckrrfabriken 7 896 502900 kg Rüben, 932 542 300 kJ mebr als in demselben Zeitraum des Vorjahres verarbeitet und an Robxucker 861278800 [(Z- erstes und zweites Prodnkt, 24525600 kg Nac!)- vrodukie vom dritten Produkt (gegen 818691800 de_zw 32629 600 113- im Vorjahre) gewonnen; cm raffinirtem und Koniumzucker wurden von den Fabrikrn überhaupt 456101000137 (gegen _441 699 300 kg- im Voriabre) erzeugt. Es ergiebt sich alw eirieerhrblicheZundbnie der ;produktion, und diese erscheint um io_ erireuiicber, als auch m_ ihren

abrikaktiven und finanziellen Ersebmffen die_ Camdaane, wie aus den Kreisen der Zuckerfabrikanten der Provinz Sacbien verlautet, leidlich befriedigt hat. Die Zuckerpreiie find zwar seit Beginn der Campagne von 17 „sé- pro Ceniner 889 Wndement aiif 16,305,“ ge- fallen, aber dann bis Schlu wieder auf 17,5096 gestiegen. Die nach dieser Zeit in Folge der 1ch plöslieb ergebenden Minderettrage em- zelner olonien wie der überhaupt geringen_Vorratbe der ganzen Welt wegen eingetretene Preissteigerung, d_i_e levi den _Cbarakier_der wildesten Spekulation angenommen bat, ist nur wenigen Fabriken

noch zu statten gekommen, da die meisten ibr Lager bereits geräumt

alten.

Nicht befriedigt bat die Campagne1888/89 für die _deuticbe Landwirtbscbaft. Die Anbaufläche der _Zuckerrube bat 11ch im Ver- gangenen Jahre nicht unwesentlich gesteigert. Der Extra? _aber ist ein relativ geringer gewesen. Einmal verzögerte sich d.s vaten Be- ginnens des Frühjahrs wegen die Aixsiaat um mebrere Wochen, und dem entsprechend auch die Ernte; bmzu ka_m noch, daß em Theil le terer durcb starke Fröfie im November uberrascht und zu Folxze de en auf dem Felde wie in den Mieten ichwe_re Brscha- digungen herbeigeführt wurden. Obgleich nun _dte Ruben- preise ein Geringes höher waren als_ im_ Voridbre, konnte doch kein Auögleicb erzielt werden. da weit weniger Ruben als _sonst in gutem verarbeitungsfäbigen Zustande an die Fabriken geliefert wurden. Die crfrorenen Rüben beteijei_en nun auch der_1 Fabriken empfindliche Störungen und Schwierigkeiten“ die Vrrarbetiiing sani, wie der Zweigverein der Fabrikanten für Linbait benchtet, bis auf die Hälfte herab und mußte schließlich ganz etng_eiiel]t werden, da diese Rüben sicb nach und nach unter Milchiauregabrung und Invextzucker- bildung voUständig zersetzien und_die daraus gewonnerien Saite sich nicht aufarbeiten ließen. Tbcilweise_ "zog man vor, die Ruben gar- nicht zu verarbeiten. sondern zu verfuitern; und als inan sab, daß sie Ker GeLundkéit des Viebes nachtbeiltg wurdcn, ließ man wieder avon (: . .

Verbot des ,TrucksyfiemS' in den Niederlanden.

Das Trucksvstem, d. b. die Ausbeutung)“ Arbeiter Setteiis der Arbeitgeber durcb Naturallöbne, Vorschußwrrtbsckxaftn ,_ unterliegt in Deutschland gaseylicben Verboten. Nunmehr wird auch in den Nieder- landen ein das Trucksyiiem verbietender Gesesxntwurf der Volks- vertretung vorgelegt. Der Inhalt desselben ist nach der „Koi- nifcben Zeitung“ folgender: Den Arbeitern darf der Lohn nur in gutem nieder|ändischen Gelde avaezabli werdeii, und zwar muß dies wöchentlich eicheben, wenn der Lohn niedriger als 15 Guldrn für die Woche it. Der Lohn darf nicht außgezablt werdeii in Gebäuden. in welchrn Schnaps verkauft oder em Ladenge|chast be- triebrn wird. Kein Arbeiter kann gegen_semen Willen gezwungen werden, zu irgend eipem Geldbesiande beizusteuerri. und der Arbei!- aeber darf nur in einzelnen Fällen einen Tbrtl des _verdienten Lobnes zurückbebalten; diese Fälle find diirch das Gens fest estellt. Keinesfalls darf der zurückgebaltene Tbetl des Lohne; _mer_ als ein Fünftel des ganzen Wochenlobnes betrauen. Naturlicb_ konnen diese Bestimmungen abgeändert wxrden,_ fglls 'der Arbeiter all_s freien Stücken eine geseßliche Ueberemkunst in dieser Hinsicht m_tt dem Arbeitgeber abgeschlossen "bat._ Dem Entwurf des Gefeßeßgsi ein ausführlicher Bericht beigefugt, i_n weichem die Regierung erklart, daß der Entwurf bcabsicbtigt, den araerlichsien Mißbraucheri, welche be onders an der Grenze und in den Torfgrabereirn vorberricben, em Ziel zu setzen. Der Eanrs fußt auf den Ergebmffen eiiier von den Vorständen der Gemeinden gefuhrteti Untersuchung, sowie auf dem Gutachten der Gouverneure derProvmzen und der Handelskammern.

Kunst und Wiffeuschaft.

Einer bier eingetroffenen Privatmeldung zufolge ist Dr. Zint- graff im besien Woblsein zu Zbi am Mittellaufe de_s Venue _uFies ein etroffen. Wenn diese Nachricht sicb bestatigt, so wurde 1)_r.3mi- ra einen wesentlichen Theil seiner Aufgabe, das bisher vollig un- ekannte Hinterland des Kamerungebietes bis nach Axamaua auf- zuschließen, mit glücklichem Erfolge gelöst „haben. 1)! Ztntgraff hatte am 18. Dezember v. I. die deutiche_ Stgiiozi am Clepbqntenser v_er- Jffcebn._ch_SeiZdbem _bwarTn exoisffzu seiner 1eßigen Ankunft in Ib: keine a ri en erinen ro en. München, 24. Jugni. (W. T. B.) Der ordent1iche Profeffor

der staatßwirthscbaftlickoen Fakultät der hiesigen Universität, Dr. (Carl

Gayer, ist zum kear'or magnifica; für das Studienjahr 1889/90 gewählt worden. _ Müniben. Die Gemaldegalerte des Grafen Schack, welcher, den „Meckl. Nachr.“ zufol e, München verlaffen bat, bleibt einstweilen den remden und dem üncbener Publikum zugängliib. Bayreut , 23. Juli._ (M. Allg.Ztg.) DieGeneralversc-mm- lung desAllgemeinen_Rtchard Wagner-Vereins konstatirte, daß die Mitgliederftbaft 1eit vongem Jahre von 6000 auf mehr als gestiegen ist. Die Einnahmen und Außgaben bilanciren mit 47 577 ck Die Vorstandschaft und der Vorort wurden wiedergewählt. Festspiele finden im nächsten Jahre vorausficbtlicb nicht statt. An de?! Zstrinz-Regenten und an den Kaiser wurden Huldigungstelegramme ge an .

_ Wörth a. d. S., 22. Juli. Die .Straßb. Post"“ berichtet: Hier herrscht eine große Emfigkeit: alles ohne Außnabme ist tbätig,“ um den künftigen 6. August. den Tag, an welchem das bayerische LandeSdenkmal bier enthüllt wird, zu einem möglichst festlicbm zu gestalten. Von den Prinzen des bayerischen Hauses wird voraus- sichtlich Prinz Leopold sich an der Feier betbeiligen.

_AusMad r_id, 19. d. M., wird der .Fthg.“ geschrieben: Be- kanntlich fa_nd Kaiyer Karl ?.. als er sich bald nach seiner Verbri- rgtbuna _mit der Infantin Isabel von Yoriuqal, im Jahre 1526 einige Zeri in GranadaÜaufbielt, so vixl rialien an der Hauptstadt des maurijcker_Andaiu1iens, daß er bétcbloß, sich in den (Gärten der Alhambra eine Sommer-Rrsidrnz zu schaffen. Der Feenpalaft der Araber war_ aber nicht nach dem Gescbmack des Fürsten, er war drm Nordlander _zu luftig. die Zimmxr zu klein, das Ganze nicht massig, nicbt imponirend genug und 10 ließ er denn einm Tbeil drr alien Alhambra, den Winterpalast des Maurenichloffes medrrretßen und_an denen Strlie einen Bau aus rotbem Sandstein auffahreii. Fertig wurde dieser Palast Karl's 7. nie; der Kaiser kebrte_n1cbi, wenigsirns iiicht für längere Zeit nach Granada zurück u_nd sem S_obn Pbiiipp oatte andere Nrigungen und verfolgte seine Zigenxn Plans Seiiber sieben die_ mächtigen Mauern des Kaiser- 1cbloncs, welches um einen grdizen, kreisrunden, von Säulen- bailexz umgebenen Hof brrumgebaxit ist, veiödet da und droben m_ iich zuiammenzufaüen. Degi ddrzubeugen und um einem Be- durfntß abzubeiien, weiches 11ch in Granada längst fühlbar machte, bat dre __Kömgm _ an_ den_ Vortrag des Minister?- des Inneren, _Grafcn Xiquexia bin, in dieien Tagen brfoblen. einen Theil de? Palaiies der_Provixiz und der Stadt Granada, Bebuis Unter- bringung des dorirgen,_ 1ebr rcicbbaliigsn, arcbäologiicbcn Museums und der noch reichbaltigercn Sammlungen aus dem Gebiet dericbönen Kuniie, unter der Bedingung zg überlaffen, daß das Gebäude über- dacht und restaurirt werden müne, an seinen Grundmauern und seiner Faqxde aber keine Arnderimg vorgenommen werden dürfe.

Land- und Forstwirthsthaft.

Eröffnung der kleinen Jagd. _ Für den Regierungsbezirk Poisdam wird ais Tag der Erbiinung der dTéSjäbkigLn Jagd auf Rebbubner und Wachteln _ Sonnabend, der "24, August, an? Haien, NULL“, Birk- und Fasanenbennen, sowie Haieiwild _ Sonnabend, der 14 September festgeieyi. Potsdam, den 18. Juli 1889. Der Bezirks-Ausschuß zu PotIdam. Gedike.

_Prii, 24. Juli. (W. T. B) Nach dem Saateniiands- bericht für die Zeit vom 16. bis zum 22. d. M. ist die Weizenernte eine schwache Mittelernte. die Qualität _im Aligemeinen unter Mittel, die_ Roggenernte gleichfalls schwach, mittclmäßig, die Gerste unter Mittel, iowobl qualitativ wie quantitativ nicht den gehegten Erwar- tungen entsixrechend, Der Schnitt des Hafers ist noa“) nicht beendet, derielbe verwricbr eine ichwache Mittelernte.

Gewerbe und Handel.

Vox: .Saling's Börsenpapieren“ (Haude- und Spener'icbe Buchhandlung [F. Weidling] in Berlin) liegt der zweite (finanzielle) Theil in dreizehnter Anslaqe. wie schon seit einer Y_ieibe von Jahren unter drm besonderen Titel .Salirig's Börien- Jahrbuch“ dor. Dir dießmalige für 1889/90 beitimmte AuLgabe ist wieder von dem bcwabrtcn Statistiker W. L. Hertsl et bearbeitet, womit _zugleich die Sorgfalt und Gewiffenbafiigkeit der Arbeit ge- währleistet ist. Der „Saling“ erfreut sich seit Iabrexi in den Kreisen der Bankiers und Kapitalisten eines so guten Rufes wegen derReicbbaltigkeit und Zuverlässigkeit 1einer Angaben, daß eine besondere Empfehlung deSselben übrrfiüsfig erscheint. Es ist nur zu bemerken, daß die Anordnung des Stoffes den_Vorjabren gegenüber nicht ver- ändert wurde, daß aber der Umfang des Werkes, welches sieb durchaus als Originalarbeit darstelit, durch die Besprechung der neugeichaffenen Wertbpapiere und der Anfübrung der Konvertirungen zugenommen bat. __ Der_ Verfassrr theilt in der Vorrede mit, daß fast iammtlicbr Artikel an die Geieüschaiten, auf welche _fic fich beziehen, zur Richtig- steuung eingesandt wurden und daß auch im _Herbst dieses Jahres 2571 Crgänzunssbest erschrini, welches nothwendig gewordene Zusäße und die inzwischen eingetretenen Veriinderungen enthält und auch neu an den Markt gekommene Paviere be]pricht. _Durck) dieses Ergänzungs- beft, sowie dadurch, das: die für weitere Kreise wichtigen Papiere auch der Frankfurter Börse berücksichtigt sind, gewinnt .Salina's Börsen: Fbrbucb' rdr anderen ähnlichen Nachschlagewerken einen bedeutenden ' orzug.

_ Ueber die Lage des niederrbeinischen_ Seiden: Gewerbes wird der „Köln. Volksztg.'_geschrieben: Dr_e Nachfrage nach Robieide von Seiten der Fabriken war sebr icbwacko, da letztere iortfubren, nur für den strengsten _Tagesbedarf_ zu kaufen, und für das Zustandekommen _von Lieferungsxzescbaften waren die Forderpreise der Spinner ein enticbiedenes Hirxderniß. Die Rabe, welche der Monat Juli nqcb alter_Eriabrung itets für den Nobseidenbandel bringt, hat aber bis jetzt iiicht die geringstx Schwäche in der Haltung der Eigner bervorgerufen;_ tm Gegentbeil iit ein zwar langsames, aber sicheres Steigen der Preise das Merkwal der letzten Wochen gewesen. Der Verkehr im __Stoffgeschaft_ ist, was den augenblicklichen Bedarf anbetrifft, geringer gxworden, ist indeffen bei den aeringen Vorrätben, welche im anchenbandel bestehen, immer noch lebhafter, als sonst um _diese Zcix des Jabres. Dagegen smd Nachbestellungen auf Artikel fur_ den Herbst im Großen und Ganzen seltener geworden; in den Farbereien macht fick) dies schon

empfindlich fühlbar. (W. T. B.) An der Küste 2 Weizen-

London, 24. Juli. ladunaen angeboten. _ _

Mailand, 25. Juli. (28. T. B.) Die Einngbmen des Ita- lienischen Mitteln!eer-Eifenbabnneßes wahrend der zweiten Dekade des Monats Juli 1889 betrugen iiach provisorischer Er: mittelung: im Personenverkehr 1339133 Lire, im Güterverkehr 1 947 750 Lire, zusammen_ 3 286 883 Lire gegen 3186 733 Lire in der gleichen Periode des Vorxabres, nutbm mehr 100150 Lire.

Verkehrs - Anstalten.

Hamburg, “24. Juli. (W. T._B.) Der Postdampfer ,quarra" der Hamburg-Amerikaniscben Packetiabrt- Aktiengeseliscbafi ift, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetrcffexi,

London_,24.Ju1i. (W. T. B.) Der Union-Damvfer .Tartar“ ist heute auf der Heimreise von Madeira abgegangen. Der Castle-Damvfer ,Norbam-Castle“ bat beute am der Außretse Madeira Wsfitt und der Castle-Damvfer ,Mctbven

Castle" ist beute auf der Außreise von London abgeßangen.