1868 / 289 p. 7 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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n s- 3 Geri isa cssoren, ] Bauführer, 2 außerprcußisckxe Deutsche, ZuLlekänder; KSH 1806-1867: ]5 Mitglieder, 5 Regierungsq ] _Gc- richtsasscssor, ] Regierungsrcfcrcndar a.D., 2 Lehxcr, 4 außerprcußtsckw Deutsche, „2 AuSländcr; Ul. 1807-1868: 5 Vöttgltcdcr, 2 Gerichts- asscssorcn, 1Gclcbrtcr, ], außerprcußiscbcr Deutscher, ]Lluslßndcr; &711. _ 1868-4869: 7 Mitglieder, ] Bergaffcffor, ] Gerichtsassenor, ] Rc-

gicrungssefrctär, ] Privatdozent, 2 außcrprcußischc Deutsche, ] Aus- länder,

Es haben also, den soeben begonnenen fiebcntm Kursus 111itgc- rechnet, im Ganzen theilgcnommm 70 Tbcilnchmcr, das 111_acht für jeden Kursus 10 Theilnehmer und zwar 4-5 Regicrungsmscssorcn, 1-2 Gerichtsaffcssoren, ] aus andern Berufsstcllungen, ungefähr 2 außerprcußische Deutsche und jedesmal ctwa ] QlusländU". Ich hoffe, daß dem Herrn Abgeordneten diesc QluSkunfr genügen und damit auch die Nr. 2 seines Antrages erledigt sein wird. ,

Es bleibt noch übrig zu bemerken, das; unter den cinmaltgcn außerordentlichcn Ausgaben Sie wieder eine Rate, und zwar von

20,000 Thlrn., finden für den Auöbau des Gebäudes des statistischen-

Bürcaus in der Lindenstraße. Der Bau ist äußerlich fast vollendet, es fehlt nur sehr Wenig daran, nnd das statistische Bureau wird in den neuen Räumen um so eher befähigt sein, den Aufgaben, die ihm gestellt find, nachzukommen.

- Der Minister des Innern, Graf zu Eulen burg, äußerte sich in der Vormittngssixzung des Hauses der Abgeordneten am 5. d. M. über die Landdrostcchrfasstmg der Provinz Hannover in Anknüpfung an die Rede des Abg. Lauenstein, wie folgt:

Meine Herren! Der Zeitersparnis; Wegen crgrcifc_ich das Wort gleich nach dem Herrn Vorredner. Ick eigne nnr Alles an, was er gesagt hat, mit Attsnahme der Stelle, wo xr zur Ordnung gerufen wurde. Er hat die Vorschläge der Regxcrnng brillant motivirt und hat Anträge gcsteljt, mit denen Pte Rx- gierung vollständig übereinstimmt. Es handelt sich, ww _1mr scheint, darum, einen Fehler gut zu machen, der im vorigen Jahre begangen ist.

Als die Regierung voriges Jahr dem Landtage vorschlug, die Landdrosteien einstweilen bestehen zu lassen, ging sie von dem Standpunkte aus, daß die Acmtcrverfaffung bestehen sOlle - dieselbe war ja auch noch durch Königl. Verordnung aus- drücklich bestätigt - und daß die Funktionen der MLttelinstanzen ihr noch nicht so vollständig bekmmt seien, um mit bestimmten Vorschlägen darüber vor dcn Landtag treten zu können, ob die Organiyation derselben etwa abzuändern sci. Die Regierung schlug deLhalb vor, die Landdrostcien bestehen zu lassen, freilich aber so, wie sie bis dahin bestanden, als definitiv organisirtc Behörden, Und es der Zeit zu Überlassen, ob sich das Bedürfnis; herausstellen würde, in dieser Organisation eine Aenderxmg eintreten zu lassen. Von dem Abgeordnetenhause ist auf diesen Vorschlag der Re- gierung nicht eingegangen,“ wesentlich, » wenn ich mich nicht Zäusche -- auf Betrieb der hannoverschen Abgeordneten ist das- ]cnigc, was die Regierung definitiv bewilligt zu schen wünschte, nur als Provisorium bewilligt worden und dadurch cinZwang für die Regierung ausgesprochen worden , irgend etwas auszudenken uud vorzuschlagen , was den nächsten Etat aus diesem Provisorium herausbrächte ,' _ denn das kaun unmöglich in der Absicht gelcgen haben , einc Re1he von Jahren mit einem Provisorimn zu wirth- schaftcn. Die Regierung sah sich chlmlb gcdrungeu, die Frage zu erörtern und znr vorläufigen Entscheidung zu bringen: in welchcr Weise in Hannover die Organisation der Mittelbehör- derx eix1z1trichte11 sei, damit sie die Beistimmung des Hauses so 1pe1t fmdx, daß daraus ein Definitivum. hervorgehe. Nun hat s1ch dabei die Regierung diejenigen Acußernngcn zur Richtschnur dtcnen 1affen, die wesentlich darauf hixmnsncfen: Die Land- dcmsteicn sind gut in der Anlage, weil sie mit der Acmtcrvcr- fasxung Passen, abcr cs seien deren zu viel, sie scien zu wenig beschäftigt, zu viel Briefträger: es werde wesentlich därauf an- kommqn, die Landdrostci-Ordmmg zu bewahren, die Banddrosteicu abcr emzuschränken. Das ist der Eindruck, den die Regierung aus den damaligen Verhandlungen im Hause bekam, und ich glaube, dieser Eindruck hat sich in dem wieder abgespiegelf, was xvtr heute gehört haben. Demgemäß wurde von der Regierung m Vorschlag gebracht, die Landdrostcicn zusammen zu ziehen Und umbeschadet der Instruktion, nach der sie funktionircn, also, unbeschadet der Landdrostei-Ordnung, mehrere Landdrostci- Beztrke zu einem zu vereinigen. Wenn ich cht sage „Land- drosict-Bczirkcés, so will ich gleich daran eine Bemerkung kxzüpfcn, die viclleicht für künftige Zeiten von Bedeutung sxm könnte. Allerdings ist in dcr Denkschrift, die dem Provin- zml-Landtage vorgelegt und demnächst auch dem Landtag mit- getheilt worden ist , zunächst davon gesprochen , gerade die goo- graphjsch abgegrenzten Landdrostci-Bezirkc zusamn1e11zuzichcn,wie ste biSher bestanden haben, und die Regierung hat in Anspruch genommen, daß sie das könne ohne Gescß, wenn sie im übrigen pw Befugnisse der Landdrosteien nicht alterire. Ich glanbe, Ms;- ohnc daß ,ich daran 1th einen praktischen Vorschlag knüpfen w1l1„dxc Regterung auch befygt wäre, die Zahl der Land- drosteten, wenn sie sonst tyre Verwaltung unbeschädigt

ließe, einzuschränken und dabei die Landdrofteibezirke geogr phisch anders abzugrenzen,,ohne_e1nes Gescch zu bedürfea' Die Frage kommt abcr_emstwc1len nicht zur Sprache- in' sage, die Regierung schlägt Ihnen vor, aus sechs Sand drosicicn drci zu machcp. Von dxr sachlichen Zweckmäßj' keit dicses Vorschlages 1st die' Regierung auch heute nog- Übcrzcugt; ich Persönlich bm es auch 110ch aus NZ Grunde, weit ich glaube , das; 111 dtescr Zusmnmenziehung der Landdrostcien und in dem Fortbestehen einer von dchej. 111inal=Verwaltung gcsoydcrtcn Stcuer-, Domanial- und For- Behörde ejnFortschritt m'dcr Verwaltung bextcht, daß in dieser" Trennung ein Vorgang [legt , ww er auch fir die alten Pfo- vinzen recht gut attsgenuyt werden könnte. Ich habe des; halb WU meinem Standpunkte aus, zumal auch mein Ressort dadurch klarxr wird, den Vorschlag, die Land- drosteim zummmenzuztchcn , für besonders zweckmäßig erachten müssen. Aber ein Ucbclstand tritt allerdings bei diesem Vor. schlage hervor: es ist die Abneigung der Vcwohncr der ein u- ziehenden Landdrosteien, welche sich Überall mit mehr 0er weniger Heftigkeit dagegen kundgab, und die wesentlich auch die Regierung dazu bestimmte, was ja sonst nicht üblich ck die Frage wegen Einrichtung der Mittelinstanz in Hannover, dcm dortigen Provinziallandtage zu überweisen. Nun müßte ich mich sehr irren, Wenn gerade diejenigen Er- wägungen, die ich eben andcutcte, nicht auch beim PrOVinzialland. tage eine große und berechtigte Rolle gespielt haben. Es handelte sich nicht blos um die Frage: was ist zweckmäßig, wasjst durchführbar? sondern auch darum , wie weit man der Mei. nung, die im Lande" herrsche, Rechnung tragen müsse. Dabei tauchte die Idee auf , das; es sich empfehlen dürfte, wenn man den Vorschlag einer von vielen Leuten für sachgemäß gehaltenen Institution, nämlich den Vorschlag einer Regierung zugleich dazu benußte, in der ganzen Provinz das Gefühl hervorzurufen: nun ja, wenn wir alle zu gleicher Zeit verlieren sollen, so wollen wir es eher ertragen, als wenn der Einzelne allein ver- lieren soll zu Gunsten des Nächsten Nachbars.

Ich bin Überzeugt, meine Herren, daß dergleichen Erwä- gungen und Gefühle mitgespielt haben. Der Provjnziallandtag hat sich wesentlich von den Gefühlen leiten lasten, die ihm uumittelbar und lebendig cntgegentraten und dahin gingen, daß nicht die Reorganisation der Landdwstcien, sondern die Beibehaltung des Alten den Wünschen der Bevölkerungent- spreche. Dies hat der Herr Abg. Lauenstein ja auch heute wiederholt. Der cht vorliegcnde Antrag dagegen lautctnicht auf sechs Landdroftcien, sondern auf eine Regierung. Meine Herren, die Stellung der Staatsregierung zu diesen Vor- schlägen ist folgende. Die keinenUmstänch auf die Einrichtun einer Regierung für die ProvinzHamwvcr eingehen» Sie hält eine solche für vollstän- dig unvereinbar mit der dortigen Aemtcrverfaffung. Soll d_ie Aen1tervcrfaffnng rein erhalten bleiben, wie die Herren es ]a lebhaft wünschen, so muß die beaufsichtigcnde Instanz einenähc_r liegende sein, als es eine Regierung sein würde. Wollen Ste für Hannover nur _eine Régierung einrichten, so füh- ren dazu mxr 2 Wege: Entweder es muß eine Mit- tclinftanz gejchaffen werden zwischen dieser Regierung und Den Acmtcrn, oder aber man muß, was zuwet- lcn auch“ schon angedeutet worden ist , noch mehr von den Bcfugnisstn der Regierung auf die Aemter abbürdcn. Dann a,bcr hört die Regierung auf, Regierung zu sein,“ dann wexden die Acmtcr zu Regierungen , und dann werden wir statt cmer Regierung 101 Regierungen in Hannover haben. Das geht mcht! Wenn Sie dagegen untcr Ablehnung des Antragsder Staatsregierung auf Errichtung von drei Landdrosteicn, emsk- zveilanlles bcimAltcn lassen wollen, so kommen Sie auf dx"- ]cnigcn Standpunkt, den die Regierung im vorigen Jahre cm- 1mhm, und den ichzwar für verbessert halte durch dchorschlag von drei Regierungen , den ich aber nicht als absolut unhaltbar er- achte. Für diesen Fall aber machen Sie wenigstens den Fehler gut und schaffen Sie das Provisorium fort, sagen Ste, es solle etwas , was unter der Regierung von Hannover so lange fortbestanden hat und für zweckmäßig befunden ist, so lange fortbestehen, bis es durch etwas Anderes abgeändert ist. Mxk anderen Worten: bewilligen Sie die drei Landdrosteien HEW“ tiv. Das Wort „definitivcé heißt ja nicht für alle Ewigkelt- sondern nur so viel: so lange, bis es durch etwas Anderes ab" geändert ist.

Es ist davon die Rede gewesen, mit den Landdwftelen- Went) fie zusammengezogen würden, das Volksschulwesen zu Verbinden. Die Regierung hat allerdings die Absicht gehabß quls Lhr Plan von (rei Regierungen angenommen würde,m1t diesen das Volksschulwcscn zu verbinden und das kann ich gleich zur Beruhigung sagen, wie die Sachen [legen, lst die Regierung bei der Zwetfelhafxigdkeit der Frage sehr gern geneigt, darüber im Wege er Geseßgebung

StaatSrcgierung kann unter _

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eiden zu lassen. Sie hat die Idee gehabt, mit edjxxxschdrei Nc ixrupgen das Volksschulwesen zu_ yxrcmjgcn; sie würde es er einer chxcrung, scxbst ,wenn ste stch zn Er- richtung einer solchen entschlqffe, was ste 111cht kqnn, 11_1cht thun, und sie" würde es „auch nut sechs Landßrosicten 111chchun, wenigstens würde die „Frage, „ob das B0lksschylwcsc1xg1nt sechs Landdrofteien ztx verhmdcn scx, noch xmcx U?UtckW Erwägung unterliegen müßen, eme Erwagung, die fur 3 RegtHrungcn da- hin reif geworden tft, daß das V01k§schulwescn damn vereinigt werden kann. , „_ ' _ . Nun also, meme Herren, habe_1ch Ihnen daruber, ww die Regierung über d'xe Frage denkt, keinen Zweifel gxlasscx1. ,Nur auf etwas mache 1_ch noch qufmcrksmu. Wenn Stquschltcßcn, wir wollen doch, eine Regierung haben, und ÖLWLÜlgM nur das Geld für exne chteruyg, m_ welche Lage _bringen Sie die Regierung? Ste zwmgexx 1hr eme Organisation «mf. Das können Sie doch mcht. " Ste gehen von, dem Sthxdpunftc aus: die (Staatscherung konzw mcht allc111_orgq111s1ren, weil es dazu eines escßes beduxfe, und wcxl ' Ste außerdem die onds zu neuen Orgmnsattpnen bcwxlligcn müßten. In dieser Beziehung „mögen Ste so weit gehen ,_ als Sie wollen, das ist eme Frage apartx, ach dazu, können Sie doch 11icht Übergchy, zu sagen; wzr zwingen die Regierung, durch das Budget eme Orgamsgtwn ms Bech zn „rufen. „Wenn die Regierung sagt: eine Reg1ergng nehme 1ch mcht, das thne ich nicht, es ist kein 00r1§c311§118 zwxschen uns, dqnn Person Sie sie auf das Pauschquantnm zurück und das lst Nlchts, derm Sie wollen es nicht bewilligen. Also in welche Lage bringsn Sie die Verwaltung einer ganzen Provinz, wenn Sie einen Beschluß fassen, zu dem Hie Rchicrung von vornherxin sagt: auf den gehe, ich mchx cm aus Zweckmäßigkctxs- gründen und ich bm verfaßungsmäßig auch „nicht Der- pflichtct, darauf e_inzugchen. Ich möchte der der Be- schlußnahmc übex diese Frage gerade darauf Ihre besondere Aufmerksamkeit rtchten, Man scheut sich, das Wort »Komfwkta nach so traurigen Erfahrungen auszusprcchxn,“ 1_11dcsscn_der Kon- flikt kann groß oder klein sein, hier steht cxncr m AuIstcht, ,und man thut besser, den Konflikt zu vcrmcrden. , Jm Ucbrtgcn mögen Sie nun beschließen , wie es Ihnen beliebt. Es erd ja noch hin und her darüber gesprochen werden,“ ach vor Allem beschließen Sie so, daß Sie keinen Konflrkt herbctrych und daß Sie den Fehler vom vorigen Jahr recht bald wxedcr gut machen.

- In der Abendsiyung erklärte der Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, nach der Rede des Abg. 1)» Waldeck: Ich könnte mich mit den Atrsführungcn des Herrn „Nbg, Waldeck zum großen Theil auch wieder einverstanden erklaren; allein dieses Wort » Pauschch111t1111)« u11d*"dcr B'xgriff dcs Pauschquautums und die Gründe , dre cr daftir anfuhrtc, Vcr- anlaffcn mich, mich dagegen auszusprcchcn. Ich gebe zu, daß *das eine formeklc Frage, abcér cine formeklZ Fragcpon außer- ordentlich großer Bedeutung jst. DxeGrundc, dle de_ercrr Abg. Waldcch anführte für die Vcrcmxgung yon_ Ostfmcslaxxd mit Westfalen, für die Konstruirung cm„cr chtcrupg - 1a, das sind Gründe , Über die sich sprechen laßt, u_nd [16 werden ja mit der Zeit ihre Geltung finden, wenn ste Wirkhch Vc- rechtigung haben. Ich spreche ihnen _dx.c „von vornherein gar- nicht ab. Es handelt sich aber hier um eme Konsxrmruna von Behörden für das nächste Jahr un) für M nachstcy Jahr_e, und nachdem ich heute Morgen cnthckclt habe, nne„dxc ch1c- x1111g dazu gekommen ist und dazu hat kommen MUMM, von 1hrem ursprünglichen Standpunkt, die [_nShemgen sechs Land- drosteien beizubehalten, aszgchcn, habe 1ch „heute Morgen mxr erklärt und erkläre es cht wieder, daß xchJhmcy uber 1316 Frage: drei Nc ierungen odersechs Landkyrostetcy?- dte Beschluß- nahme überla's en muß, ich habe 1a keinen Emfluß darauf, 7- daß ich aber immer wiederholt nur erklären kaxm: „elne Regre- run ist unmöglich und das Pauschquantum xst „nn hychstcn Gra e unzweckmäßig. Ich gebe IHNEN zu, daß „dle chterung damit regieren kann, insofern als sie dadurch Mrttc! genug be- kommt, um diejenigen Kräfte zu besylden, d_1e ste, braucht; allem die Provinz leidet darunter, dix Pryvmz, lcxdet unter Pxovisorischcn uständcn, die Provinz Will kerne Cmrtchtungen, dle durch die » czeichnung »Provisoriunw im Etat dcn Stem- Pel des Hinfäkligen und Schwankenden bekommen, Was Wer Joch mehr darunter leidet , sind die Sachen , d. h; dle geschaft- §lch behandelten Sachen - den Beamten, Henen kann man 1a ck,“ Besoldungen nicht nehmen, sie sind_ lhnen da'uertyd'be- wkÜth- sofern sie etatsmäßig angestellt smd, und du» ubrigen Wissen wohl , das sie ki'mfti nicht werdet) schlechter gestellt wer- den, als sie es augenblickli find ,' also'_eme Beunruhigung der xrsönlichen Stellung dieser Beamten furchte _1ch xvcmgcr; czbcr Sachen leiden. Wenn Jemand hex cmer Bchyrde arbeitet, die morgen möglicherweise aufhöxt zu" exlstlko- deren Funktionen auf eme andere Behordc ubertragen

werden, so giebt er sich der Bearbeitung der Sachen mcht "mehr _mit dem Fleiß, mit der Ausdauer, mit der Warme hm, die er entwickeln könnte, wenn er weiß, daß cyauch berufen ist, diese Sachen zu Ende zu führen. Mir txttt ßtescr Ucbclstand weniger persönlich entgegen, wsil eben dtc-großerc-n Sachen liegen geblieben sind und nicht in das Mlmstcrium nach Berlin, wohin sie vielleicht zur Entscheidung kymmcn könnten, gelangt sind. Aber das Urthcil aller Leute, die kqmpetcnt darüber sind, die da wissen, wie die: Verwaltung Wx sxch geht, * konzentrirt stch dahin, daß ein wesentlicher Lahnxnngsgrund fiir eine lebendigere Verwaltung der Land- dWstle xn Hannover darin liegt, daß im Etat das Wort »Provrsorxurna skcht und das; die Konstruktion der Behörden dort nicht eine defmitiyc ist. Nun kann ich immer nur wiederholen, das;, wenn Sie cht definitiv bcwikligen, das garnichts weiter heißen soll, als: es bleibt so lange, bis etwas Neues zu Stande kommt. WMW hat es keinen Sinn (Unterbrechung links). Ich verstehe dteUntcrOrechung nicht recht. - »Dcfinitivé- heißt: es bleibt so lange bestehen, bis mit Zusammenstimmung zwischen den bei- den Faktoren der Gcscßgebnng etwas Neues zu Stande gekom- men ist. Das heißt doch aber nicht: es ist in alle Ewigkeit Etwas Dcfinitich. Die Regierung hat Ihnen aus dem, was sie ]cxzt entwickelt hat, die Absicht manifeftirt, die Einrichtun- gen in Hannover mehr in E(mklang zu bringen mit dem, wasindcn alten Provinzen besteht. Sie hat wirklich die Ueber- zcugung, daß 0 Landdroftcicn cin wenig viel sind,“ wir wollen sie znfannmnziehen, wir wollen Etwas daraus machen, was bei aller Bcwahrnng des Charakters dcr Landdrofteien und der Jnstruktionsn, wonach sie zu verfahren haben, die Sache vereinfacht und Umndgerccht macht, Allein Sie sollen die Rx- gicrung nicht in die Lage setzen, daß, wenn Sie etwas als Deft- nitivum Vorgeschlagencs ablehnen, sie dann wieder ein PWM- sorium Waffen muß. Ich halte das für einen nngesqnden Zustand. Ich erinnere mich der ersten Zeiten des Provisorrums dcs Militärvudgets nicht mehr genau, weil ich damals den Verhältnissen nicht pkrsönlich nahe gestanden habe,“ wenn_1ch mich aber recht erinnere, so war eben die Bewilligung exne's Provisoriums und hinterher die FrageYWsnn mm nxchts zu Stande kommt, gilt dann das Propxsortum oder mehr,? eigentlich der Angelpunkt, um den sich der ganze Strxtt drehte. Wie gefährlich ein solches Vorgehen" „L|, hat sich in dieser großen Frage bewahrheitet und bethatxgt. Warym wollen wir denn dieselben Gruudsäßk, deren Auslegung so vtele Gefahren heranfbcschworcn hat, denn auch auf klemere Sachen anwenden? Ick) bitte Sie daher, meine Herren! [affen Ste_Llns nicht aus Gutmüthigkeit oder aus Verkenncn Her Wirkltghen Verhältnisse zu einem Beschlyß kommen, der Kexnem, genugt, beschließen Sie etwas Dcfinittves, was so lange gilt, [315 etwas anderes Definitives zu Stande kommt,“ aber hewrlltgqn Ste nicht eine Regierung, das nimmt die Staatsregterung Nicht an.

--« Beim Schlusse der Debatte _crgriff der Minister Graf zu Eulenburg noch einmal das Wort und sprach:

Zuerst cine sackylicthemcrkung m Bezug axtf den Agtrqg, der den Namen des Herrn Abg. v, Benmgfen fuhrt , bezuglich der Einrichtung eixwr chicyungxn Hannover scjlbst. err v. Bennigsen mag mir das nxcht ubel nehmcy: _scmc AuZsuh- rungen Über die Möglichkeit emer solchen Znstrtutron und ihrer praktischen Wirksmnkcit klingen ganz gut, smd auch ganz be- stimmt aus seiner Ucbcrzeugung herWrgcgangcn; 1ch glakube abcr, Herr v. Bennigsen hat dre Prakxtsche Erfahrung mcht, um mit Bestimmtheit behaupten zu konnen, das gehe, und wenn er die nicht hat, mag er es cntxyeder der Regierung pder - iel) wiki gar nicht einmal von uns sprechen - dcn1emgen Leuten überlassen, die in Hannover praktische Erfahrungen ge- macht haben. Ganz hervorragende Vcr'watungshéamte 111 Hannover haben mir in einer Konferenz, die 1ch spLJlexl" zu dem Zwecke zusammcnbcrufen und abgehaltcn_ habe, crqurt, daß eine Regierung in Hannover, eben wcnn ste mxfs „den 0 zusam- mengezogenen Landesthcilen bestehe, ganz unmogltch set. Das haben mir Leute gesagt, die auf kemem y,ervorragcyden Parter- ftandpunkte stehen, und ihr Gutachten mcht, von 61116111 solchen Standpunkte aus abgegeben haben, dur'chgewl'deteVerwalxttngs- männer mit einem weiten Gesichtskrexsc, kemc Burcaukraten, aber Männer, die genau wissen, was nmerhalb cmes Verwal- tungskreiscs möglich ist, und was mcht. Ich habe lhr motivirtes Gutachten so „klar und duxchschlagend geftl11per1, d_aß die Ueberzeugung in nur zur _Gewtßhstt „geworden 1ft: _eme Regierung für Hannover ser, mcht nxöglrch. Der Herr Abgeordnete für Meppen hat 1a schon xn dcm Augenblicke, wo er dem Herrn Abgeordnetqn, der vyr thm sprach, aytwor- tete, gesagt: »Ist das nichts, rst 'Pas 11„1cht„s?« und dabei nach- gewiesen, was der heutige Gesckzaftskrcts ]cder cmzcl'yen Land- drostci noch "ist. Es ist eine ganzq Sexte von Gcschasten; we- sentlich aber haben die Landdrßsteren «5 Aufgaben, _dte “unsere Regierungen in großen Grundzugen auch haben , es 1st dre Ent-

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