1868 / 300 p. 7 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Bemerkungen. Die An aben der Einnahmen des laufenden Monats (001. 3) find mit Vorbe alt näherer Feststellung, die Angaben für den entsprechenden Monat des verflossenen Jahres (001. 8) nach Maßgabe der inzwischen erfolgten Fcftseßungen geschehen.

1) Von der Berlin-Cüftriner Bahn ist die Strecke: »Gusow-Ber- line, 8,42 Meilen lang, am 1. Oktober v. J. in Betrieb geseßt.

2) Dte Strecke »Danzig-Neufahrwassera, 1,5 Meilen lang, ist am 1. Oktober v. J. eröffnet.

3) Von der Schlefischen Gebirgsbahn ist die Strecke: »Hirschberg- Waldenburga, 6,92 Meilen lang, am 15. Au ust v. I. eröffnet.

„*) Am 1. Januar d, I. ist der Betrieb er Bahnstrecke „Emden- Nhemea, 19 Meilen lang, von der Hannoverschen an die Westfälische Bahnverwaltun übergegangen.

5) 30 (301. 1, Die Baulänge beträgt 19,67 Meilen. Zum Be- triebe ehört noch eine gepachtete , in Frankreich gelegene Strecke von 0,595 xilen so daß die Vetriebslänge 20,26 Meilen beträgt.

g) Dre Étrccke »Göttin cn-Arenshausena, 2,75 Meilen MY, ist am 1. August v. I. dem etriebe übergeben, dagegen die trecke »Emden-Rheinea, 19 Meilen lang, vom 1. Januar d. I. ab in den Betrieb der Westfälischen Bahn über egangen.

7) Die Strecke »Hanau - tersbacha , 4,3 Meilen lang, ist am 1. Mai v. I., die Strecke »Wächtersbach-Steinamq 1,8 Meilen dank?“ UM dxe Strecke »Fulda-Neuhofa, 1,8 Meilen lang, am 1. Juli . . er ne.

8) Diese Angaben enthalten nur den preuß. Antheil.

öff9)tDie Heppens-Oldenburger Bahn ist am 3. September 1867 er ne.

10) Am 18. Januar v. I. ist die Strecke »Styrum-Ruhrortcr- Hafem, 1,00 M. lang, am 1. April v. I. die Verbindungsbahn »Zengftei-Holzwickedea, 2,29 M. lang, am 25. Sept. v. I. die Strecken » aan-Solingen und Ohligs-Wald-Opladencc dcr Haan-Cölner Bahn, 3,04 Meilen lang, am 8. Avril d. I. die Strecke »Opladen-MühlheiMce, 1,56 M. [an , und am 1. Sept. d. I. die Zwei bahn »Rittershausen- Remscheid“, ,32 M. lang, eröffnet. In der esammtdänge ist die gepachtete Strecke »Haueda-Warburgc, 0,62 M, lang, mit enthalten.

11) Von der Oftpreuß. Südbahn ist die Strecke »Bartenstcin- Rastenburgeq 6,00 M. lang, am 1. Novbr. V. I. eröffnet.

11“) Von der »Rechten-Oderufer-Bahna ist am 15. Novbr. d. I. die Thalstrecke »Vossowska-Breswm eröffnet, wonach die Betriebs- länge 27 Meilen beträgt.

12) Von der Halle-Casselcr Zweigbahn ist die Strecke »Nordhausen- Llrendshausena, 9,25 M. lang, am 10. Juli v. J. eröffnet.

13) Es beYehcn fich die Betriebs-Einnahmen auf 49,14 M., näm- lich auch auf ie erpacbtete Bahnstrecke »Roßlau-Zerbfta.

14) Am 16. Mai v. I. ist die Zweigbahn »Dietendorf-Arnftadt- in einer Länge von 1,33 M. eröffnet.

15) 30 001. 11. Durch Eröffnung der Kohlen-Zweigbahn »Plutoa

am 15. uni 13. I. ist eine Betriebslänge von 48,01 M. eingetreten.

1“ m 1. November 1). I. ist die Strecke »Mechernich-Calla in einer änge von 112 M. eröffnet.

17) Die Stre eyKempen-Venlocc ist am 1. Januar d. J. eröffnet.

18) Am 1. August v. Z. ist der Betrieb der Strecke »Hasselt- Landena auf den Grand-Central-Belge übergegangen.

19) Die Altona-Blankeneser Zweigbahn, 1,3 M. lang, ist am 19. Mai v. I. eröffnet.

20) Die Strecke »Tinglcff-Tondernee, 3,3 M„ ist am 26. Juni v. I. und die Zweigbahn »Rothenfrug-Avenradecc, 0,91 M. lang, am 12. September d. I. dem Verkehr übergeben.

Landtags - Angelegenheiten.

Berlin , 19. Dezember. In der estrigen SiZung des Herrenhauses veranlaßten bei der Dis ussion über den von uérardschen Antrag die Aeußerungen des Herrn Hausmann den Iustiz-Minister 1)1'. Leonhardt zu folgender Erwiderung: Meine Herren! Die Aeußerungen des errn Stadtraths Hausmann Über das Ober-Tribunal, wel e die Ehre des obersten Gerichtshofes zum Mindeften verdächtigen, beklage ich lebhaft als Chef der Justizverwaltung, als Justiz-Minister. Ich beklage ste aber auch als Staats-Minister von dem Stand- punkte aus, welchen der Herr Minister-Präsident geftern hier entwickelt hat: denn ich nehme an, daß solche Aeußerungen ficher- lich den Interessen, welche die Staatsregierung dem Antra e gegenüber einnimmt, nicht förderlich sind. Ich kann mir se r wohl denken, daß einzelne Mitglieder dieses hohen Hauses, welche gestern im Interesse des Friedens für den Guérardschen Antrag gestimmt haben, heute im entgegengese ten Sinne stimmen könnten. Meine Herren, der Art.84 des erfassun s- geseßes ist einer verschiedenen AuSlegung fähig, es [affen ich gewiß für die eine wie die andereAnsicht gute Gründe angeben, Und wie ich das schon früher einmal gesagt habe, Jedermann muß, möge er nun die eine oder die andere Auslegung für richtig annehmen, für fich in Anspruch nehmen dürfen, das; man davon ausgehe, er habe in gutem Glauben und seiner Ueber- zeugung Zemäß gehandelt. Man hat die Erkenntnisse des Ober- Tribunal , welche sich auf Artikel84 beziehen, heftig angegriffen. Meine Herren! Ick legeJhnen ganz einfach dre Frage vor, würde wohl das Ober-Tribunalxin gleicher Werse angegriffen worden sein, wenn etwa die Mit lieder des Staats-Mimsteriums oder Personen, die regierungs reundlich standen, zur UUter- 1§chucht gezogen und verurtherlt worden wären? Das glaube 1 m ,

s

-- Bei der Generaldiskusfion über die (Hefe vorlae b,. treffend dre Entzrehung und Beschränkung des Grun eigent Émz JT") zu derselben der Regierungs-Kommiffar, Geh. Ober-Ju|'*

ath HeJrzbruch , folgende Erläuterungen: “'

Die Staatsregierung hat _bei der Vorlage das bestehende Recht zur Grrtydlage genommen ; fie rst nur in so weit abgemrchen und hat es modtftzirt, al_s xs tm Interesse eines Theils der Unternehmer un' anderntheils derkrntgen Persorxen nothwendig erschien, deren Eigenthu H zu emem„ öffent tch-Zn Zwecke m Anspruch genommen wird, in

Es rst nxm drr Vyrlage in zWei Beziehun en angegriffen, Ein- max ist es fur gefahrlui) erachtet , daß das (HeJeß nicht geWisse Kate- gorten von Unternehmungen feststelle, zu denen das 5,1Zrivateigenthum in Anspruch genomxnen werden fönnx und besonders bemerkt, daß dies dem ]eßtgen gesehhchen Zustande„wrdersvreche, da durch das geltende Recht festgestelxt set, m Welche_n allen und zu welchen ZWecken über_ haupt das Prtvatetgepthum m nspruch genommen Werden könne

Das Rcchtherhßltniß in dem größten Theile der Monarchie, ZW das Landrecht gtlt, 1st nun das, daß allerdings einige Unternehman. gen hervorgehoben find„ ?u denen das Privateigcnthum beansprucht wcrden katxn. Reber) dre cn_ speziellen Bestimmungen hat aber das Landrecht dre „allgemctne Befttmmung, daß zu öffentlichen ZWecken der Privateigenthurrrrr zum,Ver.kauf seines Eigenthums gezWungen wer- den kann. Es tft also h_tcrmrt der Rrgierung ein weiterer S ielraum gelassen ,als durch dte einzelnen Befttmmungen, und diese orschrjft rst stets m der Art aufgefaßt, daß Überhaupt der Gegenstand, zu wel- chem das Etgentbum m Anspruch genommen werden kann, durch Königliche Verordnung bestimmt werde. *

Das Landrechxdat htcrnach die Entscheidung der Frage, in Welchen Fällen Expropriaxton stqttfmdc, jn die Hand Sr. Maxeftat gelegt, und darin hat man bisher eme hinretchendc Garantie dafür gefunden, daß das Ei enthum mcht 'zu Zwecken m' Anspruch genommen Werden könne, ,ie nicht wirkltch dem öffentltchen Wohle dienen. Bei dem fortschrcttenden Verkehr )| es unmöglich, alle Fälle im Voraus durch ein Geseß festzustellen, m welchen das Privateigenthum in Anspruch genommen werden kann,

Deshalb hat die chirrungdei der Erwägung dieser Fragees nicht für angemessen erachtet, dcnxenigen Gcseßgebungen zu folgen, bci Welchen diese Art der Feststellung erfolgtist. Das ist z. B. in dem baye- rischen Gescße derFall, m wclrhrm dre Unternehmungen aufgeählt find, zu denen rtvateigenthum m Anspruch genommen werden ?darf. In Kurhessen rst dirs' durch einzexnr Geseke geschehen, in andern Theilen der Monarchre 1| aber die Emführung ähnlicher Bestimmungen nicht erfolgt und bisher daraus, soviel der Regierung bekannt geworden ist, kein Uebelsxand erfolgt, der zu speziellen Klagen geführthätte. Deshalb hat „dre Regrcrung angenommen, daß fie in diesem Geseke davon abstrahtren und es der Entschetdung Sr. Majestät überlassen könne, ob ein ?Fall vorliege, in dem Prwateigenthum zu öffentlichen Zwecken in An pruch genqmmen werden könne.

Ferner „ist die Art der Festsetzung der Entschädigun im Prinzip angegriffen und diese Bestimmung als Grund aufgefüFrt, aus dem vom Hause „aus das ganze “(Heseß verworfen werden müsse. Ich glaube, dieser Angrtff geht zu wert. Die Specialia gehören wohl ei entlich in den Thrtl der Debatte, wo es |ck um das Verfahren spezie han- delt Ick wxll indeß bemerken, das; die jeßige Art des Verfahrens durchaus

"mchts Neues enthält,|sondern daß ste wesentlich das zu Recht bestehendeVer-

fahren darstellt, welches namentlich bei Wege- und Eisenbahnbauten ange- wmdet wird. Es wird nämlichzur Vereinfachung der Sache und um nicht jeden Anspruch im Wege Rechtens ausmachen zu laffcn, eine vor- läufige Feststellung nicht blos des Objekts, sondern auch der zu ge- währenden Entschadigung der Regierung überlassen; fie ist aber blos eine vorläufige, vorbehaltlich des Rechtsweges, den jeder Theil beim Gericht beantragen kann. Dies hat sich bisher als zweckmäßig er- wiesen, denn es wird meistens bei den Verhandlungen von der Regre- rung ein so ufriedenstellendes Abkommen unter den Parteien er telt, daß es nur elten zur Ergreifung des Rechtswegcs kommt. Eine» er- anlassung, hiervon abzuwäclxen, lag für die Staatsregierung nicht vrt- am allerwenigsten aber den m Preußen bisher unbekannten Weg, „eme Civiljury ur Feststellung der Entschädigung zu wählen. Llllerdmgs ist dieser eg in anderen Staaten vorgeschrieben und wir haben auch in Frankfurt a. M. dieses Verfahren. ?ndcffen in dem größten Theil der Monarchie besteht umgekert fast 1": erall zunächst 'der Weg cmer vorläufigen Entscheidung der egierung, welche die Entschäd§un&estß" setzt, und gegen welche eventuell eine Provokation auf rechtlr es hör stattfindet. Wenn dies von einem der .Herren Vorredner als verschre- dene Instanzen dar “estcllt wird, so glaube ich, ist diese Anschauung nicht richtig. Die e kerung stellt in adminiftrativem Wege dre Ent- schädigung vorläufig est; nachher entscheidet nach spezieller Erörterung der Richter. Die Entscheidung der Regierung verliert sofort rhrr Kraft- sobald ein gerichtlicher Weg provozirt ist, und dann geht dte Ent- scheidung an eine andere Behörde, nicht aber an eine hxöhere Itzstanz- Es ist gegen die vorläufige Entscheidung durch dre Regierung noch das prinzipielle Bedenken hervorgehoben, die Regierung sei 13an Richter in der eigenen Sache. Ich glaube, diese Auffassung 1|mcht richtig. Wenn es auch unter Umstanden vorkommen kann, daß„d1e Regierung als Landespolizeibehörde Vestimmun en Fu treffen ha,t uber Wegeb-auten rc. und nachher in ihrer Eigenschat a s'Staatsrcgtcrung über das dazu in Anspruch u nehmende Terrain zu cntsxhctden hat, so smd es doch ganz verschie ene Abtheilungen dieser Behörden; V,“ Welche die Sache gebracht wird, und der Staat ist deshalb. m verstöre- dener Weise vertreten. In den meiften Fällen steht akzer dte Sache sos- daß ein Privatunternehmer dem Privateigenthüxxjer emes Grundskück, gegenübersteht, daß also nur private Parteienvm Betrachtxorymenä und da ist nicht abzusehen, inwiefern die Regzerurxg Partei sem so, und wie man sie für ungeeignet halten dann, em_e rtchterlxche Ensch?!" dung zu fällen. Ick glaubedeshalb, vorläufig muh auf dre Erklarunü

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änken zu können, daß _die präjudizicüen Einwendungen ni t e- :esckle werben , gm das Zustandekommen des Geseßes zu efäYrdIn,

vielmehr „ber den emzelnen Paragraphen qbzuwarten ein wird- ob nach der emen oder cznderen Richtung hin em accepkables Amen- demknt gestellt werden wtrd.

... Jm aufe drr Abgeordneten „erklärte gestern bei der Generaldtskyssjon Über den Etat der Etsenbahnverwaltung „, Finanz-thster Frhr. v. d. Heydt nach dem Abg. 01001131“er . . ,

Es liegt mrr rmr ob , eme 1rr_tge Anführung des Herrn Vorredners zu bektchttgen. Ich wxrß mcht, wie er darauf ge- kommen rst, zu vermutherr , der Fmatxz-thster habe bei der Realisirung der Anxethe emerz Cchec erlrtten. An solche Echecs „, der preußrsche Fmanz-Mrmster mchx gewöhnt. Es gehört auch kein besonderes Geschu? dazu, emen solchen Echec zu vermeiden. Derjemge ,Thetl der An'lerhe , welchen die Finanzverwaxtuyg realtfiren ontr , rst mit der aller- größten Letchttgkett unter befrtedigenden Bedingungen xealisirt, und es habe:) noch bedeutende Bewerbungen leer aus- ehen müssen., Vrellercht verwechselt der Herr Abgeordnete die Offenlegung emer_ gewrffen, _Summe der preußischen Anleihe, an welcher der Fmanz-Mmrster gar mcht betheiligt ist, eine Offmlegung, dre von _Sertxn des Konsortiums stattgefunden hat, welches dre A_nle1he ubernommen hat. Ich habe gehört, daß ufäll'xge Umstände daxguf gewirkt _haben, daß beim Schluß des Örmrns" m Folge poltnscher Nachrichten bedeutende Unter- schriften zuruckgezdgen worden smd, und daß dadurch diejemge Summe, welche mcht dre Fmanéverwaltung, sondern das Kon- sortium offén gexegt hatte, weches _vorher die Anleihe über- nommen hatte, mcht vollständtg ZeZerchnet war. Ich bitte also, die Finanzverwaltung mcht zu c auern, sie ist nicht in der Lage.

- Der andelstinisterGraf von Ißenpliß äußerte sich in der gestrigen Stßung bet der Generaldebatte über den Etat der Eisenbahnverwaltung wie folgt:

ck bin von Herrn, vpn Benda zunächst über die Ziel- punkte befragt worden„ dre tch verfolge, da muß ich nun sagen: unjer Eisenbahnwesen rst frührr entstanden als in manchen an- dern Ländern, und daher mcht so planmäßig wie es denn später in jenen andern Ländern geschehen ist. Es gab eine Kit, meine Herren, - 1ch muß hier aus der eit, wo 1ch nicht inister war, über Eisenbahnsachcn nachden en,“ ich erinnere mich daran noch ganz genau -- es Lab eine Zeit, es war in den Jahren 1838 und 1839, wo e noch von den klügsten Leuten für eine Thorheit gehalten wurde, eine Eisenbahn von Berlin nach Stettm zu bauen, und wo mir ein Vorwurf daraus gemacht wurde, daß ich mich für dies Unternehmen interessirte. Namen will ich nicht nennen; aber die ausgezeich- netsten Leute find es gewesen. Die Eisenbahnen fanden also anfangs ein sehr ungünstiges Terrain und entstandrnvnatxur- wüchstg auf den Strecken, wo sie fich durch die Schwrertgketten durcharbeiten konnten, die ihnen damals gemacht wurden. Als ich in Arnsberg war und die Cöln-Mxndener Vahn_ gebaut wurde, da war es noch sehr zweifelhaft, ob dre wohl rentiren könnte , und man verlqngte vom Staate eine Zinsgara tie und die Mitzeichnung etnrs Thetls des Kapitals, um da Unternehmen zu Stande bringer] 'zu können. Die Resultate kennen Sie. Es sind dann noch ermge Strecken als Staatsbahnen oder mit stgarantte gehaut worden, die dem Lande Geld gekostet haben. Im Allgememen Z| jedoch der Staat bei der Zinsgarantie sehr gur gefahren, -7 1m Allgemeinen , sage ich. Es find ergentltch nur 3th Bahnen, wo die Garantien dem Staate entschiedenen Nachthetl gebracht haben , d. i. die Hinterpommersche und dre, Vor- pommersche Bahn. Die Hinterpommersche Bahn hat steh ab- wel(k)errd von dem, was der geehrte Herr Abgeordnete gesagt até weht verschlechtert; bei der Hinterpommerschen Vghn L| a mcht richtig, sie hat sich ein klein wenig gebessert. Dtx Vor- Pommersche Bahn aber, die fruchtbare Gegenden und bluhende Städte berührt, hat sich wunderbarer Werse nicht aufJebcffert,“ ste kann nicht zu einem irgendwie gem": enden Verkehr ommen. Das Alles liegt aber in der Vorzeit. ch wol1te hter nur an- deuten, warum man nicht von Hause ausdte Landkarteßur Hand enommen und gesagt hat: das hier smd dre Hauptzuge, U? wo enwir als Staatsbahnen bauen, und das Uebrtgewollxn W der Privatinduftrie zu Nebenbahnen übxrlafferr; so rst man ber uns ni t verfahren -- lange vor meiner „ert- und konnte'es auch mcht, weil schon damals die preu 1sche„La_nd- kart: ,ein gan? eigenthümliches Ding war: westltche; und ö|l1„che ProdrnZsen , eßtere zum Theil gegen Polen zremltch hermxttsch Wchlo en. Es mußte also erst die Sache stch natyrwuchfig Ießalten und eigentlich eine Zeit lang ge cn, den Wrderwxuen Staats ewalt durcharbeiten. Daran ist das gemrfchte System en anden, in dem wir uns bisher befunden haben. MWH“ e sind bei uns Staatsbahnen gebaut worden, und

war zum “größten Theil mit außerordentlich gutem Erfolge. ckZ kann hmwetsen auf die Westfälische Bahn, auf die Saar- bruckerBahn, auch auf die große Ostbahn, die dem Staate durch- aus Yemen Nachxheiléxßebracht hat, dem Lande aber ganz uner- meßlrchen Vorthetl. an hat dann die Privatinduftrie immer darreben gehen lassen,“ man hat ihr Freiheit gelassen , auch ihre qufte u versuxben und damit weiter zu kommen. Meme, e_rren , ich glaube , es würde für uns sehr schwwr1g sern, ays dtesem gemischten System heraußzukommen. Wollxen wtr dle Rathschlage des Herrn von Benda befolgen, so mußte rch entgegnerr, daß das doch nicht ganz durchführbar lst. Es gtedt _noch ermge Strecken, die zwischen StaatSbahnen [regen und dre ]eßtthetls §Hrwatbahnen find-in den neuen Län- dern und guch sonst _- dre, glaube ich, nothwendig noch gebaut werden mussen, oder aber, wenn fie in andere Hände gekommen srnd, an den Staar übergehen müssen. Ich kann mich also in dteser Beztehrmg mcht Unbedingt für Herrn v. Benda erklären. Wrnn 1ch rmch nun wreder für Herrn v. Sybel erklären sollte, so_ rst dagegen zu sagen , daß sich ganz unermeßliche Schwierig- kerte-n der Veschaffuxrg der Kapitalien entgegenstellen, die nöthtg sem wurden, um dte,Pr1vatbahnen zu acquiriren. Ich glaube also, daß wrr ergentlrch nicht anders können , als in diesem ge- mrschtexr System fortzufahren, und ich glaube auch , wir haben da§ _mcht 'zu bekla en, wir sind ja dabei mit verhältniß- maßrg germgen “Ko en doch ziemlich weit gekommen. Wir _haben doch, meme, Herren, wenn Sie die Etats der Vor- jahre und den ]eytgen durchsehen, eine erhebliche Einnahme von den Eisenbahnen “erzielt, die außerdem die Verzinsung und, Trlgung der Anleihen für die Eisenbahnen decken. Also es „rst von Staats wegen nicht zu bedauern, und wir find so wett gekommen, daß so große Lücken wie früher auf der Land- karße der Eisenbahnen nicht mehr vorhanden smd. Ihre Be- schluffe vom vorigen Jahre haben wesentlich da u beigetragen, alle solche erheblichen Lücken auszufüklen.- Ich Jade außerdem - das kann ich mit utem Gewissen sagen - noch immer dafür gehalten, daß eme Eisenbahn eine dem Lande sehr nüßliche Sache ist, und daß diejenigen Landestheile, die sie nicht haben , gegen die, die sie haben , entschieden zurückstehen, das ist ja auch die Meinung, die mir alle Tage entgegengetragen wird. Ich kann also nur meine Blicke und Absichten dahin richten, daß ich ohne Schwindel - ich werde mich über diesen Punkt nachher weiter verbreiten -- bemüht sein werde, dem Lande so vielEisenbahnen zu schaffen, wie nach Lage der Umstände möglich ist, sei es auf diesem oder auf jenem Wege.

Wenn ich mich nun u den Garantien wende - was sich hier nahe anschließt - , jzo habe ich schon öfters qusgesprochen und wiederhole es heute: daß ich die Garantien nicht liebe. Es ist zwar, wie ich vorhin gesagt habe, „im Ganzen bisher damit gut gegangen; ob es aber auch künftig m Gan- zen so gut gehen wird, ist eine zweifelhafte Frage. Ich halte dafür, daß da , wo nicht Staatsbahnen gebaut werden , es anz besten ist, den Gesellschaften eine nicht zu große Summe 3 101105 [10160 zu geben und damit das Ding zu Stande zu drin en zu suchen. Wenn das zu erretchen ist, würde ich iesen Weg immer am liebsten wählen. Wenn xmn aber Zeiten eintreten , wie dies Jahr', wo an Ynlerhen für Staatsbahnen nicht zu denken rst, selbst 'm dem Falle , meine Herren, wo es auf das A(lerdrmgendste von den Provin en und den betreffenden Gegenden ge- wünscht wird - 1ch erinnere an die Bahn vorr Bebra ngch Arensberg über Eschwege *- jya wo, selbst fur solche kem_e Anleihe zu machen ist , und ich dre Gründe, dre der Herr Fl- nanz-Minister angegeben hat, auch mernerserts anerkemxen muß , wenn nun doch die allerdrmgendsten _Anträge vorliegen , daß die betreffendexr Gegenden mcht Jahr pausiren , sondern vorwärts koxnmen wollen _ wenn ich den Herrn Finan =Mimster' mcht bewegen kann, eine Anleihe, aber eher eine insgarantte zu bewxllrgen, oder aber mit Erfolg eine Bahn dadurch zu Stande zu, brrngen, daß man diese mit einrechnet in eine frühere Garantte, ]_a, meme

erren, dann stehe ich vor der Frgge, soll der uns em ganzes Jahr eine Pause eintreten, wo Ntchts geschreht? oder soll 1ch meinen Wünschen und Prinzrpien entgegen aqsnahmswersc noch einmal eine Garantie bevorworten? Wenn 1ch vor der Frage stehe, so füge ich mich in die Umstande und beantrage dre Garantie.

Was nun den Grundbesiß und Börsenschwindel betrifft, so kann ich Ihnen wirklich aus voller Ueberzeugung sagen, daß Niemand den Börsenschwindel mehr , verabscheurn kann, als ich. Wenn aber darüber geklagt,w1rd, daß dre Grund- befi er keine Kapitalien mehr erhalten „könnegr, meme Hrrren, so mu? ich das zugestehen, muß aber hmzufugen , das L|, lerder vollkommen richtig, aber in dersrlben 'LaxZe befinden stchalle größeren Unternehmungen. Ick bttte Sre, as zu beherztgen.

ein -