2 Programmen genannt. Es waren 1851: von Klöber, der „eine Verkündigung bei den Hirtena, Schrader, der *die An- betung der Königea, Menzel, der »Christus als Knabe im Tempel“, Cretius , der vdie Taufe Christia, C. Becker , der „Christus auf dem Meer«, und Eybel, der den »Einzug in Jerusalem“ malte. , ' _
Wenn sich auch der nachträgnche Verkayf der hier gebrauchten Bilder nicht in gleicher Weise leicht, yortheilhaft und vollständig bewerkstelligte, wie bei den Kop1111 »klassischcra Origmale, so schienen die Künstler und zunächst auch das Publikum diese Neuerung 111ch1 unwillkommcn zu heißen. Denn auch 1852 waren die angestellten Bilder 1v1eder von_ moder- nen Künstlern: Der Zug der heiligen drei Kömge von Steffcck, Heilige Familie von Schüßx, Aufforderuyg zur Flucht nach Aegypten von Ewaldt , „Chmstus vom Schiff 11118 lehrend von Schulß, Christus heilt dte Blmden von H11111111g Und Auferstehung Christi von Wach. Ebenso 11111111 auch 1111 folgenden Jahr 1853 das Programm nur Bilder von Vereins- mitglicdcrn: Stürmers Verkündigung der Hirten, noch ein- mal Cretius Taufe Christi, G. Richxers Auferweckung der Tochter des Iairus (welche derselbe später für S1.Ma]es1ät König Friedrich Wilhelm 117. in dem beka1111ten_groß1n Oclbilde ausgeführt hat), Menzels Christus treibt d1c Wechsler und Wucherer aus dem Tempel, Schylz' Ruhe auf .der Flucht und v. Klöbcrs Himmelfahrt Chr1ft1. _ , _
Jm Fahre 1854 trug jedoch die g1g1nsäßltchc Memung wic- dcr den ieg davon: 1111111 verzichtete auf M selbstständigen Schöpfungen und brachte Kopien, darunter zwei von neueren Künftlcrn: von Sehn 011 von Carolsfeld (nach seinen Holz- schnitten zur Bibel gemalt): Abrahams „Einzug ins gelobte Land , Moses im feurigen Bnsch, Pred1gt Johannis,“ von Heinrich Heiß: das ChristuSkind von Engeln getrag1n. Da- zu von MichelA11gelo: Gott Vater, und Rafacls Vertrei- bung aus dem Paradiese. 1855 sind sogar nur wieder Kopien alter Meisterwerke ausgestellt worden: Muri!- lo's Verkündigung , Ribera's Anbetung der Hirten , Pro- caccini's Ruhe auf der Flucht, , Luc111i's Madonna, Rafael's heiliger Michael, Albert1nell1's H11ms11chung. Ganz vereinzelt und eigenartig unter den anderen steht durch die Wahl ihres Gegenstandes die Weih11ach1§au§ftcllu11g von 1856: man versuchte, wozu die TransparentmalerU so geeignet ist, den Effekt schöner gemalter Kirchenfenster hervorzubringen, wofür die Glasmalereien an denen in der Mariahilfkirche zu München von Fis ch er 1vi1110111n1ene und würdige Vorlagen gaben , welche man hier nur mit einex für alle bleibenden, ornamentalen Krönung, eincm Aufsqßbtld, nach oben hin ab- schloß. Die Gegenstände waren:, d1e Vermählung, der eng- lische Gruß, die Verkündigung bet den Htrten, die Anbetung dcr Könige, dicFlucht nach Aegypten Und Christus im Tempel lehrend. Nachfolge hat der Versuch nicht gehabt,“ man kehrte 1857 zu den eigenen Kiinstlcrichöpfungey zurück, um mit nur noch 111111 Unterbrechung im folgenden Wmter dem abermals auf- genommenen Gebrauch bis zur AuIsteUung von 1866 11111 zu bletben. Auf der jenes Jahres (1857) sah man: Menzels Adam und Eva, Arnolds Noah die Thiere aus der Arche entlassend, Ambergs Verheißung an Abraham, G. Richters Moses mit den (Hefe tafeln, Wiszmewski's Jeremias auf den Trümuwrn, O. 19116 2111511111113 des Kindes. Die für lanZe Zeit einzige Rüokkehr zu den B1ldern alter Meister führte 185 ausschließlich zu Rafael und Rubens,“ nach jenem die V1sio11 des Ezechiel, Madonna und heilige Cäcilie; nach diesem d1e Verkündigung, die Anbetung der Könige und Christus zu Emmaus. 1859 begegnen wir nur Namen von Vereins- 1111tglicdern im Verzeichnis; der Maler der ausgestellten Bilder: 33, KreHschmer (der Zug der heiligen drei Könige , Schulß (Christnacht) , Tes ck11 er (Anbetung der Hirten , Schrader (Rückkehr aus AeÉyptcn), v. Blomberg (nach der Versuchung), O. Vegas ( hristus und die Kinder).
Bet der AuZstellung von 1860 ward insofern eine Abwei- chung bemerkZich, 1116 neben Feckert(A11betu11g der Hirtenx, Gräf (Chrift1 Versuchung), Ewald (Christus in Gethsemane , Amberg (die Marien am Grabe) und v. Klöber (Sieg des Engels), (111119 Schnorrs Name, als Autors des mithin 11111 kop1rtcn Omgmals, xChriftus auf dem Meere“, erschien.
, Im Jahre 1861 ging durch das bekannte Vermächtnis; des Kunstsammlers Konsul Wagener dessen an bedeutenden Werkm der modernen Malerei so reiche Bildergalerie in den Besiß des Staates Über und fand , in Ermange- 141111g eines anderen geeigneten Lokals , in dem langen Saal und 13111 zunächst angrenzenden Räumen der Akademie 11,11 yorläußge Aufnahme, ws 1111 Gebäude für eine National- 111111111, 111111 Grundstamm dies1 Wagenersche Sammlung zu 17115111 bestimmt war, geschaffen 11111 würde. Der Bau 1111es 111111111 und 111111 Voll1nd1mg aber war erst in Jahren zu er- 111511'1111 und zu ermögl1che11. Das bisherige Lokal der Trans-
pqrentqusftellungen war 11111h1n für lange Zeit okkupjrt Und bl1cb dtesen cntzogen, wemgftcns zur alljährlichen Benußxm Aber von 2 zu 2 „Jahrcn _ mußten auch die Vildxj“ der Wagenerschen Galerte aus diesen Sälen weichen , 11111 dex? 5131va für die große akademische Herbstausstellung freizugeben wahrend welcher fie 111 hen Zimmern des höher gelegenen, S1ockwerks des Akadcnnegebäudcs untergebracht werden Dre Weihnachtswochen der Ausstellungsjahre als * dem Verein sein Lokahwieder zurück, und er sah sich mithin veranlaßt, dte einjähr1gen Perioden, in welchen seine Trans. parentausstellungen chcdcm wiederzukehren pflegten, in zivei; jährige umzunmndeln. Erst 1862 schen wir somit die auf 11111 von 1860 1019111131 Traanarentausstellung. Sie brachte a11sschließl1ch OrigmalWerke von Vereinsmitglje. dern: Von (53an , die heilige Nacht, von Kraus, die Ruhe auf der Fl11ch1 nach Aegypten, von v. Blomberg Chmftus auf dem Wege nach Ennnaus, von G. Bierman 11, 513111111 Belehrungen, 19011 T es ck11 cr, Petrus dic Lahmen heilend von Schra der , der T1111111ph Christi. 1863 wurde Übersprunx 9111. ,Das folgende Jahr weist wieder nur Bilder von Vereins. 11111glieder11 auf: Ernst Hildebran dts Verkündigung Mariä G. Spangenbergs Anbetung der Hirtcn, Plockhorsts, Taufe Chrisn, Wißznicwski's Christus und die Samariterin Thqodgr Webers 11111_G. Richter gemeinschaftlich komZ pomrte 1111d 111111111 historische Landschaft mit den Marien am Grabe und Hennings Auferstehunéx. Daffclbe gilt von der nächsten A116j11111111g des Jahres 186 : Koch und Scheren- bexgs Verkündigung der Hirten, Q. Beckers Anbetung der Kiymge, Cschke'sFlucht nach Acg1)ptcn, v. Heydens Christus be1 Maria und Martha , G. B1ermanns Nach der Versu- chung,'v. Blombergs »Kommt her zu mit Alle« 21. ' D1e AuZstcllung im gegenwärtigen Jahre, wclche seit dem 13, d. Mts. allgbendlich in dem bekannten Raum in der 1111111 -Wc1se stattfindet, [3111121311 wieder Kopien nach alten Meistern. Diese sind;: Murilly's » «kündigung Mariäs, begleitet vom Gesang 111116 5311111111101) von 651111,“ Rubens Anbetung der Hn'ten, begleitet durch 1111 1111013111115 von Corsi,“ Fra Bar- tholomeo's Darstxllnng im Tempel, begleitet von Mendel- sohns »H111, mm *laffcst Du Deinen Diener in Frieden fahrena, Murillo's Marmfund Eltsabeth mit Christus und Johan- nes, begleitet von 11111111 1111111 lateinischen Gesang von 1540,“ Ruhe„ns Auferweckung des Lazarus, begleitet von einem Ge- sgngstuxk von, E., Naumann und Procaccini's Trans- f1guratwn 11111 emcm 11011 Vellermann komponirten Lob-
gesang.
Zur Geschichte des Civik-Prozesses.
1-
Bei Ueberreichung des (H1s1ße11t1vurfs, betreffend den Eigenthums- erwerb u. s. w., 5111 der Justiz-Ministcr 1)1*. Leonhardt in dchißung
Hes Hauses der L [1g101d1111111 am 30. 11. M. auf die in Preußen und 1m höh1ren Grady noch 1111 Gebiete des Norddeutschen Bundes herr- schende U11gl11ch111 der Re'chts- uud Prozeßsystemc, sowie auf ,die Nothwcn5191111 11n11 g111111nsa1111n G11ichtsverfass11ng fiir biirgcrltche Rechtsstreingketten hmgewwsen. _Jn Anknüpfung hieran soll versucht Werden, eme vergleichende Ueberjicht der verschiedenen in Dcutschlmxd geltenden, Prqzcßsystcme zu eben. Zu diesem Behuf werden wir 111 Hquptprmzrpwn Yes Prozcsii's einzeln und nach einander in ihrer gc- sch1ch1l1chcn E11t1v1ckxlung darsteUen. _
1. Das thnztp dcr Schriftlichkeit und Mii11dlich1111.„ ' 1) Der rßmische Prozeß der vorkaiserlichen Zcit b1s111)11n 11111111 111n 1111111d11ch111 Vcrfahrcn, sowoyl vor der Recht sprechxndcn Obsx1gk111, wie vor dem urtheilendcn vom Volke freige1vähl1111R1chst Mu11d11ch brmgt der Kläger die Klage an, erhebt der Beklagte scme
Einreden, spricht der angerufene Beamte (König, Konsul, PMW),
Recht, wie, je„11ach dcm Ausfalle des Beweises, vom Gerichte zu c?" kennctz sem 1v1rd; In mündlichen freicn Vorträgen legen sqdann die Partetcn dcm Rxchter di1 Sachlage dar, geben die Zeug111_1h11A11s- sage qb. Mündltch berathcn, fällen und verkünden 111th119111 das Uxtl)1tl, „Von Anwenden der Schrift findet fich in dieser Z111 noeh k1_1ne we1tcre Spur, mit Ausnahme des Gebrauches dcr Maglstkats1 1311 Formel, in welcher fie seit dem Gesetze des Aebutius (1111311 150 v. Chr.) 1311 Strettpunkte zusammen zu fassen haben, schrrftltch “[" zufasse11und zu geben. ,
Sett der Kaiserzeit wird dem entgegen üblich, das WcsenkltM der Parteworträgc und die Zeugenaussagen aufzu eichnen, d11 Erkenntnisse vor dem Verkünden abzusc 111, Klage- und inwandsschr1f11n _zuzu- lassen. Zum vollständigen escitigcn dcr Mündlich1111 hat dies 11d0ch im römischen Rechte noch nicht geführt. Noch Justintan, durck) dessen GeseßgcbnygsMrke das römische Recht seinen Abschluß fand, fordert nur eine Klageschrift als Grundlage für die Einleitung des Prozesses. Alle weiteren Parteiauslassungen, ebenso die Zeugenaussagen, g11ch€hkn regeln1äßig111iindlich vor dem erkennendenRichtcr, sind edocl) moglichst sorgfälti in Verhandlungs-Protokollcn aufzuzeichnen." qs Erkcn„ntn1ß wird hetmlich bcrathcn, schriftlich abgescjzt, dann 111u11d11ch „verkuniJeto Llppellationen und Supplikationcu gcgen dasselbe fi11d schriftlich Wx zurcichcn. Das Iustinianischc ProzeßNrfahrcn kcnnzctchnct Ack da"“-
ein in1Gr1111de mündliches„mi1Zula1'en derS 111 Mi * “** ZFhre ine nyz11chnung,de'r 1111111d11ch111 Verhandlucrlig féleibtéxaisxdßcx? ,jner sclbstftaydtgen"schxtftltchen Mutheilung- wird,
2) Der etgentlxumltche deytschx PWJeß, wie er uns noch aus den
Volksrechten und altxren„Kap11u arien entgegentritt, beruht auf dem Prinzip? strenger Mundltchkeit und Unmittelbarkeit. Mündliche Par- teivorträge vor dem erken11111de11Richter bilden den Kern der Ver. handlung- ZOer Prozeß 'begmnt 11111" de111 Gestellen des Beklagten durch den Klager vor Gertcht. In munhlichen formlosen Vorträgen legt Kläger Gegenstand und Gyund her Klage dar, begründet der Be- klagte seine Llusst11l11ng1n„ chhen die Zeugen ihre Aussagen, berath- schlagen und 1111111115111 Hte Rtxhtex [1hre_Entscheidungen, Dies alles vollzieht fick meist in einer cthtgcn Sitzung. Ein Aufzeichnen der Yerhandlqu tft dcm degtsch111 Verfahrep fremd, obschon schreibens- kundige Pktkstik 11111 Ge11ch1sftßung1n betzuwohnen hatten, Mit der Re1ch,sgründ1111g ge1v1nnen fxemde Rechte 111111111 mehr EinflUsU findet _dle„Schrt_ft tzeben 13en1111undlichen Verfahren immer mehr Eingang, bis „11? sckllsßllch1„ 11111, 11111111" „gezetgt wird, im gemeinen Prozesse zur Besetttgung der Mun1111ch1111 fuhrt. „
3) Den fan'omschen Prozeß, jedenfalls wem stens in seiner durch die spätere En11v1chel11ng erhaltenen Gestalt, behcrr cht das Prinzip der Schriftlichkett. Alle Prozcßlwnpluygen mussen durch Schrift festgestellt wcrden, und zwar MUMM“ schriftlich eschehen oder, wenn fie in anderer Form vorgenommen worden, von . ertchts wegen ausgezeichn11 wer- den- Von Emretchen einer Klagxschrtft 111_achen„schon Ktrchenversamm- [ungen des 111-unten Jahrhunderts das Emschrciten der geistlichen Gc- richte abhängtg. „Seit Innoceyz 1161|, 111111? 1301611 nur Sitte war, Geseß, daß 11ä111l1ch 111151311xte1vorxragen schktf111chc Aufsäße zu Grunde zu legen si11d, dexen 111U11dl1che Wiederhylung ]edoch erlaubt ist.
D11Mü11dl1chk1ttd1s Verfahrens 1st zwar gesehlich noch aner- kannt, aber nur F611nl1chkc11 ' In Wahrhctt werpen Klage., Klage- beantwortung, chl1k, Dupltk m sch11f1l1chcr„Aufze1chnung eingebracht und zwischen den Parteien ausgewechselt, meist sogar nicht einmal per- sönlich übergeben. Zeugen werden nur von emem Dcputirten des Gerichts zu Protokoll vetrnomnzen.“ Dem Gerichte wird nur dies Protokoll bekannt.. Es 'g1lt beretts „im ka11o111schenProzeß der Grund- satz, 1v1lch11 das etge11_tl1che Kennzetchcn Yes" schriftlichen Prozesses ist: daßb1i111Erkenntnißfalle11 nur,das ber11ch11ch11gt Werden darf, was fich in den Akten aufgezeuhnet findet. ,
4) Aus ciner Vcrschmelzng des 1131111115111, deutschen und kano- nischen Rechtes ist der ge_111xtn_e Prozeß hervorgegangen. In ihm ist das Prinzip der Schmftlichkeit streng_d111ckgef1"1hrt_, so daß alle Prozcßhandlungen nich11g ,smd, dexc11 schriftl1che Aufzeichnung 1111111- bliebcn. Er beginnt 11111 111111 sxhr1ft_l1ch1n Klage, Welche dem Gegner zur schriftlichen Beantwortung 111, einem anberaumten Termine oder binnen einer gestellten Frist ug1f1111gtw1rd. „Die Klagebeaniwortungs- schrift erhält Kläger zum ichriftlichcn Repliziren, dic Replik der Be- klagte zum Einreichen einer Duplik. Es ist gestattet, ab1r nicht üblich, die Uebergabe einer dieser Schriften durch 1111111 11111ndl1ch111xVortrag zu bewirkcn, dessen Inhalt jedoch, da die, Uebergabe nur an emen G1- 1ich1sdeputirtcn geschieht, um dem Ger1chte bekannt zu 1verde11, yon Gerichtswegen aufzuzeichnen ist. Vernehmung der Zeugen, gcxtchtltche Einnahme des Augenscheins, wird “durch einen Gerichtsdcputtrten zu Protokoll bewirkt , Welches den 513111111111 hehufs „etwamgcr Aus- stellungen gegen die Bekundungcn mitgcthetlt 1131113. DteseAusftellungcn haben wieder schriftlich oder zu Pxotokoll zu geschehen. J1_1 den SWW- fißungen der Gerichte erster Instanz“ pflegen dux Parteten'zu mund- lich111 Vorträgen verftattct zu sein, mehr so in d1esen ,der höherenIn- stanzen. Erkenntnisse , Beschlüsse und jede'Art Bcschtc1d1 des_Gertch1s Werden schriftlich abgexeßt und den Parteien absch11ftl_1ch 11111ge1he1l1. Rechtsmittel find schri tlicb einzulegxn und 311 rechtfertigen. Bei cnt- schiedene111Ueberg1wichte der Schrtst fi11d_ dte 1v1n1gen Yebexblcihsel eines mündlichen Verfahrens in der Praxts als laft1ge Jormltchkeiten außer Gebrauch gekommen. „ _ „
' 5) Im heuti 111 preußis ck 111 Prozesse kann dxr Kslager nach B1- l11b1n die Klage ?chriftlich einreichen oder zum ger1chtl1che11 Protokoll Ziehen. Ihr Em ang , ja schon ihre Amneldung, b1ldet den Prozeß- 5 nfang. Absch1?ft der Klage erhält der Bcklagtc, welcher fie entweder zum gerichtlichen Protokoll oder durch einen schrtftlichcn Aufsatz zu beantworten hat. Nach dem Ermessen „des Gerichtes kann hann noch, gleichfalls zu Protokoll odcr schr1f1l1ch, Rep11k 11nd Dupltk er- fordert Werden. Darauf folgt ein Tern11n_ zur n1u11d11ch111 Verhand- [UUI- In demselben trägt zunächst 1111Be1fißer des Gerichts den auf Grund der eingegangencn Schriftsäße zusa111111111gcftellten Sachverhglt VM sodann folgen freie, an keine Form und,Z1_11 gebundene Voxtrage der Parteien oder ihrer Vertreter. Das Wtchttgste Haraus jvtrd zu Prytokoll genommen, deffcn Vorlesung geschieht. Dre,fich „dan11 an- schl11ßende richterliche Beratlng] ift geheim. „Ilzr Ergebmß 1vzrd_]edoch mit Gründen mündlich und 'ffentlicb vexkun 11, 11111111 schLftltch ab- 1111th und den Streitenden schriftlich 11111gethc1l1. S11_1d 5111g1nz11 v'erne[)men oder ist der Augenschein einzunehmen, so 111sch11h1d1es d111ch emen Deputirten des Gerichtes zu Protokoll, und 1111111111 das (61111191 _von dessen Inhalt in einem 11111111 Verhandlungstcxmmc Ke11111n1ß, 1n_ Welchem die Parteien das Wort frei nchmen'durfcn. Dte Ab- lUÜYUA der Parteicn-Eidc und Einficht von B111§11611xkund111 erfolgt, WLMIstcns in erster nstanz, als Regel in der Gerxchts11ßUUI-, RWW- m11111 find meist christlich, 11111 a11s11ah111s11111s1 zu gcr1chtltchcm rotokolle a11z1t1111ld111, zu rechtfertigen, und vom Gegner" zu beantWortcn. Au in weiter Instan geht d1m UrthcxlfüUM , ck 3 3 , . eme mündliche Verhandlung voraus, welche ,111 1111er Sachdarftcllung durch 1111Gcrichts11111g111d und freien Parteivoxtragcn b1|1ht. Da- UUch„bkkUl)t also das preußische Verfahren auf 111111 Vcrlxmdung v'on Schriftlichkeit und Mündlichkeit, und _1s1altct |ck 811 11111111 schrift" 'chM Verfahren mit mündlicher Schlu vcrhandlung. „ „ , , 6 Im französischen Prozesse ist 1111111 311111 Mundltchkklkspklw
zipe zurückgekehrt. Es kann nur in Si un ' - delt, dcr Streit darf jedoch crst voUftäYdigge§orTTsre§1rlM's dxeesRchxt Zebracht Werdxn. Erst mit dicsenz Vorbringen vor Gericht nimmt 11 Prozeß scme11„Anfang, doch Mrd der dadurch zu verfolgende An- sp1uch„ schon 11111 der Zustellung der Klage streitig G1seßlich xnuß ckIm (im Verfahren 611 1113111318 ()x-(11113118) 'edoch 1in vorberei- dee1xdesBYlexéformx1 n1tzorran ehxtttth _lSeitekrd1ss NZ Kilägers ist nämlich , _ „ e 1 11111 1 treit 1 en andes und einer Ab1chrift _der BeWeis - Urkunden zumg gBessxtellen eines J:?kxxtritesaLU dsexwrklchr'tretung und Angabe seiner EiUWen- e . Vorverfahren, Welches 1311711?) 1J1chs12llstx11111§§1,MtYlthißotirdeetTnder PFIFF 31112111 übxr ihre „Behauptungen, Ansprüche und VertZeidigungenzbe- 11111111111111111113111111111111-311110111111“ , -, „ 1 „ne 01. emna ra n dle„Partc1cn dem Gerzchte znündlich ihre Ansprzüche und cl531111111 ee- grundung vor und reichen 11111 Anträge schriftlich ejn, an deren In- ZWUIWWUYifeanKedFÉt11Y0ch2Zxchkt gebudndßendfind. Diese 00110111810118 „ ' en 1 11 ung, a ie Sa e kontradiktori Wird. _Das Ger1ch1 erkennt unmittelbar aufck diese VorträF nach hennlrcher Berathung, wofcrn es keiner Be1veisaufnahme bedarf, welche andernfalls vorher durch einen „Kommissar zu YWKFZZNW ngYthknlt hat.C Yusnawnsweise darf das Gericht 1 1. en «11 en auch ein ri tli es Ver- LÜEZenAFsIZiriYeM'sch??xle'ayPartechfthM dann ihrsech2§1h§huptun en 11 1, an zu (“1 1'111 und mit den in 1- 311g genommenen :Be1v116-Urku11den auf der Gerichtsschreiberei iLI?“1?“§§L“ FYHZTÉÜGW,ts?§k:*,§ts**i"““ed25 “111 “1,11 „(13an „ „ emen 111 a a 1 , an welchen fich frete Partetvorträ 1 an [' . ' ' ' ' Uxtbeile geschieht _allemgl mündlgich, ssockizcifxinwcrééelä YIKYJMUPZY Wirken der Parte1111 ber Ausarbeiten des sachlichen Theiles, schriftlich YUzrefschijc 11 YÉCFKUU'UUGMWZU schr§fltlich eingelegt. Das regelmäßige 1 0 im run e 1111'111 i ' in 1121111; 111F1 unbedeutesndcn Umfangé, unter Zulassen der Schr1f1 m annoveri en 101 ebildet ' " ' s ' mit schriftlicher VorbereitZg di? Viexsel. DUMZDiLYeéiilYersreYZTfYFrccii seznen Yuma» schriftliche Klage in zwei Exemplaren. Das eine er“- halt Klager 11111 den1erxnhändigenVermerke des Gerichts-Präfidentcn, inrzklefchtnBTdetdte ?cheNT1trtlZa111deltd1xezdelcn NJW, zurück. Er läßt 111 e ag 111 111111 1 et en 1 a e- 11 inals u“ d am Gerichtstage durch einen 2111113611 zu erscheineY chr BeklxgtsesTFateäJ vorher schriftlich auf die Klage zu erklären. Vernachläsfi un dieses Gebots be1virk1 nur Kostenpflicht ohne sachliche Nachtheikc. Ab chri?1 dieser Erklä- rung und der.Gegene-rklärung des Kläg1rs darauf ist vor dem Sißungs- YJTVan Gerzcclö? zkuthhetil'w. In Fer Si ung |§11111 die ?e nerischcn n a e zuna 1 1111 11 rage zu eren e ri'm un 11 o ann den ercitgcge11fta113) mündlich voétragen, smd deoch bezg1'1gslich ihrer An- trage und thatsachlichen Behauptqngcn in der Regel an den Inhalt und Umfang der aysgcwechselten und überrcich11n Schriftsäße gebunden. Er- JF11111V11g111s1hrer AxtrYe tfind im Sisyciitßgsprlxéwlxö zu (Lexmerkens; 1 en oreen an te areien zu ge 11 111 a. as renntni wir'd (auf Grund hcimlixher Berathung mündlich vexfiindex und Y'Fftllck) dadeYezjzt. ßBexYZZerhchngeöi Éyschxhend re el1Z1aß1g sin Wr tung e 1931 gert , 1111 na m wete ur ommi ari e YerYeYnungcndzu Frickztclkickyem Yrototßollt? ckAl§3c1hgen ÉußZrJtenTsöshnlkichcr us 111ung 0 cr z*erwi cung er a ä i en er ä 11 1 ann Zn sFriZtlicbcs VerahÉn tip der f2er anexfßdychsxhvcrdenH daß cxuf run er von 111 11111111 er or er 111 _11 1 111 rep. pro 0- kollarischen Ausführung ihrer vermeintlichen Rechte cin Gerichtsbeifißer dem Gerichtshofe Bericht über die Sachlage erstattet.
8) Die Prozeßgcseßgcbungen der iibrigen deutschen Staaten enthalten nur im Wesen Wenig veränderte Abbilder der dargestellten Verfahrct1éfLrtz1ien.l NLilrgeYHch 'iTlYkeuxschlazid bixet diedSßchZiftliUcihkeilt ausnalms oe 1g1. 11 11 i ei in em inne, 11 er ege nach a)lleHandlu11g1n im Prozc 1 schriftlichxvorgetion1111en werden 111üss1n, haben festgehalten die 111111 enburgischen Staaten, Sachsen und, bis zu ihrer EinV1rleibungi11P11ußen: Nassau, sowie, für die höheren
nftanzen, die C'lbhcrzogthümcr. Im vormaligen württembergischen Yrozeß, ebenso in Bayern und Braunschweig, ist das Verfahren 'the-ils mündlich, verbunden mit protokoüaxischer Aufzeichnung, thetls schrtftltch. Schriftliches Verfahren mit 111ü11dl1ch1r Verhandlung 1111111Old1nburg, MEW? “"T-Wes Ver1h§111111111111311111111111111 vor räe i e. mezurm n 1 e 1 * lage schLftliDcyhper Parteivorträge, eingeschränkte Miindlichkei1 besteht für Lübeck und bestand für Kurhessen nnd Frankfurt a. M.,“ „1111 Grunde rein mündliches Verfahren hat der. 111111171“württembergxsche PWW 1e_ictlzgxkatxd mündlichcs Verfahren 11111 schrtftlichcr Vorberatung fin et 1 m a 111. , ,
9 Die seit Dezennien währende Reformbewegung 1111 Gebrete des Proz1)ßrech11s hat vielfache Entwürfe fiir neue „Prozeßg'escße, entstehen lassen, welche ausYahmsws fiélytleÖn EYsYZTZFUUY MU§1dlllchM Ver-
lrens an Stelle er gemeinte 1 M1 11 1 en 1031 ur )1n1111gen. 13113111 denselben hachZZUmcist 11:11 (2111 im IKl)rsTk)l18s?4 vekxöfßesZtnFtc 111 i c und der 1 in zwei 11 „„111n11 11 ge 0 1111 cu e o- xcriaKriY [)11111111vcrisck11) Entwurf 111111111 Beachtung gcfunden.
Beide Entwürfe sind, für EMFIS?! cines mündlichen Verfahrens, jedoch in wesentlich vcrsch1edcn1m 111 ange. _ _ _
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