1889 / 180 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 01 Aug 1889 18:00:01 GMT) scan diff

- In der Erßen Beila e des „Reiäß- und Staats- Anzeiger befinden fich: 14. usammenstellun der Resultate der von denGeneral-Kommissionen im re1888 crus- geführten Regulirungen, Ablösungen und Gemein- heitstheilungen, mit Hinzurechnun der Resultate aus den Vorjahren bis Ende 1887, L.. usammenstellungn drr bei den General-Kommissionen im ahre1888anhangig gewesenen Geschäfte und 0. Zusammentellung der vori den General-Kommissionen im Jahre 1888 auSgeführten Zusammenlegungs-Sachen.

Magdeburg, 31. Juli. Ueber die' AUSJrgbunZ der Gebeine des auf dem alien_ Begrabmßplaß hierselb beerdigten ehemaligen französischen Generals und Ministers des Innern Carnot melder der „Magdeburger Anzeiger“: Mit der AuSgrabung der (_Hebeme Carnot's wurde heute früh um 5 Uhr begonnen. Zu dieser_ Stunde hatten sich die Delegirten der französif eri Regierung, die .Herren de Lacroix und Silvestre, der Ober-Prä idial=Rath von Arnstedt an Stelle des abwesenden Ober-Präfidenten crls Vertretxr der deutschen Re- gierung, der Ober:Bürgermeisier „Bötticher mit mehreren Stadträthen, Stadtvxrordneten, e1n_1ge ?lerzte, Vertreter der deutschen und_ französtsckwareffe, _msgeiammt etwa 40 Per- sonen, eingefunden. PolizßikomWffgre, Schußleute, „sowie eine Abtheilung Soldatßn führten in und um den Kirchhof die Aufsicht. Bevor die Auszgrab'ung begcrnn, richtete Hr. de Lacroix an den Ober-Viirgermeister Bötticher in französi- scher Sprache das Ersuchen, dxn waeis zu führen, daß das in Rede stehende Grab wirklich die Gebeine Carxiot's ent- halte, was von diesem be1aht und mit der Verleiung nach- wigender Urkunde belegt wurde:

_ , Magdeburg, den 10. Oktoker 1832.

Auf Befehl Königl. wobllöblickxer Polizeibehörde sollte der Leichnam des am 2, August 1823 bierselbsi verstorbenen und im Todtengewölbe der St. Johanniskirche beigeseßtkn vormaligen fran- zöfiickxen General-Lieutcnants und Ministers des Innern

1423142 Ficoias Uargusrjts Carnot

h_eerdigt werden. Hierzu war der heutige Abend bestimmt und ver- fugix sich der Unterzeichnen tn Gemeinschaft des Hierzu beauftragten Königl. Polizei-Kommiffars Herrn Usuwami, des Herrn Dr 11166. 0511118ij und des Kaufmanns Herrn Sar] Sote1i€b [.juägteäc um 5 Uhr Abends ,in_ das Johannis Todtcngewölbe. Hier ward der Sarg, welcher die irdische Hülle drs Verstorbenen bara, vorgebracht, der außere, etri Holzfarg, geöffnet, in demielben ein Zinnsarg gefunden, aux welchem eme Zinnvlatte lag. mit der Aufschrift:

Carvot, 143ka6 37100138 Uargusrite, bisucsnxut général (185 ÜWÖLI fran9818€§ ck76 & R0187 811 FontFoxns. ]8 13. 118.1 1753,

_ mort a Uaxäsdurx' 16 2. Yoüt 1823.

Diese Plgtte war aus ihren Siiften grgangen und ward yon dem Todtengraber der St. Jobannißgemrinde Rose abgenommen und im Gewölbe niedergelegt. Hierauf ward der Deckel des Zinnsarges ab- genommen, während vorher das Gewölbe durchräucbert und durch

Abbrennen von Pulver von schädlichen Dünsten befreit worden. Es

batten sich inzrviscben mehrere Personen eingefunden, unter ibnen der

Dr. 111871. Herr 1110588118 i_md der Wundarzt Hrrr (Jroch xc.

Der Todtengräber Ro1e entbülite das Gesicht des Verstorbenen von der den Körper, umgebenden Masse und aile Anwesenden reaogudsoirteu den Leichnam und das wirkliche Vorhandensein des- selben im Wrgebracbten Sargr,

, Nach dieser Anerkennurzg ward der innere, sowie der denselben umschlteßende äußere Sarg sorgfältig ugemacbt und auf den Leichen- wagen gebracht, mit welchem er, dem ange des Verstorbenen cremäß, nach Erster 018-888 auf dem allgemeinen Jriedbofe der Stadt Uakxä - bar _vor dem obenvforten- und Krökenjbore belegen, im Qaaärar [LI Oft ett; dem cbooße der Erde überßebcn und in ein mit Blumen geschmucktes _Grab gelegt.

Gegenwarttges Protokol] haben die oben gcnannten anwesend gewesenen Herren selbst durchgelesen und durch eigenhändige Untat- scbrifi vollzogen.

Neumann. 13.1)z'nn8b16r. 17. (3. (I, Qiuäßteär. (31-08611. 1)!"- “161188115.

G. w. o. Der Leichen-Commiffarius (11. 8.) 1111121».

A u s z u aus dem Kirchenbucbe der (Zt. Marienkirche zu Magdeburg.

Der Eenerailieuienant der französisÖen Armee 1-32ar8 Fj-301a5 Uarguente (irak 7011 Carnot, katholischer (Confeifivn, Wittwer, ge- boren am 13. Mai 1753 zu 5701-13- in Bourgogne, ist gestorben am 2. August Abends 8 Uhr im Jahre 1823 an Alter§schwäche und be- erdtst am 5. August im neuen Gewölbe der Iobannikkirckc. Er wohnte'Scbulstraße 15. Seine Söhne sind: Zaäi. damals 27 Jahr alt, Major vom Stabe (in französischen Diensten) und 14mm? Üipp01xca. damals 22 Jahr alt. Die Todesanzeige wurde dem damaligen bie- figen Pfgrrer Ds1sksr von dem jüngsten Sohne schriftlich zugestellt und zwar crit am 6. September 1823.

Nach Entiernung des schlichten, nur den Namen„Carnot“ tragenden Leichqnftems begannen die AuSgrabungsarbeiten, an denen fich im Axifanß, bis zu einer Tiefe von ungefähr 4 Fuß, mehrere Arbxtter etbeiligten, die von da ab aber ab- wechselnd iiur von 91nexn derselben verrichtet wurden. Gegen 10 Uhr stieß maxi m einer Tiefe von 41/2 11: endlich auf den außeren, reich mit neusilbernen Beschlägen verzierten eichenen Sarg, deffen Holz bereits zum Theil morsch war und daher nur stückweis an die Oberfläche befördert werden konnte. Dagegen befand sich der in dem xichenen Sqrg enthaltene Einsas aus Kiefernholz, dessen innere Seiten mit starkem Zinnblech außgeschlagen waren und welcher die Lei r enthielt, noch in ut erhaltenem Zufiande. Nur drr aus mn_ bestehende De el war durch Schaden gn der Ldthung eingeiallen, sodaß na Beseitigung des Erdreichs iind vollständiger reilegung des Ka ens einzelne Theiie der Leiche von oben ichtbar waren. Nachdem den Arbeitern größte Sorgfalt empfohlen, wurde nunmehr von einem derselben die Leiche in ,dem kiefernen Behälter eraus- gehoben. Nach _erfolgter Remi un des erhaltenen rges wurde derselbe odann von a t ersonen nach der K elle getragen und ne en derselben im Freien aufgestellt, wod elbe bis niich erfolgter Neueinsargun verbleiben wird. Bis ur feierlichen Ueber abe, wird die eiche von zwei E renpo ten militarisch bewa tsem. Bis morgen Mittag, 11 hr, muß die Neuemsar ung bewerkstelligt sein, weil zu jener Zeit der Bruder „und er Sohn des ]eßigen Präsidenten Carnot sowie der Sem rafekt Poubelle ier eintreffen werden. Am 2. August, nder alSdann unter militärischen Ehren die Ueber- führung der Leiche nach dem Bahnhof statt.

Kiel, 31. Juli. (W. T. B.) "Die ruf is 8 a t „Dershawa“ t mii Sr. Königlichen Hoheits dém Kro = 2371210 e*clknlde Ib rer KLiFrllchep HoheiZ3 bedr Großxeerzogin

. xi urg-S werin an or eute a mitta 51 Uhr die Reise nach Kronsiadt angetreten? ck 9

Sachsen. Dresden, 31.3110. (Dr- I.) *hre König-

Prinzessin Mathilde und der Prinz Albert fixid heute von Freiburg im Vrengau in der Villa zu Hofterwxß wieder eingetroffen.

Württember Stuttgart, 1. August. „(W. T. BZ Wie der „Staats- ' für Württemberg“ berichtet, hat fi Se. Majeftät der n 9 auch in diesem Jahre einer Massage- kur bei dem Dr. Röchling unterzogen. ;Der Erfol ist sowohl für das Allgemeinbefinden als auch in Rücksx t auf die neuraFischen Bes werden ein günstiger. kHeute ist der König nach ebenhau en abgereist.

Baden. Karlsruhe, 30. Juli. (KarlSr. Ztg.) Gestern Vormittag traf Se. Hoheit der ürst von Hohenzollern aus Badenweiler, wo Höchfidersel e seit einiger Zeit bei seinem Bruder, Sr. Majestät dem König von Rumänien„sich auxhält, zum Besuch bei den Höchften Herrschaften in Freiburg ein. Se. Hoheit verweilte etwa zwei Stunden bei öchfidenfelben und begab sich dann nach Umkirch zu Höchft einer Mutter, Ihrer Köni lichen HoZJt WKürsiin Josefine. _

-- 1. ugusi. ( . T. .) Der günstige Zustand in dem Befinden Sr. Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs besteht fort. Der Hustenauswurf ist in langsamer Abnahme. Die AUEgabe täglicher Bulletins ift eingesteUt.

Mecklenburg - Schwerin. Schwerin, 31. Juli. Se. Königliche ?oheit der Großherzog und Jére Kaiserliche Hoheit die Gro herzogin haben ihre zu getern in Aus- ficht genommene Reise nach St. Petersburg wegen des un- günstigen Wetters verschoben und find erst heute nach Kiel gereist, um von dort an Bord der Yacht „Derschawa“, welche Se, Majestät der Kaiser von Rußland zur Verfügung gestellt hat, fich nach St. Petersburg zu begeben. Die Ankunft in Kron- stadt sieht Sonnabend Nachmittag oder Sonntag Vormittag zu erwarten.

Während der brvorstehenden Truppen-Uebungen wird Se.Kbnigiiche Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen, Re ent von Braun chweig, in seiner Eigenschaft als General- Zn pecteur der 1. rmeß-Inspektion, an einzelnen Orten des

roßberzogt ums u Besichtigungen erwartet. Nach den bisher getroffenen iSpo itionen wird Höchfiderselbe am 19. August in Parchim eintreffen, sich gm 20._von da nach Rostock begeben und am 22. in Güstrow sem.

Sachsen-Weimar-Eisepaä]. Weimar, 31. Juli. (Th. C.) Am Großherzoglichen Hofe in Wilhelmsthal wird heute der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs gefeiert.

Qesterreich-Ungaru. Wien, 31. Juli. (Wien.Ztg.) JP Kaiserlich Königliche Hoheit die Kro nprinzes 1 in- ittwe _Stefanie ist heute nach Ostende abgereist. Die Erzherzogin : Tochter Elisabeth verbleibt _vorläufig in Faxbenburg und dürfte fich gegen Mitte August nach Ischl ege en.

D_er Landtags-Ab eordnete Freiherr von Rapp-Heiden- burg ist zum Landes auptmann in der gefürsteten Grafichaft Tirol und der Landtags-Abg. Dr. Karl von Hepperger zu Lesen Stellvertreter in der Leitung des Landtags ernannt wor en.

- 1. August. LW._ T. V.) Der Minister des Innern hat die Au [Hjung des Schulvereins für D r u t i ch e wegen Ueberschreitung des statutenmäßigen Wirkungs- kreises verfügt. -

Hermannstadt, 1. August._ (W. T. B.) Der Erz- herzog Albrecht, welcher, aus einer Jnspektionßreise in Siebenbürgen befindlich, vorgestern wegen Unwohlseins der Truppen arade nicht beiwohnen konnte, hat sich wieder erholt. Das Rei eprogramm desselben ist dahin abgeändert, daß die Reise nach Kronstadt unterbleibt und der Erzherzog am Sonn- abend über Arad die Rückreise antritt.

Großbritannien und Irland. London, 31. uli- (21. C.) Die Königin überreichte dem Schah von Per ien bei seinem Abschiede m _Osborne ihr Bildniß, in Brannten gefaßt, und dem persischen Großvezier die Insignien des Bath-Ordeirs erster Klaffe. _ »- 31. Juli. _(W. T. B.) Das Unterhaus hat heute die Apanagenbill, deren Ablehtxung der Deputirte Wallace beantragt hatte, in' zweiter Leiun ohne besondere Ilb- slimmunggenebxmgt. ;- Nach Anna me der schottischen Upiversitätsbilb in dritter Lesung wurde die Bill, betreffend die Zurückziehung leichter Gold- stückr aus dem erkehr, in zweiter Lesung ge- nehmtgt. Jm Verlaur der Berathung erklärte der Kanzier deerhaßkammer, Goschen: es handele fich dabei um die Zurückziebung yon 4295000 gamen Soverei ns und 157000 halben, Sopxre: ns aus der RegierungSzeit üherer Herrscher. Gieichzeing ?prach derselbe die Hoffnung aus, im Hause im nachsten Jahre eine größere, die gesammte Frage der Goldmünzen behandelnde Vorlage einbringen zu können. - 1_. AMW. „(W. T. B.) Bei dem gestriéen Jahres: banket im “ansion House hielt _Lord Sa iSbury eine Anspruch?, i_n welcher er fich bezüglich der Unruhen auf Kreta dahin außerte, daß dieselben ernste Besorgmsse nicht rechtkerngten. Im _Namen der englischen Regierung mim che er kategorisch zu erklären, daß fie kein Ver- langen trage, Kreta zu besißen. In Betreff Egyp- tens siikite Lord Salisbury“: das gegenwärtige Auftreten der Dxrwi che daselbst beweise, daß der Zeitpunkt ur Raumung Egéptens n_och nicht gekommen Lei. England werde eme Verpflichtung erfüllen, Egy ten nicht eher zu „verlassen, als bis es im Stande sei, iich allein Ygen seine inneren wre äußeren Feinde zu schüsen. "en Geda'nken, daß England mit Gleichmuth den Vor- gan en in Ost-Curopa zusehe oder Unternehmungen zula e, ohne Emi ruch zu eriZeben, oder seinen entgrgenstehenden, Wi en u mani eßiren, wies Lord Salisbury enischieden z_urü . _ England könne seiner her- gebrachten Politik und 1einen teierlichen Verpflichtungen, die es, Euroya egenüber übernommen habe, nicht entfagen, ohne [emen Em „i_tß iz o_pfern. Der erste Gegenstand der eng- lischen Politik er die Erhaltung des Friedens, aber ohne Opfer ait Ehre. Lord Salisbury schloß mit der Erklä- rixng, daß die u,nge?eueren Rüstungen von heute eine wichtige Garaniie eZ Friedens bilden. Der Krieg würde Zhu Lo furchterlicher sem, daß die Nationen davor zurück- re en.

Rn land und Polen. St. Petersburg, 1. August.

lichen Hoheiten der Prinz Georg, Herzog zu Sachsen, die

meist niir anerkennenden Worten auf Lord Salisbury's Rede in der Oberhausfi ung vom 29. o. M. hin und bx xnerkt: Lord Salisbury ha e der korrekten Haltun Rußlands m, den Angels enheiten dex Balkan-Halbinsel erschtigkeit wrdrrfahren la en. 'Es ser zu wünschen, dasz die Worte SaliSbury's „dazu, bettrü en, 111 gewissen politischen Kreisen, weiche bis 1th m die cm Punkte augenscheinlich gegen- theiliger Anschauung gewesen seien, eine gerechtere Beurtheilung herbeizuführen. Du; Rede scheine auch den Zweck ehabt zu haben, den pesfimisiifchen Tendenzen, welche in der eßten eit geherrscht hätixn, entgegenzutreten. Es wäre in dieser e- ziehzmg zu wunschen, daß das gewollte Resultat auch erreicht wer e.

_ Nach Meldungenkaus Bukhara ist unter den Sarten eme große Sierblich keit eingetreten. Offizielle Berichte bZsagen, es seien, Kinder un erechnet, vom 14. bis zum 17. Juli d. „. 702 ersonen e orden; die Einwohner hielten Zchßm den ausern emgeschloi en; es herrsche eine tropische

1. e.

Italixu. Vorn, 31. Juli._ (W. T. B.) Laut Meldung drr „Agenzia Stefani“ aus (_To n i hätten die I u siizbe h örd en die Freilqsiung des französischen Offiziers de Grandmaison angeordnet; derielbe würde über die Grenze gebracht werden.

. Griechenland. „Athen, 31. Juli. (R. B. Die Ab: reife der_kretensischen Kommission, weche fich nach Konftgntinopel begeben sollte, um dort über die verlangten Konzesnonen zu untethndelxi, hat fich verschoben, da bei der Wahl der Mitglieder Schwierigkeiten ein: getreten sind.

_ Schwedxn uud Nornwgen. Stockholm, 30. Juli. (D,) Die Kro nprixizes s 111 hai, wie bereits gemeldet, i re Brunnen- und Badekur m Franzensbad beendet und ich in diesen Tagen zur Nachkur nach Reichenhall in Oberbayern be“- geberi. Wie „Post koch Irzr.-T1dn.“ meldet, ist nach einer arztlichen Konsulianon m TFranzensbad zwischen dem Professor BruzeliuH aus Stoßholm, dem Geheimen Rat? Kußmaul axis __Heidelbxrg und dem Badearzt Nein der Kronprm e_snn „aux, das Entschiedenste angerathen wordeiz, den inter in einem milderen Klima zu verleben, um einer Verschlimmerung des beschwerlichen chronischen Lyngrnkatarrhs vorzubeugen, an welchem die Kronprinzessin seit vielen Jahren gelitten hat. Die Aerzte haben dabei als Wpaffendften Kurort Meran empxohlen.

Diiyexnark. Kopenhagen, 1. August. HTW" T'. B.) Der Konnig von __Griechenland und der ronprinz v_on Danemark nnd heute Vormittag aus England hier eingetroffen.

Amerika., Am 14. Oktober d. J. soll, wie der „Hann. Cdur.“ iyittbeilt, in Washixigton ein großxr Kongreß sammtlicher „amerikani1chen Staaten zusammen- treten, dessen €Ziele auch in Europa ernste Beachtung ver- dienen. Dqs ro ramm dcs Kongreffes, dessen Einberufung von der Regieriing er Vereinigten Staaten Nord:8lmerikas aus- geht, umfaßt 018. nachstehenden Punkte: Maßregeln zur Sicht? rung der gedeihlichen Entmickelung der amerikanischen Völker Y.,"? Vorkehrungxn zu wirksamem Widerstande gegen alie Seite_ns „europäncher Staaten beabsichtigten Uebergriffe in amerikanischen Angelegrnheiten; Einführung eines häufigen Dampfschiffverkehrs Mischen den Häfen aller verbündeten

Staaten; _Vereinheitlichung der in den verschiedenen Staaien bestehenden Zollvorschriften und Feststellung einer gemeinsamen Zollgrenze; Einführung eines internatio-

nalxn Gewichtes und Maßes und Vereinbarung inter- ncitioiialer Maßrrgeln für den Schuß der Person und des Eigeiithums, s0101€_ bezüglich des Fabrikmarkenschußes; Einfüh- rung einer gememmmen Geldmünze' Einseßung eines Schieds- gerichtß fUr alle zwischen amerikanischen Staaten entstehenden Streitigkeiten; Erweiterung und Vervielfachung der Beziehungen Umsehen den an diesen Vereixibarungen theilnehmenden Ländern Print man dqs wahre Wegen dieses Programms, so stellt sich (112 das'Endéiel des „bevorstehenden Kongresses die Herstellung eines wirth chattlichen Staatenbundes dar. Den bis- her vorliegenden Anzßichen nach zu schließen, beabsichtigt die Mßhrzahl der romaniichen Vörker Amerikas an dem Kongresse theilzunehmen.

Afrika. anp ten. Nach einer Meldung des „Reuter'fchen Bureaus“ eius Toski, vom 30. d. M., hat Lieutenant Da- auilar 'Mit einer Abtheiluxig egyptischer Kavallerie, einer Compagnie, egypnscher Infanterie und einer Maulthier- Batrerie einer) T_rupp von Derwischen bei Anabi an- gleiffen und m die Flucht geschlagen. Der Verlust der Der- wr che beläuft steh auf 70 Todte und 80 Gefangene. Von den Engtern find 3 Mann getödtet, 2 eingeborene Offiziere und 6 ann verwundet.

Zeitungsftimmen.

, Der Besuch ,Sr. Majestät des Kaisers und Königjs in England giebt der „Danziger Allgemeinen Zei- tung“ Anlaß zu folgenden Betrachtungen:

„Kaum von seiner Nordlandsfabrt zurückgekehrt, tritt unser Kaiser nach_kurzer Rast in Wilhelmshaven, die überwiegend den Staats- geschaften gewidmet war,_ die Fahrt nach England an. Gleichwie im vortgxn Jahre „den nördlichen Höfen und denen von Wien und Rom - will der Kaiser nun auch dem Königlichen Hofe von Großbritannien. seinen Besuch abstatten. _Das Gebot fürstlicher Höflichkeit, welchem der Kaiser damit genugt, wird in England wohl gewürdigt:- es, ist 'das erste Mal, daß ein Deutscher Kaiser den Boden Groß“ britanmcns betritt, ' zugleich aber auch das erste Mal. daß eine fremde, zumai eme . deutsche Flotte in solcher Stärke vor Os'borne erscheint„ wie die beiden Geschwader, welcbe Kais?r Wilbelnz dem thten das Geleit über das Meer geben. Seitens der eu ltscben egierung isi alles aufgeboten worden, um den mäch- tigen errscber, w_elchen die Nordseewogen hinüber an das britische Gestade nagen. wurdig zu empfangen, namentlich ift bei ortSmouxh eine 1o große Flotte versammelt worden, wie England e nocb me unter seiner _Flagge vereint gFeben, und für deren Besatzung die vor- handenen Krafte kcxunz aUSrei en. Nicht an Zahl, aber an Qualitat vqükommen ebenburtig schließen sie!) an die langen Reihen der en = liichen Geschwader die zwölf deutschen Sebiffe an, und es ift ni L obne Bxdeutung. daß der erste Dcytfcbe Kaiser, welcher feinen Faß atuf britische Erde,fest,_ in der Uniform des Admirals an der SMS? eines solchen Geletts er!cheint.

Als unier_Kaiser vor zwei Jahren, damals noch PrinzWilbelM- fich zum Jubilaum der Königin Victoria nach Großbritannien begab,

(W. T. .) Das „Journal de St. Pétersbourg“

legte er dir Reise mit seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, in einem Torpedo-Dtvisionéboot an der Spiße einer kleinen Schaar von

Torpedostbiffcben in kescbleuni

ter Fabri Wie Nordsee zurück. Einzelne Schiffe der deutschen, Flotte, auch . e Geschwader haben schon oft in den leßten zwanzig Jabren'die engliscbxn Hafen besucht, aber die Ueberraschung der Exiglandxr uber das kubne Unternehmen des Prinzen Wilhelm war kerne gerzn e, umql nach dem offenen Ge- ständniß britischer Seeleute die mains e _a_rme -- damals wenig- stens *- zu einer solchen Leistung nicht besabtgt war. Umsomebr wird das jcßige Erscheinen des Deutschen Kaiser? die Engländer daran erinnern. da Deutschland auf „dem Meere wie in den fremden Welt- tbeilen ibr acbbar geworden tft. - . _ ' / In seiner insularen Abgeschloffxnbe1t nail) den_ bisherigen Er- fahrungen für einen Feind kaum erretzbbar, „liegen die verwundbaren Punkte Großbritanniens in seinem uber die, ganze Erde zerstrxuten Kolonialbefiß. Deutschland, indem es aus wrrtbschaftlsichen, 1oztalen und politischen Gründen sicb entschloß, in_anderen Tbetlexi der Erde scme laggt aufzupflanzen, will damit mck_)t die Zahl seiner Gegner verme ren, ebensowenig kann Eggland wunscben, daß Deutschlands berechtigtes. wenn auch erst so spat geltend gewachtes Bestreben, sich einen Antheil am Kolonialbefiß zu fiebern, e_s m die Reiben der Gxgner Englands iübre. Beide Natiorien sind im Gegenibnl dqrcxus an- gewiesen, sich in der Kulturarbeit „fremder Welttheile gemern]au_1_zu fördern und zu betbätigen, und je hoher eptwrckelt das englijcbe Kolonialwcsen ist, um so weniger hat es em Intereffe daran, die ;nühsamcn Anfänge Deutschlands zu erschweren. Je freunditcbegund ;rcundnacbbariicber England sich zu den deutschen „Bestrebungen 'neu't, km io lebbaftere Sympathien, um so aufrichtigen Erkenntltchkett wird es damit im deutschen Volk wecken und so die Bande der Intereffen verstärken, durch welche Englarxd und Deutichland in Europa so vielfach aufeinander, und namentlich England auf Deutsch- laxir, angewiesen find._ ' _ .

Der Besuch Kaiier Wilhelm's hat nicht den Zweck,_ die Trg- :iiioncn von Bellealliance zu erneuern, er tst_- wie ge]agt - em (Gebot fürsilicker Höflichkeit. Aber wenn der Eindrucx dieies Beiuchs und der Anblick der deutschen Sermacbt d_en_Englar1dern nahelegt, Deutschland gegenüber überail_ ein ireundschaxtlicbes „Cinvrrgebmenzu betbätigen, so würde ein iolches Ergebxnß gewiß h_eifalltgst .tm deutschen Volk be rüßt werden, welches seinem in Ersuuung seyret Pflichten unermüd ichen Kaiier von Herzen: Meeresstille und gluck- iicbe Fahrt! zurust.“

In einem Artikel des Londoner „Standard“ zur Be- grüßung Sr. Majestät des Kaisers heißt es:

„Der Deutsche Kaiser verläßt beute Wilbelmßbavxn an Bord der Kaiserlichen Yacht .Hobenzollern' und begiebt fich direft „nach Spit- bead, wo Alierböcbstderselbe bei seiner Ankunft rmx Koniglicben Ehren von der mächtigsten Flotte begrüßtwerden wird, dte_ je aebildet wbrden jit, Des Kaisers erster Besuch in _Englqndsett srtner Thronbesteigung iki ein Ereigniß, dessen Bedeutung in keiner Weise dadurch grmmdert wird, daß es nicht von glänzendxn Kupdgebungen brgieitet sem wrrd. Der Kaiser kommt, um in erster Lime der Königin einen Besuch zu machen urd dann, um mit eigenen Augenjficb von der Bederrtung und Lcistungéfäbigkeit der Armee undkMarrrie Englaxids_ zu uber- zcugen und diese seinem eigenen Urtbetle grmgß zu wurdtgen. Von rer Königin und den Mitgliedern der Königlichen quriie wird der Kaiser auf das Herzlicbfte bewillko'mmnet wer_den, wre 13 auch'der Tbronerbe ihn zuerst in den britischen Gewaffern begrußen wird. Wir glauben, raf; Kaiser Wilhelm, ,obgletch„ durcharzs praktuch und entschlossen, doch eiwas cmn iener Eindrucksfgbigkett be- fist, die der Jugend nur selten fehlt, .und qu er m,OSbo,rne, in Svitbead und Aldershot sehen wird , __wnd wahrlich keinen geringen Eindruck auf ibn machen. Der Ka11er kommt zum ersten Mal ais ein mächtiger Herrscher nacß England, aber der Enkel der Königin Victoria kann von dem engiijchen Volke me anders als em halber Englänker betrachtet werden, wre dasselbe auch me yergeffen bat, wie viel teutonisches Blut in seirien eigenen Lidern *.*",d in denen der Mitglieder der Königlichen Familie rolit. Die Politik und das Eeicbick der Nationen kann niemals durcb verwarzdtsaoaftliche Bande der Fürsten und Dynastien a11ein geleitet und bestimmt werden, aber derartige Bande find deshalb weder wertblos noch obnx . Eiri- fiuß. Sie mildern Friktionen und. erleichtern das Veritandmß zwischen den verschiedenen Staaten;. sie machen es dxn Herrschern möglich, sich in direkte und Vertrauiicbe Verbtxidung mit ctncinder zu ieyen zur Erhaltung des Friedens und zur Beiörderung axmemfamer Interessen, falls der Friede der Welt bedroht sem soUie. Niemand, der in irgend einer Weise den Vorhang lüften konnte, hinter welcher!) dre großen internationalen Fragen verban_de1t werden, xvird daranzweifeln, daß die Zusammenkünfte und Correipondenzen machttger, „wenn auch konititutioneüer Herrscher die Angelegenheiten der Nationen zum Guten oder Schlechten beeinfluffen können. .

Glücklickxerweise smd wischen En land_und _Teuiscbland 'keme ernsten Differenzen zu scbli ten. Das auptmxerene beider Nationen iir das nämlicbe: die Achtung bestehender Vertrage und die Erhaltung der cht bestehenden territorialen Verhaltnisse in Europa. 'Betde sind deshalb konservative Mächte, beide wiffen aber auch, daß tbre konser- r-aiibc Politik nicht überall Anklang findet, und daß, wxnn fie den Frieden erhalten und die beftebendexi Vertrage gegebtet wtffen_wr)llen, sie im Stande sein müffen, jeden Etrigrtfi zu verhindern und notb_tge_n- falls zu bestrafen. Der DeutscheKatfer ist zu Hause fast u-naufhorlicb kamit beschäf1igt,die Schlagfertigkeit, welcbe l1.)euts(12lcmd fich erworbrn, 155 ins Kleinste zu vervonommncn, i_md bei seiner Ankunit hier ist eé'mir natürlich, daß er sich mit etge_nen Augen davon uberzeugen 7211], ob England seine Pf1icht in dreier Beziehung nirht vernach- laxfigi hat. Wenn der Kaiser die Geschwader „bet Syrthea'd 13721147!th haben wird, wird er fich sem eigenes Urtbetl 17:1den können. Zu Lande können wir freilich nichts bieten, was einen ähnlichen Eindruck machen könnte, und wir möchten Deutsch- land gegenüber nicht behaupten, daß der Man el, an Quantitat k„Ukch die Qualität gut gemacht werde,.“ Aber an _in leß'erxr Be- iUbung glauben wir nicbis von einer kritischen Befichttßung zu furchten zyiabcn. Nichts kann unserer Meinung nach den gunsttzxn Erfylg .News, so lange erwarteten Besuchs in FMB stellen, und derielbe wird 12denialis die persönlichen und politischen ande, welcbe England mit DWtichland verbinden, nur kräftigen können.“

„Dgs „Dresdener Journal“ kiiüpft an die Rede Sr. Komgltchen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern fol,- Iende Bemerkung: _ _ .Die von warmem Nationalgefübl und kraftvollem Selbübewußt- i_km getragene Rede wird jedenfalls auch in einigen unserer Nachbar- itaatm, wo man noch immer nicht an die Festigkeit des sxit 2 qur- “Wen fast alle deutschen Stämme einigenden neuen Dezxt1chen R_etchs Ilguben will. verstanden werden und dazu beitragen, die Unzuverlasfig- kM xtivaiger auf die deutsche Uneinigkeit aufgebauter Berechnungen WW darzulegen. Der freudige Widerhall, den die Worte des

kinzen in den Herzen aller Deutschen efunden haben. wird den Gegnerrz der deutschen Einheit zeigen, da? sich das ckanze_deutsch_e Volk ems weiß mit seinen ürften und daß selbst egensase, die !bzdem vielleicht bestanden ba en, endgültig beseitigt sind durch den 7eit_en Willen deutscher Treue, durch die Lebendigkeit deutschen National- MUUS und deutscher Vaterlandöliebe.“

Statistik und Volkswirthschafi.

Die Sozialgeseygebung findet in dem Jahresbericht der Handelskammer in Kiel für 1888 folJeride warme Anerkennung: -

,Die Regierung unseres jehigen Kaisers bat_ auch insofern die Traditionen der bisherigen Reichsvolitik fortgefubrt, als, _sie im Innern ihr _Ziel vor allem auf eine Verbesserung der wrrtqscbaft- Wen „Verhaltnisse der unteren Volköklassen _richtete. J" weiser Beschränkung auf das durchaus Notbwendtge und scher Errewbbarc ist dieses Ziel verfolgt worden. In der Aller-

böcbften Tbronrede vom 22. November _v. I. beißt es aukdrücklirb: „Ick ebe mich der Hoffnung mcht bm , daß , durcb geses- licbe Vßaßnabmm die Noib der Zeit und 'das menschliche Elend sich aus der Welt schaffen laffru.“ Dieser nicbt aufmerksatp genug zu beberzigende Gefickitsyunkt ift befnmmend' gewesen fur die Behand- lung der im Laufe des jüngsten Jahre? in die' und genommenen Frage der Alters- und JnvalidUatSperst erung der_Ar-

eiter. Unsere Reichßregierung hat damit em erk durcbzufubren gesucht, dessen Dringlichkeit für Jeden, der die Zeichen der Zeit zu lesen versteht. nicbt zweifelhaft sem kann; sie hat ken arbeitenden Klaffen eineHülfe zu Theil werden lassen, we1che densxlben auf anderen Wegen niemals geboten werden komrte; sie hat sicb jedoch vor einem Zuviel in der Belastung von Arbeitgebern ,und Arbeitnehmern und, hiermit im Zusammenhang stehend, in den Lexftzmgen ker Verfiiberytxg gebütet, um die darüber binauSgebende _Betbattgung der Selbstbulie und des Gemeinsames nicht zu unterbinden. Nack) Ueberwindung gewalti er Schwierigkeiten ist _es gelungen, „den großen geseß- geberiH en 5?)lan zur Vrrwirkltcbung z_u, bringen, die Alters- und nvalid tät5verficherung von elf Millionen_ deuiscber Arbeiter in den Rahmen eines Gesetzes zu fassen. Cs ifi dies _das erste wichtige Geier„ welches die Unterschrift des Kaisers Wilhelm 11. trägt, und es ist eines der bedeutiamsten Gesc e uberhaupt, welches jemals erlassen worden. . . . Gegenuber gew sien “fornialen Unvoli- kommenheiten desselben darf man wobl darauf hmwrnen, daß ein s olcbes Grieß niemals ohne viele derartige Mangel bleiben kann, Mängel, die erst durch die praktiickxe Anwendung abgzstellr zu werdrn vermögen. Wie der Endzweck die1er Geseßgebung ubxr jeder Kritik erhaben steht, so läßt fich annehmen, da bei g„utemW111en innerhalb der Bevölkerung das neue Ge ev 11_ch als e_in ver- wendbares, wenngleich in einzelnen Stucken abzuanderndes, erweiien wird, reffrn scgenßreicbe Fol en _mehr und mehr zur Erscheinung gelangen mufsen. _ Ho entlich werden _nacb und nach die Erfahrungen mit demselben _xn gleicher Weise wie bei der Kranken- und nyallveriicherungs- Geseßgebiing zu Tape tt_eten. Ist doch, vielfachen anderslautenden Befürchtungen und Vorberiagungen zum Troy, und nicht felien mancher Mißgriffe in der ersten Zeit ungeaxkztej, deren außerordentlich wobltbätige Bedeutung je länger desto zweifelloser offenbar geworden. Namentlich dars es eine unleugbare Tbaisacbe genannt werde_n_, daß dem Arbeitersiand im Deutschen Reich mebr i_ind znebr_n:r den großen Gewinn, der ibm darin zugefaklen, das_Vrrsiandyiß aurzugeben beginnt. Wir sind also der Ueberzeuqung, Daß die'Sozt'algrsetzgebung des Deutschen Reich auf die DZuer ihre n_ach_kxa1nge Einwirkung _aus den deutschen Arbeiterfiand im Sinne des iozialen Friedens garnicht verfehlen kann und wird.“

Sparsame Arbeiter.

Daß der deutsÖe Arbeiterftand _trotz 1oziq1demqkrair1chkr Ab- mahnungen fich eifrixx am Sparen betbetlvigt, beweist, wie _die „Sozial- Correspondenz' stkrzibt, rer soeben erschienene 25. Rechcn1chaftsbericht des SPM, Konsum- und Bauvereins drr Fabrrk-Genoffensrbast v“)" P. C. Turcks Wittwe in Lüdenscheid. Im Jahre 1864 gab es_ in dieser Fabrik erst 93, aber 1880_ schon 431 und 1888 649 Arbeiter, welche sich ganz freiwillig vervflicbteten, 5 „.I von 1eder Mark Lohn _zu sparen. DirHöbe res von diesem Verein _eingesammeltrn Kapitals ist von 1864-1888 von 4260 auf 525 732.46 gestiegen. Der Betrag dcrAus- zahlungen an die Mitglieder zur, Schuldentilgung iind zur Deckung der Kaufgeider für Häuscrbau bellés iich 1mJabre18§8au_s_311581-47. Der Verein hat für seine Mitglieder „aus deren_(§r1piiriitiien berciis 2 Häuserkolonien erbaut, von denen die zwene 44“ Famrlienwobnizngxn enthält. Der Verein hat ein ei snes großes Konsumgeicbaft für die Mitglieder, die jedoch alle , are sofort bagr bezahlen müssen. Der Waarenumsas erreichie tmsJabrc 1888 die Hohe von 103 039 „Hi und brachte einen Reingewinn von 11 240 „sé, wo- von den Mit liedern 11 Pfennige Dividende auf 1 „45,W'aaren-(,Tnt- nahme gewäéyrt wurden. Das Guibabcn der Mitglieder incl. Dividenden und Sparprämien batte ficb von 1864-1888 von 2079 auf 192 690 «44 gesteigert. Es batten gespart: „98, Mitglieder „519 zu 30 35, 118 Mitglieder 30-75 .“, 140 Mitglieder 75-150 „JE, 129 Mitglieder 150-370 ckck, 45 Mitglieder 300-450. „_ck, 32 Mit- glieder 450-600 .“, 37 Mitglieder 600-900 35, 27 Mitglieder 900-1500 .O, 13 Mitglieder 1500-2100 „sé, 8 Mitglieder 2100-3000 „16, je 1 Mitglied über 4000 und 5000 .“

Der Bericht bemerkt über die Erwlge des Sparens Folgrndes: .Das Svar-Conio weist auch wieder etwas Befferung nacb, indem von 55 Genossen 1831 «ji über den' Mindestbetrag von 5 „13 pro Lobn-Mark gespart wurden und hiervon 4 rnit den reipekxableq Jahresbeträgen von 325, 165, 156, 130 „46 hervorleuchten, wobei auch sehr angenehm ist, daß wieder 5 Jungfrauen_ bei ihren Ebebündniffen 450, 404, 220, 206 und 200 .K- varkavital erheben konnten. Zum weiteren Beweise für die geiegneten Frucbte guterSpar- pflege führen wir noch an, daß die Kapitachnten von 8 Wimper! 1704, 1561, 1541, 1415, 1201, 895, 760 und 728 „45, Von_b Jung- frauen 763, 732, 679, 676, 656 und 538 „44 mzd vqn 4_Junglmgen 1547, 1171, 959 und 951 „46 nachrxei1_en. Obgleich die Ruckzablungen an verschiedene Mitglieder zur Bestreitung Lroßerer Anschaffungen und Baukosten zusammen 32000 „% betragen, Ut das Gesammtgutbaben der Genossen seit dem Vorjahre doch von 188 518 „46 auf 192 690.46

gestiegen.“

Nach Mittheilung des Statistiixipen Arnis dcr Stad! Berlin fink bei den biefigen Standeöamtern in der Woche vom 11. Juli bis inkl. 21. Juli cr. zur Anmeldung gekommen: 200 Eheschließungen , 94.3 Lebendgeborene , 34 Tortgcbcrene, 665 Sterbefälle.

Kauft und Wiffeusthaft.

Zn Kiedrich bei Wiesbaden ist, dem „W. T,. B.“ 33179ng m der vergangenen Nacht der Bildhauer Professor Keil an einem Herz- leiden gestorben. . .

- Ein Telegramm des „W. T. V.“ au? Kamerun bringt die betrübende Nachricht. daß der Afrikareisende LreutmaniTavpenbeck, welcher zur wiffenscbaftlicben Erforschung _des Hxnterlandcs von Kamerun entsandt war, gestern daselbst am Fieber gexwrben ist. .

- Zum Keat-or waxnifious für das Studienjahr 1859/90 der Leipziger Universität ist der Profxffor der philosophischen Fakultät, Geheime Hofrath [)x-. Wundt Zewabit worden. . _

- Der Professor der klassischen Philologie an der Universitat Bonn, Dr. Lübbert, ist_am 31. Juli geßorben.

- Anläßlich des fünfzigjäbrigen Bestehens der Sternwarte zu Pulkowo schreibt die „St. Petersburger Ztg.“: Das Obser- vatorium zu Pulkowo bereitet fich eifrig zur Feier seines 50jäbrig en Jubiläums vor, die am 7. (19.) Ausyft begangen werden fol]. Sämmtlicbe Räumlichkeiten dxs Observatoriums sind renovirt worden und präsentiren sich zumeist wie Neubauten.. Am Festakt werden sich zablreicheDeputationen von verschudenxn wissenschaftlichen Anstalten betbeili en. Die interessante Porträt alem berübryter Astro- nomen in dem Run ganze um den Festsaal des Ob ervatoriums ist zum Jy- biläum um einige neue Gemäldebereichxrt worden, von denen namentlich xm vor Kurzem entdecktes und sofort fur Pulkowo angekauftes, wirklich authentisches Porträt Galilei's besonderes Interesse auch schon allein seines hohen Kunstweribes wegen beansprucht; - Ueber diese Stern- warte bringt die .Weser-Ztg.“ folgende Mtitbeilung: Es ist das Verdienst Kaiier Nikolau's 1. gewesen, eine großartige Stern- warte in seinem Reiche, für welche er sebr beträchtliche Summen anwies, errichtet zu haben. An Stelle der _alien St. tt_ersburger Sternwarte , welche unter dem bauptstadttscbken „reiben an mancherlei Uebelständen litt, _sch1_:f der Kaiser im Jabre 1839 auf dem drei Meilen suxltch von S_t. Petersburg be- legenen Berge von Pulkowo eme neue Anitalt, welcbe von

dem aus Altona stammenden Dozenten Profeffor Wilhelm von Struve

eingerichtet und deren sämmtliche, sixb trefflicb_ bewährende Beobach. tungsinstrumente deutschen Werkftaxten (MUKÖM und amburg) entnommen wurden. Die Anstalt wird zur Zeit_ von dem . obne des 1864 verstorbenen ersten Direktorß, dern, Wirklichen Geheimen Bath Otto von Struve, geleitet. Cmabni 1er noxb, 1222 der _gegenwartig regierende Kaiser gerade an dieser, Dank reichen ewtiligungen des Staates, zu großartiger Entwickelung gelangten Sternwarte sebr regen Ambeil nimmt, was er durch wiedrrbqlte Besuche _dersrlben und durch den beiheiligten Astronomen verliehene ungewohnliche Aus- zeichnungen bezeugt bat. _ ' - Wiederum ist ein neuer Komet aufgefunden. _Am 24. Juli traf, wie die „N. Pr. Ztg.“ mittheilt, (zus. ker Centralitelle in Kiel von Queensland eme Depesche ein. die m der'Ueberseßung besagt, daß am 21. Juli von Davidscn in Queensland em_be„Uer Komet ent: decktwurde. Derselbe stand am 23. Juli in gerader Aufsteigung 191 Grad 32,25 Minuten und War entfernt vozn Nordy0bum 122 Grgd 29,1 M1- nuten. Seine gerade Aufsicismg mmuit taglich um 2,75 Grad zu, wäbrendieinePoldisianz sich ria den gleichen Betrag vermindert. Der Komet befand fich also bei seiner Entdeckung irrt Sternbtlde des Centauren und er _bewegt fich auf das Sternbild der Hydra'zu. Wenn dieser Schweisstern wirklich die Bezercbnuna vrrdiexit, die ihm sein Entdecker giebt, wenn er also ein belles Obxrkt ist, so ware endlich einmal wieder Aussicht vorhanden, daß auch _mtt bly em Auge ein Komet zu sehen wäre. WeitereBrtracbtungerz _liegen'm ! vor.- Der Komet Brook's vom 6. Juli ist am 21.Juli rn Wien beobachtet worden; er ist ein ziemlich bellerMStern, d. b. im Fernrohr, und durchläuft jetz! das Sternbild der F51che.

Land: und Forstwirthsthaft.

Pest, 31. Juli. (W. T. B.) Betrer des Crntestgndes tbeilt die „Ungarische Post" Folgendes mit: Die Unwettcr in der vergangenen Woche haben einen bedeute'nden Scbczden verursacht. Die Weizenernte ist eine qualiiativ und quantitaiw_ ichwacbe' Mittelernte, ebenso die chgenernte. Der Extrem der Geriix iii _e_in schwacher, qualitativ von minderer Gattung. Der Mais laß: großientbetls eine gute Mittelernte erhoffen.

Sanitäts-, Veterinär: und Quarantäneweseu.

Rußland.

Nach einer Anordnung des General-Gouverneurs zu Odessa rem 6,18.Ju1i 1889 werden die Prorenienzen aii? Arabien einer zebntägigen Quarantäne, verbunden mit Dcétniektion, unterzogen. Die Wäsche der aus den v'erpefteten Gegenden kommenden Reiienden ist zu vernichten. _

Wegen Vorkommrns der Cholera in Japan, werden (zur Anord- nung des General-Gouverneurs zu Odem: die Proremenzrn aus Japan einer strengen ärztlichen Besichtigung unterzogen.

Egypten.

Ter intsrnationalr Gesundheitsratb zu _Alexagdria' bat cim 17. Juli 1889 beschlossen, die gegen die Prormz Amor 111- Arabien angeordneten Quarantäne-Maßregein aui , ken . gcznzeri sydlicb von Lobaya gelegenen Küstennricko vis Lin1chllsßllch Moka auszudehnen. , _

Der internationale Gefundkertßraib zu_ Alexandria bat be- schloffen, vom 18. Juli 1889 ab gegen Anküiiitr aus Bombay dczs zur Verhütung rer Cbolera-Einicklepyung bemannte Reglement in Kraft zu seven.

Handel und Getvcrbe.

Vom oberschlesischen Steinkobienmarkt berichtet die „Schlei. Ztg.“: Auch in der zweiten Halfte des aus,1ekxe_nden Monats bebieit der Geschäftsgang seine günstigeHaliung, und leuteten die mannigfachen Entnahmen ron Kohlen a. A. der Belebixrzg des Verkehrs Vorschub. Neben den Bezügen ron Regteioblxn i_ur, dre Eisenbahnen und dem ungeminderten Abiaße an dre induxtrtellep Werke des Reviers nxbmen in Folge der öxterxn Niederschlage die Versendungen zu den Wafferverladeiteüen bei Yppeiwund Breslau cinen durchaus günsti en Verlauf. Nach den Erfahrungen drs Ausstandes und Ange ichts erhöhter Preise _;channen auch die Verschiffungen auf dem östlichen Grenzflune an Regsarnkeit. Der sich bckundende Bedarf in gewakchenen und aufbereiteten, sowie in backenden Kohlen bat die Gruben ziir Vermehrung der TageY- förderuag veranlaßt, da auch die Gruben_ rnit grrixigeren Marken fur den regelmäßigen Betrieb keinen Ameichwrerig'keir'en begegneten. Daher haben die Fettkoblengruben d:? ' acht5zrbeii in den 1eyten Wochen nicht mehr ausgeseßt, ziimal die Erweiterungen auf e_mtgen Kokesanlagcn einen Mehrbedarf in Fettkoblrn m Ausßcbt itcÜen. Die Kokeßanskalt ,Glückauf' errichtet eme . neu; Tbcer- und Ammoniak-Gewinnungsanlage; andere hierauf emgcrzz'btete Anlagen erfahren eine Erweiterung. - Der Markt verfolgt ausitredende Preis- ri tun ' ,_

ck _g Ueber die Lage des nicdcrrbriniichen Seiden- geWerbes wird dcr „Köln. Volkßzig." geicbrieben: 1. Robjetde. Die Vergangene Woche unterschied sich m' nights, von ibrer Vor- gängerin. Auf Seiten der Fabrik wmxe die anlicb-e ZuruxkbaltunZ im Einkauf bcobachiet, wie vorher; aber auch die _Ctgner zeigtezi fi nirgendwo geneigt, Geschäfte auf Kosten der Prexjc berbetzufubxen. Noch imme: scheitert das Zustandekommen von Lieserurxgs-AdsMiiiicn an drn-bcben Forderungen der Spinner, weiche rim 19_w21ent11cher ron den heutigen tbatiäcblicb bczabltm Pretien fur greifbare Waare abweichen, je spätere Lieferung von den Verbrauchern porgeiwlagm wird. So weit es sicb um Waaren aus dcxrr vortgzp «den- jahr Handelt, Werden 100/0 Aufschlag_im Mitxel sur e_uropatscbe Seide durcbgeseßt, Dank den geringen Yorratben, die der iiarke Verbrauch in diesem Frühjahr übrig gelanen bat. -. 11._Seidc_nwaare'n. Die Ruhe der st111cn JabreSzeit _macbt si_ch ]e langer desto mehr in allen Zweigen des St offgescha_ftes xublbar, wrlcbe vom Beklei- dungßgewetbe abhängig find. Eine _AUSnabmr bilden nu_r dte_der Mode nicht so sehr unterworfenen Artikel. __Dtr Lagerrorratbe Und überall klein. Die Zarkmnfietfa brtk bat tur einzelne tbrcr Erzeug- ni e iemlicb guten : au.

ff -z- Die Generalversammlung des Verbandrs Westdeut- scher Feinblechfabrikanten hat zu der bereits am 5. d._M. vom geschäftssübrenren Ausschuß festgeseyteri und ani 10. _vorlgußg in Kraft getretenen Erhöhung kes,Grundpret1cs von 175 au,? 185 _.“ einstimmig die Genehmigung ettbetlt.

- Die in Frankfurt a. M. stattgebabte Gxneralverfamxnlung des Verbandes Weftdeuisckoer Blecbfabrtkantx'n bembloß, den Preis für Keffel- und Reservoirblecbe urn xe 5 mr 1000 kg zu erhöhen, so daß Kcffelblecbe von 1th ab 200 „46, Reservotrblcebe 175 .“ notiren. . '

- Auf dem österreichiscb-ungariscben Eisenmar'kt haben sich, der „Wiener Ztg.“ zufolge, in der letzten Woche k'xme wesentlichen Veränderungen bemerkbar. gemacht. In den ix_ietnen Branchen erhält sich der bisherige rege _Verkebr, wahrend die Preise "ich immer mehr befestigen. Dj_e _Auksicbten auf eine iufriedmxtellende Weiterentwickelung' des Geickxcxfts gestaiten sicb dadureh immer aünsti er. Das Rob_e1sengescha7t bat [eme bis- berige Lebhaftigkeit eibebalten. Dre Wabzwerk'e bleiben im Allgemeinen flott beschäftigt. In Stabeiien liegt noch eme genügende Anzahl Aufträge vor, 'und 1au_fen'auch neue Bestellungen m hinreichendem Maße ein, was baupticzcblicb der lebhaften Ban- tbätigkeii und dem gesteigerten Bedarf fur Eiseribabmwecke zu ver: danken ist. Für Grob- und FeinbleckZe en_twrckelt fich fortgeseyt ein recht reger Verkehr. DKS Gescbaß tn S'tabiscbien-en entwickelt sich sehr günstig, da in nacbster Zelt eme Reibe

größerer Schiencnkesteklungen zu effektuircn 1 ein wird. Die W a g [;o n -

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