früheren Leistungen dieser Bühne ebenbürtig zur Seite und scheiyt fie
durcb maschineüe Künste in einigen .Bildern' fast um!; zu überbteten.
Aber nicht nur diese erste Ausgabe des „Ausstattungsftücks', 3T." Zu-
Zchauern eine prächtige Augenweide darzubieten, löst die Novtt-at mit eftem Gelingen, sondern auch der verbindende Text, der von' Alexander Moskowski und Richard Nathanfon bxr- rührt und den die Bübnenleituna nicht für entbehrltcb zu halten scheint, kann unser Interesse gewinnen, weil die erson, um die es fick) handelt, und Zweck und Ziel derfellzen längt unsere Tbeilnabme befißen; überdies ist der Dialog aescbtxkt und mit Geschmack behandelt, es fehlt nicht an Humor, und von 'm dic Augen sprin enden Uebertreibungen hat man sich erfreulicher Werse fern gehalten. ie Handlung, wenn es erlaubt ist, von einer solchen zu rkden, beginnt unt einem Stanley vor seiner ersten Reise nach Afrika gegebenen AbschiedSmahle; hierbei kommt es zwischen dem Scher- denden und einem Großindustriellen, Mr. Brandford zu einer Wette, welckeden Leßteren veranlaßt, dem ohne Scheidegruß abgereisten Stanley nackyzureisen. Diese Verfolgung tritt er aber nicht allein, sondern um des Humors wiUen in Begleitu_ng von zwei Damen an, und am Victoria-Sce erreichen die Verfolger glücklich die Haupt-Expedjtion. Daß Stanley in der That von Zanzibar aus die Wcstküste Afrikas und den Congo _ natürlich nach Ueberwindung dcr größtxn Schwierigkeiten und Hinderniffe _ erreicht, versteht fich ebemo von selbst, wie daß Mr. Brandford fich in seine schöne Begleiterin verliebt und daß ein preußischer Reserve-Osfizier, der fich mit seinem Diener in Zanzibar der Expedition anacschloffcn hat, eine schöne Araberin, die er aus der Sklaverei befreit, und Welche der Expedition später groZe Dienste geleistet hat, als seine foäbrtin fürs ganze Leben mit in die Heimatl) Nimmt. _ Von den einzelnen Bildern, es sind deren elf, aus denen das Stück bestelyt, darf man nicht viel berichten, um dem Zuschauer nicht den Reiz des Ueber- rafcheuden zu rauben, und zum Theil würde es auch nicht gelingen, dem Glanz und der Farbenpracht wie der künstlerischen Kompofition in Kürze entsprechende Worte zu leihen. Wir wollen daher nur hervor- heben, daß in dem zweiten Bisky, n'elckes den Aufbruch aus Zanzibar darstellt, eine wohlgelungene malerische Volksscene vorgeführt, das; im fünften Bilde „beim Kaiser Mtesa' und im neunten Bilde „Stanley's Traum“ nicht nur dekoxativ, sondern auch durch die Tänze und Waffenspicle des Baüeipersonals der Höchfte Glanz ent- faltet wird. _ Was endlich die Darstellung anbetrifft, so [“oben wir allen Mitwirkendkn Ankrkennung außzudrücken; recht versxändia spielte Hr. Emil Litaschi den Stanley, sehr komisch gab Hr. Max Walken den Diener des Reserve-Lieutcnants und Ritternutsbefißers Kurt Von Lebnstadt, welchen Hr. Hagemann mit Anstand und in der Liebksscene auch mit Wärme dar- fteÜte. Von den Damen Tratsn nur die Frls. Wegner, von PöÜniß und Jenny Heese bedeujsam in den Vordergrund und brachten ihre RoUen auf's Beste zur Gelkuna und zur Wirkung. _ Das Publikum folgte der Aufführung vor) Anfang bis zu Ende mit aufmerksamster Theilnabme und spendete fortgeseßt reichen Beifall.
Jm Intereffe des Publikums macht die Direktion des Victoria- Theatcrs bei dem geaenwärtigen Andrang zu den Aufführungen des Ayfstattungkstücks „Stanley in Afrik " darauf aufmerksam, daß B1Üet-Beste11ungen bereijs 8 Tage vo'hcr an der Theaterkasse ent- gegengenommen werden.
Kroll's Theater.
'Signor FranceSco d'Andrade, der gefeierte Bariwnist der i?alteniscben Opsry-Gesellsckyaft, Welche im Frühling dieses Jahrcs in K'roU's Theater eme Reihe von Vorstellungen gab, eröffnkte gestern Abend einen zrr-c-iten Gast_jviel-Cyklus auf der KroÜ'schen Bühne 0121 .Don Juan“. Der Sanger bsherrscht gegenwärtig, wie im Früh- jahr, setnkyolTeß sckxönes Organ, dessen Beweglichkeit und seelische A0§drucksfabxgke1t fast unübertrefflick) find, mit ' unfehlbarer Sicherheit; die Belebung des Tons, die Meisterschaft in der Bemessung der dynamischen Wirkung find überrafckoend und verlassen derz Sänger weder beim AuSdruck lyrischer Exupfindung noch m den „Momenten Höchster Leidenschaft. Der KunstZer, der auch schauspieleriscb Bedeutendes leixtct, ließ in der von,1hm geschaffenen Gestalt das smnliche Verlangen und 105 berrtsche Selbßbewußtsctn, Welches sich zuweilen bis zu dämonisäéer (waalt auspragt, in den'Vordergrund treten. Das die glühende annenlust verk§rpexnde Trtnklied gelang ihm deshalb vorzüglich und exzjelte so, sturmtscberz Beifal], daß der Sänger fick) zu 2111er zwexfachey Wrederholung entschließen mußte; dieser Letstung ' gegenuber mußte aber, der gamen Charakter- anlage, dteses Dyn Juan Zntsprechend. die köstliche Serenade an Wzrkung atxf dix Hörex zu_rucktreten. In der Schlußscene konnte der Kurtstler mtt seiner machttgen Stimme und seiner schauspielerischen Gestaltung? abe dem furchtlosen Selbstbewußtsein überzeugend Aus- druck verlet en. Des Verfalls war beinahe kein Ende. Sehr tapfer hat fich neben dcm Gast die; Mehrzahl der übxigen Mit- wtrkenden gehalten. Fr. Hadinger 10113 die Elvira mit schöner Tyngebung und warmer Empfindung; die Rolle der Zerline sptelte Frl. Scbacko noch etwas zu schüchtern, sang aber sauber,
Frl. Reinhardt als Donna Anna: die Stkmme klang scharf, über- angefpannt und nicht immer rein. Hr. Nebe war als Leporello lebendig in der Darstellung und ficber und voll Humor im Gesang, verdient also im Gan en lobende Anerkennung; Hr. Cronberger (Don Ottavio) erfreute dur die Klarheit seines Vortrags und die geschickte Tonbehandlung.
Der zweite Gastspielabend des Sgr. Francesco d'Andrade findet am Sonnabend statt und bringt den ,Rtgolelto'. In dieser Verdi'fcben Partie bat Sgr. d'Andrade während des Gastspiele! der Gardini'scben Oper im rübjabr bekanntlich aroßen Beifall gefunden. Carlotta (Grossi verabscknedet fich an diesem Abend als Gilda, welche Rolle die Künstlerin zum Abschluß ihres erfolgreichen Gastspiels
gewählt hat. . Belle-Allrance-Tbeater.
Die Haupiroüen der mdrgen stattfindenden Premiére der Bern- hard Buchbinder'scben Gesangsposse: „Unser Schwiegersokn' sind in den Händen der Damen Lina Bendl, Agnes Werner, Elly Burgs und der Herren Niedt, Swoboda und Hambrock.
Central-Theater.
Gestern Abend ging zur Wiedereröffnung des Theaters die neue Gesangspoffe „Leichtes Blut“ von W. Mannstädt, Mufik von G. Steffens, zum ersten Male in Scene und wurde von dem dicht- befkßten Hause mit wärmstem_Veif011 aufgenommen. Leicht und gefällig fließt Ach dahin _ die lultigen Couplets, sowie der ebenso leicht- gescbürzte wißige Dialog wechseln in schönster Reihenfolge, sodaß der Zuhörer kaum aus dem Lachen kommt und hierüber m_ancbe Unwahr- scheinlichkeit ganz vergißt, die man aber, wenn fie 111 so munterer Wejse vorßefübrt wird, gern übersteht. Wir vcrlangen von einer Posse weder einen stark fichtbaren rothen Faden, noch viel geistige Tiefe; die Hauptsache ist: wir wolLen uns amüfiren, und dies kann man hier in reicbem Maß haken. Das ganze Haus gab auch unwethoblen diese Stimmung ktmd. und Ohr und Auge wurden befriedigt, leßtcres durck) die durchrveg neue, schöne Ausstattung und die reizenden Kostüme. Besonders raffinirt war das Cypria-Fest arrangirt, wv jede nsue Figur eine neue Ueberraschung bot. Ebenso war das Spiel sämmtlicher Mitwirkenkeq von dem richtigen „leichten Blut“ belebt, das auch dem Stück fernen Erfolg verschaffte. sodaß man wohl annrhmen darf, Es werde fich für lang: Zeit die Gunst des Publikums erhalten. Unter den Darstellern beben wir zunächst Hrn. Thomas als Balletmeister „hervor, der mit altetprobtkr Künstletschaft ganz Großartiges tn Spiel_ und Mimik leistete, was ißm nach jedem Abgang, bewnpers aber am Schluß des dxitten Aktes mit _tauschendem _Betfal] gelohnt wurde. Ebenso war Frl. Dora (als (61111 von Pelzn-n) von wahrhaft übersprudelnder Laune, und keine Faser war an der gayzen Figur, die nicht Uebkrmutk) und Drollißkeit vxrrietb. Turck) tbre deu11iche Aussprache entging dem Hörst keincs tbrcr Wortk, 51,7 gx- sungen odcr gesprochen mit der ihrem Wesen eigenen Scha1kbasxrgkett wie Funken ins Publikum geschleudert n'mdey. „Vortr'eff'ljch Wrelxe Frl. Betty Gerber rie Erzieherin dcr übermutbtgen (9111501110 nztr könncn Hrn. Thomas zu dieser, wie es scheint, „neuen" Acqmfitwn (_Hluck Wünschen. Ebenbürtig in dcn guten Leistungen reiht fich der Dichter Jklei 1349 Hm. Meyer an, sowie Spiel und_ Gesang des .):-rn. Kaiskr als Affessor Liebich. „Alle ubrrgen " M11- wirkenden, unter denen uns noch das kom1sche Ehepaar Tubbccke _ dargestellt durch zwei altbeliebtc Fig'uren des Central-Theaters, Hrn. Kettner ur-d Frl. Hocke _ stejs von Nsucm Spaß machte, ebenso wie die Damen Kröchert Und Frl. Bohne, se ten tbr Bestes ein, um Hrn. Thomas das Gelingen 026 Stü es und deysen freudige Aufnahme beim Publikum, erringen „zu . helfen. Wir können ihm zu dem Erfolg gratultrcn, unk; unt lexchtem Muth sieht gcwiß beute Hr. Thomas sein jüngstes Ktnd „Leichtes Blut“ den Weg in die Welt antreten! .
Manuigfaltiges.
Tie Königliche Porzellan-Ma'nufaktur stkllt zur Zc-t in ihren SÖaufenstcrndieRcliekpoxträts Kaiser Wilbelm's [. und Kaiser Friedrich's 111. zur Ansicht aus. Die wohl- gejroffencn Bildnisse erscheinen auf runder Platte, umrahmt von frci modeUirten Kränzen aus „Lorbeer= und Blütbenztveiaen, über- kü't von der M (mcm Kissen ruhenden Kaiserkrone. Berückfich1ig_t man, daß jedes dieser Bilder aus eincm Stück gefertigt ist und einen Durchmessér vcn ca. 125 0111 hat, so darf man dieser ncuestcn te,chnischen Leistung der _Königlichen Manufaktur seine Anerkennung mcbt versagen. Ebenso ist die künst- lerische Vollcnrung ker bcrrlicbkn Stücke, die feine Modellirung der Köpfe und ihrer Umrakxmung cin glänzxndes Zeugniß für die Anstalt. Wie hiesige Blätter bcrichtxn, find dre Reliefs zur Ausschmückung chs neuen Sitzungssaales 1111 Rathbause zu Altenessen be- stm'tmt und werden nur wemge Tage ausgestellt bleiben.
Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich traf, wie wir der „Wiesb.Pr.“ entnehmcn, am 12. d. M. in Braunfels ein
sodaß die Leistung befriedigen konnte; Weniger gut tvar
FriedriÖ-Denkmal. Das am 14. Mai d. J. entbüute De, mal ist das erste dem Kaiser Friedrich errichtete und steht in einer überlebenégroßen Bronzebüste (von Rkknbo Begaö) mit gotbiscbem Ue erbau von Heilbronner Han stein. Nach dem bei den Fürstlichen Herrscba-“ten ein enommen Diner begab sicb die Kaiserin, in deren Begle1tung si Prinzess. Victoria befand, nochmals nacb dem Denkmal, um dort eine De tation der Stifter des Denkmczls zu empfangen und denselben ihr Dank abzustatten. Errichtet tft das Denkmal vom ganzen Solms Lande zur Erinnerung an den Besuch des verewigten Kaisers Friedrj am 14. Mai 1887. Die Rückkehr der Kaiserin fand am Na mittage statt.
Rennen zu Charlottenburg. Donnerstag, 15.21117qu
1. reis von BollenSdorf.1500„-a Distanz1400m„ H Heyschels 4jäbr. br. H. .Hammerfest' 1. Major von Manrd' 5jahr, br. H. .Gubat“ 2. Mr. Warren's Zjäbr. br, St. ,Schlibbecke- . Sicher mit einer Länge gewornen. Werth: 2110 „15 dem Siege f.,Hdamtmc'rfc'st“ wurde um 5000 516 von Hrn. von Tepper-Laski g or er .
11. Preis_von Oranien. 1500 „46 Disk. 3000111. LkGra Sierstorvff's 5jabr. br. H. „Ernst Karl“ Lt. v. Sydow 1. HMO Oehlschläger's 4jäbr. br. W. ,Illufion“ Lt. v. Gräveniß 2„ H Albett's 5jähr. br. H, .Browne' Rittmeister v. Kramsta 3. Siehe mit anderthalb Längen genommen. Werth: 1680 „14 dem Sieger
111. TreptoWer Hürden - Rennen. Preis 1500 " Distanz 3000 111. Hm." Albert's 4jälxr. br. St. „Calvurnia“1 Lt. (Graf Hallwyl's 6jahr. F.-H. .Androcles“ 2. Lt, v. Bébr' 5jäbr. br. St. .Nana" 3. Im Kanter mit zehn Längen Jelvonnen Werth: 2160 „74 der Siegerin. .Calpurnia' rvurde um 4000 „ zurückgekauft.
117. Großes Offizier-Iagd-RenUen. Preis 2000. Distanz 5500 111. Lt. Weinschenci's 4jäbr. br. St. .Modekl“ Lt, ) Gräveniß 1. Lt. Graf Schulenberg's 5jäbr. br St. „FineLame Bes. 2. Lt. Prinz Radziwiü's Siähr. schwbr. W. ,Farmbv“ Lt v. Sydow,3. Siegte fiche: mit dritthalb Längen. Wenk): 2260 .- der Siegkrm. .
?. Peculium-Jagd-chnen. Prsis 1500 „je. Distan 4500 111. Hrn. H. Hübner's (Zjähr. br. W. .BriÜant' 1. HM. H Suermondj's 51äbr. br. St. „Perle fine“ 2. Lt. Frbrn. v. Fuchs Nordboff's a. br. St. .Vahrenwalde“ 3. Siegte leicht mit vie. Längen. Werth: 1740 „715:
71. Full Crv-Jagd-Rennen. Preis 2000 „710 Djstan 4500'111. Kavt. Jcä's a. br. W. .Newbridge“ 1. Gr. B. Bninskj' a. F.-St. .Ruby“ 2. Hrn_ Long's 4jäbr. br. St. .Tomasha' 3 Siegte sicher mit dritthalb Langen. Werth: 2240 «!(:
Hamburg, 14. August. Die Bctheiligung an dem in 17 Tagen vom 17.-19. August Hier abzubaZLenden 71. Bundestag des Deutschen Radfahxcr-Bundqs rerspxicht efne scHx NWZ“ zu werden. Man rechnet an.? mehr als 1000 Radfahrer, 1071059110)th ein Rendezvous geben werden.
Aus Cortiva wird ker „N. F1". Pr.“ vom 13. d. Mga. meldet: Gestern wurke vom Hospitale ein Tourist in das Hiefige Spital gcbracht, Welcher vom Monte Crisiaüo über ein Schnee- feld gegen eine Felswand gkstürzt war uind sich eine Gehirn- erscbüttcrung zugezogen hatte. Er War unt zw.?i Gefährten bei
und fuhr sofort nach dem im doltigen Schloßpark stehenden Kaiser-
schlechtem Wewer gestern aufgestiegen und gkücklich auf den Gipfel gelangt. Beim Absteigen folgte er den Spuren zweier mit Führern gebenden Hexren, von denen einer ebenfalls stürzte und fich Wunden am Kopfe bejbrachte.
Meß, 15. Auaust. (W. T. B.) He1xte erfolgte durch die biefigen Vereine die Schmückung der Krtegergräber aufden Schlachtfeldern vom 14., 16. und 18. August 1870. Abendsfand eine Gedenkfeier in der Sck15cht von Gravelotfe stait kei welcher Bürgermeister Halm von hier eine ergreifende Gedächtnißrede hielt.
Bologna, 15. August. (W. 513.23.) Heute fand auf der Eisen- bahnstrecke zwischen Bologna und Porto Maggiore, in Der Nähe von Vudrio, eine Zugentgleisung statt, Wobei eine Person gejödtet und zWei verwundet wurden.
Eriwan. Ueber eine Besteigung des Großen Arqrat wird dxm .Kawkas“ berichtet: Am 19. (31.) Juli bestieg eine €Yrtvat- expedition, bestehend aus zwei Offizieren der Uman-Kosakcn, ajalo- witsch und Lestfcbenko, dem ältesten Regimentsarzt Davidsohn, einem Urjadnik, eincm Kosaken. zwei Kurden, und dem Einwohner vgn Eriwan Karapet Kanojanz, den Gipfel dcs Großen Ararats, wo, 112 ein Minimal-Tbermometer Celfius vorfanden, das daselbst im WWW Jahre von den Herren Markow nnd Kowalewski zurückgelaffkn worden ist. Das The1mometer zeigte 500 Kälte.
"
Weller ' 1 0011116. August,
Vkorgens.
Stationen. Wind. Wetter.
Temperatur in “ Celfius 5" C : 40 R
Montag :
SSW 3:5edeckt Anfang täglich 74
SW 2jbeiter SW Zzbalb bed. SSW 2ßbedeckt
W 2 wolkig NO 41 bedeckt WNW Regen SW
SW
Mullaghmorej Aberdeen . . ? Christiansund.) Kopenhagen. Fwckholsn .
aparan (: . ck St. Petersbrg. Moskau. . .
Cork,Queens- town . . .
Cherbourg . Helder. . . . Sylt ..... Hamburg . . Swinemünde Neufabrwaffer Memel Münster. . . Karlßruhe . . Wiesbaden . München . . Chemnitz . . Berlin. . . . Wien . . . . Breslau . . .
Triest . . ..
1) Böig.
' „Ueberscht dxr Witterung.
Em tiefes Mmimum am Ladogasee, ein Theil- minmxum am Skagerrak, während der 11058 Luftdruck 1n Sudxvesteuwpa ück) etwas rordwärts angedebnt 1:01. Ueber'Deutsc'hland Weben frische südwestliche 1319 nordwxstltche Wmd_e bei Veränderlicher, ziemlich kubler Witt-rurxg, vielfach ist Regen gefallen. Kiel batte Gewitter. '
Afrika.
A. Raida. 7? Uhr.
UM
750 keiter
Nebel bedeckt wolkig wolkigl) beiter Re en wo fig bedeckt
bedeckt bedeckt wolkig bedeckt wolkig bedeckt?) bedeckt bedeckt
stiÜxheiter
760 764 759 752 754 753 753 750
759 763 761 764 759 755 761 758
762
Eugen Leterrier.
Parkfest.
des Ballets
stellung 7 Uhr. Sonnta :
Concert.
PWWÖQÖSH SWWWLNWQW
d'Andradi.) Sonntag:
Deutsche Seewarte.
Theater - Anzeigen.
Tening - Theater. Sch_auspiel in 3 Aufzügen von Henrik Ibsen. ' Sonntag: Der „ m 5 Aufzügen von A. Dumas und Y. d'Artms.
„ Unsere Frauen. Lustspiel m 5 Auf- zugen von G. von Moser und F. von Schöntban.
Butona-Theater. Zeitgemälde in 11 Bildern von Al, MoIzkowski und Rich. Nathanson. Bauer von C.
Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
Tnedrtch - Wilhelmftadtisrhes Theater. Synnabend: Neu einstudirt: Giroflé:Girofla. Komtscbe Oper in 3 Akten von Albert Vanloo und Mufik von Charles Lecocq. Jm prachtvollen Park um 6 Uhr: Auftreten erster Gesangs-Virtuosen und Große Freilojterie. Anfang der Vor-
Im Theater: Im pra tvoUen Park : Das Mufikcorps des Leib-Garde-Husaren- Regimx-nts „aus PotSram. Ltedersangerm „Die lustiae Mirz!“ (Marie Koblaffa). Auftreten der Gesangs-Künstler.
Kroll's Theater. Sonnabend: Gastspiel des
Sgr. FranceSco d'Andradi und le tes Gasts iel der 2) Gestern mehrmals Regen. Y" Carlotta Grosfi. k p
rosfi; Maddalena: Fr.
Gastspiel des Hrn. Heinrich Bötel. Der Troubadour.
Täglich: Bei günsti em Wetter 2131: und nach der Vorstellung, Abknds be brillanter elektr. Beleuchtung des Sommergartcns, großes Doppel-Coucert. Anfang 5ck Uhr, der Vorstellung 7 Uhr.
BeUe-IUtance-Theater. 1. Male. Sonnabend: Nora. Jm herrlichen Sommergarten: Sommernacbts - Fest.
Sckyausprel Concert. Austreten sämmtlicber
Fall Clemenceau.
ments. des Theaters 78 Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Im herrlichen Sommergarten:
Uhr.
Sonnabend : Stanley in
Musik von C.
treten sämmtlicher Spezialitäten. Severini. Anfang ___-
Central-Theater. Direktion:
Sonnabend: Zum 3. Male, Gesangspoffe in Mustk von G. Steffens.
Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Großes
Giroflö = Girofla.
9 (912.2) l- von Franz otb- AÜW 7 Uhr" Große te oppe Sonntag: Dieselbe Vorste unk!- t t d 1 Aufre en er W ener in 4 Akten von Leon Treptow.
Gustav Görß.
Ri oletto. (Gilda: Fr.
eink; Rigoletto: Sgr. Monde.“
Sonnabend :
Unser Schwiegersohn. Gesang in 3 Akten von Bernhard Buchbinder.
Großes Militär - Doppel-
Brillante Illumination des ganzen Garten-Etabliffe- Anfang des Concerts 6 Uhr.
(Großes Militär- Doppel-Concert. Gastspiel der [. russischen National- Sänger- und Tänzer-Gesellschaft „Iwanow“.
Leichtes Blut. 4 Akten von W. Mannstädt. , In Scene geseßt vom Dtrektor Emil Thomas. Anfang 78 Uhr.
Adolph Ernß-Theater. Dresdenerstraße 72.
Sonnabend: Zum 143. Male. Die junge Garde. Gesangspoffe in 4 Akten von Ed. Jacobson und Leo . Ely. GesaRstexte theilweise von G. Görß. Mu k
In Vorbereitung: Flotte Weiber. Gesangspoffe Musik von Franz Roth. (Novität!)
Wiffenschaftlithes Theater- der Urania,
Anstalt für volksth. Naturkunde. Abends 78 Uhr: „Von der Erde bis zum
Zum
Frl. Gertrud Schultze mit Hrn. Verlagsbuckp Posse mit *
händler Robert Wustrow (Ber 11). _ Frl. Ger- trud Redlich mit rn. Heinrich Falk (Beuthen a. S_Berlin), _ rl. Bertha Schurr xnxtHM- Bauführer Karl Wavenbaur (©münd-Tubmgeno). _ Frl. Minna MülLer mit Hrn. Apotheker.!- Rascb (Stade_Spenge i. W.).
Verehelicbt: Hr. RechtSanwalt Pulvermacbkk mit Frl. Elsbeth Engel (Kempetz). - Hr.1)_r. Erick) Marcks mit Frl. Ftiekertke von SeUm (Schweidnitz). '
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Adolf SPW (Ulm a. D.). Hrn. Dr. A. Franz (Langen- bielau). Hrn. Friy Hahn (RöderbeL ,“ Eine Tochter: Hrn. Gerichts-Affeffox «1711sz (Hannover)._ Hrn. Lieut. Heyne (Braunschweig)- _ Hrn. F. Wander (Birkenwalde).
Gestorben: Hr. Rittergutöbefiher Auß- V- SW“ berg (Wafferjentsch). _ Frl. Martha BI.“: ZBromber ). _ Hr. Königl. Förster a. D. F.,
elm Wa is (Worbis)._ HQKöntglOekonouZ; Kommissäe Adolf Grütter (Hannovi-r). '“ 011 Johann Peter Bremen (Sudenburg). “- Fkk Auguste Ebert. geb. Beuster (Bekl!!!) ““ rl. Major a. D. Leopold Koch (Beclm)- “b “3171 Emilie Wunderlich (Berlin). _ Ök- F,“ "FTW Motiv Schmortie (Berlin). _ Hr, Neunk.?bmidt Zimmermann (Berlin). _ Hrn. G. M83?" diger Tochter Martha (Kottbus). _ Hk- "Io 1)r. Gustav Schlemüllchrcnsdorf). "„- l'-'- vor; Tbeod. Lürman. (Bremen). _ Hr Wilcbkaans Malotki (Leipzig). _ Hr. Major a. 4)-
v. BiLmarck (Blankenburg).
Giftes großes Spezialitäten. Anfang
Auf-
Emil Thomas.
Couplets von
Sonncioend, Redacteur: I. V.: ])r. H. Klee.
B e r l i n: Verlag der Expedition (S ck) 0 [ z)-
Paul Sachse (Berlin). _ F
Familien-Nac'hrighten, Anstalt, Berlin 817, Wilhelmstraße Nr. 3 -
Verlobt: Frl. Emma Saaß mit Hxn. Kaufmann rl. Elise Degebrodt mit Hrn. Kaufmxnn Alfred Beuther (Berlin). _
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei UNd Ver?“
Drei Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage)-
? 194.
Erste Beilage *- zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Prmkszischcn Staats-Anzciger.
Berlin, Freitag, den 16. August
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Deutsthes Reich.
N a (1) w der Einnahme an Wechselstempclsteuer im Dchschen Rcick) für die
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Zeit vom 1. April 1889 bis zum Schluß des Monats Juli 1889.
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Ober-Post-Direktions-Bezirke.
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4 Betrlxn. . . . 5 09 am . . . 63 Frankfurt a. O. . 7 c«fettin . . . 8 KÖHlin .
9 01911 . . 10 Yromßerg. 11 Brcsxau 12 Liegmtz. 13) Oppeln- 14) Magdeburg . 15) Zaüe a. S. .
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17) Kiel .
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20 Minden
213 Arnsberg .
22) Kassel . . . . 23) Frankfurt a. M.
24) Köln . . . . 25 Aachen .
26 Koblenz .
27 Düffeldorf.
28 Trier .
29 Dresxen
30) 2710th . .
31) Karlörukxe .
32) Konstanz
33) Darmstadt, .
34) Schwerin 1. M. . 35) Oldenbxuzg.“
36 ) Braumcywetg.
37 Bremen . . . . 38
39
Hamburg . 40) Metz
10 30 80 90 20
80 60 90
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20
traßburg i. E
22 722
117 485
123 061
190 212
3046 1846 1792
22303
831 89 2133 397 217 1053 4 504 4245 1357 9 123 204 235 153 4 772 719 2915 8083 675 6 099 3 016 798 1076 7824 564 4 922 11695 4 745 2159 1559 487 178; 3 6474 23921 2185 1700
36 872 11 780 33 061 282 537 13 538 24 032 25 389 4 950 17 620 9 480 48 513 28 383 18 312 50 085 27 091 47 563 22 033 23 237 7 474 18 742 61 025 18 719 105 081 57 373 29 457 13 798 151 447 6 304 52 138 156 722 73 371 24 009 42 630 8 979 14 048 18 252 ' 57 858 235 468 63 036 12 573
20 70 10 50 70 80 10 80 50 50 60 20 50 30 50 50 60 20 10 40 70 90
50 80 10 10 50 30 70
20 70 20 50 80 30 95
80 70 60
40
30 80 10 40 30 20
10 50
39 918 13 626 31 268 304 840 14 369 24 122 27 522 5 348 17 402 10 533 53 017 32 629 - 19 670 59 208 26 887 47 327 22 187 28 010 8 193 21 657 67 089 19 395 111 181 60 389 30 256 _ 14 875 60 159 271 50 6 868 60 57 060 70 168 418 20 78 116 70 26 168 70 44 189 _ 9 467 40 14 225 40 18 249 10 64 332 60 259 390 20 65 221 10 14 273 40
30 527 10 014
32 409 10 499 17 876 19 333
4 (;94 13 161
7 549 39 781 24 620 13 740 43 230 19 466 34 994 16 640 21 355
5 844 16 098 49 252 14 329 79 353 43 545 22 839 11 299
5180 41 796
55 950 20 023 32 109
6 940 10 810 13 127 47 746
50 90 60
50
49 298 .. 30
10 313
++++|+++++++++++++++++++1|+++++1+++++|++
80 60 90
547 542 58 323 25 326
Summe 1.
I.Bayern. . . . . . . . 111.Württcmberg . . . . .
1 548 639 158 343
1 952 996 200 297 83 861
20 20 90
2 096 181 216 666 89 693
85 60 70
+143185 + 16 369
64 366 * + 5 831
Ueberbaupt . Berlin, im August 1889.
631193 ; 30
1 771 348 ' 85
2402542 15 2237155 30 +165388?
Haupt-Buchhaltereß des Rciäys-Scbaßamts.
Biester,
Literatur.
Die Erklärungsarten des Goetbie'Uben „Faust“, von Kuno Fischer. Heidelberg. Karl Winter?.l Umvers'xtätsx bucbkandlnng, 1889. S. 92, _ Diesen in der Mu1eumSgese1l1chaft Zu Kareruhe Vor zwei Jahren gebaltenxn Vortrag hat der gc1s1000e Vexfaffcr, untcr Berückfickotigung der bcwndero se1t Auffinkung (mer Abxcbrift der ältesten Faustdickztung . Eoctbexs maßgebenden F2rschungcm jeßt zu einer besonderen Schrtft crn*cttcrt,_11*elche das St_veitc Heft seiner Goethesckyrift bildet. In Goxtbe's „ergen-ster „und ctgenartigstcr Dichtung Faust findet bekanntltck) dte 'd1chter1sche Y_rbeit von Jahrhunderten ibren Abschluß und lhre Er- 711111012. Goethe bat, um des Verfaffers 2111911071 0nzuwendxn, „dle Geistesfülle des gedankenvoüen Zeitcxltcrß forme dze unserm: Wsßchägt und offenbart" (S, 12). Ertjärltcb 171 daher eme umfang- xetckoe Literatur, Welche uns nicht nur mit veremzcltyn Bestrebungen, 10ndern mit dem eigentlicher: Wesen wie bleibegxden Werth dieses d1chtcrischen VolksZeistes bekannt 1110411. Ueber dte verschtcdeyartjgcn Erklärungsvnsuckoe bat Kuno Fischer in der vorliegcnkey 2111211 _cxnen klnßxbrnden kritisÖ-wiffensckyaftliäyen Bericht erstattet nxtt gletchzetttgxr BkkUCkfiÖtiaung der bereits in zweiter Auflage erschienenen Schur: -GO€tbe's Faust nach seiner Entstehung, Idee und Koxnpofition." (Stßkkgart 1887.) Nach einer Einleitung über das Zc1tal1er des GENRE, welches eine so große Vergangenheit, Geaeqwart'und Nack)- fvxge beherrscht, kennxeickmet er unter ficken Rgbrtken m (;_enaucn meklbeiten die philosophischen und bistonschen (Erklarung!- arten. Der Verfasser geht von dem Grundgeßanken aut, der Kern aUer Faustdichtung sei einx reYrcLÖse Fahel. Ek Wk: .Der (Goethe'icbe Faust ist eine religiöse Dt tung und tbr
hema kie Schuld und Läuterung eines erhabenen Meyschen, den der Wklkgkrzuß lockt, auch mit swb fortreißt, aber nie befrtedzxgt. Wäre dl?se Ntchtbefriedigung das endgültige Thema 578 Goethe ]cben Fxxuß, wie man wohl gemeint hat, so würde ich die Dachtqna mcbt religiys nennen, fie wäre dann nur pesfimistiscb wie 01: D1chtung Byron 5- Das Leben bat die Bedeutung einer Prüfung, die durch“ fyztschreitende Lauterung bestanden sein will. Dies ist der rxltgtOse „GMO ekanke, _den Goktbe mit kem Proloa im Htmmel 111 di.: “" traJodie eingeführt und zum Thema gemacht büt- "- 91)- Scbr anziehend ist die Auffassung Fer GNZÖMLWKödie, welche nach Kuno Fisckyer'S 111111211 (S. 1? "" ihrem Verlauf hinreißend, erschütternd und dyrcb _1bre_n Scbxu ekkxehend wirken muß, aber jeder dieser Eindrücke tst mlt elner, Rub- UMA Yerbunden, die ich mit den Wirkungen keiner an'deren Dtckptung vkkßlktckxen kann.“ (76). Der gründliche, zugleich elner h_er ersten "Mer von Goethe's Dicht- und Denkweise vctkvertbxt d1e selhst“ SLWonnene Einsicht von den Werken durch eine ficherltcbp berccbttgte di ÜÖUUUJ, dre Erklärer sollten in ihren Auslegungén Goethe !cher_W0rte Ee Jagd "“ck? Entlehnung nicht so weit jreiben, daß fie der 10 gerubmten xfiUÖUULSkZaft des_Dichters kaum etwas übrig lassen. Dte Werke des da ters musen auf ihre Entstehung untersucht, werden (32) Man urf also, wie wir hinzufügen, des Dichters emen? Mahnung mcht mur ML anf seine eigenen Werke anwendet!- „nn AUSLMU seid quter. legt ihr nichts aus, so legt was unter“.“ .Der Hauptwektb
Vorzug der vorliegenden klaren und verständmen Schrift besteht
. Q „“
darin, daß der Verfasser über die verschiedeuattYge Erläutxrung der gewaltigen Dichtungpöüig objektiv und vorurtbetlsfrex bertcbtex.
_ Hülfsbuch für dte Deutsche Literaturgescbtchte. Zum (Gebrauck) der obersten Klassen der vanaswn und Rexxlschuletn. Von W ilbelm H er bst, 111711. Doctor dcr Tbcologie und Pbrlosypbtc, ord. Honorar-Profeffor der Pädagogik und Direktor des Padazomschen Seminars an der UniverfitätHallc. Gotha, riedr. Az1dr. Pertbes._ Bereits die dritte Auflage war von 131“. H. urb'org 111Zcr"bstbesurgt worden. Dieselbe wies gegen die bkidcn ersten verschieden; V'erandxrungxn auf. Die wichtigste bestand in der Aufnahme eines 2151chzntts uber" 518 altdeutsche Literatur, welcher an die Stelle des ersten Tbxtls dcs Hulfsx buckos trat. Nach einem noch von Prof. Herbst gebiUtaten_Enttvur_s wurde von dem Herausgeber der dritten Auflage _der 0110811061)? Tberl bearbeitet; dabei verfuhr man nacb dem Grundjaß, 11111 rvenxge Yer wichtigsten (Erscheinungen zu bespreckycn, diese dagexen eme: emdrxn- genden, eine wirkliche Anschauung ermöglichenden Bebaudlangßwetse zu untechtfen. So haben eigentlich nur das BOWEN»)? und Walther von der VogeLWeide einc detgiüirtcre, “5159111510119 erfahren, der Abschnitt über die böfi1che Epik tft vex- bältnißmäßig kurz und soll nur einen Ueberblick ermöglichen. Da dtc mittelbocbdeutsche S rache an den meistcx. Anstaltcn Deutsckolgnds nicht mehr chrgegen tand ist, eine Lektüre der Hauptwerke des deux1chen Mittelalters aber in Neubearbeitungen auch in den neuen preußtsckxen Lehrplänen empfohlen wird, so hat der Herauögeber auf die em- “ idebendere Vorführung des Wesens und der Entwickelgng der Helden- sagc ein großes GthÖt gelegt. Beim Ntbelungenhed galt es zu zeigen, aus welchen Anfängen die als Ganzes fich „bietepde Sage er- wachsen ist und wie fie in einer früheren Periode el_ne v_telfach gndere Gestalt aufweist; an Stelle des hier gänzlich ausge1ck1011enen bto_gra- phischen Gefichtöpunktes konnte nur der dxs m_nercn' sa_ck_ckl1chen Zusammenhanges treten. Eine besopdere Aufmerkmuxkett Ut O_en Werken Waltbee's von der Vogelwetde gewidmet, mtt denen 'nn Original fich privatim zu beschäftigen dcn _Scbülexn empfoblxn wird. Einieitung und Schluß des ülfs'bucbs, suxd mcht exgemtltch zum Lehrstoff bestimmt, sondern so en 111 onennrender Werse dcmsVer- ständniß des Haupttbeils dienen._ Für „dcn Werth des Herbst1chen Lehrbuchs legt die soeben erschienene funfte Auflage den besten Be-
weis ab.
_ Altpreußifckpe Monatsschrift neue Folge. Der Neuen Preußischen Provinzial -Blätter vjerte Folge. HerauSgegebxzt von Rudolf Reicke und Ernst W1chert. Der Monatssckortft U71. Band, der Provimialblätter [EUR]]. Band. Königsherg 1. Pr. Verlag von Ferdinand Bever's BWOMUUUCÖ _ Von _dtxscr bistorisckoen Publikation liegt uns das 111 ernem ande vercmxgte dritte und vierte Heft (April und Zum) vor. _Jn denselbxn 91th Dr. Robert Krumbbolß eine Spezialantersucbung uber Sammten _und den deutschen Orden bis zum Frieken 'am Melno-Sce. Samatten bedeutet die Gegend des Heutigen Niedexlxtthauen; dtese Gegend war von fundamentaler Bedeutung für dre Geschickt? des Ordens als Lücke zwischen den Besißungen in Preußen und Lwland. Der Ver- fasser untersucht nun, was unter. S_qmatten zu verstehen ist, wie weit es fich ausdehnte, wie sem Inneres bescbaffen war, Wer seine Bewohner waren ,und auf welcher Kuljurstufe sie fick) befanden; die Fragen smd, ww der Profeffor selbst zugtebt,
bei dem Stanke der zu Gebot stehenden primären und deshalb aUein glaubwürdigen Quellen nur in pam unvcükommener Weise zu be- anttvorten, um so anerkcnncnérverjher ist das Bemühen, Licht in diese Sache zu brinaen und die Kenntnis; der Gesckxickzte des deutschen Ordens zu erwätern. Beigeaeben ist dem Werk eine Karte: Samaiten und seine Nachbarländer zur Zeit des dcutsckyen Ordens, welcbe nacb versckiekenen anderen kartographiscben Werken über die betreffende Gegend zusammengesteUt ist. _ Der zweite Aufsaß in dem Doppelbch vom Archivar Dr. Ponger behandelt die Verbindung des fréscben Haffs mit der Ostsee in geschichtlicher Zeit und bring! einen Exkurs, über Witland sowie eine Karte: im Anhäng wird der Text einer lateiniscken Urkunde über die TÖeilung Samlands und der frischen Nehrung abgedruckt. In den .Hymnologischen Miécellen' bespriaZt Dr. L. Ncubaur Franckenberg's Lied „Christi Tod 01 Adam's Leben“ und giebt eine Abhandlung zur AutorscHaft des Liedes Valcnjin Tbilo's d. J. _ Zum ersten Male erscheint in dieser neuesten Publikation der Altpreußischen Monatsschrift ker voUstäxdige Abdruck dreier Briefe (1119 dem Nachlaß dcs Königsberger Profencrs Rosenkranz, welche bisher nur im Aukzuge bekannt waren; fic smd von Schopenhauer an Karl Rosenkranz gerichtet und be- :rcffen die Gesammtausgabe von Kant's Werken; datirt find fie aus dem Jahre 1837, als Rosenkranz und Schubert 1518 (Hrsammtausgabe von Kant's Werken ankündigten und Schopenhauer sicb an die Beiden wandte mit dem Vorschlaae, die Krijik ker rcincn Vernunft „rein und unberfälscbt, in ihrer ächten Gestalt“ d. b. in der ersten Aukgabe 00111781 abdrucken zu laffen. Hr. Rudolf Reick? erHielt von der Tochter und dem (Enkel Rosenkranz' die Erlaubnis; zur Veröffent- lichung der Originale. Aus dem sonstigen Inhalt “ce: vorliegenden Doppelbcfts beben wir hervor die vom Oberlehrer Emil Knaak: veröffentlichen Forschungen zum Leben des Dichters Max 0011 Schenkendorf; der Verfaffer des Aufsaßes tritt man_nigfachen Irr- tbümcrn entgegen, 111414): sxcb in anderen biograpbixchen Auffäyen über Schenkendorf rorfinken, wozu er um so beffxre Gelegexxbekt hatte, als er, im (Gegensmz zu den bikberiaen Biygrapben Nach10rschungen in dem Heimatbian'ce Schenkenkorf's amteUen und auf Grund urkundlichen Materials gründlicher durchführen konnté. In einem anderen Aufsaß läßt fich A. Treichel über die 0118 Sitte des Binkens aus, Welck)? bci Gclegcnßeit der Ernte noch 52222111 ge- wissen Gegenden unseres engeren Vaterlandes ausseübt wird. _ Kritiken und Referaxe, Mittheilungen, aus denen wir eine solche über (8. G. Miclcke'ö verschoÜcnes littbauisckdes Gesangbuch Hervorbeben, machen den Beschluß des inbaltreiaben Doppelbefxs. Kriegstagebuch eines einjährig - freiwxlligen Ulanen aus dem Feldzuge 1870/71, Von 211191111 Fiße. Ratbencw, Vcrlaa von Max Babcnzien. Der Verfasser Wurde zur Herausgabe diefer „Erinnerungen“ durch ein _äbn- liches Buck) (,Die Erlebniffe eines sreiwiUigen bayerijchen Jägers im Feldzuge 1870/71“) veranlaßt und erzählt von seinen Kriegsfabmn, welche ihn in die Schlacbten bei Weißenbykg, Wörth, Sedan führten und die Einnahme von Oxleans und die fast Täglicben Kämpfe dcr Loire-Armee im Spätkerbst und Winter des Jahres 1870, im (Ganzen 9 Schlachten und 10 Gefechte mitmachen ließen. Er war um so eber in der Lage, Aufzeichnungen zu machen, als er seiner eigenen Angabe zufolge beauftragt war, Das Krie_gstage- buch der Cécadron, welcher er im Feldzuge angehörte, zu fühxen; so mußte er jeden wichtigcn Vorfall aus dem Marsthx, im Birouak oder vor dem Feinde genau notircn, em Umstand, Welcher für die Wahrhaftigkeit der in diesem Werk niederacsckxriebencn Erlebnisse bürgt. Er gehörte dem in ZÜPÖJU garnisonirenden Posenscbcn Ulanen-Regimeut Nr. 10 012“l ijabrtg- Freiwilliger an, und diesem, welcbcs jetzt den Natpen: Ulanen- Regiment „Prinz August 11011 Württemberg“ (P01en1cbes) Nr. 10 führt, Hat er auch sein Buch in treuer Anbänglichkeix .gewirmet. Cr weir“; angenoöm zu erzählen und bietet mit ieinem KrtkgK-QJZLJUZH em Werk, von dessen Inhalt alle Leser, namentlich die,_ wcklchc1€lkxtnken Feldzug von 1870/71 mitgemacht haben, mit Jnterene und Vergnugen Kenntniß nehmen Werden.
_ Die deutschen Kolonien. Beschreibung von Land und Lsutcn unserer anxwärtigen Befixansm von Carl Heßler. Nach den neueücn und kosten QusUen bearbeitet. Mey1889. Be_rlag pon (Georg 2035. _ Bei dem allgemcénen Jntsrkme, wclchcs 1175901011101- frage in unserem Vaterlande mit R€ch1 erregt, und 2111981111115 12er neuesten Vorgänge auf 1010111017111 Gebiet_wir0 eine S_ch111t W111- kommen 0ebe1ßen Werden u1ü11en, welcbe in 185-116971: WMC ein Bild 2011 der Emwicfelung unserer kolonialen BZUrebunZen und (L_rxolge giebt und somit dem Zeitungsleker, Welck)?! 1161) 11511 aUcS W111ens- Werthe orientiren wil], Aufklärung und Belcbrxxng btetet. 'AngefiÖts dcr abfälligen Kritik, Woche in manchen Kremn, 0uch__m Umcrem Vaterlande, an dcr deutschen Kolonialpolitik geübtwrrd, 111 es erfreu- 1ich, einem Buch zu bege nen, das in richtiger Würdigung der Sach- lage in patriotischer WeiJe die Frennde 0er Über1ecisch€n Unternebmzxn- gen in ihrcr nwblwoüenden (Gesinnung befestigt, den Gcgnern aber zctgt, wie Wenig begründet oder dochwie übertxieben die Von ikxncn gerxxachten Ausstellungen find. Wie wir einer Notiz entnehmen, Ut, die erste Auflage des Bucbes in außerordentlich kurzer Zett Vergrtffxn worden, und dieser Umstand war für Heraussebex und Verleger em Sporn, das Werk sowohl nach Inhalt und 1111170110019 auch ganz besondets hinsichtlich der JÜUstrationcn, Karten und Bexlagen eryeb- lich zu erW-eétetn; so ist u. a. eine Ucberficth der_ d7011che11 5101071101- gescUscöc-ften hinzugefügt; die Karten find tßetlweiw d'arck) 11811: 111 gr?- ßercm Maßstab: erscßt und um 5 vermehrt wvxdenz wahrexzd dte erste Auflage nur 16 Abbildungen brachte, 611113011 818 O_Orlxcgex-xde zweite AUflage deren 41, Welche fick) durä) gxoße_Manmsfaltxgkejt und saubere Ausführung ausZeichnen. Das Hcßlcr'1ckxe Yuch cxgnct fich Wegen seiner populären Dar'stellung auch zur A111chassung fur Volks- bibliotbeken; der Preis betragt 2 „48-
_ DieUnfallverbütungs-VorZÖrifxen. Herausgcgcben vom Verbande der deutschen BcrufsgenZUensckyaxtcn duxcb Robert Play. Königlickycn Regierungs-Baumsmer und Beauftragxenjder Berufsgenoffenschast der Jeinmeckxanik. Band 1.: V0r1chrtften für Betriebsunternebmer. Berlin, Caxl Hcvmann's Verlag, 1889. Von der Bcfugniß, 117110111):rkYtungs-VoUchriften zu erlassen, haben die meisten Bcr11féget1011cnschaften Bereits Gebrauch gemacht. Die vorliegenxk, yon_ dem Verbande“ derselben berauögegebene Zusammenstellung ijt dazu bestimmt, „den reichen Segen der vielgestaltigen men1chcnfreun01ichen Arbeit“, welche in den Einzelvorscbrijten niedergelegt ist, der Ge1ammtbeit naß- var zu machen. Das Werk ixt zur Erößnung der ,Deutschcn Allgemeinen Au§st70ung für UnfaUverbütung" erscbignen, wclche bekanntlich die durch die erwähnten Vorschriften veranlaßken Schuyvorrickotunsen zum ersten Male zur Anschauung bringt. Der Verband der Berufs- gcnoffensch0f1en beißt dieselbe im_Vorwor1 berzlich wiükommen, indem er ste mit obiger Schrift begrüZt, .welche_ im Sinne dieser Wohl- fabrtS-Ausstelluna für die Dauer wirken 1.011.“ Das Werk dürfte namentlich dcn Maschinenfabrikcn für die Wal)! zjvcckmäszigcr SÖUS' vorrichtungcn beim Bau neue: Maschinen sich als ein wiUkommener Rathgebcr crweisen. Aber 01115 für andere Judwstriclle soch Ge- ricöte und Aufßcbtsbcbördcn dürfte cs in zwäsclbajren FäUen den er- wünschten praktischsn Anhalt darbicxcn.
_, Di7_Heix";luftZ-Bebandlung derLungentuberkulvse 2701171101080618 und kltmscbe chracbxungen von [11.111136 Louis
_.
Weigert in chlin. Mit 1 Lichtdrucktafel und 4 Holzschnitxm.
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