in vieripännigem Wagen. Die Majestäten wurden 11111 ihrer
Fahrt von dem dichtgedrängten Publikum mit endlosen Hoch: rufen begrüßt. _ .
Straßburg 1. Els., 21. August. (W. T. B.) Bei der estrigen Vorstellun der Behörden, welche un- mitte hat nach dem Eintre en Ihrer Majestäten im Kaiser- palast stattfand, waren sämmtliche Beamte bis zum Rath 4. Klasse einschließlich erschienen. Zu der alsdgnn folgenden kleinen Tafel hatten der Statthalter nebst Gemahlin, sowie die auf den BahnlJf zum Empfang befohlenen Personen Einladungen erhalten. ei dem Abends stattgehabten großen Empfang der Majestäten bemerkte man unter Anderen den Präsidenten des LandeSausschuffes, Schlumberaer, den Reichstags-Abgeordneten Petri, die beiden Barone Zorn von Bulach, Graf Dürkheim, Bischof Stumpf und den Präfi- denten des evangelischen Konfisioriums, Petri. An dem großen Empfang nahmen auch die Damen der eingeladenen Herren Theil. ' _
Die heutige Parade ist auf das Glänzendste verlausen. Eins zahllose Menschenmasse, welche 1chon seit dem Morgen- grauen auf das Paudeiekd hinausgezogen war, wohnte derselben bei; die Kriegervexkiyw waren vor der Tribüne aufgxsteUt. Um „111/.; Uhr fuhr Ihre Majestiit die Kai1erin zurück, um 12 Uhr verließ Se. Majestäi der Kaiser, welcher die Uniform des Gardes:du:Corps-Reg1ments trug, das Paradefeld. A(lerhöchstderselbe ritt an der Spitze der Fahnen- Compagnie, umgeben von glänzendem Gefolge, im Schritt durch die Straßen, überall mit Begeisterung begrüßt.
Sämmtliche Blätter widmen dem Kai1erlichen Besuch überaus sympathische Artikel. Der EnthuiiaSMus für das Kaiserliche Paar, besonders auch in der Einheimischen Be- völkerung, ist ein sehr großer;_ der_Fremdenverkrhr ist kaum zu bewältigen. Das Wetter irt bei bedecktem Himmel kühl, jedoch ohne Regen.
_ Tas „Armee-Verordnungsblatt“ veröffentlicht folgende Allerhöchste KabinstS-Ordres:
1) betreffend die Feldwebel: LC. Abzeichen.
„Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ick, das: die eiais- mäßigen JeldWebel und Wachtmeister sowie die Stabsboboisten. Stabsbornisten und Stabstromreter am 111111151le als besonderes Abzeichen außer dsr breiten noch eine schmale Tre11e trauen, welche bei dem Waffenrock, dem Koüer und der Ulanka oberhalb der ersteren auf dem Acrmeltucb, bei dem Ajtila unterhalb der breiten Treffe _ und zwar bei Meincm Lrib-(Hakde-Hufären-Regiment unter Fort- iali der Borte _ anzukringxn ist. Das Krirgs-Ministerium bat birrnack) das Weitrre zu veranlanen. Wiibeluasbaven, den 28. Juli1889.
Wilhelm, bon Verdi) '
2) betreffend die Bewaffnung der Feldwebel 2c. bei den Truppen zu Fuß.
„Auf dcn Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ick, daß die Feld- webel und Vize-Feldeel einschließlich der Vize-Feldwebel des
Beurlaubtenitandes, sowie die im («leichen Range stekendrn Stabs- boboisien beziehungsweiw Stabsbornisten und Zablmeister-Asviranten bci denjenigen Truppen, bei welchen zufolge Meiner Ordre vom 22. März 1889 der_ Infanxerie-Offizier-Degen neuem Modells zur Einführung gelanat ist. ebenfalls mit Infanterie-Offizier-Dearn und Forteree neuen Modells zu bewaffnen find.
Die genannten Chargen ,aben den fraglichen Degen an einem weißen beziehungsweise schwarzen Ueberschnaükovpel nacb bcifolgeixder Probe zu tragen Die Ciniüb- rung des Degens hat nach Maßgabe der dafür verfügbarsn Mittel unter Mitverwendung der in den Erspamißfonds der Truppen vor- handenen Bestände zu erfolgen. Das Kriegs-Minisierium bat birr-
knack) kas Weitere zu veranlassen. Wilhelmshaven, den 28. Juli 1889.
Wilhelm. von Verdi:.“ '3) betreffend die Verlegung einiger Truppen- theile des Garde-Corps. „Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ick, da:“; die 3.11nd
4. Cécadron „Meines Regiments der Guides du Corps ron Berlin beziehungsweüe (Charlottenburg nach Potsdam, sowie das Füsilier- Bataillon des 3. Garde-Grenakier-Regimeats Königin Elisabeth von Spandau nacb Charlotienburg verlegt werden. Diese Veränderungen gelangen betreffs der_3. EScadron Meines Regiments der Gardes du Corps zum 1. August 1889, betreffs der 4. Cécadron risielben Re- giments nach den Herbstübungen, betrkffs des Füfilicr-Bataiüons 3. Garde-Grenadier-Regiments Königin Elisabeth zum 1. Oktober 1889 zur Ausführunzz. Das Kriegs-Ministerium bat hiernach das Weitere zu reran1a11en. Wilhelmshaven, drn 28. Juli 1889.
Wilhelm. von Berry.“
_ Laut Allerhöchster Kabinets-Ordre vom 25. Oktober 1888 werden zum 1. Oktober 1889 der Regimentsstab, die 2. und 4. EScad_r_0n des Husaren-Regimenls Gra] Goeßen (2. Schle111che11) Nr. 6 von Neustadt in Ober: WWW und die 5. Escadron desselben Regiments von Ziegen- hals nach Leobschüß verlegt.
_ Bei einem schiedsrichterlichen Verfahren haben iiach . 860 Abs. 1 der Civilprozeßordnung die SchiedSrichter vor rlaffung des Schiedsspruches die Parteien zu hören. In Bezirk; auf diese Bestimmung hat das Reichskzericht, 171, Civisenat, durch Urtheil vom 17. Juni d. J., aus- ge1prochein „Das Geseß macht den SchiedSrichtern das Hören der Parisien vor Erlassung des Schiedssprucbes zur Pflicht und erblickt in der Nichtgemährqng des rechtlichen Gehörs einen Grund zur Aufhebung des Schiedsspruchs, ohne eine Bestimmung darüber zu treffen, in welcher Art und Form die Parteien gehört werden sollen. Als wesentlich kann danach nur angesehen werden, daß den Parteien Ge- l_egenchit gegeben war, ailes ihnen erforder- lich S 211161102 den SchiedSrichtern vorzutragen. Inwiefern diesem Erwrdermß genügt ist, läßt sich nicht nach allgemein geltenden Regeln, sondern nur nach den Umständen jedes ein- elnen aUes beurtheilen.“ Ferner hat das Reicthericht in dem elben Urtkeil in Bezug auf §. 867 Z. 5 („die Auf- hebring des Schie sspruchs kann beantragt werden, wenn der thiedsspruck) nicht mit Griinden_ versehen ist“) aus- ge1prqchen: Jst em Schiedsspruch mit Gründen versehen, so wird, damit, ane Rücksicht darauf, ob die Begründung vdllftandig, erschöp end und fachg äß erscheinen mag oder nicht, die L_lnfechtung des Schieds pruchs auf Grund des §. 7 Nr. 5 der C.=Pr.-Ordn. ausgeschlossen.
- _ Ein Mühleiiarbeiter ertrank durch einen Fehltritt bei Bewachung des zwischen den_ Archen der Mühle gelegenen Ilaisangs. Das Rerch§=Yer1icherungsamt hat mit Ent- ich_e1dung von) 20, Mai 1889 (Nr. 737) in Uebereinstimmung mit dem Sch1ed§ge11chi den Hinterbliebenen die ihnen von der Beru1SJenoffen1cha1t ver1agte Entschädigung zuerkannt. Nach dem Ergebmß der Bewe1§erhebung ist der betreffende Aalfang
zur Fortschaffung des Ueberwassers beniißt wird. Zur Zeit des UnfaUs herrschten schwere Gewitter mit wolkenbruchartrgen Regen, und es war die Bewachung der Schleuse wegenWaffers- gefahr im Interesse des Mühlenbetriebs erforderlich rind an- geordnet. iernach besteht zwischen dem Muhlenbetrieb und dem Unfall ein ursächlicher Zusammexihang auch dann,'wenn _ wie behauptet wurde _ der Arbeiter etwa gleichzeing des- halb den Aalfang zu bewachen hatte, weil zuvor Aale aus demselben gestohlen worden waren-
- Der Kaiserliche Gesandte am Königlich , serbischen Hofe, Graf von Vray-Steinburg, hat einen ihm Aller- höchst bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Ab- wesenheit von Belgrad fungirt der Legations - Sekretär von Schloezer als Gesthäftsträger.
_ Der Königlich italienische Botschafter 'am hiefigen AÜerhöchften «fe, Graf de Launay, bat sick) zu mehr- wöchentlichem ufenthalt nach Harzburg begeben. Während seiner Abwesenheit fungirt der Erste Botschafts-Sekretär Marquis de Beccaria-Jncisa als Geschäftsträser.
Bayern. München, 20. August. (W. T. B.) An dem heute_zu Ehren Sr. Majestät des Sckiahs von Persien veranstalteten _Galadiner nahmen sämmtliche Prinzen und Prinze1sinnen des Königlichen Hauses, die Minister, die Generaliiät, der Polizei=Präsident, beide Bürgermeister von München und 14 Personen aus dem Gefolge des Schah's Theil. Se. Königliche Hoheit der Prinz- Regent brachte einen Trinkwrucl) auf den Schah aus; Leßterer erwiderte in franzö1ischer Sprache mit einem Trink- spruch am das Wohl des Vrinz-Regenten und das Königliche Haus. Der Schah hatte den ihm heute überreichten St. HubertusOrden angelegt, während der Prinz-Regent den persischen Sonnen-Orden mit dem Bildniß des Schabs in Briüanten trug. Die Abreise des Schabs erfolgt morgen Vormittag nach Schloß Chiemsee und Salzburg.
__ 21. August. (W. T. B.) Um 101/4 Uhr erfolgte die Abrei1e des Schah's nach Schloß Chiemsee. Auf dem Bahnhofs waren der Prinz:N€gent und sämmtliche rinzen an- wesend, ferner die Ministrr, die Obersten Hoi argen, die Generalität, der Regierungs-Präsident, der Polizei-Präfident und der Bürgermeister. Außerdem war eine Ehren-Compagnie aufgestellt, welche der Schah unter den Klängen des persischen Marscbes abschritt; gleichzeitig wurde Kanonensalut gegeben. Der Schah schüttelte zum Abschied dem Prinz-Regenten herz- lich die Hand._ Im Laufe des Nachmittags erfolgt von Schloß Chiem1ee aus die Weitermhrt im Königlichen Gala- zuge nach Salzburg.
Oestxrreirh-Ungarn. W i e n , 19. August. (Wien. Abdposi.) Ste. Majkiiät der Kaiser ist, wie der „Linzer Ztg.“ berichtet wird, gm 16.__d. M um 21/2 Uhr, aus Berlin kommend, in J1chl emgetronen. In Begleitun Sr. Majestät befanden sich der General : Adjutant FM . Graf Paar und die “Fliigel-Adjutanten Resch, von Bothmer und Sachs. In der Kanerlicbxn PiÜa wurden S_e. Majestät von Ihrer Majestät der Ka11erin, Ihrer Kai1erlichen und Königlichen Hoheit der Turchlauckztigsten Frau Erzherzogin Marie Valerie und Ihren Königiichen Hoheiten den Prinzen Georg und Con- rad von Bayrrn begrüßtx' Am Donnerstag, den 22. d. M., früh trifft Se. Majestät in Wien ein.
,_ Viidapest, 19. August. Der Minister-Präfident TiSza reist, wre dre „Bud. Corr.“ meldet, am 22. d. M. nach Wien, um. Er- Majestät Vortrag zu halten. _ Der ungarische Ministerrath hat in den leßten Tagen den nächstjährigen Bridget; Voranschlag, soweit derselbe von den einzelnen Ministerien bereits festgesteUt war, in Verhandlung gezogen. Der Finanz-Minister wird nach Zusammentritt des Reichs- tages 1dfort das Budget pro 1890 dem Abgeordnetenhause unterbreiten.
, Fraykxeich. Paris, 20. August. (W. T. V.) Der KrregE-Mnnstsr de Freycinet theilte dem Ministerrath das Resultat. der Untersuchnng gegen die in die boulangistiikchen Umtriebe verwickelten Militär- personen m1t. Danach_ haben fich von dem stehenden Heer, welches 26000 Omziere zählt, 59 Offiziere an Schritten betheiligi, welche einen politischen Charakter tragen und werde::„dsr Gegenstand entsprechender Strafmaßregeln sein. 22 Of1iziere der Territorial-Armee sind ihrer Stel- lung enthoben, 21 _Unteroifiziere des stehenden Heeres, bezw. der Jie1erve, smd degradirt, verseßt, oder mit Gefängruß bestraft worden. Acht Gendarmen wurden entlaffen, em Civilbramter des Kriegs:Ministeriums wurde aus seinem Amte entsernt.
Als Termin für die allgemeinen Wahlen wird jth der 29._ September genannt.
Die hier anwejenden Maires haben eine Subskription eröffnet, um dem Präsidenten Carnot ein Andenken zu widmen. Außerdem haben dieselben eine Subskription für die Armen von Paris veranstaltet.
Schtveden iind Norwegen. Stockholm, 19. August. K'o'xiig Oskar 111 heute von seiner Reise in den südlichen Theilen des Larides hier wieder eingetroffen; nach der Auf: ld1ung der proviwrischen Regierung und der Abhaltung einer Staatsrathssißxmg reiste der König nach Schloß Drottning- bolm, wqselb1t er während der nächsten Zeit Aufenthalt nehmen wrrd.
Zeitungsftinnueu.
Uebrr„die französischenSteuern von 1789-1889“ finden nnr m der „Danziger Allgemeinen Zeitung“ folgende Betrachtung:
.Es sind jeßt hundert Jahre verftoffen, seitdem das französische Volk dix bestehende Staatsordnung umwälzte und mit der großen Revqlutwn sicb Von dem Steuerdruck. den Steuerungleicbbeiien 2a. befreien zu könnep glgubte. Nicht die Ideen der Freiheit und Brüder- lichkeit waren _die eigentlich treibenden Motive bei der Revolution, sondern in eriter Linie die Steurrlasten. Die Landbevölkerung empfaxid den Druck der Steuern am härtesten. In den Städten war die Notb in den niederen Klassen groß, weil nicht nur die Steuern wuchsen, _sondern auch die Art der Erbeiung immer harter wiirde. D"“ Steuern waren vcrpachtet und wurden mit größter Rucksichtsiosigkeit von dem Pächter einge- irieben. Der Adel bezahlte keine 1111116. (direkte Steuer) und Um den Lasten der 711181181118 (des Zwaxizigsten) ur-d der 0311111111011 (Kopf- steuer) wußte er s1ch zum großen Theil zu befreien. Die 1111165
Staatßeinkünfte und sebr boch und mxmnigfaltig entwickelt. Gegen diese indirekten Steuern kämvften die Pioniere dxc großen Revolution hauptsächlich an, indem sie ihnen etwa ebenso wie es heutzutage noch von den deutschen Freisinnigen geschieht, alle möglichen ungerechten Wirkungen in die Schuhe schoben: Dcr Appell an den Magen Und die Begebrlicbkeit fand in den medxren Klassen Gehör, obne Welche schwerlich die Revolution so große Dimensionen hätte annehmen können,
Es ist nun in bobem Maße interessant festzustellen. wie beute nacb hundert Jahren die Dinge auf dem Gebietx des Steuerwesens in Frankreich liegen. Eine Untersuchung. von Professor Adolf Wagner welcbe derselbe ix_n 3. und 4. Heft des dritten Bandes seiner „Finanz: wissenschaft" ansteüt und welche auch unter dem Titel .Die fran- zösische Besteuerung von 1789-1889" als Separatausgabe erschienen ist, belehrt uns darüber, was aus den früheren französischen Idealen geworden_ ist. Die französische Steuerlast ist hiernach um das 5- bis 6,1ache gestiegen und überdies überwiegen djs, damals auf die Proskriptionsliste estellten und zeitweilig abgeschafften indirekten und Verbrauchs feuern die an fich sch9n schwerrn direkten Staatssteuern Frankreichs jest um mehr als das Vierfache. Die Salzsteuer, die früher besonders Verbaßt war, existixt 1cit Napoleon [. wieder. wenn auch in mäßigrrer Form; fie ist die einzige indirekte Steyer, welcbe niedriger als die betreffende deutsche Steuer ist; die meisten anderen indirekten Steuern sind erheblich höher als die deutschen, Ebenso sind andere damals ganz besonders verbaßt gewesene Steuern, wie die taiUs , die ijYiéwe und die städtischen Verbraucbssteuern nach einem kurzen «znterreanum wieder von Neuenx ins Leben gerufen oder in modernisirter Form ,wieder eingesübrt worden, Aber auch mit der erstrebten Steuergleicbbeit ist es. nicht weit ber; die an Stelie der alten taiUs getretene (Grundsteuer ist so ungleich Vertbkilt, daß einzelne Gemeinden 30 bis 40 mal, ja sogar 150 mal so hoch als andere besteuert find, Als die einzige „Errungenschaft' der Revolution bleibt die Beseiji. gung des Stcuerpririlegiums rox! Adel und Geistlichkeit übrig, in allen anderen Dingen sieht es aus dem Gebiet des Steuerwesens beute nicht anders aus wre vor 100 Jahren, ja die Lasten haben sich absolut und relativ gewaltigrermebri. _
, Man sieht, selbst die republikani1cbe Staatsform kann auf die. jenigen Steuern nicht verzichten, welche die Theorie der damaligen Redolutionäre und ihrer geistigen Epigonen verurtbeilt. Die Revo. xujion bat keine Steuererleicbterungen gebracht. Was sie aber in ste_uerlicher Beziehung _,errungen', nämlich die Beseitigung der Steuer- vribilegien, dazu find in Preußen dix Grundlagen schon von Friedrich Wilb_elm [. und Friedrich dem Großen gelegt worden. Wenn so die Tbat1acbcn der Gegenwart mit den angeblichen steuerlichen Idealen von 1789 in Widerspruch sieben, darin ist: über diese der Stab aebrocbeii. Und 10 wüten dem) auch die fortwährenden Argriffe unserer _Oppo1ition auf die vermeintliche Schädlichkeit und Verwerflicbkeit der indirekten Steuern und Zölle nirgend mehr der Beachtung gewürdigt werden. Wxnn im Jahre 1789 jenen_Tbeorien geglaubt wurde, so giebt es _daiur noch eine gewine Ent1chuldigung. Wenn aber heute noch dreielben Ideale, die doch nur den Wert!) alter Scharteken h_abe'n, dem _Volke angrpriesen werden, dann_ bat man in den hundert- 1ahrrgen_ErsabrunJen der franzö111chen Getcbicbte das beste Mittel, um sie 1ammt ibreii Lobrcdnern aus dem Wege zu schaffen.“
Eni; Arierkennyng des Unfa[lorrsicherungsgeseßes von frersmniger Seite, welche bskanntlrcht das Geseß im Reichs- tag? bekamp1t hat, verzeichnrt die „Rheini1ck1-Westfälische Zeitung“; das Blatt schreibt:
.Die ,Freisinnige Zeitung" veröffentlichte in ihrer Freitag-Nacbt- auSgabe Folgendes: „Das UnfaUverfiOerungSgeset; macht die Entsckädi- gung eiiies Verunglückten uxiabbängig von der Frage, ob dem Arbeit- grber em _Ber1ebcn zur L91t salle. Nack; dem Haftpflichtgciet; war die EntscbddtgimgspfliÖ't' eme beschränkte; das Uniallderficherunngesey bezeichnet in dieser Beziehung einen Fort1ch1itt. Wir machen wieder- holt darguf aufmerk1a_m, daß die ireifinnige Partei es gewesen iii, wxlcbe diesen Fortscbritt' zuer1t in Anregung gebracht hat, welche fast wahrend des gcinzen Zeitraumes, während deffen das Haftpfiiwtgeieß beitarideiz hat, Wiederholt die Revision desselben angeregt bat. Daß dieser Fdrt1cbritt_in Verbindung gebracht wurde mit dem Modus der Zwangsverncberqng, welchen das Unfallgeieß eingeführt bat, ist in unseren Augen ein Nachtbeil; aber dieser Nachtbeil hebt den von uns anerkannten Vorzug des (Hescßes nicht auf, die EntschädigungspftiÖt xrwch1tert zu haben.“ _ Da diese bemerkenswertbe Auslaffung in drr solgrgdeii Morgenaußgabe drr „Freisinnigen Zeitung“ von anderem, ibatiachlicben Stoffe de_rdrängt worden, ist es wohl angezeigt, die- selbe im Wortlaut „festzuhalten. Ueber die Unmöglichkeit, obne Zwangsberficherung_d1e aligemeine, gleich vortbetlbafte Wirkung der Versicherung zu erzielen, braucht Heute natürlich kein Wort mekr verloren zu werden.“
Dic Kaiscr-Tage in Straßburg.
, _ Straßburg, den 20. August 1889.
. _Straßburg ft_eht bm11chxlich der Fest1timmung seiner Einwohner, bin11chtiich des Femchmucks 1eincr Plätze, Straßen und Gebäude_feiner Stadt im Deumchen Reich nach, welche sicb zum Besuch des Kaisers und Königs und Seiner boben_Gemak)lin rüsten würde.
, Jmmtien prachtvoller, 1elten i_cbön gepflegter Garienankaßen nut hoben Springbrunnen und künstlerisch ausgeführten TeppiÖ“ berxen erhebt sich in italienischem Renaiffancestil der „(zus Pfalzxr Sandstein in röiblicbgriiner Färbung aufgeführte Kalikkk Palait. Auf der bbchsten Fläche der mcichtigen Kuppel halten 511)?! marktge Heroldsgenalien an dem Flaggenmaste, ron dei's" mit der Kai1erkrone gekrö_nten Spiße heute zum ernen Male die goldgeibe Kaisxcstandarie meben wird, die Wall)!- Vch dcr Kappxl aus rrm_kra1woll gegliederten Säulenbau steht, aus weißem Sandstein gefertigt, ein mächtiger Friedenscngel, in der erhobenen Rechteiz einen goldenen Palmenzweig ausstreckend.'1Das Innere des Palastes i1t des Kaisers würdig. Das Vestibül wird von zwölsSäulen cms rotbem Granitgetragen, an der künstlerisch gemaltey Decke steht der Wahlspruch der Hohenzoaern „Vom Fels zum Meir- Durch einen großen vergoldeten romanischen Rundbogen betritt man das Treppenbaus, welches in seiner stilvoUen Pracht einen erhebenden Eindruck macht. Weiße Sandstein-Säulcnbalien umschließen den oberen Raum, zwischen den Säulen sieben je drei riesenförmige/Zanke- laber, der weiße Sandstein wird von goldenen GaSarmen und «ckckck umschlossen, und die mittleren Kandilaber sind von fiyenden- zum Fluge bereiten Arlern gekrönt. Auf halber Höhe qutUt aus goldenem Löwenmaub kühlendes Waffer in ein mächtiges, Mb p_oltrtes Marmorba1fin, welches von Majolitavasen "_"d einem kiinstlerisch schönen Arranaement seltener Palmen umgeben ist* an bier (ius tbxilx fich die Treppe naa) auen Richtungeq 111 1echs gleich pracbiige Ansgange, die alle mit dunklem Velourtepptcb belegt, find. An der Decke tritt der Wahllpruch in goldener Schrtfx hetvpk- „81111111 011111119“. Das von allen Seiten einfaUende farbige Lk, erhöht die Wirkung noch bedeutend. Geradeaus liegt der kupPkUUkt'ge Yudtenzsaal mit seinen mäcbtigen Säulen aus polirtem Marmot- einem schönen und in seiner Größe wobl einzig dastehenk?" goldbronzenrn Kronleuchter und vorliegcndem großen Balk_0n "' dxr Form einer Veraiida, Welche Aussicht auf die Univerfitaxund dtekim Y_au begriffenen Monuuientalbauten gewährt. Zur_ Lm schließt 114) eine Zimmerflucbt 1ür Se. Majestät den Kaner, 3“ Rewtzn eine solche für Ihre Majestät die Kaiserin an. Dcr * t; der _fur Se. Majestät bestimmten Räume ist ein in grünlicbik,u" goldiger Seide außgesiattetcs Empfangssimmer mit zablmä)m Arrangements der gediegensten Möbel; es folgt ein rother Salo" und daran anstoßend Arbeits- und Schlafzimmer. Den €),)ari1UkÜ-"7den decken_tn allen Räumen rotbe Smyrna-Teppiche. Den ersten_ Rana! der Zimmer Ihrer Majestät der Kaiserin bildet ein in Goldiwß g;, baltener großer Salon, anstoßend ein Empfangszimmkr,“ “*x weläxem man in ein in blauer Seide gehaltenes Wourmwmt
eine-Fre_11ch_lru_1_e_,__we1che zum Aalfang nur zeitweise, im Uebrigen
(Geiränke-. und Verbraucbésteuern) waren die Hauptquelle der
.__c_i_k1,7U_7...kM» _Säulen_ getragenen nischenartigen Erker tritt; bleka"
k
, . Creton gebaltene Schlafzimmer. Ane Räume 1er Kaiserlichen „Herrschaften tragen in ihrer Ausstattung 1111 Stengpel xcbt kunstlxrtscben (Heicbmacks. Der glänzendste Raum „5 Palastes ,ist dcr die _ganze Rückfront einnehmende 70 111 lange xachtsaal _mrt „_Mqrmorsaulen und Marmorwänden. Der Mittel- Zür gegenuber „Ut _emc Halbkreisförmige Rotunde. In dem mittleren Theil speiiden 81er m_t Viereck angebrachte goldbronzene Lüstres, in den Zeitentbeilen vier bangrnde gleiche Kronenleuchter Licht. Hervorzu- ßben bleibt noch, daß die AuSnutzuna des Raumes eine sehr zweck- „äßige genannt werden kann, kein Winkel blieb unbenutzt und doch ,xückt nirgends Enge, und nirgends bat man das Gefühl des Ueber- [armen,
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Eisenbaby_-Verordnungs-Blatt. Herausgegeben im 11611 lichen Mitgstermm der öffemlichen Arbeiten. Nr.20. _ analt: Erlaß deijnUters drr öffentlichen Arbeiten vom *11. August 1889, Zeit. wech1else1tige Aufrechnung der auf (Grund der Unfallverficbe- rungsgeseße gewahrten Renten. _ Nachrichten.
:;zßt das in
,
Statistik und Volkswirthschast.
Die Weizenkultur in Indien.
Ueber die Konkurrenz, welche dem Getreidemarkt aus der Weizen- kultur in Indien erwachsen isi, entnehmen wir der „Deutschen volksw. Correivondenz' Folgendes:
Die BestreburgewEnglands. die Weizenkuliur in allen geeianeten Theilen des großen indischen Reiches auszudehnen und den Unter- nehmungégeist drr Landbebaurr zu ermutbigen, find in den 4'ßngsten Jabrezi viel weniger erfolgreich gewesen, als man „wartete. Wahrend das mit Weizen bebaute Land vor 7er Jahren vm eine Kleinigkeit (0,48 6/11) umfangreicher war als in 1888/89, verminderte sich der Ertrag um 9,64 9/0. In 11116 Provinzen Punjab. Oudb und Nordwesten, Central-Jndien, Bombay mit den Staaten der eingeborenen Fürsten, srwie Sind und Berat Waren in din 4 Jahren 1884/85 bis 1888/891urcb- €ch1itjlich 19 648000 Necker Landes mit Weizen bebaut, im le ten Fabre aber nur 19475 489 Aecker, eine Abnahme von 0,88 %, och ging der Ertrag von einem Durchschnitte von 5724 200 t in der längeren Pericde, in 1888/89 auf 5033 341 r rder um 12,07% 5111111“. Zieht man diejenigin Provinzen und Staateii Hinzu, für die *Ich die statistischen Zzblen nur annäbernd schätzen la1ien, dann ergiebt «ck folgendes SQlußresultat: Durchschnittlicher Anbau in den ;Fabrrn von 1884/85 an 26 508 000 Necker, in 1888/89 26 381765 Accker, Abnabme 0,48%; durchschnittlicbe jährliche Ernte in den 4Jabren von 1884/85 an 7205 500 t Weizen, in 1888/89 6 510979 1 Wrizrn, Abnahme 9,64 0/0.
Von den Ernteekträgniffen wurden erportirt 188889 nach England 452 000, Belgien 124 000, Frankreich 157 000, Jtalirn 56000, Egvvten 83 000, rrr1chiedene Länder 9000, zusammen 581000 1; 1887/88 nach Engxand 302 000, Belgien 30 000, Frank- reich 128(00, Italien 154 000, (891913th 33 000, verschiedene änder 30000, iuiammen 677 0001; 1886-87 nach England 483 000, Belgien 120 000, Frankreich 140 000, Italien 261000, Egyvten 66 000,ver1'chiedene Linker 43 000, zusammen 1 113 000 b. Im rrsirn der drei Vergleichs- 11112 rrfreute sicb Indien eircr (uirn Ernte, und da Rußland gleicO- ;eijig ein 141111111113 Jahr hatte. so nabm der indische (8113011311. Die niekriae Ausfubrzxffer 11"1r 1887/88 war die Folge einer alige- meincn Mißerite im Norden des Landes, und obgleich ganz Jydien trrxdcm nichr Weizen cinbeimste, so wurde derselbe erstensin größxren Quantitäten zurückgebalkcn, um die srbr unbckeutenden lokalen VorratHe 511 erßänzen urid zweitens kam der einheimische Preis 31: Hoch aus, um zu großer Ausmbr anzuiporren. Im letzten Jahre trat eine Reaktion ein, weil in Amerika weniger 1111 Cxportzwicke als «wöhnlich verfügbar war, iind hätten die russischen Zufubrm nicbt außerordentliche Dimen1ionen erreicht, so winke Indien jedinfaüs wesentlich mehr ge: "Éickt babrn. Es läßt 1111) aus obißen Zablen folgern, daß die drei listen Saisons für die Weizenkulrur und den Export des Produkts mehr oder wenig-r ungünstig ausfielen, wodurch jrroch keineswegs eine Grenze für die Weizenerzeugungsfäbigkeit Indiens konstaxtrt wird; Jm_ Gegentbril 1121ickt dir Wabrschein1ichkeii dafür, dqß Punxgb viel mcbr Weizrn ziehen wird, sobald die _ in Arbeit befindlichen Kanalbcwäfferungswcrke vollendet Und, 2115 ferner die mittleren Provinzen, wo enorme Strecken Landes durck) 112 neue Ci1enbabn der Bodenkultur zugängig werken, und endlich Bombay. (Karnatek) auf Grund drr erweiterten Ciscnbabnverbindung 1111 ergiebigrr ausfaüen werden. Nimmt man eine längere Ver- glxichungspcriode an, so ergiebt sich allerdings eine beträchtliche S_nt- rkaelung dis Weizei-„baues und Exports, auch wird Indien uyzrrenel- 11111 aus die Dauer weitere Fortschritxe in derselben Richtung machen.
Die im, Bereich der rbeinisck) - Westfälischen Textil- BUUTSLLUVU?NsÖKftUinx_Ll?lcihre 1888 angemeldeten nia e.
„chb dem vierten Bericht über die Verwaltung dxr xbsrntickp-westfänschenTextjl-Beruxsgenosxenschafx-fux ZLF" „Jahr 1888 betrug die Zahl der im Bereich dieser, fick) m die SWM?" Tüffeldori, M.-E1adbach, Elberfeld,_ Varmexi, Lennep, Uüch1n und Münster gliedernden Berufsgenoffewcbast wahrend des kkkSMJeiien Jahres durchschnittlich beschäftigten Persorien 99 242, 11an Lobne sicb auf 64 328148 „44 beliefen. Es_ereigneten sicb 1.313_Uniaue oder 13,83 auf 1000 versicherte Perwnen, dariinter 893 M1 maschinellen Betrieb und 675 außerZusammc-nbang Mit einem 'V[chen._Von den Unfällenirurden veranlaßt : 8durch Apparate unter Druck YM DJ_mvfrn und Gasen (Darrpfkeffel 2c.), 6 durch explosive und "Y“Aésab'kltcbe Stoffe (Pulvrr, Benzin, Petroleum),_ „95 durch «[Zbende Metallmaüen, beiße, äßenre Flüssigkeiten, gixtige Gase, TAMPTe TT., 662 durcb bewegte Maschinentkcile (Krattmascbmen, Triebwerke, Arbeitßmasckxinrn x.), 80 durch Zusammenbruch, Einsturz, Ösxabsalien von Gegenständen, 115 durch Fall yon Leitern und _TkkUkkn. Galerien, in Versenkunaen, Basfins U., 154 durch Fabr- BLULL- BLföiderung von Lasten. Auf- und Abladen, 250 durch Ge- krauch ron, einfachem Handwerkzeug, Folien zur ebenen Erde und 3 kurck) Fabrikbrand. _ Von den Verlesungen betra1en 92 Kypf und G.“.fiÖt (Augen), 791 Arme und Hände (Finger), 320 Beine und
"Zk- 134 andere oder mehrere Körpertbcile zugleich und 35 waren “"Der Art. 1 Person ertrank. Den Unfaliduxckoscbnitt (13,83 unfall? auf 1000 rerficherte Personen) überschrixten 'von den ;kaekbézweigen in der Reihenfolge des Gciabrentanss: die Ketten- (Meurer und Kettenleimerei, mechanisch. mit15,08, die Teppicbfabtiken ,obne Farberei und Appretur) mit 16,67, die Wollspinnerei, Kunstx W und Vigognespinnerei (einschließlich Heibelei, Haspelet, Spulerei, ZP'MTZU „und Wattenfabrikation) mit 18,11,_Yaumwol]spmnerei (kmschlkkßltch Hec'xelei :e.) mit 21,30, Kammgarnwmnxrn und Woll- meerei mit 32,08, Eifengarn- und Nähgarnfabcikatron mit 17,42,
"ck84?kaka (Walkerei, Rauferei, Scheererei, Preff_e_rer urid Dekatur 3911 Karbomfiren der Stücke) mit 15,19, Wollenstückfarberei mit 44,119,
“kbekkl- Druckerei und Bleicherei von Wolle und Baumwolle, sowie W ollen- und_Vaumwollengarnen (aucb Färberei und'Appkrtur von Yben und Bgndern) mit 15,71, Türkischrotb-Garnfärberri mit 24,49, MMM“ U.Tucberdruckerei (Järberei,Bleicherei, Druckerei u.?lvpretur) 111?) 37-„50. Raucherei u. Scheererei für baumwollene u. gemischte Gx-
? k ""t 35-85, Stückfärberei, Bleicherei, Druckerei u. Appretur Zur ;FLmeonene, balbwoüene u. gemischte Waaren mit§46,71, Schim- i:"! erer und rheinische Färberei mit 24,00, Steinnuß-Knopiiabrikatiozi K" 165,29. Wollbereitung, d. b. Wollwäscberei, Wolltrocknerei, Wolferei, waöbomfik'AUstÜt'n mit41,79, Mungo- u, Sboddy-HerßelluriUKunsi- ]Fz'FabUkak'on) mit 18.49, Getreide-, Mabl- u. Schälmublen 11111 ÜR“ Fakbb-Ilz- u. Lobmüblen mit 50,00 11. Fubrrverksbetriebe bis “2-22- " „ Infolge der Verletzungen wurden 791 Personen ein'Z „chben einschließlich, 375 länger als 4 Wochen bis 13 Wochen
' diteßllch- 31, 1«„Wer als 13 Wocbm obne dauxrnde Folgen,
auernd theilweise, 3 rauernd röliig erwerbsunsäbig und 14
getäté Bei 29 Personen waren die Folgen der Verletzungen am
. '
Schluß? des Berichtsjabre noch zweifelhaft; _ Die entschädigungs- Wichtigen Hinterbliebenen der Getödtaten 1cßten sich zusammen aus 6 Wittwen und 14 Kindern. _ 'Von den durch die,Kaiserl_ich_e.Post im vergangenen Jahre für Rechnung der rbeim1ch-we1t1alr1chen Textil - Berufssenoffensckiaft gezahlten 88 050,19 „46 enifielen 363092 „44 auf Kosten des Heilverfahrens, 16 442,86 „jk aus ein- ma_lige und 50 389,35 „46 auf jährliche Rxnten an Verletzte, 778,85 «14 aus Beerdigungskosien, 3464,20 „“ auf Renten an Wittwen Ge- tödteter, 866,65 «js auf Abfindungen an Wittwen im Falle der Wiederverbciiatbung, 6625,85 „;(: auf Renten an Kinder 11118 769,20,“ auf Renten an Ascendenten Getödteter, 440,85 „44 aus Reziten an Ehefrauen, 941,88 „44 auf Renten an Kinder und 77,60 „46 aur Renten an Ascendenten im Krankenbause untergebrachter Verletzten, sxbließlich 3621,98 „44 auf Kur- und Verpfiegungskosten an Krankenhämer.
Kunst und Wissenschaft.
Ueber archäologische Funde wird dem „Korr. ». 11.1. D.“ geschrieben: Nicht nur die Vorderpfalz, auch der abgelegene Weiiricb bietet dem Forscher stets neuen Stoff und neue Thatsachen. Selbst die weiten Forsie des an der Südgrenze gelrgenen Waden- waldes beherbergen noch manches Gebeimniß. Bei Schönau, drei St_unden südWestlicb von Dahn, liegt etwa eine Stunde nach Süd- weitrn die Doprelvyramire res wal_dbedecktxn . Maintont“ (512 111 Seehöhe). Schon der Name ist [151511 msrkwürdig und bedeutet offenbar nicht;? Andrres als 513136 1110115 = Berg der Maia, der Uagya 11111161- der Römer, kcr_ grcßen Erdmutter der Griechen, Römer, Gallier. Wer den südwr1tlichen "ieilen Gipfel des Maimor-t ersteigt, findet im Schatten der drei- bis vierhundert- jäbrigen Buchen und Eichen, und zwar an der Rordseiie, zWei mächtige, balbmondförmige Schanzxn, wclche den von West nach Ost laufsnden höchsten Felsgrat 1ckirmend umschließen. Ein alter Eingang führt durch beide von Norden ber. Dcr äußere Wall beiiebt aus Erde und bat eine Länge von 140 Schritten bei einer Höhe von 5-6111 Hinter de'n 8111 breiten, noch woblerbaltrnen Graben erhebt sieh ein aus Findlingen zusammengetraßener imposanter Hauriwal]. Er bat eine Länge ron 460 Schritten bei einer Hbf): von 12 111. Nur drr Wa(l auf der Houbirg_ bci Nürnberg kann sich solcher Timrnsirnrn rübmen. Naxb Nordwesten zweigt fich einr rier- seijiae Schanze ab, welche zwei nabe Lurllrn umich1irßt. Jede Seite dieses Quadrats mißt 40 Schritte. Jn drr Mitte des Felsgratcs, (1111 seiner böchsien nach Süden gelegenen Spißs, liegen unmittelbar nebeneinander zwei Felsblöcke, welche zusammen einstmals rin Games bildeten. Die Dimensionen bkiragen 4 111 Länax, 2 111 Breite, 0,70 111 Höhe. Jm Jrnrrn dk§ B ockes ist eine Schü11el eingekauen, rvelcre einen Turchmrffer von 1,50 111 bei 0,40 111 Tiefe briißt. In den le ten Tagen wurde diese„OPfer- schüssel _ wobl die erste am ' bein,_ deren Existenz feststeht! _ freigelrgt, und es fand fick), daß sie (1111 einem kiinsilicb bergestxütcn Sockel von 030111 Höhe steht. An Funden eraabxn fick) nur mehrere, stark erwricbte Ziegelstücke von etwa 1 111 Tiefs. Offenbar ward die1e Opferscbüffel mit Gewalt zertrümmert, e_twa zur Zeit des Verbots des Druidendieviies, zur Zeit des Kai1ers Claudius oder zur _Zrit Karl's des Großen, der dem altgermaniscben Opfer- 1121111? mit Gewalt ein Ende machte. Daß _diese Grgend den Römern nicht unbekannt war, beweist (1111) der Befund des FragmentÖ einer RÖMLkijiiÉkifl auf der nahen Hobenbuxß, welcbe drm Maimoxt gearnübcr etwa gleicbeUs eine Stunde 511116!) von Schönau liegt (570 111 Scebbbr). Dicselbe 5111th aus weißem, mit Glimmer ver- setztem Sandstein, 17:11 20 0111 Länge, 17 cm Breite 8 cm Dicke. Der obere Rand ist noch erhalten. Zi; lesen find 11015 folgende, sebr ickön eingrbaurne, 3,5 0111 bobs Buch1i_aben:_ 701.11 119“ 111). Da auf Der ersten Zeile vorn nur ein Buchstabe fehlt, ist ziemlich sickxer ]- zu ergänzen und 1111011111115 zu lesen. Zeile 2 und 3 sind zu frag- mentarisch, um aus ihnen einen Schluß zu ziehen. Der Stein kommi als Geschenk des Finders in das Museum 1111-31) Speyer.
_ Vom Obersten Pewzow, dem Chef der Tibet-Expe- dition, ist dem Dirigirenden des Militär-Gelehrtrn-Comiiés des russischen Generalstabes in St. Petersburg nackysiebender Bericht aus Jak-Cbuduk, (1. (1. 14. Juni, zugegangen: .Die Expedition bat den Ort Iak-Cbukuk im Bezirk Jarkrnd wohlbehalten erreicht und bcfft aller Wabricbeinlicbkeit nach gegen den 25__ Juni in Jarkénd einzutreffen. Jm Tbianicban, in den Bars-Kiun-Pänen_und besonders auf dem Bedöll, über dicunicr Wegfübrtc, lag nochtiefxr Schnee 1_1_nd die Expedition hatte mit vielen Mübseligkeiten zu kämpsen. Jndenen blieben sämmtliche Lasiibiere erhalten und ein Theil der Eskorte kam mit einer leichten Erkältung kavon. Die Chinesen empfingen die Expe- dition freundschafilich und géwäirewibr Unterstüßung 511 einer erfolg- reichen Weiterreise. Tie wiisenscbartlicbrn Arbeiten nebmen einen be- friedigenden F*oitgang. Von Jarkend wird fick) die Expedition Über Cboton und Kerija nacb Nija begeben, wo fie wahrscheinlich nicht vor dem 20. Juli cintreffen wird. Von der Grenze an nahm die Expe- dition ihren Weg durch ein Gebiet, das noch von keinem Europäer be1ucht worden ist, und jekt wird fie am Fluß Jarkeixd-Darja hinauf bis zur Stadt Jarkend ziehen. Der Lauf diefesFlu11es ist noch von Niemand untersucht."
Land: und Forftivirthschaft.
Ernte und Saatenstand im Königreich Sachsen.
Die Witterung im Juli war nach dem Bericht des Lardrskultur- raihs im Großen und Ganzen der Landwirtbschast günstiger, qls _in ren früheren Monaten, indem sich die langrrssbmen Nierericbiage reichlich einstellten. in einzelnen Gegrnden sogar derart, daß 1ie das Einbringen der Rosgen- und Heuernte_erschwerten. L-idcr waren dieselben in der Gegend zwischen Frauenstein und Altenberg, unter- halb und seitwärts von Krimmitscbau, ganz besonders aber in der Waldenburger Gigend, von starkem und verdeckendem Hagelwettc: bis zu totalem Hagklschaden bcgleitet, Der Roggenscbnitt, mit 113211111111 bereits Ende Juni begonnen Weiden konnte, wurde bis Ende des Berichtsmonats auf den Gebirgsböben fortgese t und beendet. Mix ganz wenig Ausnahmen lauten die Berichte owobl in Bezug 11111 die Schockzabl als auf die Schüttung und die Güte drr Körner wenig befriedigend, da in sebr vielen Bezirken die Früchte nur Notbreise erlangt batten und das Korn in Folge drr durch Die an- baltei-“de Trockenheit im Mai und Juni bedingten schnellen Entwicke- lung klein blieb. Auch der Weizen, mit deffen Schnitt bereits be- gonnen werden konnte, hat durcb Verlobung fteUenweis stark gelitten und wird Mindererträge geben. Ganz schlecht sind die Dru1chresultate das_Ravses, indem derselbe kaum_auf 8_12 Ctr. pr. Acker kommt. We1entlich gebessert haben fick) fait sämmilicbe Sommerfrüchte, doch hat sich aucb hier. besonders in mehreren Bezirken der Leipziger Kreis- hauptmannschast, die En erlingvlaae eingesteut vnd bedeutendrxi Schaden verursacht. Karlo eln, Rüben und Kraut zeigen zumei1t sevönen Stand, besonders geben Frübkartoffeln reichlichen Ertrag bei vorzüglicher Güte. Aus 4-5 Bezirken wird über verxinzeltes Vor- fommxn rer Kartoffelkrankbeit gxflagt. Die Futtergrä1er haben sich zumeist erholt und verspricht be1onders die Grummeternte besser zu werden, als nach dem letzten Monatsberichte erwartet werden konnte.
(Leipz- Ztg.)
„Geisenheim, 18. August. (M.Allg.Ztg.) Der R1, Deutsche Weinbau-Kongreß findet in Trier voni 21. bis 30. September d. J. statt. Die fachlichen Beratbungen erfolgen in drci. am 22„ 23. und 24. statjfindenden Sißungen, zwisrizxn wrlcheri u. a. Besichtigung der statt- ßndenden Ausstellungen, Ausnuge in dix Weinberge an der Ober: Mosel, der Saar und in den Seixentbalern der Mosel, eine große Weinprqbe und gesellige Zusanimcnkiinfte eingejcboben find. Am 25. früh i1t_ ein Ausflug moxelribwarts nacb Bernkastel mittels Dampfschiffs beabsichtigt. Die Beratbungßgegenstände erstreckeii sich (1111- die Verschiedenen Zweige und Fragen (Krank- heiten u. 1. w.) des Weinbaues und der Keüerwirtb1chast. Die eim leitknden Referate über die versckiiedeney (11) Fragkn, an welche sich Diskussionen zum gegenseitigcn_Austau1ch_ der gemach_ten Erfahrungen schließen, wurden Seitens bewabrier Kruste aus ver1chiedenen Wein-
Deutschlands übernommen.
drei Ausstellungen verbunden sein, und zwar:__ 1) eine mit Pramiirung_ verbundene Weinausstellung, umfanend Weine aus_ _dem Gewmmtflufigebiet der deutschen Mosel und ihrer Nebenslune, sowie Schaumweine von sämmtlichen Schaumweinfabriken Deutschlands, 1erner_2) _eine Aussteilung neuerer Apparate für Weinbau und Kellerwirtb1cha1t aus dem Gebiete des ganzen Deutschen Reiches und 3) eine Aussteblung von Trauben aus dem Flußgebiet der Mosel. Bezfigxicb der Weinausstellung find Ari- fragen, bezw. Anmeldungen, baldigst a_n Rentner Hubert Kisaen in Trier zu richten. Bezüglich der Geratbe- und Traubenausstellung wende man_ fick) an das Comité für den Weinbau-Kongreß in Trier, Abtbeilung 1ür Ausstellungswesen.
baugegenden
Mit dem Kongreß werden auch
Sanitäts-, Veterinär: und Quarantäueweseu.
Niederlande. _Durch eine im ,Nederlaridsche Staats-Cdurant' veröffentlichte Veriügumz des Königlich niederländischen Ministers des Innern vom 13. August 1889 ist die unterm 14. Sepjember 1888 erlaffene Ver- 1ügung, durch welche der Hafen von Jacksonviüe (Amerika) als vom grlben Fieber vrrkeucbt erklärt warde, wieder aasgeboben worden. (Vergl. „Reicbs-Anzeiger' Nr. 243 vom 24. September 1888).
Handel und Gewerbe.
Der Aufsichtsrat!) der Berlin_er Lamben- & Bronze- waaren-Éabrik Vorm. Stobwa1serbatbxich1offrw derberor- sirbenden eneralKrfammlung rie Vertheilung einst Dividende von 29/0 vorzuschlagen.
_ Ueber die Lage des Niederrbeiniichen Seiden- Gewerbes wird der „Köln. V-Zig." unterm 19 August ge: 1chriebenr 1. Robieide. Das einzig: besonders _cherkenswrrxbe aus der vergangenen Wocbe iii, daßrie Nacbirage 11511111: bervvrirai, wie es kinn überbaxpt fiir den ausmerkiamen Berrackptrr nich an Zsicbkn ka'ür fehlt, daß die Gescbäfie demnäÖst eincn [ébbaitéren (Hang annebmen wcrden. Die ausgezeichnete Haltrwg der Preise bat sick) seit Beendigung der Ernte aucb _xiicbi einrn Augen- blick verleugnet, und zwar find die PWW? der _eurcräiscben Sciden, wie sie angesichts dir bvben Coconévrei1e für alte Seide fiä) gebildet haben, nicht nur frrtwäbremd gut ver- jbeidigi, sondern es besiebt auch einr Mégeibrockpene Nrigung zum Aufschlag. Leßterc 1111151 sich am meisten gcltrnd, sobald die Unter- banrlungen LieferungHZeicbäfte (1111 neue Seide zum ngrniiand haben. _ 11. Seidenwaaren. Ueber den Verkehr bei und mit drn Zwischenbänklern wird viel mebr gckla r, qls__1onit um diese Zeit Regel iii. Tie Hauptreiien für das Her itgc1chast find besnket, und da im Kleinrerkebr der Verkauf noch nicht beßqnnkn hat, so Handelt es sich augenblicklich aÜentbaiben nur um 211165411111ng 11111 Lück.'n_in den Lagerbeständsn, nicht aber um eiJentlicbe Basteliungen, wriär Bedarf rorbandcn ist oder erwartet wird. _
_ Die ,Nciv-Yyrker Hdls.-Ztg.' 1chrribt: Jn_den kommerzirlien Kreisen unserer Rerablik macbt_1'ich bekanntlich _1chon seit längerer Zeit das ernstlich? Bcstrsben,_11n1er Errortge1chckäkr zu crwritern, bemerkbar. Diese Bewraang ent'vringt eineßtbcils der in vielen Industriezweigen immer mehr zuncb-menken Uebrrvroruktion, Welcbr das Schaffen neuer Abiaßgrbiéte nothwendig cr1chcineri läßt, während dieselbe anderentbeiLZ aus drr Tbatiarde bsrzulriteii i!i, 17:11"; manche 171111181 Fabrikate und Produkte einen derartigsn Grad von Voükommenbeit erreicht haben, kai; fie in ksinrm Tbrile der Welt die Konkurrrnz zu fürcbten haben. _ Es kann und muß, was nicht zu lengncn, in BEZUJ (1111 die Eröffnurig U?Uék Weltmärfte für uns noch sehr viel 561111217211, obwohl ebrmo wenig in Abrrde gesteüt werdrn kann, daß in dir1er Hinficbt in 1113121 Zeit mrbr gethan worden ist, als dies irübrr drr Fail gewesen, wofür die bedeutende Zunahme unseres Wxarsn- und _Prokukien-Crports im [2131111 Fiskaljahr oegrn das Vorjahr, die sich auxüber 50000000 T_Ooll. bezifferte, zeugt, Diese Zunabms rührte bauvt1äch1ich o_on der größeren Aussubr von Baumwolle, Rind- und SÖweinefleiwb, Wwie ron Mi1ckerei-Produk1en und lebendrm Vieb brr. doch rarxizipirten daran, obwohl in geringerrm _Maße, auch Mais, Kupser, Pirrolxum, Leder, Pilzwerk, Horsen, landwiribiwartlicbe _Gerarbicbaiten, Dauwfmaschinen u. 1". w. Unser (3117011 würde sich iibrigens norb be: deutsnd größer gestaltet haben, wenn derselbe uicht in Bezug (1111 Weizen. Weizenmehl, Baumwoüiabrikate und Täback ein geringrrer als im rorleßten Fiskaljabre grwescn wäre. Am brmsriexnswertbenen ge- staltete 11ch kirie Abnahme für Weizen und Weizenmehl. Von ersterer Getreidrart wurden in dem am 30, Juni cr. beendeten Fiskal- jabre nur ca. 46000000 Busbrls ausgrsiibrd gegen 65000003 Buibrls im Vorjahre und gegen 100000000 meels im Fiskaljabre 1886-17, während der Export ron Weizenmehl von mehr als 11000000Faß in den beiden Vorjahren aui „9000000 Faß_im letzten Fiskaljabre gefaUen ist. TkOHkém rührt 118 311111151118 un1eres Exports hauptsächlich von Robprodukten ber, denn die YUNUbr a[1er anderen Brodstoffe, wie z. B. Mais, _Gersie, Hafer, Roggen, Maizmebl und Hafermebl, war im 8211101111151 Fiskaljzibre mehr als doppelt so groß und diejenige von Baumone, Kuvker, Petroleum 11.1".w. bedeatcnd grbßsr als im Fiskaljabre188788. Jm Ver- bältrix'; weit geringer a]s der Antbeil, welchen die Robrrodukte_ an der lcßtjäbrigen Zunahme dcr Ausrubr 51111211, war drrjenige unierer Industrieerzeugniffe, wie Lokomotirkn, Maxchinen und Geiabrie_a[ler 2111, landwirtbsÖafiiiÉe Geräibickxaiten, Wand, Stand- und Tmécen- ubren, Meffrrwaarcn u. 1". w. Und- roch_ bitte gerade der Export dieser Artikel ein weit bedeutenderer sein WUM. _
Wien, 2051111131111. (W. T. B.) Die Seme1tralbilanz der Oesterreichiscbcn Kreditanstalt weist an Gewinnen aui: Provisim-ien 606 490 Fl., Zinsan 1627 852_Fl._, Deriien 286 848 Fl., Gewinn an Effekten und Koniortialgc1chä1ten 791723 Fl, an sonstigen Gcsckxäften und Gewinnvorirägrnwon 1888 145929 Fl., Gewinnantbetl bei der ungariicben Kreditbank_ 181633 Fl., zusammen 3640474 Fl. _ An Lasten und Verlinken iteben dem gegenüber: Gehälter 468 985 Fl., Spesen 197 868 Fl.,_ Steuern und Gebühren 231967 Fl., Abschreibungen 1191 Fl., an 1on1tigen Auf- wendungen 20 422 Fl., zusammen 920 434 Fl, Demnqch beträgt der Reingewinn 2720040 Fl. Die Resuliatx der Krnwrtialgeschäste find, soweit dieselben bis zum 30.J11ni rokl1tändig abgerechnet waren, in dieser Aufsteliung berücksichtigt. '
London, 20. August. (W. T. B.) An der Ku1ie1Weizen- ladung angeboten. _
Manchester, 20. August. (W. T. B.) 12r Water Taylor 71, 301 Water Taylor 91, 20r Water Leigh 81, 30r Water Clapton ZF, 32r Mock Brooke 9, 40r Mayou 91, 401 Medio Wilkin1on 101, 32r Warpcovs Lees ZF, 36r Warpcops Rowland 91, 40r Double Weston 91, 60r Double couraxite Qualität 131, 32“ 116 yds 16ckch16 grey Printers aus 32r/461 174. Anziebend.
New-York, 9. August. (New-Yorker Hdls.-Ztg.) Was die all- gemeine Gefchäitslag_e betrifft, so hat der Monat August“ unter recht günstigen Ausvicien !einen Einzug gehalten. Je mehr 1111) die finanzielle Lage zu klären scheint, de1to geringer werden die Be- fürchtungen einer emvfindlicbcn Oeldknapvbeit. Die Geld-Cirkulaxion, was besonders hervorzuheben, ist größer als während der gleichen
eriode im vergangenen Jahre, und der große Gold-Crport at sich deshalb nicbt fühlbar gemacht, weil S_eixens des Finanz-Ministeriums Alles aufgeboten wurde, eine. Anbauiung _des Geldes im Bundesscbaße zu vermeiden. Dann darf aber 1111111 nicbt außkr Acht gelassen werden, daß unsere Goldprdduktion im fruheren Verhältnisse fortgeschritten ist. Wir produztren p_ec Jahr ca. 38 Miüionen Dollars Gold und in unserer Handelswlariz macht es somit keinen Unterschied, ob wir kiermit_odcr durch Getreide, Baum- woile. Petroleum, Provisionen ;_c. un1er Conto ausgleichen. Wir sind in der glücklichen Lags, eine !clten ergiebige Getreide-Er_nte zu babrn, dcr scdlecbte Ernten in Europa gegeiiübxr steben,_und folg- licß wird uns ein großartides Exportgeycbäit zufließen, das
zunächst drxi Faruxern und_ O_ann dcn (Ziiknbgbnen zu Eule kommen wird. Tisis gimkiige Au11a11ung der Situation bat mcht Verfehlt,