1889 / 204 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 28 Aug 1889 18:00:01 GMT) scan diff

Se. Excellen der Wirkliche Geheime Rath und Präsident des ?Hniglichen ber: Verwaltungsgerichts, Persius, von Tiro .

Yirhtamtfiehez. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 28. August. Se. Majestät der Kaiser und König sind, wie „W. T. B.“ aus Potsdam meldet, heute früh 7 Uhr mittels Sonderzuges von der Wild- parkstation nach Küstrin abgereist, um daselbst den Festungs- manövern beizuwohnen.

_ Ihre Majestät die Kaiserin und Kirnigin empfing am Montag Mittag den Beiuch Sr.Kömgl1chen Hoheit des Prinzen Alexander.

_ Die vier ältesten Söhne Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin haben, dem „W. T. B.“ zufolge, mit dem heute Nachmittag_ 13/4 Uhr von Kassel ab- gegangenen Schnellzuge die Rückreiie nach Potsdam angetreten.

_ Der Königlich schwedisch-norwegifche Gesandte am hiesigen LlÜerhöchsien Hofe, von Lagerheim, hat einen ihm von seiner Regierung bewiÜigten Urlaub angetreten. Während seiner Mwesenheit fungirt der Legations:Sekretär Gude als interimijtischer Geschäftsträger.

_ Der hiesige Gesandte drr Argentinischen Republik, Carlos Calvo, ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder Übernommen.

_ Der Genera[:Lieutenant von Kalt enborn-Stachau, CommandeUr der 2. (Harde:Jnfanterie:Division, hat sich zur Beiwohnuna der Brigade:Manöver der Z. und 4. Garde- JnfaiiterieBrigade in das Gelände bei Schwiebus und Stern: berg begeben.

_ Der kommandirende Admiral Freiherr von der (HOLZ hat sich gestern zu Inspizirungen nach Wilhelmshaven Und Kiel begeben. --

M iinster, 27. August. Der Ober : Biirgermeiiter Windthorst hat durch Straßenanschlag und die in Münster erscheinenden Zeitungen nachstehende Bekanntmachurrg veröYntlicht: _ , _ '

e. Majestät der Kaiicr und Könix; und Ihre Maicsicii die Kaiserin und Königin haben mich zu beaniiragen gerirht, zur öffent- lichen Kenntnis; zu bringen, wie enizückt AÜerböchstdiexelken seien von dem Ihnen gestern hier bereiieien Empfange.

Ihre Majestätrn sprachen wiederholt Jhre„AiierkcniiunZ aus sowohl über die würdige Haliung, die aufrichtige Herzlichkeit und Beßeisterung der Bevölkerung, als über den reichen, gcickxmackvoüen Schmuck, Welchen die Siadt anqecht, und inebesondere über die iilänzer-dr, wirkungsveUe Jilumination, welche in ihrer eigcrartigen Schönheit und Pracht alTe Erwartungen übertroffen habe.

Des Kaisers Majestät haben mir irciier den ausdrücklichen Be- fehl ertheilt, aligemein bekannt zu geben. wie Wohltbuend Allerhöchst- diefelben berührt worden seien von den Worien,_Welche dre städtische Vertretung beim Einzuge an Ihre Majestaten zu richten die

Ehre batte. ' Mit mir werden alTe Bewohner Munsters von diesen Aller-

nädiasien Kundgebungen fick) umsomehr beglückt fühlen, als wir uns Zewußt sind. durch die im Namen der Stadt gehalktenc Ansprache nur der innersten Gesinnung und wahren Meinung der hiesigen Bevölkerung

Außdruck gegeben zu haben. , Hoch lebe unser erhabenes Kaiserpaar!

Württemberg. Friedrichshafen 26. August, Am Sonnabend Abend trafen auf Einladung Ihrer Majestäten dess Königs und der Königin Se. Königliche Hoheit der Herzog Albrecht von Württemberg und Se. Hoheit der Prinz Ernst zu Sachsen=Weimar hier ein und nahmen im Schlosse Quartier. Höchstdieselben begaben sich am Sonntag Vormitiag nach ViÜa Seefeld mit dem Extraschiff, welches bestimmt war, Ihre Königlichen Hoheiten die rau Prinzessin Cathariiia,denVriiizenunddieVrinze sin Wilhekm nebst Prinzeffin Pauline sowie die zur Zeit auf Besuch in der Villa Seefeld weilende Gräfin Elisabeth Wald- ng-Wurzach abzuholen. Die Herrschaften nahmen bei Ihren Majesiäten das Diner ein und kehrten Nachmittag?- mit dem- selben Schiff nach Vilia Seefeld zuriick, wiederum begleitet von dem Herzog Albrecht Und dem Prinzen Ernst zu Sachsen- Weimar, welche sodann Abends über Friedrichshafen nach Stutt art beziehungsweise Ludwigsburg abreisien. _ Heute ist der taatS-Minister Freiherr von Mittnacht nebst Ge: mahlin mit einer Einladung zum Diner beehrt worden.

_ (St.:A. f. W.) Wie seit Kurzem in der preußischen Armee, so werden nach einer Bestimmung Sr. Majestät des Königs auch bei den wiirttembergifrhen Truppen die wirklichen Feldwebel und Wachtmeister sowie die in deren Range stehenden Dirigenten der Regiments: 2c. Musiken ein besonderes Abzeichen zur Unterscheidung von den bisher die gleiche GradauSzeichnungFührenden Vize- Feldwebeln erhalten. Dieses besondere Abzeichen besteht in einer schmalen goldenen bezw. silbernen Borte, welche auf dem Waffenrock 2c. oberhalb des Aufschlags getragen wird.

Baden. Karls ru h e, 27. Augirst. (_W. T. B.) Se. Königliche Hoheit der Er o ßhe rz () g irt „am der M a in a u eingetroffen. _ Das Befinden Sr. Königlichen Hoheit des E r b g r ofz h e rz o g s hat sich während seines Aufenthalts in B a v e n w e il er wesentlich gebessert.

Mecklenburg - Schwerin. Schwerin, 27. August. Se. Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Kaiserliche Hoheit die Großherzogin sind von ihrer Reise nach Si. Fetersburg zurückgekehrt und haben bis auf Weiteres in dem agdhause Ihrer Kaiserlichen Hoheit, Gelbensande, Auf- enthalt genommen. Dort weilen auch der Erbgroß- herzog, Königliche Hoheit, und die Herzogin Cäcilie, Hoheit, während die Herzogin Alexandrine, Hoheit noch ihre'Kur in Homburg v. 1). Höhe fortsetzt. _ Gestern hat Se; Königliche Hoheit der Großherzog das Großherzogliche “?Jiiirlier-Negiment Nr. 90, das zur Zeit bei Rostock vereinigt ist, und heuxe das Großherzogliche Grenadier:Reginient Nr. 89, das ber Güstrow exerziert, besichtigt. (L)

Brgunséhtveig. Braunschweig, 27. August. Se.Kön1g1iche Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen, Regeiii des Herzogthums Braunschweig, reiste am Montag von Kiel nach Flenslmrg, kam Nachmittags in Hamburg an und besuchte heute die. dortige Aussteilung. Heute Nachmittags

Königliche Hoheit in der hiefigen Residenz Im Gefolge öchstdesfelben befanden fich:

Flügel : Adjutant Ritt- persönliche Ad-

traf Se. wieder ein. General = Major von Winter eld, meister von Seydewiß und der jutant Graf von BiHMarck-Bohleir. Bald nach Ankunft Höchstdesselben fand im Schlokxse ein Diner statt, an dem der General:Hof-Intendant Frei err von Löhrzeysen, welcher Mittags hier eingetroffen war, der General-Maior von Wmier- feld, der Schloßhauptmann von der Mülbe, der perWnlrche Adjutant Major von Mißlaff, die lüqel=Adjutxmten Ritt- meister von Seydewiß und von rosigk Thetl nqhmen. Mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 6 Uhr 24 Minuten reiste der Re ent dann mit den zur Tafel geladen gewesenen Herren na Blankenburg ab. Von Halberstadr qus wurde em Sonderzug benußt und erfolgte die Ankunit in Blankenburg um 9 Uhr 35 Minuten. _ Der Kammerjunker Cramer von Clausbrucl) reiste Nachmittags nach Blankenburg ab, rposelhst der Vize=Ober-Stal]meister Freiherr von Girsewald bereits ein: getroffen ist.

Elsaß-Lothringen. Meß, 25.„August. Der Wortlaut der Stiftungsurkunde, welche in den Grundstein der: Kaiser-Wilhelm-Denknrals zu Meß emgeschlhffen wurde, lautet nach der „LandeH-Zertung für ElsaßLothmngen“, wre oi t: f ng Jahre des Herrn Eintausend achihundert und reini_mid achtzig am dreimndzivonzigftrn August hat der Allerdurci)iaiichitgf_ie Herr und Fürst Wilhelm der Zweite Dcuischer Kaiier ur-d König von Preußen 2c. mit Seiner hoben Gemahlin der Alirrdirrch- laucbtigsten Kaiserin und Königin Augusta Victoria, den (Hrnndßem zu dicsem Denkmale Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm des_E_riien, seines Elorreichen Herrn Großvaters gesegneicn Angedenfex'§,'icierlich erlegt, diese Urkunde AUr-rböcißstseibst unterzeichnet und hier unt eigener Hand eingemWert. Errich;tet wird diese:“- Denkmal zur, Ehre des großen Kaise . “welcher das deutsche Vaterland unter scrncm rubin- reirben Scrpt'cr' geeinigt, demselben die]: Lande_ wirdcrcrworbm und nach sÖWeren siegreichen Kriegen den Frieden Wines _Rerchs undder Welk mit starker Hand kehütct iind_(ie“z'chirmt hai, im Varer irmes Volkes, durch weise und gerechte Geieée ein Förderer der r*qUerndcn Wohlfahrt seiner Untcrtbanen in 13110 lässiger irrucr r-rid wirkiamrr Fürierge, bis nach einem reicbgeicg-neten chen Gott der Herr ihn im einundncunzigsien Jahre seines Alters ;«U_ sirii QÖÖékUsLn'ÜU, brilagt und verehrt yon din deuikchen Finnen, von seinem treuen Heere und ven dem ggnzcn deutichrn _Voike. _ Dex zum Zeugnis; ist dieses Denkmal «“ur Anregurg deuticieer I)iaiincr, welche zur Leitung des Unternehmens gewählt haben ÖZU Bezirks:- Präsidrnterr für Lothrinren, Hans von Hammersicin, ken Burgermerner der Stadt Mey, Alexander Halm, den Praktiichen Arzt 131“. C. Braun, deri Bankdirektor L. Lazard, sämmtlick) zu Metz, de_n AmtsßrrichiÉ- Rath R. Syffert zu Diedenhown, den Bürgermcriier R. Hein zu Finstingcn, den Oberförster F. Grimmel zu St. Arold rind Andere mehr , eniwwfen imd ausaeiübri von dem Bildhaurr Ferdinand ron Miller aus* Müiickrn zu der Z::i, da Fürst Chlodwig von Hoheriohc-SÖiilingsiürst Siaiibalrer ' m Elsoß-Lotkringen Und der Crucial kei; Infanirrie Rudels VM Oppeln-Bronikr-wÉ-ki (Heuwerneur der Festung MUZ'WÜYLU. Die Mittel zur Errichtung dieses Denkmals find durch ircirriüige Gaben aus Lothringen und aus allen Kreisen des ganzen deutschen'Volkes beschafft wvrden. gesammelt von Siädten und Dörfern, ren Er_nzeliien Ur-d von zahlreichen Vereinen und Genvffensckaiien, voii Militar- imd Civilpersonen jedes Standes, alle befreit von dem emen Gedanken, ihrem entschlafcnen großen Kaiser treue Liebe und dankbare Verehrung zu errveisen. 1

Ueber den Empfang der Deputaiio'n aus, dem Land- kreise Meß berichtet die genannte Zertuer: Die Vorstelliing fand durch den. KreiSDirektor Gundlach statt. Die Deputation bestaird aus den Herren: Marchal aus Lorry und Pierret aus Woippy als Vertreter des 1.Kantons Meß; Méa aus Dornht und Camus aus Gorze iiir den Kanton (Horze; de Verneurl aus Fleury und Lorrain aus (6011) für den Kanton Verny; Sidot aus Servi 111) und Franrms aus CoUigny fiir den Kanton Pange; ailez aus Rugy und Lorrain aus Aritiüy fiir den Kanton Vigy.

Hr. Marchal aus folgender Anrede: -

„Majestät! Im Namen der Deputationen der fiinf Kantone des Landkreises Meß heiße ich Se. Majestät den Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin herzlich willkommen und drücke dcn tief- aefühlren Dank aus für die Ehre, die uns Heute zu Theil trnd. Wir bcnuxzen die Anwesenheit Ew. Majestäteii in unserem thrureu Loibringen, um Ailerhöchstdenselben unsere Treue imd Cr,“.ereriheit zu versichern. Wir hoffen, das; iiriser' crlauchtcr Herrscher alle Kräfte aufbieien werke, um den Frieden, auf- recht zu erkalten, der für den Ackerbau und den_Woi)ix_iarid des Laiides eine Lechensfrage is.. Gott erbalie Err). Majeiiätm, wwie der ganzen Kaiserlichen Familie eine blühende Eeiundhrit urid gebe Aller- höäxstdenseiben lange und glückliche Tage. Zum Andenken 011 die Reise Ew. Majestäien nach der Hauptstadt Lothringens erbitten wir uns die Crlaukniß, unseren geliebten Herrschern durch Vermittelung der hier anrvesenden jungen Leute einige Erzeugniiic des exnbeimischcn Ackerbaurs und einiges Obst aus den Gärien res Mexxer Landes zum Zeichen unserer Treue und Dankbarkeit Ailerunterthänigst darzu'eieirn.“

Der BezirkH-Präsident reiherr von Hammerstein steilte alsdann noch verschiedene ersonen, welche die Deputation begleiteten, den Kaiserlichen „Maxstäten vor. Hr. Marchal (Sohn) aus L_orry trug ein „iindel Gersie Und Frl. Pierret aus Worppy präsentrrte LMM Korb mit Mirabelien; Hr. Emil Hsnriot von dem Pachtgute de la Hauton- nerie bei Louvrgny , trug Hafer und Frl- Lyxrain aus (Hoin einen Korb mit Birnen; Hr. Srdot (Sohn) aus Siibernachen präsentirte Korn, Franrois (Shhn) aus Colligni) NogÄZen. Frl. „PaUez aus Nagy Aprrkoyen und Lorrain aus . milly Pfirsiche. Hr. Meq (Sohn) aus Dornot trug einen mr_t Trauben gefüllten, prächtig auSgeßaiteten Korb des Frl. Philiypor (TUS Ars a. d. Mosel, welche Ihrer Majeétät der Kaiserin emen prachtvoÜen Blumenstrauß darbot und folgende Ansprache hielt:

,Allergnädigste Herrscherin! Es ist mit einem Gefühl großen Glücks und woblberecbtigten Stolzes, daß ich Ew. Majestät hier im Namen des Kantons Gorze beglückwünsche. Wir danken Allerhöchstz derselbrn fiir die große (Ehre, die uns heute beschieden; der 23. August 1889 wird fernerhin mit goldenen Schriftzüaen in der Geschichte der Stadt Meß und ihrer Umriebung eingesckyriehen bleiben. Um unserer Anhänglicbfcit und Treue für die durcixlauchtroftePerion (Ew. Majestät durch ein äußeres Zeichen Ausdruck zu verleihen, bitten wir unsere AUergnädigste Kaiserin, diese Früchte aus unserem lieben Meyer Land huldvoilst entgegenzunehmen.“

Ihre Majestät dankte qufs Freundlichste . für diese Auf: merkiainkeit und hatte für emen Jeden ein liebevoües, wohl- wollende-Z Wort. Se. Majestät der Kaiser heantwortete seiner- seits die Ansprache des Herrn Marchcrl mit der. Versicherung, er werde sein liches thun, damrt der Frreden,_ den er immer geliebt, un erem Lande erhalten bleibe, und indem er dankte fiir die von der Deputation im den Tag gelegten Ge- [imiurigew Der Kaiser erkundigte srch hierauf iihzr den Aus- 1a11 ier diesjährigen Ernte, den Stand der Weinberge und ob man mit dem Eiid'resultat des JahreS zufriedrn ser. Se.

Lorry begrüßte die Majestäien mit

Majestät hatte dann "?ck ein freundliches Wort für einen Jeden im Einzelnen und die Deputation wurde entlassen. Ent- zückt über die Freundlichkeit unseres, Herrscherpaares und von der besirickenden Anmuth der Kaiserrrz im höchsten Grade ein- genommen, „schieden sie mit dem Gesuhle, daß es für ste ein höchst glücklicher Tag gewesen.

Der Bürgermeißer von Meß hat gestern Folgendes bekannt gegeben:

„Se. Majestät der Kaiser haben mich beairitragi, den Bewvhnern der Stadt Mex; Seinen Dank und den „Dank Ihrer Majestät der Kaiserin für die Alicrböcbstihnrri gestern hier „bereitete Herzliche und schöne Aufnahme au§zusvrechem „Indem ich diesem Allerhöchiien Auf. trage freudiast nackxkomme, gebe 1603319186) bekar-nr, daß Se. Majestät durch das Oder-Hofmarschallamt mir die Summe_ von 2000 „46 für die Armen der Stadt Metz haben übermitteln [cinen und das; über die Verwendurig dieses Aüerhöcbiien Geschenk:? binnen kürzester Frist weitere Mittheilung ergeben wird.“

Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. August. (W. T. B.) Das „Fremdenblatt“ versichert auf das Vestimmtei'te, daß die von panslavistischer Seile verbreitexen tendenziösrn Meldungen, denen zufolge von österreichischen Offizieren begleitete K ano ne 11 von Wien nach Bulgarien geiandt worden wären, vollkommen erdichtet seien. Es befinde sich kein öfter- reichischer Offizier in_irgend einer bulgarischen Festung zur Ueberwachung der Befestigungsarbeiten, ebenso wenig werde an ein eveiriuelTe-Z Kommando der bulgarischer: Armee durch österreichische Offiziere gedacht. Wenn Bulgarien friiher feine Gewehre ails Rußland bezogen habe und jetzt anders woher bezießhe, so könne man dagegen keiiie berechtigten Einwendungen erhe en.

Prag, 27, August. (W. T. B.) Der böhmische akademische Leseverein ist durch behördliche Anordnung aufgelöst werden. 211?- Grimd der Auflöiung wird von dem Organ der Zung:Czechen „Narodiii Lisiy“ das Verhalten der Vereinsdrputaiion auf dem Siudenten:Kongreffe in Paris angeYben.

udapesi, 27. August. (W. T. B.) Heute Vormittag fuhren die Minister und Notabilitäten bei dem Schah von Persien vor und gaben ihre Karten ab._ Dieser besuchte hierauf die Akademie der Wissenschaften, woielbst er VOLL dem Professor Vambéry in persischer Sprache begrüßt wurde, und sodann das Nati0i1a1:MuseUm. _Später unternahmder Schah in Be leitung des Erzherzogs Joieph eine Dainpsfchiffahrt nach der iargaretheninsel, beiuchte Abend?: mit dem Erzherzog Joseph die Gala=Oper und kehrte nach Schluß derselben in dae:- Hotel „Königin von England“ zuriick.

Nach einer Mittheilung der „Ungarischen Post“ hätte sich der Zustand des Grafen Julius Aiidrafsi) gebeßert und die Kräfte derart zugenommen, daß der Gras täglich Ausflüge zu Schiff unternimmt.

Großbritannien und Irland. London, 27. August. (W.T.B.)DerErbgroßber_zog von Hessen ist heuteiiach Schloß_Balmriral zum Beinche der Königin gereist, deren Ankunft aus Wcries mo'rßen daselbst erwartet wird.

Iii der heutigen Srßung des Oberhauses erklärte der Staaisiekretär für Indien. ViHcount Croß: England _habe n1chtdie geringste Abiicht, Kaschmir zu anirektrreii. , _ Der Ausstand der Dockarbeiter gewmnt_mit ]edenß Tage größere Ausdehnung. Die „Allg. Crrr.“ berichtet darii er:

Auch die Koblcnträgcr und GaSarbeitcr haben sick) der Bewegung angricbloffen. Ener ungefähren Sckxäßima iiach haben nördlick) ren der Themse zwisciren 3000 und 4010 Keblrrifräger die Arbeit 21.7- (ici'iciit, und es find Anzeichen vorhanden, das; dieje Zahl fich Wesent- 1ich vergrößern wird. Die Strikererregung steckt auch ankereGewerkc an, Welche mit dem Airsstarde dcr Dock- und Weritarbcitir gar richig gemein haben: in Folge deffrn criiefrm die sirikenden Doäarbcitrr ein Manifest an aUe _Lenron'cr Gewxrke, worin diese ersucht werden, von weiteren Arbeitsciniteiluxrgen abzuitehen. Obendrein sind zahlreiche Fabriken durch den Maiikn' strike zur Unlhätigkeit verdammt, da es ihnrn entweder an Kohlen oder Material zum Bririeb mangelt. Viele BiSUiit- und Konserven- fabriken feiern, weil weder Mehl noch Obst auégeiaden Werden könnexi. Das Treesebiff .Gicnogle“ wurde am Sonnabend von den Comuns ker Handlungkhäuicr, für Welche der Thee bestimmt war, ausgeladen. Ganze SQiffsladunßcn von Obst und Fleisch verfaulen. Br?“- lang ist das Verhalten der Strikenden ordentlich uri frierlicb gewesen, und in Folge des Taktes und _der Umsicht der rmTer städtischrr Verivaltung stahenden Ciiv-Pcltzel sind Reibungen rermieden-worden; es ist jedoch für wünicheiisirertb erachtet worden, militäriiche Vorsichrsmaßkegelii zur Unterdruckung etwaiger Ausschreixungen zu treffen. Die Noth unter den strikendcn Arbeitern ist groß und dürfte noch schlimmer werden, falls dein Strike nicht bald ein Ende geswt wird. Die Mittel, Über Weiche die Führer des Strikes verfügen, ind iiicht «':roß; es sollen fur den Unierhalt der Sirikenden bis jetzt nur 3000 Pid. Stekl. eingegangen sein, Inzwischen zahlen die beschäftigangslosen Arbeiter kritik Wohnungsmiethc und darben rabei. Die DockgesrllsÖaitri; ,ierrririti stellen sich auf den Standpunkt des „11011 ])05811111118“. Die Dr_I- fo erklärte der Vorsitzende kes London & India DockH-AussÖUnék- härtrn sicb seit Jahren nicht bezahlt gemacht. Kaum 1ci rs beffck geworden, so drohe der Strike dieHoffnungen drr'iiktionäre _an Vék' zinsung ihres Kapitals zu nichts zu machen. Der Strike werk? London als Hafenvlay dauernd schädigen. Es sei schon ießt (115 theurer Hafen verschrien. Gestern ging das Gerücht, daß die Dock- vrrwaltungen geneigt keien, den Arbeitern Zugeständnifie 'zu macbeW- und heute folien aufs Neue Unterhandlungen für die Verlegung déi Ausstandes beginnen. .

Die „Londoner Presse“ sieht dem Strike dcr Dockarbextkr fast durcßgängig sympathisch gegenüber, und kein eigzzges Blatt 1;ebauptet, daß ihre Forderungen unvernüiiftig 1eien. Jbl bisheriges maßvvlics Auftreten bat zu dieicm unleugbäkk." Wohlwollen der Öffentlichen Meinung nicbt. unwesentlich! b?!“ getragen, Die .Timeö' hebt hervor, das; UZ _meisten Rheder gleichfalls der Meinung seien. die Dockgcieüjcbaften solitä-l jest, wo sich die Zeiten gebessert haben. gegen ihre Angestellten ZUM liberaler sein. .Es möge schied§gerichtiich festgestellt werden, (' schreibt fie, „ob die Dockgeselischaiten 1ich wirklich jeyt so schlkchk sieben, daß den Löhnen nicht noch eine Kleinigkeit_ zugelegt MM.n kann, und ob das Uiiternebmersystem so unzertrennlich von der Arbeit in den Docks ist, da!: es nichtdurcb cinbefferes ersetzt werderidurfte. “t Die „Daily Newö', welche gleichfalls auf ein Schiengericht dringt, bezer ihre Achtung vor der im Hyde Park abgehaltenen Volköversammluxii Und dem Eintreten aller Hafenarbeiter für ihre gedrückien (Heroisch „Einem solchen Scioritie sollte man in einem Lande, Welches_10„_v" auf sein (Ebrist'entbum hält. nicht mit einem bloßen svytkliÖÉ" Läibrln begegnen. Mittlerweile sind die Wirkungen des Strikes, W gut sic auch schiieszlicv sein mögen, beklagcnswerth.“ Aehnlich-außk'" sich die übrigen Blätter. .

Jm „W. T. B.“ sind iiber den Verlauf des Strikes

folgende neueren Nachrichten eingegangen: . Die Vertreter der strikenden Dockarbeitrr batten kenia kl";

Konferrnz Mit den Mitgliedern des Direktioiisratbes der London?

und „East India“-Drchs. Der DirektionSrath lehnte

Forderungen der Strikenden betreffs einer Lobnerh' un bis auf 6 Pence für die Stunde mit einem Minimalloénb vor?

ZäétlexadnlIs für den Tag und Abschaffung des Systems der Arbeits-

_ In Clonakilty endete gestern die eri tli e Verhrrndlun'g _gegen die irischen Abgeoanetén Willrarrr O Brien und J. Gilhooly na mehrtägiger Dauer mrt einem Schuldigspruch. O'Brien und Gilbooly waren auf Grund des Zwangßgeseßes angeklagt, die Pächter des Grundbestßers Smith Barry zur Verweigerung der VachtzmSzahlung aufgewregelt zu haben. O'Brien wurde zu 2 Monaten iind Gilhooly zu 6 Wochen Gefäiigniß ohne harte Arbeit verurtheilt. Nach Verbüßung ihrer Haft werden'O Brien und Gilhooly Bürgschaft für ihr antes Verh'altet) wahrend der nächsten 12 Monate zu steÜen haben, wrdrrgenmlls sie 3 bezw. „2 Monate länger im Gefängnis; zuzubringen haben. O'Brien lehnte es ab, die Berufung gegen das Strafurtheil einzulegen und wurde nach dem Ge: fKYLanLsi-zsteärrthorfk fabgesüZrtß ?Hilhcöoly wurde gegen

' _g an reien “u e e t, a er e en das Ur: theil zu appelliren beabsichtigt. g S g 9

Frankreich. Paris, 27. August. (Köln. t . Der Reith der Ehreniegion hat in seiner gestrigen (Yißguxrg ent- schieden, daß gemaß dem Dekret von 1852 Boulanger und Dilloii aller Rechte und Ehren ihres Grades entkleidet sind.

Die lioulangistifcheii Vläiter veröffentlichen ein Manifest Boulanger's an die Wähler des Seine:Depar- temeiits. Der General legt ihUSU die Kandidatenliste fiir die nachsten Wghlfen vor, verlangt die VerfaffUiigHre-vision durch eine konsirturreride Versammlung, welche aus dem alT- gemeinen Stimmrecht hervorzugehen habe, und die Ab_schaffung des Seiigts, der durch seine Unehren- haitigkert gebrandmcxrkt 1ei. Die zu erwählende Kammer werde ryeder eiiie geiehgebeiide Versammlung sein,. noch eine koriitituirencde, ihr einziges Mandat bestehe darin, der Wiakiir- herrschait .:.roZ zi_1_ bieten. Die vorgeschlagenen Kandidaten smd (1118 Boulangijteti, mit NuHiiahme des für den 8. Kreis, welcher Bonxrpgrtist ist. Unter den Bewerbern sind Naquet, alle boriiangijtiichen Abgeordneten und Journalisten, Rochefort, Merrnerx vrmder „Cocarde“, Lucien Nicot von der „France“, Manard, Irhche u. a., ferner mehrere der wegen Betheiligunri 21,00Uiq1181111sch6n Umirrehen _entiaffeiien Beamten, General «hibaudnr 2c. Boulanger selbit tritt im 2. Wahlkreise Mont- martre aur.

_ 28. August. (W. T. B.) Eine im (Zirkus, Fernando abgehaltene, von etwa 5000 Personen besuchte Versamm- liiirg, in welcher Laguerre alS Ankläger gegen die Re- gieruiig auftrat _und in laiiger Rede fich iiber das Uriherl , der. obersten SiaangerichtshofeeZ aussprach, be: schloß eme- ngesordnung zu Gunsten Boulaiiger's. An den Emgangen „zum Saale drängte sick) eine lärmeirde Menge und warf_ mit Steinen nach den Polizeibeamten. Die Sxadtgarde zu Pserde war genöthigt einzuschreiten und nahm zahlreiche Verhaftungen vor.

_, Italien. Rom, 28. Angriff. (W. T. B.) Wie mehrere Vlgtter melden. hat der verhaftete Arbeiter Frattini ein- ge11t_anden, die Vonrbe auf dem Colonna:PlaY ge- worxen zu haben. ' Zwei der M_it1chu[d dringend verdächtige Perionen smd gleichfalls verhaitet worden.

" Türkei. Nach Berichten des „W. T. B.“ aus Kreta Uher Athen, vom 27. August, sokl die Pforte den Abbruch der_Unierhandlungen' zwischen der Kommission der Auiitandischen und Schakir Pascha angeordnet haben.

_Rumärxien. Bukarest, 27. August. (W. T. B.) An: laßlich des Geburtstages des Throiifolgers begab sich heute der Kommandant des 3. Linien:Negiments, in wel_chem der Thronfolger dient, an der Spiße iiimmtiicher Omziere des Regiments iiach Sinaia, um dem König und dem Thronfolger Glückwünsche zii Überbringer]. Bei (dem Diner brachte der König den Toast auf das Wohl des .rhronfolgers axis. _'Der „Monitorul“ veröffentlicht rin Geieß, betreffend die Errichtung einer höheren Kriegs- 1chule zur Heranbildung von GeneralstabsOffizieren.

ck Danemark. Kopenhagen, 27. August. (W. T. B.) .der Kronprinz Constantin von Griechenland ist heute Abend 7 Uhr 40 Minuten hier eingetroffen und hat nach kurzem Aufenthalt die Weiterreise nach FredenSborg angetreten.

_ 28. August. (W. T. B.) Der Könixi wird morgen der „Derjharvaj“, rnit welcher die russische Kaiser- familre hier eintrifft, entgegenfahren.

_Afien. Afghanistan. Der Aufstand- in Badak'shan iir, 461116111 Telegramm der „Times“ aus Kalkutta vom 25. d. M. zuxocize, vollig „unterdrückt. Der Emir hält die Provinz mit () 'Jnfanierre': und 2 Kavallerie-Reaimentern sowie einer VatierreArtrllerre beseßt. Tie Mirs find geflohen und die Automat des Emrrs wird überall wieder anerkannt.

Zeitungsftiunnen.

Die Vortheile der Jnvaliditäts- “und Alteréverficherung Ferden' von der „Landes = Zeitung für Elsaß- othrrngen“ m folgendem Artikel beleuchtet:

J .Utitzr_deii verschiedenen erläuternden Schriften, welche über das nvalrditats- und Altersverfichetungsaescs bereits erschienen sind

Zink den Zweck verfolgen, den V.!Liiiionen durch dieses Eesey rer- xcherter Personen, das Verständniß desselben zu crieicbtern, iir auch i'm von den_Rctckostags-Abgcordnetcn Gebhard urid Geibel heraus- LULbZner „Fahrer durch das Jnvalxditäis- und Alteröversicberungo- Zéséy beworzubeben' Das 172 Seiten umfaiscnre Buch bezweckt b;?teniltcb, durcb eme g_emeinver]tändliche Darstellung des In- W'lkz des Geseßes auf die writestcn Volkskreise belehrend- einzu- dtrerr. Ju eine“n,Sch[ußabsc_bmtt wird der Lebenögang eines Zl:_t_ichen_Arbeiters_gesrb;_ildert, wie er sich, auch unter wenig

Zlkkfitxgen außeren Vrrbaltmn:n, durch die Wirkungen des Geseßes

1UUAUI„ gesialtep wird. Friedrich Adalbert Schilke tritt am -achVrtl1891 rn Braimstbweig bei einem Schlosser in die Lehre.

rar brendrgßr Lehrzeit wandert_er in Deutschland herum, wird dann“ zlettweilig'arbntsws, er geyugt seiner Militärrflicbt uud ;“:th eipn ?KskMasMnanloffer auf einem Schiff nach Ost Asien. Nach ieerst yckkebr verberrathet er sich mit einem ebenfalis versicherten

selb'T'madchenK welches mr_n von dem Rechte Gebrauch marki, die öriiZLtzablten Beitrage zurizckiufordcrn. Dies erweist fich jedoch als

d(iber l).,dkenn dre Frau Wird nach einiger Zeit inValid und würde ns r ei urzcr FortseYung der Versicherung aus eigenen Beiträgrn

inzwpsxzch auf eine erbrlicbe Rente gehabt Haben. Säxuize bzt sick) as s1lck§n ais seibstandtger Schloffermeister niedergelassen und setzt fM oEer die bis“ dahtri fur tbtr obligateriiÖc Versicherung freiwiilig RM-t r wirdzeitweilig JyValide imd erhält eine vorübergehende ?, Welche auf Grund seiner 21 Qiiitiungskarten mit 196516 88 «5

jährlich berechnet wird. Später ist er wieder arbeits"ä i at ' do arri 1. Juli 1925 das Unglück, überfahren zu werdxné3 g“Ehr kloemmc? mit dem Leben davyn, _ wird aber dauernd Invalide und beansprucht nun seine Rente; die rx1_ den verschiedenen Instanzen verschieden be- ureffen uiid endlich auf jahrlich 222 „M 92 „z festgeseßt wird, die er bis, zu 1einem „gur 20. Juli 1940 erfolgenden Tore bezieht. Ein kleiner Errrerh ist ihm dabei als Nebenverdienst eblieben. Weiter erfahren „wir ,uber Schulze aus dem Buch noch Fo gendes:

._Wie Wichtig die Rente für ihn und die Seinigen nach Lage der Verhaltnisie war, wieviel größer das Unaemack) der Familie Schulze Jeweien ware, wenxi thm'dxes'elbe gefehlt hätte, wieviel weniger er im Stande geweserr mare, miiieiner stechen Frau, welche durch Mäharbeiten mzr wenig verdienen konnte, zu leben, ohne darben zu wüffen, und WteVrel 1chwerer er es gehabt hätte, seine beiden Söhne so Writ zu bringen, daß sie icht als Handwerker ihr Brot selbst zu verdienen im Siernde find,_da§ bedarfkcirer weiterciiAusfübrmig. Seine Frau starb 1935. Der aitesie Sohn hatte fich, 26 Jahre alt. eben selbständig (Zemaäpt ,und verheirathct. Vai ibm verbrachte Schulte die [eiiien fünf «Fibre seines 8612116, 05112 das drückendeéxxiefühl hahenzu müfféu, seinen Kindern zur Last zu leben uiid ihnen die Gründung des eigr'nen Haus- T'Zaßndes und die Erlgangun'g eigenen, beicbeidenen Wohlstandes dnrch die (iirdeder Sorxxe fiir einm erwerbsunfähigrn und vielfacher Pflege bedqritigen Vater zu ersérxwerrn. Er seibii halte ;,rvar nicht das erreicht, was er im BefitZe guter gewerblicher Kenntniss und befreit vom besten Wilien erreichen zu können gehofft hatte; aber rr war doch trotz der_erlrtirnrn schweren Schicksai§schläge hewzhrt geblirbsii p_or der außerjien Noth. Bewabrt batte ihn aber davor die geseg- liche Tnvalrdrtats- iind Altersverficberimg! Der Segen derse-[reii Fuste iich zii der_Zeit,_ ren der wir schreiben, jährliki) cin Hunörrt- tauixiiden von Fallen tiZi Deutschrn Reicizc; er war für jeden klar, der, 1eiii Auge nickt_ abiich1lich der Wahrnehmang der wrhlikärigeii Wirkungen des Geicßes, betrrffend die Invaliditäts- und Alters- xerficherun-g' vom 22. Juni 1889, verschließen troiite. Leiria ioiÖrr Urt ieUrn 1a wohl ein halbes Jahrhuziert früher und 17001) U51“ Miktélkxin' ver drm Inkrafttreten des Gefetzes vorgekommen sein _ Znser Zyriedrick) Adalbert S_cké-uize eriixnertr sicb noch in seinen späten „ebens-agen, _ daß er in '.einer Jugend abiäilise Urtheile iiber da?;ieibe geh9r1_ urid oft_ Vernommen harre, das; folche besonders in Zeiturzcn harifrg_ zu [eien geweirn krären _, aber jeßt. zu der Zrit, "LJ der irrt rrzahlerr. der Zeit des Todes von Friedrich Adaihrrt S,..ixxize, kann man 11ch kaum vorstellen, daß 43-3 je soir“? Lenke ..ic- gercri Habe.“ __ '

_ Die YSijULk des Buches greifen damit der Aiificbi dr! Nach- treit un150 Jahre rer. Wir meinen, da!"; es eirer i:) langen Frist xaum bedursrn _rvrrd, Um die Unentvrbriickxkeit soivehl wie den Segen jenes Geiehe§_“cedriina_nii hinlänglich klar und deutlich gema-Fyt zu haben. Ehrmo wre ];rrxi heute nach fünf Jahren Niemand dax“; quniexireriicherungsgeirß enibekren möchte, so wird auch die In- raltdriais- imd Aiterrverficherimg in [5719112118 zehn Jahren 916 ein hohes Grit unserer arbeitenden Volksklasien und damii der ganzen Nation aÜ-Zrmem erkannt und gesckyätzt werder.“

, Die sozialdemokratiiche" Volksiribiine“ brachte jiingst eineg Artikel, iii welchem 118 einen zur „Erkenntniß“ seiner chrnenlage_„erwachteix Arbeiter“ sich iiber Strikes folgender: maßen ausiprechen läßt:

. .WOUT ihr (die Unternehmer) nicht gutwiÜig mir mein ReÖi, 11181116 berechngten Aniprüche gewähren, so muß ich jeden mir gaser;- lrch erlau'btxn Zirxiig 0111136110611.“ Mix kurzen Worten, iI.) muß dre ArHert erii'TCULt], 1ch mur; itrrken. Unterlicge ick) dahii. was sehr 1erchi mogiich iir ..... ,. ., 10 muß ieh wieder und immer wieder 1trikeri. Liicht, weil ich glaube, in den fortgeiehi wieder- holten _ Strikes, each auf einmal zu besiesen, nein, ich furchte, , ich werde in jedem felßenden Strike auch wieder unterlisJeii. __Abrr ich Werde durcb dieies fortgeseßtk BLUN- ruhigen eures (HeiÖaitsbetriebr-s, durch das wiederiolie Unterbrechen eurer Berecknggen. durch die empfindlichen Verluste, die ich euch da- Zurcb brrerte, _euch iy schcidigen, dax; ibr es vorzieht, mir meine gute

orderurig auf auek01iimlrchen Unterhalt und auf daß Mehr an Be- aglichkett des Lebens, auf das ich auck) Anspruch mache, za gewähren, um die Beanruhigung [es zu werden.“ *

Hierzu bemerkt die „Deutsche volkswirthschaftliche

Correspoxidenz“:

. „Nach ]ozialdemokratischer Auffaffung beiwrcken also Strikes keineswegs eine direkte Verbesserung der wirtbichaftliHen Lage der Strikenden durcb Erzwingung günstigerer Lohnbedingungen. Man weis; vielmehr, das; man niZT _mir in dem ersten, sondern wahrscheinlich auch .in ]thU folgenden Strike aiich wieder Unterliegen wird.“ Troydem M11ß"„ker zur Erkenntmß erwachte Arbeiter“ _ so sagt die „Volks- trihune' _ „irieder und imrnex_rrieder strikeri', weil es aaf das fort- gr1eyte Veunruhrgen des Geichastsbetriebes drr Unternehmer, auf die ivirdei_bolte Unterbrechung 1einerBerechnungen, auf die ,emvfindlickyen Yrrlyuite', welche den Unternehmern dadurch bereitet werdcn _ der Sozialdemokratie ankommt.

' . Klarer kann es nicht gut_ aquesYrochen rrerden, wie in den oben

citirien Sahm _geikchehenxdah dre iozialdemokratisckye Absicht beim 5Strike nicht ÜUf'elkie Y_eiirrung. d. h. eine wirkliche und erreichbare Befferung_der wirthicbqiiiickyrn LWL dcs Arbeiters gerichtet ist. son- dern 9u91ch11xß_lt_ch_ qui cmdfii'dlickxe, den Unternebmrrn zuzufügende Verluste, „Diems 1pricht fich aucb darin aus, wenn im Weiteren auI- gesuhrt wird, diZs rom Arbeiter reim Strike durch den selbstversäxui- deten Lohnverliiit übernemmriie Opfer sei für ihn von sehr unterge- ordneter Bedeutung,; der Arbeiter habe während der Strikezeit „eben _aucb Friebt', ob Mit oder ohne Unterstützung: es sei i5m dabci nicht 1ch18ch1ex gecxangcn, als ob er eben so lange weren Arbeitsmangel b'eickxasttgungélos „war, er habe in den mristen Fällen nur den doch eintretenden Yrbettömungel „vvrauégenommen', das Bedürfiiiß nach der _Ar'beit set rn der_Regel geblieben, und müsse dann in drr Zeit h_exriedtgt werden. wahrend Welcher forst in der Regel keine BriOäf- tigung war. „Eines ist ,aber“ _ so wird schließlich triumphircrd ausgerufen _ ,unyiderbrmglicb verloren, das sind die Kapitalzinicn der Fahrrkanten wahrend des Strikes!" Da abrr doch die bestehende Wirtbkchqf19- und Gcseüschaftsordnung obneKapiialzins nicht denkbar 111, so richtet“ _fick) also der Strike nacb sozialdemokratischer Absicht direkt gegen dme Ordnuna! „UID a_m Schluß die1e5_ iniereffaiiten Artikels wird erklärt, die Stklktv Wurrcii „nothwendig immer häufiger und immer umfang- reicher werden. 13 mehr die ArbxitersÖast zur Erkenntnis; ihrer Lage erwacht. _Dieje Erkenntniß leigt sick) aber mit aller Gewalt richt mebr auibaltey. Der. Gabritoff itt in die Arbeiterschaft hinein- ge_tragen, er laßt sich nicht mehr entfernen oder tödten.“ _ Niemand Wird es den Vertretern der bestehenden Staats- und Gesellschafts- ordnung ubelxrebmrn können, wenn fie rer hierin ausgesprochenen sonaldemokratiicben Zuherficht zum Trotz jeden möglichen Versuch unternehmen, kiejen „Gabrstoff zu entfernen oder zu tödlen."

Statistik und Volkswirthschaft.

KrankenVersicheruhng der Waldarbeiter.

. Der Wohlthaten des „Frankenversicherungsgeseyes vom 15. Juni 18e:-Z_ werden in Folge der immer mehr Play greifenden statutarifckien Einfuhrung dre Yeriicherungszwanges für die in der Land- und Forst- wirthichast bexcha7tigten Arbeiter auch die Waldarbeiter mehr und rnehr'tbetlbafttg.*_Jn_ dcm Jabra vom 1. April 1888/89 find im Betriebe der Konigiicixen Forstverwaltung des Regierungsbezirks Phinam etwa 9405 Arbriter mit etwa 706 552 Arbeitstagen be- schantgt wwrdkii. Davon find etwa 4212 Arbeiter gegen Krankheit Uckjichkkt gewejen, von welchen im Ganzen 141 Arbeixer erkrankten.

- _Sparkasien. Jn „dcn 52 Sparchiiien des Regreriingrbezirks Frankfiirt [kat fick) die Summe der Einlagen von 102 666 206 «46 am Sablu-Z' 'ccs

JadreH 1887 88 bis auf 114 536252 „kk am SÖLU- des abrcs 1888 89, (1110 in einem Jahre um 11 670 046 M?xehokßen. DiJeZabl"

der Sparer bat fir!) gegen das Verja'r um 16 882 ver e die starkste „Vergiehrung cnlfäiit auf die Einiaqen 51215711; 60 „FH und uber 600 «_ Es erheilt hieraUs, daß ziehen der _Benuizimg der Sparka11en_ Seitens kleiner Kapitalisten iedetifalis die tm'AÜgemergrn gute (Heichäftslage und der gute Ver- dierit der Arberterbehrlkerung eine:: erheblichem Aiirkeil an der Vermehrung der Sparkaiien-Einlasen hat. *

D s b Die BevölkerunJÖBßlgiens.

« ,a __ween crichienen: satistii' e „(ahrbu drs . " ' r' Belgien fur, 1888 enthält, nach der „Köln. Ztg.“,cvu. a. "OJTWeeFF gahenx, Bei einer Einwohneriahl von 5974 743 Waren von der mannltrhen Bevölkerung 60,23 0/0, von der weiblichen 55 28 0/0 deZ Leiené uiid Schreiber»? kundig. und Zwar zeigten , Zier- [_“set dre Prorinzen Lirxemrurg Und Namur den höchsten, Osi- JIUÖILU _dei'. niedrigiten Z'rrzentiaxx. Tie Zahi der rom ;ztexaie bewirkten Geiitiicben hetrur,“ Ohre den hohen Klerus 5472. Das itrhcnde Herr zahlte 46 961 Mann, worunter 200 SieUrerireter (Yienzyiahanié); die aktive Bürger.:arde 42 827 Mann. Der Staat beichczitigte 22 531 Beamte, darunxer 387 Fr::iim. 2 230 316 Bel- ;]th wraären nur franzöfi'ck), 2485 384 nnr vl:":miich iind 69 550 mir deu,.s_ch ;_da-Zexirii sprachen 423 752 (Tirirrrhner frarrzösiick.) Und rlämiscb, 35 250 sxÜUiEUiÖ und deiitick), 2956 vlämisch urid UWS, 13 301 rie drei erwahnten praiiwn. Das Land zähitc 6412 Txrhsiamme. Tie Zahl. der Gewerbrireibenden belief sick) auf 195 057, welche 546 287 Arbeiter und 211603 Arbeiterinnen bcfckiäitigien. 143 229 Würmer und 101018 Frauen trieben Handel.

Kunst und Wissenschaft.

LLk-DQZUVWT „,Natienai“ mit der deuiirheii Erreiitirn ziir Erierickorng der Meere (Plankten-Erreritien), Unter Lei- iU_ng deH theimeri Medizinal-Natkß Professor? Dr. Heriien, i'": wre „W. T B. _mc-idet, gestern NWmiitag in St. Vincent, arif den Kap Verdiichrii Inseln eingxtreffen. An Bord kründet i"ich W128 webi. *

_ Bei den interciianten Airegrabunezen im der Näixe ron Yeiiitadt (111 der Dorian im Doris Cinrng (21107153) erhebt 11671 1le trixtrrhock) daI Gemäuer ch alten Casiriiin, 1.18 etwa ron 1500 Perxonen beiwohrr war. Geßrn 20 «ez» hai man Won bleIZelegi "."? nech gegen 70 sind ausziigrakcn. SÖMUckiQÖLTT, OÖ:]- riiiirtegczemignde,_Waffcnitücke, Mensrhen- rind Perdeikeleite WIC. kowmen maiieiiizait zum Vrrsércin. Aem'zeri't merkwürri; siiid “rie Beketziingssriteme «'Hypokaiiiten) mid Nadrrinrichiiixi-gm. Die "Damen- barer iiiid heidrdsrs hübsch einhericiier, Ui:d ari Schmucksacreii und Teiletixgrgeniizn86n_fixider muri 61:76 Unmenge.

__ Der !!"-7111517112; Turck) seine rgvrrischrn Frrschurigeri Bekannte engliicbe Archaoioge J110d2r5 Petrie wird im nächirm Wahre ngckxdemrr is_me Lirbciieii iii Farraxri i.“; Exwyien rexxirigr 537, für Zi? Geieiiickßikt zur Errorichirng PalästinaS i-„ri hciiiZen .und?" AUI*irabungen beginnen. Miike Srrxrmber wird eine Liusiteliimg der ver. Peirie iii (Fgrdien gemachten Funde in Loxiren iiarxsinden.

Land- und Forsüvirthschaft.

_ __Die CrNieimJahre 1889.

*Yii. der „Eröffnung des internarieriaim Getreide- und Saairn- marktkré iii Wien warde die nachstehende „ziffermäßige Tarsteiiung drr Ernte rm Jaiire 1889 mitgetheilr:

(Die Zahi 100 als Miitcirrnie QUZSUVMMLU)

_ , Weizen Roegen Geriir Hafer Ociterrerch . . . . . 83 86 79 86 Ungarn. . . . . . . . . 72 ': “." 56 Preszen . . . . . , . . 83 83 Sarbien . . . . . . . . 80 100 Bayern, Franken u, SÖrraken 105 110 Bayern, Oder: und Niedrr- . 85 ." * ' 80

., Pfalz iind Wetrerau . 85 *" 100 Baden . . . , . . . . . 80 100 Württim- [ Winterweizen . 103

berg [ Sommerweizen . . -- _

M ecki rnb iii g . . . . . . ' . 60 Dänemark , . . . . . . 60 Norweger. 1411? Schweden . " ; )* 65 “Ttalien . . , . . . . . 60 & chWri5 . . . . . . . . _ - 100 Niederlande . , . . . . ““ 90 Belgien . . . . . . . . - , 80 Frankreich . . . . . . . ?“) _ Großbritannien u. Irland RUsZland:

Podolien .

Bessarabien .

Polen .

Mittxl- . . . . . . . .

Chcrwn u. Jeka- ; Wikiterw.

tcrinrslaw Srmmerw.

Kirrland urid Litkauen

Esihiand . . . Rumänien:

Mridau . . .

kleixie Walxckyei 50

große ! _ Serbien . . . . . . . . i 65 Egyptcn . . . . . . . . 70 _ Indien hatte im rorigen Jahre 7255 000 t Weizen,

. in diesem . 6510000 , , (Ein: iirrmake Dizrchickxniitscrnte wird mit 7 197 000 t anzzenommen.) Am erika [karte im rorigrii Jahre 416 Mill. BUihels Weizen,

iii diciem , 480 , im vorigen , 1988 , M diexcm 2080 , ,

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Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewesen. L t ' M'tth '[ Zürkei' an _einer [ ,eiung eZ Saiiiiäisamis ZU Beirat siiid in Folge Ayitrctens der Cholera in Sabaxra Mairie, Mesoreiamien rind Baira die Proventenzen der? letzteren „Hafens einer zebntägigcn Qua- ranlaiie im Lazareth zu Beirut unterwerfen wrrden.

Handel und Gewerbe.

"Magdeburg, ".*-._„August. (W. T, B.) In der Von den Glaubigerii der Zuckeritrma Schraube heute bier abschaitcnen Versammiuxig wurde der Antrag auf Liquidation angenommen. Die Verkaufe: ron „Juli- und Augusi-Zucker erhalten rie Differegz, die anderer) wwte die Y_urhgläubiger erhalten “25 0/0 Vorweg, der Rcft rrerd an [ammiitcbe Glaubiger pro rata vertheilt. Das Abkommen Ut nur guirig, wenniiri ziim 15. September aÜeGiäubiger beitreten. Ma_ndaiar irir dre Liqmratwn ist JranzLiQT, der bisherige Gläubiger- aukirhuy bleibt Beirath. _ Von den Gläubigrru der Zuckerfirmen Roiixim_ und Baumann & Maquet wurde die Liquidation unter ahnlichen Bedingungen, wie bei der Zuckerfirma Schraube an- grnoYm'cn. )* A st (W T 58) w b , crpxzrg, '.8. us:: . * .“.» „ie wärend der bevor- stehenden Misbaelismesse in den Räumen der Leivziger Börsen- bail: abzuhaitcnde Garnbörse wird am Freitag„ 27. Sepiember ihren Aiifar-„g _nebmen. '

Wien,27,'.'1ug_usi. (W.T B) Internationaler Saaten- m arit. Nack; kkm_l_*sf1516ULn Marktberirrxt m:rrickelte iich das Geschäft in (Y_erire itarkcr, reino Sorten iITsUÖT, fest behauptet, Miiteisorten stgrker angehoten, 10 bis 15 Kr. kiUißcr als Sonnabend. Münchener FWW" kaustcii_4000 Mtr,-C_tr. Brangerste, Österreichisch ungarischer Weizen nur fur den Yrdars im Inland? gekauft: daßegen wurden 40 000 Mtr.-_Cir. rumani1chriiWeizens a'; Rrgeiiibarg für südkeritscbe und schweizcr11che Rechnung transiro gehandelt.