Den bedeutendsten Zuwachs an Eisenbahnen in Norddeutschland erhielten Schlcficn und Ostpreußen, in Welcher ersteren Provinz Bres- lau-Vossowska (16,92 M.) von der Rechten Odernferbahn und DitterEbW-Qlltwaffcr (0,9 M.) 11011 der Schlcfischry Gcbirqsbahn er- 6 nct wurden, während hier von der Osprcußtschcn Südbahn Z) astcnburg-Lyck (10,2 M.) in Betrieb kam. _ In Schleswig ist nur die kurze Strcckc Rothcnkrug-Apcnradc (0,92 M.) dem Verkehr über eben worden.
„11 Süddcuts chl11 nd wurden die 111cistc11Vahnstrechcn von den Badischen Staatsbahnen (11,03 M.) eröffnet, nämlich Eugen- Donaueschingen 4,71 M., McckcöhciupRappcnau 3,77 M. und Hoch- hauscn-Wcrthhei111 2,55 M., dann folgen die Württembergischcn Staatsbahnen mit 7,2 M., nämlich mit Pforzheim-Wildbad 3,1 M., Thalhauscn-Rottwcil 0,9 M, Ulm-Blaubcurcn 2,2 M. und Zuffenhauscn-Dißinacn 1,0 M., sowie die Stuttgart-Bcrgcr Pfcrdc- bahn, während in Bayern nur die Pfälzische Nordbaynstrccke Land- stuhl-Cuscl (3,88 M.), dem Verkehr übergeben wurde.
Eingn bci Wcite111 rößcrcn Zuwachs als das Norddeutsche Und Süddcutstbc hat das Oc tcrrcichische Eiscnbahnneß 1111 vc1flosscnc11 Jahre erhalten, 111011011 der größere Theil auf Cislcithanicn fällt, wo die Kronprinz-Rudolfsbahn mit den neueröffnetcn Strecken St. Valentin - Steyer, St. Michacl-Villaci), und St. Michael-Lcobcn (zusmnmcn 27,311 Ml.) und die Kaiser Franz Josefsbahn mit der Strccke Budnwis-3 ilscn (17 94 Ml.) die ersten Pläßc einnehmen, 1110111111111) dann die trcckcn Échwadowiß-Prcuß. Grenze bet Kö nigshain von der Süd-Norddcutschen Verbindungsbahn (3,5 M.), die Prager Verbindungsdahn dcr Vuschtéhmdcr Etscnbahn (0,465 M.) und die Südbahnftrccke Bruck - Leoben (2,18 M.), 111122111? dic Kronprinz - Rudolfsbahn mit der Südbahn verbindet, an-
1c cn.
In Ungarn und Siebenbürgen wurden die drci wichtigen Bahnen Kcrcßtur-Barcs (9,3 M.) 11011 der Ocstcrrcichischcn Südbahn, Fünfkircbcn-Barcs (8,97 M.), Welche in Verbindung mit der Mohacs- Jünfkircbncr Bahn eine neue wichtige Linie herstellten, sowic Arad- Carlsburg 11011 der 1. Siebenbürger E1scnbabn in Betrieb gesekt. Dic lcytgcnanntc Bahn, 27,76 M. umfassend ist somit die längste Bahn, Welche überhaupt im Jahre 1868 im Éebictc des Vereins Deutscher Eisc11bah11-Vcrwaltungen eröffnet worden ist.
Außerdem Wurden noch in der österreichischen Gcsmnmt-Monarchic (abgesehen von Industricbabncn) Theile der Wiener, Pestbcr und Ofcncr Straßcn-Pfcrdcbahncn eröffnet, ohne daß über dercn Längen uns bis cht etwas Genaueres bekannt geworden wäre.
Als Schlußrcsultak des Jahres 1868 crgicbt stch1 daß im Ganzen 212,178 M. (gcgen 172,42 M. in 1867, 155,04 M. in 1866, 151,72 Meilen in 1865 und 584 M. 111 1864) 1111 Gebiete des Vereins cr- öffnet wardcn, wovon 97,455 M. auf Ocstcrreich, 64,103 M. auf Norddc11tschlm1d, 22,11 M. auf Süddeutschland und 28,51 M.ci11- schlicßlich Ans-Flcnmlle auf die niederländischen Eisenbahnen faklcn.
Der Weinbau an dcr Mosel und Saar.
Der im Auftrage der Königlichen Regierung zu Trick vom Rc- gicrungs-Rathc Otto Bcck untcr Bcnußung a111tlichcr Quellen heraus- gcgebc11cnSchrift ;Dcr Wcßnbau an der Mosel undSaar« entnehmen nur die nachfolgenden gcsch1chtlichc11 und ftatistischcn Notizen:
Die Einführung des Wcinbaucs an der Mosel wird gewöhnlich dem Kaiser Probus zugeschricbcn, dcr von 276 bis 282 regierte; ohne Zweifcl bestand derselbe jedoch schon zur Römerzeit, denn Eutrop und Vopiscus erzählen ausdrücklich, der Kaiser Probus habe in ganz Gaüicn und Pannonien den Weinbau fortzusetzen erlaubt, aber in Syrmicn und Obcr-Möficn durch seine Soldaten Wein- berge neu angelegt und se dann den Bewohnern der Provinz zum Bauen Überlaffcn. Diese unbedingte Exlaubniß, den Weinbau fort- zuführen, bezog fich auf das Edikt des Kaisers Domitian 110111 Jahre 92 11. Chr., daß in Italien Niemand neue Weinberge anlegen dürfe und daß in den Provinzey dic Weinstöcke mindestens zur Hälfte aus- gcrottct werdcn sollten. Er war nämlich der Anfieht, daß Wegen des u111f1111greichc11 Wcinbaucs der Ackerbau vernachläsfigt würde,“ doch soll er, wie Sueton erzählt, auf die Aquül)rung dieses Ediktes nicht be- standen haben. _
Gegenwärtig find es 1500 Jahre, daß Dccimus Magnus Ausonius aus BordcauF, dcr Erzieher dcs Kaiser Gratian untcr Valentinian1„ in einer Moscia eine naturgetreue, heute noch zutreffende Beschreibung dicses Jluffcs lieferte und die schon damals rebenbcpflanzten Hügel cineZ'der schönsten Ströme unseres Vaterländischen Bodens besang. n e1ne1115 I »Strom, dcß Rebcnhügcl bepflanzt mit duftendcm Bacchusa
(81111118 060rik€r0 _jUZÜ 1'1168 00115116 81100110) bezeichnet cr wohl nicht bloß den Bli'tthcduft der Rebe, Welcher mit seinem, dcr Rcseda ähnlichcn Geruch das ganze Flußtbal erfüllt, son- dern auch die an der Mosel von jeher vorzugsweise gebaute Rebsorte, den Trägcr dcr edelsten Rhein- und Moselwcinv, dcn bouquetreichcn RieSiing, welcher von hier aus (aus dem Tricrischcn und Cölnischcn) 111 das Rheingau, und namentlich im Jahre 1074 in den Rüdesheimer Berg verpflanzt worden ist.
Man sieht hieraus, daß der Weinbau cin uralter Kulturzweig der Moselgegcnd ist. Er hat 18 Jahrhunderte hindurch alle Vcrändc- rungen des Klimas, jcdcn Wechsel der Witterung ertragen, alle Um- gestaltungen des Lebens, alle Störungen der Handelsbczichungcn glück- 11ch Überstanden.
Das eigentliche Weinland beginnt an der Mosel erst unterhalb Trier bei Trittenhcim, PieEport und Ncumagcn auf den der Morgen-
und Mittagssonne ausgeseßtcn, vor den 111116111 Winden geschützten ,L ' 1865er Weine von (111111 vorzüglicher Qualität.
Bergabhängcn dcs Zchicfcrgebictck, 1110 (wie der Mosclancr sagt) die Rébe dkn ganzkn Tag lang 11011 der Morgensonne beschicncn wird.
Außerdem produzirt man noch Wein von geringer Qualität Und Quantität bei der Stadt Wittlich, sowje in den Kreisen Merzig, Saarlouis, Saarbrücken und St. Wendel. Von diesen Weinen (| der rothe von Blittcrsdorf (Kreis Saarbrücken) und der bei La11gwciler und am (Hlane, bci Offenbach und Niederalben (imKrcise St.Wendel) wachsende am meisten gcschäßt und gesucht. Er gedeiht aber nur selten und immernnr ingcringcrOuantität. Zu den bcstenLagcn ander Mosc[ und den Nebenthälcrn derselben rcchnctma11: 1) im Stadtkreise Trier: den Thiergärtncr, Avclsvachcr, Olcwig-Neubcrgcr; 2) im Land: kreise Trier: dcn Oberennnlcr (besonders den unlcr, Agritiusberger), Krcttnachcr, Nicdcrnmnnigcr (Euchariusbcrgcr), Könener rother); im R11111crthc.le: dcn Grünhäuscr, Kaselcr, Eitclsbachcr; im » falzcl: dcn Augenscheincr; 3) im Kreise Wittlich: dcn Piesportcr- Uerziger, Kien- l)ei111cr und Kröver; 4) i111Krcisc Bernkastel: dcn Oligsbcrgcr und Neuberger, Brauncnbcrgcr, dcn Doktor bci Bernkastel, dcn Josephs. Höflctr bci Graach, dcn Wchlcncr, Erdcncr, Ihroncrhosberger und e mgcr.
2111 der Saar und den Ncbcnthälcrn derselben im Kreise Saar. burg gehören: der Wiltingcr (besonders der Scharzhofbergcr), dcr Ockfencr (besonders der Bockstcincr, dcr Schodcncr (besonders dcr (Heisvcrgcr), dcr Aylcr, 1141113111111", «Jaworncr (besonders der chrcn- berger) zu den besseren Lagen. .
Die an der Mosel und Saar Üblichen Rebsorten find Rics- ling und Kleinberg; andere kommen nur a1tst1ah111swcise vor. Erstcre geben in guten Jahren den kräftigsten und bouquctrcicbsien Wein. Die Traube dcs Vlieslings erlangt aber nur in günstigen Jahren ihre volle Reife und bleibt dercn Wem bei Weniger gutem Verlaufe der Jahreszeit hart. Dic Rieslingsrcbc ist jedoch viel weniger dcm Erfricren ausgescßt, als der Kleinbergcr; außerdem ist ste in dcr Blütl)c bci 1111gi'111ftigc111 Wetter ausdauernder, wodurch fich in einem Durchschnitt von zehn Jahren das anscheinend crzieltc (11- ringcrcOnantmn außzuglcichcn pflegt. Die schon vielfach angcftelltén Versuche mit Weichen Traubensortcn, als: Rouland, Traminer,- Oest- reicher und Burgunder wurdcn größtcntheils wieder aufgegeben, 111111 der Wein diescr Traubensortcn von dem Charakter der Saar- und Moscljvcine 311 schr ab111cicht und deLhalb zu wenig Beifall findet. Auch ist das Holz dicser Rebsorten so weich, daß es bei cini ermaßcn strengem Winter dcm Erfricren zu sehr ausgescßt ist. An cr Saar 111111" der R1esling von jeher vorherrschend, während 1111 der Mosel in früherer Zeit der chinbcrgcr am häufigsten vorkam. Seitdem man aber dem Weinbau größere Sorgfalt widmet, hat man auch an der Mosel dcm Rieslingsbau ein weiteres Feld eingeräumt, so daß der Kleinbergbazt mehr und mehr auf die schlechten Lagen beschränkt wird,
Die E1gcnthü1nlichfcitcn des Moscl- und Saachincs find im Wesentlichen dieselben, wie die des Rheinwcincs,“ während fich aber 1111 leßtcrcn vorzüglich durch Schwere und Süße auszeichnen, stchem dcm Mosclwcive die feine Blume, dcm Saar1vei11c dcr duf- tende Wohlgcschmack de_s RicSlings zur Seite. Die Moscl- und Saar- wcinc bilden Spezialitäten unter den Weinen, dic fich cincr Von Jahr zu Jahr wachsenden Zahl von Konsumenten erfreuen. Zur Aufrecht- haltung des guten Rufes diescr Weine haben die Weingütcr-Befißendcn, die öffentlichen„Anstalten, Korporationen und die größeren GutSbe- fißer vornehmltch beigetragen. Durch sorgfältige Behandlung der Weinberge und der erzielten Weine haben sie stel) das allgemeine Zu- trauen Yer Käufer crjvorben und in Folge dessen Preise erzielt, die man fruher nicht gekannt. Auch die kleineren Winzer haben ange- fangen, ihre Weingärten besser zu bauen und zu unterhalten; fie smd di? lebeiter der größeren Wcinproduzeutcn und haben von dicsen gc ern .
Nach den neuesten Grundftcucrfcsseßungcn enthielt dcr Regierungs- bezirk Trier 158 W9111bau treibende Gemeinden,“ der Gcsammt-Jläcbcn- inhalt aller Weingärten belief fich auf 14,941,11 Morgen mit einem Rcinertrage von 64,997,18 Thaxern odcr durchschnittltch 131 Silßcr- grosche11_pro Morgen. Das mctsie Weinland, 5481,01 Morgen, hatte der Krc1s Berx1kast11, es folgen dann die Kreise Trier (Land) mit“ 4167,42, thtltch 1111t 2169,56, Saarburg mit 1928,19, Trier (Stadt) mit 466,55, Saarlouis mit 310,41, St. Wendel mit 165,92, Merzig mit 128,84, Saarbrücken mit 108,19 und Bitburg mit 15,02 Morgen. Dic_ durchscknittlichcn Rcinerträge dcr Weingärten in den einzelnen Kretscn find pro Morgen folgendernmßcn cschäßt: Trier (Stadt) 182 Sgr., Bcrnkastxl 153, Saarbrücken 132, rier (Land) 130, Saar- burg 119, Saarloms 91, Wittlich 89, Merzig 77, St. Wendel 55, Bit- burg 24 Sgr. Dcr Hurcbschnittliche Weingewinn pro Morgen ist an der Saar 311 s1ebcn, 11n Stadt- und Landkreise Trier zu neun und in dcp Kretsen Bernkastel und Wittlich zu zehn und einem halben Enne'r angenommen. Im Durchschnitt beträgt der quantitative Er- trag emcs guten Mittelhcrbftes von einem Morgen Weinberg, dcsscn sämmtliche Rebstöcke in voller Tragbarkeit smd, etwas über 9“; Eimer. Aber abgesehen von den häufig nöthigen neuen Anlagen, welche erst n'ach-"Verxauf yon vier Jahren tragfähig werden, müssen durchschnitt- ltch ]ahrltch 1111ndestc11s 5 Prozent der vorhandenen Rebstöcke erneuert werden und lassen crft wieder nach 4 Jahren Früchte erwarten. So liegt bcßändig über 1/20 der Weinbergsflächc crtraglos,
Was die ErntcerträJc der beiden lcßtcn Dczcnnicn betrifft, so [)(]t der Weinbau während er Jahre 1847 bis 1856 inkl. ungünstige Rc- sultatc ergeben, so daß die Mosclancr übermäßig verschuldet waren und damals 111 1n1111chc11Oxtschaftcn der größte Theil der Eigcnihümcr wechselte. Dic Subhaftaßoncu waren zahlreich und viele Winzqr 1va11dcrtc11__aus. Allgcmcmc Muthlofikcit nnd Nicdcrgcschlagc11hctt herrschtc, bzs 1111t hem Jahre 1857 der Wendepunkt zum Besseren cin- trat und sc1'tdc1111111x A1'1s1“1al)111c des Jahres 1860 lauter gute,1vcnn auch (_111ßer1865111 (111111111tattvc1'5Hi11sicht 11111111 Mittelhcrbstc erreichende Wein- ]alzre (111fc111a11dcr gefolgt 11110. Dabci 111111111 dic 185711“, 1862er Md , Ein Theil der 18570 Wemc Wurdc bald nach dc111Abstichc zu schrhohcn Preisen (das Index“
0 ber er 11 12-1300 Thlr., Oli sbcr er zu 14-1500 Thlr., FOWZZUYWJ unk? Piesportcr zu 900-1200 hlr.) verkauft. Diese Preise find aber nur als ausnahmswetse u betrachten. Nach einxr Durchschnjttsbcrechnung smd von dxn he en Wcmen der verschu- denen Flußgebietc nach dem ersten Ybst1chc m denIahren1857-1860 pro Fuder von 871 Quart oder 14ZE1n1er exzielt worden: 1n den_Kre1sen LBernkaftel und Wittlich 141 Thlr. 20 Sgr., 1111 S_tadt- und Landkrnse Trier 130 Thlr. 25Sgr. und im Kreise Saaxburg 180 Thlr.; danach stellt sich der Gcsmumt-Rohertrag der Wemberge erster Klasse pro Morgen für die Kreise: Bernkastel und W1ttl1ch auf 97 Thlr. 23 Sgr. ,' Trier (Stadt und Land) auf 77 Thlr. 9,Sgr. un„d Saarburg auf 82 Thlr. 5 Sgr. 9 Pf. Bringt man h1ervon d1_e Kulturkosien, Hte "tm Einzelnen, besonders durch die Verschiedenheit der Zahl der„We1nstocke, welche auf einen Morgen gepflanzt worden, sehr von cmandcr ab- weichen, in Abzug, so berechnet fich,der RetnertraYZpro Morgen 111 den Krcisen: Bernkastel und Wittl1ch auf 27 Thlr. S r. 2 Pf., Trier (Stadt und Land) auf 19 Thlr. 29 Sgr. 6 Pf. und «aarburg
“ 28 111.3 SW. ] Pf. . ans U111TZchlicßlich3 noch den Anthcil, welchen der Wcmbau an der
Mosel und Saar an der gesammten Weinprxduktion des preußischen Staats hat, näher zu bezeichnen, bleibt anzufuhrcn, daß nach den 2111- gaben der Mitglieder der pariser Industmeausstcllung 19011 1867 dre durchschnittliche jährliche Wcinproduftion Preußens einschlteßltch der neu erworbenen Landesthcile 462,922 Eimer betragen hat." ngon treffen auf Moselwein (Laurentiusbcrgcr, Brauncnbergcr, Grunhauser, Trarbacher, Zeltinger 2c.) 178,462 Eimer odcr 40,35 pCt., auf Saar- wci11(Scharzhofbergcr, Wiltingcr xc.) 20,000 Eimer oder 4,50 pCt. Dcr Weinbau beider Flüsse hat 11110 44,85 pCt. oder. fast die Hälfte des gesammten Weingewmnes Preußens Zeltcfext. Die übrigen Weingegendcn hatten dagegen folgende . nthctle an der Gcsammtproduktion: Weine des engen .Rhetnthalers (Aßmannshäuscr, St. Goarshäuscr, Kreuzberger, Lmzcr, Ober- weselcr, Griesbcrgcr 2c.) 77,000 Eimer oder 15,25 pCt., Rahe- Wein 60,000 Eim. oder 12,75 pCt., Rheingachin (Rüdeshemwr, (Heisenheimcr, Johannisbcrgcr, „Hochheimer, Markobrunner, Erbgcher, Rauhcnthalcr, Hattenhcüner 2c.) 55,500 Cim. oder 12,00 pCt., Meyer- schlefischer (Grünebergcr, Gubener, Bomster, Posenscber) 28,000 Etm. oder. 6,25 pCt., Ahrwein 20,000 Eim. oder 4,50 pCt., Nauznburgcr (Freiburger, Landwcin von der Saale und Unstrut) 10,735 (531111. oder 2,33 pCt., Lahnwcin 6000 Eim. oder 1,25 PCt., Frankentvcm 3224 Eim. oder 0,70 pCt. und Havclwcin (von Potsdam und Branden-
burg) 500 Eim. oder 0,12 pCt.
Adolf Menzel als Darsteller preußischen Fürsten- und Kricgcrlebens. (S. die Bes. Beilage zu Nr. 304 d. Bl. 0. J. 1868.) 117.
Nach dieser Unterbreckyung kehren wir zur Betrachtung der Oelgemäldc zurück, in welchen der Künstler, einzelne Thatcn oder Scenen aus dem Leben prcuß1scher_ Fürsten, und unter diesen wieder vorzugsweise König Frtedr1chs11., zum Gegen- stande durchgeführter und abgeschlossener Darsteklungen gemacht hat. Es war auf der berliner Kunstausstell1111g des Jahr_es 1850, als das erste dieser seiner Hauptwerke ersch1e11:,»Fr1edr1ch der Große bci Tafel im Kreise seiner Freunde u11dT1schgenoffen auf Sanssouci 1750a. Dasselbe erregte großes Aufsehen., Das Lokal ist der Speisesaal zu Sanssouci. Durch d1e geöffnete Glasthür steht man auf die Terrasse. 'An der gedexktqn runden Tafel (“113611 die begünstigten T11chge110ffe11 KÖmg Friedrichs um diesen, den geistigen Veherxscher 11110 M1ttelpunkt ihres Kreises, gruppirt. Der Kö111g, dem, Beschaucx gegenüber, wendet sich lächelnd zu Voltmre, der, „sem Wort'nnt ciner Handbewegung begleitend, ersichtltch cm ge1ftrx1ches Vonmot oder eine wißige treffende Bemerkupg 311111 Kömge hinüberschickt, deren Wirkung fich in dez1 M1enen_ und 13cm Verhalten der 11011 cn Tischgäste ausdrgckt. Zw1schen 1hm und Friedrich 11. Zyt General von St111e; vor. Voltatre, nach dem Vordergrund zu Keith Lord Mgrtshal, gle1chsam aus dem Bilde heraus zu einem nur vom Rücken sichtbaxchafel- genossen gewendet. Ganz zunächst dem Veschauer, dteffetts des Tafelrundes, Marquis d'Argens, zu dem'lacheyden de la Met- tric sprechend,“ zunächst dem Leßtexennefer 1111 V1lde Graf Rothenburg, dann, etwas vorgene1gt, 11111 kenxiWorhVol- taire's zu verlieren, Graf 211111110111, 11,11d hmter dtesem, wieder dem König zu seiner rechten Se1te , Feldmarschall Keith. Einige aufwartende Lakaien und Kannnqrhusqren sind 1111Hinter§rund dcs Saales fichthar, der fast 111 se,1ncr ganzen Höhe bi zum Anfang des kre1§rundcn Plafonds uber den Säulen mit den von dort niederhängenkZM Kronle'ychxern dargestellt ist. Das Bild ist bekanntlich für die sta11d1sche Galerie des Kunstvereins erworben. „ ,
Es folgte auf dasselbe, gleichsc1111 als Exaqnzung d'or darm persuchtcnSchilderung des Geisteslebens an Kömg Fx1cdr1chsH0fc, Mes zweite, das den König in dcra11dcrc11R1cht1mg scmcs fr1cdlichcn Thuns zeigt, in welchem der Feldherr 11110 Regent Von den großen ernsten Arbeiten solchen Bcrufs «1116311111601 Uebte: Friedrich 11. als K1'111stlcr,als «1081111111011 Mastkcr, Dtcs Bild »Hofkonzcrt zu ““S-111161111101 17504 111501111110, 1111111111 11011111-
det auf der Ausstellung von 1852. Das auf demselben dargestellte Konzert war wä rend der Anwesenheit der Kön1glichen Schwester, der Mar gräfin von Bayreuth, am Hofe veranstal- tet. Sze siyt auf dem Divan 1111 der hinteren Spiegelwand des glanzend von Kerzen und Kronleuchtern erhellten Musik- saals, ganz versunken in das uhörencines Konzertstücks, 111 wcl- chem der König selbst, vor einem Notenpult stehend, ein Solo auf der F1öte bläst. Während seines Spiels scheint das beglei- teyde Stretchquartett und Piano (an welchem Emanuel Bach, w1e anda als erster Geiger, fungirt) zu pausiren, den Schluß d'er Flötenkadenz abwartend, 11111 dann wieder als Orchester x111zufalle11. Des_Kön1gs„Lehrer Quanz lehnt im Vorder rund 111 der N1sche, semxm Furstlichen Schüler mit froher *enug- thuungzuhörend. Em andxer künstlerischer Hörer, Graun, neben dem BMW der Mark 111f111 stehend , drückt in seinen Zügen ebenfalls lebhafte „Vc 1101911119 1111 des Königs Spiel aus. Damen vom Hofe 1115111 goldlehni en Fautcmls sißend , und Hochargcn unk) vaaltere vor und Zintcr ihnen stehend, bilden das 11br1ge_ A11d1tort11m. Das Werk bildet den schönsten Schmuck der Galerte Jacobs in Potsdam.
I111 Jahxc 1854 fqlgte das, gegenwärtig in der Galerie Ra_ve118's befindltche B1ld , welches *Frjcdrich den Großen auf Re1sena darsteUt. Es sollte den König zeigen, wie er nach gc- sch1osse11ex11Fr1edem nach dem d111chgckä111pften siebenjährigen Krtegq s1ch als'der unmittelbar und persönlich schende 11110 emgretfende. Wächter und Pfleger des Landes- und Volks- wohls bewetst. Auf einer seiner Inspektionsreifen durch das Lgnd hat er in emem Dorfe Halt gemacht, wo 111a11ches Ge- baude m Trümmern liegt, die Arbeit der Zinnnerlcute undMaurer aher_bexc1ts begor111cnhat, sie nun wieder aufzurichten. Der Kömgf1st ausgefttegen und eilt mit baftigem Schritt, zwischen den„Fmgern der einen Hand eine Prise, 111 der andern den Kruckstock, auf den, zum Vortrag über die Neubauten hierher beorderxcn erfnkenhoff zu, welcher die Pläne 1n seinen Händen noch e1n11111luberfl1egt. Dabei umdrängcn die hcrbeigeeiltcn Bewohner von Doxf und Rittergut den König, der es nicht wehren kann, daß dte Bauern hier, die Edcldamc dort, sich nach semem Nocfschooß bückc11,u11d der sich eben so wenig aufzuhalten _vermag be1 dem chrfnrchtsvoll sich neigenden GutShcrrn, seinem ]ungen Sohn, dem Kadetten, der Tochter mit dem TcUer voll Erdbeeren 111 der Hand, noch bei all den andrängcnden Land- leuten, dxn Weibern 111itBittschrifte11 111 den erhobenen Händen, de_r Dorfjugend 11111 ihre111Sch11l111cister. Ueber diesen ge alten- rezchcn Gruppxn werden zur Seite und 1111 Mitte- und meergrund dte Baugerüstc, schon vorgerücktere Neubauten, vere111zz'lte Gehöfte und die alten Bäume dcs Dorfes sichtbar.
, Fixx den bresl'aucr Kunstverein malte Menzel unchähr gletchzettlxz das V1ld einer historischen Episode an des Kömgs Leben: die Huldigung der Stände des ncugcwonnencn Schlefiens 1111 den jugendlichen Sieger im ersten schlefischcn Kr1cge„ 11111 7. November jenes Jahres. Bekanntlich war es bet d1eser Ceremonie vom Marschakl versäumt, für das'Reichsschwcrt zu sorgen, auf welches der Huldigungseid gele1ftet werden mußte. Der König half diesem Mangel schnell entschloffen ab, indem er den eigenen Degen zog und statt jenes Schwertes hinhielt,“ durch den Kuß auf diesen chenknopf und den Eid ist dann der Huldigungßakt vollzogen wordcn. Das Bild Menzcls zeigt den König auf der für den Thron errich- teten Estrade stehend, den Hut auf dem Kopf, in einfachcr Uni- form, den gezogenen Degen vorgcstreckt 111 der Rechten, der Saal erfüllt mit den geistlichen und weltlichen Ständen dcs „(erzog- thums in ihrer Athtracht, einzelne Herren sich dem .hrone nähernd und seine Stufen hinansteigend.
Die Organisation der amtlichen Statistik in England. 1
Eine statistische Ccntralbcbördc icht es in England nicht. Eine jede Behörde sammelt und bearbeitet clbstständig dic statistischanaten ihres Ressorts und publizirt fie in Gestalt regelmäßiger periodischer, meistens jährlicher oder halbjährlichcr Berichte _ 120 01-15 - der 10- gcnannten Blaubücher, wobei zu bemerken, daß die e in ihrem wei- testen Sinne die sä111n1tlichen parla111entarischc11 Dr11ck1chr1fte11 um- fassen. Diese periodisch erscheinenden Berichte find äußcrft zahlreich, und in der That giebt es cht wohl feincn Zweig des öffentlichen Dienstes mehr, der nicht jährlich, in cinzclncn Fällen halbjährlich in dieser Weise Rechenschaft ablegte und Über 1111) selbst Bericht crftattctc. Einige dieser Bcricktc haben bereits ein ansehnliches Alter erreicht, die meisten find jedoch jüngeren Ursprungs. Jene bereits seit cincr längeren Reihe von Jahren rcgcl111äßig erscheinenden Berichte find hauptsächlick) diejenigm Über die Forsten (seit 45 Jahren), die öffcm- lichen Werke und Gebäude (40 I.), den öffentlichen Unterricht in Irland (35 I.), die 2111511111ndcr111111 (26 I.), die öffe11tlickct121rchim 26 I), Irrenanstaltcn (21 J.), 2111110101031" (20 I.? u. A. Diese Bcrthc 111111111 111110111111) 111111111111'1111111'1'1111'11 Ursprungs, d. b. fic 11111rd1'11 gclcgcntliä) 011111) 1111901111111111111 Bcsch111ß ch 31'11111111111'11ts 1110 9111111 1111111111, 1111111 0111111 die Initiative dcr 9111311111111]; 11111111 111111111119111111'111