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in leßterem Falle d11/B1st1111mu11g dcs altfcn Gesebcs, 1111l111cht Mit einigen Modifikationen, aufrecht 11'l1a1t111_ 1111ll'. . '
Ick enthalte mich, auf d11s1 Matcmc [)11'1' naher 11113ug1h111; [111 Z. 13 wird der richtig1Ort dazu sein. Ich habe 11111 zu dcn), was der Herr Referent gesagt hat und was der Herr Vorrcdnev- 1111 1rst111'Thcilc seiner Rede berührte, 11111 kurze chcrknng 311 machen. .““ Es tft cut- schiedcn richtig, daß für die Materic, 1111lch_1 11131 zur „D1Hk11sfidn steht, für die Bildung der Jagdbczirke, 18 110111111 unmöglich 1st, die Inter- essenten zu hören, “Man 1111111 noch gar 1111111, 11111 d11 Interessenten bei dieser Materie find. Interessen giebt es erst, 11111111 man den Jagd- bczirk hat. Erst in diesem tretcn fie zur Erscheinung., Da kennt man die Wahlkörperschaft, welche den Jagdvorstand zu wählen hat. Werzn cs fick) aber darum handelt, dcn Jagdbezirk zu. bi1d111,_ so kann kein Mensch die Jntcrcffcntcn finden, und 111111 fie 111cht zufr11_d1njfind,„l)at der (Hcscßcntwurf die Entscheidung in dieser Bcz11hu11g 111 die Hande der Behörden gelegt.
_ Dcrselbe RegierungsoKommisar erklärte 311 J, 15 und
die zu diesem Z. gestcljten A111111d1111111td: , Meine Herren! Es läßt fich nicht 11111111111n, daß das unbcdmgtc Gebot der meistbietendcn Verpachtung biSl)1r_oft dcm gngrenzcndcn, mit dem Jagdwesen vertrauten, 111111) mit dcr (1311111111111 111 gutenVcr- hältniffen lcbrndcn Gutsbesitzer erschweren kann, dieJagd zu erwerben, und es läßt fich nicht verkennen, daß 1111111dcyHcrr1chastd1s11ßt b1st1h111- den Gesetzes das gute Einvernchnwn 311111111111 GutShcrrn 111111 Gc- meindebedördcn oftdahingcführthat, die Jagd 111 Jute und fich111Hand1 311 l1g111. Aber es hat doch 11111 achtzehnjährigc Erfahrung g1z11gt, daß d1e freie Befugniß dcr (Hemeindcbchördcn, 111111" dtc'Jagd z11f'd1sp01111111, zu so 11111 chationen, Cdifancn und MalvcrsaNoncir gcfuhrt (1111, so daß in der That gar nicht andcrs herauszukdmmcn tft, als, 111d1111 man den W111 der Oeffentlichkeit geht, und den Abschluß der Pacht- verträge vor chcrmanns Auge vornimmt. Die Regtcrung muß akso bei dicsem Prinzip stchcn bleiben, und kann also auf das Amendc- ment des Grafen 11011 Brühl in Betreff dcr Gestattung 11011 Aus- nahmcn fich nicht einlassen. , - Was das Limendemcnt des Herrn Stadtdwektors Rasxh betrifft, so hat Herr Graf v.Br1"1[1_l schon aufmerksam 111111111111 auf die Inkongruenzen, die für Altprcußcn daraus'cntüchen wurd111. Ia, 11111111 53111111, wir hab111 111 den alten Provinzen auch,dcrarttgeVer- hältnisse 911111111- wo den Bürgern das Recht zustqnd, d11Jagd auSz_u- iibcn, und das_ Rccht _- ist 1111101111 gegangen, die Burger haben 1111) das müffcn gefallen lassen. . Meine Herren! Wenn einmal dem Jagdrecht auf frc111d1111Gr1111d und Boden überall ein Ende gemgcht werden soll, so laßt sich auch dieses Recht, welches nichts Weiter ist, als 1111 Jagdrccht_auf frc1nd1m Grund und Boden, nicht mehr konservircn. Es haz d11s R1cht11111 große Aehnlichkeit mit den früheren Hütungchrhalinissen. Emme Bürger, die Vieh hielten, benußtcn die gcmcinschaftlichcn W11- den , 1111d dcr (Hrnndbcstßcr hatte nichts davon. Jm Wege der Scparation ist es 111111 gcschchcn, daß jeder Grundbefißcr seinen Theil an der Weide jcßt bckonnnt, und mit der Jagd ist es ebenso. Es find in der Stadt 11111 1111111131 Bürger Jagdkicbhabcr, fie 11ußcn die Jagd aus, obcnein suchtEiner dem Andern zuvorzufonuncn, fie ruinirc11 die Jagd. Nach dem cht vorgeschlagenen Grundsaß sokl 'edem Grundbcfißcr sein Antbcil an d11' Jagdnußung Werden, und es ent- Zpricht dcn Pri11zipicn der Gerechtigkeit, die alten Prärogativc aufzu- heben, so daß die Jagd gemeinschaftlich genußt wird, und daß jeder Bürger aus dem Pachtgcldc seinen Anthcil gewinnt.
Es ist vorher schon die Frage angeregt, was der Erfolg ist, Wenn dieser Zusaß abgelehntjwird, und daraufauf11111ksa111g1111acht, daß es unter allen Umständen 111ck_t d1r sein könntc, daß 111111 nach der Fassung der Kommtsfion, sy wie 111 für Nr. 2 angcndmmcn ist, gar keine Bestim- m11ng„ Über dre selbständigen Jagdbczirkc enthalten ist. Die Abficht dcrxcmgcn, erren, die d1es1n Zusaß der Kommission haben abl1h11111 Wollcy, ist jedenfalls d11 gewesen, die Regierungsvorlage herzustellen. Jeyt 1st aber der ]. Absaß dcs Ko111111iss10nsa11tragcs zu Nr. 2 an- genommen worden gcgenübcr der_Regieru11gsvor1ag1 , und der 2. M=. saß 1st anglchnt, so dqß cs fich 11151 unter allen Umständen darum handeln wwd, d11 Regtcrungsvorlage wieder herzusteklcn. Ich habe auch geglaubt, daß, (ils Vorhin darüber gesprochen ist ,“ es die Abficht gewesen 1st, nach Ydftinimung über diesen Zusatz noch uber die Regie- rung'svorlage abzizjtimmcn.
-- Ferner uber Z. 30:
Ich möchte das Hob1 Haus bitten, anstatt des Kommisfions- Vorschlages dßch d1_e „Vieg1xrungsvorlage anzunehmen. Es i| beim Beschluß der Komm1ssto11 d11 Absicht maßgebend geWescn, Niemand Unrecht zu thun, Der Reg1erung§vorlagc hat die Ansicht zu Grunde gelegen, daß das Iggdpczchtgcld fur die laufenden Verträge 1111'tl)1ilt werden muß auf_d1e Z11t, m der dcr Jagdpäcbter Gelegenhcit gehabt hgt, das Pachtob11ft_nußen zu„könn1n, und daß, wenn nach Publika- 11911 des Geseßes das Pachtobjekt verschwindet, dann selbstverständlich kein Paxhtgeld mehr gezahlt 11.111d111 kann; man hat sich absichtlich von Sexten der Reg11rung auf keine minutiöscKasuiftif einlassen wol- 1111. _Dte Pgchtvertrage treten außer Kraft mit dem Tage der Ver- kundtgung _dteses Ees1yes. Es wurde 111 der Kommisfion hervorgeho- ben, daß d11 Vcrkzmd1gung des Gesetzes 111 die Schonzeit fallen könnte, und daß der Pachtcr dann für eine Zeit das Pachtgeld bezahlen mußte, 111 der er f11n111_Nuß1n von der Jagd habe ziehen können. Dem hat man entgegenzuwnkcn ges11cht durch den Zusaß, dcr abcr 111111) der Auffassung der Regicrimg das Uebel noch viel schlimmer macht. Wenn man eben sagt,_d11 Jagd-Pachtverträge sollen erst aufhören mit dem Ausgange der mcderen Jagd, d. l). fie sokltcn laufen während der ganzm Schonze1t ders So1n11111s, bis 1111 September die Jagd wieder aufgeht, 1111111 1v1rd" der_Pachter erst recht in die Lage gebracht, Pacht zthen 311 mussen, fur d11 ggnze Zeit, in dcr er nichts von dcm Pachtobjckt genießen, indem 11111cht1age11ko1111t1 Will man fich Weiter in
Kasuistik verti1f1n, so kann man einen Fall so Fonftryirxn, den andern so, 1111d111a11 wird dann in 11111 M1ng1-Zwe_1fel h1n1111fon1mex1. Das. Korrcktcftc ist nach dcm Vorschlage d_1r chwrung zu sagen, 1111; Pacht. Verträge hören auf mit der V11'11111d1gu11g dcs Gescßcsknnd uberläßt 1111 111131111111 Strcitfallc dcm Rtchicr_ 311 cntsch11d111 11111 das„Pacht. geld verweilt 1111rd111 muß. Aber 11111 thrcm Vorschlage erre1cht die Konnnisfion s1ch1rlich nicht das, was s1c hai erreichen wollen.
-- Dcr Regierungs-K111111111ss11r, Landforstmerster Ulrici, erklärte zu Z. 11, „ „ „ ' , .
Dem gcchrten Herrn Vorredner erwiedere 111), das; „dre Kömgltche Staatsregicrung sich mit d111-1 Zusatzc des „Wortes »nimdcstensa ein- verstanden erklären würde. Ich glaube 11doch, gleich l)11r dgrauf auf. mcrksam machen zu müssen, das; dem Hoh111 „Hause von seiner geehr- ten Kommission vorgeschlagcn ist, daß dasjenige Benefizium, welches 111111) der Gesetzesvorlage nur den B1siß11'11 11111s_Wa[d1s 110111000 Morgen 311Tl)1il wird, wonach also der Waldbeyiscr d1eIagd auf dem enflavxrten Grundstück durch 1111 110111 Landrath [11m1ffcnes Pachtgcld'crhalten kann, also auch auf die Feldenklavcn ausgedehnt 1111111. Die Staatsregjc. rung hat nicht gemeint, dicse Erweiterung 111 111111 Geseßesvorlage aufnchmen zu sollcn, 11111111glcich fie dcr Ynnahme dcs 911111nde111111ts fich nicht unbedingt 111tgcg111 st111111 111111'd1. Dte Motive, Welche dic Staat'skcgicrnng hatte, dieses Bencfrzium auf die Waldanlagen zu beschränken, ist eben das g11111s111, daß „1111 1v11111t11ch1r Untcrsch11d zwischen Wald- und Feldjagden bcstcht. "Das W1ld rst, 11111111 11; steh im Walde bcfindci, wie es den vielenJagcrn' dcs Hohen Hauscs be- kannt 1st,g111ötl)igt, odcr darauf a11gew1cs1n, s111111 Natucnach, Ahends und Morgens nacb dcm Felde zu zichcn; [11f111dc_t fich 111111 111 11111111 solchen Walde 11111Enkla111,s01st zweifellos, das; das 51810) diese Enklave, wcnn ck 1111 [1111dwirthsck111ftlich 1111.1uß11sGru11ds1uck 111, „aufsuchen, und 11111111 sie dies nicht, mcist 1ven1§1111118 hindurchzichcn Wild., * Fällen Wird es mehr oder wcmger Schaden anrtchten. Dte Enlevrn, 11111 die es fich 111 211111111 ] handelt, srnd 1111t11"_Z00Morg1ngroß. Die Jagd auf denselben würdc, 11111111 d1„1 zwangsweise „Verpachtung für diese Enklaven dcn Waldbesißcrn mcht gcgcben wurdc, ruhen. Nach §. 28 der Vorlage hätte mm, „11111111 dicse cnkiathcn Grund- stücke vom Wilde 1111111, der Vefißer die Befugniß, b11m _Landrcxth 3,11 bcaniragcn, daß d1r Waldbesitzer durch Abschluß des thdes fur die Bcscitigung d11' V1schäd1g1mg Sorgx tragc. „ , _
Nun ist es aber sehr schwer, 11111 die Jager 1111 Hause 1v1ff111 11111- den, einer dcrartigcn Anforderung 311 131111111111, sobald den Wald- bcsißcrn die Jagd auf den Enklaven nicht g1l)ört, und es wurdel)auf1g darauf hinauskonnnen, daß, wenn den Anforderungen des Z. 28111- nügt werdcn sol], dcr Waldbcfißer seinen ganzcn W1ldstand rumtrcn 11111 tc.
ßBei cincr Jeldjagd liegen derartige Verhältnisse nicht vor. Es ist bekannt, daß 1as Wild dort nicht so wechselt, es bleibtwebr odcr Weniger auf dcmGrundftück, wo es eben erzogen ist oder se1111n Stgnd «1110111111111 hat. Außerdem ist auf dem Felde auch fast 11111" kleines Wild vorhanden, von dem ein erheblicher Schaden und d11 A111V111= d1111g dcs Z. 28 nur selten zu erwarten ist. .
Die Staatswgicrung hat deshalb nicht grglaybt, das f11rd111 Wald beanspruchte Bcncfizinm auch auf die F1'1d1agd111ausd1hn1n zu müssen, da ihr eine dringrnde Noihwcndigkctt dazu nicht vorzu- li'egcn schien und cs ja ein Hauptprinzip dcr preußischen Gesetzgebung ist, daß dieDispofitio11sb1fug11issc eines Grundcigcnihümers nur dann beschränkt wcrden können, 11111111 die Nothwcndigkcit dazu entsch1cd1n drängt.
- Ferner:
Die Staatsregierung kann nur die Bitte aussprechen, daß, das Hohe Haus den Außführungcn dcs Herrn Herzox] 11. chft beitrete und den Zusaß zum z1vrit111 21511111 »Auf selbstständige Jagdreviere findet diese Befugnis; drs Waldbcfißcrs keine Anwendung« ablehne. DiePe- stinnnung dicses L_llinca ist 1111s111ilich daraus hervorgegangcn, das; wah- rend der Herrschaft des biézhcrigcn Jagdpolizcigcscßcs vielfach dcr Uebel- stand hervorgetrcim ist, das; einzelne Iagdbezirkc, die zwar 11111 normqle Flächengröße hatten, in so ungünstigchormindasWaldrcvicrhineingwf- fen, daß der Bcfißcr der Jagd auf den anstoßendanczirkM111dcrLagewari den Waldbcstßcr in. s11111111'I111111ff1 erheblich zu schädigen. Oft auch wurde die Sicherheit für die Personen schr beeinträchtigt, Welche den Wald 311 pasn'rrn hatten. Wenn nun anerkannt wird, daß unter solchen Verhältnissm zum Zwecke 111111" guten Jagd-Bezirksbildsygg eine Ausnahme 11011 d-c11 allgemeinen Grundsäßen deS-Gescßcs zulasilg wird, so muß Es _- 11111 der Herr Herzog von Ujest sehr richtig gus- geführt hat "- gl1'1ch„ss111„ob es sich hier um einen g1n1einschaftl1chcn Iagdbczirk oder um 1111 p_rcvativcs Jaxidrevicr handelt. Ick muß daher das Hohe Haus [1111111- dtcscn Zusay fallen zu lassen.
- *- Sodann zu Z. 18:
Die StaatSregierung schließt sich dcn. Ausführungen des Herzogs .
von Ujest in Bezug auf das A111111d1111111t, was der Baron von Scnfft gestellt hat, an.
Was das Amendement des Herrn von Waldaw anbelangk- so liegt die Sache folgendermaßeu: Der Fürst von Plcß hat dem Hohen „Hause dorgestern darg1t„han, das; der Gesannntabschuß des Wildes, Welcher in Preußen alljal)rlick stattfindet, einen nicht 311 1111011111111ku“ dxn Benrag zu den' gesammtrn Nahrungsmitteln der Bevölkerung btldrt. - Es L|, zwctfellos, daß die Erlegung des Wildes 11111111 gwsékn Theile der Bevölkerung nur zum Vcrgnügcn gereicht, Ebenso Wird das Hohe Haus aber "auch anerkcnnen, daß 11111111 anderen Theile der Bevö,lkcr1111g dte A11subu11g d1r Jagd und die Pflege der Quellen der aus ihr zu erhebenden wirthschaftlickzen W1rtl)1 “Beruf ist.
'Im Anschlyffe 1111 die bcstchmde Gcseßgebung hat die Staats- 11g111'1111g U1n11111t, sur „11n111 Theil der Bevölkerung , dem die ZWD nur Vcrgnugen tft, d1e Lösung eines Jagdscheincs gcgen E11tgcld-„ fur den Theil 'aber, dem “Jagdausübung und die Pflege des Wildes Beruf 1ft, d11 u11entgeltl1che Abgabe eines Jagdscheines konstituiren zu
In beiden -- *
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sollen. - Als die zur Iagdausübung resp. Pflege des Wildes Be- rufenen hat die, Regierung die Jorstbeamten erachtet, bei dem weitgehenden Begriffe dicses Wortxcs hat fie aber auf der andcrcn Seite auch g111111111, d11 Klasse dz'cscr Beamten in irgend einer Wcise bczcichnc11 zu mussen, d111111 fie 1111111 unentgelt- lichen Jagdschein zu gewähren 5111111111311. D11 StaatsregierunZ hat chhalb für nöihig befunden, dic 21111111111111111] aufzu111h1111n, eren Streichung 111111 die Absicht des Amcndenwnis des Herrn von Waldaw- Steinhövel ist. Meine Herren, ich glaube, daß es nicht ungefährlich ist, dieses Amcndcmcnt anzunehmen, 11111111 das Hode Haus mit der“ Absicht der Regierung übereinstimmt, dqß 11111 d11111n1g111, für welche die Jagd resp. Pflege des WWW wirklicher Beruf tft, die Jagdscheine 1111111tgcltlich geliefert w11“d1n s0l1111. Durch d1c Annahme des Amen-
dements dcs Herr11v.Waldaw 111111d1j1d1111k11111111 Privatbcsißer, der vi'él- _
lcick1111s11n1111 300 Morgen großen Felde 11111 Parzelle von 50-60 Morg. hat, die Möglichkeit, und 1b111s0 ]1d1r„fleincn G11U1111d1 mit 11111g1n Morgen Wald die Befugnis; gegeben s1111, zu sagen: diesen oder ]111111 Mann etablirc ich als 1111111111 Förster odcr Jagdbeamfcn. Dics würde dann dahin führen, daß 11111111 großen Theile der Bczirks111wohn1r und 1in11 Klasse 11011Pcrs1111111 frcic Jagdscheine ausgcstellt werdcn 11111ßtcn,für111111111daIHoheHaus dies Recht schwerlich etablircn möchte. Ich darf 11011) Ochorheben, daß es für d11j1n1g111 „13111111, die 111 der That Waldbesißcr sind, gar 1111111 nothwendig ist _ wie Herr von Waldaw-Stcinhö111l anzuführen beliebte «, daß sie l1b1nslänglich angestellte Beamte haben, um sie Vereidigcn zu 1131111111. Es genügt ja 111111) dcn 'Bestinnnungcn der 111 der Vorlage angczogenen G1s1ß1s= 111111 zu dicsem „531111111 vollständig, 11111111 die anzustellenden Beamten schon vorher drei Jahre als Jorstlcute gedient [11111111 und dcmnächft Wiederum auf drei Jahre engagirt werdcn. Ick glaub1, daß diejenigen .Herren, welche wirkliclxe Waldbesißcr sind,. 111 ihrem eigenen Interesse darauf hinwirken 1111111111 , daß sie ihre Forstbrmntcn Wenigstens auf d11s111 Z1it'ra11111 (1111115111111. Wenn nun die chicrung bezüglich 1111 Erhebung 111111 Jagdscheingebühr die Jäger getdeilt [)at, in solche, die die Jagd zu ihrem Vergnügen und in solche, die die Jagd als B1- ruf ausiiben, so folgt daraus gcwiffcrnmßcn nur als 11111 K011s1qu111z, daß auch di1jc11igcn jungen 811111, 111111111 fich dem Beruf als Jäger widmen 1111111111, 3111" erleichtertcn Ausbildung 111 diesem B11Uf“1111111t- gcltliche Iagdsch1i111 1111110111. Ob i11d1ff111 das Hohe Haus diesen
Weiten Tizcil des„v. Walda1vsch1n Liniendements ablchncn oder an- 11cl)111111 111111, daruber glaubt die Königliche Staatsregierung die Ent- scheidungkxgänzltch(anheimgcbcn zu dürfen.
- 11 Z. 3 gab derselbe Regierungs-Kounninar nach- stehende €&1'11111111111111111:
Bei der Handhabung dcs biShcrigcn Jagdgescßcs war es ein 111111ntlich11 Ucbclstand, daß die Organe zur gehörigen U1b111vachu11g dieses Gcscßcs 1111111 ausrcichtcn. Die Organe waren: der Gendarm, dcr Schulz1, dcr Feldhütcr. Daß die Gendarmrn bei ihren vielen
Geschäften nicht befähigt sind, die von den Chaussecn in größeren W1ch abgelegenen Feldmarkstheile, also gerade dieGegenden, in denen Jag kontravcntioncn am Meisten bcLangcn werdcn, gehörig zu beauf- sichtigen, das bedarf wohl keiner Ausführung. ; Ebenso glaube ich, daß dqs Hohe Haus 1111 bcisiimmcn. wird, wenn ich den Glauben als 1111111 1011 0risch1n bezeichne, daß die vorher Weiter b1zeichn1t1n Organe _ der «ck11lze und Fcldhütcr - geeignet wärcn, um den mit (He- 1v1l)ren bewaffnctcn Jagdkontravenicnten energisch entgegen zu treten. Es lag der Regierung daher ob, Kräfte zu suchen, welche bei der U1b1r1vachungcd1s Geseßes mitzuwirken geeignet erschienen. Ich habe schon vorher die Ehre gehabt, darauf hinzudcuten, daß es den , 11111- [1111111th gewissermaßen als Bcrxifspflicht obliegt, die Jagd zu P egen. Bc1 1l)n111 ist also auch das größte Interesse für die Beobachtung der Bestimmungen des Zagd-Polizcigeseßes zu such111. Die Regierung glaubte deshalb 1,11 d11sen 251111111111 die gewünschten Hülfstruppen zu f111d111. D11 9111111111111] hat ]1d01b nicht die Abficht, jeden Forstbcamten lcdtgl1ch 11111 111111111111, weil er Forstbeamtcr ist, ohne Weiteres als einen g1bor11111Iagd-Poltzcibcamtcn zu betrachten; fie hat vielmehr die Absicht, - d11s1 Bcaxntoen, 11111111 fie zu Hülfclcistungcn 1111 der Ueberwachung dcs Jagd-Poltzeigeftycs angewendetw_1rd111so[11n, ganz besonders als Jagd- Po,l131101a11111n ernennen zu la1sc11. Der Landrath sou die hierzu geeigneten Fdrfibcamten bezeichnen. Es ist hiermit nothwendig vcr- bunden, daß ]1d1111 als Jagd-Polizeibeamten fonstituirten Forstbeamtcn ein besttmmtcr Bezirk zugethcilt wird. Ist das der Fall, so darf man auch Vertrauen, daß der Laydratl), resp. die Regierung, die B1zirfe angemxsscn abgrenzen und daß daher der Fall, den das Amendement, rcsp.d11A1'1sf1'1hr11,ng des Herrn v.Walda1v im Auge hat, nicht füglich 11ntrrt1111111rd. Es 1st1vohlz1v11fellos,daß da,W0 ein größererGrundbesiZer 1111111 g1„1igt11t1n, Forstbcamtcn bcsißi, di1scr und nicht ein dritter Förster 1111 Bcz1rke dcs erstern als Iagd-Polizeibcamtcr fonstituirt lvcrdcnwird. -
. W111 das „Hohe Haus, wie ich glaube annehmen zu dürfen, die Mitwwkung dcr Forstbeamten bei Ueberwachung dcs Gcseßes, so muß ich 11011 der „Azmahme dcs Amendemcnis cntschiedcn abratben. Ohne 11111 31111151111ngJagdpoltzcz-Bezirksabtheilung wird diese Mitwirkung theils nicht 111111111111, theils ohne die gewünschte Wirkung sein.
Das Amendemcnt will 111111 alle Besißcr 111111111 Jagdreviere von der erstrebmz Maßregel qusgeschloffen wiffen. Hierdurch würde aber 11111 zwrckmaßigcJagdpol1zei-Bezirksbildung vollständig gestört werden,“ detin 11111 das Amendement lautet, wirdmcht blos dcr größere Grund- (1151111: ausgcschloss111, sondern auch jeder kl'eincre von 300 Morgen aufwartß. Sie wurden also, meine Herren, 11111 große Zadkxvon Yagdbezwkcn bekonuncn, die Z-“rcsp.400 I.)?orgen groß, vom Jagdpolizci- ' 1z1rke des Forftb1a111t_enauszuschließen und von d11s111111ichtzu betreten 1vare11.7-Jc[) hoffe, daß das Hohe Haus nach dieschcjeuchtung davonAb- stand 111111111t, das Amendcmcnt des Herrn 11. Waldaw zu dcm seinigcn zu
machen.
Oeffentlicher Anzeiger.
Steckbriefe und Untersuchtmgs - Sachen.
Steckbrief. Gcgen den unten näher bezeichneten Schlosser- 11111ft11 August Teschner, zulcßt [)icr wohnhaft, ist die gcricktlich1 Haft Wegen schweren Diebstahls und Urkundcnfälschung aus §._ 218 Nr. 3, 247 des Strafgesrßbuchs beschlossen worden. Die Verhaftung hat nicht ausgeführt werden können, weil Teschner in seiner bis- herigen Wohnung Und auch sonst hicr-nicht aufzufinden ist. Ein cher, Welcher 111111 111111 Aufenthalte des 21. Teschner Kenntniß hat, wird aufgefordert, davon der nächsten Gerichts- odcr Polizci- Behörde A11zcig1 „zu 111ach1n. Glcichzcitig werden alle Civil- und Militärbchördcn des In- und Auslandes dicnstcrgcbrnst ersucht, auf 1111 21.Tcschner zu acht1n, ihn 1111 Betrctungsfallc f1ftzun1h1111n und mit allen [111 ih111'fick) Vorfindcnden Gegenständen und (Helder11111ittclft Transports an unsere G1fä11g111ßJnsp1ktion abzuliefern. Es wird die ungesäumte Erstattun der dadurch entstandenen baaren Auslagen und den verehrlich1115 chörden des AuSlandcs eine gleiche chhts- willfährigkcit vcrfichcrt. Potsdam, den 29, Januar 1869. Königl.- Kreisgericht. Abtheilung 1. Signalemcnt. Dcr Schlossermcifter August Teschner 11011 hicr ist 41 Jahre alt, 11111 4. Mai 1827 111 Mühlberg, Provinz Sachsen, geboren, evangelischer Rcligion, 5 Fuß 4 Zoll 5 Strich groß, hat dunkelblonde Haare, graue Augen, dunkel- blonde Augenbramn, kurzen Schnurbari, rundes Kinn, breite Nase, breiten Mund, breite Gesichtsbildnng, gesunde (Heffckytsfarde, voll- ständige Zähne, ist 11nt1rs1ß111 (Gestalt, spricht die deutsche Sprache, sächfischcn Dialekt, und hat keine besonderen Kennzeichen. Beklei- dung kann nicht angegcbcn Werden.
Strafvollftreckungs = chui1ition. Dic nachgenannien Personen: 1) der, Schlosser Wilhelm Specht, 2) dcr Schneider thann Gottlieb Heinrich Radtke, 3)d11 Müller Wilhelm Wedel, 4) der Weißgerber Carl Rohde, 5) d1r Tagelöhner Aug ust Rabc, 6) ,der Zinnnermann Louis Thiele, und 7) der erkerbürgcr Carl Friedrich Müller, sämmtlicl) aus Gubcn, so wie 8) dcr Schuhryacher (8111111111 Türke aus Nicnmschkleba find durch Er- kenntmß "Lm '2. Dczcmbcr 1868 wegen unerlaubten AuZwandcrnZ cher zu fuyfz1g Thalern Gcldbuße, 1111 Unv11111ögc11sfaljc zu 11111111 Monate Gesängmß verurthcilt worden. Es wird um Vollstrcckung
dicser Strafen und 11111 Nachricht davon ersucht. Guben den 22. a- nuar 1869. Königliches Kreisgericht, Erste Abtheilung.“ J
Bekanntmachung. „In der Nacht vom 16. zum 17. Januar d. I. ist durch Einbruch dcr Bestand unserer Salarienkasse 111110111111 worden. Das entwendete harte Geld, 200 Thlr. Z1ve'i-, 1000 Thlr. Emthalerstücke,“ 20 Thlr. ?; und 40 Thlr. ck,; Stücke, war 111 Düten v1rpackt, die an beiden Enden mit dem Siegel des Gerichts in Roth- lacf versehen waren und das Datum der Einparkuna trugen. Die Dicde haben mehrere alte Schlüssel zurückgelassen, an einem derselben die Worte »zur Depofitalfasse- auf einem Stückchen Pappe in alter sächslschcr Handschrift. Des Diebstahls verdächtig find drei Männer, 111111111 vom Morgen des 16. Januar ab fich hieranschcincnd zwecklos aufgehalten babcn und unter welchen sich einer befundcn hat, der etwa 5 Fuß 8 Zoll groß gewcs111 und 11111 auffällig gcbückre Haltung gehabt hat, währcnd ein zweiter jüngerer von kleiner Statur in 1111'illcrgrau1m Tuch gekleidet gewesen ist. Es werden A(lc, welche über die Pcrsönlichk1it der beiden beschriebene11 Männer, sowie über- haupt über die Thäter etwas zu bekunden vermögen, aufgefordert, ihre Wiffcnsckxast dem unterzeichneten Königlichen Kreißgericht oder der nächsten Polizeibehörde anzuzeigcn. Jüterbogk, den 2. Februar 1869. Königliches Kreisgericht. 1. Abtheilung. Der Untersuchungsrichtcr.
Handels: Register. Handels=R1gistcr des Königl. Stadtgerichts 311 Berlin. N ZzLZdas Firmenregister des unterzeichneten Gerichts ist unter
r. der Kaufmann (Möbelhäydler) Leopold Horwiß zu Berlin, Ort der Niederlassung Berlin ([eßiqes Geschäftslokal: Ritterstr. Nr. 68), Firma: L. Horwiß, zufolge heutiger Verfügung eingetragen.
Unter Nr. 89 unseres Gesellschaftsregistcrs, woselbst die hiesige
Handlung, Firma: Naumann & Elsholz,
u11d als deren Inhaber die Kaufleute ]) Carl Leopold Naumann, 2) Franz Eduard Hermann Eisvolz,
vcrmcrkt stehen, ist zufolge heutiger Verfügung eingetragen: Der Kaufmann Franz Eduard Hermann ElEkwlz ist aus der Handelsgcsellschaft ausgeschieden. Der Kaufmann Karl Leopold Naumann seßt das andelsKschäst unter der Firma _Leoposld Naumann fort. » crgl. r. 5474 des F1r1111n-
1311: r .
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