1889 / 239 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 08 Oct 1889 18:00:01 GMT) scan diff

Metklenburg-Sthwerin. Schwerin,7. Oktober. (Meckl. Nachr.) Se. Ma1estät der Kaiser hat aus Anlaß seiner An- wesenheit in Schwerin, gleichzeitig im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin, für die Armen der Stadt ein Gnadengescheuk von 2000-1441 brwiUigt und dem Ersten Bürger- meister übersenden lassen,| -

Waldeck. Arolsen, 5. Oktober. (Hann. Cqur.) Se. Durchlaucht der regierende Fürst mit Prrxrzessrn Elis abeth und dem Hofstaat kehrten gestern Nachmittag auf dem Wege iiber Kassel und Warburg von Schloß Schaumburg an der Lahn wieder nach ihrer Residenz zmück, von welcher sie seit mehreren Monaten fern waren. Die Stadt prangte im Festgewande, und die Spißen der Staats: und städtischen Behörden waren am Eingangs des ResidenzschlosseH zum Empfange versammelt. Bürgermeister ])r. Waldeck begrüßte in feierlicher Anspraciw den Fürsten, worauf dieser in herz- lichster Weise dankte. Eine Deputation jUngLr Damen übst- reichte darauf der Prinzessin eincn Biumrnstrauß. Abends war die Residenzstadt auf da?, Glänzendste iüuminirt, auch brachten die Schüler des Realgymnasiuws dcr Fürstlichen Familie Linen Fackelzug dar. Später machte der Fürst eine Rundfahrt durch die Stadt.

Reuß ä. L. (+) Grciz, 7.*Oktober. Jhre Durch: lauchten der regierende Fürst und die Fürstin nebst den Prinzessinnen Emma,_ Marie und Karoline trafen am 5. d. M. vom Jagd1chloß Jda- WaldhauS, wo Hochdieselben einsn mehrwöchigsn Au emha'lt getwmmrn hatten, hier wieder ein, während Ihre Dur lauchten der Erbprinz und die Prinzessin Hermine noch 6111108 „8611 daselbst verwrilen werden. _ Gestern statteten die Gräfin Elisabeth von Schöiiburg:ForderglaUchau mit der Prinzessin Thekla von Schönburg:Waldenburg drm Fürstlichen Hofe hier einen Besuch ab.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 8. Okwdcr. (W. T. B.) Heute Vormittag nahm der Erzherzog Cari Ludwig„in Vertretung des Kaisers» dem zum Statthalter von Nieder-Oesterreick) ernannten Sektionschef im Ministerium des Innern, Grafen KielmannZegg, den Eid ab.

Großbritannien und Irland. London, 7. Oktober. (W. T. B.) Bei der Nachwahl in Peterborougk) an Stelle des verstorbenen konservativenAbgeordneten Fixzwilliam wurde der Gladstonianer Morton mit 1893 Stimmen gewählt; der Gegenkandidat Purvis (Unionist) erhielt 1642 Stimmen.

Frankreich. Paris, 7. Oktober. (W. T. B.) In Cochinchina ist Lemyre de Wiliers, in der Kolonie am Senegal Admiral Vallon zum Deputirten gewählt. Nach der neuesten Aufstellung Über dir" Wahlergebniffs zählt die neus Karnmrr 365 Republikaner und 211 Mitglieder der oppositionellen Parteien.

Die Abendbiiitter hsben hervor, daß die gemäßigte republikanisck)? Gruype, welche in der leßten Kammer aux: nur 6Mitgli9dern bestand, jéßdmit Léon Say und_Ribot 50 Mitglieder zähle, und knüpfen daran die Hoffnung, daß die Majoritiit darans wohi Erkennen werde, in welcher Richtung sie sich zu bewegen habe, wenn sie die Reepnb'iik jhatsächlich befestigen, dem Lande drn inneren Frieden geben und neuen Agitationen vorbeugen one. Der „Temps“ meint, die Umstände seien günstig, um eine Politik der Versöhnung unter aÜen Klassen der Bevölksrung, praktische Reformen und eine Politik dcr Ordnung und des Friedens einzuleiten.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 7. Oktober. (W. T. B.) Anläßlich 'der in Athen stattfindenden Ver- mählutrgsfeierlichkeiten wird sich Ein russiiches (He- s chw ader, bestehend aus drm Kreuzer „Admiral Kornildw“, der Panzerfregatte „Minin“, dem Kanonenboot „Tschema- moreß“ und dem Aviso „Psesuapß“, nach dßm Piräus begeben. Wahrscheinlich wird sich auch die Panzersregatte „Wladimir Monomach“ anschließen.

Belgien. Brüssel, 7. Oktober. (W. T. V.) Zén der heutigen Sißung des Gemeinderaths verlas der Bürger- meister eine Namens des Koliegiums an die Repräsen- tantenkammer gerichtete Adresse, in welckzrr die Kammer ersucht wird, der von der Regierung eingebrachten Wahl- reform-Vorlage ihre Zustimmung nicht zu ertheilen.

Serbien. Belgrad, 7. Oktober. (W. T. B.) Der Regent Belimarkovic machte heute der Königin-Mutter einen Besuch.

Eine Zuschrift der „Pol. Corresp.“ weist auf die in den radikalen Kreisen der Skupschtina immer deutlicher hervor- tretende _Strömung hin, die Frage bezüglich drr Königin Natalie io zu lösen, daß beiden Eltern deH Königs der Wunsch ausgedrückt werde, längeere Zeit von Serbien fern zu bleiben. Die Régierung würde da- Ygen kaum auftreten, vielmehr trachten, einen bezüglichen

eschluß in einer der Würde des Königlichen Hauser? Rech- nung tragenden Form auszuführen.

Bulgarien. Sofia, 7. Oktober. (W. T. B. Die zu vierwöchent1ichen Uebungen einberufenen 25000 eser- visten sind, nach einer Meldung der „Agence Balcanique“, heute nach Beendigung der Manöver entlassen worden. Demnächst sollen auch diejenigen Soldaten entlassen werden, deren Dienstzeit abgelaufen ist, Um Rekruten Plaß zu machen.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 4. Oktober. (I.) Von demKriegs-Ministerium ist eineKommission niedergeser worden, um das rauch reie Pulver des Belgiers etteren und dasjenige des s wedischen Ingenieurs Skoglund auf ihre Verwendbarkeit zu KriegSzwrcken zu prüfen.

_ 7. Oktober. (W. T. B.) Der hiesige russische General-Konsul Bucharow ist heute Morgen plößlich gestorben.

Däyemark. Kopenhagen, 7. Oktober. (W. T. B.) Der Reichstag wurde heute eröffnet. Die beiden Kammern, Landsthmg und Folkething, haben ihre bisherigen Präsidenten, Advokat Liebe und Högsbro, wiedergewählt.“

Amerika. New-York, 7. Oktober. (W. T. B.) Nach hier vorlrxgenden Meldungen erhielten bei den Wahlen für die „Legislatur 111 Montana die Demokraten die Maxorrtät.

Zeitungsstimmen. In den „Berliner Politischen Nachrichten“ lesen wir:

_ „_Unter dem Rüstzeug, mit welcbem die Opposition in den Wahl- kampf ziehl, befindet fick) stets die Klage über zu“ hohe Reichs- bezw. Staatsausgaben und zu hohe Steuern. Es iii das ein T:,-ema, Welches dcn Wähler naturnotbwendig am meisten ititeressirt und

"einmal deshalb, sodann weil es der Opposition Gelegénbcit bietrt,

mit ihrem angeblichen Interesse für das materielle Wohlergebcn des Wählers zu prunken, in Wort und Schrift Vor und während der Wablcampagne obne Unterlaß traktirt wird. Das jüngst erschienene A-B-C-Buck) für deutsckzfreifinnige Wähler, das ja einem Theile unserer Opposition fiir die nächsten Reichstagswahlen die geistige Nahrung zuzuführen bestimmt ist, be- scbäftigr sich denn auch zu seinem allcrgrößtcn Tbrile mit diesen Klagen. Am eingehendften Werden dabei die Llusgaben geschildert, welcbe Heer und Marine verursacht haben. Die Summe der letzteren wird für die Zeit von Anfang 1872 bis zum 1. April 1890 auf 9476 Millionen Mark bereckxnei und die Rechnung mag stimmen. Was aber solls mit der Aufsübrung dieser Zahlen? Die Summen find bewilligt und das A=V=C-Buch giebt, was es nicht ofttbut, Einmal der Wahrheit die Ehre und gesteht zu, daß die freismnige Partei fiir “den bei weitem größerkn Theil dieser Aufwendungen gestimmt babe. Da die ganze deuticbfreifinnige Wablfibel ledig- lich zur Verbcrrlichuna der freifinnigen Partei geschrieben ist, so muß man annehmen, daß dieses Zugeständnis; ein Lob der leßteren enthalten soll. Dirses Lob ist indessen nicbt Weit ber. Dewi wabrcnd die gemäßigtrn Parteicn sich bemüht haben, für die nrtb- wendigen Aurgaben auch die nothwendigcn Einnahmen auf dem Wege der Steurrn berbeizuschaffrn, ist es gerade die deutscbfreisinnigePartei, welche wie immer, auch in ihrer neursten Wablfibei dem Wähler das Wachsihum der Steuern dor Argw hält, um ihn gegen die- jenige Politik aufzubringén, welche die Sicherung unseres Vaterlcrndrs nack) außsn als ihre rrste Pflicht ansieht. Nun könnte man aUerdings vcrnmtbrn, das: die frrisinnige Partei, da sie doch dem Weitaus größten Theile jener 9476 Miilio.1c11- Angabe zugestimmt bat, die Deckung derselben vicUcicbt auf einem anderen (Einvabmcwegr, als auf dcm von den gemäßißirn Parteien eingesckylagenen angestrebt habe. Das ist aber durchaus nicbt der Fall. Die einzige Steuer, welcbe die freisiimigc Partei vorgeschlagen hat, ist die Rcicbs-EinkomrnensteULr gcwesen. Daf; diese aber nur eine ganz winzige Summe im Vergleich mit jenen Zahlen für nofbwendiae Militärarisgaben ringcbraciw hätte, iir bon drn Dertscbireifinnigen selbst zugestanden. Alierdings haben sich seinerzeit die Freisinnigen auch für eine aydere Steaer, dämiick) die Branntwein- steuer, bcgrisicrtx Das geichab aber nur zu deva Zweck, um die damals dorgescblagene Erhöhung der Brausteuer zu bintertreiben, und wir wdÜen ihnen, die iich brut? id sehr über das Branntwrinftcuergesey vom Jahre 1887 enirüsiet zeigen, gern attestirrn, daß sie es damals mii. der Einführung einer Steuer auf Branntwein 11ic1ki ernst gemeint baben. Danach bleibt

auf den Drutichfreifi11niqen der Vorwurf sich, daß sie zwar droßen, ,

nach ihrem Eigenen Zugeständniß nothwendigrn AUHgaben zixgrsiimmt baben, für die Deckung derselbrn aber in keiner Weise aucb nur mit einem irgendwie (LUITLiÖSUÖLU Vorsciylage an die Oeffentlichkeit ge- treten smd. Und rrenn fie, wie es vorauszuscbem ist, aucb, im nächstrn Wablkamdf in K*iagrn Über die Höbe rer Sieurrn ausbrechen soUten, so wird man ihnen aus ihrer eigenen Wahl- fibel vorhalien können, daß sw entweder nicht brrech1igt waren jenen Ansxiaben zuzustimmen, welche die Steuern nothwendig machten, oder nicbt berechtigt find, fick) über die Höhe 'der Steuern zu besCbWeri-n. Diejenige" Politiker aber, wäche, wie sie dem ?iusgaben zugrstimmi, auch die Cinrrabmen bewiÜigt haben, werden sich nicht bloß rnit dem Ausspruch Vurke's trösten, wonach Struern auferlerren und belicbr sein eben so schwer ist, wie zugleich verliebt und Weise sein, sondern sie Mr_dxsn fick) auch sagen könnrn, daß die Einnabmebewilligung zur Sicherheit des Reichs nothendig war. Und es wird ja bierfiir glückli_cherweise im größten Tbeile unseres Volkes das Verständnif; nicht fehlen.“

Die Courstreibereien an der Börse JLÖM dem „Deut: schen Oekonomrst“ Veranlassung zu folgender warnenden Betrachtung:

,Jn aUen_indnstriellen imd gewerblicben Branchen begcgnei man brute “der angeipanntesten Tbätigteit, wie eine solche seit den ersten siebziger Jahren nick)? mrbr zu beobachten _war, und die Preise der. baupjiächlichsten Waaren haben, nachdem iir bereiis eine beträchtlirbc Stcigerung eriybren, neuerdings eine so energiicbe Aufwärts- bewegung eingeichlagen , daf; dir- Frage dadurch nabe Felegi wird, ob der Höhepunkt dieser Entwickelung noch weit entfernt sein kann Es giebi zwar viele: Leute, weiche der Ansichr find oder fich gern einrrden, das; erst jeßt wiedrr nor- maie Verhältniss? in der industriellen Produktion rrreicht irie"; man glaubt dieielben dem Wirken der Kartcile verdanken zu i'oUen und erwartrt 5911 diesen Vereinigungen, das; sie im Stande srir wrrdeü, die' heutigen Verhältnisse fesiziihaltcn. Derartige Ar;- schauungen sind indeffen unsckyMr als Illusionen zu erkennen. Wie in der zweiten Hälfte der siebziger bis in die achtziger Jubre Hinein bci ichw_-_1chen _Erwerbßverbältniiien der Konsum auf allen Gebieten möglichst beicbränkt wurde, so ist heute in Folsre der ge- stirgenen Löhne und Unternehmerqewinne das Gegentbeil der Fa0;_ Wie in jener Periode Angesichts der _finkenden Preise die Vorrätbe aufgebraucht und nur in der aÜerdüritiaiten Weise crgänz? wurden, so sehen sich, die Handeltrribenden und Industriellen brut-x durcb die steigende Tendenz veranlaßt, sich möglichst reichlich mit Vor- rätbcn zu deridrgen, und endlich findet sicb aucb eine stets geschäftige Spekulation crmutbigt, durch Aufkaufen und Aufstaprln von Handels- artikel?) die Preissteigerung zu verschärfen und den augenblicklichen Bedarf zu erhöhen. Das; diese Bewegung nicht bis ins Uncndlicié-e fortgeiübrt werden kann, sondern an irgend einem Punkte zum Stül- stand und dann auch „unmittelbar zum Rücksckplage gelangen muß, ist selbstvrrsiänd1ich. Dr_escn Zeitpunkt voraussagen zu woklen, kann aber ni-br unsere Aufgabe 1ein; es mag genügen, inErinnerung zu bringen, daß der Niedergang um so eber erwartet werden muß, je höher und rascher die Preise steigen. _

Enger als je vorher ist die Börse heute mit dem Schicksal der industriellen"Produktion verknüpft, und die ersten ernstlichen Anzeichen einer rücklaufigen BeWegurcg auf dem industrieüen Arbeitsmarkt diirften das Signal dafür fein, das; die Börse die verändertrn .Ver- bältnisie in Reebnung stellt und den mit 10 großem Erfolg zmrück- gelegten Weg zu den hohen Coursen drr Industriepapiere in umge- kehrter Richtung antritt. Die vornehmlich aus dem starken Geld- bedarf der Industrie und des Handels [)ervorgegaygene Vertixeuerung der Zinsiäße fiir disponibles Kapital bat die Börse selbst bereits ;;ur Vorfichx gemahnt; sie ist es nicht mehr, Welche die hohen Course der Jndustrtcpapiere noch weiter steigert. Es find die weiten Kreise des Privawyblikums, welche diese Papiere im Befiß haben und optimistisch genug sind, die Gefahren dieses Bcfi es gegeniiber den erhofften ferneren Coursgewinnen in den ind zu chlagen. . . .

Die große Mebrzahl der Akiionäre hat in umfangreichster Weise den Kredit der Banquiers in Anspruch genommen, um Industrieakticn zu erwrrben, und ganz besonders dürften es die in den letzten Jahren neu emittirtcn Papiere sein, welche nur auf Grund verbältnißmäßig kleiner Thrilzablungen in die Hände ihrer jeßigen Besitzer gelangt sind. Daß diess: Einzahlungen bei einem ernsten und nachhaltigen Rückschlage „zum größten Theile, wenn nicht ganz, verloren sein Werden, ist als das kleinere Urbel anzusehen; das gesammte Agio, und mehr noch als dieses, wird fick) als eine Fiktion erweisen, sobald eine schlechte Konjunktur die Dividenden abnehmen und verschwinden läßt. Das Agio der Aktien industrieller GeseUschaften aber beträgt viele hundert Millionen Mark, Welche beute als reelle Wrrtbe gelten; ibre Vkrftüchtigung wird m(mchen reichen oder wvblbabendm Mann arm machen, der Konsum wird, wie wir dies in den 70er Jahren gesehen haben, immer Weiter eingeschränkt

werden müssen, die Industrie wird in steigeridem Mai; beschäftigungs- los und unrentabel werden, der Kredit, der bauptsäcblicbste Träger des beutiaen Verkehrs, wird der sicheren Grundlage entbehren und in Ermangelung des, Vertrauens zurückgezogen werden _ kurz, wir werden dasselbe (?Öausptel erleben wie in den 70er Jahren.

Selbii wenn Politische Verwickclungen nicht vorkommen, so sollte doch die erißbeid, daß die beuiigc Konjunktur in Handel und Jndustric in beichrankter Zeit _einen Rückschlag eriabrrn muß. bin- reicben, um deii aiizubocb grstreaenrn OptimiSmus zu dämpfen und fernere Courstreiberrten der Industriepapiere zu beschränken.“

DaH Ergebniß der Stichwahlen in Frankreich wird in der „Leipziger Zeitung“ in folgender Weise charakterisirt: _ „Das Ergebnis; der in Frankreich stattgefundcnen Stichwablen bot den därüber im Voraus angestekltr-n statistisäyen Berechnungen des Ministers Consians chbi gegeben. Die nam Kammer wird hiernach aus 362 Rrpublikancrn und 205 Oppofitionellrn bei'xeheu. (Nach den neuestrn Nachrichier1 laufen die Zahlen 365 bezw. 211.) Das; die Boulangisten LI bsi den Siichwabicn noch bis auf 47 Stimmen gebracht haben _ in der vorigen Kammer w-arrn sie nur einige 20 Köpfe stark _, ist immerhin brmerkcnsrvertb. Daneben verdient vor 21116111 die Thatsache bemerkt zu werden, daf; die republika- nische Majorität mißer 236 Opportunisien 126 Radikale aufweist. Ueber diesen Puvkt. das numeriscbe Verhältniß zwischen Opprrtunisten und Radikalen, batten dic Parisrr Blättrr bisher ge- schwiegen, Es bias; nur ganz allgemein, das; die Erstrren auf Kosten der Lrßteren erheblichen Zuwachs crhalien hätten. Das wird denn auch durch die obigen Zablenanaaben bestätigt. Immerhin find die Radikalen aucb heute noch hinlänglich stark, um mit Hiilfe der Oppo- fition jedes ibncn mißlicbige 5.1)kinii'terium stürzen zu können. Die Opportunistcn Haben es nur auf 236 Stimme11gcbrachi, bedürfen also, um dir Majorität in der Kammer zu erhalten, unter allen Umstärden fremder Hiilfe, sci es von Seifen drr Radikalen, sri 66 von Seiten der grmäßigicn Monarchisten. Daf; sic: zur Zeit die bei Weirem größte Fraktion in drr Kammrr bildrn, ist glcichwobl wahr, ändert aber nicbts an drr Tkatsacbe, das; sie mit fast 50 Stimmrn binter der" Majorität zuriickgeblirbrn smd. Einstweilen ist das Ministerium Tirard der Radikalcn sicher, und so lange diese dUrch die Furcht vor einer Verstärrdigung zwiscchn der Regierung und den gemäßigten Mouarcbisten in Srback) geiwlien Wrrdsn, mag es auch dabei bleiben. Wirkiicb gefährlick) werden dir Radikalen der Rrgieruug erst ron dem Augenblick, wo zwiscdcn Regierung und Monarchistcn sicb rin förm- licher Bruck) vollzogen bat.“

Amtsblatt des Reichs-Posiamts. Nr. 40. _ analt: Verfügungen: rom 25. September 1889. Austausch von Postpacketen im Vrrkcbr mit Uruguay; Poiianweiiungen nach dem Oranjc-Frei“ staat und narci) Sarawak auf Borneo.

Centralblatt der Bauverwaltung. HerauSgi-geben im' Ministcrium “der öffentlichen Arbeiten. Nr. 40. _ Inhalt: Amt- lichrs: Nachruf. _ 5Yers.)nal-TikcrcbriikULn. _ Nicbtamilicbes: Heinrich- Ludwig Alexander Herrmann 'i“. _ Die Preisbrw-Zrbung um das Nationaldenkmal für Kriiicr Wilhelm 1. (Foriseßung) _ “SWW-

vvrricbiungrr! beim EiiiMMMLU und Auözieben von Pfählen. _ Ueber“

zweckmäßige Einrichtungen von Kliniken (Forießung)._ Vermischtes: Preisauizsckyreiben für die ETÖEUUUJ einer Kirche in der edangc-iiscb- liitberischsn Trinitatisvfarrei in DreSden. _ Hagen-Denkmai in PillaU. _ Fünfzigjäbrigxs Dienstjubiläum des Geb. Ober-Vauratbß Cdnzlcr in Dresdrn. _ Kongreß iar russische Alterthumskunde.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterwobnungsfrage.

Der Vrrein zur Förderung des Woblcs der Axbeiier „Con- cordia“ hat, wie drm „Frankfurtrr Journal“ aus M ainz gemeldet" wird, eine Sammlung von Plänen, Skizzen und Kostenanscblägen der britrn und bewährtesien Arbeitcrwobmmgen vcransialiet und die ein- zeinrn Blättcr derselben arif litbographiscbem Wege vervielfältigen laffrn, um allen dcajenigen, welche mit dem Bau von Arbriter- wohnungrn vorgeben woÜen, zurerläsfigc Anhaltspunkte darüber zu birtcn, in Welciyer Wciie dies am zweckmäßigstrn und rinfachsirn gc- ickwben kann. Die Pläne rrscheinen in zwei Seriem und werden dir dcr Serie 1 (Von dem Verein selbst gefammslte und vervirl- fältigte Skizzen) zum Preise _von 40 H, die der Seris 11 (Skizzen der Berliner Birrigenosienschast) zum Preise von 10 „5 per Blatt 19111s detm General-Sekrrtariat des Vereins an Jedermann portofrei rer and .

_ ZurArbe-iierbewcaung.

Der Strike der Dockarbeitcr in Rotterdam ist berndet. Nori) vor wenigrn Tagen _ so bemerkt das „Dresdn. Jowrnal“ _ *.pracb sich die Leitung der Aussiäudisrhen äußsrst zuversichtlich über den zu erwcrrienden Sieg aus, die Sozialdemokraten bofftcn auch in

jenem Strike die Oberhand zu behalien; aber die boüänrisckxn Arbeiter wandten fick) von drnselbcn zu guter Stunde ab. Das "sozial- denvdkraiische „Berliner Volksblatt“ spricht bitter aus, es babe wieder einmal der (Hrldsack iiber den leeren Magen gesiegt. Dem ist aber nicht _so; Arbeitgeber und Arbeiter baben fich geeinigt; die gerechtfertigten Forderungeri der Lcßteren sind gewährt, unbiljige dagegen sind von den Arbeitern selbst, nachdem die Rheder fick) dagegen erklärt, zurückgezogen worden. Die rasche Berndigumi dicser, Ausstandes ist um so freudiger zu bcgriißen. als die bergiiche und rngliscbe Sozialdemokratie große Anstrengungen gemaäst hatte, dem Strike eine ebenso bedeutende Ausdehnung zu geben, wie fie der Londoner Ausstand durch die „vorzügliche Führung“ gewonnen batte. Agitatoren warm tbätia, um den Strike in aUen hoÜändifcben und belgischen Häfen zu entfachen selbst die englischeir Häfen soÜten wiederum in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieser Plan ist nun gescheitert.

Die Armenvflegekosien in Dortmund

beirugen im leßten Berichtsjabrc „(]./4. 88 - 1./4. 89) 39 „z (3??er 42 «3 im Vorjahre auf den_Kops der Bevölkerung. A(s Gründe ur dre Herabminderung der Kosten der offenen Armenpflege find die be- friedigenden Lohrwerbältniffe der Arbeiterbevölkerung, die mäßigen LebenSmitielyreife, der sehr günstige (Gesundheitszusmnd, die Wirkungezi des Krankcnkasfen- und des Uniallversicherungsgesaßes, die Thätigkeit dcs Wohlthätigkeitsvereins durch sein Eintreten bei voriibergehendrn Notbständcn, seine Arbeits-Nachweissteüe und Gewährung von Arbetr auf feinem Holzbofe, sowie durch Unterhaltung einer Sommer“ .U" Winterdfiege bsdürftiger schwächlicher Kinder, die Auöübung einer fortlaufenden Kdntrole der Unterstüßten und die energische Einziebng der erstattungöiäbigen Posten anzusehen. Die Minderauögabe fur die geschioffenen Armenanstalten wird durch die weitere Ausdehnung der Famrlienpflcge hinsichtlich der vom Orrßarmenverbande zu unter- haltenden Pflegekinder, sowie durch die schwächere Belegung des Armen- und Arbeitsbauses bkgründet. .Es sind die Armenpflegekosten seit "1879/80, in welchem Jahre fie den höchsten Stand erreicht battrn- fast stetig gefaUen und bleiben in Bezug auf das Jahr 1888/89 sogar hintrr denen des Jahres 1876 zurück. Der Grund für die Steigerung gegen die Jahre vor 1876 ist darin zu suchen, das; a. der Prozrntsaß der Arbeiterbevölkerung in Dortmund, namentlich in den Jahren Hes Aufschwungs der Ciscn- und Koblen-Jndustrie (1869-1874) erbebllck zugenommen hat, b. mit Einrichtung der geschloffcne11Armcnanstqlfen _ Ktnderbewabr- und Speiie-Anstalten, 1874 und 1875, Waisen- 511123 und, Armenhaus 1876 _ die gesammte“ Armenvfiege selbst“ yerstandliw mehr Kosten erfordert hat, aber auch eine bessere geworden ist, ,o die Zahl der Pfleglinge in den Jrren- und Idiotenanstaltxn- sowie in den sonstigen auswärtigen Heil- und Pflegeanstalten erk)ebll zugenommen hat.

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Dampfkessel-Explosionen.

Nach den Ausstellungen des Kaiferliéhrn StatistisÖen Amis im dieSjäbrigenAugust-Hest der „Monatshefte zur Statistik des Deutschen Reichs“ fandrn während des Jabrrs 1888 imDeuricben Reick) 15Dampf- keffel-Erplofionen statt. Bei denselben verunglückten 11 Personen, von denen 4 sofort gctödtxt Wurden oder binnen 48 Stunden der- starben, 3 schwer und 4 letzbt verwundet wurden. Nach der Art der Kissel explodirten 1 stebender Walzenkrffel, ] liegender Walzen- k,;fsel, 2 liegende Einflammrobrkeffel, 2 liegende Zweiflamm- rohrkeffel,§6 lreaende Walzenkeffel mit Siedern, 1 eng- xöhrigcr Sirderobrkeffel, 2 Walienkeffel mit engen Heizröbren (Scßiffs- und _Lokotrxotivkesiel). Die mutbmaßlicbe Uriacbe der Explosion war m„8 Fallen Wassermangel, in 2Jällcn zu bobe Dampf- spannnng, m 3 Fallen örtliche Blschichwächung, in 1 all Alter und sch1echtes Material, endlich in 1 Fall mangclbafte S iveifzuna einer Siederöbre. _'.Ziek)t„ wan auch die früheren Jahre, für welcbe sta- tistische Nachweise vorliegen, in Betracht, so haben fick) während der 12 Jahre von 1877 bis 1888 im Ganzen 184, also durchschnittlich jäbrlich etwas über 15 Dampfkrffel-Erpidsioncn ereignet. Die Zahl der kaiei gLLHdietcir oder berleßten Personen betrug 531; davon wurdcn 181 grrödtrt oder verstarben binnen 48 Stunden, 100 Wurden schwer und 250 leicht verwundet, -

Die liegenichaftlicben Zwangöberäußerungen im Großberzogsbum Baden während des Jahres 1887,

Nack) den „Statistischen Mitibeiiungen über das Großberzogibum Badrn“ kamen im Jahre 1887 im Ganzen 799 zwangswciie Ver- äußerunqen von Liegenschaften vor, und zwar 718 oder 89,9 0/0 auf richterliche Verfiigimg im Mabnwriabrrn und 81 odcr10,10/0 im Konkurswegc. Das verkaufte (Hriändr hatte im Ganzen eine Fläche von 1430 1111, wovon 1125 113. landivirtbschc1ftliche Anbaufläche (843 1181 Acker- und Gartenland, 42 118. Rebland und 240 113. Wiesen) und 305 113. sonstig? Fläche (185 118, Wa'id, 118 118- Wcide und Rrutfcid, 2 118, Bnuvlaß u. verscky.) Die Einzelfiiickw war mristens gering; nur in 18 Fäilen war die landwirtischafiliche Anbaufläche größer als 10 11a, in 5 FäÜen mehr als 20 113. und in 1 Falle mehr als 30 118-. Die zwangsweise veräußerte landwirtbsckiaftlicbe Fläche machte 0,14 0/0 der landidirrbichastliiiken 05esc1mm1f1äche dcs Landes aus, und zwar wurde vdn der gesammten Fläcbe der Besitzer von Weniger als 3 113. 0,22 0/0, von derjenigen der Besitzer von 3 1111 und mehr 0,12 0/0 veräußrrt.

Die Häufigkeit der ZwangSvrrkäufe spricht sic?) in deren Bcr- bältr-iß zu der Zahl der Bevölkerung oder der Hausbalrungrn aus. Im Durchschnitt kam 1 Zwangsderkauf überbaupi auf 2004 Ein- wobner und auf 413 Haushaltungen, 1 Verkauf eines landwirtb- schaftlicben Anweirns auf 3582 Cinwvbner, aiif 742 Haushal- tungen aller Art und auf 520 landwirtbscbaftlicbe Haushaltungen. In drr Mehrzahl der Fäüe (682 oder 85,4 0/0) traf der zwangs- weise Verkauf das ganze liegenscbaftliche Vermöaen des Scbuidners, in 117 Fäücn (14,6 0/0) kam nur ein Tbei1 des- selben zum Verkauf. Beim Vcrkaui von Gebäuden obne Gelände War das Gebäude in )01 Fällen Von 173 (89,3 0/-1), beim Verkauf von Gelände obne Gebäude in 176 Fäilcn von 238 (74,0 0/0) das Gelände der einzige bezw. ganze Besitz des Sckwldncrs. Der Verkauf von Haus und“ Geiände betraf in 405 Fäilen (9040/11) das ganze, in 43 Fäiien (9,6 0/0) nur einen Theil des iicgrnicbaftlichen Vermögens. *

Der Erlös aus den ZwangF-verkäufen war im Ganzen nicbi 1111- cri)eblich höher als der Steueranscblag und bezüglich der Gebäude auch höher als der Brandversrcherungsanschlag, dagegen geringer als DLT Sci)ätz_nng§wertb

Die ZwanJSreräußerimg ist wie in drn Vorjabren am bänfigsien durcb eigrne direkte Vcricbnlduna brrbeigciübrt, bauptsäcbiich dnrck) ichlechte Hausbaliuug, Nachläsfi.1keit, Trägheit und Trunksucbt. Frriwiliige ungünstige umd leichtfertige Urbernabmx von Liegen- schaften 11311) (Geschäften, _sowie Unglück im Geschäftsgang, welche in dcr Yawptsackye auch auf eigener Schuld beruhen, wirkten gleickéfa'lls und wie bisher 124 erheblichem Maße, währepd schlechte Ernten und Zeiten, iibcrbaupt allgemrine Natur- und Zeir- er-riciniffe, sowie die Schuld dritter Personen durch Uebervdrtbeilung, Ausbeutung 2c. r*erbältmißmäßig selten die Zwangslage herbeifüvrien. Die Zwangsveräußerung von Liegenschaften, iiisbewndere aucb die ver- kauften „landwirtbsckiaftlicben Anrveicn haben im Jahre 1887 abermals an Zahl abgenommen; sie betrugen nicbt zwci Fünftrl (38,0 0/0) der im Jahre 1882 vorgekcmmcncn Fällc.

Kunst und Wissenschaft.

Drr 4'). Pbilologen-Kongreß in (Görlitz beendete am 5. Oktober, Mittags, seine wissenschaftlicben Arbeiten.

_ Die Kolossalstatue des ,Ddin", _welrixe Professor Engel- hard _in Hannover im Auftragr drr Königlichen Regierung in irgnzöicschem Kalkstein ausdeiübrt hat, ist, wie der „Hann. Cour.“ mitiheiit, in der leßten Woche in der Cumberland-Galerie daselbst zur Aristrklung gelangt. _

_ Ueber das neue MUseum in Göttingen schreibt man der „Frkf. Ztg.“: Die nruacaründete städtische Alterthumssammlung wurde Im 2. Okwber im Beisein der Behörden icicrlick) Eröffnet. Der Hauptkamm der. Sammlung umfaßt die Alter!biimer„ der Stadtder- 1arnmlung, das alte Maß und Gewicht, die Denkmaicr des altsn E1cherbeits-, Nacht= nnd Löschdicustrs, die Siegelstempelndxr Stadt, der Gilden, der früheren Notare, der Behörden aus westfaliicber Zeit, A711164195 und Pläne des alten Eöiringen, die Anfänge einer städtischen Munzsammlung; danrben finden sich Bodenfunde und HauSaliertbümer, srbenßwrrtbe Reste alter Bauten in Holz und Stein, Altertbümer des Gefängnisz- und Straiwesenr, darunter ein böwst seltenss und wertbvolles Stiick: rin Yroßrr Fußblock aus dem 14..Jcrdrbundert 11. A. m. Leider hat 'die Sammlung noch vorläufig in einem Priwal- hayic zrntergebracht Werden müssen, aber man darf hoffen, daß die 3th mxbt fern ist, in welcher ein würdiges Museum fie und die l?kgdexntche Gemäldesammlung vereint und gebührend zur Geltung ring .

_ Ueber die Auffindung einer römischen Villa wird der M. .AUg. Ztg.“ aus Kaufering geschrieben: Unterhalb der Rume Hallenberg am Lech wurde das Hauptgebäude einer römißcben ViÜa blyßgelegt, _, Bis jeßt sind aufgedeckt: 12 Grmäcber, darunter 4 große thJbare'Raume, ,3 Präfurnia, fast iämmiiiche Hypokausten-Säulen Und einige Heizröbren noch stehend, 1 Marmor-Fußboden. 1 Marmor- Mwialkboden, Stücke von Wandgemälden „(tummelnde Fische), 5 Münzen _ (1 Nerva, 2 Antoninus Pins, 1 Philippus UFD). Dre Mauern sieben rbeilwcise noch Y 111 hoch. Eine nahere Beschreibung wird folgen. Da dicies Gebäude KUW ictne Größe, die bauliche Anlage und die Eleganz der Ausstattung zu den Scltenbeiten gehört und offen aelaffen _wird, slYseten Interessenten zum Besuche eingeladen. Der Weg dahin be- tragt zu Fuß von der Station Kaufering aus ünf Viertelstunden, oon Station Kloster Lechfeld aus eine Stunde. „511 der nahen Wal- dung Westerholz befinden sich zwei große vorrömifche Grabfeldcr und ein? MSgedcbnte rorrömische Vcrschanzung, ,der Rummelstcin'; von Kaufering aus kommt man an letzterer vorüber. _

D * In der, Werkstatt des Bildhauers 1)r. Gustav Kieß in !* res d en ist, wie das .Dreßanourn.“ melder, in diesen Tagen das über- kbLUMkyßL Tbonmodc'il zur Rietschel-Sratue auSgestellt, Welche P." [ s11113, die Vaierstadt dcs berühmten Künstlers, als Denkmal zieren LW). , Das Fußgejteu des Monumentes wird aus städtischen Mitteln Feikßkklchtet werden, für die Bildhauerarbeit u_nd den ,Erzguß der DAUk_„bat di? _Königlickx Regierung den Kuniiionds herangezogen. vk“ KWZ- selbit ern &chüler und langjähriger Mitarbeiter des welegten Meisters, hat seiner schönen Aufgabe einen liebevollen, MMM Fleiß gewidmet. Die teckmiick) - sorgsame DarsteUung ist d lchk und treu, einfach und schmucklos, wie der Mann selbst war, em das Monument gewidmet ist. de TZIU Reutlingen ist am 6. Oktober das Denkmal für Vit fichtex Heringnn Kurz enthüllt worden. Wie der .Scbwäbx kk. mittheilt, tit der Sockel des Drnkmals von Dolmetsch in

Stuttgart entworfen und von Johannes Launer in Reutlingen in Buntsandstein auMeführt. Derjelbe trägt die Worte: Hermann Kurz 1813-1873.

_ Aus Mainz wird dem _„Frarkf. Journal“ geschrieben: Die Altertbumssammlungcn unserer Stadt baden im Laufe des September drei Weitere Stein-Denkmale aus den Zeiten der römischen Herrschaft am Rbcin erhalten, welcbe bei Aufgrabunaen gefunden wurden. Es sind dies ein Baustein der l-Sgio K]? (11.11.17. (gsmina, dlardja riotrjx) aus der Zcit vou 70 bis 100 n. Chr.; ein Baustein der Degjo 1 41). (365110111) aus 100 bis 150 n. Chr. und ein (Grab- stein des Soldaten der T-SZ'Ü) 117 Marcus Aurelius Metcuus aus Alba in Ligurien, welcber 30 Jahr alt, 10 Jahre Soldat, verstorbcn war und von seinem Erben den an der römischen Wasserleitung bei Brc-s enbeim geiundenen Grabstcin geseyt erhielt. AÜe drei In- schri ten sind noch gut zu lesen, die szte 51th noch Resta der Be- mamng.

- Die von den arktischen Forsckmngörrisendcn 1)r. Kükentbal und Dr. Walter ron ibrer Exprdition mitgebrachten Sammlungen sind, wie die „Wrsrr=Zeitung“ berichict, bcsdndcrs rrick) und werthdol] für das Studirim ch lwcbrwrdischen Meeres-Tbierlcbens; ferner hat Dr. Kükenthai einc ;ianze Reihe von an Ort und Steile aufgenom- menen Aquarekirn arkrisckyer Landschaften mitgebracht, namentlick) auch von den so ivcnig bckanntcn König Karls-Jnieln,

_ Der "Statistiker Grbeime Raik) Baron Czernik ist am 5. Oktober in Görz gestorben.

_ Für den Grönlandéfabrcr Nansen sind, wie die „Magdb, Ztg.“ mittbcilt, in England 20000 Pfd. Stekl. zur AUSrüstung einer neu en Nordpolfabrt gezeichnrt worden.

_ Am 4' d. M. ist in Paris der internationale Geodätische Kongreß in Gegenwart der Minister dc Frrvcinet, Favs und Falliércd vom Minisirr Spalier mit einer Ansprache eröffnet worden. Den VorsnZ übernahm der Minister Jahr. Von deutschen Staatrn sind Bayern, Hamburg, Hessen, Pr-xußen, Sacbsrn und Württemberg vertretrn.

_ Die ersxa Sitzung ier „.4880ajari011 1jtbérajr€ 81; erjsriqus 111r6rvatjona18“, an wrlcher Vertreter von Deutschland, Belziieri, Spanien. Frankrricd, Italien und der Schweiz tbeilnabmen, wurde am 5. Okwbrr in Bern von dem ständigrn Vorsißcnden, BimdeS-Rail) Droz, mir 'der Mahnung eröffn-„t, eine aUrnäblicbe nicbt zu rascbe Wcitcrrniwirkelung drr intcr- nationalen Korzdrntion zu erstreben. In drr zweirrn Siyrmg wurden ensere Kdnvm:tior1c11 innrrbaib dsr inicrnatiouaicn Konvention vom 9. Sepéembrr 1886 311111 SCHUH dcr Urbchr- recbte fiir wünschrUsw-crtb erklärf, idfrrn solcbc cinen Fortsäsriti gegenüber jenrr Uckercinkmnft cnibalicn.

Land- und Forstwirthschaft.

Weinernte.

Dcr Zei1schrift „Weinbau und Weinhandel" wird ge- sxix-rieben: Wenn auch die Anfang August nach dem damaligen Stand der Reben berscbtigmn Hoffnurigrn auf einen Hartdtwein durck) 17:15 “der Reife-Entwickelung der Trauben nicbt irbr güiistige Werfer der beiden 1813161: Yionatc nur zum Tbcil in Erfiiilung Zegängcn find, so läßt fick) dock) beutcikbon mirBesiimmtbeitannehmen, daß dieQualität drs Heurigen mind.:sirns der Von 1886 gleicb kommen wird; ja in einzelnen weinbautreibrndem Gegrnden, wie im Rbeingau, wo dir Use so lange als möglich binaUs-gescboben wird, diirften die Trauben, bri foriiiesetzr trockenrm warmcw Writer, wie €*.“? 11115 der Oktober bisher bracbie, in dcr Veredelung noch große Fortschrilir macher. Im Allgemeinen kana man demnach mit drr Qualitär ch Heurigen recht zuirieden sein. Die Quantitäk ist aber leider 2111? Ncringe und man wird den Durcbsclwirt kaum auf einen halben Herbst zählen können. Im unteren Rheingau beginnt die Lese in dicsen „Tagen. Die Nack)- rrchte11 übrr dad Ergebniß der Menge lauten durcbgängig ziemlich un- günstig, die Qualirär vkripricbt abcr KM 0111 zu WLköeii, und 133 wird dcr dicriäbrige Wein allen bcffrrrn Jabrgängen von 1868 „111 (Hüte gleick)k0m:ren, odrr sie noch übertrrffru. In Aßmannö- bausen wurde etwa die Hälfte eincr 5171121! Ernte JZWOMWU. )“.ie Trauben warrn voll und gesund und reriprccch ihrer Girke nacb einen Wein von der Qualiiät des Jabrrs 1884.

Bei Bordeaux war die Weinlefr Anfangs des Monats in voilcm (Gange und man iii iibcrai]. dariiber einig, das; die Qualität eine gute skin wird, bessrr als ":xie dorjäbrige, aliein die Quantität geringer, an munchrn Orten sogar fühlbar geringer.

Sanitäts-, Veterinär- und QuarantäneLvesen.

Dänemark.

Durch Bekannjma-Féung drs Königlicb dänischen Justiz- Ministeriums vom 14. September 1889 sind die grießlicbén Be- stimmungen über gcsundbeiiöpoiizrilickie Untersuchung gegrnübrr drn aus Häfen in Peru, Japan und dem Perfi1chen Meerbusen kowmrndcn Schiffen in Kraft gcirrtcn. Ferner ist die Einiubr folgender Gkgrnstände aus drr; rorbczeicbnetxn Häfen verboten Morden: gebrauchte Lrir-rvand, gebrauchte Kleidrr und Bett- zeug, insofern riese Gegenstände nicht zum Rciscgut von Personen gebörrn, Luwprn, gebrauchte Watte, KraßwoÜe, Papierabfakl. Leiriwmid, Kleidnngssrücke und Bettzeug, ixiiowri! dicse Gegenstände als Reisegur aus den bezeichneten Häfen eingeführt werden, find einer Reinigung rmter amtlicber Kontrole zu unterziehen.

Durch die r.]ecckw Bekanntmachng smd ferner die un?crm 2. November 1888 und 8 Mai 1889 (.R-A.“ Nr. 289 vom 14. November 1888 und Nr. 119 Vom 20. Mai 1889) angeordnrtcn QuarantäUe-Maßrrgcln, insoweit dieselben „dic Sixilianiscbcn und Brasilianischen Häfen betreffrn, außer Wirkjamkeit geseßt worden.

Handel und Gerverbe.

Berlin, 5. Oktober. (Wochenbericht für Stärke, Stärke- fabrikate nnd Hülsenfrüchte von Max Saberßkv.) [U.Kar- toffrlmebl 17Z_18:§ M;, 1a. Kartoffelstärke 173-183 «16, 11a. Kar- toffelstärke und Mehl 15-163 _.,M , feuchte Kartoffelstärke loco und arität Bcrliy 7,90 „43, Frankfurter Syrur-fabriken zahlen 7,75 «14 frei abrik Frankiurt a. Oder, gelber' Syrup 20-213 &“, CaviÜair- Export 213-223 «,“-, Capillair Syrup 20-21 „;(-, Kartoffel- zuckcr Capanir 20-21 «;(-, do. gelber 19-19z “jk, Rum-Couleur 34 - 36 «M, Bier - Couleur 34-36 “M, Dextrin , gelb und weiß, 1a. 30-31 „;(-. do. sekunda 27-28 «111, Weizen- siärke (kleinst.) 37-38 „;(-, Weizenstärfe (großstuck) 40-41 .“, Hallesche und Schlefistbe 40-41 „34, Schabe-Stärke 32-34 ck“, Mais- Stärke 30-31 „411, Reisitärkc (Strahlen) 45-Z-47 «M, do. (Stückenxzxxz -44 „M, Victoria-Erbsey 18-21 «14, Kocherbsen 19-21 «M, grüne Cr _1en 19-21' „M, Futtererbien 15-16 516, Leinsaat 23-24 «14, Linien, große 40-50 516, do. mittel 32-40 “M, do. kleine 22_ 32 «M,gelber Senf18_22 «W., Kümmel 40-46 „15. Mais loco 1211-13 „14, Buch- weizen 15-16 „76, inländische weiße Bohnen 20_22 „jk, breite Flachbobnen 23-26 «14, 11ngariiche„Bobnen19-21 „34, galtzistbe und russische Bobncn'17_19 “M, Hanfkörner19-21W, Leinkuckxcn “1571-17 „74, Weizenichale 10 «M, Roggenéleie 10 «Fr:, Rads- kucben 16Z-17z „js, Mohn, weißer 38-42 „54, do.b1auer 36_40 «36, Hirse, weiße 19-22 „jk Alles per 100 kg ab Bahn bei Partien von mindestens 10 000 kg'. _ ,

- Der EinlösungScours für die hier zablbaren ösrer- reicbiscben Silbcrcoupons istauf170,75.-M für 100 Fl. österr. Silber herabgesetzt worden._ _

_ Die .Rhcin-Wefts. Ztg.“ berichtet vom rbeiniscb -1orsi- fälischen Eisen- und Stablmarkt: Die Festigkeit, welche in der Haltung des rheinisch-*we!:fälischc11Eisen- und_Stablwarftes herrscht, hat unverändert angehalten. Die Nachfrage ist fast in allen Zweigen eine ungewöhnliä) lebhafte, und die Preise behalten ihre steigende Richtung." Es wird vieliack). die Frage aufgeworfen, ob die jcßige, fick) durch verbältmßmäßig rasches Steigen 'der Preise kermzeichnende (FiesckJäitsyeriode voa Dauer sein werde.

Crfreulicherwciie liegen bis jest nord kcine Anzeichen vor, welche auf

einen Rückgang des GriÖäites Hinweisen. Man kann den jexigen lrbbaften Verkebr für den Winter jedenfalis als anraurrmd bezei nen. Das Eifenerzgescbäft im Siegsrländischen und Nassauischen ist anhaltend lebhaft. Z'ür Lothringer Minettr bat fich in den Preisen und den Absaßverbä tniffen, welcbe anhaltend günstig waren, seit der letzten Woche nichts gründert. Man notirt für rotbs Minette mit 409/11 Eisengehalt 33 „4, für gelbe 38 0/0 24 „44, für graue 38 0/9 24 „je- per Doppellader frei Veriandtort. Die Anfubr vori spanischen Eisenerzen ist gleich'falis lebhaft bei steigxnden Preiien. Das Robeisengcsckoäf! war auch in der abgelaufenen Woche wieder außerordentlich lebhaft und die Prriie sind sebr fest,. Bezeich- nrnd ist, daß der rbeinisch-mestfälische Roheisenderband m iiingster Zeit die Preise offiziell erhöht hat, daß jedoch die zu gieicber Zeit bezahltrn den fesiüeseßten Preisrn vorausgeeilt wgren, was cht bereits in noch böberem Maße der Fall ist. Spiegeieisen ist aridaurrnd irbbaft begehrt, und es macht sich brrciis starke Nachfraae iiir 1890 brwerkbar. Die Preise sind auf der Höhe der vorigrn Woche sieben aeblieben. In den Verkehrsverbältnissen fiir Gießereiroheiien, Tbomaseisen, Bessemereisen bat die seitberige Labbaftig- ic'it angehalten und ist weiter nichts Neues zu berichten. Die Preise für sämmtliche genannten Sorten sind. bereits wiederum gegen die Vorwoche böber, Luxemburger Puddeleiien ist in der 17.151611 Zrit ebenfalis um einige Mark pcr Tdnne in die Höhe aeacmgen. Ter Walzeisenmarkt isi gleicbfaiis äußerst lebhaft. Die Stabcisenrverke sind mit Aufträgsn geradezu übsrbäuit, so das; sie das gebuäxte Quantum kaum zur richtigen Zeit zu !icfrrn im Stande smd. Nebcn der imläridifrben hat auch die außländiiche Nachfrage in letzter Zeii silb ,ctwas iic- boben. Was die Preise anbelangt, _ so ist Stabeiscn bcrrits seit längrrcr Zeit in fcinen Notirungrn '.tationär, wäbrcnd die Roi)- eisenpreise inrerbalb derselben Zeit ganz erheblich in dre Höhe ge- gangen find. Daber werfen die Anfangs iobnrnden Preise augenblick- lich keinen ontsprechrnden Gewinn mehr ab; gleichzeitig Werdrn die Gesirbunßskosten auch dUrcb die Koblenprriic rertheuert. Unter diesem Gesichtspunkte wird amf der am 8. d. Mrs. stattfindenden Versamm- lung dcs Rohriscnverbanch rim" Preißerböbung wohl mit Sicher- brit za erwarirn srin, namenrlici), da die Saar- und Moiel- werke, sowie auch der Verband süddeutscher Werke dcn (Grund- Prris um 10 „if- der Tonne Erhöht haben. Auck) in Form- eiien laufrn Aufträge andnurrnd stark ein, und es [irgen noch auf langs, Zeit Hinaus Bestellungen vor. In Bandeisen ist (1716 Arndrrung der Mcirftiagc nicht zu berichten; eine weirere Preis"- crböbung von Seiirn des WaizwerkEwrrbandes wird auch fiir dissen Yriikcl erwartet. Die Grobblecbwalzwerkc find in regrm Brtricb und gut mit Aufträgen fiir die nächste Zrit berieben; dris lctrtere gilt auch dem dcn Fcinblechwalzwcrken. Jn Walzdrabt, gezoqenen Drähten, Drabistiiten ist die (Hefebäftélaqex im Ganzrn unverändrri gebli-ben. Für sämmtliche genanxitcn Fabrikate läßt namentlich die Außsubr noch immer zu wünscbcn übrig. Die Maicbirienfabriken und Eisen- giefzsreien find im biSbrrigen Umfange in ibrer_Tbätigkeit ge- biiebcrq Und auch 0er die Babnwagiwfabrikcn iii nichts Neues zu bericbtcn. Bri den Gclbgiefiercien find die Aufiräge „auch im vorigen Morat belangreick) :ingeianirn 7115an dieselben aus 3 bis 4 Monate 5011an brscbäftiri sind. Trotzdem werden die Preise von den Abnehmern io grdriickt daß sie keincn Gewinn (LkWCkaW. Danzig, 8. Oktobcr. (W, T. B.) Die Einnabmen der Marienburg-Mlawkacr Eimnbabn betrugen im Monat Srbtember rr. nacb provisorischer FeststrÜUn-sx 145 500 „76 gegen 206100 „146. nach Prodisoriscbcr Fcststeürmg im September 1888, mitbin mrnizrr 60 600 „44 Die drfinirive Einnahme im September 1888 blirUg 199 536 „xz London, 7. Oktobcr. (W; T. B.) Wollauktion W006 fest, unvcriirrdert. _ An der Küste 9 Weizrniadung en angeboten. (Glasgow, 7, Oktober. (W. T. B,.) Die kaichis- „111 ngkr. don Robrisen betragen in der vorigen Wocbe 8700 gegen 8500 Tons in dersciben Woche des vorigrri Jabrcs. Bradford, 7. Oktobrr (W. T. V.) Für Wolle guter Vc- grbr, adzisbrnd, LuftrewoÜe tbrurrer, Alpacca nur zu höherenPrcis-“rn crbäiilici), Garn: tßätig, anzirbcnd, in Stoffen gutes Geschäft.

Verkehrs - Anstalten.

Nacbrinem Telegramm aus Kölzi (Nhsin) ist die 1_. dngirichr Post vom 7. iibrr Ojrende außgeblieben. Grund: Vdripätete Landung des Schiffes.

Breslau, 7_Okiober. (W.T.B.) DasEisrnbabn-Bekriebsamt Breslau-Halbiradtmachtbeka1mt:Die Sperrung der Strecke Felibammer_Fricd[and ist_zur Zeit bescirigi. (Hüter- und Pcrscxncnzüge Werden wieder durchgeführt.

Hamburg, 7. Oktober. (W. T. B) Der Postdamvfer ,Rugia' der Hamburg-Amerikanischcn Packetfabrt- Aktieiiqeiellicbait Hat, von Nörv-York kommend, gestern Mitrag

12 Uhr Lizard Passiri.

Z.Zondon, 7. Oktober. (W. T. B.) Der Union-Dampfer ,Atbenian“ ist bert? auf der AUHreise don Lissabon ab- gegangen, drr Dampfer ,Nubian' auf der AuSrcise in Cape- town angekommen und der Dampfer „Pretoria“ ist Heute auf der Heiwrrise in Soutbamvtbn angekommen. _ Der (Takt 1e- Dampfer ,Tawmoutb Castle“ ist heute auf der Heimreise von Cadetown abgegangen.

_ 8. Oktobrr. (W.“ T. B.) Der Union- Dampfer ,Trojan“ ist gestern aux der Heimreise in Southampton an- gekommen.

Theater und Musik.

Berliner Theater.

Das Brriincr Tbsarer brachte grstern eine Wiederanfnabme des SchiUer-Laube'iMn „Demetrius“ mit Joseph Kainz in der Titeérolle. Wir mükicsn diesem „Dcmeirius wider Wiüen' _ wie wir Hrn, Kainz nach dem Widerstands, welchen er seiner Verpflaiizung aui die Bretter des Berliner Theaters ent- gegengei'rßt bgt, bezeichnen mrscbten _ die Gerechtigkeit widrrsabren laffen. daß er sein Widerstreben dem Publikum das dickt grfiillren Hauses nicht hat enjgelten lassen. Sein Spiel zeugte 13011 fieißigrr Ddrcharbeitung und döÜigem Sichdcrtiefc11 in die herrliche Jiingiingsge'stalt der Schiller'scben Tragödie. Von dem reichen Beiial], welchcr ibm gespsndet wurde, erhielten auch die Dar- steUer des Schuisky, des Komla und 'der Marfa einrn wdhlverdienten

Antheil. Victoria-Theater. .

Die Balleteinlagen, Welck); allabendlich in der interessanten Novi- tät „Stanley in Afrika“ Bcisail finden, haben noch bedeutend gr- wonncn. seit außer der graziöwn Prima Ballerina Maria Ala die italienische Diva Eugenia Framioni, einc dcr bed:utcndsten und Vor- züglichstcn Tänzrrirmen, mitwirkt,

Friedri_ch-Wildelmstädtisches Theater.

Hr. Welibos ist von dem auswärts gaitirenden Mikado-Ensembie dcs Friedrich-Wilbel1nstädtischcn Theaters nach fünfwöcbentlicher 2113- wesenbeit gestern hierher zurückgckxbri, da er als ciner der Haupr- darsteller in der nruen Operette „Oer Polengraf' an den jest im flottesten Gange bifindlickjen Proben iich bciheiligen muß.

Reiidenz-Tdeafer.

In, der am Freitag, den11,0ktober stattfindenden Erstaufführrtng von „Ebeferien“ (1128 73.09.11an (111 marjaZ-o), Sckwauk in “drei Aktrn von Albin Valabrögue and M. Heanuin (deutsch von J. Bettel- hcim), find in drn Hauptrollen beschäftigt die Damen: Rosa Bertens, Kathi Fischer und Clara chik, sowie die Herren: Josef Jarno, Emil Lessing, Eugen Pansa, Hans Pager) und Hubert Reusch. Dcr diesem Stiicke vorauégedcnde Einakter „Funken unter der Asche“ yon Hrinrich Sjobitzer gelangt mit dcn Damen Marie Fraucndorscr, Maric Kronau und den Herren Theodor Brandt und Heinrich Jranker zur Darstcünng. __